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Veröffentlicht am 06.01.2018

Die englische Ausgabe ist vermutlich besser..

Liebe, Schnee und andere Desaster
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Juno und ich hatten einige Startschwierigkeiten. Anfangs war mein Gedankengang zu ihrer Person in etwa wie folgt: Meine Güte, die übertreibt aber ein wenig. 
Ziemlich schnell aber hatte sie mich mit einem ...

Juno und ich hatten einige Startschwierigkeiten. Anfangs war mein Gedankengang zu ihrer Person in etwa wie folgt: Meine Güte, die übertreibt aber ein wenig. 
Ziemlich schnell aber hatte sie mich mit einem ironischen Schreibstil ins Boot geholt ... oder vielmehr auf die Skipiste. 
Als sie auf Boy trifft, war ich vermutlich genauso mäßig begeistert von ihm, wie sie auch. Dummerweise konnte ich mich auch den Rest des Romans über nicht für den Skilehrer und Hobbykletterer erwärmen. Vielmehr war mein Eindruck von ihm durchweg ziemlich mies. Boy konnte zwar seine süßen Momente haben, aber dennoch war er mir unsympathisch. Besonders geärgert hat mich, als er Juno, die für ihn nach seinem Skiunfall extra länger im Urlaub bleibt, einfach von sich wegstießt, als wäre sie eine Marionette. Er mag sich vielleicht schlecht fühlen, so allein und bewegungsunfähig in einem Krankenhausbett. Aber auf Juno hätte er auch Rücksicht nehmen können. Die Worte, die er da zu ihr sagt, waren so unendlich gemein. Dabei war sie so liebevoll und verständnisvoll ihm gegenüber. Er hatte sie einfach nicht verdient. 
"Ich betrachtete ihn und meinte zu verstehen, warum sich die meisten Menschen nicht um die Umwelt, den Klimawandel oder die Kriege in Ländern fernab scheren. Denn wenn man einen Menschen so sehr liebt, fühlt sich alles andere belanglos an."
~S.234
"Mum hatte Angst vor dem Autofahren, aber sie liebt mich, deshalb hat sie es trotzdem getan. Und ich werde dasselbe für Boy tun."
~S.210 
Naja, wenigstens ist er wohl ein ganz guter Skilehrer.
"Ich muss zugeben, dass er ein guter Lehrer ist. Er ist sehr geduldig, sieht sofort, was ich falsch mache, und erklärt es verständlich."
~S.51
In der Liebesgeschichte zwischen Boy und ihr kommen mir überdies entschlossen zu viele Zufallsfaktoren auf.
Außer Boy und Juno kommen nicht viele andere Charaktere vor. Da wäre nur noch Junos Mutter Siobhan (Doherty hat eindeutig eine Vorliebe für seltsame Namen.), der neue Freund ihrer Mutter Ed (Gründer eines bekannten Smoothie-Imperiums), dem Juno gegenüber nicht immer ganz so fair ist und ihre Zwillings-Stiefgeschwister, die ich direkt ins Herz geschlossen habe.
Zu guter Letzt möchte ich noch Tara vorstellen, die "gute Seele" des Chalets, die für die Familie während ihres Aufenthalts in den Schweizer Bergen kocht. Sie freundet sich schnell mit Juno an und ist die einzige Freundin, die wirklich gut für Juno ist. Ihre Freunde zuhause sind mir eher unsympathisch, da sie unsere Protagonistin zu sehr unter Druck setzen.
Klar, Juno wirkte anfangs auch allzu verkrampft, aber dennoch wünsche ich ihr einfach nur alles Gute auf der Welt. 
 
Kommen wir noch zur Örtlichkeit... Die Schweizer Alpen sind natürlich eine tolle Atmosphäre für einen winterlichen Roman. Die atemberaubende Landschaft kommt nicht zu kurz - selbst wenn ein Großteil des Romans beim After Ski oder im Krankenhaus spielt. Wintergefühle treten also durchaus über. 
Durch den Spielort tritt in der deutschen Ausgabe aber ein entscheidender Nachteil auf: Wenn Deutsch gesprochen wird, ist das enorm seltsam, weil Juno nichts versteht, wir Leser aber sehr wohl und rund herum ja auch alles im Deutschen formuliert ist in unserer Ausgabe. Deshalb rate ich zum englischen Original.
Das Fazit
Juno wünscht man alles Gute und der Spielort ist glücklich gewählt. Doch der herzerwärmende Funke tritt bedingt durch Boys Verhalten nicht über. Dabei ist dieser bei Winterromanzen gerade das Reizvolle. Außerdem empfehle ich zur englischen Ausgabe zu greifen.

