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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2020

Das Buch polarisiert

Milchmann
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Bei Rezensionen stelle ich mir persönlich immer die Frage, ob es mir Spaß gemacht hat, das Buch zu lesen und ggf. warum bzw. warum nicht. So komme ich zu meinen „Sterne-Kategorien“. Für dieses Buch kann ...

Bei Rezensionen stelle ich mir persönlich immer die Frage, ob es mir Spaß gemacht hat, das Buch zu lesen und ggf. warum bzw. warum nicht. So komme ich zu meinen „Sterne-Kategorien“. Für dieses Buch kann ich leider nicht mehr als zwei Sterne vergeben, denn Spaß gemacht zu lesen, hat es mir nicht wirklich.
Das Buch hat eine sehr düstere, deprimierende Atmosphäre, die in der Zeit des Nordirland-Konflikts in den 1970-er Jahren durchaus gegeben war. Das macht die Story authentisch und nachvollziehbar. Die Erzählerin schildert das politische und gesellschaftliche Leben und ihre Treffen mit Milchmann, einem deutlich älteren Mann, der ihr Avanchen macht, die eher einem Stalker gleichkommen. Die Art und Weise wie das Geschehen beschrieben wird ist schon etwas speziell. Es kommen zum Beispiel keine Namen vor. Die Erzählerin hat keine, ihre Brüder nicht, die Mutter ist namenlos…. Es heißt dann immer „Bruder Nummer zwei“ oder „der zweite Bruder“. Das mag literarisch herausragend sein macht es aber sehr anstrengend zu lesen. Außerdem geht es nicht voran in der Geschichte. Ich hatte immer das Gefühl ein bisschen auf der Stelle zu treten. Auch das Ende des Buches war nicht meins. Es gibt dann an einem bestimmten Punkt eine Wendung, die man allenfalls erahnen konnte und die dann relativ schnell abgehandelt wurde.
Versteht mich bitte nicht falsch: das Buch ist nicht schlecht, benötigt aber den richtigen Leser, der auf diese Art von Buch steht. Es beinhaltet viele schlaue Gedanken und Sprüche, die ich mir angemarkert habe, aber als Story/Plot in Kombination mit dem Schreibstil ist es nicht mein Buch.
Fazit:
Mir persönlich ging der Schreibstil irgendwann auf den Keks, weil es auch nicht vorwärts ging. Es fehlte an Spannung, wenn auch die Darstellung der damaligen Atmosphäre gut gelungen ist. Für eine Empfehlung von mir reicht es leider nicht. Da es aber auch polarisiert lest mal rein und überlegt für euch, ob ihr 450 Seiten über die aufgeschlagene Situation lesen möchtet oder ob euch das irgendwann langweilen würde. Und dann trefft ihr einfach selbst die Entscheidung für euch….

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.03.2020

Interessantes Geschäftsmodell

Die Präparatorin
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Erinnerungen, Geheimnisse und jede Menge Leichen. Felicitas Booth „erbt“ nach dem Tod ihrer Mutter eine Kiste mit Erinnerungen an ihren Vater. Der war, wie Feli auch, ein angesehener Tierpräparator, der ...

Erinnerungen, Geheimnisse und jede Menge Leichen. Felicitas Booth „erbt“ nach dem Tod ihrer Mutter eine Kiste mit Erinnerungen an ihren Vater. Der war, wie Feli auch, ein angesehener Tierpräparator, der auch die ein oder andere Jagdgesellschaft vor Ort unterstützt hat. Bis er eines Tages ermordet wurde. Feli, damals noch sehr jung, hat über die Jahre die Erinnerungen an dieses Ereignis verdrängt. Doch der Kistenfund löst Blockaden und stellt ihr Leben auf den Kopf.
Felicitas ist eine sehr zurückgezogene Person, die, wenn sie keinen Bock darauf hat, auch ihre Mitmenschen vor der Tür stehen lässt. Soziale Kontakte sind nicht so ihr Ding. Sie ist lieber mit ihren Exponaten allein. Doch die Entwicklungen und ihre Neugier nötigen sie dazu mit Menschen in Kontakt zu treten. Dabei fällt es ihr schwer zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Da musste ich ab und zu den Kopf schütteln. Ich fand das jetzt doch relativ vorhersehbar.
Der Schreibstil ist sehr gut und flüssig zu lesen. Das erste Kapitel fand ich unrund und irgendwie staksig, aber das hat sich beim nächsten Kapitel komplett gelegt. So manches Mal musste ich auch inne halten, wenn ihre Tätigkeit näher beschrieben wurde. Es war nicht blutig oder irgendwie anders ekelig. Aber die Vorstellung meinen toten Hund ausstopfen zu lassen und mir diesen dann ins Wohnzimmer zu stellen …..ich mag doch lieber lebende Tiere. Auch die Vorstellung extra nach Afrika zu reisen, um Tiere zu töten finde ich abstoßend. Weder in Afrika noch sonst wo sollten Tiere „zum Spaß“ anderer (Menschen) getötet werden.
Fazit:
In Zeiten von Corona und so anderen komischen Leuten, die hier und da rumlaufen, kann man entspannt und sicher vom Sofa aus eine Reise tätigen und sich gut unterhalten lassen. Das Buch ist spannend, logisch und überrascht an manchen Stellen. Investiert lieber in Bücher wie dieses, als in Patronen oder tote Tiere. Ich werde den Autoren auf jeden Fall im Auge behalten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2020

Was bleibt ist die Erinnerung...

Nach Mattias
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„Nach Mattias“ ist ein leises, nachdenkliches Buch über das was bleibt, wenn ein Mensch geht. Welche Leerräume entstehen und wer diese wieder wie befüllen wird. Oder eben auch nicht. Erzählt werden die ...

„Nach Mattias“ ist ein leises, nachdenkliches Buch über das was bleibt, wenn ein Mensch geht. Welche Leerräume entstehen und wer diese wieder wie befüllen wird. Oder eben auch nicht. Erzählt werden die Ereignisse aus der Sicht von acht Personen, die Mattias mehr oder weniger kannten. Die Mutter, der beste Freund, die Freundin, ein paar „Bekannte“ – jeder hat eine andere Sicht auf das Geschehen und geht anders mit seiner Trauer um. Und so erfährt man als Leser nach und nach was eigentlich passiert ist.
Da ist leider auch der Knackpunkt an der Geschichte. So ganz kam das bis zum Ende des Buches nicht raus. Sehr viel blieb Spekulation. Vielleicht habe ich das Konzept des Buches nicht verstanden, dass seinen Schwerpunkt auf die Trauer und Verhaltensweisen der einzelnen Personen gelegt hat und wie diese miteinander verbunden sind. Für mich gehört allerdings die Ausgangslage, warum die Personen so reagieren wie sie reagieren mit dazu. Das fehlt mir hier. Und so blieb Mattias für mich eine unfassbare Persönlichkeit: da, aber auch irgendwie nicht.
Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen. Es handelt sich eher um einen literarischen Schreibstil der einige gute Gedanken beinhaltet; wer also eher „leichte“ Kost liest ist hier falsch.
Das Cover ist nett anzusehen und trotz des Meeres etwas melancholisch. Für meinen Geschmack passt es jedoch nicht zum Inhalt des Buches. Nur ein winziger Moment könnte die Szene widerspiegeln. Das ist mir aber zu wenig, um als Cover zu dienen. Letztendlich kommt es auf den Inhalt an.
Fazit:
Leises, nachdenkliches Buch mit ein paar schlauen Gedanken zu dem was ist und dem was bleibt. Beim Plot und der Umsetzung gibt (für mich) eine Schwäche, weshalb ich hier „nur“ vier Sterne vergebe. Dennoch eine Kaufempfehlung, da ich großes Potenzial beim Autoren sehe und der Spaß am lesen des Buches überwiegt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.02.2020

Ich schmeiß mich weg...

Ein bisschen Mut, bitte! (Verliebt in Eden Bay 4) (Chick-Lit;Liebesroman)
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Band 4 der Eden Bay Reihe von Saskia Louis behandelt die Geschichte von Harper und Adam.
Harper ist eine taffe Feuerwehrfrau, die anpacken kann und um Glitzer und Chichi einen großen Bogen macht. Wie ...

Band 4 der Eden Bay Reihe von Saskia Louis behandelt die Geschichte von Harper und Adam.
Harper ist eine taffe Feuerwehrfrau, die anpacken kann und um Glitzer und Chichi einen großen Bogen macht. Wie alle in dem 5453 Seelen Dorf ist sie auf der Suche nach dem passenden Gegenstück. Doch das ist nicht so leicht. Da sind zum einen ihre Brüder, die Anwärter verschrecken und außerdem kennt sie ja alle Dorfbewohner.
Adam ist auch einer dieser Bewohner. Er ist einer von Harpers besten Freunden. Adam mag Harpers Geradlinigkeit und das sie so unproblematisch ist. So hat er ein Problem weniger. Als Internet-Millionär und Nerd fällt er ein bisschen im Ort auf. Doch wenn Not am Mann ist, ist auf ihn Verlass, egal ob ein Shuttleservice, Hubschrauber oder Zeit benötigt wird.
Die beiden werden den Lesern der ersten drei Teile bereits sehr gut bekannt sein. Auch dieser Band strotzt wieder nur so vor Wortwitz und Humor und bietet viele coole Sprüche, die im Zusammenhang gelesen gleich noch witziger sind. Und es wird auch endlich das Geheimnis des Kellers gelüftet. Mhm, genauso hatte ich mir das gedacht….;)
Fazit:
Ich fühl mich wohl in Eden Bay und dem hiesigen Pub. Jeder der Protagonisten ist unterschiedlich und genauso unterschiedlich sind auch die Geschichten. Gut, besser, noch besser, phänomenal….was kommt bei Band 5? Wer sich mal wieder so richtig vom Sofa runterlachen möchte muß hier zugreifen! Ich bin ein Fan von Saskia Louis und dieser Reihe und warte sehnsüchtig auf Teil 5. Ist bei mir als „Lach-Yoga“ Termin fest verankert ;)

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.02.2020

Spannender Auftaktband

Feuerland
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Ein überfallener Uhrenladen bei dem nichts gestohlen wird, ominöse Entführungen von Geschäftsmännern inklusive Erpressung aber ohne Zusammenhang sowie illegale Organtransplantationen. Drei Verbrechen, ...

Ein überfallener Uhrenladen bei dem nichts gestohlen wird, ominöse Entführungen von Geschäftsmännern inklusive Erpressung aber ohne Zusammenhang sowie illegale Organtransplantationen. Drei Verbrechen, die die Kriminalleiterin Vanessa Frank in Atem halten, obwohl sie aufgrund einer Suff-Fahrt suspendiert ist.

In 11 Teilen wird langsam aufgedröselt, was es mit den Verbrechen auf sich hat. Die Kapitel sind meist angenehm kurz und eignen sich so auch für Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs gut. Die Geschichte wird zudem in drei Handlungssträngen erzählt. Diese wechseln sich immer wieder ab, so dass es nie langweilig wird und die Spannung durch vorherige kleine Cliffhanger gegen Ende des jeweiligen Kapitels konstant hoch bleibt.
Zum einen kommt Vanessa Frank „zu Wort“. Sie ist alles andere als perfekt, hat sie doch das Gesetz missachtet und ist betrunken Auto gefahren. Auch ihre Beziehung zu ihrem Ex ist eher ungewöhnlich. So braucht sie Ablenkung, die sie als Mentorin für ein Flüchtlingskind findet. Sie ist beharrlich und liebt ihren Beruf heiß und innig.
Desweiteren erzählt Nicolas seinen Part der Dinge. Er ist ein Ex-Elite-Soldat, der als Tellerwäscher arbeitet und seine gesundheitlich eingeschränkte Schwester betreut, die er abgöttisch liebt und für die er alles tun würde. Als Ex-Soldat ist er eine Kampfmaschine und trotz oder gerade deshalb mir total sympathisch.
Als dritter und letzter Erzählstrang darf Carlos ran. Er wohnt in einer Kolonie in Südchile, die von Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg gegründet wurde und von der man schon mal gehört hat. Zumindest von der Schwesterkolonie. Und das ist das grausame daran, dass die Ereignisse so oder so ähnlich tatsächlich hätten passieren können oder vielleicht auch tatsächlich stattgefunden haben. Wer weiß das schon?
Fazit:
Es war mein ersten Pascal Engman Thriller, aber nicht der letzte. Natürlich hat der Autor das Rad nicht neu erfunden, aber der Plot liest sich angenehm, der Plot ist logisch und spannend. Deshalb von mir ein klares „Daumen hoch“

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere