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Veröffentlicht am 14.03.2017

Fantastischer Gruselspaß!

Spiegel des Bösen
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„Jetzt sah Sophie es vor sich aus dem Nebel aufragen. Das berühmte und legendäre Grandhotel Rabelfels. Nun, zumindest, wenn sie ihrem Vater so zuhörte. Für sie war das ein Hotel, das zwanghaft versucht ...

„Jetzt sah Sophie es vor sich aus dem Nebel aufragen. Das berühmte und legendäre Grandhotel Rabelfels. Nun, zumindest, wenn sie ihrem Vater so zuhörte. Für sie war das ein Hotel, das zwanghaft versucht hatte, sich an der abgelegensten und ödesten, möglicherweise auch kältesten Stelle des Universums niederzulassen – und erfolgreich gewesen war.“ (S. 10)


Inhalt
Sophie fährt mit ihren Eltern in das „Grandhotel Rabenfels“. Ihr Vater möchte das sagenumwobene Hotel kennenlernen, denn er ist Schriftsteller und sehr angetan von dem Gebäude, also nimmt er seine Frau und seine Tochter mit. Dass Sophie von dieser Idee gar nicht begeistert ist, darum macht sie keinen Hehl. Viel lieber wäre sie in New York, doch stattdessen muss sie in einem runtergekommenen Hotel übernachten, das so gar nicht nach Urlaub aussieht und in dem es von seltsamen Gestalten nur so wimmelt. Als sie dann schließlich von nächtlichen Alpträumen geplagt wird und am morgen verängstigt und allein aufwacht und feststellen muss, dass nichts mehr so ist wie am Vortag, merkt Sophie, dass das Hotel ein ganz eigenes Leben hat – ein sehr grauenvolles und mysteriöses Eigenleben, dessen Geheimnis es zu lüften gilt. Zum Glück lernt sie Max kennen, mit dem sie ihr wohl bisher größtes Abenteuer bestreitet. Doch auch er benimmt sich manchmal etwas ungewöhnlich …

Meinung
Die Idee des „verspukten“ Hotels ist nicht neu. Allerdings ist hier die Umsetzung unwahrscheinlich gut gelungen und mit durchweg interessanten Charakteren durchzogen. Die Aufmachung ist wunderschön, ich liebe vor allem die illustrierten Kapitelseiten und das Cover, das wirklich gut zum Inhalt passt.
Sophie ist eine unglaublich mutige, starke Protagonistin und ich hatte große Freude, sie kennenzulernen. Sie ist ein sehr reifes Mädchen, ohne dass ihr Handeln mit ihrem jungen Alter kollidiert, wie es leider bei vielen Jugendbüchern der Fall ist. Dennoch hat sie die typischen Denkweisen einer Jugendlichen, streitet sich hin und wieder mit ihren Eltern und fühlt sich alleingelassen, hat Liebeskummer und zweifelt manchmal an sich selbst. Schnell überzeugt Sophie aber mit ihrem Mut und ihren guten Ideen und Einfällen und ein rasantes Abenteuer beginnt.
Auch die anderen Charaktere, über die ich an dieser Stelle aus „Spoilergründen“ gar nicht so viele Worte verlieren will, weil ich der Meinung bin, dass man sie einfach selbst kennenlernen muss, sind gut durchdacht und manche auch etwas eigensinnig, also eine sehr bunte, kreative Mischung, die es sich getrost zu untersuchen lohnt und die alle ihre ganz eigenen Geheimnisse mit sich herumtragen.
Björn Springorum erschafft in seinem Roman viele interessante und sehr gruselige Orte, die einem beim Lesen an vielen Stellen Gänsehaut über den Rücken jagen. Stück für Stück wird man in das Geheimnis des Grandhotel Rabenfels eingeweiht und es kommen mysteriöse Geschehnisse ans Tageslicht. Schnell fängt man beim Lesen an, die bekannten Puzzleteile zusammenzusetzen und mit Sophie und Max zu rätseln.
Der Autor schreibt sehr humorvoll und bildlich, an vielen Stellen musste ich lachen oder habe vor Erstaunen meine Augenbrauen in die Höhe gezogen. Der Gruselfaktor kommt nicht zu kurz, obwohl ich anfangs skeptisch war, wie gut der Schrecken des Hotels in diesem Buch umgesetzt ist. Ich bin hellauf begeistert über diesen Schatz in meinem Bücherregal.

Fazit
Ein Buch, in dem man gleicherweise in der Handlung gefangen ist, wie Sophie im Hotel. Sehr lesenswertes Abenteuer für jedermann – solange man sich mit ein bisschen Grusel anfreunden kann!

Veröffentlicht am 09.03.2017

Schockierender Thriller mit kleinen Schwächen

Final Cut
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Inhalt

Clara Vidalis, Hauptkommissarin der Pathopsychologie in Berlin, wird von einem Killer, der mithilfe des Internets seine grausamen Taten plant und durchführt, zu einem schaurigen Spiel gezwungen. ...

Inhalt

Clara Vidalis, Hauptkommissarin der Pathopsychologie in Berlin, wird von einem Killer, der mithilfe des Internets seine grausamen Taten plant und durchführt, zu einem schaurigen Spiel gezwungen. Der „Namenlose“ agiert unglaublich intelligent und geschickt, führt das Team rund um die Kommissarin immer wieder hinters Licht und wirft gleichzeitig die Frage auf, was mithilfe von sozialen Netzwerken und ein bisschen technischem Know-How alles möglich sein kann. Ist es überhaupt möglich, diesem Killer das Handwerk zu legen? Wird er es schaffen, auch andere Medien zu seinen Zwecken zu nutzen? Und was hat Clara Vidalis‘ Vergangenheit mit den grausamen Morden in Berlin zu tun?


Meinung

Das Buch war ein echter „Cover-Kauf“! Das Deckblatt überzeugt absolut, außerdem macht der Klappentext sofort neugierig. Ich finde das Thema rund um die Möglichkeiten des Internets unglaublich spannend. Es ist ein Bereich, der jeden von uns betrifft. Sind wir nicht alle in sozialen Netzwerken unterwegs, posten Bilder, schreiben, was wir gerade tun? Genau das macht sich der „Namenlose“ hier zunutze und wie genau er das tut wird von Veit Etzold hervorragend beschrieben. Der Autor hat mit genauen Erklärungen rund um das Medium Internet punkten können.
Etzold schreibt stilistisch sehr ansprechend und bildlich, an manchen Stellen sehr blutig aber dafür ist es ja auch ein Thriller!

Die Charaktere sind schön ausgeführt, allerdings hatte ich an manchen Stellen meine Probleme mit der Protagonistin Clara Vidalis. Ich wurde nicht recht warm mit ihr, habe zwar mit ihr gelitten und gehofft, hatte aber zeitweise das Gefühl, von ihren Gedanken ausgeschlossen zu werden. Gerade in der Mitte des Buches war das besonders auffällig, mir fehlte ein wenig das Private, die Handlung bestand stellenweise nur aus Dialogen, die zwar interessante Ermittlungsansätze hervorgebracht haben, mir aber ein bisschen zu eintönig wurden.
Dafür überzeugen allerdings die anderen Charaktere, ganz besonders Prof. Dr. Martin Friedrich. Mit seiner Shakespeare-Besessenheit war er mir sofort sympathisch. Und auch den Spitznamen MacDeath fand ich in dem Zusammenhang unglaublich passend und einprägsam.

Die Geschichte hat verschiedene lose Handlungsstränge, die sich irgendwann miteinander verbinden. Ab einem bestimmten Punkt wird allerdings klar, wie der Inhalt zusammenhängt und als Leser wird man schließlich nicht so sehr hinters Licht geführt wie bei anderen Thrillern, was ich aber bei einem spannenden Ende nicht weiter schlimm fand.

Fazit

Ein schockierender Thriller, dessen grausame Handlung genau so hätte passieren können und der immer wieder auch durch seine Gesellschaftskritik überzeugt. Blutig und nichts für schwache Nerven!

Veröffentlicht am 27.02.2017

Ein Roman mit enormer Wucht!

Das Alphabethaus
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Inhalt:
Bryan und James sind seit Kindertagen Freunde. Sie sind zusammen aufgewachsen, haben viel erlebt, viel gelacht, manchmal auch geweint. Dann jedoch stellt das Leben sie vor ihre größte gemeinsame ...

