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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.08.2019

leichte Sommerlektüre

Rückkehr ins kleine französische Landhaus
1

Hellen Pollard erzählt in ihrem 2. Band von Emmy, die nach persönlicher Krise als Managerin/Hilfskraft in ein französisches Gästehaus einzieht, um in dem kleinen Dorf heimisch zu werden. Ihr zur Seite ...

Hellen Pollard erzählt in ihrem 2. Band von Emmy, die nach persönlicher Krise als Managerin/Hilfskraft in ein französisches Gästehaus einzieht, um in dem kleinen Dorf heimisch zu werden. Ihr zur Seite gestellt sind wunderbar fein charakterisierte Nebendarsteller, die ein buntes Bild der Szenerie entwerfen: Dorfbewohner, Funktionsträger und natürlich sehr unterschiedliche Gäste. Die Protagonistin hat im Verlauf des Sommers einige Herausforderungen privater und geschäftlicher Natur zu bestehen, besinnt sich aber immer wieder auf die ihr wesentlichen Werte zurück und kommt damit zum Erfolg. Außerdem wird ansatzweiße versucht, uns Leserinnen etwas Einblick in das Leben in Frankreich zu geben. Fazit: Eine nette kleine Lektüre für laue Sommerabende.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Gefühl
Veröffentlicht am 01.07.2019

schöne Kulturbeschreibung

Das Licht der Toskana
1

Frances Mayes erzählt als staunende Amerikanerin über die Ästhetik eines Lebens in der Toskana. 5 Frauen bilden den szenischen Hintergrund der Kulturbeschreibungen: 3 von ihnen treffen sich noch in Amerika ...

Frances Mayes erzählt als staunende Amerikanerin über die Ästhetik eines Lebens in der Toskana. 5 Frauen bilden den szenischen Hintergrund der Kulturbeschreibungen: 3 von ihnen treffen sich noch in Amerika bei der Besichtigung einer Seniorenresidenz, befreunden sich und beschließen, sich nicht auf das eintönige Reglement der Residenz einzulassen, sondern gemeinsam ein Haus in der Toskana zu mieten. Dort treffen sie auf eine Schriftstellerin, die ebenfalls ursprünglich aus Amerika, in ihrer Nachbarschaft am Erbe und den Memoiren einer Dichterin arbeitet.
Die fünft, samt einer absolut unübersichtlichen Vielzahl an weiteren Dorfbewohnern, Freunden, Familienangehörigen und Bekannten lernen sich und ihre Geschichten kennen, teilen einander ihre Verwundungen und Enttäuschungen des Lebens mit und machen sich v.a. in rasantem Tempo mit der Kulinarik, Botanik und Kultur Italiens bekannt. Sie reisen, entdecken neue Leiden- und Liebschaften, unterhalten sich und kochen. Mindestens auf jeder 2. Seite wird irgend ein Gericht beschrieben, bzw. ein Essen zelebriert.
Eine tatsächliche Handlung konnte ich ab der vielen Akteure nicht erkennen. Der Lesefluss wird erheblich dadurch gestört, dass nicht immer sofort zu erkennen ist, von wem gerade erzählt wird und in welcher Situation diese Person gerade steckt. Wer eine dichte Beschreibung eines romantisierenden Toskanalebens sucht, ist hier genau richtig. Wer einen Roman mit Hauptfiguren und Handlungen erwartet, wird von ellenlangen Detailbeschreibungen, komplizierten Biographiefetzen und durcheinandergewürfelten Erinnerungsstücken enttäuscht.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
  • Figuren
Veröffentlicht am 05.10.2020

ideal für Nala-Fans

Nalas Welt
0

Dean, inzwischen mit seiner Katze ein erfolgreicher Sozial-Media-Star erzählt hier von den ersten ca. 2 Jahren, die er mit Nala auf seiner Weltreise mit dem Fahrrad erlebt hat.
Wir radeln mit ihm durch ...

Dean, inzwischen mit seiner Katze ein erfolgreicher Sozial-Media-Star erzählt hier von den ersten ca. 2 Jahren, die er mit Nala auf seiner Weltreise mit dem Fahrrad erlebt hat.
Wir radeln mit ihm durch Süd- und Osteuropa, lernen, dass es nicht darauf ankommt, möglichst schnell voran zu kommen, sondern sich auf die immer wieder neuen Situationen einzulassen, Umwege zu gehen und sich um Herzensanliegen zu kümmern. Der einst auf Abenteuer getrimmte Dean erfährt mit der zufälligen Begegnung einer Katze, die ihn nicht mehr loslässt, wie sinnstiftend es ist, Verantwortung zu übernehmen und sich um ein anderes Wesen zu kümmern. So ist es letztlich der Bericht eines Erwachsen-Werdens, der schließlich mit der Corona-Krise und den damit verbundenen Reisebeschränkungen vorerst unterbrochen wird.
Dean erzählt selbst und teilt mit uns auch einige seiner Bilder. Für alle Fans seiner Social-Media-Profile ist dieses Buch sicher wertvoll.
Für Lektürefreunde muss einschränkend gesagt werden, dass naturgemäß die Erlebnisberichte im Vordergrund stehen und sich deshalb ziemlich schnell die Grundmuster der einzelnen Passagen wiederholen: Dean hat irgendein Vorhaben, das dann entweder durch seine Katze oder äußere Umstände nicht gelingt oder in Gefahr gerät, so dass er sich der Situation anpassen muss und dabei so manch schöne Überraschung erlebt.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Thema
Veröffentlicht am 14.09.2020

brutal und spannend

Das Schicksal der Henkerin
0

Das Schicksal der Henkerin ist die gelungene Fortsetzung eines ersten Bandes, der sich aber auch prima solo lesen lässt. Im Mittelpunkt steht Melisande, gegenwärtig Gattin eines erfolgreichen Händlers ...

Das Schicksal der Henkerin ist die gelungene Fortsetzung eines ersten Bandes, der sich aber auch prima solo lesen lässt. Im Mittelpunkt steht Melisande, gegenwärtig Gattin eines erfolgreichen Händlers aus Rottweil, die in einer furchterregenden Vergangenheit ihre Herkunftsfamilie verloren hat und deren Rachefeldzug nicht nur sie selbst, sondern auch ihren Mann und ihre Kinder in höchste Gefahr bringt.
Den beiden Autoren gelingt es fabelhaft, die Brutalität, Grausamkeit und Härte des Lebens im Neckartal des 14. Jahrhunderts zu schildern. Wer sich nicht vor Schwertschlägen, Morden ohne Ende, Vergiftung und vielen Toten graust, der hat hier ein extrem spannendes Werk vor sich. Literarisch ist das Werk sehr gut komponiert und lässt an Spannung und Lesedrand nichts zu wünschen übrig. Für zart besaitete Leserinnen ist es dann aber doch zu sehr von Gewalt und Blut triefend, zumal sich die Handlung dann doch vor allem immer und immer wieder darum dreht, dass eine vermeintlich naheliegende Lösung durch ein erneutes Unglück, bzw. Glückssträhne der Gegner wieder in weite Ferne rückt.

  • Cover
  • Handlung
  • Figuren
  • Atmosphäre
  • Thema
Veröffentlicht am 04.05.2020

Olle Lindberg: Bork der Bäumling

Bork - Der Bäumling
0

Maja Blomberg, ein schwedisches Mädchen, wie es normaler nicht sein könnte, trifft in der letzten Ferienwoche bei einem ihrer Waldspaziergänge auf einen Jungen, der so ganz anders ist als sie: Bork entpuppt ...

Maja Blomberg, ein schwedisches Mädchen, wie es normaler nicht sein könnte, trifft in der letzten Ferienwoche bei einem ihrer Waldspaziergänge auf einen Jungen, der so ganz anders ist als sie: Bork entpuppt sich als Bäumling: halb Mensch, halb Baum, mit fantastischen Fähigkeiten (Klettern wie ein Eichhörnchen, Heilen von Pflanzen), aber auch mit großen Defiziten, was das menschliche Leben angeht (schnell muss er sprechen, spielen und essen lernen). Seine wichtigste Eigenschaft aber ist, dass er sich für Maja und deren kleinen Bruder schnell zu einem wunderbaren Freund entwickelt, den sie nicht mehr missen wollen. Mit einiger Überzeugungskraft gelingt es den dreien gemeinsam, auch die Blomberg-Eltern davon zu überzeugen.
Die Gestalt basiert auf einer Legende der Wikinger, wobei die Entstehung der Welt von menschenähnlichen Bäumen geprägt war. So steht die Erzählung auf einer Zwischenebene zwischen realistischer Schilderung der heutigen Kinderwelt und der fantastischen Legendenwelt früherer Zeit. Sobald Kinder dies auseinanderhalten und sich auch in Sagenwelten einfinden können, haben sie hier sicher ihren Spaß daran.
Sprache und Thematik des Buches eignen sich deshalb wohl eher für Kinder ab 8 Jahren (statt der ausgezeichneten 7). Neben dem Thema Freundschaft, die auch in Widerständen und Gefahren Bestand hat, steht der wertschätzende Umgang mit der Natur im Vordergrund.
Kleine Skizzen auf jeder Seite, mittellange Kapitel und eine mittelgroße Schrift sind nicht für Leseanfänger, wohl aber für LeserInnen ab der 3. Klasse gut geeignet. Einen über die benannten Aspekte hinausgehenden pädagogischen Dukus konnte ich nicht erkennen – muss ja auch nicht in jedem Buch sein. Für Naturliebhaber ist es eine schöne Abwechslung – im nächsten Jahr folgt Band 2.

  • Geschichte
  • Stimmung
  • Fantasie
  • Cover