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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2025

Gute Idee, nur nicht so gut umgesetzt

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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Worum es geht ...
Das junge Paar Jonathan und Lotta lädt ihre alten Freunde zu einem Krimi-Dinner in ein abgeschiedenes Restaurant ein. Doch von Anfang an ist klar, dass an diesem Abend ein ernsteres ...

Worum es geht ...
Das junge Paar Jonathan und Lotta lädt ihre alten Freunde zu einem Krimi-Dinner in ein abgeschiedenes Restaurant ein. Doch von Anfang an ist klar, dass an diesem Abend ein ernsteres Spiel auf dem Programm steht, denn ein Platz bleibt leer: der ihrer verschwundenen Freundin Maria, deren Schicksal seit einem Festivalbesuch vor fünf Jahren ungeklärt ist.
Während ein Sturm das Restaurant von der Außenwelt abschneidet, verwischen die Grenzen zwischen dem gespielten Mordfall und der Realität. Es beginnen alte Loyalitäten zwischen den Fünfen zu bröckeln und die verborgenen Dynamiken der Clique kommen ans Licht. Die Jagd nach dem realen Täter wird zur schmerzhaften Suche nach der Wahrheit über Marias Verschwinden.

Meine Meinung
Erzählt wird aus den fünf wechselnden Perspektiven der Clique auf zwei Zeitebenen. Die Autorin enthüllt schrittweise in düsteren Rückblenden, die dunklen Geheimnisse, die jeder Einzelne verbirgt bis zur überraschenden Auflösung. Der Schreibstil ist dabei atmosphärisch, spannend und teilweise sehr derb. Die Charaktere sind komplex und geheimnisvoll, richtig kennenlernen wird man sie erst zum Schluss. Waren sie mir sympathisch? Nein, alle Fünf wirkten auf mich unsympathisch.
Zusätzliche Verwirrung für mich stellten die doppelten Namen dar, die durch das Krimi-Dinner noch extra vergeben werden. Somit waren die Zeitsprünge in Vergangenheit und Gegenwart aus fünf Perspektiven auch noch sehr anstrengend. Glücklicherweise hat mir dabei die Personenbeschreibung, die im Umschlag des Buches aufgeführt sind, weitergeholfen. Zudem gibt es Szenen, die Drogenkonsum und Alkoholmissbrauch explizit beschreiben.
Das Cover ist sehr gut gelungen und passt zur Story.

Fazit
Insgesamt ist "Das Dinner" ein solider Thriller mit einer originellen Grundidee und Geschichten über dunkle Freundschaftsgeheimnisse. Wer allerdings, so wie ich, einen Hardcore-Thriller oder eine anspruchsvolle Sprache erwartet, muss durchaus Abstriche machen. Aber auch die bereits genannte Verwirrung sowie die Handlungen mit Drogen und Alkohol sind für meinen Geschmack zu viel und sorgen für Punktabzug.
Trotz allem gibt es von mir eine Leseempfehlung, denn der Thriller hat mich gut unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.01.2025

Nicht die erste Wahl bei RomComs

Just Some Stupid Love Story - Die Wette mit dem Ex
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Inhalt
Grumpy und Sunshine, oder Molly und Seth. Seth, der Sunshine, schwärmt seit Jahren von Molly und ist immer noch völlig verzückt von ihr. Er will so gern die Welt rosarot sehen und doch ist er Scheidungs-
anwalt. ...

Inhalt
Grumpy und Sunshine, oder Molly und Seth. Seth, der Sunshine, schwärmt seit Jahren von Molly und ist immer noch völlig verzückt von ihr. Er will so gern die Welt rosarot sehen und doch ist er Scheidungs-
anwalt. Molly, die Grumpy, glaubt nicht an die Liebe und läuft ständig vor ihren Gefühlen davon. Dennoch schreibt sie Drehbücher für RomComs und das sehr erfolgreich.
Beide sind gemeinsam zur Schule gegangen und waren für kurze Zeit ein Paar. Sie sehen sich nach Jahren bei einem Klassentreffen wieder und schließen eine Wette ab, bei der es um Paare geht und deren Liebe. Auf fünf Paare wird gewettet, der Clou dabei, das fünfte Paar sind sie selbst. Fünf Jahre später beim nächsten Klassentreffen wird sich herausstellen, wer von den Beiden die ungewöhnliche Wette gewonnen hat. Und innerhalb dieser fünf Jahre passiert jede Menge ...

Meine Meinung
Der Schreibstil ist etwas holprig und in der Ich-Perspektive geschrieben. Zwei sehr unterschiedliche Protagonisten, die zueinander finden wollen und eine Second Chance, die genutzt werden will - alles wunderbar, aber eben nicht wunderbar genug, um für mich eine gute RomCom darzustellen. Denn es gibt zu viele Probleme, die Molly mit sich herumträgt, das lässt die Hauptprotagonistin dauerhaft sehr negativ erscheinen und Witze, die nicht wirklich witzig ankommen.
Das Cover ist gut gelungen, passt auch zu einer RomCom, aber nicht so richtig zu dem Inhalt des Buches.

Fazit
Die Idee zum Buch klingt spaßig, kann auch richtig spaßig sein. Aber ich hatte so meine Schwierigkeiten mit der Umsetzung dieser Idee. Wenn ein Buch unter romantischer Komödie beworben wird, dann erwarte ich auch, das zum größten Teil eine RomCom geliefert wird. Für dieses Genre hat mir dieses Buch zu viel Tiefgang. Zeitweise auch ein paar Längen und zu flachen Humor. Schade.

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  • Cover
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Veröffentlicht am 29.03.2026

Unterhaltsames „Fast Food“ für den Kopf

Jünger geht immer!
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Worum geht es?
In „Jünger geht immer“ nimmt Ellen Berg den modernen Jugendwahn und die Tücken des Älterwerdens aufs Korn. Die 48-jährige Hauptfigur Anne findet sich in einem turbulenten Gefühlschaos zwischen ...

Worum geht es?
In „Jünger geht immer“ nimmt Ellen Berg den modernen Jugendwahn und die Tücken des Älterwerdens aufs Korn. Die 48-jährige Hauptfigur Anne findet sich in einem turbulenten Gefühlschaos zwischen gesellschaftlichen Erwartungen, ihrem (Ex-)Mann und einem deutlich jüngeren, attraktiven Mann wieder. Umrahmt wird das Ganze von einem lebhaften Familiengefüge und den typischen Stolperfallen des Alltags.

Meine Meinung
Das Buch passt gut für zwischendurch. Es liest sich zwar flüssig, aber es fehlt deutlich an Substanz und hat mich nicht wirklich abgeholt. Der Schreibstil ist zwar pointiert, wirkt aber oft sehr bemüht humorvoll. Die Charaktere agieren eher wie überzeichnete Karikaturen, nicht wie echte Menschen, wodurch viele Witze vorhersehbar bleiben. Von dem anstrengenden Mutter-Tochter-Gespann über die betont coolen Teenager bis hin zu den unglaublich attraktiven Männern bedient die Autorin jedes erdenkliche Klischee und viele Stereotypen.
Für meinen Geschmack war das Gesamtpaket schlicht „too much“.
Außerdem verlässt sich die Story hier zu sehr auf unmögliche Zufälle statt auf eine stimmige Handlung.
Das Cover hingegen finde ich sehr gut gelungen und passend zur Story gestaltet.

Fazit
Ein netter Roman für den Moment, der aber keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Man wird nur kurzzeitig unterhalten. Wer eine leichte und anspruchslose Unterhaltung sucht, wird hier fündig – mehr aber auch nicht.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Mehr Familienroman als Gesellschaftskritik

Hazel sagt Nein
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Worum es geht?
Die Familie Blum – Vater Gus, Mutter Claire sowie die Kinder Hazel und Wolf – zieht für eine neue berufliche Chance des Vaters von New York in die Kleinstadt Riverburg, Maine. Doch der Neuanfang ...

Worum es geht?
Die Familie Blum – Vater Gus, Mutter Claire sowie die Kinder Hazel und Wolf – zieht für eine neue berufliche Chance des Vaters von New York in die Kleinstadt Riverburg, Maine. Doch der Neuanfang verwandelt sich am ersten Schultag in einen Albtraum: Der Schuldirektor offenbart der 18-jährigen Hazel, dass er traditionell jedes Jahr eine Schülerin für sexuelle Gefälligkeiten auswählt und nun sie an der Reihe sei. Hazel weigert sich jedoch, das Spiel mitzuspielen, und sagt Nein. Dieser mutige Entschluss erschüttert nicht nur ihr Leben, sondern zwingt die gesamte Familie dazu, sich den sozialen Dynamiken und der bedrückenden Wahrheit innerhalb der Kleinstadt zu stellen.

Meine Meinung
Der Einstieg in das Buch ist Jessica Berger Gross hervorragend gelungen. Ohne Umschweife wird der Leser mit dem Machtmissbrauch konfrontiert. Durch die knappe, direkte Sprache wirkt der Vorfall besonders kühl und verletzend, was einen sofort in das Geschehen hineinzieht.
Leider konnte dieses hohe Niveau nicht über das gesamte Buch gehalten werden. Während die unmittelbaren Auswirkungen auf die Familie noch eindringlich geschildert werden, verliert sich der Roman im weiteren Verlauf in zu vielen Nebensträngen, die so viel Raum einnehmen, dass das eigentliche, brisante Kernthema – der Machtmissbrauch und die systemischen Konsequenzen – zunehmend in den Hintergrund rückt.
Zudem wirkte die Entwicklung der Story auf mich zunehmend konstruiert durch die große mediale Aufmerksamkeit Hazel gegenüber. Das lässt die Bedrohung durch den Täter und die Ernsthaftigkeit der Situation ziemlich verblassen.
Die Charaktere der Eltern sind zu distanziert. Der kleine Bruder dagegen hat Tiefe und Sympathie.
Da der Schreibstil eher analytisch und distanziert bleibt, fehlt dem Roman leider die nötige emotionale Wucht, die er verdient hätte.
Das Cover, finde ich, ist wiederum zur Story passend. Zeigt es doch metaphorisch das Bild einer idyllischen Kleinstadt. Von der Falschheit, die im Buch zum Vorschein kommt, keine Spur.

Fazit
„Hazel sagt Nein“ ist ein wichtiges Buch mit einer starken Botschaft über Selbstbestimmung und den Mut, sich gegen Machtmissbrauch zu wehren. Es liest sich flüssig. Wer aber eine tiefgreifende, bedrückende Auseinandersetzung mit dem Thema sucht, könnte enttäuscht werden, da der Roman sich eher zu einem Familienroman entwickelt. Insgesamt ein Debüt mit leider verschenktem Potenzial.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Interessantes Gedankenexperiment mit Längen

Vorsehung
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Worum geht es?
Ein gewöhnlicher Flug nach Sydney wird zum Albtraum, als eine ältere Dame – die "Death Lady" – durch die Reihen geht und jedem Passagier sein Sterbealter sowie die Todesursache prophezeit. ...

Worum geht es?
Ein gewöhnlicher Flug nach Sydney wird zum Albtraum, als eine ältere Dame – die "Death Lady" – durch die Reihen geht und jedem Passagier sein Sterbealter sowie die Todesursache prophezeit. Was als verrückter Zwischenfall beginnt, wird für die Betroffenen zur existenziellen Zerreißprobe.
Sind diese Vorhersagen Spielereien oder unausweichliches Schicksal?

Meine Meinung
"Vorsehung" besticht durch ein faszinierendes Szenario, welches durch den Klappentext vermittelt wird. Und auch die philosophische Grundfrage – Wie würde man selbst handeln, wenn man sein Schicksal kennt? – haben mich absolut begeistert.
Doch leider konnte die Umsetzung dieses starken Plots mich nicht durchweg überzeugen. Der Roman weist für mich einige deutliche Schwächen auf.
Die durchaus zähe Erzählweise der Autorin sowie die Hauptprotagonistin Cherry waren für mich große Negativpunkte. Mit der Protagonistin Cherry habe ich mich sehr schwergetan, sie war für mich nicht greifbar.
Informationen vom Anfang werden erst zum Schluss wieder aufgegriffen und weiter erzählt und aufgeklärt, nur leider hatte ich bis dahin die Zusammenhänge größtenteils wieder vergessen.
Auf den 512 Seiten werden zu viele Charaktere eingeführt. Mir fiel es schwer alle auseinander zu halten. Zudem wirken die Handlungsstränge der anderen Charaktere oft wie eine belanglose Aneinanderreihung von Szenen ohne echten Kern.
Während Klappentext und Leseprobe noch „fiebriges“ Warten verspricht, verliert die Story nach dem ersten Viertel an Dynamik und wird ausschweifend mit all den Alltagsbeobachtungen.
Der Schluss konnte meine Erwartungen nicht komplett erfüllen, aber immerhin war dieser in Ordnung.
Das Cover hingegen gefällt mir gut.

Fazit
Liane Moriarty stellt spannende existenzielle Fragen. Wer sich gerne mit der eigenen Sterblichkeit auseinandersetzt, findet hier einen interessanten Ansatz. Für mich persönlich war der Weg zum Ende jedoch zu langatmig und die Erzählweise zum teil unbefriedigend. Ein gutes Buch für geduldige Leser, aber für mich leider kein Highlight.

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