Inhalt:
Bryan und James sind seit Kindertagen Freunde. Sie sind zusammen aufgewachsen, haben viel erlebt, viel gelacht, manchmal auch geweint. Dann jedoch stellt das Leben sie vor ihre größte gemeinsame Herausforderung: Den Krieg, den die beiden Männer als englische Piloten erleben. Während die Nazis Deutschland zur Hölle machen stürzt ihr Flieger ab – auf deutschem Boden. Wie durch ein Wunder überleben die beiden, fliehen vor ihren unmittelbaren Feinden und kommen unter falscher Identität und mit viel Glück im Unglück in einen Lazarettzug, der sie direkt in eine ungewisse Zukunft befördert.

Meinung:
Ein gewaltiger Roman über die Kriegszeit, über unzertrennliche Freundschaft, über Intrigen, Verzweiflung, Hass und dem Streben nach Gerechtigkeit.
Jussi Alder-Olsen hat hier wirklich ein Meisterwerk erschaffen. Das Buch ist in zwei Teilen verfasst, wobei der erste Teil die Geschehnisse während des Krieges behandelt und der zweite sich um das Leben viele Jahre danach dreht. Psychologisch hervorragend recherchiert und mit tiefen Gedanken wird der Leser mitgenommen in das „Alphabethaus“ im Schwarzwald der Kriegszeit.
Gekonnt wechselt der Autor immer wieder in verschiedene Erzählperspektiven, ohne dass die Geschichte dabei ins Stocken gerät. Vielmehr lernen wir auf diese Weise die Gefühls- und Gedankenwelt der verschiedenen Protagonisten kennen. James und Bryan erleben den Krieg im Lazarett unter geisteskranken Männern, die meisten davon SS-Offiziere mit blutiger Vergangenheit. Doch bei manchen entpuppt sich nicht alles so, wie es scheint …

Die Szenen sind schlüssig erklärt und mit vielen Details durchzogen, die wie durch ein Wunder zu späteren Zeitpunkten wieder an die Oberfläche treten. Immer wieder kommen neue, erschreckende Details ans Tageslicht. Die verschiedensten Charaktere sind sehr bildhaft und individuell dargestellt und machen den Roman zu einem wahren Pageturner. Adler-Olsens Schreibstil ist wirklich sehr ansprechend und angenehm, ein Buch, das sich trotz des schwer lastenden Themas flüssig lesen lässt. Der Roman ist allerdings kein „klassischer Kriegsroman“, wie man vielleicht annehmen könnte. Es handelt sich hier nicht um eine Abfolge von Kriegsereignissen, es rücken vielmehr die Auswirkungen und Nebengeschichten dieser schweren Zeit in den Vordergrund. Ein bisschen Hintergrundwissen ist daher von Vorteil, wenn man das aber nicht hat, dann will man sich wohl spätestens im Anschluss an das Buch besser über diese deutsche Geschichte informieren, die auch heute noch ein so großer Teil von dem ist, was wir sind.

Fazit:
Ein durch und durch gelungener Roman, der auch für diejenigen etwas ist, die sonst vor „Kriegsromanen“ abschrecken. Dieses Buch ist ganz anders, als man es erwartet und durchweg lesenswert. Ein Roman zum Nachdenken, zum Mitfiebern und zum Nicht-mehr-vergessen und vor allem ein Roman über eine ganz große Freundschaft.

Veröffentlicht am 26.02.2017

Sensationell ausgeklügelter Thriller!

Blauer Montag
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Klappentext:

Als der 5-jährige Matthew verschwindet, geht ein Aufschrei durch London. In den Zeitungen erscheint sein Bild – und die Psychotherapeutin Frieda Klein kann es nicht fassen: Matthew gleicht ...

Klappentext:

Als der 5-jährige Matthew verschwindet, geht ein Aufschrei durch London. In den Zeitungen erscheint sein Bild – und die Psychotherapeutin Frieda Klein kann es nicht fassen: Matthew gleicht bis ins Detail dem Wunschkind eines verzweifelten kinderlosen Patienten von ihr. Ist dieser Mann ein brutaler Psychopath? Warum hat sie das als Therapeutin nicht schon vorher bemerkt? Zusammen mit Inspector Karlsson stößt Frieda auf Parallelen zum Verschwinden eines Mädchens vor mehr als zwanzig Jahren. Mit höchst eigenwilligen Mitteln kommt Frieda dem Entführer sehr nahe. Doch es ist ein Wettlauf gegen die Zeit …


Meinung:

Dieses wunderbar gestaltete Buch ist der Auftakt der Reihe um die Psychologin Frida Klein. Die Aufmachung ist sehr gut, das Buch beginnt mit den Geschehnissen vor über 20 Jahren, ehe einem die Protagonistin vorgestellt wird. Ich finde es sehr gut gelungen, dass man als Leser schon an diesem ersten Verschwinden eines Kindes teilnehmen kann, ehe es mit der verknüpften Geschichte in der Gegenwart weitergeht.
Frida Klein agiert als sehr eigensinnige, aber auf irgendeine Art sehr sympathische Frau, die in ihrem beruflichen Alltag als Psychologin sehr erfolgreich ist. Das Autorenduo um Nicci French hat hier eine sehr authentische Arbeit geleistet. Die Sitzungen, die Frida Klein mit ihrem Patienten Alan Dekker führt, sind sehr gut ausgeführt. Der Leser wird in die Gefühle der Psychologin eingeweiht, bekommt ihre Zweifel und Ängste hautnah mit.
Der Versuch, den Fall gemeinsam mit Inspector Karlsson zu lösen, stößt immer wieder auf Reibereien zwischen den beiden, weil Frida Klein sehr eigene Methoden hat, Licht ins Dunkel zu bringen. Es kommt dennoch nicht das Gefühl auf, dass ihr Handeln überdreht oder unglaubwürdig ist, weil man immer wieder in ihre Gedanken eingeweiht wird.
Die Handlung entwickelt sich stetig weiter, beim Lesen kam nie das Gefühl von Langeweile auf. Auch die spezielle Entwicklung der Protagonistin bekommt man als Leser sehr gut mit. Frida Klein überzeugt mit ihrer ehrlichen Art, hinter der sich genug Geheimisse für die Folgebände verbergen. Die verschiedenen Handlungsstränge fließen gekonnt ineinander, eine Reihe von durchdachten, einzigartigen Charakteren und ein phänomenaler Schluss runden das Buch ab.


Fazit:

Genialer Auftakt, der Lust auf mehr macht! Die nächsten Bücher sind bereits auf der Wunschliste. Definitiv ein Highlight im Bücherschrank jedes Krimi- und Thrillerfans!

Veröffentlicht am 22.02.2017

Liebe oder Ordnung?

Godspeed - Die Suche
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Diejenigen, die den ersten Band der Trilogie nicht kennen, sollten an diesem Punkt mit dem Lesen aufhören.

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Inhalt:

Wie schon im ersten Band der Reihe dreht sich "Godspeed - Die Suche" um das ...



Diejenigen, die den ersten Band der Trilogie nicht kennen, sollten an diesem Punkt mit dem Lesen aufhören.

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Inhalt:

Wie schon im ersten Band der Reihe dreht sich "Godspeed - Die Suche" um das Schicksal von Amy und Junior. Junior wird der neue Anführer der Godspeed, muss sich aber schon bald mit Problemen, Aufständen und einem unbekannten Gegner, der nach Rache und Selbstjustiz dürstet, auseinandersetzen. Die Lage ist heikel und die Landung auf dem neuen Planeten scheint weit weg zu sein. Plötzlich jedoch fallen dem jungen Paar, das hin und hergerissen ist zwischen Liebe und dem Drang nach Ordnung und Frieden auf dem Schiff, Hinweise in die Hände, die die komplette Zukunft der Godspeed auf den Kopf stellen.


Meinung:

Kurze Kapitel und ein flüssiger Schreibstil machen dieses Jugendbuch aus. An manchen Stellen fallen immer mal wieder kleine Logikfehler auf, über die ich persönlich allerdings gut hinwegsehen konnte. Ich finde es sehr authentisch, wie Amy sich in diesem zweiten Band entwickelt - das macht Lust auf mehr!
Zwischenzeitlich kam leider das Gefühl auf, dass sich nicht wirklich etwas tut und für meinen Geschmack sind die Entscheidungen, die Junior manchmal trifft, nicht passend für sein junges Alter. Zum Ende hin konnte das Buch mich aber wieder vollends überzeugen und der dritte und finale Teil liegt bereits bereit, um gelesen zu werden.


Fazit:

Eine gelungene Reihenfortsetzung, die Potential hat. Für den zweiten Teil einer Trilogie, bei der immer die Gefahr besteht, die Ereignisse so zu verstricken, dass der letzte Band dann nur noch abgedreht ist, ist das Buch von Beth Revis auf jeden Fall einen Abstecher wert, solange man über kleine holprige Stellen drüberlesen kann.