Veröffentlicht am 25.07.2017

Konnte mich nicht so begeistern, wie Band 1

Weil ich Will liebe
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Die Handlung
"Das Herz eines Mannes,
dass nicht von der Liebe einer Frau
erfüllt wird,
ist keins.
Das Herz einer Frau,
dass nicht von der Liebe zu einem Mann
erfüllt wird,
ist keins.
Aber ein Herz ...

Die Handlung
"Das Herz eines Mannes,
dass nicht von der Liebe einer Frau
erfüllt wird,
ist keins.
Das Herz einer Frau,
dass nicht von der Liebe zu einem Mann
erfüllt wird,
ist keins.
Aber ein Herz zu haben,
das liebt und geliebt wird,
kann schmerzhafter sein,
als keines zu haben,
denn wo nichts ist,
kann auch nichts brechen."
~Colleen Hoover, "Weil ich Will liebe", S. 211
 
Will und Layken sind glücklich miteinander. So richtig glücklich. Es ist die ganz große Liebe. Das ist beiden nur allzu bewusst.
Doch auch zwei, die sich unendlich lieben können voneinander getrennt werden. Und dazu reicht es, wenn einer der Liebenden einen unendlich dummen Fehler begeht. Und plötzlich kommen Zeifel in Layken auf.
Die Rezension
Dieser Band wurde komplett aus Wills Sicht geschrieben, was mich zuerst mal ordentlich enthusiastisch werden ließ. Kurz hatte ich meine Bedenken, ob es nicht schrecklich traurig werden würde nach dem Tod von Lakes Mutter. Zumindest mal, wenn es aus ihrer Sicht geschrieben wäre. Doch glücklicherweise erzählt Will ja das Geschehen des neu angebrochenen Jahres. Zwar ist auch er traurig, doch Lake selbstverständlich umso mehr. Immerhin war es ihre Mutter, die ihnen ständig fünfzigtausend verschiedene Dinge hinterlässt. Da war das Päckchen zu Weihnachten ja bloß der Anfang.
 
Die große Freude ließ auch nicht nach, als ich die ersten Seiten las und Insider in Basagneform wieder entdeckte. Immerhin scheint es so, als hätten sie aufgehört, Kürbisse zu schnitzen. Doch der Schein der ersten Seiten trügt. Kaum essen sie wieder Basagne, kommt das nächste Unglück und das mit voller Härte. Von vorn herein denkt man sich als Leser "VERDAMMT NOCHMAL!!! ERZÄHL LAYKEN GEFÄLLIGST DAVON, DASS DEINE BLÖDE EX DEN SELBEN KURS BESUCHT, WIE DU!!" Doch natürlich hört er nicht und der Leser kann unmöglich die unglaublich allumfassende Dummheit Wills ändern. Nein, stattdessen muss Lake dabei zusehen, wie er sie auf die Stirn küsst. Dabei ist der Kuss auf die Stirn ihr ganz persönlicher Lieblingskuss, wie man noch aus Band 1 weiß. Klar zerreist das einen großen Fan innerlich vollkommen. Doch das war noch nicht genug. Dann kommen auch noch die Zweifel Laykens am Großen und Ganzen: an Wills Liebe zu ihr (Würdest du mich lieben, wenn mir nicht genau das selbe Schicksal widerfahren wäre, wie dir?). Meiner Meinung nach redet sie ab diesem Punkt nur noch vollkommenen Irrsinn. Ich meine... Was soll das? Ich war so unendlich berührt und begeistert von dem ersten Band und auch noch von dem ersten Viertel dieses Bandes (auch wenn ich mich über Wills Unverständnis aufgeregt habe), doch dann kommt DAS.
Nun folgt das vollkommene Chaos: Kaum vertragen sie sich, kommt das nächste Unheil über sie. Und plötzlich kam ich mir vor, wie in einer FanFiction. Dort ist es nämlich immer so, dass niemals Harmonie herrschen darf. Sonst könnte der Leser das nächste Kapitel ja nicht weiter lesen. Mir kam es fast so vor, als wüsste Colleen Hoover selbst nicht so recht, wie sie die nächsten Seiten hätte füllen sollen. Und dann lässt sie das Paar halt vom einen ins nächste Unheil stolpern. Sodass es mir irgendwann nur noch surreal vorkam, dass denen so viel Pech innerhalb von kürzester Zeit widerfuhr.
Da fand ich Band eins viel besser: Ein durchgängiges Problem, welches sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Buches zieht. Und NICHT abertausende Probleme, die nacheinander auf die Köpfe des Lesers eintrommeln.
 
