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Veröffentlicht am 29.09.2020

Gute Umsetzung in Sachen Beziehung, aber wo ist der Buchclub?

The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman
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Wenn es nach Thea geht, ist ihre Ehe mit dem Profisportler Gavin Schott vorbei. Schon lange lief es nicht mehr gut, und dann kam auch noch das große Fiasko. Doch Gavin will seine Ehe nicht aufgeben, denn ...

Wenn es nach Thea geht, ist ihre Ehe mit dem Profisportler Gavin Schott vorbei. Schon lange lief es nicht mehr gut, und dann kam auch noch das große Fiasko. Doch Gavin will seine Ehe nicht aufgeben, denn Thea ist die Liebe seines Lebens. Seine Teamkollegen haben da genau das richtige für ihn: Sie nehmen ihn in ihrem geheimen Buchclub auf. Liebesromane sollen ihnen helfen, bessere (Ehe-)Männer zu werden. Aber hilft es auch Gavin?

Ich habe schon viel von dem Buch gehört und davon viel positive, teilweise aber auch nicht so begeisterte Stimmen. Deshalb war ich sehr gespannt auf meinen Eindruck. Ich muss sagen, dass ich das Buch schon gern gelesen hab. Der Schreibstil ist locker und angenehm, liest sich flüssig, und es wird immer wieder auch Humor eingestreut. Das Rezept für entspannte Lesestunden. Das Buch ist nicht wer weiß wie anspruchsvoll, aber ich finde es toll, dass hier mal eine etwas erwachsenere Beziehung beleuchtet wird und Probleme, die in einer Ehe auftauchen können. Zwar hat eines der Hauptprobleme nichts mit Ehe zu tun, aber es wird viel angesprochen zum Thema „man muss auch wenn man verheiratet ist noch an sich und der Beziehung arbeiten“ und das hat mir sehr gut gefallen!
Auch fand ich beide, Thea und Gavin, meistens sympathisch, nur ab und zu nervten sie mich etwas. Wer mich etwas mehr gestört hat, war Liv. Denn klar, sie will ihre Schwester, der sie nahesteht, beschützen, was vollkommen verständlich ist, vor allem mit deren Hintergrundgeschichte. Aber sie hat sich manchmal doch etwas zu penetrant in Theas Ehe eingemischt.


Das Buch war zwar schön zu lesen, hat mich aber nicht so super gefesselt oder emotional bewegt, ich konnte es gut auch mal beiseitelegen (wobei ich aber auch keine mega tiefsinnige Geschichte erwartet habe). Dazu kommt, dass es doch an manchen Stellen etwas klischeebehaftet war, a la „ALLE Frauen lesen kitschige Liebesromane, hundertprozentig“ etc. Zumindest haben sich aber die Männer nicht abschätzig darüber oder über Frauen geäußert. Aber generell waren die Charakterzeichnungen recht stereotypisch.
Was mich aber vor allem etwas enttäuscht hat ist, dass der Buchclub quasi überhaupt keine Rolle spielte! Abgesehen davon, dass die anderen Männer Gavin ein Buch gegeben haben, das er lesen soll, waren die einfach nur eine Gruppe von Männern, die sich gegenseitig Tipps geben. So wie halt Freundeskreise etc. das generell machen. Ich hab da echt nicht wirklich was von einem Buchclub gemerkt, und das fand ich sehr schade. Deren „Treffen“ waren nur so „ja und wie liefs mit deiner Frau? Alles klar, dann mach mal als nächstes das“. Das hat ja nicht viel mit einem Buchclub zu tun. Da hätte ich mir wirklich mehr Ausbau dieser doch ziemlich guten Idee gewünscht.



Insgesamt pendelt sich meine Bewertung irgendwo bei 3,5-4 Sterne ein. Da ich nicht so super hohe Erwartungen hatte, bin ich auch nicht zu unglücklich mit dem Buch. Aber ein Highlight ist es nicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.09.2020

Vielversprechender Auftakt, tolles Konzept

Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich
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Hope Turner liebt Bücher, vor allem die von Jane Austen. Ihr eigenes Leben kommt ihr dagegen wenig spannend vor. Bis zu dem Moment, an dem sie sich durch Zufall in der Buchhandlung Mrs. Gateway’s Fine ...

Hope Turner liebt Bücher, vor allem die von Jane Austen. Ihr eigenes Leben kommt ihr dagegen wenig spannend vor. Bis zu dem Moment, an dem sie sich durch Zufall in der Buchhandlung Mrs. Gateway’s Fine Books wiederfindet. Nicht nur geht ihr der mysteriöse Fremde dort nicht aus dem Kopf, die ganze Buchhandlung scheint etwas Eigenartiges an sich zu haben. Wenig später wird sie von dem unnahbaren Rufus Walker aufgegabelt und – genau zu dieser Buchhandlung zurückgeschleppt. Was sie dann erfährt, scheint unmöglich zu sein: Der Laden soll ein Portal in die Welt der Bücher sein, in der die Charaktere ein Eigenleben führen. Und in dieser Welt wird Hope gebraucht. Dringend. Denn etwas braut sich zusammen, das nicht nur die Buchwelten, sondern auch unsere Realität gefährdet.



„Das Buch der gelöschten Wörter – Der erste Federstrich“ ist ein toller Auftakt zu einer vielversprechenden Reihe. Der Ausgangspunkt fasziniert mich total: Man kann in die Buchwelten jedes Buches reisen, die Charaktere aus den Geschichten kennenlernen – wie cool ist das bitte! Diese Idee erfordert natürlich viel durchdachtes World-Building, denn wenn man da nicht alles genau durchplant – wie sehen die Welten aus, wie funktioniert das Portieren, was ist mit der eigentlichen Handlung des Buches, während in der Buchwelt die Charaktere gerade was anderes machen, und und und ... – dann kann es superleicht zu Logikfehlern und Verwirrung kommen. Das ist hier aber überhaupt nicht der Fall! Es wird viel erklärt und alles erscheint sinnvoll und schlüssig. Das hat mir mega gut gefallen, weil man merkt, dass die Autorin sich wirklich Gedanken gemacht hat, damit ihr Konzept funktioniert. Dafür gibt es sogar ein Sachverzeichnis am Ende, aber eben auch viel Erklärung innerhalb des Buches. Das führt dazu, dass noch nicht ganz so super viel Spannung aufgekommen ist am Anfang, also zumindest nicht so, dass ich total an die Seiten gefesselt war. Aber interessant war es trotzdem. Ich war neugierig, wie alles zusammenpasst und fand diesen ersten Band sehr gelungen.

So im letzten Drittel ca. nahm das Ganze auch nochmal richtig Fahrt auf, weil die Bedrohung sich zuspitzte, sodass ich dann doch den Rest ziemlich schnell gelesen habe und mit einem fiesen Cliffhanger zurückgelassen wurde.



Ich bin super zufrieden mit diesem Buch und freue mich sehr, ganz bald die anderen beiden Teile zu lesen. 4/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.09.2020

Tolle Plot-Idee mit eher unsympathischen Hauptcharakteren

Silver Crown - Forbidden Royals
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„Der König ist tot“. Mit diesen Worten ändert sich für Emilia schlagartig alles. Zwar hat sie bisher ein normales, bürgerliches Leben geführt, doch jetzt wird sie plötzlich Thronerbin und soll sich ihrer ...

„Der König ist tot“. Mit diesen Worten ändert sich für Emilia schlagartig alles. Zwar hat sie bisher ein normales, bürgerliches Leben geführt, doch jetzt wird sie plötzlich Thronerbin und soll sich ihrer Verantwortung stellen. Was wie ein Märchentraum klingt, ist für Emilia erstmal entsetzlich. Als Prinzessin innerhalb der königlichen Familie merkt sie schnell, dass Intrigen und Machtspiele an der Tagesordnung sind. Und darüber hinaus setzt ihr ihr attraktiver neuer Stiefbruder Carter ziemlich zu.



Ich hatte mich nach einer Leseprobe sooo sehr auf das Buch gefreut. Und vielleicht waren meine Erwartungen auch etwas zu hoch, aber so generell konnte es mich auch einfach nicht überzeugen.

Der Einstieg war erstmal richtig gut. Man ist sofort drin im Geschehen und es geht ohne lange Einführungen los, was ich wirklich gern mag. Die Idee für das Buch und der Plot an sich sind super. Emilia als Tochter des zukünftigen Königs, der sie nie haben wollte; sie hatte ein normales Leben und wird jetzt plötzlich ins Treiben des Königshauses geworfen. Tolles Setting, schöne Idee, spannender Ausgangspunkt. Aber irgendwie ging mir doch alles etwas schnell. Ich hab das Gefühl, dass die Autorin da so durchrennen wollte – was bei einem ersten Band einer Trilogie wirklich nicht nötig ist. Ich hätte gern mehr Details gehabt, mehr bedachte Entwicklung in der Story. Mehr zwischen Emilia und ihrem Vater, mehr Eindrücke.
Trotzdem konnte die Handlung mich genug catchen, dass ich neugierig war und weiterlesen wollte. Da hat auch der Schreibstil geholfen, der flüssig zu lesen, bildreich und ab und zu mit Spritzern von Humor durchzogen ist. Das Buch ließ sich wirklich super lesen, da konnte die Autorin mich abholen.



Aber dann hatte ich, neben etwas Kritik am Handlungsverlauf, ein großes Problem. Emilia und Carter waren beide Charaktere, mit denen ich nicht warm geworden bin. Emilias Entscheidungen konnte ich oft nicht nachvollziehen, sie war super ekelig bei einer Sache zu Owen (ihrem besten Freund), bei der ich auf seiner Seite war. Und bei Carter verhält sie sich irrational und irgendwie naiv. Carter ist ein totales Arschloch; vor allem bei der ersten Szene war er mir so dermaßen unsympathisch. Zwar hat er hinterher dann auch ab und zu bessere Momente, aber die kommen so völlig aus dem Nichts, ohne, dass ich verstehen kann, wieso er jetzt so ist. Und dann die angeblich anbandelnde Liebesgeschichte. Sorry, aber da war NULL Chemie zwischen den beiden. Außer dass die sich scheinbar beide irgendwie körperlich heiß fanden (wobei bei Carter auch nicht ganz klar wird, was er auf einmal an Emilia findet), haben die beiden überhaupt keine emotionale Verbindung zueinander. Die haben nicht ein einziges Mal in dem Buch irgendwie ansatzweise ordentlich miteinander geredet oder Zeit miteinander verbracht. Deren gesamten gemeinsamen Szenen beschränken sich auf „oh man wieso ist sein Bauch so flach, das macht mich ganz wuschig. Und er guckt mich voller Verlangen an“. Aber sonst war da nichts! Und für diese Verhältnisse haben sie viel zu viel Drama aus ihrer „Beziehung“ zueinander gemacht.



Ich hab die Hoffnung, dass deren Beziehung zueinander im zweiten Teil noch ausgebaut und nachvollziehbarer wird. Und dass mehr Einblicke in das königliche Leben kommen. Das fehlt mir beides bisher. Deswegen werde ich den zweiten Teil auf jeden Fall auch lesen, denn die Hoffnung habe ich nicht aufgegeben, und es war trotz allem gut genug für mich, um dran zu bleiben. Aber leider reicht es hier nur so für 3-3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.09.2020

Wundervolle, berührende Geschichte. Must-read!

Light Up the Sky
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Die Geschichte um Connor, Weston und Autumn geht weiter und wieder erwarten viele herzzerreißende, aber auch wunderschöne Momente. Mehr möchte ich hier zum Inhalt gar nicht sagen, um niemanden aus Versehen ...

Die Geschichte um Connor, Weston und Autumn geht weiter und wieder erwarten viele herzzerreißende, aber auch wunderschöne Momente. Mehr möchte ich hier zum Inhalt gar nicht sagen, um niemanden aus Versehen zu spoilern.


Ich knie vor Emma Scott nieder. Dieses Buch ist so voller Gefühle, die bei jeder Seite, bei jedem Satz ungefiltert in mich hineingeströmt sind. Ich hab so sehr mitgelitten, mitgehofft, es ist Wahnsinn, wie sie das mit ihren Worten schafft. Sie hat wundervolle Charaktere geschaffen, die authentisch und nachvollziehbar handeln – nicht immer gut oder weise, manchmal idiotisch, aber immer so, dass ich es verstehen konnte.

Durch den Faktor Army hat das Ganze eine ganz besondere, erwachsene Art bekommen, was die Geschichte von üblichen „College-Liebe“-Storys abhebt. Und ich find es toll wie die Autorin alles gehandhabt hat.

Ich hab mich schon von Beginn von Band 1 an so sehr in Autumn und Weston verliebt und die ganze Zeit gehofft, dass sie zueinanderfinden. Und ich hab mich echt in Weston verliebt, er ist unglaublich toll! (Auch wenn ich natürlich nicht gutheiße, was er und Connor da verzapft haben). Wie die Geschichte um die drei ausgeht, sag ich natürlich nicht, nur: LEST BITTE DIESE DILOGIE. So voller Gefühl und Spannung. Ich hab währenddessen komplett in der Buchwelt gelebt.

Ich musste das Buch so schnell wie möglich lesen, hab an den Seiten geklebt, denn ich konnte die Geschichte einfach nicht loslassen. Und auch nachdem ich Light up the sky jetzt beendet hab, bin ich immer noch völlig verzaubert und hänge in der Geschichte fest. Ein absolutes Jahrshighlight und 5 Sterne (da es nur 5 gibt).

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Veröffentlicht am 08.09.2020

Verwunschen + verrückt. Aber nicht so gut wie Band 1

Die Chroniken von Alice - Die Schwarze Königin
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Alice hat das Kaninchen und den Jabberwock besiegt, doch der Irrsinn hat noch kein Ende. Hinter der Stadt, auf der Suche nach Hatchers Tochter Jenny, landen Alice und Hatcher im Reich der Weißen Königin, ...

Alice hat das Kaninchen und den Jabberwock besiegt, doch der Irrsinn hat noch kein Ende. Hinter der Stadt, auf der Suche nach Hatchers Tochter Jenny, landen Alice und Hatcher im Reich der Weißen Königin, und in ihrem Reich gelten ganz eigene Regeln. Sie müssen lernen, wie man das Spiel der verrückten Königin mitspielt, um den Geheimnissen und der Wahrheit auf die Spur zu kommen.



Nach dem genialen ersten Band habe ich mich sehr auf den zweiten Teil gefreut. Mehr Düsternis, mehr Irrsinn, mehr verrückte Aufgaben und Wesen. Irrsinn und Verrücktes habe ich zwar auch bekommen, aber der Teil war längst nicht so düster wie der erste. Die Königin als „Hauptantagonistin“ war hier gut gewählt und ihr Reich verspricht viel Chaos und verwunschene Begegnungen. Aber ich hab das Gefühl, man hätte da noch mehr draus machen können. Es fühlte sich alles nicht ganz so spektakulär an, wie es hätte werden können. Die Geschichte hat mich nicht ganz so voller Entsetzen gepackt wie Teil 1, sie blieb irgendwie etwas oberflächlicher, was bei dem Potenzial schade ist.

Das Ende war zwar auch wieder kein epischer Kampf (mit Finalen hat die Autorin es glaub ich nicht ganz so), aber meiner Meinung nach besser als in „Finsternis im Wunderland“, das war gut! Und mit einer dramatischen Wendung zuvor.

Dieses Verwunschene, Verrückte, das Spiel mit den Illusionen, das hat mir alles wieder richtig gut gefallen. Und ich habe Alice und Hatcher gern begleitet. Sie sind beide super interessante Charaktere, vor allem Hatcher, die mit allem, was sie in der Vergangenheit erlebt haben, kämpfen. Ihre Beziehung zueinander ist mehr als seltsam, sehr kompliziert, aber das macht sie gerade so faszinierend. Und sie passt in diese völlig verrückte Welt.

Die „Stationen“ die Alice und Hatcher im Buch durchlaufen sind allesamt gut gemacht, abwechslungsreich und warten immer mit neuen Überraschungen. Ich bin einfach ein Fan von diesem Verwunschenen und das klappt hier wieder ganz wunderbar. Das in Kombination mit den spannenden Charakteren hat dafür gesorgt, dass ich Spaß an dem Buch hatte und es schnell und gerne gelesen habe. Aber es ist kein Highlight für mich, deshalb 4/5 Sterne.


Ich freue mich sehr auf die anderen Bücher der Reihe, die noch kommen werden: Peter Pan, die kleine Meerjungfrau, und Rotkäppchen. Und einen weiteren Alice-Band mit Kurzgeschichten wird es auch noch geben.

Übrigens: Im Buch gibt es eine Weiße Königin und eine Schwarze und ich find es sehr erfrischend, dass hier mal die Weiße die Böse ist und die Schwarze die gute! Aber im englischen Original heißt das Buch „Red Queen“. Äh. Wo kommt die jetzt noch her? Eine rote Königin gabs nicht?!

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