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Veröffentlicht am 03.08.2017

Kate Burkholder undercover

Böse Seelen
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Kate Burkholder, Polizeichefin von Painters Mill in Ohio, ermittelt dieses Mal Undercover in einer Amisch-Gemeinde im Staat New York. Dort ist ein fünfzehnjähriges Mädchen im Wald erfroren aufgefunden ...

Kate Burkholder, Polizeichefin von Painters Mill in Ohio, ermittelt dieses Mal Undercover in einer Amisch-Gemeinde im Staat New York. Dort ist ein fünfzehnjähriges Mädchen im Wald erfroren aufgefunden worden und es sieht nach Mord aus. Der zuständige Sheriff kommt nicht weiter, denn die eingeschworene Gemeinde mauert und ist nicht bereit der "Englischen Polizei" zu helfen. Aber es kursieren einige Gerüchte, dass dort böse Dinge geschehen.
Als ehemalige Angehörige der Amisch-Gemeinde in Painters Mill scheint Kate perfekt für eine verdeckte Ermittlung und der Sheriff bittet um ihre Hilfe. Also schlüpft Kate in die Rolle einer trauernden Witwe, die nach dem Tod ihres Mannes eine neue Gemeinde sucht, die streng nach den alten Regeln der "Ordnung" lebt. Ganz auf sich allein gestellt, versucht sie hinter die Geheimnisse der Amischen Gemeinschaft zu kommen. Schon bald hat sie den charismatischen, aber zwielichtigen Bischof Schrock in Verdacht, denn er scheint ein sehr strenges Regiment zu führen und nimmt die Regeln der Amischen Ordnung oft allzu ernst. Aber ihre Vergangenheit hilft ihr, das Vertrauen einiger Frauen der Gemeinde zu gewinnen und nach und nach tun sich immer mehr Abgründe auf. Und schließlich ist auch ihr eigenes Leben in Gefahr...

Dies ist der 8. Fall für Kate Burkholder und er hat mich wieder von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhalten. Der Schauplatz ist dieses Mal nicht Painters Mill, was sicher auch für ein wenig Abwechslung sorgt. Obwohl ich dadurch ihr eigentliches Team bei der Polizei ein wenig vermisst habe.
Wie immer wird in der Ich-Perspektive von Kate erzählt, was die Bücher persönlicher macht. Man ist hautnah dabei und erlebt mit, wie erstaunt sie selbst darüber ist, dass es ihr relativ leicht fällt wieder in ihr "altes Leben" als Amische hineinzuschlüpfen. Fast ist sie manchmal ein bisschen wehmütig, denn es war ja nicht alles nur schlecht damals.

Die Spannung wird im Laufe der Geschichte immer mehr aufgebaut, bis es am Ende zum rasanten Showdown kommt. Der Schreibstil ist gewohnt lebendig und es gibt auch witzige und emotionale Momente. Da Kate dieses Mal weit weg von Painters Mill ist, ist Tomasetti nicht unmittelbar dabei und so steht hier der Fall etwas mehr im Vordergrund und nicht so sehr die Beziehung der beiden. Obwohl es hier meiner Meinung nach doch einen entscheidenden Fortschritt gibt.

Fazit: Für Fans der Reihe ist es natürlich ein Muss, auch diesen Teil zu lesen. Ich war jedenfalls nicht enttäuscht und fand "Böse Seelen" bis zum Ende spannend und gut geschrieben. Es ist auf jeden Fall ein sehr persönlicher Fall für Kate Burkholder.
Wer Kate noch nicht kennt, dem würde ich aber auf jeden Fall empfehlen, zumindest den ersten Teil "Die Zahlen der Toten" vorab zu lesen, da man sie dann besser versteht und nachvollziehen kann, wieso sie damals das "schlichte Leben" hinter sich gelassen hat.

Veröffentlicht am 25.07.2017

Sommer in Irland

Ein Sommer in Irland
1

Im Auftrag ihres Chefs reist die New Yorker Kunsthändlerin Caroline nach Irland, um dort ein altes und sehr wertvolles Buch bei einer Auktion zu ersteigern. Caroline, die in Waisenhäusern und Pflegefamilien ...

Im Auftrag ihres Chefs reist die New Yorker Kunsthändlerin Caroline nach Irland, um dort ein altes und sehr wertvolles Buch bei einer Auktion zu ersteigern. Caroline, die in Waisenhäusern und Pflegefamilien aufwuchs, weiß nicht mehr über ihre Familie, als dass ihre Vorfahren aus Irland in die USA einwanderten. Zusammen mit ihrer sechzehnjährigen Tochter Kim, die wenig begeistert ist, dass ihre Mutter sie auf eine kleine, verregnete Insel schleppt, auf der es "mehr Schafe als Einwohner gibt", bezieht sie ein gemütliches Cottage unweit der Kleinstadt Tralee.
Während ihrer Nachforschungen zu dem geheimnisvollen Buch stößt sie immer wieder auf negative Reaktionen der Dorfbewohner, wenn es um das alte Schloss Cardew Castle geht, in dem die Auktion angeblich stattfinden soll. Und auch der Verwalter will sie nicht dort sehen. Welches Geheimnis umgibt die alten Gemäuer? Und was hat es mit dem Wappen an der Eingangstür auf sich, das Caroline so bekannt vorkommt?
Während Caroline bald nicht nur auf der Suche nach dem Buch den Westen Irlands durchstreift, sondern auch auf der nach ihren eigenen Wurzeln, verliert sie ihr Herz an die Grüne Insel. Und als ein Buchhändler ihr den Roman eines irischen Schriftstellers schenkt, dessen Geschichte mit Cardew Castle zu tun hat, ist sie fest entschlossen, das Geheimnis des alten Schlosses zu lüften.´

"Ein Sommer in Irland" hat mich von der ersten Seite gleich gefangen genommen. Ich war noch nie in Irland, möchte aber unbedingt mal dorthin und das Buch hat mich wieder darin bestärkt.
Man begleitet Caroline durch die irische Landschaft und sieht alles lebendig vor sich, das Meer, die tosenden Wellen, die wilden Klippen, die grünen Wiesen und eben die alten Schlösser und Burgen.
Es sind aber nicht nur die anschaulichen Beschreibungen der Landschaft und der Menschen, der gesamte Erzählstil hat mir sehr gut gefallen. Überwiegend spielt das Ganze in der Gegenwart. Dann gibt es Ausschnitte aus dem alten Roman des irischen Schriftstellers und man erfährt viel über die Vergangenheit einer Amy Sheridan, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelebt hat und einiges durchmachen musste.
Zum Ende laufen die Fäden dann zusammen und es entsteht ein stimmiges Gesamtbild.

Zu den Charakteren kann ich sagen, dass ich Caroline gleich mochte, obwohl ich manchmal fand, dass sie ein wenig überreagiert in Bezug auf ihre Tochter. Aber das sieht sie ja später dann auch selbst ein.
Kim ist am Anfang ein nerviger Teenager, macht aber dann eine positive Entwicklung durch.
Amys Geschichte hat mich sehr berührt. Es ist heute kaum vorstellbar, dass eine Frau so etwas durchleben und durchleiden muss, aber es waren andere Zeiten und Irland ist auch selbst heute noch ein streng katholisches Land mit teilweise altmodischen Moralvorstellungen. Das erklärt die Autorin auch im Nachwort.

Fazit: Eine wunderbar erzählte Geschichte, die mich durchweg gut unterhalten hat und die ich jedem Irlandfan und denen, die es werden wollen, empfehlen kann.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Was wäre, wenn Graf Dracula keine Erfindung wäre?

Department 19 - Die Wiederkehr
1

Inhalt: Nach der grauenvollen Attacke auf die Insel Lindisfarne haben Jamie und Larissa einiges zu verdauen. Jamie kommt kaum über den Verlust seines verunglückten Freundes Frankenstein hinweg, außerdem ...

Inhalt: Nach der grauenvollen Attacke auf die Insel Lindisfarne haben Jamie und Larissa einiges zu verdauen. Jamie kommt kaum über den Verlust seines verunglückten Freundes Frankenstein hinweg, außerdem muss er sich an den Gedanken gewöhnen, dass seine Mutter nun eine Vampirin ist. Und Larissa hadert nach all den schrecklichen Ereignissen mehr denn je mit ihrem Vampirdasein. Ein kleiner Trost ist nur, dass die beiden neue Verbündete und echte Freunde gewonnen haben. Doch viel Zeit im Atemholen bleibt ihnen allen nicht: Denn die Asche des Grafen Dracula wurde von den Vampiren geraubt. Sie rotten sich zusammen - um seine Wiederkehr zu zelebrieren. Dem Department bleiben nur 91 Tage Zeit bis zur Stunde Null: 91 Tage, um den mächtigsten aller Vampire aufzuhalten, bevor er wieder zu voller Stärke kommt...


Drei Monate sind vergangen, seit Jamie Carpenter den mächtigen Vampir Alexandru Rusmanov auf Lindisfarne vernichtet hat und so seine Mutter befreien konnte. Dass sie in einen Vampir verwandelt wurde, konnte er dadurch aber genauso wenig verhindern wie den Tod seines Freundes und Mentors Frankenstein. All das lastet schwer auf dem Siebzehnjährigen, der nun als Agent für das Department 19, auch Schwarzlicht genannt, sein eigenes Team im Kampf gegen Vampire leitet. Immer häufiger kommt es zu Übergriffen von Vampiren auf Menschen und an den Tatorten steht jedes Mal: Er kehrt zurück. Jamie und seine Mitstreiter wissen genau, wer gemeint ist. Dracula, der mächtigste Vampir aller Zeiten. Sollte er zu seiner alten Macht zurückkehren, würde die Welt nie mehr dieselbe sein. Ihnen bleiben genau 91 Tage, denn diesen Zeitraum braucht der Vampir, um sich zu regenerieren, das haben Wissenschaftler bei Schwarzlicht berechnet.

"Die Wiederkehr" ist der zweite Teil der Reihe und es ist etwa zwei Jahre her, seit ich den ersten Teil gelesen habe. Anfangs hatte ich ein paar Probleme, wieder in die Geschichte einzusteigen, aber der Autor gibt ausreichend Erklärungen, ohne dass die Wiederholungen zu viel werden. In Rückblicken erfährt man auch ein paar Dinge über Dracula und seine Vergangenheit.
Wie schon im ersten Teil sind die Vampire hier keine braven, abstinenten, in der Sonne glitzernden Milchbubis, sondern richtig schön böse. Allen voran natürlich Dracula selbst, aber auch seine Verbündeten. Die Geschichte ist auch oft ziemlich blutig und brutal, also sicher nichts für Twilight-Fans.
664 Seiten sind nicht wenig, aber Langeweile kam beim Lesen bei mir nicht auf. Das Ganze ist fesselnd erzählt, der Schreibstil flüssig und der Perspektivwechsel der Kapitel hält den Leser "bei der Stange". Irgendwas passiert immer und es gibt überraschende Wendungen.
Auch die Charaktere sind interessant und vielschichtig.
Da wäre als erstes natürlich Jamie Carpenter, der mit siebzehn eigentlich noch ein Junge ist, aber durch die Ereignisse der Vergangenheit und seine Tätigkeit beim Department schnell erwachsen geworden ist. Ich mochte ihn schon im ersten Teil.
Sympathisch fand ich auch Valentin Rusmanov, obwohl ich - genau wie Schwarzlicht - zunächst misstrauisch in Bezug auf seine Absichten war.
Auch Larissa und Kate mochte ich sehr, zusammen mit Jamie sind sie ein tolles Team.

Obwohl die Bücher wohl als Jugendbücher angesehen werden, sind sie nichts für Zartbesaitete und ich würde eine Leseempfehlung erst ab 16 Jahren geben. Und sie sollten chronologisch gelesen werden, weil einem sonst zu viel Wissen fehlt.

1. Die Mission
2. Die Wiederkehr
3. Das Gefecht

Ich fand "Die Wiederkehr" jedenfalls durchweg spannend und gerade zum Ende hin, konnte ich das Buch kaum noch weg legen.

Und ganz toll finde ich das Cover. Besser, als das der HC-Ausgabe.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Tempe Brennan wieder im Einsatz

Das Grab ist erst der Anfang
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Klappentext: Forensikerin Tempe Brennan ermittelt bei einer Reihe seltsamer Todesfälle: Drei Frauen wurden ermordet, alle auf grausame, aber verschiedene Weise. Doch Tempe kann schließlich die Handschrift ...

Klappentext: Forensikerin Tempe Brennan ermittelt bei einer Reihe seltsamer Todesfälle: Drei Frauen wurden ermordet, alle auf grausame, aber verschiedene Weise. Doch Tempe kann schließlich die Handschrift eines Serienkillers erkennen. Umso schockierter ist sie, als man ihr vorwirft, sie habe eine Autopsie manipuliert und ein Verbrechen vertuscht. Was Tempe nicht weiß: Ihre Arbeit wird sabotiert. Von jemandem, der sie um jeden Preis scheitern sehen will ...
Die forensische Anthropologin Temperence Brennan muss aufgrund eines anonymen Anrufes Rede und Antwort in einem alten Fall stehen. Gemeinsam mit Andrew Ryan reist sie nach Chicago, kann die Vorwürfe aber entkräften. Trotzdem nagt diese Sache an der so gewissenhaften Forensikerin. Wer hat etwas gegen sie und warum? Im Institut von Montreal taucht schließlich auch noch ein Drohbrief auf und jemand scheint ihre Arbeit an einem gefundenen Skelett zu sabotieren.
Die Stimmung im Institut ist auch nicht die beste, denn der Chef La Manche ist seit längerem krank und eine neue Kollegin bringt Unfrieden ins Team
Hinzu kommen die Morde an mindestens drei älteren Frauen, die anscheinend nichts gemeinsam haben. Ryan ermittelt und Brennan versucht ihr Möglichstes, ihm bei der Suche nach dem Mörder zu helfen. Dabei kommt sie dem Täter anscheinend näher als gedacht...
Dies ist bereits der 12. Teil der Reihe und wie immer hat er mir gut gefallen. Fast noch unterhaltsamer als den eigentlichen Fall finde ich immer den verbalen Schlagabtausch zwischen Brennan und Ryan. Auch Brennans Diskussionen mit ihrem Kater Birdie waren wieder sehr amüsant.
Nun bin ich auch wieder "drin".

Veröffentlicht am 22.07.2019

Spannend und düster

Die schwarze Frau
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Vermont in New England im Jahr 1950. Idlewild Hall ist eine Schule für Mädchen und junge Frauen, die in der Gesellschaft keinen Platz haben. Katie, Cecilia, Roberta und Sonia teilen sich ein Zimmer und ...

Vermont in New England im Jahr 1950. Idlewild Hall ist eine Schule für Mädchen und junge Frauen, die in der Gesellschaft keinen Platz haben. Katie, Cecilia, Roberta und Sonia teilen sich ein Zimmer und außerdem ihre Geheimnisse. Und sie alle haben etwas gemeinsam, denn ihnen allen ist der Geist der toten Mary erschienen, ein Mädchen in einem altmodischen Kleid, das angeblich auf dem Gelände der Schule vor vielen Jahren gestorben ist. Als eine von den vieren unter mysteriösen Umständen verschwindet, sind die verbliebenen Mädchen überzeugt, dass ihre Freundin ermordet wurde. Hat Mary irgendetwas damit zu tun?
Im Jahr 2014 steht Idlewild Hall lange leer und zerfällt immer mehr. Als die Journalistin Fiona davon hört, will sie unbedingt eine Story über das Anwesen schreiben. Vor zwanzig Jahren wurde dort ihre ältere Schwester ermordet und ihre Familie ist daran zerbrochen. Als bei den Renovierungsarbeiten eine weitere Mädchenleiche gefunden wird, beginnt Fiona intensiv zu recherchieren und stößt dabei auf dunkle Geheimnisse der Vergangenheit, die besser im Verborgenen geblieben wären.

Meine Meinung:
"Die schwarze Frau" ist ein atmosphärischer Spannungsroman, der mich von Anfang bis Ende in seinen Bann zog. Auf zwei Zeitebenen geschrieben, erzählt er zum einen die Geschichte von vier Mädchen, die im Jahr 1950 in der Idlewild Hall Schule zusammen fanden, weil sie eines gemeinsam hatten: Die Gesellschaft hat sie mehr oder weniger abgeschoben, denn zur damaligen Zeit passten sie nicht in das Allgemeinbild. Im Laufe des Buches erfährt man von jeder ihre Geschichte und die Schilderungen sind oft emotional und aus heutiger Sicht fragt man sich manchmal, was denn jetzt an dem Verhalten so schlimm war, dass das Mädchen einfach aufgegeben wurde. Aber es waren eben andere Zeiten.
In der Gegenwart wird aus Sicht der Journalistin Fiona erzählt, die vor 20 Jahren ihre Schwester verloren hat und damit auch ihre Familie, die daran zerbracht. Fiona selbst hat nie wirklich abgeschlossen mit dem Mord, auch wenn der Täter im Gefängnis sitzt. Aber hat er es auch wirklich getan? Sie hat eine Mauer um sich aufgebaut und kann menschliche Nähe nur schwer zulassen. Einzig der Polizist Jamie kann diese Mauer zum Teil durchdringen.

Durch den Geist von Mary Hand erhält das Buch einen Hauch von Mystery und einen gewissen Gruselfaktor, denn die Erscheinungen der schwarz gekleideten Gestalt sind wirklich gut geschrieben.
Überhaupt hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen und durch die teilweisen Cliffhanger am Ende eines Kapitels, wenn es nach 1950 erstmal wieder im Jahr 2014 weitergeht, bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten.

Das Buch ist übrigens nicht zu verwechseln mit "Die Frau in Schwarz" von Susan Hill, das mit Daniel Radcliffe verfilmt wurde.

Fazit: "Die schwarze Frau" ist ein fesselnder und düsterer Pageturner, den ich auf jeden Fall weiter empfehlen kann. Wer noch Lesestoff für Oktober um Halloween sucht, liegt hier genau richtig.