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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.09.2019

Von Antworten und Fragen

Nenne drei Streichinstrumente: Geige, Bratsche, Limoncello
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Wenn Lehrer eine Frage stellen, wollen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die richtige Antwort hören. Die Schüler kommen diesem Wunsch nicht immer in dem Maße nach, wie erhofft. Die besten (falschen) Antworten ...

Wenn Lehrer eine Frage stellen, wollen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die richtige Antwort hören. Die Schüler kommen diesem Wunsch nicht immer in dem Maße nach, wie erhofft. Die besten (falschen) Antworten findet man hier.

Bisher kannte ich von dem Autorenduo nur die beiden Bücher zum Thema Helikoptereltern und ich bei diesen bin ich aus dem ungläubigen Kopfschütteln mit Lachanfällen nicht wieder herausgekommen. Deswegen war ich nun auch neugierig darauf, was für interessante Antworten sie für dieses Buch zusammentragen konnten. Und, was noch viel wichtiger war, ob sie sie ähnlich gekonnt in Szene setzen konnten, wie ich es aus ihren anderen Bücher kannte. Denn neben den Anekdoten, lebt so ein Buch von den Kommentaren zu selbigen.

Die hier gesammelten Antworten sind teilweise doch recht abenteuerlich und auch schon mal recht haarsträubend. Teilweise musste ich mich wirklich fragen, wo denn hier der Zusammenhang zwischen Frage und Antwort zu finden ist, denn das eine hatte offensichtlich mit dem anderen nichts zu tun. Welche Gedankengänge sich dahinter verbergen, sind nur schwer nachzuvollziehen. Das Autorenduo hat durchaus versucht Licht ins Dunkel solcher auf Abwege geratenden Antworten zu bringen, aber manchmal kann man sich nur ratlos am Kopf kratzen.

Das Buch ist was Nettes für Zwischendurch und weiß auch zu unterhalten, aber es löst jetzt keine Heiterkeitsanfälle aus. Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen und man hat es schnell mal nebenbei durchgeschmökert.

Veröffentlicht am 27.09.2019

Zum fressen gern

Blutzoll der Wölfe Band 1
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Um unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, haben Mensch und Wolf vor langer Zeit einen Pakt getroffen. Ein Blutzoll wird entrichtet und das entsprechende Dorf ist für einige Zeit sicher. Dann wird der junge ...

Um unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, haben Mensch und Wolf vor langer Zeit einen Pakt getroffen. Ein Blutzoll wird entrichtet und das entsprechende Dorf ist für einige Zeit sicher. Dann wird der junge Morgan als solcher gefordert. Und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Wenn man sich vom Cover irritieren läßt, könnte man meinen, wieder mal eine dieser verklärten und verhängnisvollen Werwolf-Mensch-Liebesgeschichten vorliegen zu haben. Dem ist nicht so. Gut, Gefühle und Anziehung spielen auch hier eine zentrale Rolle, aber die Geschichte kommt ohne Süßholzgeraspel aus und es wird auch nichts schöngeredet. Eher geht es teilweise recht brutal und blutig zu und die Sprache ist auch eher von der derben Sorte.

Genau wie ein Großteil der dargestellten Charaktere. Raubeinig, bärbeißig und oftmals ungewaschen, sind sie bestimmt kein allzu netter Anblick und ihr alles andere als sonniges Gemüt sorgt da auch nicht für Abhilfe. Und trotzdem, oder gerade wegen, dieser eher untypischen Darstellung von Haupt- und Nebencharakteren, wirken die Figuren authentisch, lebendig und irgendwie auch mit sich selbst im Reinen.

Die Geschichte zwischen Waydar und Morgen nimmt natürlich eine zentrale Rolle in der Handlung ein, aber sie überschattet nicht alles andere, sondern fügt sich eher ein, ist nur ein Erzählstrang von vielen. Was auch daran liegen könnte, dass die Geschichte aus wechselnden Perspektiven erzählt wird und man somit auch verschiedene Seiten kennenlernt.

Das Buch selbst hatte ich in kürzester Zeit durch, denn nachdem ich einmal angefangen hatte, konnte ich einfach nicht aufhören. Ich musste wissen wie es weitergeht und welche Überraschen vielleicht hinter der nächsten Ecke lauern mochten. Für mich ein Lesevergnügen mit Suchtgefahr.

Veröffentlicht am 17.09.2019

War nicht meins

ISLAND RED
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Sonne, Strand und Meer. Klingt nach Paradies und Erholung, doch dann regnet Feuer von Himmel und aus der Tiefe des Meeres taucht etwas auf. Etwas das Hunger hat.

Ich mag ja eigentlich solche Monsterbücher, ...

Sonne, Strand und Meer. Klingt nach Paradies und Erholung, doch dann regnet Feuer von Himmel und aus der Tiefe des Meeres taucht etwas auf. Etwas das Hunger hat.

Ich mag ja eigentlich solche Monsterbücher, weswegen „Island Red“ mir auch schnell ins Auge gesprungen ist, aber leider konnte mich das Buch so gar nicht von sich überzeugen. Dabei fand ich die grundlegende Geschichte recht ansprechend und gegen einen Hai als Monster des Tages ist ja auch erst mal nichts einzuwenden. Allerdings muss man es auch umsetzen können, was dem Autor nicht wirklich gelungen ist.
Ein Großteil der der Szenerie macht einen plumpen Eindruck und wirkt teils auch eher unbeholfen. Der Satzbau ist uninspiriert und die gewählten Wörter wirken an manchen Stellen irgendwie unpassend, nicht zur Situation und seinen Begebenheiten passend, was mich beim Lesen immer wieder gedanklich stolpern ließ und somit auch den Lesefluss störte.
Das Gleiche gilt leider auch für die Charakterzeichnungen, wenn auch nicht so ausgeprägt. Zwar wirken auch diese eher Stereotyp und etwas oberflächlich, aber die Ansätze für mehr emotionalen Tiefgang waren definitiv vorhanden, wenn auch noch recht ausbaufähig.

Trotzdem konnte ich mich nicht dazu überwinden, das Buch zu Ende zu lesen und habe nach einem knappen Viertel des Buches abgebrochen. Wenn das Buch mich hätte packen können, hätte ich weitergelesen, aber dies ist ihm nicht gelungen. Der Text wies einfach zu viele Stolpersteine auf für meinen Geschmack. Schade, denn die Idee war gut, wenn sie den richtig umgesetzt worden wäre.

Veröffentlicht am 12.09.2019

Ermittlungen vom Abstellgleis

Dead Lions
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Ein ehemaliger Agent wird tot in einem Bus aufgefunden. Alles deutet auf eine natürliche Ursache hin. Das hindert Jackson Lamb aber nicht daran nachzuforschen.

Die in Ungnade gefallenen Agenten des Slough ...

Ein ehemaliger Agent wird tot in einem Bus aufgefunden. Alles deutet auf eine natürliche Ursache hin. Das hindert Jackson Lamb aber nicht daran nachzuforschen.

Die in Ungnade gefallenen Agenten des Slough House, die Slow Horses, sind wieder da. Unter der Leitung von Jackson Lamb versuchen River Cartwright und seine Kollegen versuchen wieder ihre Tage sinnvoll zu füllen und sich nicht unterkriegen zu lassen. Und man kann sich darauf verlassen, dass sie sich eine Chance auf richtige Ermittlungen nicht entgehen lassen. Und so nimmt das Buch auch schnell Fahrt auf und zieht einen unweigerlich mit. Die bildhafte Sprache, die es schafft schon mit dem ersten Satz das Kopfkino anzuschmeißen, ist da natürlich nicht ganz unschuldig dran.

Und selbstverständlich auch die Charaktere, die alles andere als 08/15 sind und jeder für sich seine guten und schlechten Seiten hat. Und auch wenn alle es irgendwie fertig gebracht haben im Slough House zu landen, so sollte man sie deswegen noch lange nicht abschreiben.

Wie schon der erste Fall dieser sogenannten lahmen Gäule, so hat es auch der zweite geschafft mich zu überzeugen und für ein kurzweiliges und spannendes Lesevergnügen zu sorgen. Das Buch lässt sich flüssig und zügig lesen und der Erzählfluss ist nicht einseitig, da immer wieder zwischen den Charakteren und somit auch zwischen den Perspektiven gewechselt wird. Dadurch lernt man nicht nur die einzelnen Charaktere besser kennen, sondern kann auch die einzelnen Erzählstränge von verschiedenen Seiten beleuchten.

Entstanden ist so wieder ein gelungener Krimi, der mir sehr gut gefallen hat.

Veröffentlicht am 30.08.2019

Geladen zum Mord

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
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Wie soll man einen Mord aufklären, wenn sich der Tag ständig wiederholt und man selbst diesen immer wieder durch andere Augen erlebt?

Die Idee des hinter diesem Buch hat mich neugierig gemacht, denn ...

Wie soll man einen Mord aufklären, wenn sich der Tag ständig wiederholt und man selbst diesen immer wieder durch andere Augen erlebt?

Die Idee des hinter diesem Buch hat mich neugierig gemacht, denn sie ist definitiv mal was anderes und hebt sich allein dadurch schon von der teils einheitlichen Krimimasse ab, der man heutzutage im Buchladen begegnet.

Und nicht nur die Idee, sondern auch das Buch selber, konnte mich von sich überzeugen und nahm mich mit auf einer Spurensuche der etwas anderen Art. Denn, wie man sich vielleicht anhand des Plots schon denken kann, nimmt die Geschichte nicht den geraden Weg zum Ziel, sondern biegt gerne mal ab, landet in Sackgassen, oder versucht sowohl dem Leser als auch den Protagonisten etwas anders aussehen zu lassen als es in Wirklichkeit ist. Was ist wahr, was Lüge? Wo verlaufen die Grenzen zwischen gut und böse? Ist alles nur schwarz und weiß? Man wird gefangen genommen in einem Gespinst aus Informationen, die es ins rechte Licht zu rücken gilt ohne sich darin zu verlieren.

Dabei bedient sich der Autor einer Sprache mit der es ihm gelungen ist eine eindringliche Atmosphäre zu schaffen, die mich schnell gefangen nahm und deren teils bildmalerische Wortwahl, die richtigen Bilder dazu lieferte. Und einen Tag, der sich ständig wiederholt, immer wieder mit Spannung zu füllen, ist nicht einfach, aber Turton ist dies wunderbar gelungen. Und so ist seiner Feder ein Buch entsprungen, das den klassischen Krimi mit einem dezenten Schuss Mystery gewürzt hat, der dafür sorgt, dass es bei der Lektüre nicht langweilig wird. So ist ein Buch entstanden, das sich flüssig lesen lässt, spannend ist und zum Miträtseln einlädt.