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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2020

Bin einfach nur begeistert

Das Buch der gelöschten Wörter - Die letzten Zeilen
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Zur Story möchte ich eigentlich gar nichts schreiben. Die Gefahr aus versehen zu spoilern ist einfach zu groß. Stattdessen erzähle ich euch lieber, WIE begeistert ich vom dritten Teil der Reihe bin. Wobei ...

Zur Story möchte ich eigentlich gar nichts schreiben. Die Gefahr aus versehen zu spoilern ist einfach zu groß. Stattdessen erzähle ich euch lieber, WIE begeistert ich vom dritten Teil der Reihe bin. Wobei ich finde, dass dieser Teil der Schwächste ist, aber immer noch auf hohem Niveau.
Ich liebe die Reihe! Wenn ihr sie lest werdet ihr auf viele Bekannte aus diversen Märchen und anderen Klassikern stoßen. Egal ob Bambi, Anne auf Green Gables, Schneewittchen?, Dornröschen, Sturmhöhe,….und viele mehr. Dabei handeln sie nicht unbedingt wie erwartet. Auch so manche Überraschung wen man sympathisch findet und wen nicht ist drin. Eine wirklich tolle Idee und Umsetzung, die einfach nur Spaß macht zu lesen. Und wenn ihr dann das nächste Mal eine böse Nachricht verschicken möchte euch aber noch kurzfristig umentscheidet und sie unversendet wieder löscht, jaaaa, dann denkt ihr vielleicht an das Buch zurück.
Ich jedenfalls habe von Anfang bis Ende mitgefiebert, wurde prächtig unterhalten und kann euch dieses Sahnestück an Buchreihe nur wärmstens empfehlen.
Fazit:
Für alle buchverrückten Leser, die gerne mal wissen möchten, was Anne auf Green Gables so in ihrer Freizeit macht oder mit wem sich Dornröschen trifft, wenn sie nicht zwischen den Buchdeckeln eingeklemmt ist. Und auch wenn wir es nicht wahrhaben möchten – bald ist Weihnachten wink mit dem Zaunpfahl

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Veröffentlicht am 05.09.2020

Carpe diem!

Vielleicht auf einem anderen Stern
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Als Eve in der Mitte des Lebens angekommen ist, das Leben sortiert und ein bisschen zur Ruhe gekommen ist, schlägt es hinterrücks wieder zu. Maddy, Eve´s 16 jährige Tochter, bekommt Leukämie. Maddy reflektiert ...

Als Eve in der Mitte des Lebens angekommen ist, das Leben sortiert und ein bisschen zur Ruhe gekommen ist, schlägt es hinterrücks wieder zu. Maddy, Eve´s 16 jährige Tochter, bekommt Leukämie. Maddy reflektiert ihr bisheriges Leben und macht sich über diverse Dinge, wie z.B. den Tod oder ihren Vater, Gedanken. Sie ergreift ihre vielleicht einzige Chance und schreibt ihren leiblichen Vater nach kurzer Recherche an, verheimlicht es aber ihrer Mutter.
Das Buch fängt an zu erzählen, als Maddy bereits seit einigen Monaten Krebs hat und in Behandlung ist. Es gibt dabei mehrere Erzählstränge und zwei Zeiten. Die Geschehnisse werden aus zwei Perspektiven (Eve und Maddy) geschildert. Hört sich im ersten Moment kompliziert an, ist es aber nicht.
Maddy muß sehr schnell erwachsen werden. Sie hinterfragt viele Dinge wie eben den Tod, Liebe, etc. und findet in klassischer Musik Entspannung, die ihre komplexe Gefühlswelt sehr gut wiedergibt. Und doch ist sie ein typischer Teenager geblieben, der die erste Liebe entdeckt und sich für eine Schulkampagne engagiert. Ich mochte ihren Charakter sehr.
Eve ist eine aufopferungsvolle Mutter, die ihre Tochter unterstützt und sie auch Kind sein lässt. Bei ihr merkt man, wie sehr sie die Situation mitnimmt und wie sehr ihr eigenes Leben darunter leidet. Statt das sie mehr Freiheiten bekommt, weil ihre Tochter erwachsen wird „muss“ sie sich wieder um sie kümmern und für sie da sein. Ihr zur Seite steht der Stiefvater Robin mit dem sie einen Glücksgriff getätigt hat.
Neben Eve, Maddy und Robin gibt es noch ein paar Nebencharaktere. Manche davon hätte es meines Erachtens nach nicht gebraucht. Die Gespräche mit diesen Personen waren teilweise uninteressant, so dass sich das Buch an diesen Stellen in die Länge zog. Die jeweilige Stelle hat die Geschichte nach meinem dafür halten nicht weitergebracht. Auch der Fokus der Geschichte war nicht 100 Prozent meins. Zuerst standen Maddy und Eve im Mittelpunkt. Später dann Eve und Antonio, Maddys Vater. Die Beziehung zwischen Eve und Antonio kam mir mindestens genauso lang vor wie die zwischen Eve und Maddy. Das passt m.E. nicht zu einem Mutter-Tochter-Roman und ich hätte mir stattdessen noch mehr Gefühle von Eve und mehr rund um Maddy und ihre Krankheit gewünscht.
Fazit:
Ein schwieriges Thema, das gut umgesetzt wurde, aber den Fokus etwas verschoben hat. Wer es nicht so mag, dass auf die Tränendrüse gedrückt wird und mit ein paar kleineren Längen leben kann ist bei diesem Familien-Roman genau richtig.

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Veröffentlicht am 27.08.2020

Ein Blick hinter die Kulissen

SOKO Erle
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Noch relativ frisch sind die Erinnerungen an den Mord einer 27-jährigen Joggerin aus Emmendingen im Jahr 2016. Der Pressesprecher Walter Roth war selbst an den Ermittlungen der SoKo Erle beteiligt und ...

Noch relativ frisch sind die Erinnerungen an den Mord einer 27-jährigen Joggerin aus Emmendingen im Jahr 2016. Der Pressesprecher Walter Roth war selbst an den Ermittlungen der SoKo Erle beteiligt und erzählt die Geschehnisse in der Reihenfolge, wie sie damals die Polizei erreicht haben. Dabei trifft er genau den richtigen „Ton“ – sachlich, aber keinesfalls nüchtern. Wer nun aber erwartet, dass blutige Details genannt werden, dem sei gesagt – NEIN. Das ist zum einen nicht notwendig und zum anderen möchte der Autor auch die Angehörigen schützen, die nicht jedes Mal die schwer ertragbaren Details neu hören möchten.
Das Hörbuch, das von Erich Wittenberg gelesen wird, ist vom ersten Wort an spannend und gewährt einen Blick in die langwierigen und komplizierten Ermittlungen der Polizei. Als Hörer kann man danach wirklich verstehen, warum die Polizei nicht zwei Tage nach einem Mord bereits den Täter gefasst hat. Gefühlt ist es wie Puzzeln mit Reiskörner. Sisyphusarbeit. Nervenaufreibend. Frustrierend. Emotional. Es zeigt auch auf, wie wichtig Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen, Abteilungen und Ländern ist.
Erich Wittenberg hat eine angenehme Stimmfarbe und ein gutes Sprechtempo. Er setzt die Betonungen genau richtig, ist nicht reißerisch, einfach gut gelesen. Ich wüsste aktuell keinen geeigneteren Sprecher für ein True Crime Hörbuch.
Fazit:
Ein würdiges „Denkmal“ für die Opfer und deren Angehörigen, das anhand eines realen Ereignisses einen Einblick in die tatsächliche, ungeschönte Polizeiarbeit gewährt. Mal abgesehen davon, dass ich gerne auf Mordfälle, etc. verzichten würde, würde ich gerne mehr von dieser Darstellung von Ereignissen hören. Von mir eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 12.08.2020

Agenda Klimarettung

Klima im Wandel. Was wir jetzt tun können
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Die „Arena Bibliotvhek des Wissens“ ist eine Reihe zur Allgemeinbildung, die in erster Linie auf junge Leser abzielt und Sachinhalte verständlich erklärt.
„Klima im Wandel – Was wir jetzt tun können“ erklärt ...

Die „Arena Bibliotvhek des Wissens“ ist eine Reihe zur Allgemeinbildung, die in erster Linie auf junge Leser abzielt und Sachinhalte verständlich erklärt.
„Klima im Wandel – Was wir jetzt tun können“ erklärt anschaulich und leicht verständlich den Zusammenhang von z.B. Treibhausgasen, Wetter und Überschwemmungen. Was ist Klima? Wodurch wird es beeinflusst? Was sind die Auswirkungen? Was müssten wir wie ändern, um einen positiven Einfluß aufs Klima zu haben? Das alles wird durch aktuelle Beispiele und wissenschaftlich fundiert erklärt. Auf 155 Seiten kann so ein komplexes Thema nur angeschnitten werden. Somit geht es nicht zu sehr in die Tiefe. Natürlich darf das El Nino Phänomen nicht fehlen, genauso wie Fridays for Future oder die verheerenden Waldbrände in Australien Anfang 2020. Visuell unterstützt werden die Fakten mit schwarz-weißen Bildern und Grafiken, sowie kleinen Einschüben zu interessanten Themen wie z.B. dem Kyoto – Weltklimagipfel. Falls mal ein Begriff nicht geläufig sein sollte so befindet sich am Ende des Buches auch ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen.

Fazit:
Ein hochaktuelles, interessantes Buch zum Thema Klimawandel für junge Menschen. Das Buch ist zielgruppengerecht aufgebaut und geschrieben und eignet sich gut als Grundlage für naturwissenschaftliche Fächer in der Schule. Aber auch „ältere“ am Umweltschutz interessierte Menschen kommen auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 31.07.2020

Laholm und seine Bewohner

Nur noch ein bisschen Glück
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Die erfolgsverwöhnte Großstädterin Stella bekommt einen gehörigen Dämpfer: Job weg, Mann weg, Perspektive weg. Sie fasst den spontanen Entschluß zum geerbten Holzhäuschen ihrer Mutter bzw. Großmutter ...

Die erfolgsverwöhnte Großstädterin Stella bekommt einen gehörigen Dämpfer: Job weg, Mann weg, Perspektive weg. Sie fasst den spontanen Entschluß zum geerbten Holzhäuschen ihrer Mutter bzw. Großmutter aufs Land zu fahren und dort ihre weiteren Schritte zu planen. Ob das so eine gute Idee war fragt sie sich als sie das erste Mal das Haus sieht. Kein fließend Wasser, kein Strom. Toilette und Heizung? Wird überbewertet. Ohne Hilfe versucht sie sich mit der Situation zu arrangieren und muß doch bald feststellen, dass Hilfe manchmal auch ganz praktisch ist. Zumal sie sehr attraktiv sein kann…
Gemütlich auf einem Liegestuhl auf dem Balkon oder im schattigen Garten lässt sich der locker-leichte Schreibstil von Simona Ahrnstedt vergnügt lesen. In den Abendstunden mit Mücken kommt auch ein bisschen Schweden-Gefühl mit auf.
Der Plot ist logisch und nachvollziehbar und hat mich in den Bann gezogen. Auch die Charaktere waren gut beschrieben. Ich hatte das Gefühl, ich wäre selbst bei den Ereignissen dabei und würde alle schon eine Ewigkeit kennen. Bei der Beschreibung des netten Nachbarn, Thor, habe ich Stella etwas beneidet. Gut aussehend, ein gerechter Vater und liebevoll zu seinen Tieren. Von denen hat es mir besonders Trouble angetan. Aber auch Stellas beste Freundin Maud ist einfach phantastisch! Sie hat einen tollen Humor, der mich des öfteren zum Lachen gebracht hat. Stella selbst ist erst eine oberflächlich wirkende Großstadt-Tussi mit Highheels und sehr viel Wert auf Mode legend. Sie wandelt sich aber relativ schnell zum gut gekleideten Landei und kann auch anpacken, was man bei ihr erst nicht vermutet hatte. Allerdings hat sie ein sehr gutes oder schleches – da bin ich mir nicht sicher, welches von beiden – Selbstbewußtsein, da sie sich immer wieder für ihr gutes Auge in Modedingen lobt. Das ging mir mit der Zeit auf den Keks. Zudem gab es relativ viele Sexszenen, die ich in der Anzahl und auch Deutlichkeit von „normalen“ Liebesromanen so nicht gewohnt bin. Das ist nicht schlecht, hätte aber meines Erachtens nach etwas weniger sein können. Auch das Ende der Story war für mich nicht ganz rund. Das kann ich aber nicht erklären ohne zu spoilern und deshalb belass ich es dabei.

Fazit:
Ein schönes Buch für einen entspannten Kurzurlaub auf Balkonien und Gartenland mit sympathischen Charakteren und einer netten Geschichte. Ein absoluter Spaß ohne Wartezeiten, Maske tragen und Infektionsgefahr. Was will man mehr?

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