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Veröffentlicht am 21.09.2016

Ein paar Worte die so schwer über die Lippen gehen

Der Junge in der Nussschale
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Der Junge in der Nussschale behandelt auf kindgerechter Ebene das Thema „Mutismus“. Es zeigt dem Leser, dass man es schaffen kann, seine Ängste zu überwinden und dass es sich lohnt immer wieder einen neuen ...

Der Junge in der Nussschale behandelt auf kindgerechter Ebene das Thema „Mutismus“. Es zeigt dem Leser, dass man es schaffen kann, seine Ängste zu überwinden und dass es sich lohnt immer wieder einen neuen Versuch zu starten, um sein Ziel zu erreichen. Dieses Kinderbuch lebt von seinem umfangreichen Text und den ganz besonderen Illustrationen, die auch von einem Kind hätten stammen können.

Anne Gauß erzählt die Geschichte von Emil, der sein Leben lang in einer Nussschale steckt und dadurch nur schwer mit der Außenwelt in Kontakt treten kann. Doch er findet eine Zauberin, die ihn sanft aber bestimmt auf dem Weg zu einem Leben ohne Nussschale und somit ohne Einschränkungen und ohne Ängste begleitet. Am Ende steht ein starker Junge, der er aus eigenem Antrieb schafft, seine Sprache einzusetzen.

„Er konnte sich doch so schlecht bewegen in seiner Schale. Also blieb er regungslos. Und stumm.“ (Seite 9)

Anne Gauß schafft es in ihrem Vorwort „Ein paar Worte..“ den Eltern mutistischer Kinder Mut zu machen und beschreibt in kurzen aber präzisen Worten das Krankheitsbild und einen möglichen Weg aus der Krankheit heraus. Die Autorin fordert die Eltern auf, sich zu trauen, sich Hilfe zu suchen und gemeinsam mit dem Kind tätig zu werden. Denn ein Leben in Angst ist kein erfülltes Leben.

Die Geschichte des jungen Emil steht dann im Mittelpunkt. Im Vergleich zu meinem zuletzt rezensierten Buch Es wird gut kleine Maus, bekommt der Hauptprotagonist einem Namen und durch die Zeichnungen auch ein Gesicht. Er erhält eine Identität und das Kind kann sich in Emil hinein versetzen. Die Nussschale, in welcher sich der Junge befindet symbolisiert die Eingeschränktheit in Kommunikation und Bewegung und trifft das Problem beim Mutismus so sehr gut. Mutistische Kinder sprechen in gewissen Situationen nicht, sie haben Ängste, die sie nicht immer beschreiben können, die sie aber hindern einfach zu sprechen. Oftmals frieren aufgrund der Unsicherheit dann auch Mimik und Gestik des Kindes ein. Das Kind ist isoliert und verliert den Kontakt zur Außenwelt.
Die betroffenen Kinder wissen selbst nicht, wie sie sich verhalten sollen, was sie tun sollen, um ihre innere Barriere zu überwinden. Und auch der Umwelt fällt es oftmals schwer, darauf zu reagieren.

Anne Gauß lässt eine Zauberin erscheinen. Diese ist eine Person, die Mitgefühlt hat und auf das Kind zugeht. Ihre ruhige und besonnene Art gibt Emil Halt und Sicherheit. Für Emil ist es gut zu erleben, dass er so, wie er im Moment ist, eben mit seiner Nussschale, trotzdem liebenswert ist. Die Zauberin ist vertrauensvoll und nimmt sich Zeit, um Emil auf dem Weg zur Heilung zu begleiten und herauszufordern. Dabei lernt Emil auch den Angsthasi kennen, ein Hase, der einen Knoten in den Ohren hat, weil er so besser mit seiner Angst umgehen kann. Emil lernt, dass er nicht alleine ist und das gibt ihm Kraft, seine Aufgaben zu bewältigen. Die kleinen Erfolgsmomente sind eine wahre Befreiung für Emil und im Lauf der Geschichte ist die Steigerung seiner positiven Gefühle ganz deutlich zu erkennen.

„Das verstand der Junge und fühlte sich sicher.“ (Seite 11)
„Fröhlich rannte er nach Hause.“ (Seite 19)
„Glücklich lief der Junge zurück zur Zauberin.“ (Seite 29)

Im Nachwort macht die Autorin den Eltern nochmals Mut. Ich spreche aus eigener Erfahrung und kann nur betonen, dass nicht nur die Kinder, die von der Krankheit Mutismus betroffen sind, Hilfe brauchen. Auch die Eltern müssen wissen, wie sie in gewissen Situationen reagieren sollten. Manch einer könnte vielleicht der Ansicht sein, dass in der Geschichte Emil zu starkem Druck ausgesetzt ist. Allerdings ist auch zu bedenken, dass ein mutistisches Kind einen gewissen (aber schwachen) Druck braucht, um an seiner Situation etwas ändern zu können.

Dieses Buch ist ein wahrer Schatz für ängstliche, schüchterne und mutistische Kinder, deren Eltern und auch anderen Kindern und Erwachsenen, die mit der Krankheit Mutismus in Kontakt kommen. Meine Tochter hat mit mir das Buch mit großem Interesse gelesen und das Bild mit der Nussschale trifft den Nagel auf den Kopf.

Veröffentlicht am 05.09.2021

Eine geheimnisvolle Welt voller magischer Wesen in den Wäldern der Rocky Mountains!

Willa of the Wood – Die Geister der Bäume
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Über die beiden Cover der Reihe könnte ich ewig schwärmen. Sie sind so farbgewaltig und fangen die Atmosphäre so wunderbar ein. Im ersten Band spielt Willa, das naturverbundene Mädchen mit ihrer außergewöhnlichen ...

Über die beiden Cover der Reihe könnte ich ewig schwärmen. Sie sind so farbgewaltig und fangen die Atmosphäre so wunderbar ein. Im ersten Band spielt Willa, das naturverbundene Mädchen mit ihrer außergewöhnlichen Haut, die Hauptrolle. Im zweiten Band treffen wir sie und einige weitere Charaktere des ersten Bandes wieder, aber auch neue kommen hinzu, wie das Mädchen mit den Weizenblonden Haaren. Hier geht ein großes Lob an Max Meinzold und den Fischer Verlag, denn ihnen ist es gelungen das bereits sehr schöne Originalcover um Längen zu überragen.
Noch perfekter wäre es gewesen, wenn der Fischer Verlag noch die unbeschnittenen Buchseiten der Originalausgabe übernommen hätte, denn das spiegelt den natürlichen und ursprünglichen Charakter der Geschichte nochmals wieder.

Robert Beatty schafft es, einen mit seinen Geschichten völlig in den Bann zu ziehen. Dabei lässt er historische Ereignisse einfließen und verwebt sie mit seinen magischen Ideen zu wunderbaren mystischen Geschichten, die mich absolut berühren konnten. "Serafina Black" hat mich noch ein ganz klein wenig mehr in den Bann gezogen, doch auch Willa bin ich gerne durch den Wald gefolgt und habe ihre Abenteuer voller Begeisterung begleitet.

Die Naturverbundenheit Willas beschreibt Robert Beatty sehr bildhaft und so werden die Bewegungen und Geräusche des Waldes äußerst detailreich und regelrecht zauberhaft beschrieben, sodass man selbst der Natur sehr nahe rückt und Willas Beweggründe immer nachvollziehen kann.

Willa hat auf ihrem Weg zur Rettung der Wälder in den Nebelbergen einige Abenteuer zu bestehen. Sie bekommt Hilfe aus der Tierwelt und auch Hilfe aus der Welt der Menschen, ob Siedler, Indianerstamm oder einst magisches Volk. Dabei werden viele Ebenen verwoben. Während dich hin und wieder geahnt habe, wie es weitergeht und wie alles miteinander zusammenhängt, ist das Ende des zweiten Bandes etwas sehr besonderes, mit dem ich so nicht gerechnet habe. Der Schluss hat mich zutiefst berührt und mit Tränen in den Augen zurück gelassen, doch er ist gleichzeitig wundervoll und absolut schlüssig und gelungen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Altersangabe ab 11 Jahren etwas zu niedrig angesetzt wird. Die Leser müssen hier mit einigen aufregenden und dramatischen Szenen rechnen und auch der Tod spielt eine tragende Rolle in der Reihe. Ich würde es daher eher Kindern ab 11 empfehlen, wenn diese damit gut zurecht kommen und die Geschichte nicht zu nah an sich ran kommen lassen. Für empfindsamere Charaktere ist es vielleicht eher ab 12 oder 13 Jahren geeignet.

"Willa of the Wood – Das Geheimnis der Wälder" und "Willa of the Wood – Die Geister der Bäume" sind bezaubernde Bücher. Nicht nur ihre Cover sind wunderschön anzusehen, auch die Geschichte um das besondere Mädchen Willa, welches nirgends so richtig dazu gehört und trotzdem zum Bindeglied der Menschen wird, ist berührend und zieht den Leser in den Bann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2021

Umweltthemen und Nachhaltigkeit kindgerecht in einer spannenden Geschichte verpackt!

Magische Welt der Dinge - Antons geheime Reise mit Paul Pulli
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Einen Kinderroman, in welchem es um Nachhaltigkeit geht, muss ich natürlich lesen. Nachhaltigkeit liegt meiner Familie und mir sehr am Herzen und wir versuchen immer wieder, uns zu bessern und unseren ...

Einen Kinderroman, in welchem es um Nachhaltigkeit geht, muss ich natürlich lesen. Nachhaltigkeit liegt meiner Familie und mir sehr am Herzen und wir versuchen immer wieder, uns zu bessern und unseren ökologischen Fußabdruck so gering für möglich zu halten. Nicht immer klappt das, aber es ist schon ein großer Schritt, wenn man sich mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit auseinandersetzt. Damit kann man gar nicht früh genug anfangen und so habe ich mich natürlich sehr darüber gefreut, als mir Alexandra Wagner ihr Buch "Magische Welt der Dinge – Antons geheime Reise mit Paul Pulli" zur Rezension anbot. Hier erfahren wir in kindgerechter Weise, welch irrwitzig langen Weg ein Pullover von der Baumwollpflanze bis in den eigenen Kleiderschrank zurücklegt und was das alles für Probleme verursachen kann.

Die Autorin und die Illustratorin:
Alexandra Wagner studierte Kommunikationswissenschaft und war als Journalistin und TV-Redakteurin tätig. Inzwischen arbeitet sie selbstständig als Texterin im Online- und Content-Marketing. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.
Sabine Marie Körfgen ist seit 2009 freiberufliche Illustratorin für Kinder- und Jugendbücher. Zuvor absolvierte sie eine Ausbildung als Mediengestalterin für Print- und Digitalmedien und lernte an verschiedenen Kunstschulen und Akademien. Sie lebt mit ihrer Familie in Mönchengladbach.

Inhalt:
„»Wo kommt eigentlich mein Lieblingspulli her«, will Anton eines Abends wissen. Er ahnt nicht, dass diese unscheinbare Frage sein Leben verändern wird. Denn damit erweckt er den Superhelden auf seinem Pulli zum Leben. Eine fantastische und abenteuerliche Reise beginnt.

Kinderbuch ab 8 Jahren, das Wissen über die Herstellung von Bekleidung und deren Auswirkungen auf Menschen und Umwelt vermittelt, erzählt als Superhelden-Geschichte.“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Auf dem Cover sehen wir sofort den kindlichen Helden Anton, aus der Geschichte. Er trägt Pyjamahose und Kapuzenpulli mit einem Superhelden vorn abgedruckt. Beide nehmen die gleiche Pose ein und Anton schwebt in der Nacht inmitten von Sternen und dem Mond. Aber mit der Vorderseite ist es nicht getan, denn auf der Rückseite sehen wir ein afrikanisches Mädchen inmitten von Baumwollpflanzen stehen. Im Vergleich zur Vorderseite ist die Rückseite sehr hell gehalten und fängt den Alltag des Mädchens sehr gut ein. Die Kombination aus Tag und Nacht über die Buchdeckel verteilt, hat mir besonders gut gefallen.

Alexandra Wagner schlägt einen leichten Ton an und wirft den Leser ziemlich schnell mitten in die Geschichte hinein. Denn Anton liegt im Bett und soll schlafen. Doch seine Frage, die eigentlich an die Mutter gerichtet ist, bringt eine regelrechte Lawine von Ereignissen mit sich. Denn der Superheld Paul, welcher auf Antons Pulli abgedruckt ist, wird zum Leben erweckt und beide machen sich auf den Weg, rückwärts durch die Entstehungsgeschichte von Antons Lieblingspulli. Dabei dürfen sie natürlich nicht von den Menschen entdeckt werden.

Zwischen den verschiedenen Etappen lernt Anton außerdem ein paar Superhelden-Moves und hat selbst Superheldenkräfte. So springen beide durch die einzelnen Produktionsstätten, sprechen mit Maschinen und am Ende sogar doch auch mit einem Mädchen, welches mehr zu den Arbeitsbedingungen der Baumwollpflücker erzählen kann. Dabei fließen auch immer wieder kleine Umweltthemen ein, wie die Verschmutzung des Flusses Buriganga in Bangladesch oder die Mikroplastikpartikel, welche beim Waschen der Kleidung vom Stoff gelöst werden und unser Wasser belasten.

Während die Beschreibungen der einzelnen Arbeitsschritte im Großen und Ganzen gut verständlich waren viel es und lediglich an zwei Stellen etwas schwer, der Beschreibung der einzelnen Maschinen und deren Arbeitsweise zu folgen, zumal sie ja in umgekehrter Reihenfolge beschrieben werden. Wie also aus dem Faden ein Tuch gewebt wird und wie genau die Druckmaschine funktioniert, konnten wir nicht zu 100 Prozent nachvollziehen. Aber das brachte keine weiteren Probleme mit sich, denn trotzdem versteht man, worum es geht. Ganz allgemein gesehen fanden wir die Idee, die Herstellung eines Pullovers rückwärts abzuspulen sogar ziemlich außergewöhnlich und sehr gut gelungen.

"Magische Welt der Dinge – Antons geheime Reise mit Paul Pulli" ist ein schönes und wertvolles Buch, welches für Kinder ab 6 Jahren zum Vorlesen oder ab 8 Jahren zum Selbstlesen geeignet ist und wichtige Punkte im Bereich der Herstellung von Bekleidung aufgreift, auf Probleme für Umwelt und Menschen hinweist und gleichzeitig zeigt, dass es neben den schlechten Methoden auch gute Ansätze gibt. Dennoch müssen sich noch viele Dinge ändern, um sowohl unserer Umwelt als auch uns Menschen zu helfen. Wir freuen uns schon auf weitere Bände der Reihe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.08.2021

Erste Leseerfahrungen für die ganz Kleinen durch Lesebilderbücher!

Tafiti - Nur Mut, kleine Fledermaus!
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Zur Einstimmung auf die Schule kommen die Bilderbücher zum Lesenlernen sehr gut an, denn hier haben die Kinder das Gefühl, bereits selbst mitzulesen, wenn sie die im Text abgebildeten kleinen Illustrationen ...

Zur Einstimmung auf die Schule kommen die Bilderbücher zum Lesenlernen sehr gut an, denn hier haben die Kinder das Gefühl, bereits selbst mitzulesen, wenn sie die im Text abgebildeten kleinen Illustrationen benennen und so die Geschichte miterzählen. Hier gibt es inzwischen eine Menge an Büchern, wie zum Beispiel die Leselöwen, die Bildermaus und den Bücherbär. Stellvertretend für die Vielzahl an Büchern möchte ich euch "Tafiti – Nur Mut, kleine Fledermaus!" von Julia Boehme und Julia Ginsbach vorstellen.

Die Autorin und die Illustratorin:
Julia Boehme studierte Literatur- und Musikwissenschaft und arbeitete anschließend als Redakteurin beim Kinderfernsehen. Bereits als Kind wollte sie Schriftstellerin werden, verfolgte dies aber eine ganze Weile gar nicht mehr, bis sie sich eines Tages darauf zurück besinnte. So kam es dazu, dass sie nun Kinderbuchautorin ist und sich ständig neue Geschichten ausdenkt.
Julia Ginsbach (geboren 1967) studierte Musik, Kunst und Germanistik. Inzwischen ist sie als freie Illustratorin tätig und lebt mit ihrer Familie in Norddeutschland.

