Profilbild von BiancaTallerica

BiancaTallerica

aktives Lesejury-Mitglied
offline

BiancaTallerica ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit BiancaTallerica über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.09.2017

Grundidee top, Umsetzung eher flop...

Marthas Widerstand
1 0

„Gemeinsam sind wir weitführend. Gemeinsam sind wir die Stimme der Gerechtigkeit.“

Zum Cover: Nahaufnahmen sind ja längst keine Seltenheit mehr, was Cover anbelangt, dieses hier hat mich allerdings gleich ...

„Gemeinsam sind wir weitführend. Gemeinsam sind wir die Stimme der Gerechtigkeit.“

Zum Cover: Nahaufnahmen sind ja längst keine Seltenheit mehr, was Cover anbelangt, dieses hier hat mich allerdings gleich angesprungen. Beim näheren Betrachten habe ich jedoch bemerkt, dass das Mädchen darauf gar nicht richtig scharf gestellt wurde. Die Poren sind recht unscharf, die Lippen und die Augen wiederum, auf und in denen sich das Licht spiegelt, sind wirklich scharf gezeichnet. Dazu kommt, dass die weiße Stelle in den Augen, die ein Rechteck sein könnte, für die Zelle stehen kann und damit ist das Mädchen auf dem Cover, wie könnte es anders sein, wohl Martha. Insgesamt damit ganz gut umgesetzt, wenn auch mit der Nahaufnahme für mich fast etwas zu sehr Klischee.

Zum Inhalt: „Die Regierung kontrolliert die Medien, und die Medien manipulieren die Menschen.“ ~ Martha ist des Mordes am berüchtigten Jackson Paige, dem hochverehrten Wohltätigkeitsbotschafter, angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die Zellen werden dabei immer kleiner, genauso wie Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert? Und was wäre wenn, genau sie es ist, die nicht die ist, die sie zu sein scheint?

Meine Meinung: Der Inhalt hat mich persönlich schon sehr interessiert, denn was muss das für ein abgekachteltes System sein, dass übers TV entscheidet, wer stirbt und wer lebt. Das Grundprinzip ist wie gesagt genial und erschreckend zugleich. Auch der Schreibstil ist recht locker und leicht zum Lesen und deshalb lässt die Spannung nicht lange auf sich warten. An manchen Stellen geht es zwar ein bisschen zu schnell für meinen Geschmack, weshalb ein paar Unregelmäßigkeiten aufkommen, die zum Großteil jedoch am Ende geklärt werden. Vor allem durch Isaac, aber auch Martha steuert ihren Teil bei, um nicht zu sagen, sie bringt den Stein ins Rollen. Ich muss ehrlich gesagt aber sagen, dass mir keiner der beiden so wirklich ans Herz ging, sie taten mir leid, ja, doch wirklich tief mitfühlen, konnte ich nicht. Das war dann nämlich auch der ausschlaggebende Punkt für die Liebesgeschichte, die hierbei sehr im Fokus stand, mich aber trotz dessen nicht für sich ins Boot ziehen konnte. Eine der wenigen Charaktere, die ich allerdings in der Tat mochte, war Eve Stanton, die humane, psychologische Betreuerin von Martha. Sie und ihre Vergangenheit waren sehr gut ausgearbeitet und gefielen mir auf Anhieb. Nicht dass Marthas Vergangenheit nicht erwähnt wurde, doch ich finde, teilweise hätte man es besser noch erklären können. Vielleicht liegt das aber auch teilweise an der Übersetzung? Ich habe generell das Gefühl, das da eventuell ein bisschen was bei flöten geht, aber das ist mein eigenes Empfinden.
Die Fernsehshow „Death is Justice“ wurde aber auch im Deutschen sehr interessant dargestellt, da diese Kapitel wie in einem Drehbuch aufgebaut sind. Die Moderatoren tun dabei alles, um das Publikum auf ihre Seite – also die Seite der Regierung – zu holen. Dabei tut sich auch wieder das nächste Problem auf, denn die Regierung wird hierbei in keinem Punkt erwähnt, nicht mal annährend. Ich finde, dass hätte zur Erklärung des Rechtssystems unglaublich viel beigesteuert. Könnte ja sein, dass das erst in Band 2 drankommt, aber ich finde, gerade ein 1. Band ist doch dazu da, die Geschichte einzuleiten, wenn es noch eine Fortsetzung gibt.
Naja, an und für sich war die Geschichte ja halbwegs rund, man merkt deutlich, dass zwar noch etwas kommt, aber das soll wohl auch so sein. Für mich war es aber eher eine eher weniger gute Unterhaltung, obwohl die Grundidee richtig Potential gehabt hätte.
Dazu passt sogar ein Zitat aus dem Buch:
„Ich frage mich, ob wir an irgendeinem Punkt in unserer Geschichte nicht einen falschen Weg eingeschlagen haben. Dass es einen Moment gab, an dem jemand die Möglichkeit gehabt hätte, sich gegen die Entwicklung zu stellen und Nein zu sagen, es aber aus irgendeinem Grund nicht tat.“

