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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.11.2019

Der Mensch in Nullen und Einsen

Das vermessene Ich
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Und? Heute schon eine Suchmaschine genutzt? Oder bei einem Onlineshop Weihnachtsgeschenke gekauft? Nein? Vielleicht waren Sie ja mal mit ihrer Fitnessuhr eine Runde um den Block laufen, weil die Waage ...

Und? Heute schon eine Suchmaschine genutzt? Oder bei einem Onlineshop Weihnachtsgeschenke gekauft? Nein? Vielleicht waren Sie ja mal mit ihrer Fitnessuhr eine Runde um den Block laufen, weil die Waage mal wieder etwas ungeheuerliches behauptet?



Egal welche(s/n) App, Gadget oder Internetbrowser wir benutzen - wir hinterlassen digitale Spuren und zum Teil mehr als uns lieb und bewusst ist. Viele Firmen ziehen ihren Nutzen daraus und werten die Daten zu ihrem Vorteil aus. So sind Cookies nicht nur leckere Kekse, sondern auch gefräßige Datensammler. Unterstützt werden die Firmen dabei von Algorithmen. Wie das alles zusammenhängt, welche Vorteile aber auch Gefahren bestehen, das erläutert die Autorin Vivien Suchert anschaulich in diesem Buch.



Anhand von alltäglichen Beispielen, die wohl jeder kennt, macht sie vor allem auf die Risiken aufmerksam. Das ganze wird optisch ansprechend verpackt. So gibt es die ein oder andere Zeichnung, die den jeweils dargestellten Inhalt kurz und prägnant wiedergibt.

Aber auch die Gegenseite, der Fitness//Internet-Guru kommt in Form ihres Freundes Henry nicht zu kurz. So hat die Autorin „Streitgespräche“ zwischen Henry und ihr zu dem jeweiligen Thema z.B. Datenschutz, protokolliert.



Insgesamt ist das Buch informativ und ist mit einem kurzweiligen, sympathischen Schreibstil versehen. Die Beispiele und Erklärungen sind alle verständlich, auch wenn man es mit den Naturwissenschaften (Mathe) nicht so hat.

Sehr gut gefällt mir auch das Cover, das eine Fitnessuhr darstellt und thematisch hervorragend passt.

Nicht gefallen hat mir dagegen, dass die Naturwissenschaftlichen Erklärungen für meinen Geschmack zuviel Raum eingenommen haben. Vielleicht liegt das an meiner Abneigung gegen Mathe? Ich habe mir da aber irgendwie ein bisschen was anderes vorgestellt.

Fazit:

Informativ, kurzweilig, lässt mich nachdenklich zurück. Mir persönlich waren die mathematischen Themen etwas zu raumgreifend, sind aber ein muss, um das Thema zu verstehen. Wer sich davon nicht abschrecken lässt bekommt ein interessantes Buch mit vielen Denkansätzen. Ich bevorzuge Schoko-Cookies...(und? Welcher Algorithmus wertet das jetzt aus?)

Veröffentlicht am 25.11.2019

Frau Winter und ihr positives Seltsam

Der Zorn der Vergeltung
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Insgesamt gut gelungen ist „Der Zorn der Vergeltung“ von Martin Krüger. Das Buch ist von Anfang bis Ende spannend und legt ein hohes Tempo vor. Allerdings habe ich die Vorgänger – Bände nicht gelesen und ...