Inhalt:
„Tafiti und Pinsel gehen zusammen durch dick und dünn!
So ein Mist! Die leckeren Früchte hängen einfach zu hoch. Der kleine könnte doch hochfliegen und ein paar Früchte vom Baum pflücken, findet Tafiti – aber Rusha will nicht fliegen. Tafiti und Pinsel versuchen, Rusha Mut zu machen. Doch erst als King Kofi kommt, flattert Rusha endlich los – in letzter Sekunde! Und er hilft Tafiti und Pinsel, den Löwen auszutricksen. Am Ende gibt es leckeren Obstkuchen für alle!“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Das Cover hat uns total verzaubert. Es sprüht vor Freude und guter Laune und zeigt gleich alle wichtigen Charaktere in diesem Buch. Tafiti hockt auf einem Ast und scheint sich die Flügel der Fledermaus Rusha genauer anzuschauen. Pinsel stemmt sich am dicken Baumstamm empor und zeigt einen freundlichen Gesichtsausdruck. Der abgebildete Baum mit den gelben, reifen Früchten spielt auch eine besondere Rolle. Außerdem sehen wir schon vor weißem Hintergrund die kleinen Illustrationen, die mitten in den Text hinein gewoben sind und dem Kind das Gefühl geben, mitzulesen.

Die Schrift ist allgemein groß gewählt und die Zeilen haben einen weiten Abstand, so wie man es von guten Erstleserbüchern her kennt. Das Lesen ist also auch für Anfänger oder ungeübte Leser leicht und gut zu bewältigen. Die kleinen Illustrationen im Text dienen dazu, auch Nicht-Lesern das Gefühl zu geben, mitlesen zu können. So kann dieses Buch nicht nur von erwachsenen und Nicht-Lesern gelesen werden, sondern auch von Erstlesern, leseschwachen Kindern und Nicht-Lesern in allen möglichen Kombinationen. Die Kinder haben also eine ganze Zeit lang etwas von dem Buch und können daran wachsen und ihre Lesefertigkeiten entwickeln.

Der Text ist einfach formuliert und lässt sich flüssig vor- oder selbst lesen. Lediglich den Sprachfehler, der beim Löwe eingewoben ist, empfand ich persönlich als weniger gut. Zum Einen zeigt er zwar, dass nicht jeder perfekt ist, zum Anderen könnte er dem jungen Leser aber auch fehlerhafte Wörter vermitteln, sodass gegebenenfalls Falsches eingeprägt wird. Hier ist es ganz wichtig, dass ein Erwachsener oder ein Kind, welches bereits gut lesen kann, zugegen ist, wenn sich ein Erstleser an das Buch setzt. Für mich ist der Sprachfehler also eigentlich eher überflüssig sowie hinderlich und dem Buch hätte es ohne ihn sicherlich besser getan.

Schön finde ich die Themen des Buches. Hier werden Angst, Mut, Hilfsbereitschaft, Freundschaft und Zusammenhalt thematisiert und gekonnt in eine leichte Geschichte eingewoben. Während die Fledermaus dazu motiviert wird, endlich selbst zu fliegen, werden die Kinder indirekt dazu motiviert, lesen zu lernen oder zumindest Interesse an Geschichten zu entwickeln.

"Tafiti – Nur Mut, kleine Fledermaus!" ist ein schönes Lesebilderbuch mit niedlichen Charakteren, die einem gleich sympathisch sind. Die Geschichte ist mit wichtigen Themen gespickt und motiviert nicht nur zum Lesen, sondern auch zum richtigen Handeln. Wir werden sicherlich noch weitere Bücher über Tafiti und seinen Freund Pinsel lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.07.2021

Kinderbeschäftigung leicht gemacht!

Escape-Stickerbuch - Nachts im Museum
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Nach eineinhalb Jahren Corona und diversen Lockdowns sind wohl so ziemlich die meisten mit ihren Ideen am Ende, wie sie am Besten ihre Kinder beschäftigen können. Hier treten inzwischen einige Verlage ...

Nach eineinhalb Jahren Corona und diversen Lockdowns sind wohl so ziemlich die meisten mit ihren Ideen am Ende, wie sie am Besten ihre Kinder beschäftigen können. Hier treten inzwischen einige Verlage auf den Plan. Vor allem aus dem Verlag arsEdition habe ich bereits einige schöne Sache entdeckt, wie zum Beispiel "Fingerstempel-Spaß Kunterbunt" oder die Lernkarten "Sudoku" und "Lernraupe – Erste Buchstaben". Heute möchte ich euch ein schönes Heftchen vorstellen. Das "Escape Stickerbuch – Nachts im Museum" bietet tolle Knobelaufgaben für Kinder ab 8 Jahren.

Der Autor & die Illustratorin:
Philip Kiefer (geboren 1973) studierte Literaturwissenschaften und Philosophie in Tübingen und Oxford. In dieser Zeit arbeitete er außerdem in verschiedenen Verlagen. Nach seinem Magisterabschluss war er in einer PR-Agentur in München tätig. 2001 machte er sich dann als Autor selbstständig. Außerdem betrieb er ein Online-Magazin für Kinder, genannt „Riesenratz“. Philip Kiefer hat etwa 200 Bücher veröffentlicht.
Katharina Madesta studierte Design in Münster und machte ihr Diplom in Hamburg. Danach arbeitete sie in einem Trickfilmstudio als Characterdesignerin. Sie illustriert inzwischen für diverse Verlage in den unterschiedlichsten Stilrichtungen.

Inhalt:
„Erfülle deine Aufgabe und gelange mithilfe der spannenden Rätsel heil aus dem Museum! Ziel ist es, ein gefälschtes Tomahawk durch das Original zu ersetzen und unerkannt zu entkommen. Doch das wird nicht einfach werden … Ein super Rätselspaß für alle, die Spannung und Unterhaltung lieben! Das Neue dabei ist, dass du alle Aufgaben mit Stickern löst.“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Auf dem Cover sehen wir schon ein wenig, was uns im Innern erwartet. Einige Ausstellungsstücke eines Museums werden gezeigt, im Hintergrund das Tomahawk, welches in diesem Buch heimlich vertauscht werden muss. Sticker in Form von Schlüsseln weisen auf den Charakter eines Stickerbuches hin. Es ist alles da, was man braucht um dieses kleine Abenteuer zu bestehen.

Im Innern fängt man zwar bei der ersten Seite an, die Aufgaben zu lösen, allerdings bringt jede Lösung den Hinweis zur nächsten, zu lösenden Aufgabe in diesem Buch. Hier wird nicht von vorne bis hinten abgearbeitet, sondern man springt im Buch hin und her, bis man die Aufgabe gelöst hat und das Original Tomahawk wieder am rechten Platz im Museum steht.

Meine Tochter (10 Jahre) hat etwa eine Stunde gebraucht, um alle Aufgaben zu lösen und war konzentriert bei der Sache. Der Einstieg ist etwas ungenau erklärt. Außerdem gab es an zwei weiteren Stellen kleinere Probleme, einmal zeigte der Pfeil nicht in die richtige Richtung, ein anderes Mal war die Anleitung etwas zu ungenau, sodass wir mit etwas Glück alles richtig angeordnet haben. Während die Sticker in der Mitte platziert sind und leicht aus dem Buch herausgetrennt werden können, finden sich im Anhang die Lösungen, sodass man bei Problemen nachschauen kann, was die richtige Lösung ist. Die Kinder kommen also tatsächlich ganz alleine mit diesem kleinen Heftchen zurecht und werden gut beschäftigt. Auch unterwegs ist das Heft absolut genial, da die Kinder ohne viel Schnickschnack eine ganze Weile daran arbeiten können.

Das "Escape Stickerbuch – Nachts im Museum" bietet eine Stunde Ablenkung für alle Knobelfans und Freunde von detektivischen Geschichten. Theoretisch kann man das Heft mehrfach verwenden, da sich die Sticker auch später noch wieder aus dem Heft lösen lassen, sodass man es gerne durch mehrere Kinderhände reichen kann. So ist es durch die Wiederverwendbarkeit also auch nachhaltig. Außerdem gibt es noch weitere Titel, wie Juwelenraub, Verschollen im Dschungel oder Das Geheimnis der alten Villa.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere