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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2017

Tolles Buch mit dem gewissen New-York Charme!

Ein Kleid von Bloomingdale's
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Inhalt
Die New Yorker Modewelt spielt verrückt, als DAS neue Kleid der Saison auf dem Cover einer der wichtigsten Zeitschriften zu bestaunen ist. Ein Kleid, das jede Frau haben will und das diejenigen, ...

Inhalt
Die New Yorker Modewelt spielt verrückt, als DAS neue Kleid der Saison auf dem Cover einer der wichtigsten Zeitschriften zu bestaunen ist. Ein Kleid, das jede Frau haben will und das diejenigen, die es tragen, in ihrem Tun, in ihren Entscheidungen und vor allem ihrem Auftreten unterstützt. So geht es auch Natalie, die ihr Selbstbewusstsein nach der plötzlichen Trennung von ihrem Partner erst wieder neu finden muss. Und auch für Felicia öffnet das kleine Schwarze Türen, von denen sie gedacht hat, dass sie ihr immer verschlossen bleiben.

Meinung
Der Inhalt dieses Romans ist mindestens genauso schön wie das Cover anmuten lässt. Tatsächlich drehen sich die Geschichten, die sich auf wundersame Weise alle früher oder später miteinander verbinden, alle um das abgebildete kleine Schwarze, dem absoluten Trendkleidungsstück der Saison. Aufgebaut ist der Roman in recht kurzen Kapiteln, in denen es immer wieder um eine andere Person geht, die mit dem Kleid in Verbindung steht. Mal ist es Natalie, mal der berühmte Schauspieler Jeremy Madison, mal ein Mitarbeiter in einem Bestattungsunternehmen oder aber die schrulligen Verkäuferinnen und Verkäufer bei Bloomingdale’s. All diese verschiedenen Figuren wachsen einem trotz der Kürze des Buches rasch ans Herz. Um nicht zu spoilern, will ich an dieser Stelle jedoch nicht näher auf die Charaktere eingehen, um euren Lesespaß nicht zu zerstören. Ich denke, das Buch lebt von unvorhergesehenen Wendungen.

Jane L. Rosen schreibt mit einem wunderbaren Humor, der mich an den unmöglichsten Stellen zum Auflachen gebracht hat. Sie würzt ihren Humor mit typischen New-Yorker Ansichten und schafft es zeitgleich, sogar moderne Themen zur Sprache zu bringen. Immer wieder findet sich Kritik zwischen den Zeilen, aber auch hier möchte ich nicht zu viel verraten.

Abgesehen davon, dass das Buch ein toller Blickfang in eurem Regal sein wird, ist es eine absolute Leseempfehlung meinerseits! Gerade für den aufkommenden Frühling ein toller Roman. Einziger Kritikpunkt besteht in der Kürze des Buchs, gerne hätte ich etwas mehr über die Zukunft der Charaktere erfahren, an manchen Stellen bleiben die Geschichten etwas lose im Raum stehen. Vielleicht lässt sich die Autorin ja irgendwann dazu hinreißen, über die Schicksale ihrer Figuren zu berichten – ich wäre definitiv eine der ersten, die sie verfolgt.

Fazit
Ein tolles Buch, das in jedem Leser Gefühle wecken wird. Erheiternd und vor allem echt schafft es Jane L. Rosen mit ihrem Debütroman in mein Herz zu treffen.


Veröffentlicht am 22.03.2017

Spannung mit kleinen Schwachpunkten

HELIX - Sie werden uns ersetzen
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Inhalt
Träumst du nicht auch von einem perfekten Leben? Einer Welt voll Schönheit und Intelligenz? Und wenn du es könntest, würdest du deinem eigenen Kind all diese positiven Eigenschaften mit auf den ...

Inhalt
Träumst du nicht auch von einem perfekten Leben? Einer Welt voll Schönheit und Intelligenz? Und wenn du es könntest, würdest du deinem eigenen Kind all diese positiven Eigenschaften mit auf den Weg geben und ihm so alle Möglichkeiten eröffnen?
Helen und Greg stehen vor genau dieser Entscheidung, die ihr Leben beeinflussen könnte wie nie etwas Anderes zuvor, denn ein geheimes, noch nicht offizielles Forschungsprogramm soll genau diesen Traum von dem perfekten Leben ermöglichen. Zeitgleich werden an vielen anderen Orten der Welt Entdeckungen gemacht, die auf natürliche Weise nicht entstanden sein können. Hat die Genmanipulation die Kontrolle übernommen? Und wie wird sich das junge Ehepaar entscheiden?

Meinung
Nach „Blackout“ hat sich Marc Elsberg zu einem meiner Lieblingsautoren gemausert. Ich finde seine Art zu Schreiben unwahrscheinlich ansprechend und spannend, und das hat er auch in seinem dritten Roman bewiesen. Alles, was er auf das Papier bringt, ist absolut glaubwürdig – und vor allem gut recherchiert. In „Helix“ hat er aufs Neue ein sehr spannendes und komplexes Thema aufgegriffen, das mich persönlich schon seit geraumer Zeit sehr interessiert. Ich selbst konnte mit einigen Fachbegriffen etwas anfangen und das hat mir die „Verdauung“ des vielseitigen und ausladenden Themas etwas vereinfacht. Das änderte aber nichts daran, dass mich der Roman auch nach dem Zuklappen des Buchdeckels nicht loslassen wollte.

Jessica Roberts, mit der wir gleich rasant in die Geschichte geworfen werden, ist eine sehr starke Frau, mit der ich dennoch an einigen Stellen zu kämpfen hatte. Ihre Stärke nimmt ihr zeitweise etwas von ihrer Sympathie. Ähnlich ging es mir mit Helen und Greg, deren Streitigkeiten oder Entscheidungen mir manchmal etwas an der Nase herbeigezogen erschienen. Insgesamt blieben mir alle Figuren etwas fremd, und das ist auf über 600 Seiten sehr schade.
Dieser Eindruck könnte aber schlichtweg einfach nur aufgekommen sein, da die Handlung so rasch voranschreitet. Es folgt eine Entdeckung nach der anderen, die Spannung lässt nicht nach – und das ist eine Meisterleistung, die mich über die fremd bleibenden Charaktere hinwegsehen lässt.

Etwas enttäuschend war außerdem, dass der Roman irgendwann sehr auf den einen Teil der Geschichte bezogen war. Während bei „Blackout“ immer wieder verschiedene Standpunkte erzählerisch dargestellt wurden, habe ich dieses Hin und Her bei diesem Roman etwas vermisst. Der Klappentext suggeriert, dass mehrere Handlungsstränge zusammenkommen und dem ist auch so, allerdings werden einige davon für meinen Geschmack etwas zu schnell abgehandelt. Erneut: Bei 646 Seiten wäre da mehr Potential gewesen.

Fazit
Ein besitzergreifender, fesselnder Roman über Genmanipulation, aber auch über persönliche Pleiten und dem Wunsch nach Perfektion – diese explosive Mischung macht „Helix“ aus. Trotz kleiner Schwächen ein Muss für jeden Fan von Spannung und bewegenden Themen.


Veröffentlicht am 20.03.2017

Toller Ratgeber, der bei den Basics beginnt

Mein Obstgarten
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Gestaltung und Konzept
Das Cover ist sehr schlicht, durch den großen Apfel wäre einem auch ohne die schön gestaltete Überschrift klar, um was es geht. Die Haptik ist ebenfalls sehr angenehm und fühlt sich ...

Gestaltung und Konzept
Das Cover ist sehr schlicht, durch den großen Apfel wäre einem auch ohne die schön gestaltete Überschrift klar, um was es geht. Die Haptik ist ebenfalls sehr angenehm und fühlt sich sehr natürlich an – passend zum Thema. Die dicken Blätter und die übersichtliche Gestaltung mit schönen Bildern runden das Bild ab. Die Farben sind prächtig und klar und das Design überzeugt durch kleine, wiederkehrende Details.

Inhalt
Das Inhaltsverzeichnis ist schön übersichtlich, man kann sowohl nach Obst in verschiedenen Kategorien, als auch nach technischen Themen und Fragen suchen, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Anschließend werden verschiedene Gartentypen vorgestellt, was sich besonders dann als praktisch erweist, wenn man noch an der Planung seines Gartens sitzt. Da wir unseren Traumgarten jedoch schon haben, waren diese Seiten für mich eher uninteressant. Durch übersichtliche kleine Tipps mit Verweisen hatten sie jedoch ebenfalls ihren Charme.
Durch schlichte Schaukästen werden Informationen übersichtlich gezeigt. Von Anfang an werden alle möglichen Fragen aufgeworfen und geklärt. Aber nicht nur über den Anbau des Obsts, sondern auch über das Ernten und die anschließende Verwertung werden einige Worte geschrieben, was ich wirklich sehr reizend fand. Das Buch ist allerdings kein Kochbuch, versteht das an dieser Stelle nicht falsch!
Besonders schön finde ich außerdem, dass über Tiere im Garten und deren Lebensraum informiert wird. Denn, wie im Ratgeber genauso geschrieben, sind es die kleinen Dinge, die einen eigenen Garten lebens- und liebenswert machen.
Anschließend werden spezielle Obstsorten vorgestellt, von denen man sich entweder die heraussuchen kann, die einen interessieren oder die man im Garten hat, oder aber man überfliegt alle Kapitel – es lohnt sich, denn immer wieder lernt man wichtige Dinge dazu. Highlight sind meiner Meinung nach die sogenannten Serviceseiten am Ende, bei denen alle erdenklichen Obstsorten kategorisch geordnet aufgezählt sind und mit Eigenschaften erklärt werden.

Fazit
Ein Ratgeber, aus dem Liebe spricht! Super tolle Bilder, hübsche Schaubilder und viele wichtige Informationen, die einem das Gartenleben leichter machen! Ein Muss für jeden Gartenfan, ganz besonders für diejenigen, die erst kürzlich mit dem Gärtnern begonnen haben oder in denen der Wunsch nach einem eigenen Garten reift.

Veröffentlicht am 15.03.2017

Ein toller Roman über das Erwachsenwerden

Die Welt übt den Untergang und ich grinse zurück
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Inhalt
Mikes Leben fällt ihm buchstäblich vor die Füße. Lisa, die bis vor Kurzem eigentlich noch seine Freundin war (oder nicht …?) eröffnet ihm, er habe mit J. J. rumgemacht. Auf einer Party. Nichts Komisches ...

Inhalt
Mikes Leben fällt ihm buchstäblich vor die Füße. Lisa, die bis vor Kurzem eigentlich noch seine Freundin war (oder nicht …?) eröffnet ihm, er habe mit J. J. rumgemacht. Auf einer Party. Nichts Komisches eigentlich, doch J. J. ist ein Junge. Mike kann sich jedoch nicht erinnern und seine Welt wird von Selbstzweifeln und der Angst vor Veränderung aus seinen Angeln gehoben. Da hilft es ihm auch nicht, dass er coole Freunde und eine spitzenmäßige Familie hat, denn er weiß nicht mehr, wo ihm der Kopf steht.

Meinung
Ein Buch, das mich mit seinem Thema total überrascht hat. Ich habe nicht gewusst, welches Thema auf mich zukommt und wurde überrascht: Dass es in diesem Roman um Homosexualität geht, habe ich nicht erwartet.

Ich wurde jedoch vor allem positiv überrascht. Mit jugendlicher Sprache, die manchmal mit so viel weniger Worten auskommt, als die von Erwachsenen, und trotzdem alles sagt, was nötig ist. Mit einem Protagonisten, der über sich hinauswächst, indem er sich selbst kennenlernt. Und mit Reaktionen von Freunden, die sowohl typisch als auch unerwartet waren und die mir als Leser einmal mehr gezeigt haben, dass das Thema Homosexualität immer noch viel zu schüchtern, vor allem aber mit viel zu vielen Vorurteilen behandelt wird.

Die Gedanken und Ängste von Mike kommen wahnsinnig gut zum Vorschein, man darf sich aber an dem sehr jugendlichen, oft saloppen Umgangston nicht stören. Lässt man die ungewohnte Jugendsprache nicht an sich abprallen, sondern versucht sich auf sie einzulassen, dann steht einem ein wahres Lesevergnügen mit viel Tiefgang bevor.

Ein 5-Sterne Buch ist es leider dennoch nicht geworden. Dafür hat mir an manchen Stellen die Seriosität etwas gefehlt und manche Handlungsstränge waren in meinen Augen überflüssig. Die Planungen für den Homecomig-Ball, bei denen Mike eine Rolle spielt, haben mich nicht wirklich interessiert und haben in der Gesamtheit eigentlich zu keinen wichtigen Erkenntnissen beigetragen. Viel lieber hätte ich mehr über Mikes Beziehungswelt gelesen, das Ende kam für mich an einem etwas falschen Punkt. Ich hatte nach dem Beenden des Romans das Gefühl, dass mir etwas fehlt.

Fazit
Nichtsdestotrotz ist dieses Buch bisher absolut einzigartig in meinem Bücherregal. Es hatte die Überraschung an seiner Seite und hat mich auf eine Art berührt, wie ich es nicht für möglich gehalten habe! Eine Leseempfehlung für alle, die mit etwas jugendlicher Sprache klar kommen!

Veröffentlicht am 09.03.2017

Schockierender Thriller mit kleinen Schwächen

Final Cut
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Inhalt

Clara Vidalis, Hauptkommissarin der Pathopsychologie in Berlin, wird von einem Killer, der mithilfe des Internets seine grausamen Taten plant und durchführt, zu einem schaurigen Spiel gezwungen. ...

Inhalt

Clara Vidalis, Hauptkommissarin der Pathopsychologie in Berlin, wird von einem Killer, der mithilfe des Internets seine grausamen Taten plant und durchführt, zu einem schaurigen Spiel gezwungen. Der „Namenlose“ agiert unglaublich intelligent und geschickt, führt das Team rund um die Kommissarin immer wieder hinters Licht und wirft gleichzeitig die Frage auf, was mithilfe von sozialen Netzwerken und ein bisschen technischem Know-How alles möglich sein kann. Ist es überhaupt möglich, diesem Killer das Handwerk zu legen? Wird er es schaffen, auch andere Medien zu seinen Zwecken zu nutzen? Und was hat Clara Vidalis‘ Vergangenheit mit den grausamen Morden in Berlin zu tun?


Meinung

Das Buch war ein echter „Cover-Kauf“! Das Deckblatt überzeugt absolut, außerdem macht der Klappentext sofort neugierig. Ich finde das Thema rund um die Möglichkeiten des Internets unglaublich spannend. Es ist ein Bereich, der jeden von uns betrifft. Sind wir nicht alle in sozialen Netzwerken unterwegs, posten Bilder, schreiben, was wir gerade tun? Genau das macht sich der „Namenlose“ hier zunutze und wie genau er das tut wird von Veit Etzold hervorragend beschrieben. Der Autor hat mit genauen Erklärungen rund um das Medium Internet punkten können.
Etzold schreibt stilistisch sehr ansprechend und bildlich, an manchen Stellen sehr blutig aber dafür ist es ja auch ein Thriller!

Die Charaktere sind schön ausgeführt, allerdings hatte ich an manchen Stellen meine Probleme mit der Protagonistin Clara Vidalis. Ich wurde nicht recht warm mit ihr, habe zwar mit ihr gelitten und gehofft, hatte aber zeitweise das Gefühl, von ihren Gedanken ausgeschlossen zu werden. Gerade in der Mitte des Buches war das besonders auffällig, mir fehlte ein wenig das Private, die Handlung bestand stellenweise nur aus Dialogen, die zwar interessante Ermittlungsansätze hervorgebracht haben, mir aber ein bisschen zu eintönig wurden.
Dafür überzeugen allerdings die anderen Charaktere, ganz besonders Prof. Dr. Martin Friedrich. Mit seiner Shakespeare-Besessenheit war er mir sofort sympathisch. Und auch den Spitznamen MacDeath fand ich in dem Zusammenhang unglaublich passend und einprägsam.

Die Geschichte hat verschiedene lose Handlungsstränge, die sich irgendwann miteinander verbinden. Ab einem bestimmten Punkt wird allerdings klar, wie der Inhalt zusammenhängt und als Leser wird man schließlich nicht so sehr hinters Licht geführt wie bei anderen Thrillern, was ich aber bei einem spannenden Ende nicht weiter schlimm fand.

Fazit

Ein schockierender Thriller, dessen grausame Handlung genau so hätte passieren können und der immer wieder auch durch seine Gesellschaftskritik überzeugt. Blutig und nichts für schwache Nerven!