Profilbild von Bibbey

Bibbey

Lesejury Star
offline

Bibbey ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Bibbey über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2017

Mallorca Krimi!

Balearenblut
0

INHALT

Lisa Langer ist Reisejournalistin und es verschlägt sie beruflich nach Mallorca. Sie soll unter anderem eine Werbebroschüre für ein Hotel erstellen und findet sich schon bald an einem malerischen ...

INHALT

Lisa Langer ist Reisejournalistin und es verschlägt sie beruflich nach Mallorca. Sie soll unter anderem eine Werbebroschüre für ein Hotel erstellen und findet sich schon bald an einem malerischen Fleck auf der spanischen Insel. Sehr idyllisch und von netten Leuten umgeben beginnt sie ihre Recherchen. Doch dann fällt ihr mitten auf dem Hotelgelände ein Mann vor die Füße. Der Sturz und das Messer, das in seinem Rücken steckt, macht jede weitere Spekulation über die Todesursache überflüssig. Lisa Langer interessiert sich viel mehr für die Gründe dieser unvorstellbaren Tat – und fängt kurzerhand an, selbstständig etwas zu ermitteln. Der pensionierte Polizist, den sie gleich am ersten Abend kennenlernt, ist ihr dabei nur zu gern eine Hilfe …


MEINUNG

Mallorca kennen wir alle als Partyinsel, als billiges Urlaubsziel. Dass die Insel davon aber im Grunde genommen weit entfernt ist, zeigt dieser Krimi ganz wunderbar. Lisa Langer wird sofort in ein sehr idyllisches, schönes und sonniges Alcúdia geworfen. Die Protagonistin ist sehr ehrgeizig, sehr intelligent und das hat sie mir schnell sympathisch gemacht.

Die Location finde ich sehr schön gewählt, so ein Hotel ist ja doch auch immer ein Ort, an dem jeder irgendetwas mitbekommt. So finden sich schnell eine ganze Menge Angestellte, die Lisa unter die Arme greifen wollen. Wunderbar ist der Lebensstil der Einheimischen eingefangen worden. Beim Lesen wird einem sofort ein Stück Urlaub geschenkt. Und das, obwohl es sich um einen (zugegebenermaßen nicht allzu grausamen) Krimi handelt. Das Buch fällt eher in die Kartei „Krimi-Komödie“, aber das war dem Klappentext schon zu entnehmen und entspricht meinem Geschmack total. Wer allerdings blutrünstige Horrorszenarien erwartet, ist mit diesem Mallorca-Krimi nicht bedient.

Den Erzählstil finde ich sehr gut gelungen. Wir werden sowohl in die Perspektive von Lisa Langer als auch in die des pensionierten Polizisten Jorges mitgenommen. So lernen wir die verschiedensten Eigenarten der Figuren kennen, aber auch die Eigenarten der Insel kommen nicht zu kurz. Das Buch liest sich sehr flüssig und angenehm, die Kapitel sind übersichtlich (und ganz nebenbei wunderschön gestaltet!)

Mittig des leider sehr dünnen Büchleins wurde die Handlung etwas unübersichtlich. Viele spanische Namen und viele ähnliche Absichten haben es mir manchmal etwas schwer gemacht, den „Hobbyermittlungen“ der Protagonistin zu folgen. Ich habe aber nicht den Faden verloren und die Spannung blieb so hoch, dass ich recht schnell über diese kleinen Unstimmigkeiten hinweggeflogen bin.

Ich bin vor allem erstaunt, dass mir das Buch sehr viel mitgeben konnte. Die Insel ist mir näher gerückt und ich habe einen ganz anderen Gesamteindruck als vorher – auch was die Behörden angeht. ? Wer das Buch liest, der wird wissen, was ich meine …



FAZIT

Ein eher humorvoller Krimi mit schön gestalteten Figuren und einer sehr sympathischen Protagonistin. In der Mitte leider etwas unübersichtlich und an manchen Stellen etwas zu überhastet, aber dennoch ein sehr schöner Lesespaß! Wenn die Journalistin sich wieder einmal auf Ermittlungsreise begibt, bin ich gerne wieder mit dabei!

Veröffentlicht am 22.05.2022

Ein toter Ehemann auf Sylt!

Sylter Sünden
0

Inhalt
Auf einem Golfplatz auf Sylt hat ein Unbekannter auf Möwen geschossen und dabei ein Kind verletzt. Kari Blom, die mit Kommissar Jonas Voss mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckt, soll den ...

Inhalt
Auf einem Golfplatz auf Sylt hat ein Unbekannter auf Möwen geschossen und dabei ein Kind verletzt. Kari Blom, die mit Kommissar Jonas Voss mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckt, soll den Täter ausfindig machen. Sie arbeitet undercover im Restaurant des Golfclubs, wo ebenfalls eine Hochzeit stattfindet – bis der Bräutigam mitten in der Nacht ermordet wird. Als Kari zu ermitteln beginnt, ahnt sie nicht, dass es bald eine weitere Leiche geben wird – und dass plötzlich auch ihre eigene Hochzeit auf dem Spiel steht …


Meinung
Ein Kriminalroman, in dem es eine Gruppe alter Damen mit dem Namen “die Häkelmafia” gibt, ist eigentlich genau nach meinem Geschmack. Das wusste ich natürlich zuvor nicht, denn es war mein erstes Buch des Autors und der Reihe. Für mich war es kein Problem, dem Krimi dennoch zu folgen.

Sylt als Schauplatz finde ich unheimlich interessant und in meinen Augen war es wirklich super umgesetzt. Ich mochte die Atmosphäre sehr gerne und mochte die Beschreibungen und das Setting generell einfach sehr. Wir begleiten Kari Blom bei ihren Undercover-Ermittlungen und dabei wird es schnell sehr spannend. Kari Blom wurde mir einfach nicht sympathisch. Ich habe “Sylter Sünden” als Hörbuch gehört und vielleicht hat auch dazu beigetragen, dass mir die Stimme der Sprecherin nicht ganz so zugesagt hat. Aber abgesehen davon fand ich unsere Protagonistin hier leider manchmal etwas voreilig und auf der anderen Seite hat sie Privates immer bis zum Gehtnichtmehr zerdenken müssen – auch in Szenen, in denen es für mich nicht gepasst hat. Die anderen Figuren hingegen fand ich allesamt sehr gelungen.

Ein wenig schade fand ich auch, dass ich sehr schnell begriffen habe, wer das Opfer sein wird – und dann leider quasi auch von den ersten Kapiteln an eine Vermutung, wer denn dahinterstecken könnte. Das hat mich ein wenig enttäuscht und hat die Spannung genommen. Abgesehen davon aber mochte ich es, wie die Ermittlungen vorangeschritten sind. Sowohl von der Polizei aus, als auch von unterschiedlichen Gruppen, die im Buch auftauchen. Jeder hat einen kleinen Teil zur Ermittlung beigetragen, irgendwie mochte ich das sehr gerne.

Das Ende war – wie angerissen – nicht ganz so überraschend für mich. Und ich muss sagen, dass mir die privaten Probleme von Kari bis zum Schluss ein wenig zu viel waren. Es hätte für mich nicht so viel Drama abseits des Kriminalfalles geben müssen.

Fazit
Ein dramenreicher Krimi. Gut geschrieben, aber leider durchschaubar und mit einer Protagonistin, mit der ich einfach nicht warm wurde.

3 von 5 Buchherzen ♥♥♥
Danke an den Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.05.2022

Noch Potenzial nach oben!

Tiefes, dunkles Blau
0

Inhalt
Kurz nachdem Seepolizistin Rosa Zambrano in einer Kinderwunschpraxis am Zürichsee Eizellen einfrieren lässt, wird ihr Arzt tot aufgefunden. Wem stand Dr. Jansen, der nebenbei ein erfolgreicher Biotech-Unternehmer ...

Inhalt
Kurz nachdem Seepolizistin Rosa Zambrano in einer Kinderwunschpraxis am Zürichsee Eizellen einfrieren lässt, wird ihr Arzt tot aufgefunden. Wem stand Dr. Jansen, der nebenbei ein erfolgreicher Biotech-Unternehmer war, im Weg? Erste Spuren führen in eine Villa an der Goldküste, in die alternative Szene, in Genforschungslabore und ins Rotlichtmilieu – und zu vier Frauen, die sich jede auf ihre Weise nicht mit dem abfinden wollen, was Biologie oder Schicksal vorgeben.


Meinung
Durch Bücher habe ich schon viele Orte bereisen können. Zürich oder generell die Schweiz waren dabei jedoch bisher noch nicht, deswegen war ich gleich doppelt gespannt auf diesen Roman. Die Autorin hat es wirklich sehr schnell geschafft, mich abzuholen und mir einen Einblick in die Orte der Handlung zu geben. Ich habe mich irgendwie direkt wohl gefühlt, es waren Kleinigkeiten und Beschreibungen, die für mich hier einfach eine gute Atmosphäre ausgemacht haben.

Die Protagonistin Rosa Zambrano mochte ich auf Anhieb gerne. Ich muss jedoch zugeben, dass nach der ersten Sympathie irgendwie nichts mehr “nachkam”. Für mich hat sie nicht wirklich eine Entwicklung gemacht und war mir für eine Hauptfigur beinahe ein bisschen zu wenig präsent. Das fand ich etwas schade, weil sie mit ihrer Art und ihrer Arbeit eigentlich Stoff für viel mehr bietet.

Loben möchte ich an dieser Stelle allerdings die Art und Weise, wie Seraina Kobler Rosas Privatleben in die Handlung eingeflochten hat. Sehr authentisch und ohne zu platziert zu wirken lernen wir so auch einiges abseits des eigentlichen Handlungsstrangs kennen. Das ist der Autorin gut gelungen, auch wenn es durchaus keine leichten Themen waren, die sie da beschrieben hat.

Das Arbeitsgebiet Seepolizei ist unheimlich interessant und hat in diesem Roman für viele interessante Passagen gesorgt. Endlich mal was ganz anderes! Und auch der Fall, der sich nach und nach aus dem Tod von Dr. Jansen entspinnt, war gut und spannend konstruiert. Ich habe die Ermittlungen gerne verfolgt. Sie kommen ohne viel Dramatik aus, sondern sind einfach gut so, wie sie sind. Das Einzige, was ich hierbei ein wenig kritisieren kann, sind die vielen verschiedenen Richtungen, in die die Arbeit der Ermittler geht. Das war für die doch relativ wenigen Seiten vielleicht eine Spur zu viel. Lieber hätte ich es gehabt, wenn man sich etwas mehr mit den einzelnen Ermittlungsansätzen beschäftigt hätte. So kam man zwar gefühlt noch schneller durch die Handlung und damit zum Ziel, aber in mir kam auch hin und wieder das Gefühl auf, dass mir etwas fehlt. Das alles wird verpackt in einem wirklich sehr angenehmen Schreibstil.

Fazit
Ich mochte die Erzählweise, das Setting und die Idee sehr gerne, aber ich hätte mir an der ein oder anderen Stelle noch etwas “mehr” gewünscht.

3 von 5 Buchherzen ♥♥♥
Danke an den Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2022

Grausamer Thriller mit einigen Mankos

Eis. Kalt. Tot.
0

Inhalt
»Du weißt, wofür das ist. Wir beobachten dich. Und wenn du nicht damit aufhörst, werden wir wiederkommen. Dann wird es mehr als diesen Nadelstich geben.« Wenn sich die beschaulichen Gassen von Kopenhagen ...

Inhalt
»Du weißt, wofür das ist. Wir beobachten dich. Und wenn du nicht damit aufhörst, werden wir wiederkommen. Dann wird es mehr als diesen Nadelstich geben.« Wenn sich die beschaulichen Gassen von Kopenhagen in einen Ort des Grauens verwandeln und du nicht weißt, ob du das nächste Opfer bist … Ein bizarrer Fall für die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen und ihre Kollegen von der Mordkommission.


Meinung
Ich weiß bei diesem Buch gar nicht so recht, wie ich eigentlich anfangen soll, denn eigentlich muss ich nach zwei komplett verschiedenen Kategorien bewerten. Ich kann hier ganz schwer einfach das ganze Buch “in einen Topf” werfen und einfach so bewerten. Warum? Weil ich es noch nie erlebt habe, dass ein Teil des selben Buches mich total begeistern und ein anderer Teil fürchterlich nerven kann.

Ich möchte mit dem Positiven beginnen: Die Autorin hat mit “Eis. Kalt. Tot.” wirklich einen spannenden, sehr grausamen und dadurch auch auf perfide Weise faszinierenden Thriller geschrieben. Sie schreibt hervorragend, wie ich finde, und hat es wirklich mit Bravour gemeistert, mich als Leserin an die Seiten zu fesseln. Der Fall und vor allem die Ermittlungen sind unheimlich breit gefächert und es wird sich ganz viel mit der Vergangenheit der Opfer beschäftigt. Hier prallen ganz viele Themen aufeinander, die für mich neu und spannend und sehr einzigartig waren.

Leider hatte ich gegen Ende fast ein bisschen das Gefühl, dass es zu viele kleine Handlungsstränge waren und die Autorin es letztendlich nicht mehr ganz geschafft hat, sie alle einzusammeln. Für mich blieben sehr essentielle Teile am Ende irgendwie ein wenig auf der Strecke. Man hätte entweder noch ein bisschen mehr aufklären oder andere Szenen vielleicht einfach von Grund auf weglassen können. Aber am Ende hat natürlich alles dazu gezählt, einen auf die falsche Fährte zu locken und damit hat das natürlich alles auch eine Daseinsberechtigung in einem Thriller.

Kommen wir nun zu dem, was mich so sehr gestört hat und was aus einem richtig guten Buch leider nur noch ein mittelmäßiges macht: Die Figuren. Ich hatte das Gefühl, dass man zwanghaft versucht hat, individuelle und besondere Charaktere zu erschaffen. Leider ist das nur mäßig gut gelungen. Wenn man dem Klappentext glauben mag, dann ist unsere Hauptfigur Marit Rauch Iversen – doch den Eindruck hat man leider nicht wirklich. Vielmehr muss man sich hier über hunderte Seiten hinweg mit einer absolut unsympathischen, zynischen und immer wütenden Ermittlerin anfreunden – doch das gelingt einem partout nicht. Kirsten Vinther ist glaube ich die unsympathischste Figur, die mir jemals in einem Buch untergekommen ist. Und sie war der Grund, weshalb ich beinahe das Buch zur Seite gelegt und abgebrochen hätte. Einzig der spannende Fall und das Interesse darum, wie er ausgelöst wird, hat mich weiterlesen lassen. Denn ganz im Gegensatz zu Kirsten ist da ja auch noch Jesper Bæk, der ganz offensichtlich das genaue Gegenteil der lauten Ermittlerin sein soll. In sich gekehrt und ohne wirklichen Mut schleicht er sich so durch die Kapitel. Er bekam einfach keine Farbe bis zum letzten Drittel des Buches. Da wurde es endlich besser und man hat dann doch beinahe so etwas wie Sympathie für Jesper empfinden können. Und Marit … nun ja, sie wird irgendwie lange Zeit wie eine Randfigur behandelt und benimmt sich auch so. Das ist irgendwie schade, weil sie wenigstens Charakter und Substanz hatte. Und weil sie ja eigentlich als Protagonistin angepriesen wird …

Jetzt habe ich viele negative Worte verloren und insgesamt klingt die Rezension viel schlechter, als es das Buch letztendlich verdient hat. Dabei ist es in der Tat kein schlechtes Buch, nur schwebt diese große negative Kritik ein bisschen über all dem Guten, von dem es ja auch eine Menge gab. Denn ich wurde auch unterhalten, es gab wenig bis gar keine Klischees und die Autorin hat ganz viel Kopenhagen einfließen lassen, was mir ebenfalls sehr gefallen hat.

Fazit
Ein durchwachsener Thriller, der leider vor allem wegen seiner unsympathischen Charaktere Minuspunkte sammelt. Dennoch durchaus ein Buch für alle Fans von grausamen und blutrünstigen Thrillern.

3 von 5 Buchherzen ♥♥♥
Danke an NetGalley und den Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2022

Gute Idee, leider etwas zu viel Naivität!

Der Herzgräber
0

Inhalt
Er reißt ihnen das Herz heraus. Er vergräbt es im Wald. Dann pflanzt er Blumen.
Eine junge Frau findet nach dem Suizid ihrer Mutter in deren Nachlass unzählige Briefe eines verurteilten Serienkillers. ...

Inhalt
Er reißt ihnen das Herz heraus. Er vergräbt es im Wald. Dann pflanzt er Blumen.
Eine junge Frau findet nach dem Suizid ihrer Mutter in deren Nachlass unzählige Briefe eines verurteilten Serienkillers. Der erste Thriller der preisgekrönten englischen Autorin Jen Williams.

Als Heather Evans den Nachlass ihrer Mutter ordnet, macht sie eine erstaunliche Entdeckung: Stapelweise findet sie Briefe eines verurteilten Serienkillers. Michael Reave hatte zahlreiche junge Frauen auf bestialische Weise getötet. Seit 20 Jahren verbüßt er nun schon seine Strafe in einem Hochsicherheitsgefängnis.
Doch jetzt ist wieder eine junge Frau getötet worden. Man findet sie in einem ausgehöhlten Baumstumpf. Und dort, wo eigentlich ihr Herz schlagen sollte, stecken Blumen. Genauso hatte es seinerzeit Reave zelebriert.
Als eine zweite Frauenleiche gefunden wird, entschließen sich Heather und Detective Ben Parker zu einem gefährlichen Schritt. Heather soll mit Michael Reave persönlich sprechen, ihm die Fragen stellen, die nur er beantworten kann. Doch die Wahrheit wird für Heather zu einem Wettlauf um ihr Leben.


Meinung
Was ich in einem Thriller erwarte ist Spannung, ein gruseliges Setting. Eine Ermittlung und wenn es noch einen Psychopathen mit obendrauf gibt, ist das auch gut. Das alles habe ich bei “Der Herzgräber” bekommen – und sogar noch ein bisschen mehr. Aber fangen wir am Anfang an.

Wir begleiten Heather gleich im Haus ihrer verstorbenen Mutter, sind so also von Anfang an ganz nah mit dabei. Der Plot, der sich daraufhin entspinnt, ist zugegebenermaßen gar nicht so unüblich. Leichen, die eigentlich auf einen ganz bestimmten Serienmörder hinweisen – doch dieser sitzt im Gefängnis. Jeder, der viele Krimis und Thriller liest, der hat etwas in die Richtung schon einmal gelesen oder zumindest davon gehört. Trotzdem fand ich es hier gut umgesetzt, die Autorin schreibt spannend und fesselnd. Wir bewegen uns auf verschiedenen Zeitschienen und nach und nach wird ein kleines, spannendes Puzzle zusammengesetzt. So weit, so gut. Wir haben also alles, was man bei einem guten Thriller erhofft und erwartet.

Was ich allerdings nicht in einem Thriller erwarte, ist eine (leider unglaublich) naive Protagonistin. Und das hat mich vor allem gegen Ende hin so massiv gestört, dass ich die meiste Sympathie, die sich im Laufe des Buches für Heather aufgebaut hat, am Ende wieder verloren habe. Dazu kommt eine Freundin, die genauso wenig nachdenkt. Gemeinsam verstehen sie sich meisterhaft darin, die Gegebenheiten vollkommen falsch einzuschätzen, was man als Leser hingegen relativ schnell durchschaut. Das alles führt zu einem Showdown, den ich so leider sehr schnell habe kommen sehen. Ja, die ein oder andere Überraschung gab es vielleicht noch und ich fand gelungen, wie sich die Hinweise aus der Vergangenheit dann schließlich eingefügt haben, aber alles in allem war das letzte Drittel dieses Buches leider nichts. Und es hat viel Gutes von davor zerstört.

Ich mochte die Anspielungen auf Märchen, fand auch das Zwischenmenschliche, was sich beispielsweise zwischen Heather und Detective Parker entsponnen hat, gut. Jen Williams hat all diese Szenen, in denen es um das Zusammentreffen zweier Menschen ging, sehr gut beschrieben. Jedenfalls bis zum Ende.

Trotz einiger guter Aspekte in diesem Thriller, war einiges doch recht vorhersehbar. Es gab nicht den einen Moment, an dem ich vollkommen überrascht war. Es hat mich hier und da aber doch ein wenig gegruselt und ich muss zugeben, dass ich das Buch abends alleine im Wohnzimmer sitzend dann doch nicht lesen wollte. Ich denke man merkt, dass ich hin und hergerissen bin – deswegen gibt es von mir 3 Buchherzen.

Fazit
Ein Thriller, der gute und schlechte Aspekte hat. Wäre da nicht so viel Naivität gewesen, hätte es bestimmt noch ein bisschen mehr Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Denn es war durchaus sehr gut geschrieben und auch wenn es einige Klischees gab steckt eine gute Idee dahinter.

3 von 5 Buchherzen ♥♥♥
Danke an den Verlag, dass ich bei der Bloggeraktion dabei sein durfte!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere