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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2019

Absolut einzigartig!

Der Report der Magd
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Diese Geschichte ist so einzigartig und faszinierend, für sich alleine stehend ohne sich an einer anderen Dystopie so richtig zu orientieren. Und letztlich ist man am Ende der Geschichte genauso schlau, ...

Diese Geschichte ist so einzigartig und faszinierend, für sich alleine stehend ohne sich an einer anderen Dystopie so richtig zu orientieren. Und letztlich ist man am Ende der Geschichte genauso schlau, wie man am Anfang war. Wirklich erstaunlich und absolut besonders!
Jetzt hat mich die Graphic Novel doch glatt total inspiriert, den eigentlichen Roman auch noch zu lesen und auch die Serie endlich einmal komplett sehen zu wollen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2019

Ein tierischer Neuanfang

Peety
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„Egal wie nah wir uns jemandem fühlen, egal wie viel diese Person uns bedeutet, manchmal können wir nicht wissen, was sie wirklich denkt oder fühlt oder was in ihrem Inneren vorgeht. Jeder ist auf seiner ...

„Egal wie nah wir uns jemandem fühlen, egal wie viel diese Person uns bedeutet, manchmal können wir nicht wissen, was sie wirklich denkt oder fühlt oder was in ihrem Inneren vorgeht. Jeder ist auf seiner eigenen Reise. Jeder hat seine eigene Uhr, die für ihn tickt, und jeder sieht die Dinge aus seiner eigenen Perspektive. Und manchmal macht es das unmöglich für uns zu verstehen, wo unser Platz in dieser Welt ist.“

Zum Cover: Dieses wurde mithilfe eines Fotos von Peety persönlich erstellt und ich finde die generelle Qualität sieht unglaublich hochwertig aus. Ganz ehrlich Peety sieht auch einfach zu süß aus, um ihm wiederstehen zu können, daher kann ich nur sagen, dass das Cover mich in diesem Sinne sehr angesprochen hat. Der Untertitel „Zwei dicke Freunde spazieren durchs Leben“ hört sich doch ebenfalls sehr charmant an, auch wenn hinter diesem Satz eindeutig viel mehr in der Geschichte steckt als dieser Satz auch nur ansatzweise beschreiben könnte.

Zum Inhalt: Eric ist schwer übergewichtig, leidet unter Depressionen und anderen gesundheitlichen Einschränkungen. Nachdem ihm zusätzlich Typ-2-Diabetes diagnostiziert wird, hat seine neue Ärztin, Dr. Preety, eine Überraschung parat: Sie schickt Eric ins Tierheim. Der ebenfalls übergewichtige Hund Peety ist Eric auf den ersten Blick sympathisch, und die beiden begeben sich gemeinsam auf eine unglaubliche Reise, die ihr Leben für immer verändern wird. Dank ihrer Spaziergänge findet Eric neue Zuversicht und verliert sagenhafte 75 Kilogramm! Er heilt seine Diabetes und kann sämtliche Medikamente absetzen. Auch Peety verliert über zehn Kilo. Als das Dreamteam mit neu gefundenem Selbstvertrauen eine ehemalige Schulfreundin von Eric trifft, wird für ihn sogar der Traum von der großen Liebe wahr. Doch wie jede Geschichte hat auch diese ihr bittersüßes Ende. ~
„Glauben Sie an sich selbst, Eric. Manchmal entspricht das Bild, das wir von uns selbst haben, nicht der Art und Weise, wie der Rest der Welt uns sieht. Vielleicht brauchen Sie eine Weile, um sich selbst so zu sehen, wie Sie sind, aber Sie haben sich in vielerlei Hinsicht verändert.“

Meine Meinung: Ich finde, dass diese Geschichte, die Eric in diesem Buch erzählt und selbst erlebt hat, denn es war und ist sein Leben, das er hier mit uns teilt, äußerst beeindruckend und faszinierend, und vielleicht auch ein wenig vor den Kopf stoßend, wenn man bedenkt, dass er sehr für das Leben als Veganer ausspricht, das er sich selbst noch vor ein paar Jahren niemals hätte vorstellen können. Damit ist dieses Buch top aktuell und gleichzeitig zeitlos, da die Geschichte um einen Hund, der ein neues Zuhause findet, wie ich finde, immer etwas sehr klassisches und schönes ist. Etwas, dass nicht viel abverlangt; dass ohne große Ausschmückungen auskommt. Denn ein Hund – oder allgemein ein Tier – gibt dir nur so viel, wie du ihm schenkst. Drum sollte man sich nie ein Tier anschaffen, wenn man sich seiner Sache nicht zu Hundertprozent sicher ist, dass man eines umsorgen kann. Ist ähnlich wie mit einem Kind oder einem Partner, weil man mit dem Tier eine innere, tiefe Bindung eingeht.
Glücklicherweise ist Eric dies bewusst, weshalb er zuerst hadert, als ihm Dr. Preety die Empfehlung gibt, einen Hund zu adoptieren, doch schließlich entscheidet er sich dafür und das war die beste Entscheidung seines Lebens. Zusammen mit Peety erlebt er sein Leben neu und verändert sich auf positive Weise in jemanden, an den er lange Zeit nicht geglaubt hat, dass er in ihm existiert. Und das ist ein Neuanfang, der besonderen Art. In gewisser Weise beginnt für Eric ein neues Leben, genau wie es für Peety beginnt.
Dass der Veganismus in diesem Buch eine große Rolle spielt, finde ich hierbei sehr interessant, überrascht mich in diesem Sinne jedoch nicht, da es Eric letztlich darum geht abzunehmen und mit veganer Schonkost geht das nun einmal mit am besten, auch wenn er sie tatsächlich anders nennt. Doch zum Ende hin bleibt er schließlich dabei, deshalb versucht er im Laufe des Buches auch immer wieder seine neugewonnenen Lebensweisheiten mit anderen zu teilen, was ihm erst schwerfällt, weil er Angst hat, sich zu öffnen, aber letztendlich möchte er seine Erfahrungen und neuen Interessen mit der Welt teilen und so ist auch dieses Buch entstanden, aus dem man zugegeben noch etwas mehr rausholen hätte können als eine einfache Weise der Biographie, beispielweise mit veganen Rezepte zum Nachkochen. Doch wie Eric es gelöst hat, ist es ebenfalls ein gelungenes Werk und eine Hommage an Tierliebe und den Willen, etwas zu schaffen, wenn man es sich nur genug wünscht und den Willen hat, es umzusetzen. Dazu gehört viel Mut und Selbstvertrauen, was man sich beides erarbeiten muss, hat man es erst verloren. Eric ist dies gelungen und mit diesem Buch macht er uns Hoffnung, dass wir ebenfalls das erreichen können, was wir möchten. Vielleicht habe ich dich ja bereits inspiriert, in dieses Buch hineinzulesen?

Fazit: Fakt ist, dass dieses Buch wahnsinnig inspirierend ist, denn Eric ist eine bewundernswerte Persönlichkeit und auch wenn ich seine persönliche Situation und seine Abnehmgeschichte nicht direkt nachvollziehen kann, kann ich doch seine emotionale Beziehung nachempfinden, die er zu Peety aufgebaut hat. Ein Hund sagt mit einem Blick mehr als tausend Worte und liebt dich bedingungslos. Denn wenn du gut zu ihm bist, ist er gut zu dir. Das ist die Devise des Zusammenlebens.
Da dieses Buch nach einer wahren Geschichte erzählt wird, muss ich zugeben, wusste ich anfangs nicht, wie sie bewerten soll, aber letztlich hätte es sich falsch angefühlt, dem Buch keine 5 Sterne zu geben. Ich weiß zwar, dass es kein Herzensbuch von mir werden wird, doch es ist ein Buch, das mich allemal sehr berührt hat, weil es so aus dem Leben gegriffen wurde – was es ja auch ist –, und ich habe es einfach sehr genossen Peety und Eric auf ihrer gemeinsamen Reise zu begleiten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.11.2019

Interessante Geschichte, interessante Umsetzung ~

Furien-Trilogie – Im Herzen die Rache
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Zum Cover: Dazu kann ich nur sagen, dass ich die Art der Gestaltung wahnsinnig ästhetisch finde. Das Model wirkt wie in einer alten Fotografie eines rumreichen Künstlers, auch wenn die Geschichte mit ...

Zum Cover: Dazu kann ich nur sagen, dass ich die Art der Gestaltung wahnsinnig ästhetisch finde. Das Model wirkt wie in einer alten Fotografie eines rumreichen Künstlers, auch wenn die Geschichte mit dieser Art von Wirkung so gar nichts zu tun hat und demnach auch nicht mit dem Cover mithalten kann. Dennoch muss ich sagen, dass das deutsche Cover hierbei dem englischen echt voraus ist. Wenn ich nur das englische Cover gesehen hätte, hätte ich das Buch erst gar nicht in die Hand genommen. Wäre vielleicht besser gewesen, aber naja?

Zum Inhalt: Es ist Winter in Ascension, einer Kleinstadt in Maine. Die Seen sind zu Eis erstarrt, der makellose Schnee fällt in dicken Flocken vom Himmel. Aber der friedliche Schein trügt – denn in Ascension haben Fehler tödliche Folgen. Drei geheimnisvolle Mädchen sind in die Stadt gekommen, um darüber zu urteilen, wer für seine Taten büßen muss. Und die Wahl ist auf Em und Chase gefallen. ~
Emily ist glücklich. Zach, in den sie seit Monaten verliebt ist, zeigt endlich Zuneigung zu ihr. Doch Em weiß: Wenn sie etwas mit ihm anfängt, gibt es kein Zurück mehr. Denn Zach ist bereits mit Gabby zusammen – Ems bester Freundin.
Chase hat nicht nur Probleme zu Hause, auch seine Freunde lassen ihn links liegen. Aber es ist etwas anderes, was ihm den Schlaf raubt. Chase hat etwas unfassbar Grausames getan. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es ans Licht kommen wird.

Meine Meinung: Abgesehen einmal davon, dass ich kaum eine Sympathieperson in diesem Buch gefunden habe, finde ich die Geschichte rund um das Buch nicht schlecht. Es hat durchaus seinen Reiz und seine Spannung gehabt, auch wenn mich diese nicht sonderlich von sich überzeugen konnte, könnte ich mir vorstellen, dass das Buch durchaus seine Fans hat, nur eben nicht mich.
An sich ist diese Geschichte ein typisches High-School-Teeny-Drama und wenn man so etwas mag, wird man der Geschichte auch etwas abgewinnen können. Es ist nicht sehr ausschweifend erzählt und dennoch durchlebt man jeden Tag mit Chase und Em. Einmal eben die Sicht aus der reichen Welt und einmal aus der eher armen Bevölkerung, was definitiv das Interesse in mir geweckt hat, auch wenn das nicht lange blieb. Ich hatte tatsächlich etwas emotionale und sentimentale Geschichte alá „Life is Strange“ erwartet. Ein Fehler, wie ich nur zu sehr anmerke. Das Kleinstadtgefüge war schön mitzuerleben und hatte seinen Flair und Ästhetik, doch so richtiges Interesse für die Geschichte, die Charaktere oder die Handlung, in der es vor allem um einen Selbstmordfall ging, blieben für mich bis über die Hälfte des Buches eher zäh beschrieben. Womit ich zum Besten des Buches komme: Das Ende. Dieses hat nochmal den Kick rausgerissen und mir gezeigt: „Hey, vielleicht hat die Autorin ja doch eine interessante Geschichte geschaffen?“ – Und auch wenn diese nicht für mich ist und ich die Reihe, zumindest in nächster Zeit nicht weiterverfolgen werde, bereue ich es nicht den ersten Band der Furien-Trilogie gelesen zu haben. Muss man halt wirklich mögen und für sich ausprobieren, etwas anderes kann ich nun nicht mehr groß sagen.

Fazit: Ihr seht also, ich bin zwiegespalten, was dieses Buch angeht. Zum einen mochte ich die Atmosphäre und das ästhetische in der Geschichte. Zum anderen versprach die Handlung für mich nichts, dass mich so richtig unterhielt. Das ist schade, denn ich hätte dem Buch wirklich gerne mehr Aufmerksamkeit gegönnt. So sage ich schließlich aber nur, dass man es nicht gelesen haben muss, es einen aber nicht umbringt, wenn man es trotzdem tut. Deshalb 2,5 Sterne von mir daher für „Im Herzen die Rache“ von Elizabeth Miles.

Veröffentlicht am 05.11.2019

Spannung bis zur letzten Seite!

One Exit - Verloren im Untergrund
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Zum Cover & den Illustrationen: Ich bin ja ein absoluter Fan von gezeichneten Covern, und wenn der Autor diese dann auch noch selbst macht, schlägt mein Herz sowieso höher. Ich finde, da bekommt die Geschichte ...

Zum Cover & den Illustrationen: Ich bin ja ein absoluter Fan von gezeichneten Covern, und wenn der Autor diese dann auch noch selbst macht, schlägt mein Herz sowieso höher. Ich finde, da bekommt die Geschichte nochmal ein Stück mehr Originalität und Einzigartigkeit, weil man sich die Charaktere, die Örtlichkeiten oder alleine die Stimmung gleich noch viel besser vorstellen kann, sowie der Autor seine Geschichte eben geschaffen hat.

Zum Inhalt: Ein entgleister, brennender Zug. Irgendwo im Londoner Tunnelsystem. Zusammen mit acht anderen Jungen (Isaac, Ed, Joshua, Zakir, Aziz, Karim, Fritz und Lucas) kommt der 15-jährige Fabiu verwirrt zu Bewusstsein. Die Jungen kennen sich nicht und haben keinerlei Gemeinsamkeiten, bis auf eine Information: Sie alle sind Teil der Evakuierungsmaßnahme SEED, in der die britische Regierung Kinder und Jugendliche im Untergrund vor dem großen Krieg in Sicherheit bringt, um sie dort vor den atomaren Folgen des Dritten Weltkrieges zu schützen. Die Plätze – limitiert und nur für die Reichen und Mächtigen reserviert. Umso mehr verwundert es Fabiu, einen verwaisten rumänischen Jungen, sich selbst inmitten dieser Operation wiederzufinden. Als sich der Tunnel immer mehr mit Rauch füllt, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Verzweifelt suchen die dort gefangenen Jungen nach Antworten. Warum und von wem wurden sie wirklich hergebracht – und wie kommen sie hier wieder lebend raus? Sie kann nur noch eins retten: ein Ausweg!

Meine Meinung: Ich muss wirklich zugeben, ich bin positiv sehr überrascht. Mit „One Exit“ hat Marik Roeder oder auch darkvictory eine super spannende und actionreiche Dystopie geschrieben. Ich habe mich von vorne bis hinten ziemlich gut unterhalten gefühlt, obwohl es durchaus Längen gab, doch diese wurden gut ausgefüllt, mit dem Beziehungsausbau der 9 Jungen oder mit der Entwicklung dieser. Auch Intrigen wurden hierbei geschmiedet und ich muss sagen, ich wusste nicht einmal am Ende, als alles aufgelöst wurde, wo mir der Kopf stand. Malik hat es geschafft, mich rundherum zu verwirren und gleichzeitig neugierig auf mehr zu machen. Vor allem seine Ansichten zu aktuellen Themen, wie Klimaschutz, Überbevölkerung und Politik fand ich sehr interessant und lehrreich. Dabei wurde er mir auf Anhieb sehr sympathisch. Auch seine Charaktere, aber eben auch er selbst als Person, Autor und Illustrator. Ich bin neugierig auf mehr von ihm, denn die Geschichte von „One Exit“ könnte in der Tat weitergehen. Sie könnte auch offen enden, aber ich glaube tatsächlich, er hat sich diese Entscheidung offen gelassen, falls ihm eventuell doch eine passende Idee für einen Folgeband kommt. Wenn dies passieren sollte, bin ich definitiv ganz vorne mit dabei.
Zur Geschichte rund um „One Exit“ kann und möchte ich gar nicht viel sagen, weil ich denke, dass jeder diese für sich selbst lesen und erleben sollte. Sie ist eine Dystopie und mit ihren Illustrationen auf jeden Fall einzigartig, auch wenn die Handlung so ein wenig etwas von Maze Runner hatte, finde ich kann man nicht sagen, dass Malik abgeschrieben hat, denn seine Charaktere sind keine Kopie und doch ziemlich aus dem Leben gegriffen und ebenso auch die Handlung um „One Exit“. Trotzdem finde ich es sehr gut, dass das Buch erst ab 14 Jahren freigegeben wird, denn es ist äußerst brutal und radikal, was mich selbst an einigen Stellen schwer schlucken ließ. Dennoch, finde ich, ist es ein Buch, das man getrost an Jungen und Mädchen geben kann, die damit klar kommen. Auch durch die Jugendsprache bzw. der Jugendslang, macht es einen sehr einfach, in die Geschichte zu kommen und drin zu bleiben. Es ist eben kein Meisterwerk an Klassik und Kultur, aber eine Kunst, die man wahrlich als neue Art des Erzählens eines Jugendbuchs benutzen kann. Mir hat es unglaublich gut gefallen, weshalb meine Erwartungen sogar noch übertroffen wurden. Das Ende dieses Buches lässt es auch gar nicht anders zu.

Fazit: Für mich hat Malik Roeder alias darkvictory mit „One Exit – Verloren im Untergrund“ wirklich ein sehr tolles und spannendes Buch geschrieben, das sogar zum Nachdenken anregt. Es ist definitiv ein Buch, das in Erinnerung bleibt und durchaus Highlight-Potential besitzt. Ein Debüt, das 2019 zu den Werken zählte, die mich am meisten überrascht und überzeugt haben. Deshalb bekommt es von mir auch seine wohl verdienten 4,5 Sterne.
Ich wurde auf alle Fälle sehr neugierig auf darkvictory als Person gemacht, den ich bis dato nur von seiner „Frozen“-Parodie (die Eiskönigin) kannte, in der er den Film kritisierte als auch feierte. Da werde ich mir doch glatt nun mehr seiner Videos mal genauer anschauen. Zu was ein Buch ein Buch doch manchmal fähig ist? (;

Veröffentlicht am 02.11.2019

Keine großen Gefühle, aber die kleinen sind da!

Unendlich mal unendlich mal mehr
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Zum Cover: An sich ist es nichts wirklich Besonderes. Eine Zeichnung von einem Mädchen, das im Badeanzug mit roter Taucherbrille am Beckenrand in einer Schwimmhalle steht. Und doch hat mich dieses Cover ...

Zum Cover: An sich ist es nichts wirklich Besonderes. Eine Zeichnung von einem Mädchen, das im Badeanzug mit roter Taucherbrille am Beckenrand in einer Schwimmhalle steht. Und doch hat mich dieses Cover alleine irgendwie neugierig gemacht. Es wirkte eben anders und das trifft auf das Buch definitiv zu. Vor allem aber passt das deutsche Cover so gut zur Geschichte, denn alles darauf hat seine Bedeutung. Ich finde es jedoch gerade schön, dass nur eine begrenzte Anzahl an Farben genommen wurde. Das strahlt noch intensiver aus, was dieses Buch aussagen möchte.

Zum Inhalt: Petra liebt gerade Zahlen, denn die lassen sich teilen, ohne sie kaputt zu machen. Sie mag Fußball, ihren Kumpel Chris, dem sie hilft, seine Worte zu finden, und ihre beste Freundin Melika, der sie hilft, ihren verschollenen, flüchtigen Bruder zu finden. Was sie gar nicht mag, ist Wasser: dieses unkontrollierbare Etwas, das sich in alle möglichen Richtungen bewegt. Doch dann lernt sie Thomas kennen, den Propellerjungen aus dem Schwimmbad. Ihm zuliebe wagt sie sich sogar mit dem Kopf unter Wasser – und plötzlich ergibt alles einen Sinn. Auch dass es ok ist, sich selbst Hilfe zu holen, statt sie immer nur zu geben.

Meine Meinung: In diesem Buch wird unter anderem das Thema Zwangsstörung und magisches Denken behandelt, unter welchen Diagnosen Petra behandelt wird. Dennoch ist sie sich nicht bewusst, „krank“ zu sein, was für den Betroffenen schließlich auch normal ist, denn dieser ist sich oft nie bewusst, dass er leidet, erst wenn ihn seine „Krankheit“ einschränkt, kommt es zur Erkenntnis. Diese kommt Petra an sich auch, wenn auch sehr langsam, was ich gut finde, denn das macht diese Geschichte umso realistischer. Wobei ich auch gut finde, dass andere Dinge Erwähnung finden, wie zum Beispiel das Stottern oder die Flüchtlichsproblematik. Das macht dieses Buch gleich noch ein Stück aktueller, wenn man bedenkt, dass das Buch im Jahre 2016 in Norwegen und 2018 dann bei uns in Deutschland erschien. Obwohl der Schreibstil im Deutschen nicht ganz meins war, weil er sehr gestelzt wirkte. Dadurch kamen eben nicht im Vollen die tiefen Emotionen auf. Da ich jedoch kein norwegisch beherrsche, muss ich damit wohl leben. Im Groben hat mir die Geschichte jedoch sehr gut gefallen, da sie in sich schlüssig war und ein ganzes Jahr umfasst hat, weshalb man es sogar in der Weihnachtszeit als auch im Sommerurlaub lesen kann.

Fazit: Was die Bewertung angeht, bin ich zwiegespalten, denn ich bin mir im Klaren, dass dieses Buch für mich kein 5-Sterne-Buch ist, dennoch muss ich zugeben, hat es mich nicht kalt gelassen und durchaus mitgenommen. Petras Geschichte kann einem tatsächlich sehr nahe gehen, auch wenn der Schreibstill nicht unbedingt dazu einlädt, ist es doch das, was zwischen den Zeilen steht, dass den besonderen Charme austeilt, der sich in dieser Geschichte versteckt. Daher gebe ich „Unendlich mal unendlich mal mehr“ von Ingrid O. Volden sehr gute 4,25 Sterne. An sich auf jeden Fall ein gutes Debüt der Autorin.