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Veröffentlicht am 19.07.2018

Sehr lesenswert!

Ghost Lover
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Inhalt
Die Autorin Ella erbt unverhofft ein altes Cottage im schönen England und macht sich sofort auf die Reise um es zu besichtigen. Dort angekommen verliebt sie sich auf den ersten Blick in das wunderschöne ...

Inhalt
Die Autorin Ella erbt unverhofft ein altes Cottage im schönen England und macht sich sofort auf die Reise um es zu besichtigen. Dort angekommen verliebt sie sich auf den ersten Blick in das wunderschöne Haus und verbringt direkt ein paar Tage dort. Unterdessen versucht Steven Stapleton, Viscount von Wyndham, ihr
den alten Witwensitz abzuluchsen, indem er ihr Schauergeschichten erzählt - Ella jedoch lässt sich nicht abschrecken und verneint den Verkauf. Eines Tages begegnet sie jedoch tatsächlich dem Geist des attraktiven Marcus Stapleton, einem Vorfahren des aufdringlichen Viscounts und erschrickt erstmal fürchterlich. Nach und nach kommen sich die beiden jedoch näher, lernen sich besser kennen und bald schon beginnt eine erotische Liebschaft zwischen den beiden. Doch nicht nur der Geist hält sie auf Trab, auch eine Schlägerbande, die es auf Ella abgesehen hat, Geisterhafte Stimmen (die nicht von Marcus stammen) und der aufdringliche Steven Stapleton setzen ihr gehörig zu...

Fazit
Bei "Ghost Lover" handelt es sich um einen erotischen Roman der Autorin Ivy Paul. Bisher hatte ich noch keinen Roman dieser Art gelesen und ging an das ganze doch ein bisschen skeptisch aber sehr neugierig heran. Die Geschichte, auch die Nebenaspekte sind durchaus interessant, zeitweise auch sehr spannend. Außerdem liest man wunderschöne Beschreibungen des alten Cottage's und kann es sich richtig gut vorstellen - zeitweise fühlt man sich, als ob man dort wäre und all die Eindrücke selbst mitnehmen könnte. Auch die erotischen Szenen zwischen Marcus und Ella sind wunderschön ausgearbeitet und wirken keinesfalls obszön oder billig. Einzig die Häufigkeit der sexuellen Handlungen der beiden hat mich dann doch irgendwann regelrecht genervt, leider weiß ich jedoch nicht ob dies in erotischen Romanen generell einfach der Standard ist, oder ob es hier wirklich sehr häufig vorkommt. Irgendwann hatte ich zumindest den Eindruck dass der Autorin selbst keine neuen Ideen mehr kamen und so einfach nur die Orte gewechselt und die Textpassagen stellenweise komplett übernommen wurden - aber das nur so als kleine Kritik.

Der Humor fehlte bei diesem Roman ebenfalls nicht, so manche Szene brachte mich sehr zum Schmunzeln und die Seiten flogen nur so dahin. Die Charaktere waren alle überaus schön und liebevoll beschrieben, besonders Marcus Stapleton - er war der perfekte Gentlemen und brachte etwas altertümlichen Schwung in die sonst so moderne Geschichte. Seine Sprache und sein besonderes Auftreten machten ihn einfach zu etwas besonderem und glichen das gegen Ende etwas weinerliche Verhalten der Hauptprotagonistin wieder aus.

Ella selbst sollte eine selbstständige, emanzipierte Frau darstellen, was die meiste Zeit des Buches auch ganz gut rüberkam. Gegen Ende jedoch (nur um den vorhergehenden Satz einmal aufzugreifen) wird sie eher weinerlich, ängstlich und sehr anhänglich, was ich eher als störend betrachtete, vorallem weil ich mich nicht wirklich in sie hineinverstetzen und ihre Emotionen nachempfinden konnte.

Die Nebengeschichte mit der Schlägerband fand ich durchaus gelungen und sehr interessant, es peppte die Geschichte etwas auf und verlieh dem ganzen ein wenig Würze. Besonders gut gefallen hat mir auch die "Sprache der Blumen", die Marcus immer wieder anwendet und gegen Ende auch wunderschön erklärt - ich persönlich werde mir das in Ehren halten und in Zukunft etwas mehr über die Bedeutung der einzelnen Blumen nachdenken, bevor ich sie verschenke (auch wenn die meisten vermutlich keine Ahnung davon haben). Sonistge Charaktere, wie Sophie, Beth oder Steven Stapleton fand ich sehr schön gestaltet, allerdings mit relativ wenig Tiefgang - man merkt, dass sie alle wirklich nur als Nebencharaktere gedacht sind. Dies störte mich als Leser jedoch relativ wenig, im Prinzip waren ja auch nur Ella und Marcus als Figuren wirklich von Bedeutung.

Insgesamt bin ich von der außergewöhnlichen Sprache (durch Vermischung von "Moderne" und "Altertum") und dem Inhalt jedoch durchaus überzeugt und könnte mir gut vorstellen in Zukuft öfter Bücher dieses Genres zu lesen - irgendwie habe Gefallen daran gefunden! Die Kapitel an sich waren ausreichend lang und an den richtigen Stellen gesetzt, die Sprache war gut verständlich und sehr sehr schön ausgearbeitet. Einzig die Schrift hätte etwas größer sein können - bei Müdigkeit waren die Buchstaben doch manchmal schwerer zu entziffern.

Veröffentlicht am 19.07.2018

Romeo und Julia - mal anders!

Julia für immer
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Inhalt
Was geschah, in Verona 1304? Ermordete sich Julia selbst weil sie dachte ihr Geliebter Romeo sei dahingeschieden? Oder ermordete Romeo gar seine Julia um Unsterblich zu werden? 700 Jahre später ...

Inhalt
Was geschah, in Verona 1304? Ermordete sich Julia selbst weil sie dachte ihr Geliebter Romeo sei dahingeschieden? Oder ermordete Romeo gar seine Julia um Unsterblich zu werden? 700 Jahre später verhindert Romeo als Söldner der Apokalypse dass Liebende zueinander finden, während Julia versucht, im Autrag der Botschafter des Lichts, die wahren Liebenden, die Seelenverwandten, zueinander zu bringen. Die beiden ehemalig verliebten Kämpfen also auf unterschiedlichen Seiten, jeder auf eigener Mission. So kommt es, dass Julia's Seele in den Körper von Ariel schlüpft und Romeo's Seele in die des Dylan und sich die beiden erneut in einem erbitterten Kampf gegenüberstehen - doch dieses Mal könnte es ihr letzter Kampf sein, wenn sie nicht ihre große Liebe wiederentdecken...

Zitate
"Sie kämpft für das Licht, er für die dunkle Macht;
ringen um den Funken, der die Liebe entfacht.
Sie sind da, wo immer sich zwei wahrhaftig lieben,
die mutige Julia und Romeo, böse und durchtrieben."

"Es scheint mir noch nicht so lange her zu sein, dass ich auch so war - jung und naiv und bereit, an gut aussehende Jungs und die ewige Liebe zu glauben."

"Plötzlich sehe ich aus den Augenwinkeln etwas Blaues aufleuchten, nur ganz kurz, wie eine Lichtrefleion auf dem Wasser. Ich hätte mich auch gar nicht umgedreht, wenn da nicht auf einmal dieser Geruch hinzugekommen wäre. Rosmarin und Lavendel, Staub von den Feldern, der an edlem Satin haftet, von der Sonne erwärmte Haut und ein Hauch von Meer, obwohl Venedig zwei Tagesritte entfernt ist. Es ist der Geruch von Verona, der Geruch von Zuhause, ein Duft, der mich erschaudern lässt."

"Nicht jeder findet seine wahre Liebe. Es gibt hunderte perfekt zueinander passende Liebende, die in ihrer Beziehung nie an den Punkt kommen, dass sie die Aufmerksamkeit von Licht und Dunkel auf sich ziehen. Wenn Romeo und ich geschickt werden ist es in der Regel zu spät für eine friedliche Trennung, aber was ist, wenn..."

"Die Liebe will nicht, dass Menschen in Unwissenheit und Angst leben. Die Liebe stellt nicht den Gehorsam über alles andere. Die Liebe urteilt nicht und misst nicht manchen Leben - oder Beziehungen - mehr Wert zu als anderen. Die Liebe benutzt Menschen nicht und wirft sie nicht einfach so weg. Die Liebe bleibt und macht einen stärker, auch wenn derjenige, den man liebt, tot ist."

"Manchmal besteht der Kampf für die Liebe eben nicht nur aus Angst und Verzweiflung und dem Ringen ums Überleben. Manchmal ist es eine ganz wunderbare Aufgabe."

Fazit
"Julia für Immer" ist der erste Band der Duologie um Romeo und Julia, von Stacey Jay. Anfang war ich zugegebenermaßen doch etwas skeptisch - Söldner der Apokalypse, Botschafter des Lichts, verschmolzen mit der Wohl schönsten Liebesgeschichte zwischen Himmel und Erde? Nunja, das versprach auf jedenfall interessant zu werden. Alles in allem bin ich von der Geschichte aber durchaus überzeugt worden - es ist spannend, voller Gefühle und im Laufe der Geschichte macht auch die Söldner/Botschafter - "Nummer" eine sehr überzeugende Figur und peppt die Geschichte nochmal regelrecht auf, die Spannung kommt keinesfalls zu kurz. Die Liebesgeschichte darf in einem Roman mit "Romeo und Julia" natürlich auch nicht fehlen und so kommt auf jeder Romantik-Fan auf seine Kosten und leckt sich nahezu die Finger nach mehr. Auch die Sache mit den Seelenverwandten wird wunderschön erklärt und umgesetzt und auch wenn das mittlerweile "allseitsbekannte" (zumindest ich lese es mittlerweile ständig) Aura-sehen auch hier zur Sprache kommt ist es abgemildert und nur von geringfügigerer Bedeutung.

Julia ist "dieses Mal" in Ariel's Körper geschlüpft, ein Mädchen, dass zwar wunderschön zu sein scheint, durch einen Unfall jedoch mit Narben "verunstaltet" ist und deren Leben dementsprechend gekennzeichnet ist von Hänseleien und Unsicherheiten. Auch wenn Julia Ariel's Körper zeitweilig "besetzt", so ist Ariel's Seele nicht tot sondern schwirrt irgendwo in einem "Nebel" umher und wartet darauf, bis Julia ihre Aufgabe erfüllt hat. Trotzdem erfahren wir eine Menge über ihre Charakterzüge, vorallem weil Julia immer versucht ähnlich zu handeln wie der "Inhaber" des Körpers, in dem sie steckt, damit sie nicht allzu sehr auffällt. Ariel selbst scheint ein schüchternes, verunsichertes Mädchen zu sein, dass sich dank ihrer Mutter und einer eher arroganten besten Freundin ihrer Schönheit und Besonderheit gar nicht bewusst zu sein scheint, weswegen Julia versucht die Beziehungen zu Ariel's Mutter (die ja nicht weiß, dass eine Fremde den Körper ihrer Tochter "besetzt"), sowie ihrer besten Freundin Gemma zu verbessern und ihr somit das Leben zu erleichtern. Sie versucht die Dinge gerade zu rücken, die Ariel nicht verändern konnte oder wollte weil sie dafür schlechtweg zu nett und schüchtern war. Julia findet sich im Grunde aber ganz gut in Ariel's Welt zurecht, kümmert sich um ihr Leben und versucht ihre Aufgabe bestmöglich zu vollenden und Ariel dabei gleichzeitig etwas gutes zu tun. Im Laufe des Romanes handelt sie dann aber doch hin und wieder eher so, wie sie es gerne hätte, einfach weil sie nicht anders kann. Ihre Charakterzüge vordern diverse Verhaltensweisen und -maßnahmen und auch die Gefühle, die sie entwickelt zwingen sie manchmal anders zu handeln als gut für sie ist. Julia ist eine starke Persönlichkeit, die sich immer durchzusetzen versucht, gleichzeitig aber ein riesiges Herz für andere hat. Ihre Gefühlswelt ist wunderbar und für den Leser so nachvollziehbar, so greifbar. Man glaubt die ganze Zeit über Julia zu kennen und irgendwie fühlt es sich an, als könnte man ihre beste Freundin sein - einfach weil man sich ihr über die Maßen verbunden fühlt.

Romeo, der den Körper von Dylan übernommen hat, ist in dieser Geschichte ausnahmsweise der "Bösewicht" - eine Rolle die ihm extrem gut zu Gesicht steht und die ihn irgendwie umso verführerischer und anziehender macht. Eigentlich sollte man ihn für sein Verhalten und seine Taten hassen, doch irgendwie kann man das einfach nicht - dazu fühlt man sich ihm doch zu nah. Romeo scheint egoistisch, besserwisserisch, kämpferisch, hinterhältig und gehässig, gleichzeitig ist er aber auch einfach nur Romeo. Romeo ist ein Söldner der Apokalypse, er versucht immer einen der Liebenden auf seine Seite zu ziehen und ihn dazu zu bringen seinen Seelenverwandten zu töten - nur so kann er einen neuen Söldner erschaffen und seine Betreuer zufrieden stellen. Anders als Ariel verweilt Dylan's Seele nicht irgendwo im Nebel, denn Dylan stirbt zu Beginn der Geschichte und Romeo übernimmt seinen toten Körper. Über Dylan selbst erfährt man nur wenig, lediglich dass er keine besonders tolle Familie zu haben scheint und selbst auch nicht die netteste Persönlichkeit ist/war.

Ben und Gemma, zwei der wichtigsten "Neben"charaktere, sind überaus interessante und ebenfalls sehr tiefgreifende Charaktere. Oftmals ist nicht immer alles so wie es scheint und man darf sich auch einige Überraschungen gefasst machen. Trotzdem wachsen einem Ben und Gemma sehr ans Herz, auch wenn Gemma hin und wieder doch sehr unsensibel ist und man ihr dafür am liebsten eine scheuern würde. Ben ist liebreizend, charmant und einfach (meistens) nur toll, man muss ihn einfach lieben! Generell sind die Charaktere in diesem Buch äußerst liebevoll ausgearbeitet und man will keinen einzigen von ihnen missen.

Alles in allem hat mich dieses Buch mehr als überzeugt, es hat mich sogar dazu gebracht es nicht mehr aus der Hand legen zu wollen und sehr schnell durchzulesen! Ich bin über die Maßen begeistert und freue mich schon wahnsinnig auf den zweiten Band, der allerdings erst im Januar 2013 erscheint. Die Sprache ist gut verständlich, ohne Fachausdrücke und der Roman wurde sehr flüssig geschrieben. Die Kapitel sind genau an den richtigen Stellen gesetzt und weder zu kurz noch zu lang. Der Roman wurde in der Gegenwartsform geschrieben und aus der Sicht von Julia/Ariel erzählt.

Veröffentlicht am 19.07.2018

Blutig, aber auch gefühlvoll

Mein Wille sei dein Wille
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Inhalt
Lindsay O'Neil, die selbst noch mit einer schweren Kindheit zu kämpfen hat, weil sie aus einer gewaltreichen Alkoholiker-Familie kommt, hat es sich zur Aufgabe gemacht misshandelten Frauen zu helfen ...

Inhalt
Lindsay O'Neil, die selbst noch mit einer schweren Kindheit zu kämpfen hat, weil sie aus einer gewaltreichen Alkoholiker-Familie kommt, hat es sich zur Aufgabe gemacht misshandelten Frauen zu helfen und arbeitet nun in ihrem selbst eröffneten Frauenhaus. Eines Morgens findet ihre Mitarbeiterin Ruby neben den Mülltonnen eine Leiche. Ausgerechnet Lindsay's "noch - Ehemann", der als Mordkommissar arbeitet, übernimmt den Fall und als weitere Leichen auftauchen und Lindsay Botschaften besonderer Art enthält wird schnell deutlich: Der Täter hat eine besondere Verbindung zu ihr und er wird nicht aufhören zu morden...

Zitate
"Die Frau grinste, als wüsste sie es besser.
>Ich wüsste, was ich tun würde, wenn mein Mann mich schlagen würde - ich würde ihn erschießen.<
Nervöses Kichern plätscherte durch die Reihen. Lindsay lächelte.
>Wissen Sie, wie man einen lebenden Frosch kocht?<
Das Kichern erstarb.
>Man setzt ihn in kaltes Wasser und erhöht dann ganz langsam die Hitze. Wenn der Frosch die Gefahr bemerkt, ist es bereits zu spät und das heiße Wasser tötet ihn.<
Die wenigsten im Raum verstanden die Analogie wirklich."

Fazit
"Mein Wille sei Dein Wille" ist ein Thriller von Mary Burton, erschienen im Egmont Lyx Verlag. Im Grunde lese ich hin und wieder gerne einen Thriller, weswegen ich schon gespannt auf den Roman wartete, der dann schließlich am 10.05.2012 in einem meiner Lieblingsverlage erschien. Dieses Mal erwartete mich jedoch nicht nur ein "einfacher" Thriller, besonders interessiert war ich auch an der "Hintergrundthematik" der misshandelten Frauen. Ich war gespannt wie die Autorin mit diesem heiklen Thema umgeht und wie sie es mit ihrem Roman verschmelzen lässt und ich muss sagen: enttäuscht wurde ich keinesfalls. Heraus kam ein spannender, blutiger, aber auch gefühlvoller Thriller, der den Leser sehr zum nachdenken anregt und ihn dazu zwingt das Buch nicht zur Seite zu legen, bis die letzte Seite beendet wurde.

Lindsay, geprägt durch ihre eigenen Erfahrungen als Kind, ist ein sehr gefühlvoller, hilfsbereiter und sympathischer Mensch. Sie lebt für ihre Arbeit und versucht rund um die Uhr, den misshandelten Frauen und deren Kindern in ihrem Frauenhaus einen besonderen Schutz und moralischen Beistand zu bieten - keine ganz leichte Aufgabe. Oftmals geben die Frauen im Endeffekt nach und reagieren auf die Anrufe ihrer Männer oder gehen von selbst zu ihnen zurück - der Gedanke alleine zu sein und ohne "ihn" Leben zu müssen wird von den meisten Frauen nicht ertragen. Und so ist es in Lindsay's Frauenhaus ein auf und ab, Tag und Nacht ist sie für ihre Schützlinge DER Ansprechpartner und immer versucht sie den Frauen mit all ihren Fähigkeiten zu beweisen, dass sie auch ohne ihre Männer zurechtkommen und sie zur Selbstständigkeit zu "erziehen". Immer wieder versucht sie ihnen zu beweisen, dass sich ihre gewalttätigen Männer nicht ändern werden, auch wenn ihre Anrufe und Kontaktversuche durchaus liebreizend, geduldig und nett erscheinen mögen. Als die Leiche in der Nähe des Frauenhauses gefunden wird, fragt man sich natürlich was Lindsay damit zu tun hat - vorallem weil man sie im Laufe des Romanes immer besser kennen lernt und immer mehr mitbekommt, welchen Gerechtigkeitssinn diese Frau besitzt und wie sehr sie prügelnde Ehemänner verabscheut. Gegen Ende des Buches wirkt sie oft sehr leichtsinnig und als Leser möchte man Lindsay einfach nur manchmal an den Schultern packen, sie schütteln und sie fragen was eigentlich in ihrem Kopf vorgeht. Trotzdem kann man ihre Gefühle bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen und will ihr einfach nur zur Seite stehen. Die Gefühle, die sie für ihren "Noch - Ehemann" hegt und zu verdrängen versucht sind sehr deutlich erkennbar, trotzdem weiß man als Leser nicht, ob ein "Neuanfang" für die beiden wirklich passend und angebracht wäre - dies ist eine der Situationen, die man als Leser am liebsten dem Autor überlasst und einfach gespannt abwartet was passiert.

Zack, Lindsays Ehemann, scheint trotz seiner Alkoholsucht und seinem Drogenmissbrauch (beides mittlerweile bekämpft) kein schlechter Kerl zu sein und seine Gefühle für seine "Noch - Ehefrau" stehen ihm praktisch ins Gesicht geschrieben. Er ist ein guter Cop und trotz der Tatsache, dass ihn sein Partner auf Grund der "schlimmen Vergangenheit" (Drogen, Alkohol) noch nicht wirklich akzeptiert, setzt er alles auf eine gute Zusammenarbeit und gibt sich redlich Mühe von ihm akzeptiert zu werden.

Lindsays heimliche Mitbewohnerin Nicole Piper, geboren als Christina Braxton, studierte damals zusammen mit Lindsay und ist vor kurzem erst vor ihrem Ehemann geflohen - dank ihrer neuen Identität findet sie sich ganz gut zuerecht und scheint eine sehr nette Frau und gute Freundin für Lindsay geworden zu sein. Ihr Charakter erscheint durchaus sympathisch und auch wenn sie lange Zeit eher die "Ermittlungen" behindert (weil sie Lindsay beispielsweise kein Alibi für die Tatzeiten geben kann, weil Lindsay Nicoles Anwesenheit vertuscht) will man sie nicht wegdenken und schließt die arme Frau einfach ins Herz.

Die restlichen Charaktere wie Zack's Partner, eine TV - Moderatorin, Zack's Familie, die Mitarbeiterin im Frauenhaus etc. scheinen alle sehr gut ausgearbeitet, haben Charakter und Tiefgang und keiner scheint wirklich unsympathisch zu sein - was die Eingrenzung des Täters verdammt schwierig macht. Lange lange Zeit musste ich darüber nachdenken wem ich die Täterschaft zutraue, denn wie immer trügt der erste Schein! Doch ich muss sagen: Bis zum Ende tippte ich nur ins blaue, kam auch nicht auf den richtigen Täter und mag dieses Buch dafür umso mehr. Vorhersehbar ist es also auf keinen Fall. Das Ende, sowie die "Angabe" des Täters erscheint durchaus logisch und hätte wirklich so passiert sein können, keine unlogischen Schlüsse oder Wendungen. Die Thematik der misshandelten und geprügelten Frauen fand ich sehr interessant, vorallem unter dem Aspekt der Vergangenheit der Hauptprotagonistin. Dies alles regte mich doch sehr zum Nachdenken an, wie würde ich mich in solch einer Situation verhalten? Ich bin zwar ähnlicher Meinung wie die Dame oben im Zitat, ich würde eher jemanden erschießen als mich prügeln zu lassen, doch: Lindsay hat mit ihrer Analogie schon recht: Manchmal bemerkt man die Dinge erst dann, wenn es zu spät ist. Alles in allem eine schwierige Thematik, die mich auch nach beenden des Buches nicht richtig losgelassen hat und mit der ich mich zumindest gedanklich noch eine Weile beschäftigen werde.