Insgesamt gut gelungen ist „Der Zorn der Vergeltung“ von Martin Krüger. Das Buch ist von Anfang bis Ende spannend und legt ein hohes Tempo vor. Allerdings habe ich die Vorgänger – Bände nicht gelesen und die ein oder andere Situation hat sich mir dadurch nicht zu 100 % erschlossen. Mir fehlte da immer irgendwie so ein Fitzelchen an Information, um das Buch in Gänze geniessen zu können. Auch die Aufklärung des Plots gegen Ende läßt einige Fragen offen und hat zudem einen fiesen Cliffhanger. Davon abgesehen ist der Schreibstil angenehm zu lesen und ich flog nur so durch die Seiten.
Parkov als Ermittler ist ….speziell. Seine Gedankengänge und Handlungen lösen sich meist erst im nachhinein auf und ich stand öfters da und überlegte, wie er denn jetzt da drauf gekommen ist. Winter dagegen kommt immer als Azubi oder Sekretärin, aber nicht als ausgebildete Ermittlerin, rüber. Das liegt zum großen Teil an Parkov. Wirklich sympathisch waren mir beide nicht.
Fazit:
Für verregnete, trübe Tage, zum Abhängen auf dem Sofa bestens geeignet. Ich würde jedoch vorher erst die anderen drei Bände dieser Thriller-Reihe lesen, um auch wirklich alles zu verstehen. Wer das nicht braucht, für den heißt es: „Bitte zugreifen“. Viel Spaß und wenig Angst beim lesen!

Veröffentlicht am 15.11.2019

Einzigartig!

Game of Thrones – Die Storyboards
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Die Idee ist einfach klasse! Als wahrer Fan von „Game of Thrones“ ist dieses Buch ein Muss!



Es wird passend düster in einem schwarzen Schuber geliefert. Das Buch selbst hat eine kurze Einleitung und ...

Die Idee ist einfach klasse! Als wahrer Fan von „Game of Thrones“ ist dieses Buch ein Muss!



Es wird passend düster in einem schwarzen Schuber geliefert. Das Buch selbst hat eine kurze Einleitung und ist in 7 Kapitel bzw. Staffeln geliefert.



Zu jeder Staffel werden eingangs noch mal kurz ein paar Worte gesagt und auch zwischen den Zeichnungen finden sich immer wieder interessante Infos zur Entstehung der Zeichnungen und was sich William Simpson dabei gedacht hat oder wie er sich dabei fühlte.



Die Illustrationen selbst sind bombastisch! Ich selbst habe da ja keinerlei Talent für und bewundere umso mehr die Detailgenauigkeit der Bilder. Es braucht schon etwas Zeit und Muße um die abgedruckten Illustrationen wirklich zu erfassen. Auch ist es total abgefahren die Szenen als „Comic“ zu sehen und gleichzeitig die jeweilige Szene als Serie mit echten Menschen vor Augen zu haben.

Fazit:

Ein edles, schickes Schätzchen fürs Bücherregal, an dem Fans ihre Freude haben werden. Zeit, mit Buch auf dem Schoß nochmal bei Staffel eins zu starten...

Veröffentlicht am 01.11.2019

Ich glaube (ich lese es nochmal)

Kein Teil der Welt
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„Jesus hat vorausgesagt, dass die Welt uns hassen wird für unser Predigtwerk.“ (S.43)
Ja, da hatte er meiner Meinung nach Recht. Auch ich gehöre zu den Menschen, die den Zeugen Jehovas die Tür vor der ...

„Jesus hat vorausgesagt, dass die Welt uns hassen wird für unser Predigtwerk.“ (S.43)
Ja, da hatte er meiner Meinung nach Recht. Auch ich gehöre zu den Menschen, die den Zeugen Jehovas die Tür vor der Nase zuschlagen, bevor sie den ersten Satz beendet haben. Und vielleicht hat mich gerade deswegen dieses Buch so gereizt.
Erzählt wird die Geschichte von Esther und Sulamith kurz nach der Wende. Beide wachsen sie in der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas auf, gehen ihren Pflichten nach und sind ganz entzückende Kinder. Bis sie ins Teenager-Alter kommen und Sulamith sich mehr und mehr abnabelt. Sulamith stellt Fragen. Unbequeme Fragen. Fragen, die ihre Zugehörigkeit zu den Zeugen Jehovas auf eine harte Probe stellt. Esther als Freundin leidet darunter. Sie ist Zwiegespalten. Einerseits ist sie gefangen in der Pflichterfüllung der Gemeinschaft gegenüber, andererseits geht ihr ihr Leben zusehends auf den Keks, weshalb sie auch immer mehr in Frage stellt.
„Wir sind wie Öfen,[…],wir brennen, aber wofür?“ (S.90)
Und so gehen beide ihren Weg bis sich die Ereignisse überschlagen.
Die Story ist topaktuell und interessant. Sie wird zum Teil in Rückblenden erzählt, so dass man nach und nach einen Eindruck erhält, wie sich das Leben der beiden entwickelt hat und es zu den tragischen Ereignissen kam. Wer jetzt Panik bekommt, dass es sich um ein „biblisches“ Buch ist, in dem nur über Gott geschwafelt wird, der kann beruhigt sein. Es geht eher um Glaube, Einstellungen, Zusammenhalt, Vorurteile und Liebe.
„Man hat uns gelehrt, dass die Liebe in der Welt so etwas wie ein Liter Milch ist. Sie wird schnell leer, viel eher, als man denkt. Sie wird schnell schlecht, man muss sie zügig aufbrauchen. De Liebe, hat man uns gelehrt ist in der Welt wie eine Infektion. Sie macht krankt, und wenn man sie nicht früh genug behandelt, bringt sie einen um.“ (s.36)
Der Schreibstil ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ich konnte mich auch gut in die Protagonisten einfühlen, obwohl der Schreibstil eher nüchtern und emotionslos ist.
Nicht gefallen haben mir kursiv gedruckte Passagen, die es für meinen Geschmack überhaupt nicht gebraucht hätte. Sie bringen das Buch in keiner Weise weiter, helfen auch bei der Beschreibung der Protas nicht. Und das Buch hat ein offenes Ende. An sich kein Problem. Hier war es mir persönlich ein bisschen zu offen.
Fazit:
Ich nehme von dieser Geschichte den ein oder anderen Gedanken mit und sehe die Zeugen nicht mehr ganz so kritisch. Die Idee, mit dem Kopf nach unten begraben zu werden, so dass die Füße oben als „Blumenstempel“ hervorsehen, ist als Gedanke genauso ungewöhnlich, wie dieses Kleinod an Buch. Eine absolute Leseempfehlung, auch oder gerade für Buchclubs.

Veröffentlicht am 28.10.2019

Bezahlt wird mit Blut und Feuer

Das Imperium aus Asche
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Auch im dritten und damit letzten Teil der Draconis-Memoria-Trilogie von Anthony Ryan wird viel Action und Spannung geboten. Manches mal geht es auch etwas brutal zu, aber wer die beiden vorherigen Teile ...

Auch im dritten und damit letzten Teil der Draconis-Memoria-Trilogie von Anthony Ryan wird viel Action und Spannung geboten. Manches mal geht es auch etwas brutal zu, aber wer die beiden vorherigen Teile gelesen hat kennt das ja schon. Den anderen würde ich empfehlen mit Band 1 zu starten. Zwar könnte man wohl den dritten Teil alleine lesen und sich irgendwie alles zusammen reimen. Wirklich Lesefreude kommt jedoch nur mit der vollen „Dröhnung“ auf.



Der Finalband schließt nahtlos an die Geschehnisse des zweiten Teils an. Die Handlung ist zudem komplex, es gibt viele Orte und Personen, so dass auch diesmal wieder rund 700 Seiten beschrieben wurden. Hilfreich ist da das Verzeichnis am Anfang des Buches, sowie die Kartenabbildung im Einband des Buches.

Die einzelnen großen und kleinen Handlungsstränge werden zudem nach und nach aufgelöst, so dass keine Fragen offen bleiben und alles einen Sinn ergibt.



Der Erzählstil ist dabei gut zu lesen, aber nicht ganz einfach. Wer mit ihm ein Problem hat wird vermutlich mit dieser Reihe insgesamt keinen Spaß haben.

Fazit:

Eine rundum gelungene Trilogie mit einem würdigen Abschlussband. Für Fans von Fantasy-Büchern, Anthony Ryan und denen, die es wären wollen. Von mir „Daumen hoch“