Hinzu kommt, dass ich durch ihre Hinterfragerei Layken nicht mehr mag und auch Will hat mich angenervt: erst denkt er, es wäre besser, seiner Freundin wichtige Informationen vorzuenthalten und dann ist er irgendwann nichts weiter mehr als ein emotionales Wrack.
 
Uh, nicht zu vergessen, dass man kaum mehr den Poetry Slam mitbekommt. Ich hätte mir gewünscht, wieder so viel davon lesen zu können, wie in Band eins. Leider kamen die Gedichte hier etwas zu kurz.
 
Was ich allerdings gut fand: Eddie war noch immer mit ihrem Freund Gavin zusammen und heiterte die Beziehungsprobleme zwischen Will und Layken etwas auf. Zumindest bis sie selbst in einer kleineren Krise stecken: Eddie ist schwanger. Was ich allerdings auch unendlich süß fand.
Darüberhinaus sind natürlich die kleinen Brüder noch immer dabei. Und obwohl sie nun schon 10 sind, scheinen sie nicht sonderlich erwachsener zu sein. Immernoch ist ihr Verhalten kindlich und verspielt. Etwas, was einen auch sehr zum Lachen bringen kann und die Geschichte aufheitert.
Nicht zu vergessen: 2 neue Figuren sind auch dabei. Kiersten und ihre Mutter. Freigeist und Medizinerin/Hausfrau. Und vor allem Kiersten knüpft schnell beste-Freundschaften mit allen, bringt das Wort Schmetterling in gefährliche Schieflage und entflammt ein Interesse für Poetry Slams. Leider wird sie in ihrer Schule zu Unrecht gemobbt und Caulder und Kel unterstützen sie auf eine unheimlich süße Art und Weise.
Und schlussendlich wäre da noch Reece, dessen Name (glaube ich) mal in Band eins fiel im Hinblick auf seine Militärkarriere. Und jetzt ist er wieder back in town und wird Wills neuer Mitbewohner und Kaffeekocher. Doch auch er trägt ein dunkles Geheimnis mit sich.
 
Und eine weitere gute Nachricht: Am Kapitelanfang befinden sich nun statt der Songtexte Tagebucheinträge Wills. Also seine ganz privaten Gedanken. Stellenweise ist das fast schon ein Ersatz zu dem Mangel an Poetry Slams. Denn auch hier findet man einige Gedichte.
Das Fazit
Das war jetzt eigentlich nicht wirklich schlecht. Doch im Hinblick auf Band 1 fand ich, dass "Weil ich Will liebe" eine Recht schwache Nummer war, die mich zu sehr an Fanfictions erinnerte und nicht an die anderen beiden unglaublich guten Romane Hoovers, die ich bereits gelesen habe.
Jedoch behält die Geschichte durch die Nebenfiguren nun doch noch ihren humorvollen Charme.


3/5 Sternen

Veröffentlicht am 06.01.2018

...im Licht? Vor lauter Unrealismus ist das hier ziemlich dunkel!

Léon & Claire
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Ein Problem an Band 1 war für mich ja gewesen, dass die Autorin es in Sachen geschichtlicher Ausführungen, die an diesen Stellen einfach nicht passten, übertrieb. In Band 2 hat sie jetzt viele Rückblicke ...

Ein Problem an Band 1 war für mich ja gewesen, dass die Autorin es in Sachen geschichtlicher Ausführungen, die an diesen Stellen einfach nicht passten, übertrieb. In Band 2 hat sie jetzt viele Rückblicke auf Léons Vergangenheit mit dem Deutsch-Französischen Krieg, den Aufständen in Paris und so weiter eingefügt, die in diesem Fall in meinen Augen auch nicht weiter stören. Sie passen zu Léons Charakter und verleihen ihm mehr Tiefe.
Was ich noch immer unpassend finde, sind die geschichtlichen Erzählungen, sobald Claire einen neuen Handlungsort betritt und erstmal davon erzählt, dass zum Beispiel die Guillotine an diesen Orten viele Opfer forderte. Das ist an dieser Stelle irrelevant und passt auch nicht in einen Jugendroman.
Auch genervt hatte mich in Band 1 die Naivität Claires - leider findet die auch im zweiten Teil wieder ihren Platz.
Hinzu kommt diesmal leider auch noch, dass die FÜNFZEHNJÄHRIGE von Zuhause abhaut nur um Léon zu finden und durch die halbe Stadt tourt auf der Suche nach ihrer großen Liebe. Sie. ist. 15!!
Das ist einfach nur unpassend. Okay, sie liebt ihn. Schön und gut, aber das, was Claire abzieht, passt zu 0,0% in das Bild einer Fünfzehnjährigen. Und überhaupt: Müssen die Gedanken von Schule schwänzen (Was sie dann übrigens auch tatsächlich tut) und ihr gesamtes Leben einfach nur noch in den Katakomben verbringen wirklich sein?
Überdies wird auch diesmal nicht klar, wie es überhaupt dazu kam, dass sie sich beide so sehr lieben. Vollkommen unrealistisch.
Ständige unnachvollziehbare Wendungen (von Claire-tu-das-nicht zu Oh-Claire-wie-schön-dich-zu-sehen) kommen so ungefähr alle zwei Seiten. Gefühlstechnisch ist der Roman auf ganzer Linie nicht zu verstehen.
Claire spricht nur immer in einer Art von Trieb, Léon zu finden. Warum genau sie das will kann ich halt leider nicht verstehen? Große Liebe? Nope, Bessesenheit!

Klar, die Verpackung ist allerliebst, das Cover ist eine traumhafte Gold-Weiß-Kreation und mit Sicherheit macht sich der Roman sehr ansprechend im Bücherregal - doch dahinter steckt nicht viel.
Die Autorin sollte lieber wieder zu geschichtlichen Romanen zurück kehren. Das Buch lässt sich nichtmal mehr so schön lesen wie Band 1, da der unrealistische Teil des Ganzen einfach nur stört. Das Einzige, was sie wirklich gut geschrieben hat, sind die geschichtlichen Stellen. Ich bin enttäuscht. Über alle Maßen genau genommen.


Das Fazit
Band 2 strotzt vor Unrealismus. Geschichtliche Ausführungen manchmal fehl am Platz, aber interessant geschrieben. Das hat Schweikert eindeutig drauf. Von romantischen Romanen würde ich ihr jedoch eher abraten.

Veröffentlicht am 09.10.2017

Bekommt das Buch denn einen Platz in meinem Herzen? Eher nicht.

Ein Platz in deinem Herzen
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Die Handlung
"Starke Menschen weinten nicht wegen jeder Kleinigkeit - nicht wie Mama, die schon anfing zu weinen, wenn die Mikrowelle nicht funktionierte oder wenn die Bank zumachte, ehe Mama ihr Trinkgeld ...

Die Handlung
"Starke Menschen weinten nicht wegen jeder Kleinigkeit - nicht wie Mama, die schon anfing zu weinen, wenn die Mikrowelle nicht funktionierte oder wenn die Bank zumachte, ehe Mama ihr Trinkgeld vom Tag zuvor einzahlen konnte."
S.247
Die Liebe einer Mutter - das Geheimnis eines ganzen Lebens.
 
Die dreizehnjährige Ava und ihr kleiner Bruder Max bleiben zurück, als deren Mutter im Alter von fünfunddreißig Jahren stirbt. Verdacht steht auf Selbstmord. Aber wieso sollte eine Mutter diese beiden Kinder einfach zurück lassen?
Das fragt sich auch Grace, die Frischverlobte des leiblichen Vaters Victor. Die beiden sollen die Kinder von nun an aufziehen.
Doch Grace hatte bisher nie Erfahrungen so recht mit Kindern sammeln können. Und Ava macht es Grace nicht gerade einfach. Denn Kelli hatte Grace immer gehasst.

Die Rezension
Als ich den Roman im Internet gefunden hatte, klang der Klappentext sehr ansprechend für mich. Vor allem folgender Satz war für mich sehr berührend und sagte mir, dass ich den Roman sicher lieben würde:
"Gemeinsam finden die beiden heraus, dass die Liebe vielleicht nicht alle Wunden heilt, man das größte Glück jedoch auch im zweiten Anlauf finden kann."
~Klappentext
Das hört sich doch schonmal gut an, oder? Tja, dachte ich mir auch. Doch dieses komplette Buch spielt sehr unmittelbar nach dem Tod von Mutter Kelli (mit gelegentlichen Rückblicken in die Vergangenheit). Dementsprechend findet man auf den ersten paar hundert Seiten nichts als unendliche Trauer. Das will sich doch echt keiner freiwillig antun. Der Roman deprimiert einen mehr, als alles andere. 
Deswegen hat es doch recht lange für mich gedauert, bis ich es schließlich gelesen hatte. Der Geschichtsfortschritt war kein Fortschritt, sondern erstmal bloß ein Kreisel, in dem einem schwindelig wurde. 
Von der Sprache her gefiel mir der Roman dann schon weitaus besser - jedenfalls dann, wenn Grace erzählte. Bei Ava war es dann schon so eine Sache... Ihre Sprache war mir zu kindlich für eine Dreizehnjährige. Klar darf man seine Mutter dann noch Mama nennen. Das ist auch echt nicht der Punkt. Doch ihre Erzählweise ließ etwas zu wünschen übrig. Da war sie in Sachen Naivität ihrer Mutter sehr ähnlich. Diese hatte sehr streng gläubige Eltern, wurde aber früh schwanger. Was den Eltern natürlich nicht gefiel. 
Mir auch nicht. Vor allem nicht mit der Naivität wie es dazu kam. Was bitteschön war mit dieser Kelli bloß alles schief gelaufen? Klar hatte sie es nicht verdient, von ihrem Vater geschlagen zu werden. Doch irgendwo war sie wohl nicht ganz aufgeklärt oder so. Die Geschichte, wie es dazu kam, dass sie schwanger wurde, war ebenfalls ziemlich widerlich. 
Alles in allem gefielen mir diese beiden Charaktere also schon einmal so gar nicht. Beide versuchten im jungen Alter, unbedingt erwachsen zu sein, klammerten sich ganz verzweifelt an solche Dinge wie Kleidung und so weiter. Aber dabei waren sie noch immer von kindlicher Naivität gesegnet.
Max war auch noch zu kindlich geraten. Da war er doch schon weitaus älter, als er sich benahm. Aber das konnte ich noch ganz gut akzeptieren. Vielleicht war er ja auch einfach bloß geschockt vom Tod seiner Mutter. Also war Max doch schon recht süß.
Victor mochte ich auch nicht sonderlich. Er war ein mieser Charakter. Das Restaurant, welches er führt, schien mir stellenweise wichtiger für ihn zu sein, als seine eigenen Kinder in dieser schweren Zeit zu begleiten. 
Das blieb dann größtenteils an Grace hängen. Die beschwerte sich aber nicht groß, plötzlich zwei Kinder groß ziehen zu müssen, obwohl sie nie Kinder wollte. Stattdessen kümmerte sie sich rührend um Max und Ava. Grace hat ein wirklich großes Herz und es ist bewundernswert, wie sie den Kindern bestmöglich über die schwere Zeit hinweg zu helfen versucht. Obwohl sie doch selbst schwer getroffen ist. 
Eine Szene, die mich da besonders berührt hat war, als Ava zum ersten Mal ihre Periode bekam und Grace ihr bestmöglich zur Seite stand. 
Das Fazit
Die Rolle der Mutter wird in diesem Roman sehr lebensecht und schwierig dargestellt. Das muss man der Autorin hoch anrechnen. Das hat sie gut umschrieben. 
Doch die meisten der Charaktere sind mir unsympathisch und es ist einfach zu traurig (auch wenn diese Trauer wiederum sehr gut rüber gebracht wird).


2/5 Sternen

Veröffentlicht am 25.07.2017

Wo ist Carter, verdammt?

Night School 5
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Die Handlung
"Nathaniel ist erbarmungslos, und Carter ist sein Messer."
~S.70
Nachdem Nathaniel Carter in seine Gewalt gebracht hat und Allies Großmutter Lucinda sterben musste, scheint ein Ende Cimmerias ...

Die Handlung
"Nathaniel ist erbarmungslos, und Carter ist sein Messer."
~S.70
Nachdem Nathaniel Carter in seine Gewalt gebracht hat und Allies Großmutter Lucinda sterben musste, scheint ein Ende Cimmerias absehbar. Aber der Kampf ist noch lange nicht vorbei. Nathaniel setzt alles daran, Allie für immer von Orion auszuschließen und die Schule zu besetzen. Sein Ziel scheint erreicht.
Neben all der Ratlosigkeit und Panik um Carter muss Allie einen kühlen Kopf bewahren und handeln. Denn Nathaniels Ultimatum läuft ab und Carters Leben ist in Gefahr.
Die Rezension
Nachdem ich die vorherigen Teile allesamt als Taschenbuch gelesen hatte, musste ich mich nun auch hier gedulden, bis ich den letzten Band ergattern konnte. Das war echt nicht leicht. Immerhin hat die Autorin bei dem vierten Teil einen riesigen Cliffhanger hinterlassen; wie Allie Carter zurücklassen muss. Herrje. Und dabei war ich wirklich ein großer Fan des zynischen und sarkastischen Typen. Ebenso wie Allie halt auch. Verständlicherweise steht sie daher auch erstmal völlig neben sich. Wie konnte sie bloß die beste Person des Romans verlieren...? Immerhin war sein Humor schlichtweg köstlich.
Das fand ich dementsprechend sehr, sehr schade. Carter hätte dem letzten Teil der Reihe etwas mehr Humor verliehen. Hätte nicht einfach Silvain in Gefangenschaft geraten können...? Das fand ich äußerst ungünstig platziert von der Autorin. So hatte einfach ein Teil des Glanzes der Vorgängerbände gefehlt.
Darüber hätte ich noch zwei weitere Dinge zu bemängeln: Beim Schreibstil der Autorin kommt es viel zu oft vor, dass sobald ein wichtiges Gespräch wieder gegeben werden würde, ein Zeitsprung erfolgt und im weiteren wird dann noch mal reflektiert und zusammenfassend erzählt, was gesagt wurde. Dabei ist es manchmal aber auch einfach besser, die handelnden Personen auch mal genau in diesem Moment sprechen zu lassen anhand von wörtlicher Rede. Beispielweise geschah dies bei einer - wie ich finde - recht wichtigen Unterhaltung zwischen Isabelle und Allie in der Kapelle am Tag vor Lucindas Beerdigung. Gerade als Isabelle sich zu Allie sitzt und die Konversation beginnen würde, wird ein cut gesetzt auf den nächsten Tag und Allie geht an diesem Tag die wichtigsten Punkte des Gespräches nochmal durch. Ich hätte mir die wörtlichere Variante gewünscht. 
Das passiert wirklich oft und ist auch schon aus den vorherigen Bänden bekannt. Jedes Mal war es für mich ein Störfaktor.
Und ein weiteres Problem ist, dass ich Isabelles Entscheidungen sehr oft nicht nachvollziehen kann. Es wird immerzu betont, dass sie ja nur das beste für ihre Schüler wolle und so weiter... Jedoch bringt sie Allie auch allzu oft in Gefahr und riskiert viel zu viel. Ein Beispiel: Nathaniel steht vorm Tor und verlangt nach einem Gespräch mit Isabelle und Allie. Was tut Isabelle? Ohne wirklich zu zögern schleppt sie Allie mit sich dort hin. Klar, selbstverständlich in Begleitung einiger Wachen... Aber dennoch schafft es Nathaniel fast, Allie eine reinzuhauen - würde die nicht gerade noch so von jemandem vorgewarnt werden, der nicht auf ihrer Seite steht.
So ist es in diesem Band einfach nur noch ein einziges Chaos von spontanem Plan zu spontanem Plan.

Andererseits aber begann ich in diesem Band langsam Silvain zu mögen, da man erfährt, dass er Allie wirklich liebt. Und da er es schafft, sich bei all dem Wahnsinn irgendwie natürlich zu verhalten. Und auch Allies Eltern, denen sie mal wieder Unrecht tut, wachsen mir ans Herz.
Außerdem war es trotz der Unordnung wieder unglaublich spannend gewesen und das Ende wirklich nicht vorhersehbar.
Wobei mir an diesem Punkt doch noch ein Kritikpunkt einfällt: Einige Probleme scheinen nicht recht gelöst und das Buch kam mir am Ende unfertig vor. Klar, Plan hin oder her... Ob dieser aufgeht weiß man nicht so recht.
Das Fazit
Ein unfertig anmutender Roman mit unheimlich spannendem Handlungsverlauf, der aber irgendwie durcheinander wirkt.
An sich ließ sich das Buch wirklich fabelhaft lesen. Dennoch war es etwas seltsam.
Außerdem... FEHLT CARTER ZU VIEL!!


2/5 Sternen