Das Buch wurde in gut verständlicher, flüssiger Sprache geschrieben, die Kapitel waren nicht zu kurz oder lang und die Seitenanzahl genau richtig.

Veröffentlicht am 19.07.2018

Ein sehr durchschnittlicher dritter Teil...

Riley - Die Geisterjägerin
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Inhalt
Riley, immernoch im Hier & Jetzt als Geisterjägerin tätig, vermisst ihre Schwester Ever nach wie vor wahnsinnig. Als ihr im "Aussichtsraum", der Raum der dazu dient einen Blick auf die "zurückgebliebenen" ...

Inhalt
Riley, immernoch im Hier & Jetzt als Geisterjägerin tätig, vermisst ihre Schwester Ever nach wie vor wahnsinnig. Als ihr im "Aussichtsraum", der Raum der dazu dient einen Blick auf die "zurückgebliebenen" Verwandten und Freunde auf der Erde zu werfen, ein alter Mann von einem Ort erzählt, an dem man über Träume Nachrichten auf die Erde versenden kann, ist sie natürlich sofort Feuer und Flamme und versucht diesen Ort zu finden. Am Ort der Träume angekommen muss sie jedoch feststellen, dass sich dort bereits ein bösartiger Junge niedergelassen hat, dessen einziges Ziel es ist den Träumenden Alpträume zu bescheren...

Zitate
"Jede Seele, jede Person muss ihren eigenen Weg finden - ihre eigene Lektion lernen. Und, seien wir doch ehrlich, die meisten Menschen lernen alles nur auf die harte Tour. Niemand akzeptiert freiwillig Veränderungen. Selbst wenn sie sich in einer Situation befinden, in der sie nicht glücklich sind, finden sich viele Menschen lieber damit ab, als dass sie etwas riskieren und in unbekannte Gefilde aufbrechen. Und ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht schön ist, wenn man das beobachten muss. Aber letzten Endes hat alles sein Gutes. Schwere Zeiten machen uns stärker. Durch harte Prüfungen wachsen wir und werden reifer. Und deshalb können wir nicht alle Menschen vor der Welt beschützen, in der sie leben. Wir müssen zulassen, dass sie lernen, sich selbst durch die Schwierigkeiten zu navigieren. Wenn man sich einmischt, verhindert man, dass sie ihren eigenen Weg finden. Man hemmt sie und hindert sie daran, zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Und das führt zu nichts Gutem."

Fazit
"Die Geisterjägerin" ist der dritte Band der "Riley" Tetralogie von Alyson Noel. Es fällt mir, zugegebenermaßen, etwas schwer eine Rezension über dieses Buch zu schreiben, was vorallem daran liegt das mir die Worte fehlen - was zuweilen recht selten vorkommt. Band 1 fand ich schon nicht über die Maßen berauschend, Band 2 war wieder deutlich besser, bekam in der Wertung sogar 5 Sterne. Und Band 3? Tja, der hat mich dann wieder vollends enttäuscht, was wie bei Band 1 auch schon vorallem daran lag, dass keine wirkliche Story vorhanden war.

Riley befindet sich immernoch im Hier & Jetzt und versucht ihrem Job als Geisterjägerin, Seelenfängerin, oder wie auch immer man ihren "Beruf" bezeichnen möchte, auszuüben. Hin und wieder baut sie etwas Mist, wofür sie sich dann vor dem "großen Rat" rechtfertigen muss und immernoch versucht sie mit allen Mitteln endlich 13 zu werden. Sie scheint aus keiner Erfahrung großartig zu lernen und jegliche "Moral", die in den vorhergegangenen 2 Büchern durchzusickern scheinte kam irgendwie nicht bei ihr an. Glaubte man in Band 2 noch an Besserung, so enttäuschte sie in Band 3 wieder mit egoistischem und kindischem Verhalten und dachte bei ihrem Handeln nie wirklich daran anderen etwas gutes zu tun (z.B. den Seelen zu helfen), sondern war nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht: Durch ihr angeblich "selbstloses" Handeln endlich zu altern. Das ganze Buch über scheint sie an nichts anderes zu denken als endlich ins Teenageralter zu kommen, was dem Leser dann irgendwann gehörig auf die Nerven geht.

Der rote Faden, der die Geschichte markiert, fehlt hier völlig. Zwar will Riley ihrer Schwester Ever eine Nachricht auf die Erde senden und sucht dafür den Ort der Träume auf, doch wirklich passieren will hier auch nichts so recht. Die Geschichte wird hier zwar zeitweilig ganz interessant, da sich die Autorin scheinbar viele Gedanken über die Entstehung und das Eindringen von und in Träume gemacht hat, leider spinnt sie diesen Faden jedoch nicht zur Zufriedenheit des Lesers weiter und der Einblick in die Traum- und später Alptraumwelt bleibt kurz und flüchtig. Sehr schade, wie ich finde, hier wurde einiges an Potenzial verschenkt!

Die "berühmte Moral", wie ich sie in bisher jedem Riley Buch irgendwie finden konnte durfte hier natürlich wieder nicht fehlen (einen Ausschnitt findet ihr bei den Zitaten), dies konnte die Wertung des Buches immerhin etwas heben, denn die Moral kam - zumindest beim Leser - durchaus an, lässt nachdenken und verfolgt einen vielleicht sogar noch bis zum Schließen des Buches und darüber hinaus.

Eher enttäuscht schloss ich letztendlich das Buch ab und gehe mit gemischten Gefühlen an den Gedanken heran, dass in den kommenden Tagen der Abschlussroman der Reihe erscheinen soll. Lesen werde ich ihn auf alle Fälle, vorallem auch weil ich ihn als Rezensionsexemplar angefragt habe, etwas skeptisch bin ich aber trotzdem. Natürlich hoffe ich, dass die Autorin die Reihe zu einem würdigen Abschluss bringen konnte und eventuell überrascht mich dieser kommende Roman ja sogar positiv. Wir dürfen gespannt bleiben. "Die Geisterjägerin" bewerte ich nun folgendendermaßen:

Wertung: 3 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 19.07.2018

Ein absolutes Meisterwerk!

Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele
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Inhalt
Amerika in ferner Zukunft: Das lang heißt jetzt "Panem", ist in zwölft Distrikte unterteilt und wird vom "Kapitol" regiert. Die 16 jährige Katniss Everdeen lebt in Distrikt 12 - dem Distrikt der ...

Inhalt
Amerika in ferner Zukunft: Das lang heißt jetzt "Panem", ist in zwölft Distrikte unterteilt und wird vom "Kapitol" regiert. Die 16 jährige Katniss Everdeen lebt in Distrikt 12 - dem Distrikt der am wenigsten gemocht und dem am meisten Missgunst entgegengebracht wird. Durch illegales Jagen mit ihrem besten Freund Gale versucht das Mädchen ihre kleine Schwester und ihre Mutter zu ernähren, ihr Vater kam bei einem Minenunfall vor Jahren um's Leben und so ist sie der Alleinversorger der kleinen Familie. Das Überleben ist hart, doch irgendwie kommen sie über die Runden. Schlimmer sind die einmal jährlich durchgeführten Hungerspiele, die einem Gladiatiorenkampf ähneln und zu dem pro Distrikt jeweils ein Junge und ein Mädchen antreten müssen. Ausgewählt werden diese per Zufall - durch Auslosung. In diesem Jahr wird Katniss Schwester Primrose gezogen, doch mutig wie sie ist setzt sich Katniss für ihre Schwester ein und nimmt an ihrer statt an den gefährlichen Spielen teil, bei dem nur einer Gewinnen - also überleben - kann. Ihr männlicher Gegenspieler ist ausgerechnet Peeta - ein Junge der ihr vor Jahren mal das Leben gerettet hat und um zu überleben muss sie lange genug überleben und ihn und die anderen 22 Teilnehmer töten...

Zitate
Zitate gibts heute leider keine - hatte eine Menge rausgeschrieben aber dann ist mein PC abgestürzt und ich hatte die Fotos mit den Zitaten schon gelöscht

Fazit
"Tödliche Spiele" ist der erste Band der "Die Tribute von Panem" Trilogie von Suzanne Collins. Sehr sehr lange bin ich um dieses Buch herumgeschlichen, hatte es sogar direkt nach dem Erscheinen gekauft und dann nie gelesen - sogar wieder verkauft weil ich Geld gebraucht hatte. Irgendwann konnte jedoch selbst ich nicht mehr vor diesem Hype fliehen und kaufte mir den ersten Band erneut - und ich habe es keine Sekunde lang bereut. "Tödliche Spiele" fesselt, reißt mit, erschafft ein ganz neues Amerika, mit ganz anderen Bedingungen doch die Werte sind dieselben wie heute: Es zählen immernoch Freundschaft und Gutmütigkeit, Liebe und Zuneigung, Hass und der Wille zu Kämpfen und zu überleben. Gerechtigkeit wird gefordert, doch Gerechtigkeit findet nicht statt, weder in der Zukunft noch in der heutigen Welt. Die Geschichte von Katniss und Peeta hat mich gefesselt, so sehr dass ich, wenn ich nicht lesen konnte weil ich arbeiten, in die Schule oder Schlafen musste, darüber nachgedacht habe oder davon geträumt habe. Immer habe ich mich gefragt wie es weitergeht und was die Protagonisten weiterhin noch erleben werden. Jede Seite habe ich verschlungen, habe mitgefiebert und wollte nurnoch in dieser Welt versinken.

Katniss Everdeen ist ein selbstständiges, reifes, loyales und vernünftiges junges Mädchen. Sie tut alles um ihre Familie ernähren zu können, jagt verbotenerweise im Wald, handelt mit ihrer Beute, beschützt ihre Schwester und ihre Mutter vor allen möglichen Gefahren und steht mit beiden Beinen im Leben. Als ihre Schwester als Kandidatin für die Hungerspiele ausgewählt wird, stürzt sie sich selbst Hals über Kopf ins Abenteuer und versucht ihrer Schwester so das Leben zu retten - denn wer in die Arena muss, kehrt wahrscheinlich nicht zurück. Sie stellt ihr eigenes Leben hinter dass ihrer Schwester, versucht aber trotzdem mit einem wahnsinnigen Kämpferwillen zu überleben. Mit ihrer Intelligenz und ihren Fähigkeiten hat Katniss wunderbare Chancen zu überleben und mit einigen Tricks und Kniffen beisst sie sich durch die meisten Gefahren. Ich als Leser war überaus fasziniert von der Figur der Katniss und wenn ich mir eine Romanfigur aussuchen müsste, der ich am liebsten ähneln würde, dann wäre es wohl Katniss Everdeen. Sie ist großmütig aber nicht hochmütig, intelligent aber nicht arrogant, hilfsbereit ohne leichtsinnig zu sein und hat ein verdammt großes Herz. Meine Sympathie hatte sie von der ersten Seite an und ich bin wahnsinnig gespannt wie es in den anderen beiden Teilen mit Katniss weitergeht. Ihre Gefühlswelt, besonders was Peeta angeht, ist sehr verworren und der Leser merkt schnell, dass sie sich so manches einfach nicht selbst eingestehen kann und will - hoffen wir doch einfach mal, dass das noch kommt!

Peeta Markham - der Junge, der Katniss als Kind mal das Leben gerettet hat. Manchmal wird man nicht so richtig schlau aus ihm, der optimistische Teil in jedem von uns glaubt aber die ganze Zeit daran, dass er nur gutes tut und gutes will. Peeta ist sympathisch, absolut liebenswürdig und schafft es niemals die Rolle des "Bad Boy" wirklich auszuleben oder überzeugend rüberzubringen. Als Leser versteht man nicht, wie Katniss so überzeugt davon sein kann keine Gefühle für ihn zu hegen, würde man ihm doch selbst gnadenlos verfallen - wenn er keine Romanfigur wäre. Ich bin gespannt, wie sich die Geschichte zwischen den beiden noch weiterhin entwickelt!

Die restlichen Tribute verkörpern die unterschiedlichsten Charaktere, jeder ein kleines Kunstwerk für sich, jeder überaus ausgefeilt, tiefgründig und mit jeder Menge Liebe individuell "gestaltet". Ich liebe die Beschreibungen der Charaktere, der Beziehungen untereinander, das Verhalten, die Handlungen, die Gedankengänge. Wahnsinn. Heute verstehe ich wirklich nicht, wie lange ich um dieses Buch herumschleichen konnte ohne es zu lesen und ich bin sicher, dass ich es nicht bereuen werde die anderen Bände zu beginnen. Der Schluss ist absolut genial, Katniss ist absolut genial und ihr Einfallsreichtum ist einfach nur grandios. Aber eines jedoch habe ich mir geschworen: Den Film werde ich mir nicht ansehen. Ich möchte mir meine eigene kleine Welt, die ich mir aus meiner Fantasie aufgebaut habe, einfach nicht zerstören - denn allein die Schauspielerin der Katniss sieht soviel anders aus als ich es mir vorgestellt habe. Also: Kein Film !

Insgesamt konnte mich das Buch mehr als nur absolut überzeugen. Das Buch ist in 3 größere Teile gegliedert, diese nennen sich "Die Tribute" (Teil 1), "Die Spiele" (Teil 2) und "Der Sieger" (Teil 3), die einzelnen Kapitel sind an der perfekten Stelle gesetzt und sie sind nicht zu lang oder kurz. Die Sprache ist einfach und gut verständlich, die Schrift ausreichend groß und gut lesbar.