Profilbild von BuecherqueenA

BuecherqueenA

Lesejury-Mitglied
offline

BuecherqueenA ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit BuecherqueenA über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2019

Café Engel

Café Engel
1

Inhalt

Hilde, Anfang der 1920er Jahre geboren, wächst zusammen mit zwei Brüdern in Wiesbaden auf und erlebt eine recht unbeschwerte Kindheit. Ihre Eltern betreiben in Wiesbaden das Café Engel, beliebter ...

Inhalt

Hilde, Anfang der 1920er Jahre geboren, wächst zusammen mit zwei Brüdern in Wiesbaden auf und erlebt eine recht unbeschwerte Kindheit. Ihre Eltern betreiben in Wiesbaden das Café Engel, beliebter Treffpunkt von Musikern, Sängern, Schauspielern und Künstlern jedweder Art.

Luisa, ihre Cousine, verbringt ihre überwiegend sorglose Kindheit auf einem Gutshof in Ostpreußen. Einzig ihre strenge Großmutter verhält sich ihr und ihrer Mutter gegenüber distanziert und abweisend, denn Luisas Eltern sind nicht verheiratet. Nach dem viel zu frühen Tod ihres schwerkranken Vaters müssen sie und ihre Mutter das Gut verlassen.

Der Krieg bricht aus und für alle beginnt eine schwere Zeit. Doch sowohl Hilde in Wiesbaden, als auch Luisa, die immer wieder gezwungen ist zu flüchten, geben nicht auf und überstehen so mancherlei Unbill.

Im Jahr 1945 kommt Luisa schließlich in Wiesbaden an und findet bei Onkel und Tante Unterschlupf und liebevolle Aufnahme. Nur Hilde ist zunächst von ihrem Auftauchen nicht begeistert und begegnet ihr mit Misstrauen.

Meine Meinung

"Café Engel - Eine neue Zeit" ist der Auftakt einer geplanten Trilogie. Die Handlung dieses ersten Teils spielt überwiegend im Jahr 1945, als der 2.Weltkrieg sich dem Ende neigt.

Die Geschichte wird aus den verschiedenen Perspektiven der zahlreichen Protagonisten erzählt. Dabei gibt es auch in der Chronologie immer wieder kleine Zeitsprünge. Das bedarf ein aufmerksames Lesen, auch wenn die einzelnen Kapitel entsprechend übertitelt sind. Gleichzeitig bringen diese ständigen Wechsel der Sichtweisen aber auch sehr viel Abwechslung und beleuchten das Geschehen von mehreren Seiten. Mir hat das gut gefallen.

Der Schreibstil selbst ist sehr detailreich und bildhaft. Außerdem merkt man die sehr gute Recherchearbeit der Autorin. Man bekommt einen intensiven Einblick in diese schwierige Zeit und eine Ahnung davon, was die Menschen damals alles durchmachen mussten.
Allerdings ist dadurch die gesamte Atmosphäre im Buch eher bedrückend.

Die einzelnen Charaktere sind sehr vielschichtig angelegt und ihre Wesenszüge sind gut herausgearbeitet. Ich konnte mir die Personen gut vorstellen und ihr Handeln und Denken gut nachvollziehen. Einzig mit Hilde hadere ich ein bisschen. Am Anfang war sie mir richtig sympathisch und ich glaubte, eine toughe junge Frau vor mir zu haben. Das änderte sich jedoch mit dem Auftauchen von Luisa. Ich konnte Hildes ablehnendes Verhalten ihrer Cousine gegenüber kaum verstehen. Irgendwie passt in dieser Beziehung ihr Verhalten gar nicht zu ihr.

Am Ende des Buches ging mir dann alles zu glatt. Gefühlt lösen sich alle Probleme in Wohlgefallen auf und es herrscht überall - wie man so schön sagt - Friede, Freude, Eierkuchen. Das passte für mich so gar nicht zu der ansonsten durchaus ernsten und nachdenklich stimmenden Geschichte.

Fazit

Ich habe diesen vielschichtigen Roman insgesamt sehr gerne gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir ein klein wenig mehr Leichtigkeit gewünscht, auch wenn es hier um schwierige Zeiten geht. Ich freue mich nun schon auf die Fortsetzung, in der es dann hoffentlich etwas leichter und wieder fröhlicher zugeht. Das Ende dieses ersten Bandes lässt zumindest darauf hoffen.

Veröffentlicht am 18.01.2019

Gelungener, aber steigerungsfähiger Auftakt einer Romantasy-Reihe

Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit, Band 1
0

Nach der Trennung von ihrem Freund beschließt June, ihr letztes Schuljahr in England zu absolvieren. Während dieser Zeit lebt sie bei ihrem Onkel in Cornwall. Sie war zwar schon sehr lange nicht mehr dort, ...

Nach der Trennung von ihrem Freund beschließt June, ihr letztes Schuljahr in England zu absolvieren. Während dieser Zeit lebt sie bei ihrem Onkel in Cornwall. Sie war zwar schon sehr lange nicht mehr dort, aber sie kann sich noch gut an schöne Zeiten, die sie früher hier verbracht hat, erinnern.

Auch ihre beiden Cousins, die Zwillinge Blake und Preston trifft sie hier wieder. Doch sie haben sich offensichtlich stark verändert. Sie sind zu äußerst attraktiven und selbstbewussten jungen Männern herangewachsen. Besonders Blake übt eine beinahe magische Anziehungskraft auf June aus. Aber dieser verhält sich ihr gegenüber zunächst alles andere als freundlich.
Schon bald macht June eine erstaunliche Entdeckung, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. Nicht nur, dass sie mit den Zwillingen gar nicht blutsverwandt ist, sondern sowohl sie selbst als auch Blake und Preston verfügen über ungewöhnliche Fähigkeiten.

Ich war ziemlich neugierig auf dieses Buch, da ich Romantasy-Romane dieser Art sehr mag und die Leseprobe mich sofort in ihren Bann ziehen konnte. Auch im Nachfolgenden habe ich das Buch gerne weiter gelesen. Es enthält einige recht typische Elemente für diese Art Romane: die Protagonistin erfährt erst im Laufe der Handlung von ihren Fähigkeiten, Setting in der Schule etc. ... Allerdings spielen in diesem ersten Teil die magischen oder eher übersinnlichen Gaben nicht so eine große Rolle. Ich vermute, dass sich dies erst im nächsten Band weiter entwickelt.

Inhaltlich gibt es einige kleinere logische Fehler. Zum Beispiel entledigt sich June in einer Szene ihrer nassen Kleidung, um kurze Zeit später in ebendieser wegzulaufen. Ich habe mich kurz darüber gewundert, aber den Lesefluss hat es trotzdem nicht beeinträchtigt.

Der Schreib- und Sprachstil war angenehm und flüssig zu lesen und einem Jugendbuch angepasst. Ein klein wenig übertrieben fand ich dabei allerdings die häufige Betonung der Augenfarbe. Scheinbar werden die unterschiedlichen Farben der Augen im weiteren Verlauf der Geschichte noch eine größere Rolle spielen. In dieser Hinsicht gibt es ein paar vage Andeutungen, aber Konkretes wird man wohl erst in der Fortsetzung erfahren.

Die Charakterisierung der Protagonisten ist gut durchdacht. June ist weitgehend sympathisch, manchmal vielleicht ein wenig naiv. Blake wirkt unnahbar, zuweilen ziemlich arrogant und strahlt etwas Geheimnisvolles aus. Preston gibt sich als Charmeur, aber bei ihm bin ich mir noch nicht so sicher, ob das echt ist.

All das macht mich neugierig auf die Fortsetzung. Das plötzliche Ende trägt ebenso dazu bei. Allerdings endete das Buch in meinen Augen viel zu abrupt, quasi mitten im Geschehen. Ich habe nichts gegen offene Enden oder Cliffhanger, wenn ich weiß, dass es eine Fortsetzung geben wird. Aber hier endet es gefühlt mitten im Satz (natürlich nicht wirklich) und ich habe erst einmal überprüft, ob in meinem Buch bzw. E-Book etwas fehlt. Mein Reader zeigte mir an, dass ich gerade mal 75% des Buches gelesen haben soll. Die restlichen 25% waren aber tatsächlich vollgepackt mit diversen Leseproben und Verweisen auf andere Bücher. Das ist in dieser Form für mich absolut irritierend und überflüssig.

" Ein Augenblick für immer" ist für mich insgesamt ein guter, vielversprechender Auftakt einer Fantasy-Reihe, mit kleineren Schwächen und Potential nach oben. Daher hoffe ich, dass die Folgebände sich noch steigern können.