Fazit: Aus vielerlei Gründen bekommt „Marthas Wiederstand“ von Kerry Drewery von mir leider nur liebgemeinte 2,5 Sterne. Ich hätte mir bei dem spannenden Einstieg und der Grundidee tatsächlich etwas mehr Pepp gewünscht. Gut, zum Ende hin kam dann wirklich nochmal richtig Fahrt auf, aber irgendwie war es dann auf einmal alles auch so einfach, und so gar nicht kompliziert, was mich so ein wenig frustriert hat. Naja, ein bisschen neugierig ist man natürlich auf die Fortsetzung, doch ganz ehrlich, ob ich sie mir wirklich zulegen, geschweige denn lesen soll, weiß ich noch überhaupt nicht. Bisher tendiere ich ja eher zu nein, lieber nicht.

Um jedoch nicht hundertprozentig negativ aus meiner Rezension hinauszugehen, hier noch einmal ein Zitat aus dem Buch, das ich auch noch ganz gut fand:

„Manchmal macht man etwas Großes, indem man nichts tut. Man ist ein kleines Zahnrad in einer Maschine und läuft mit, weil es all die anderen Zahnräder auch tun und es zu schwer ist, sich gegen die Maschine aufzubäumen. Aber dann gibt es einen Punkt […] an dem man sich entscheiden muss: Entweder dreht man sich weiter und sieht zu, wie die Maschine immer größer und mächtiger wird und dabei alles zerstört, oder man kann die eine Sache tun, zu der man in der Lage ist – eine kleine Bewegung in eine andere Richtung machen und beten, dass es etwas blockiert oder dass die Leute etwas bemerken. […] Wenn wir jeder unseren Teil dazu beitrügen, könnten wir die Dinge vielleicht wirklich gemeinsam ändern.“

Veröffentlicht am 23.06.2017

Mein überraschendstes und sogleich schönstes Geburtstagsgeschenk!

Ice - Hüter des Nordens
1 0

Zum Cover: Es ist eher in kühleren Farben gehalten, wie Eisblau, violett oder weiß. In der Mitte ist natürlich der Titel des Buches genannt. Unterhalb sieht man eine Abbildung der Arktis und einen Eisbären, ...

Zum Cover: Es ist eher in kühleren Farben gehalten, wie Eisblau, violett oder weiß. In der Mitte ist natürlich der Titel des Buches genannt. Unterhalb sieht man eine Abbildung der Arktis und einen Eisbären, was mit Sicherheit Bär sein soll. Oberhalb kann man ein Mädchen erkennen, das eine weiße, zu Eis gefrorene, Rose hält, dabei handelt es sich bestimmt um unsere Protagonistin Cassie. Übrigens sehen ihre Finger ziemlich steif aus, was zu der Geschichte nur allzu gut passt, da sie ja in der Arktis spielt. Wie ich finde, ein sehr außergewöhnlicher Handlungsort, den man nicht so schnell wieder in einem anderen Buch bekommt.

Zum Inhalt: Die junge Cassie lebt mit ihrem Vater auf einer Forschungsstation in der Arktis. Ihre Mutter ist angeblich bei ihrer Geburt gestorben, doch Cassie wächst mit rätselhaften Geschichten über ihren Tod auf. Kurz vor Cassies achtzehntem Geburtstag kommt es zu einer merkwürdigen Begebenheit: Cassie trifft auf einen Eisbären, der zu ihr spricht und ihr berichtet, dass die alten Legenden wahr sind. Ihre Mutter ist noch am Leben und wird in der Festung der Trolle gefangen gehalten. Doch um sie zu befreien, muss Cassie den Eisbären heiraten, der sich des Nachts in einen Menschen verwandelt. Zwischen Cassie und dem magischen Wesen entwickelt sich eine zarte Liebe, die jedoch von einem geheimnisvollen Fluch bedroht wird ...

Meine Meinung: Ja, wie soll ich nur anfangen? Also dieses Buch... Es war einfach so schön - So traumhaft schön! Es war so ein schönes Märchen, das sich zwischen Cassie und Bär entwickelt hat und... Ach, ich weiß auch nicht? Mir hat es einfach großartig gefallen. Ich habe mich mit den Charakteren super verstanden, konnte sie verstehen und ihre Handlungen nachvollziehen. Allem voran war Cassie wirklich eine tolle Protagonistin. Sie war vielleicht nicht die außergewöhnlichste, aber sie hatte so viel Sympathie und Herz, dass man sie wirklich lieben musste. Und, Bär und alle anderen Charaktere waren genauso schön ausgearbeitet. Sie alle machten diese Geschichte einfach einzigartig und, das ist es doch, was ein Buch schaffen muss - Einen zu begeistern. Diese Reise, auf die mich dieses Buch mitgenommen hat, war wirklich so emotional berührend und ein echtes Märchen, wie man es aus Büchern kennt. <3

Fazit: So, nach all´dieser Schwärmerei wollen wir jetzt zur Bewertung kommen. Und, wie sollte es anders sein, kann es für mich keine andere geben als die Höchstpunktzahl, 5 Sterne. Ich denke, das war den Meisten jetzt schon klar, doch es hat mir unglaublich gut gefallen, dieses Märchen. Wahrscheinlich auch, weil es etwas von die Schöne und das Biest hatte und das ist ja eines meiner Lieblingsmärchen. Aber, gut, nun komme ich wirklich zum Ende, doch dieses Buch ist eine echte Empfehlung von mir. Ihr müsst es lesen! =)

Veröffentlicht am 23.06.2017

Was für ein schöner Abschluss, wenn auch etwas Schlag auf Schlag...

Selection – Der Erwählte
1 0

Dritter Teil; Achtung, eventuelle Spoiler zu vorherigen Bänden lassen sich dadurch nicht vermeiden!!!

Zum Cover: Es ist in sanften Farben gehalten. Es ist weiß, cremefarben und etwas silbrig auch. Ein ...

Dritter Teil; Achtung, eventuelle Spoiler zu vorherigen Bänden lassen sich dadurch nicht vermeiden!!!

Zum Cover: Es ist in sanften Farben gehalten. Es ist weiß, cremefarben und etwas silbrig auch. Ein bisschen lässt es schon auf das Ende vermuten, doch es gefällt mir einfach wahnsinnig gut, wie auch alle anderen Cover der Reihe, dass ich es trotz dessem lieben muss. ^-^

Zum Inhalt: Die Entscheidung ihres Lebens! Nur noch vier Mädchen konkurieren um Prinz Maxon und die Krone von Illeá. America hätte nie zu träumen gewagt, in die engste Auswahl zu kommen. Doch während das Casting sich unaufhaltsam dem Ende nähert, versucht der König mit allem Mitteln America und Maxon zu entzweien. Und zur gleichen Zeit setzen die Rebellen den Palast härter denn je unter Druck. America wird klar, dass sie kämpfen muss - für ihre eigene Zukunft und für die von Illeá. Für alle, die wissen, dass man die richtige Entscheidung nur mit dem Herzen treffen kann!

Meine Meinung: Der dritte Band ist nun für mich der beste der Reihe, bis jetzt zumindest. ^^ Er hatte einfach alles - Spannung, Action, Romantik, Humor, Spaß, Trauer, Verzweiflung, Drama und jede Menge Liebe. Ab und zu war es dann zwischendurch auch so eine Überraschung, wo man nur so dachte, "Ehrlich jetzt, warum können die sich nicht endlich ihre Gefühle füreinander eingestehen." Und stattdessen drifteten die Beiden, America und Maxon, wieder auseinander. Obwohl ich gestehen muss, das machte es gerade so spannend. Zu sehen, wie viele Dinge dazwischen kamen, ehe sie dann zueinander fanden. Allerdings hätte ich America ein paar mal durchschütteln können und ihr weismachen sollen:"Komm endlich zu dir!" Aber es war wirklich schön zu sehen, dass auch sie sich weiterentwickelt hat. Erwachsen geworden ist und Verantwortung für ihre Taten übernehmen wollte. Doch ebenso, wie sie, sind auch Aspen und Maxon gereift und das war ebenfalls sehr schön. Ich bin mit dem Ende sehr zufrieden und hätte es wahrscheinlich auch kaum besser machen können.

Mein Fazit: Insgesamt bekommt das dritte Buch der Selection-Saga von mir 4,5 Sterne. Da ich es einfach perfekt finde, so wie es ist und dieser kleine halbe Abzug ist nur entstanden, weil es ja noch zwei weitere Bände geben wird (Glaube ich zumindest, sicher bin ich da nicht ganz.) und ich mir noch Luft nach oben verschaffen will. Deshalb bin ich auch weiterhin gespannt, wie diese Geschichte noch weitergehen wird. Doch der dritte Band hat mir schon sehr gut gefallen und ich hoffe, die weiteren werden genauso gut. =)

Veröffentlicht am 14.10.2017

Ein Buch, von dem man mehr will!

Dreimal Liebe
0 0


„Leben kommt nicht mit einer Gebrauchsanweisung. Wir alle machen Fehler. Aber der größte Fehler wird immer der bleiben, nicht zu seinen Fehlern zu stehen.“

Zum Cover: Die seichte Farbe mit diesem Verwischungseffekt, ...


„Leben kommt nicht mit einer Gebrauchsanweisung. Wir alle machen Fehler. Aber der größte Fehler wird immer der bleiben, nicht zu seinen Fehlern zu stehen.“

Zum Cover: Die seichte Farbe mit diesem Verwischungseffekt, der durch das Sepia-Braun noch verstärkt wird, wirkt an sich schon sehr nostalgisch und melancholisch. Dabei das Bild von einer gewöhnlichen Straße in New York – wahrscheinlich – gibt diesem Gefühl von Normalität noch einen interessanten Beigeschmack. Insgesamt also ein durchaus gelungenes, wenn aber auch nicht sonderlich anspruchsvolles, Cover.

Klappentext: Liebe ist nicht nur rosa Zuckerguss oder eine dramatische Trennung. Liebe ist Entscheidungen treffen, auch wenn sie einem das Genick brechen; Liebe ist der Moment, den man auf den ersten Blick nicht sieht, weil er in dunklen Gassen verborgen in einer kalten Nacht beginnt; Liebe ist die Welt in ihrer vollen Farbenpracht wahrnehmen zu können, obwohl die Augen verbunden sind. Liebe verändert dich. Liebe ist nicht immer gleich. Sie ist überraschend und dankbar, wunderschön und melancholisch zugleich. Genau wie auch „im Tod alle gleich sind“.

„Nichts war unbezwingbar wie die Zeit. Gleichgültig, an was man sich klammern wollte, sie schritt unaufhaltsam weiter voran, machte Momente aus der Gegenwart mit einem Wimpernschlag zur Vergangenheit. […] Die zweite, tückische Seite der Zeit war denn, wenn sie vergehen sollte, dann tat sie das einfach nicht.“

Zum Inhalt: Dies ist eine Kurzgeschichtensammlung von Carina Bartsch, die drei kleine Geschichten enthält, die sich allesamt fast sehr poetisch dahinziehen, deshalb finde ich, sollte man sich ganz auf die Geschichten einstellen, dann kann man auch sehr wohl das Gefühl und die Liebe, die dahinter steckt, spüren und wahrnehmen. Zumindest ging es mir so, weshalb ich mir für die letzte Geschichte auch die rechte Zeit zurechtgelegt habe, wo ich gerade Lust bekommen habe, mich mit ihr auseinanderzusetzen.
Folgende Beschreibungen erläutern die einzelnen Geschichten:

„Wenn man Farben schmecken könnte“
Tobias ist von Geburt an blind. Einher mit seiner Behinderung gehen starke Minderwertigkeitskomplexe. Er schämt sich dafür, öfter mal zu stolpern und nicht so leben zu können wie andere. Er mag seine Klassenkameradin Anna, die er vor allem für ihre Stimme liebt. Aber er hätte niemals den Mut, sie anzusprechen. Auch schon als sie ihn an seinem ersten Schultag herumgeführt hatte, bemerkte er anhand ihrer Stimme, dass sie etwas ganz besonderes war. Sie wiederum dachte genau das Gegenteil, sie hielt sich für gewöhnlich. Allerdings mag auch sie Tobias unglaublich gerne und würde ihm gerne sagen, wie sehr sie ihn ins Herz geschlossen hat. Doch ob sie das tut, das lasse ich hierbei mal so offen stehen. Die Intensität der Gefühle von den beiden Charakteren hat mir aber sehr gut gefallen. Von mir aus könnte Carina Bartsch hier auch einen eigenen Roman rausbringen. Blindheit ist ja an sich auch ein sehr sensibles Thema, wie jede Form der Behinderung eigentlich, auch wenn sie auch ihre kleinen Lichtblicke haben, wenn das auch viele oftmals nicht erkennen.

„Kein greifbarer Gegner“
Jan steht an der Küste und lässt seinen Gedanken freien Lauf. Er war überglücklich, seine Frau Sonja kennengelernt zu haben, doch dann befiel sie der Krebs. Jetzt kämpfen beide darum, ihr Leben aufrecht zu erhalten. Doch Sonja erachtet ihr Leben nicht mehr als lebenswert und wünscht sich, in einem glücklichen Moment zu sterben, statt darauf auf den Tod zu warten und immer mehr Schmerzen zu haben. Wir Jan ihr diesen Wunsch erfüllen können?
Diese Geschichte ist praktisch gesehen nichts absolut Neues, dafür immer wieder ergreifend, denn gerade auch was das Alter betrifft, sind es ja oft die Kinder, die dann über das Leben ihrer Eltern entscheiden. Das ist zwar jetzt kurz abgebogen und befasst sich nicht mit dem Inhalt dieser Geschichte, doch ich wollte es nur mal so erwähnt haben. Über ein anderes Leben zu entscheiden, wie Jan es hier über das seiner Freundin muss, ist nicht leicht, um nicht zu sagen, gar unmöglich. Wie gesagt, ein spannendes Thema, über das man ewig weiter philosophieren könnte.

„Die vergessenen Kinder von Brooklyn“
Die letzte Geschichte handelt, wie es der Name schon verrät, von Straßenkindern in Brooklyn. Joel lebt schon seit zwei Jahren auf der Straße und hat sich dem harten Leben angepasst. Cathy stammt aus gutem Elternhause, ist aber von zu Hause abgehauen und schließt sich plötzlich Joels Gruppe an. Schnell gewöhnt sie sich an die neuen Umstände, und die beiden verschiedenen Persönlichkeiten kommen sich näher. Als Joel ein Gesucht-Bild von Cathy sieht, muss er sich entscheiden, ob er das Beste für sie oder sich selber will.
Auch diese Geschichte ist wieder sehr intensiviert und gefühlvoll, wenn nicht sogar die emotionalste, da ich doch sehr mit allen Charakteren mitgelitten habe. Von Sherly üder Nate, zu Luis bis Cathy und Joel. Sie alle waren eigenständige Personen, die ihre eigenen Geschichten hatten, auch wenn einige von ihnen nur angekratzt waren. Daher würde es mich bei dieser Geschichte auch interessieren, wie diese ganze Geschichte in einem ganzen Roman aussehen würde, wie es sich die Autorin selbst hätte vorstellen können.
Das einfache Überleben mit dem absoluten Minimum zu realisieren, ist gerade dadurch so erschreckend, dass in der heutigen Zeit es eigentlich mehr Armut gibt, die wir auf den ersten Blick gar nicht so wahrnehmen.

„Jeder Mensch hat ein Recht auf Wahrheit.“ [..] „Aber manchmal ist eine Lüge besser als die Wahrheit.“ […] „Die Wahrheit mag wehtun. Wehr weh sogar. Aber eine Lüge vergiftet.“

Fazit: Da mir diese Kurzgeschichten sehr gefallen haben und der ausschlaggebende Punkt dafür sind, dass ich mehr von Carina Bartsch lesen möchte, gebe ich ihnen als Gesamtwerk 5 Sterne. Alleine der Schreibstil macht ihre Geschichten schon einzigartig, denn dieser ist von so vielen Gefühlen gespickt, das ich selbst überrascht war. Augenscheinlich ist mir diese Frau – diese Autorin – wahnsinnig sympathisch.

Veröffentlicht am 12.10.2017

Stärke und Macht!

Goldener Käfig
0 0

„Ich bin Mare Barrow. Nicht Marina. Nicht die Blitzwerferin. Mare Barrow.“

Achtung, dritter Band einer Reihe! Eventuelle Spoiler könnten daher hier vorhanden sein.

Zum Cover: Wie schon die anderen beiden ...

„Ich bin Mare Barrow. Nicht Marina. Nicht die Blitzwerferin. Mare Barrow.“

Achtung, dritter Band einer Reihe! Eventuelle Spoiler könnten daher hier vorhanden sein.

Zum Cover: Wie schon die anderen beiden Einbände ziert auch den dritten Band wieder dasselbe Mädchen bzw. die Frau, die Mare doch so ganz gut darstellt. Im Vordergrund steht nun jedoch ein goldener Käfig und daneben noch große, goldene Schnörkel, die das gleiche erzeugen sollen. Das passt zum Titel des Buches, der tatsächlich „Goldener Käfig“ lautet, doch absolut perfekt. An sich sieht es bestimmt auch schön aus, aber ich glaube, richtige Blickfänger sind die Cover der kompletten dann wiederum doch nicht.

Zum Inhalt: „Rot. Verwundet. Aber lebendig.“ ~ In der Welt, in der Mare Barrow lebt, wird alles von der Farbe des Blutes bestimmt: Es gibt Menschen mit rotem und solche mit silbernem Blut. Mares Familie gehört zu dem niederen Volk der Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen – denn die besitzen übernatürliche Kräfte, auf die sich ihre Herrschaft gründet. Als Mare jedoch entdeckt, dass sie trotz ihres roten Blutes silberne Fähigkeiten besitzt, beginnt ein neues Leben voller Gefahren, Intrigen und Revolution. Im dritten Teil von der „Die Farben des Blutes“-Reihe kehrt Mare, die Rote mit den besonderen Silber-Fähigkeiten, an den königlichen Hof zurück. Doch dieses Mal nicht als falsche Prinzessin, sondern als Gefangene des Königs: Um ihre Gefährten vor dem Tod zu retten, hat sie sich ihrem schlimmsten Feind – und einstigen Freund – ergeben: Cals jüngeren Bruder, Maven. Und erwartet nun ein schreckliches Schicksal an seiner Seite. Aber natürlich setzen Prinz Cal und die Rebellen der Scharlachroten Garde alles daran, um die Blitzwerferin zu befreien. Denn nur mit ihr gibt es im Kampf um die Freiheit eine Chance. Ob ihnen das gelingt, und wie es dann weitergeht, das muss man in diesem Band selbst herausfinden! Eines steht jedoch fest: Zu einem Ende dieser Geschichte kommt es in diesem Band nicht.

Meine Meinung: Mit ihrer unverwechselbar rauen Stimme hat Britta Steffenhagen mich aber wieder in eine Welt voller Gefahren entführen können. Laut meinem Gehör könnte es sogar sein, dass diesmal noch zwei weitere Sprecherinnen vorgelesen haben, oder die gute Britta Steffenhagen kann einfach ihre Stimme wahnsinnig gut verstellen. Wenn letzteres zutrifft, ist das noch ein Pluspunkt, weshalb ich die Hörbücher absolut fantastisch finde.
Ansonsten möchte ich an sich nicht viel mehr zur Geschichte sagen, da es eben ein dritter Band ist, aber der Verlauf der Geschichte hat mir an sich schon immer noch ziemlich gut gefallen, auch wenn mich das Ende doch sehr überrascht hat, denn ich hätte wirklich vermutet, dass es bloß eine Trilogie wird, nun wird es aber zumindest ein Vierteiler, oder sogar mehr. Weiß man´s?
Jedenfalls haben mir die Charaktere und ihre Geschichten, die miteinander verwoben sind, wieder sehr gut gefallen. Mare ist mir zwar immer noch nicht wieder so sympathisch wie am Anfang, dafür mag ich nun Cameron, eine Neublüterin, umso mehr. Natürlich sind Julien und Sarah immer noch mein Lieblingspärchen aus dieser Reihe, gleich nach Farley und Shade. Bei letzteren fand ich es irgendwie schön zu sehen, dass Farley nicht an Shades Tod zerbrochen ist, und dass Sarah nun ein unglaublich tolles Geschenk bekommt, mit dem sie ihrem Schicksal wieder entgehen konnte, hat mich wirklich sehr gefreut.
Cal und Maven werden dagegen immer rätselhafter, und ich bin gespannt, wer letztendlich dann wirklich auf dem Thron sitzen wird. Evangelina Samos hat ja in diesem Teil auch ihren ganz eigenen Part bekommen, obwohl ich ihre Gedankengänge fast ein bisschen zu flach und klischeehaft fand, dafür, dass sie davor eigentlich sogar ein echt interessanter Charakter gewesen ist.
Dann kommt jedoch noch eine Art Prinzessin hinzu, die sozusagen Mavens neue Verlobte werden wird. Wer das sein wird, verrate ich hierbei mal lieber nicht. (Und das nicht nur, weil mir ihr Name gerade partout nicht einfallen will…). Spannend wird es mit ihr aber, das kann ich versichern, denn sie ist nicht die, die sie zu sein vorgibt. Das hat wieder die altbekannte Spannung reingebracht, die man schon vom Ende der „roten Königin“ kannte.
Mich hat aber auch wieder diese Szenerie von alter Monarchie und entfernter Zukunft in einen Sog gezogen, dass ich nicht anders konnte, als das Hörbuch durchlaufen zu lassen. Nur sehr wiederwillig, wenn ich wirklich einmal Pause machen musste, habe ich das Hören unterbrochen.

Fazit: Alles in einem ist „Goldener Käfig“ von Victoria Aveyard für mich so gut wie ihre Vorgänger, wenn nicht sogar von der Leistung der Sprecherin noch etwas besser. Britta Steffenhagen macht ihren Job hier auf jeden Fall wirklich fantastisch. Deshalb bekommt auch der dritte Teil von „die Farben des Blutes“ von mir 5 Sterne, und mehr muss ich, denke ich, gar nicht mehr sagen.