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Veröffentlicht am 10.04.2020

Hype nicht nachvollziehbar

YOU - Du wirst mich lieben (Joe Goldberg, Band 1)
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Inhalt
Joe Goldberg ist Mitarbeiter in einer Buchhandlung. Täglich kommt eine Mehrzahl an Menschen zu ihm, doch nur für eine Person interessiert er sich - Guinevere Beck, genannt Beck. Als sie Kundin in ...

Inhalt
Joe Goldberg ist Mitarbeiter in einer Buchhandlung. Täglich kommt eine Mehrzahl an Menschen zu ihm, doch nur für eine Person interessiert er sich - Guinevere Beck, genannt Beck. Als sie Kundin in seiner Buchhandlung ist, verschlägt es Joe den Atem und er ist sich sicher, dass die Beiden zusammen gehören. Dies versucht er Beck irgendwie klar zu machen. Er ist immerzu an ihrer Seite, gibt auf sie acht und ist ihr auch stets einige Schritte voraus. Denn manchmal genügen nur kleine Tricks, um alles über Beck heraus zu finden. Beck öffnet sich Joe immer mehr und lässt ihn in ihr Leben eintreten. Was Beck nicht weiß ist, dass Joe sie und ihr Umfeld stark manipuliert und auch nicht davor zurückschreckt die eine oder andere Person aus dem Weg zu schaffen…

Beschreibung
Ich habe mich diesem Hörbuch angenommen, da die Geschichte um Joe und Beck in sämtlichen Medien war und ich noch vor dem Erscheinungstermin der Netflix-Serie viel von diesem Buch gehört habe. Schon lange habe ich überlegt, dieses Buh zu kaufen. Nun habe ich es bei Spotify entdeckt und musste es mir sofort anhören. Da ich sehr große Erwartungen an die Geschichte hatte, wurde ich leider ziemlich schnell enttäuscht.
Ein Punkt der mir negativ aufgefallen ist, ist die Vertonung. Die ersten Kapitel von Gösta Barthelmes waren sehr ungewohnt. Ich bin qualitativ klare Hörbücher gewohnt, allerdings hört sich diese Vertonung so an, als hätte die jemand zu Hause relativ unprofessionell aufgenommen. Mag sein, dass das von dem Verlag so gewollt war, damit alles wirklich echt wirkt. Für das Hörerlebnis, war es dennoch unschön. An die Stimme von Gösta Barthelmes habe ich mich mit der Zeit gewöhnt. Zu Beginn hat sie sich von den anderen Hörbuch-Sprechern deutlich abgehoben - etwas monotoner, höher und abwertender. Dadurch haben einige Sätze innerhalb des Buches eine wirklich abartige Bedeutung bekommen, vor allem wenn der Sprecher mal wieder das Worten „Ficken“ in unterschiedlichsten Formen vorlesen musste. Dieses Wort kam nahezu ständig vor, gefühlt in jedem Kapitel. Dabei wurde einem dieses Wort so um die Ohren geschleudert und vor die Füße gespuckt. Die abwertende Sprache spielt in diesem Hörbuch eine zentrale Rolle, die ich als negativ empfunden habe. Sicherlich gehört es zu einigen Büchern dazu und macht die Charaktere aus. Für mich ist es ein Störfaktor, der mir die Charaktere unsympathisch macht. Es ist mir regelrecht unangenehm ein Hörbuch mit solcher Sprache zu hören oder ein Buch in solch einer vulgären Sprache zu lesen. Teilweise wurden einige Sätze zigmal hintereinander vorgelesen, dazu gehört bspw. „ich bin der Boss“. Insgesamt also eine sehr einfache und - wie bereits gesagt - vulgäre Sprache, die leider auch nur von wenig Spannungsmomenten zeugt.
Die Spannung kam für mich leider erst ganz am Ende auf. Vorher fand ich auch die „Stalking-Elemente“ nicht gut genug ausgearbeitet, so dass Beck mal in Angst verfällt, sie unwohl fühlt oder komische Dinge vor sich gehen. Selbst als die ersten Morde vor sich gehen, reagiert Beck anders als übliche Frauen (was Beck natürlich auch nicht ist, wie man erfährt, wenn man sich dem Ende nähert). Teilweise möchte man Beck einfach nur schütteln und sie fragen, weshalb sie nun so blauäugig und naiv gehandelt hat, bspw. dass sie ihr verloren gegangenes Handy nicht abschalten lässt. Joe hatte scheinbar mehr, als nur ein Fünkchen Glück.
Daher konnte ich auch nur wenig Mitleid mit Beck empfinden, im Gegenteil - ich habe eher negative Empfindungen ihr gegenüber gehabt. Mir war sie überhaupt nicht sympathisch, was sicherlich auch durch das Umfeld bestärkt wurde. Joe fand ich ebenso wenig sympathisch oder mochte ihn als „Bösewicht“. Interessant fand ich lediglich seine krankhaften Gedanken und dass er sich für normal gehalten hat. Das immer wieder in die Sätze eingeflossen und das so nebenbei, dass man tatsächlich denken könnte, dass Beck die „Kranke“ ist. Dies wird auch nochmal dadurch verstärkt, dass die Autorin sich hier für die Ich-Perspektive von Joe entschieden hat, allerdings mehr in der Du-Form erzählt. Dabei beschreibt uns Joe immer wieder wie „Du dich gibst“, was Beck also so treibt. Dieses Stilmittel fand ich wirklich genial, es war ein anderes Hör- und Leseerlebnis und daher konnte man besser in die krankhaften Gedanken von Joe eindringen.
Noch ein Satz zum Ende - ich bin enttäuscht und gleichzeitig auch gespannt auch den zweiten Teil!

Fazit
Das Buch hatte einige Längen für mich und hat die Spannung leider nicht aufrecht erhalten können. Die abwertende Sprache ist mir negativ aufgeschlagen und die Charaktere konnten mich leider auch nicht überzeugen. Von mir gibt es 2,5 Sterne für eine gut überlegte Geschichte und die interessante „Du-Form“.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2020

Übertrieben und doch irgendwie grandios!

All Saints High - Die Prinzessin
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Inhalt
Daria hat alles was man sich wünschen kann. Sie hat die tollsten Klamotten, lebt im Reichtum, geht auf eine ausgezeichnete Schule und hat eine wunderbare Familie. Doch Daria sieht das ganz und gar ...

Inhalt
Daria hat alles was man sich wünschen kann. Sie hat die tollsten Klamotten, lebt im Reichtum, geht auf eine ausgezeichnete Schule und hat eine wunderbare Familie. Doch Daria sieht das ganz und gar nicht so. Sie fühlt sich ungeliebt von ihrer Mutter Melody. Nichts scheint sie ihr recht zu machen und immer bevorzugt sie Via - ein Mädchen aus der Ballettgruppe. Das Schlimmste daran ist, dass Daria und Via sich nicht ausstehen können. Sie sind quasi Feindinnen. Daria kann nicht auf sich sitzen lassen, wie gut Melody sich mit Via versteht und wird regelrecht eifersüchtig, was sie dazu verleitet grausame Dinge zu tun. Dann verschwindet Via auf einmal und Daria fühlt sich schuldig. Doch die Beziehung zu ihrer Mutter wird auch dadurch nicht besser - im Gegenteil. Als Melody schließlich beschließt einen Straßenjungen aufzunehmen spitzt sich die Situation zu, denn es handelt sich um Penn. Den Jungen, den Daria so sehr ins Herz geschlossen hat, den Jungen den sie geküsst hat, bevor Via verschwunden ist und sie etwas schreckliches getan hat. Der Junge, der Via Zwillingsbruder ist. Penn und Daria wissen nicht wie sie miteinander umgehen sollen. Einerseits fühlen sie sich zueinander hingezogen, andererseits steht ein Geschehen zwischen ihnen, was unverzeihlich ist und alles verändert hat. Und auf einmal taucht Via wieder auf und beschließt Daria das Leben zur Hölle zu machen…

Beschreibung
Ich bin gerade etwas sprachlos, was dieses Buch betrifft und wahnsinnig hin und her gerissen. Ein Teil von mir denkt sich - was für ein Schwachsinn. Dieses Buch steckt voller Klischees und übertriebenen Handlungen, die furchtbar unauthentisch sind und so niemals passiert wären. Der andere Teil in mir schreit auf, dass dieses Buch grandios ist. Es enthält unheimlich viel Spannung und durchweg Pageturner-Potential. Nebenbei eine Menge Liebe, Gossip und Protagonisten die sich von üblichen Charakteren abheben.

„All Saint High - Die Prinzessin“ von L.J. Shen war mein erstes Buch der Autorin. Somit waren für mich alle Charaktere neu, da ich auch ihre „Sinners of Saint“ Reihe nicht kenne, die ja als Grundlage für dieses Sinn-of dient. Dennoch bin ich gut in das Buch hinein gekommen und würde behaupten, dass es nichts ausmacht, wenn man die „Sinners of Saint“ Reihe nicht gelesen hat.
Da ich sowohl die „Sinners of Saint“ Reihe schon oftmals gesehen habe und auch von „All Saints High“ schon viel Gutes gehört habe und auf sämtlichen Plattformen damit konfrontiert wurde, habe ich mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass ich diese Buch für netgalley lesen durfte. Meine Erwartungen waren sehr hoch und im Allgemeinen wurden diese auch nicht enttäuscht. Zu Beginn war ich allerdings sehr hin und her gerissen und habe kurzzeitig überlegt, ob ich dieses Buch abbreche. Denn bereits auf den ersten Seiten war die Sprache so vulgär und anstößig, dass ich mich regelrecht fremdgeschämt habe. Über die Seiten hinweg wurde die Sprache nicht unbedingt viel besser und gerade was die Erotik Szenen anbelangt wurden hier teilweise abwertende Begriffe verwendet und „Dirty Talk“ betrieben - kurzum: es ging dreckig und heiß her. Was mir daran noch negativ aufgestoßen ist, ist dass Daria bereits mit 14 Jahren als „Oberschlampe“ bezeichnet wird, bzw. sich selber so bezeichnet, was ich schon recht heftig finde. Das Ganze wird etwas verständlicher, wenn man an die Beziehung zu ihrer Mutter herangeführt wird. Dennoch konnte ich nicht so recht mit Daria warm werden. Erst am Ende des Buches wird mir Daria sympathischer, nachdem sie eine große Entwicklung durchgemacht hat. Vorher ist sie die zickige, oberflächliche und hinterhältige Jungendliche, die keinen Blatt vor den Mund nimmt und nicht damit umgehen kann, dass andere Menschen besser sind als sie. Daria trieft nur so vor Eifersucht und Neid auf die Menschen um sie herum und lässt das ihre Mitmenschen auch deutlich spüren. Ihr einziger Gedanke ist ihr Ruf, den sie nicht riskieren möchte. Man spürt förmlich, dass Daria voller Kummer ist, der sie immer wieder dazu verleitet ein „Hulk“ zu werden und mit viel Hass Menschen böse Dinge anzutun. Immer wieder habe ich mich dabei gefragt, ob sie gerade eigentlich weißt, was sie da tut und welche Kreise das ziehen kann. Dafür nimmt sie auch in Kauf, dass sie selber Gerüchte über sie verbreitet, nur um einen bestimmen Ruf zu wahren, was ich für einen Young Adult Roman als äußert fragwürdig empfinde.
Penn ist Daria zwar nicht ähnlich was den Ruf betrifft und die Prestige, allerdings ist auch Penn wirklich gut darin, unfair zu sein - zumindest zu Beginn des Buches. Er benutzt durchweg vulgäre Ausdrücke. Durch seine Vergangenheit und die Sprache hatte ich ein Bild von ihm im Kopf, was man als „asozial“ bezeichnen kann. Ich weiß nicht, ob die Autorin das so gewollt hat. Denn eigentlich soll sicherlich Daria die Rolle des „Bad-(Boys)“ einnehmen. Penn hat allerdings das Herz am rechten Fleck und ist stets ehrlich. 

Neben Penn und Daria gibt es noch die Nebencharaktere von denen ich nie so wirklich wusste, wer zu wem gehört, wer mit wem zusammen ist und auf welche Schule geht. Via nimmt von den Nebencharakteren eine größere Rolle ein und was soll ich sagen - ich hatte wirklich zu keiner Zeit Mitgefühl mit ihr. Im Gegenteil. Eigentlich konnte ich Daria verstehen, dass sie Via so sehr hasst und sie als Feindin ansieht. Auch zum Ende hin war mir Via alles andere als sympathisch und ich konnte mich leider gar nicht in sie hinein versetzen. Ähnlich ging es mir auch bei den anderen Charakteren. Wen ich allerdings wirklich mochte war Jaime, den Vater von Daria. Er ist der Einzige, der einigermaßen bodenständig ist und seine Kinder wirklich liebt. Er sucht das Gespräch, ist humorvoll und hilfsbereit - so wie man sich einen Vater vorstellt. Melody hingegen hat mir ganz oft einfach nur leid getan, nachdem ich sie erst oberflächlich und gefühlskalt fand. Sie scheint alles verkehrt zu machen, was sie eigentlich richtig machen möchte. Sie nimmt Menschen in ihre Familie auf und wird dafür bestraft. Dazu trägt allerdings auch bei, dass Melody sich als Mutter einfach kindisch verhält, da sie nie das Gespräch mit Daria gesucht hat und ihre Tochter einfach mal über Via’s Lebensverhältnisse aufgeklärt hat. Es stecken einfach unheimlich viele Geheimnisse in dieser Familie, besonders zwischen Melody und ihrer Tochter Daria, dass man sich oft fragt, warum das überhaupt so ist. Das Problem für mich war daran, dass die Autorin diese Geheimnisse auch von der Autorin über das gesamte Buch hinweg ungelöst geblieben sind und ich als Leser oft gedacht habe „in welch ekliger Welt befinde ich mich hier eigentlich?“ bis sich am Ende dann heraus gestellt hat, dass das alles gar nicht wahr ist und sämtliche Geheimnisse nicht der Wahrheit entsprechen - das war irgendwann nur noch nervig und unglaubwürdig. 

Mit diesen vielen Geheimniskrämereien hat die Autorin allerdings für viele Spannungsmomente gesorgt, so dass man sich gar nicht auf die Liebesbeziehung fokussieren konnte, sondern viel mehr beim Streit zwischen Via, Penn und Daria mitgefiebert hat. Der Zickenkrieg war vom Feinsten und gut ausgetüftelt. Dabei wurde immer wieder erkennbar, dass „Prinzessin“ wirklich gut zutrifft und Geld bei der Familie keine große Rolle spielt, denn davon haben sie genug. Das hinter dieser Fassade etwas ganz anderes steckt, wird dann nach gut einem Drittel des Buches deutlich.

Fazit
Ich konnte einfach nicht aufhören dieses Buch zu lesen, da es viel Spannung beinhaltet hat und so viel Gossip und Zickenkrieg, der gut ausgearbeitet wurde. Anderseits hat mich die Sprache leider überhaupt nicht angesprochen und insgesamt fand ich die Thematik zu aufgesetzt und klischeehaft. Ich gebe diesem Buch 3,5 Sterne und bin trotzdem gespannt auch weitere Bücher der Autorin.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.04.2020

Wohlfühlbuch

Happy Ever After – Wo das Glück zu Hause ist
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Inhalt
Nina liebt Bücher über alles. Das zeigt sie nicht nur in ihrem Beruf als Buchhändlerin, sondern auch in ihrer Freizeit. Nina liest wo immer sie kann und das schon seitdem sie ein kleines Mädchen ...

Inhalt
Nina liebt Bücher über alles. Das zeigt sie nicht nur in ihrem Beruf als Buchhändlerin, sondern auch in ihrer Freizeit. Nina liest wo immer sie kann und das schon seitdem sie ein kleines Mädchen war, zum großen Ärgernis ihrer Mitbewohnerin und besten Freundin Surinder, denn in der Wohnung stapeln sich die Bücher. Als Nina in ihrem Job gekündigt wird und beschließt alle Bücher mitzunehmen, setzt Surinder ein Veto davor. Die schüchterne Nina ist verunsichert - kein Job und auch die Wohnung kann sie so nicht beibehalten. Da kommt Nina die Idee eines Bücherbusses. Um diesen in Betracht zu nehmen verschlägt es sie in die Highlands. Dort überzeugt sie nicht nur ihr Traum vom Bücherbus, sondern auch die Umgebung und die vielen netten Menschen. Aber gelingt es ihr wirklich ihren großen Traum zu leben?

Beschreibung
Dies war mein zweites Buch von Jenny Colgan. Ich hatte bereits vor ein bis zwei Jahren „Die kleine Bäckerei am Strandweg“ gelesen und war davon zwar sehr angetan, bin allerdings nicht an der Handlung dran geblieben. Da die Bücher von Jenny Colgan allerdings in mein Frühjahr und Sommer Beuteschema fallen, was Literatur anbelangt, kam mir das neue Buch der Autorin genau recht. Da dieses Buch ein Thema beinhaltet, was wohl jeden Leser und jede Leserin anspricht - Bücher - hatte ich große Erwartungen an dieses Buch und habe mich sehr auf die Lesestunden gefreut und hatte diese auch! Jenny Colgan hat wunderschöne Landschaften beschrieben, eine realistische Liebesgeschichte eingebaut und mich mit einem flüssigen und leichten Schreibstil in die Welt, rund um Nina und ihre Bücher, reisen lassen. Dabei zeichnet sich dieses Buch nicht nur durch die Welt der Bücher aus, sondern vor allem auch durch die Protagonisten, die so unheimlich sympathisch sind und sich in diesem Buch langsam weiterentwickeln. Ganz nebenbei erzählt sie die Geschichte einer schüchternen jungen Frau, die ihre Träume verwirklicht und regt damit die Leser und Leserinnen selber dazu an, für ihre Träume zu kämpfen.
Mit Nina hat die Autorin eine Protagonistin geschaffen, die mir überaus sympathisch war, mit der ich mich im realen Leben sicherlich gut verstanden hätte und mit der ich absolut mitfühlen konnte. Zusammengefasst - ich konnte mich mit Nina einfach sehr gut identifizieren. Ich habe sie als ein schüchternes Mädchen kennengelernt, welches sich in ihrer Traumwelt befindet. Zurückhaltend, ängstlich und ein kleines graues Mäuschen. Aus diesem Grund haben auch alle ihre Handlungen gut zu Nina gepasst, bei denen man sich manchmal kurz gefragt hat, warum oder wie blauäugig. Auch Surinder und vor allem Lennox hat Jenny Colgan wunderbar eingefangen und sie so dargestellt, dass sie nicht nur zu Nina gepasst haben, sondern auch zu meiner Vorstellung der Umgebung. Lennox ist ebenfalls in seiner eigenen Welt gefangen, allerdings anders wie bei Nina, nämlich in seinem Alltagstrott. Die Zwei ergänzen sind hervorragend und sind sich gleichzeitig wieder so ähnlich, dass sie prima zusammen passen. Auch Lennox hat Charakterzüge, welche die Autorin so gut schildert, dass sich sofort ein Bild von ihm entwickelt. Ein klassischer Bauer, der sein Herz auf dem rechten Fleck hat und unheimlich sexy aussieht… In der Liebesgeschichte zwischen den Beiden entwickelt sich alles ganz langsam und realistisch. Durch die genaue Schilderung der Protagonisten wirken alle so liebenswürdig. Auch die Nebencharaktere und die Kunden der Buchhandlung wirken so real und hilfsbereit, dass man am liebsten auch sofort in die Highlands ziehen möchte. Alles wirkt so wunderbar romantisch, ich konnte mich in die Geschichte hineinfallen lassen und wohlfühlen.

Es gab zwei Szenen bei denen ich mich gefragt habe, ob das wirklich notwendig war, weil es einfach etwas unrealistisch erschienen. Damit meine ich eine Szene, die sich quasi zu Beginn des Buches abspielt und Nina auf den Zuggleisen vor einem Reh abbremst. An dieser Stelle möchte ich nicht zuviel verraten. Nur darauf hinweisen, dass es zu umauthentischen Momenten kommt. Ähnlich wie die Hilfe bei der Geburt zweier Lämmer.

Dennoch sorgt Jenny Colgan auch für kleine Überraschungsmomente, die wirklich herzergreifend sind und zeigen, wie toll die Bewohner der Highlands sind und wie wichtig es auch in der heutigen Zeit ist, die Augen nicht zu verschließen und Mitmenschlichkeit zu zeigen.

Fazit
Mit „Wo das Glück zu Hause ist“ hat Jenny Colgan einen wunderschönen Wohlfühlroman geschrieben, der zum Träumen einlädt und in Frühlingsstimmung versetzt. Ein 4,5 Sterne Buch, was mich daran erinnert hat, wie toll die Autorin schreibt und wie schön Neuanfänge sein können.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2020

Nette Fortsetzung.

Cinder & Ella - Happy End - und dann?
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Beschreibung
Nachdem ich den ersten Teil beendet habe, habe ich mich im Anschluss daran gleich dem zweiten Teil gewidmet. Den ersten Teil fand ich wirklich total schön und emotional auch wirklich mitreißend. ...

Beschreibung
Nachdem ich den ersten Teil beendet habe, habe ich mich im Anschluss daran gleich dem zweiten Teil gewidmet. Den ersten Teil fand ich wirklich total schön und emotional auch wirklich mitreißend. Für Ella war das ein auf und ab der Gefühle mit vielen negativen Momenten und schweren Entscheidungen. Eine perfekt überlegte Handlung, die gut umgesetzt wurde. Ich war dementsprechend auf den zweiten Teil gespannt. Dieser hat mir ebenfalls gut gefallen, allerdings fand ich ihn etwas schwächer, als seinen Vorgänger. Statt der modernen Cinderella-Story, ist aus dem zweiten Teil ein Teenager/Jugendbuch geworden, indem alles um die Teenie-Liebe zu einem Popstar geht. Einerseits wird dadurch natürlich der Alltag der Beiden aufgegriffen, andererseits verliert die Geschichte dadurch irgendwie auch ihren Charme. Denn die bodenstände Ella, die Bücher so sehr liebt und ein absolutes Fangirl sein kann, steht nun im Mittelpunkt der Medien und alle möglichen Marken wollen durch Ella an Prestige gewinnen oder Ella groß raus bringen. Das stellt Ella natürlich vor erneute Probleme, die in erster Linie ihren Körper und ihre Narben betreffen. Im Großen und Ganzen entsprechen diese Handlungen sicherlich der Realität, was die Beziehung mit einem Popstar angeht. Und nur durch diese Handlunge kann Ella am Ende des Buches zu sich finden und ihren Körper und sich selber lieben. Nur durch all diese Geschehnisse gibt es für Ella und Cinder eine Chance und man kann als Leser dabei sein, wie die Beiden sich weiterentwickeln. Dennoch fand ich es schade, dass Ella nun auch einen so großen Raum in der Öffentlichkeit angenommen hat. Natürlich kann sie ihren Körper nutzen, um anderen Menschen damit Mut zu machen. Dennoch ändert sie sich damit total und es entspricht gar nicht mehr ihren Charakterzügen. Ich bin da ein wenig hin und her gerissen und hätte mir tatsächlich eher gewünscht, dass Ella nach wie vor die Freundin an der Seite von Cinder ist, aber ohne dabei zu sehr ins Rampenlicht zu geraten.
Was sich etwas überzogen fand, war die Geschichte zwischen Ella und ihrem Vater und der Auszug bei ihrer Familie. Ich kann nicht so richtig nachvollziehen, weshalb Ellas Vater sich mit Cinder anlegt und schlussendlich immer nur so ablehnend und abweisend auf ihn reagiert hat, weil er eifersüchtig auf ihn war.
Schön war im Übrigen auch, dass Ana und Ella sich angenähert haben und ein Familienfrieden entstehen konnte, was allerdings auch vorhersehbar war. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass Ella ihre Familie einfach so fallen lässt und sich von ihnen abwendet. Was allerdings wahrnehmbar ist, ist dass die Familie kaum noch Erwähnung findet, ähnlich wie Rob und Vivienne, die ich im ersten Teil unheimlich gerne mochte.
Des Weiteren habe ich so sehr darauf gehofft, dass es in diesem Buch mal keine Hochzeit am Ende geben wird und dann das…für mich ist das immer zu sehr Friede, Freude, Eierkuchen und damit nicht mehr so wirklich realistisch.

Fazit
Ein solider und schöner zweiter Teil, der allerdings seine Magie nach dem ersten Teil verloren hat und eine Ella in den Mittelpunkt rückt, die eine große Entwicklung durchmacht und am Ende eine selbstbewusste junge Frau ist. Von mir gibt es 4 Sterne. Wem der erste Teil gefallen hat, der wird sicherlich auch diesen Teil mögen, aber evtl. nicht feiern.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2020

Noch besser als Teil 1!

VANITAS - Grau wie Asche
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Inhalt
Carolin Bauer ist nach den Ereignissen in München wieder nach Wien zurückgekehrt. Dort arbeitet sie weiterhin in der Friedhofsgärtnerei und obwohl sie sich hier wohlfühlt ist sie weiterhin achtsam ...

Inhalt
Carolin Bauer ist nach den Ereignissen in München wieder nach Wien zurückgekehrt. Dort arbeitet sie weiterhin in der Friedhofsgärtnerei und obwohl sie sich hier wohlfühlt ist sie weiterhin achtsam und nimmt ihre Umgebung ganz genau in Augenschein. Als nachts auf dem Zentralfriedhof auf einmal Gräber ausgehoben werden und die Leichen und ihre Grabsteine mit sonderbaren Symbolen versehen werden, taucht natürlich auch die Polizei in der Friedhofsgärtnerei auf. Durch Carolins Neugierde und ihre vorsichtige Art gerät sie schnell in den Fokus der Ermittlungen. Carolin bleibt nur eine Möglichkeit, sie muss den Fall aufdenken, um von sich selber abzulenken. Als dann aber auch noch ein junger Mann um die Gärtnerei herum schleicht und sich an ihre Kollegin heran macht, überlegt sie nicht lange und spioniert auch ihm hinterher. Carolin wird immer unvorsichtiger. Gerät sie in die Fänge der Karpins?

Beschreibung
Dieses Buch hat mir wirklich gut gefallen. Ich muss sagen, auch der zweite Teil gehört für mich nicht in die Kategorie Thriller, sondern lässt sich eher im Genre der Krimis finden. Dennoch hat er mich vom Spannungsaufbau her überzeugt und bin wieder einmal begeistert von Ursula Poznanski und ihren Büchern.
Der zweite Teil der Reihe baut unmittelbar auf dem ersten Teil „Vanitas - Schwarz wie Erde“ auf. Es wird zwischendurch nochmal kurz erwähnt, das Carolin aus München gekommen ist und wie Robert darin verstrickt war. Diesmal spielt sich die Handlung also nicht in München ab, sondern in Wien. Während der erste Teil die Karpins vorerst nur bruchstückhaft erwähnt hat und ihnen zwar eine große Rolle in Caros Leben, aber noch nicht in dem Buch zugeschrieben hat, wird die Rolle der Karpins nun immer deutlicher gemacht. Man erfährt immer mehr über Carolin und die Karpins und schließlich auch, weshalb Carolin von ihnen gesucht wird, weshalb sie ihr nach dem Leben trachten und weshalb sie zwei Menschen getötet hat. Dieses Element sorgt für viel Spannung in dem Buch, denn man weiß irgendwie nie, wo die Karpins auftreten und in welcher Form. Ständig vermutet man hinter einem Charakter ein Mitglieder der Russen und genauso wenig wie Carolin, kann sich auch der Leser sicher sein, dass man in Sicherheit ist und es sich um „ganz normale Menschen“ handelt, die sich unabhängig von den Karpins seltsam verhalten oder auffällig sind. Neben diesem Handlungsstrang gibt es aber auch noch die Grabschender. Die Thematik fand ich total interessant und Ursula Poznanski hat diesen Handlungsstrang toll entwickelt. Man erfährt auch hier immer wieder kleine Details, die man noch nicht zuordnen kann und auch nicht weiß, wie die zusammen passen sollten. Erst Stück für Stück macht alles Sinn und man wird an eine grausame Vergangenheit heran geführt, die auch heute noch Aktualität besitzt. Ursula Poznanski schreibt hier also nicht nur einen Thriller, von dem man denken könnte, dass die Handlungen relativ weit hergeholt sind, sondern sie thematisiert hier auch Geschehnisse, die auch zur heutigen Zeit immer wieder aufgedeckt werden und in der Presse und in den Medien Beachtung finden. Mit diesem Hintergrundwissen machen die Handlungen der Grabschänder unheimlich viel Sinn. Deshalb fand ich die Vorgangsweisen von Carolin und ihrer Zusammenarbeit mit Biber auch nachvollziehbar und ganz und gar nicht verwunderlich. Ich hoffen nur, dass sie sich auf seine Diskretion verlassen kann. Dass der Justizminister mit den schrecklichen Vorkommnissen der Vergangenheit zusammenhängt war sehr schockierend und ich hätte mir irgendwo auch gewünscht, dass die Fotos an die Öffentlichkeit kommen.
Ursula Poznanski hat in diesem Teil Charaktere entwickelt, die mir alle so sympathisch waren - mal abgesehen von den Karpins und Alex. Dementsprechend schockiert war ich am Ende auch über die eine oder andere Tat bzw. Handlung und hätte damit niemals gerechnet. Ich kann mir richtig gut vorstellen, dass Carolin sich mit ihren Kollegen wohlgefühlt hat, dass sie gerne in Wien geblieben wäre und nun ihre „Heimat“ verlassen muss. Dass die Karpins sie tatsächlich aufgespürt haben, hätte ich noch nicht gedacht. Das kam am Ende recht überraschend, wurde aber meiner Meinung nach prima umgesetzt und eingeführt. Diese E-Mail war klasse formuliert und zeigt auf, wie unberechenbar Andrej ist. Dass Carolin da in den Angriff geht, passt zu ihr.
Ich bin super gespannt wie es weitergeht und freue mich daher riesig auf den nächsten Teil. Könnte ihn nun umgehend lesen.

Fazit
Ursula Poznanski hat mir diesem Buch wieder einmal bewiesen, dass sie hervorragend schreiben kann und ein Profi darin ist, Spannung aufzubauen und die Wahrheit häppchenweise aufzulösen. Dadurch wird dem Leser Interpretationsspielraum gelassen, der zu Nachdenken und Überlegen anregt und vor allem auch die Spannung aufrecht erhält. Ein wirklich toller Thriller, der Lust auf den dritten Teil macht. 5 Sterne von mir.

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  • Handlung
  • Charaktere