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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2020

Das war leider gar nicht meins...

Bermuda
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Seit der Vorschau freue ich mich auf dieses Buch. Die Geschichte klingt spannend, brutal und immens fesselnd, die Tatsache, dass ich von diesem Autoren bislang noch nichts gelesen habe, machte mich umso ...

Seit der Vorschau freue ich mich auf dieses Buch. Die Geschichte klingt spannend, brutal und immens fesselnd, die Tatsache, dass ich von diesem Autoren bislang noch nichts gelesen habe, machte mich umso neugieriger.
Eine handvoll Schiffbrüchige, gestrandet auf einer scheinbar einsamen Insel, gekoppelt mit seltsamen Vorkommnissen, mysteriösen Kreaturen und Gefahr, das klingt doch extrem nach dem perfekten Lesestoff für mich.
Leider konnte mich das Ergebnis jedoch absolut nicht überzeugen.

Fangen wir mit dem Schreibstil an. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich vermuten, dass es sich bei „Bermuda“ um das Debüt des Autors handelt. Abgesehen von einigen thematischen Wiederholungen, hören unheimlich viele Sätze mit Wendungen wie „stellte skeptisch fest“, „antwortete schlagfertig“, „rief erfreut“, „dachte pragmatisch“ „ätzte genervt“, usw. auf. Das war auf Dauer echt anstrengend für mich zu lesen und irgendwann überlegt man sich, warum kann man nicht nur einfach "sagen", "antworten" oder "denken"? Das war einfach ein bisschen zu viel für mich.
Dann werden manche Personen dauerhaft mit Vor- und Nachnamen bezeichnet, andere wiederum nicht. Oder es wird zig-mal wiederholt, wer für was auf dem Schiff zuständig war – ich glaube nach dem 5. Mal kann es sich jeder merken…
Das seltsamste war jedoch für mich, dass man sich oft in Umgebungsbeschreibungen verloren hat, ich aber dennoch am Ende kein Bild vor Augen hatte. Irgendwie gingen die Infos nicht an mich ran – was natürlich schade ist, wenn man beim Lesen eines Zustands nicht wirklich weiß, wie man das Ganze zu verstehen hat. Vor allem, weil durch die Beschreibungen auch einige Längen ins Spiel kamen. Nach der 3. Umschreibung und -Entschuldigung- Exkursion in die Mythologie der Maya und/oder Taino, war es mir dann definitiv zu viel! Das Konstrukt entwickelte sich für mich zu etwas holprigem, langatmigem und leider absolut keinem Thriller, geschweige denn einer Horrorstory.
Gefühlt sind wir von Klischee zu Klischee gestolpert -jeder hat ein Geheimnis, ist eigentlich ein ganz anderer, usw.-, haben aber dennoch eigentlich für alles, oh welch Zufall, den richtigen Fachmann dabei. Die eine kennt sich in der alten Maya-Mythologie aus, der andere glänzt mit Militärwissen, theoretischer Physik oder Flora und Fauna (natürlich inkl. der nahezu oder komplett ausgestorbenen Arten). Puhh, sorry, war mir einfach zu viel.
Gekrönt wird das alles noch durch den Abschluss, bei dem man gefühlt NOCH eins draufsetzen musste, mit Dingen, die mir dann nur noch drüber waren. Hier kann ich jedoch ohne zu spoilern leider nicht ins Detail gehen.

Alles in allem war „Bermuda“ leider nicht mein Buch. Ich würde es -nach Überarbeitung der wenigen blutigen Stellen- vielleicht eher in der Jugendbuchecke sehen, ein Horrorthriller war es für mein Verständnis leider nicht, tut mir leid. Vielleicht waren meine Erwartungen, was Spannung und Vorhersehbarkeit angeht einfach zu hoch. Vermutlich liegen der Autor und ich vermutlich einfach nicht ganz auf einer Wellenlänge, aber man kann ja nicht jedem gefallen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.08.2020

ein absoluter Pageturner!

Aus schwarzem Wasser
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Ein Autounfall, bei dem Majas Mutter stirbt. Ihre letzten Worte an sie, ist der Hinweis, dass sie niemandem trauen kann. Doch was genau bedeutet „Niemandem“? Und um was geht es überhaupt? Theoretisch sollte ...

Ein Autounfall, bei dem Majas Mutter stirbt. Ihre letzten Worte an sie, ist der Hinweis, dass sie niemandem trauen kann. Doch was genau bedeutet „Niemandem“? Und um was geht es überhaupt? Theoretisch sollte das egal sein, denn unser Weg mit Maja beginnt in einem Leichensack. IHREM – um genau zu sein… Eigentlich müsste sie tot sein.

Von der ersten Seite an verstrickt uns die Autorin in einen Thriller, der es in sich hat. Wendung über Wendung, und nie weiß man wirklich, wie es weitergeht oder wer am Ende überhaupt heil aus der Geschichte herauskommen wird. Ein Ereignis jagt das nächste und dadurch, dass sowohl die Erzählperspektiven, als auch die Zeiten wechseln -um die Vorgeschichte gleichermaßen mit an den Mann zu bringen-, wurde ich superschnell tief in die Geschichte gesogen.
Doch diese Sogwirkung entstand für mich nicht nur durch die durchgängig vorhandene Action, Gefahr und Gewalt. Auch nicht nur durch das Spiel mit Misstrauen, Verrat und Intrigen – auch wenn diese hierfür jeweils schon ausgereicht hätten.
Nein, mein wohl größter Pluspunkt findet sich in den mannigfaltigen gesellschaftskritischen Aspekten. Ob ethische Grundsätze, rücksichtsloser Umgang mit terrestrischen Ressourcen, Umweltverschmutzung – in diesem, in meinen Augen, perfekt abgestimmten Thriller sind so viele Denkanstöße vorhanden, das sollte jeden zumindest ein bisschen wachrütteln. Zumal die Autorin an mehreren Stellen nachdrücklich verdeutlicht, wer auf diesem Planeten von wem abhängig ist – die Erde braucht UNS ganz sicher nicht ;)

Dies war bislang mein erstes Buch von Anne Freytag, wird aber auf Grund von Kreativität und Schreibstil definitiv nicht mein letztes gewesen sein! Selten habe ich 600 Seiten so schnell verschlungen! Ich hoffe sehr, dass dies nicht ihr letzter Thriller sein wird, der mich atemlos zurück läßt – zumal das Ende ja offener nicht sein könnte…

Für mich war „Aus schwarzem Wasser“ ein absoluter Pageturner – auch, wenn ich keine Empfehlung dafür aussprechen kann, ihn am Meer zu lesen. Vielleicht nicht unbedingt eine Lektüre für den Strandurlaub :D Sehr gerne mehr davon Frau Freytag!

Veröffentlicht am 30.08.2020

ein spannender und fesselnder Exkurs in eine mögliche und vor allem dunkle Zukunft

New Earth Project
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Wir schreiben das Jahr 2125. Erderwärmung, Umweltverschmutzung und Überbevölkerung haben die Erde stark gebeutelt. Die Menschen, die in den schwimmenden Slums leben -z. B. stehen die Straßen von New York, ...

Wir schreiben das Jahr 2125. Erderwärmung, Umweltverschmutzung und Überbevölkerung haben die Erde stark gebeutelt. Die Menschen, die in den schwimmenden Slums leben -z. B. stehen die Straßen von New York, zum Teil wegen des steigenden Meeresspiegels unter Wasser-, haben die Sonne auf Grund des herrschenden Smogs noch nie gesehen. Doch es gibt eine zweite "Klasse", die Unantastbaren". Sie leben behütet in den Kuppeln, gänzlich ohne Hunger und der Armut, der die Menschen außerhalb ausgesetzt sind. Die einzige Hoffnung auf ein besseres Leben, besteht in dem Exoplanet Epsilon 145B, der sogenannten "New Earth". Aber die Reise in das andere Planetensystem würde sechs Jahre dauern und die Plätze dorthin gibt es nur in der Lotterie zu gewinnen. Bei Abermillionen von Menschen steht die Chance zu gewinnen denkbar schlecht. Aber ist New Earth wirklich so wunderbar, wie die ganze Welt denkt - kann das wirklich die Lösung sein?

Nachdem Cover und Klappentext mich, als alter Dystopienliebhaber, sofort neugierig gemacht haben, habe ich mich mit Vorfreude auf dieses Buch gestürzt und ich wurde nicht enttäuscht.

Der Schreibstil ist jugendlich und liest sich so angenehm, dass ich das Buch quasi in ein einem Rutsch durchgelesen habe. Wir erleben die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, hauptsächlich natürlich aus der von Isis und Orion, aber auch andere Charaktere kommen so zu Wort. So entsteht ein gelungener Spannungsbogen, der auch im kompletten Verlauf erhalten bleibt, bzw. noch gesteigert wird.

Rein thematisch ist die Geschichte zugegebenermaßen jetzt keine Neuerfindung des Rads, war infolgedessen ein Stück weit vorhersehbar und verlief für meinen Geschmack auch etwas "glatt". Nun muss man meines Erachtens jedoch berücksichtigen, dass es sich um ein Kinder-/Jugendbuch handelt und für diese Altersklasse empfinde ich es passend, so wie es ist. Vor allem konnte ich diesen Kritikpunkt auf Grund der nun folgenden zwei Details gut verschmerzen:

Zum einen hat mich die geschaffene Atmosphäre wirklich beeindruckt. David Moitet beschreibt das Leben in 2125 düster, beklemmend und gleichwohl beeindruckend. Roboter, die die menschliche Arbeitskraft immer weiter verdrängt haben, Hunger, Armut, Hoffnungslosigkeit... Beim Lesen kann man diese Dinge geradezu vor Augen sehen, ebenso wie kontinuierlich das Wissen im Hinterkopf anklopft, dass solche Entwicklungen nicht nur durchaus im Bereich des Möglichen sind, sondern auch immer wahrscheinlicher werden. Dies führt mich auch direkt zum Zweiten und wichtigsten Punkt.
Die Geschichte um Isis und Orion ist gespickt mit wichtigen Themen, die sehr nachdenklich machen. Sei es nun im sozialen Bereich, wie Nächstenliebe, Hass und Vorurteile, oder in dem der Ausbeutung unseres Lebensraumes. Wir werden beim Lesen immer wieder mit unseren Fehlern und möglichen Konsequenzen konfrontiert, die deutlich nachhallen und hoffentlich viele ins Grübeln bringen.

Für mich war New "Earth Projekt - Tödliche Hoffnung" ein spannender und fesselnder Exkurs in eine mögliche und vor allem dunkle Zukunft, von der ich hoffe, dass sie so nie eintreffen wird...

Veröffentlicht am 24.08.2020

fesselnd, spannend, nervenaufreibend!

Missing Sophie
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Die drei Sophies waren jahrelange die dicksten Freundinnen. Bis sie es dann plötzlich nicht mehr waren – der Tag, an dem Sophie A. verschwand…

Die Geschichte der drei ist in verschiedene Teile gegliedert, ...

Die drei Sophies waren jahrelange die dicksten Freundinnen. Bis sie es dann plötzlich nicht mehr waren – der Tag, an dem Sophie A. verschwand…

Die Geschichte der drei ist in verschiedene Teile gegliedert, die aus Sophie M.´s Sicht erzählt wird. Die Thematik an sich ist schon sehr spannend – deshalb war ich auch von Anfang an neugierig – durch die Erzählweise nimmt die Spannung jedoch nochmal enorm zu. Der 1. Teil der Handlung wird rückwärts erzählt, ganz am Ende des Buches erfahren wir dann auch, warum das so ist ;)

Durch den Erzählstil, der sich wie ein Tagebuch liest, erfahren wir ab dem 64. Tag nach Sophie A.´s Verschwinden, an jedem Tag ein bisschen mehr, was vor sich ging. Wir erfahren von einer enttäuschten und verbotenen Liebe, von Freundinnen, die sich nicht mehr ganz so lieb hatten, wie zu Beginn ihrer Freundschaft und werden Zeugen von Intrigen, Betrug und Lügen. Ihr seht, es ist ganz schön viel los, einmal angefangen war ich im Sog des Geschehens gefangen, manchmal kann man wegen dem was man liest, nahezu das Atmen vergessen…

Im zweiten Teil wird dann quasi die weiterführende Geschichte ab dem 65. Tag erzählt, jedoch nicht, ohne auch hier die ein oder andere dramatische und unerwartete Wendung einzubauen.
Generell empfand ich ein paar klitzekleine Kleinigkeiten minimal vorhersehbar, diese gehen jedoch in diesem Pageturner definitiv unter - von Langeweile oder Längen keine Spur!

Was man meines Erachtens jedoch berücksichtigen sollte, ist das empfohlene Lesealter. Nach oben sind da für meinen Geschmack keine Grenzen gesetzt, das Buch ist ja auch für „Jugendliche und Erwachsene“ deklariert. Auf Grund der oben bereits genannten Themen sowie ein paar weiteren wie Sex -wobei es weniger so ist, dass es explizite Sexszenen gibt, es sind eher die „Umstände“ als auch der Umgang mit dem Thema, das Drumherum, usw.-, Gewalt und Manipulation, würde ich die Altersgrenze von 14 Jahren eher nicht unterschreiten. Wie ihr meinen Erzählungen entnehmen könnt, handelt es sich bei „Missing Sophie“ keinesfalls um ein „Mädchenbuch“…

Für mich war die Story um Sophie A., Sophie M. und Twiggy ein absolutes Lesehighlight, fesselnd, spannend und nervenaufreibend! Eine klare Empfehlung für alle, die sich beim Lesen gerne in Intrigen, Verstrickungen und Emotionen verlieren.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.08.2020

ein würdiger Abschluss, aber ein paar Dinge haben mich leider dennoch gestört

Beastmode 2: Gegen die Zeit
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Gerade mal sieben Monate ist es her, dass wir Amanda, Malcolm, Damon, Wilbur und Jenny auf dem Antritt ihres Abenteuers -dem Versuch die Welt zu retten- begleitet haben.
Damals wurden Amanda und Damon ...

Gerade mal sieben Monate ist es her, dass wir Amanda, Malcolm, Damon, Wilbur und Jenny auf dem Antritt ihres Abenteuers -dem Versuch die Welt zu retten- begleitet haben.
Damals wurden Amanda und Damon durch Zeitreisen auf den rechten Weg für dieses Unterfangen gebracht, folglich müssen wir uns nun noch um die anderen drei kümmern.
Dafür reisen wir dieses Mal in die Jahre 2003, 2017 und 2134, in denen wir vielen Gefahren, kniffligen Situationen und extrem viel Spannung begegnen!
Wie bereits in Band 1 wird hierbei gekämpft, gelitten und geliebt, wobei mir persönlich der „Liebesaspekt“ noch immer zu oft thematisiert wurde. Nicht dass mich Liebe und Emotion stören würden, das ist nicht das Thema – aber ich wurde an den unmöglichsten Stellen und Zeitpunkten damit konfrontiert, in für mich unpassenden Momenten. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber wenn ich gerade beschossen werden würde, würde ich vermutlich über andere Dinge nachdenken ;)

Dazu kommt, dass mir auch in dieser Fortsetzung viele Dinge einfach zu glatt liefen. Wir kommen zum Beispiel an eine Stelle, an der die Protas gezwungen sind, zuzugeben, dass sie Zeitreisende sind – was von der Gegenpartei sofort akzeptiert wird. Das fand ich schon strange. Im Gegenzug werden manche Details wiederholt thematisiert, was ich in Kombination schade fand. Einerseits kurz abgehandelt, andererseits in die Länge gezogen… Selbst mit dem Ende erging es mir leider so. Ich empfand den „Showdown“ als schleppend und der finale Abschluss war recht schnell abgehandelt.

Sehr gut haben mir hingegen der Humor und die Charaktere selbst gefallen. Gerade die Dialoge sind wirklich toll geschrieben und ab und an wird es dann auch mal schnoddrig – da bin ich ja eh immer mit zu bekommen, dickes Schmunzeln vorprogrammiert.
Was die Protas anbelangt, erfahren wir wieder einiges an Background, das erhöht natürlich die Sympathie und den Mitfieberfaktor. Wir bibbern mit ihnen, leiden und schließen auch den ein oder anderen ins Herz, manche mehr, manche weniger ;)
Vor allem, weil die 5 ja nicht unterschiedlicher sein könnten.

Trotz der Spannung und Action, kommt, wie oben bereits erwähnt, das Emotionale nicht zu kurz. Abgesehen von den Liebesthemen gibt es jedoch noch einen weiteren und für mich wichtigeren Aspekt: die Denkanstöße.
Klar werden Stimmungen wie Angst und Hilflosigkeit laut, führen uns jedoch zu Gedanken über Freundschaft, Loyalität, aber eben auch dazu, wie wichtig es sein kann, etwas zu opfern um anderen zu helfen – gerade in der heutigen Zeit ein guter und wichtiger Gedanke, finde ich.

Für mich war „Gegen die Zeit“ ein würdiger Dilogie-Abschluss, auch wenn ich mir für den ein oder anderen ein anderes Ende gewünscht hätte. Aber das müsst ihr schon selbst lesen…

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere