Profilbild von Buecherseele79

Buecherseele79

Lesejury Profi
offline

Buecherseele79 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Buecherseele79 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2020

Zwischen Generationen

Wir holen alles nach
0

Ellen, Ende sechzig, lebt alleine mit ihrem Hund. Ihr Mann verstarb schon vor längerer Zeit, die beiden Söhne sind ausgezogen und sie genießt ihr Leben in vollen Zügen, hat einen geregelten Ablauf und ...

Ellen, Ende sechzig, lebt alleine mit ihrem Hund. Ihr Mann verstarb schon vor längerer Zeit, die beiden Söhne sind ausgezogen und sie genießt ihr Leben in vollen Zügen, hat einen geregelten Ablauf und kleine Nebenarbeiten um die Rente aufzubessern. Doch dann tritt der junge, eher schüchterne Elvis in ihr Leben dem sie Nachhilfe geben soll. Beide freunden sich an, denn Elvis hat selbst kaum Freunde, seine Mutter muss viel arbeiten, der Vater hat eine neue Freundin und wohnt weiter weg, der neue Freund der Mutter gibt sich alle Mühe. Doch dann fällt Ellen etwas an Elvis auf und weiss nicht wie und ob sie reagieren kann oder soll…..

„Er wirkt gelöst und fröhlich, eine ganz neue Erfahrung; sie hat ihn bisher immer sehr still erlebt, fast bedrückt, so als trage er eine Last, die zu schwer ist für seine acht Jahre.“ (Seite 64)

Was für ein herrliches Buch welches mich sehr berührt hat. Die Autorin greift in ihrer Geschichte einen Alltag auf den es wohl zig Mal in Deutschland täglich gibt und wirft uns in das Alltagsleben von Elvis mit seiner Mutter Sina und ihrem neuen Freund Torsten. Und Ellen wird neben seiner Nachhilfelehrerin eine ebenso wichtige Stütze für Elvis.

Ich fand das Gesamtbild sehr stimmig, ruhig, und doch konnte man die Unruhe, diese Unvorhergesehene nachvollziehen, manchmal fast mit den Händen greifen. Wie der ein oder andere Protagonist im Buch merkt man schnell selbst dass man von Vorurteilen nicht befreit ist.

Ellen war mir sehr sympathisch, ich mag ihre „minimalistische“ Ansicht auf das Leben. Sie genießt ihren Ruhestand, die Zeit mit ihren Hobbies und Freunden, aber auch die Zeit für sich mit ihrem kleinen Job und ihrem Hund. Es muss nicht immer alles laut, viel und voller Leute und Geschwätz sein, ich glaube dass gerade „ältere“ Leser des Öfteren die Beweggründe von Ellen nachvollziehen können, mir erging es zumindest so.

Sina versucht alles um ihrem Sohn Elvis eine gute Mutter zu sein, natürlich macht man sich als Mutter auch immer Gedanken ob mit dem Kind alles okay ist, gerade wenn man berufstätig ist und nicht jederzeit daheim sein kann um sich um das Kind zu kümmern. Aber was wenn das Kind immer ruhiger wird, sich zurückzieht und mit vielen Situationen nicht klar kommt? Wenn es zu der Betreuung mehr Vertrauen aufbaut als zur eigenen Mutter? Und die Betreuung ihrer Sichtweisen offenbart die man als Mutter gar nicht gesehen hat?

Damit beschäftigt sich dieses Buch, damit beschäftigt sich auch der Leser. Und natürlich hat man immer die eigenen Gedanken im Hinterkopf wie man selbst reagieren würde, was würde man sagen, wie würde man handeln, was ist gerecht, was zu voreilig gesagt? Und es zeigt, in meinen Augen, auch auf wie wichtig es ist dass die Generationen sich austauschen, Zeit miteinander verbringen, dass beide Seiten davon neue Sichtweisen erhalten und voneinander lernen.

Für mich war das Buch ein Stück Kindheit als ich viel Zeit bei den Großeltern verbracht hatte und ich war gerne dort.

Ein Buch was schöne aber auch schwere Momente in der Realität von Familien, ja, der Gesellschaft aufwirft und man ein bisschen überlegt was man selbst eigentlich möchte und was einem gut tut und was nicht. Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2020

Tiefe Abgründe

Abgrund
0

In einem Lavafeld, eine ehemalige Hinrichtungsstätte, wird ein Toter gefunden. Erhängt, mit einem Nagel der ihm in die Brust gerammt wurde. Als Huldar mit seinem Kollegen die Wohnung des Toten aufsucht ...

In einem Lavafeld, eine ehemalige Hinrichtungsstätte, wird ein Toter gefunden. Erhängt, mit einem Nagel der ihm in die Brust gerammt wurde. Als Huldar mit seinem Kollegen die Wohnung des Toten aufsucht finden sie dort einen Jungen vor, Siggi, der nicht weiß wie er hierhergekommen ist, wo er wohnt, wie seine Eltern mit Nachnamen heißen. Nur seine Bilder lassen für die Kinderpsychologin Freyja auf ein Verbrechen deuten…die Zeit rennt…denn die Mutter von Siggi ist hochschwanger und wie der Vater nicht auffindbar…wie hängen das Verschwinden und der Mord zusammen?



Dies ist der 4.te Thriller mit dem Ermittler Huldar sowie der Kinderpsychologin Freyja. Ich finde man kann die Bände unabhängig voneinander lesen, aber um ein Gefühl für die Protagonisten zu erhalten, auch was sie so erlebt haben würde ich empfehlen alle Bände der Reihe nach zu lesen.

Der Schreibstil ist wie immer gewohnt ruhig, nicht effekthaschend, die Autorin beschreibt ihr Island, die Umgebung, die Geschichte gekonnt mit in ihrem Thriller, schafft so ein schönes und anschauliches Bild. Die Spannung baut sich langsam auf, das mag ich aber an ihrer Schreibart, es knallt nicht alles einem gleich um die Ohren, sondern man geht Schritt für Schritt und relativ schnell zu Beginn wirft hier die Autorin wieder so ein Stückchen der Bildes ein welches den Leser neugierig werden lässt und man somit unbedingt weiterlesen möchte, ja eigentlich will.

Huldar und Freyja habe ich schon bei Band 1 in mein Herz geschlossen, ich mag beide mit ihrer Eigenwart und ja, ihrem Hin und Her ob sie denn nun zusammenkommen sollen oder nicht. Ich hoffe dass sich das mit den weiteren Büchern endlich mal etwas ändert, aber die Autorin räumt dieser kleinen „Schwärmerei und Liebelei“ nicht zu viel Raum ein.

Auch in ihrem 4.ten, gemeinsamen Fall haben die beiden wieder hart zu knappern. Der Mord selbst wird von der Autorin nicht „ausgeschlachtet“, blutig oder brutal niedergeschrieben. Hier geht es um mehr und mit den Protagonisten setzt sie dieses „Mehr“ gekonnt in Szene. Man leidet mit dem kleinen Siggi mit, der nur die Vornahmen der Eltern weiß, was sie arbeiten und alle nach seinem Zuhause oder nahen Verwandten suchen damit er bei ihnen unterkommen kann. Die Bilder die Siggi malt lassen aber einem das Schlimmste befürchten und eine Gänsehaut aufkommen.

In „Abgrund“ beleuchtet die Autorin eine Cliquenfreundschaft die seit der Schule besteht, was aber eine Gruppendynamik in die falsche Richtung ausrichten kann. Auch wie sich diese Dynamik mit den Jahren verändert, was sie mit den jeweiligen Personen anstellt und was daraus entsteht. Gutes wie Schlechtes. Das hat mich doch oft sehr zum nachdenken gebracht, aber auch schockiert wenn man bedenkt dass es sich hier um erwachsene Leute handelt.

Die Auflösung im Allgemeinen war schon überraschend aber verdammt gut. Allerdings setzt die Autorin mit den letzten Seiten noch eine kleine Brise obendrauf und hat mich dann doch sehr sprachlos zurückgelassen. Und doch kann man es, auf der anderen Seite, fast erschreckenderweise nachvollziehen.

Für Thrillerfans die einfach mal was Neues lesen und kennenlernen wollen kann ich Yrsa Sigurdardóttir nur empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2020

Und dein Herzensspielzeug?

Waldo Wunders fantastischer Spielzeugladen - Wo Wünsche wahr werden
0

Lenni und Merle sind nun offiziell die Lehrlinge bei Herr Waldo seinem fantastischen Spielzeugladen. Gerade Lenni ist Feuer und Flamme und kümmert sich mit Hingabe um die Spielzeuge, gerade nachts wenn ...

Lenni und Merle sind nun offiziell die Lehrlinge bei Herr Waldo seinem fantastischen Spielzeugladen. Gerade Lenni ist Feuer und Flamme und kümmert sich mit Hingabe um die Spielzeuge, gerade nachts wenn alle Spielzeuge lebendig werden! Doch Lenni sucht noch immer sein einzig wahres Spielzeug damit er auch ein guter Spielzeughersteller wird. Und als wäre das nicht schlimm genug verschwindet Sir Richard, eine Lieferung aus der Spielzeugfabrik kommt nicht an und Lenni soll das ganze Pluspulver aus Herrn Waldo Wunders Spielzeugladen an einen Erpresser ausliefern….

„Stille umfing Lenni, doch es war keine gewöhnliche Stille, nicht die Stille von Nichts, sondern die Stille von Etwas. Etwas Lebendigem. Es war ein Kribbeln, ein Vibrieren. Ein Abenteuer lag in der Luft, und Lenni jagte ein vorfreudiger Schauer über den Rücken.“ (Seite 6)

Ich war schon ganz begeistert vom ersten Buch zu Waldo Wunders fantastischer Spielzeugladen und war etwas skeptisch ob man dies noch steigern könnte, aber die Autorin Anne Scheller kann es. Auch hier wieder ein sehr spannendes und tolles Abenteuer mit lebendigen Spielzeugen!
Die Illustrationen sind wieder sehr liebevoll, unterstützen die kleinen und großen Leser, die Kapitel sind nicht zu lang, die Schrift schön groß, es eignet sich hervorragend zum Vorlesen sowie selbstständigen Lesen.

Um die Geschichte und vor allem Lenni und Merle mit Herrn Waldo kennenzulernen denke ich schon dass man das erste Buch gelesen haben sollte. So ergeben sich keine Fragen zum zweiten Band und man ist schon etwas in der Materie drin.

Wer wünscht sich nicht nachts in einem Spielzeugladen zu stehen und alle Spielzeuge sind lebendig? Hier ist es möglich und es kurbelt natürlich auch gerade die Fantasie der jüngeren Leser an. Aber nicht nur dass der Spielzeugladen durch Merle und Lenni geführt wird, nein, wir erfahren auch woher die ganzen Spielzeuge überhaupt kommen, wie sie hergestellt werden, wie sie dann zum Leben erwachen. Das war eine neue Erfahrung, was die Augen aber zum Leuchten bringen wird da die Autorin ein absolutes Händchen dafür hat die Dinge und Begebenheiten toll zu beschreiben.

Doch natürlich ist auch in diesem Buch wieder Gefahr im Verzug und Lenni und Merle müssen sich auf ein weiteres Abenteuer begeben. Diesmal möchte jemand das Pluspulver um seine Macht zu demonstrieren zu können. Die jungen Leser werden gefordert und müssen überlegen warum diese Person dies macht, es ist spannend und eine kleine Detektivarbeit. Ich denke es ist auf jeden Fall ein Buch für Mädchen und Jungs.

Ein Herzensspielzeug – ein Spielzeug bei dem der Bauch vor Schmetterlingen flattert, das Herz schneller schlägt, man weiss – dieses Spielzeug ist mein wahrer Freund und hört mir zu, ist für mich da, egal was kommt. Nicht nur Lenni sucht und wünscht es sich, sondern viele Leser werden dieses Gefühl sehr gut nachvollziehen können. Und die älteren Leser werden vielleicht wieder ihr altes Kuscheltier oder Spielzeug suchen und sich an die gemeinsame Zeit erinnern. Alleine das macht dieses Buch so einzigartig und liebevoll.

Zum Ende gibt es wieder ein paar interessante Tipps und Rätsel und ein leckeres Rezept welches man mit den Eltern ausprobieren kann.

Ich hoffe es wird noch einige Bücher über Waldo Wunders Spielzeugladen geben denn ich kehre immer wieder gerne dorthin zurück und werde für ein paar Lesestunden wieder zu einem Kind welches sich durch die Spielzeuge faszinierend lässt. Eine ganz klare Lessempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2020

Aufmunterungsversuch

Das mittelgroße Aufmunterungsbuch
0

Gute Laune, ganz ohne Sport- na wenn das mal keine Aussage ist!

Vorweg – Humor ist immer eine ganz eigene Sache. Es gibt Menschen die können über alles in diesem Buch lachen, andere über ein paar andere ...

Gute Laune, ganz ohne Sport- na wenn das mal keine Aussage ist!

Vorweg – Humor ist immer eine ganz eigene Sache. Es gibt Menschen die können über alles in diesem Buch lachen, andere über ein paar andere Sachen und dann eben welche die es überhaupt nicht witzig finden. Aber jeder hat mal die kleine bis mittelgroße Verstimmung und da könnte dieses Buch sehr hilfreich sein.

Tino Bomelino macht Poetry – Slam. Vielleicht hat ihn der ein oder andere schon im Fernsehen oder Internet gesehen.

Ich persönlich bin ein großer Fan von Poetry – Slam geworden da er oft überspitzt, aber mit Ironie, Humor, Satire, oft Irrsinn und manchmal null Sinn alles nach oben treibt und die Dinge beim Namen nennt. Und das kann man auch gut und gerne auf dieses Buch überschreiben.

Das Buch hat insgesamt 10 Kapitel. Mit interessanten und lustigen Zeichnungen nimmt uns Tino Bomelino mit in den alltäglichen Wahsinn. Von „auf der Party hat man das gleiche an wie jemand anders“, über Schmerzen und „Aua“, Kinder, wenn einen Leute tierisch nerven, die liebe Arbeit und Kollegen, Liebe und Sex, Trennung und einiges mehr.

Dieses Buch oder ja, Comic, folgt keiner Reihenfolge, keiner Logik. Es ist nicht aufgebaut wie „ein normales Buch oder ein Comic“ sondern man kann die Bilder, manche in Folge, lesen wie und wo man möchte. Man kann es zu jeder Situation immer wieder aufschlagen, nachschlagen und lachen. Oder sich im nachzeichnen von Händen und Co probieren. Oder sich in schweren Zeiten einfach an den leichten und einfachen Dingen des Lebens erfreuen und mal laut lachen.

Hier und da treibt es Tino Bomelino auf die Spitze, trifft die Freunde des sehr schwarzen Humors, aber auch das muss genehmigt sein, auch hier darf man einfach mal lachen. Dabei ist es nicht so dass der Autor schnelles Geld machen möchte, nein, er lässt einen über Dinge die einen im ersten Moment aufregen, lachen und nachdenken. Das Buch bietet vor allem schlagfertige Antworten für die eine oder andere Situation was ich persönlich sehr genial finde.

Humor im Alltag, zusammengefasst in diesem Buch des mittelgroßen Versuches uns aufzumuntern. In meinen Augen ist es dem Autor auf jeden Fall gelungen und ich werde das Buch immer wieder zur Hand nehmen, es gerne auch verschenken und über Dinge lachen können.

Oder wie Tino Bomelino sagt : „ Das Leben ist schön, und dann stirbt man und kann nix mitnehmen.“ (Seite 111)
Wer Humor hat und liebt kommt hier auf seine vollen Kosten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 14.07.2020

Das Bee Team übernimmt

Das Bee-Team
0

Der Frühling hält Einzug im Tumbawunda – Tal, doch die Bienen, Vögel, Insekten andere Wildtiere wollen sich nicht zeigen was den sechsjährigen Oskar und seine vierjährige Schwester Romy traurig stimmt. ...

Der Frühling hält Einzug im Tumbawunda – Tal, doch die Bienen, Vögel, Insekten andere Wildtiere wollen sich nicht zeigen was den sechsjährigen Oskar und seine vierjährige Schwester Romy traurig stimmt. Gemeinsam wünschen sie sich dass sie jetzt das „Bee Team“ für die Rettung sind. Und über Nacht wird ihr Wunsch fantastisch war! Nicht nur mit ihren Freunden, nein, auch mit vielen Tieren aus dem Feld und Flur, Wald und See versuchen sie das Tumbawunda – Tal sowie die ganze Welt aufzurütteln….

Alleine das Cover ist quietschig bunt und fällt gerade den jungen Lesern sofort ins Auge. Auch mir gefällt es persönlich sehr gut, es passt perfekt zur Thematik und wie wichtig Bienen und Co. für die Natur, aber und gerade, für uns sind.

Das Thema Bienen, Insektensterben, Waldsterben, Wildtiere werden lieber geschossen als geschützt, die Artenvielfalt die unter den „Betonstädten“ und Steingärten leidet interessiert nicht nur mich, sondern viele mehr und gerade die Kinder und Jugendliche gehen für diese Themen auf die Strasse. Hier trifft das Buch nicht nur meinen Nerv der Zeit sondern sicherlich auch den von vielen anderen, jungen wie älteren Lesern und Interessierten.

Durch verschiedene Tiere erhalten nicht nur die Kinder im Tumbawunda – Tal einen tiefen Einblick was in der Welt so falsch läuft, nein, auch die Leser erfahren was nicht mehr stimmt. Und dass es nicht nur die Tier und Pflanzenwelt verringert sondern auch starke Auswirkungen auf unsere Welt, unsere Ernährung, unser weiteres Leben hat. Das zu erklären, gerade „Kind gerecht“, gelingt dem Autor sehr gut. Er legt den Blickpunkt nicht auf viele Themen sondern spricht die Landwirtschaft, die Politik aber auch jeden Einzelnen an der einen Garten, einen Balkon hat und sich keine Gedanken macht wie er ihn gestalten könnte um „bienenfreundlich“ zu unterstützen.

Doch auch wenn die Geschichte mir, weitgehend, gefallen hat, so sind es doch auch einige Punkte die mir nicht so zugesagt haben.

Erst mal die Frage – für wen sollte die Geschichte sein? Für Kinder in dem Alter von Oskar und Romy, das Vorlesen wären zu lange, die Kapitel zu ausschweifend und für diese Altersgruppe fehlen Bilder die den Text und das Thema unterstützen.

Für ältere Leser sehe ich die Problematik dass die zwei Hauptprotagonisten zu „jung“ sind und sie mit dieser Altersgruppe nichts anfangen können.

Dann die Wortwahl – natürlich fluchen wir alle mal, aber bei Kinderbüchern würde ich mir schon wünschen dass nicht „verdammt“ so viel Raum erhält, oder es „nette“ Umschreibungen für „L** mich am A***“ gibt, es wird hier und da geflucht und ja, ich denke wenn Kinder sich das merken (und als Eltern weiss man wie gut das geht…) hat man schnell mal einen Anruf vom Kindergarten/Schule im Haus.

Leider ist die Geschichte, zeitweise, auch sehr angehäuft mit Fantasy, natürlich ist das für die einen Kids super, die anderen wünschen sich aber womöglich mehr Realität, auch was sie selbst machen können. Denn nicht jedem steht ein Regenbogen „Bee Team“ zur Verfügung mit Pandabär und Pinken Einhorn. Ich für meinen Teil denke dass die Kinder sehr genau wissen was aktuell Sache ist und mehr Mitmach – Aktionen von den Protagonisten gewünscht hätten.

Da es viele Kinder sind die mitmachen, die Freunde von Oskar, sowie die Freunde von Romy, die dann als Ninjas und Eisprinzessinnen durch die Wälder und Flure streichen, dass der Autor alle Namen sehr oft aufzählt, wiederholt… grosses Minus. Irgendwann war es mir zu anstrengend alle Namen und in zig neuen Ausführungen wieder und wieder lesen zu müssen, das wird sich auf den Leserfluss der jüngeren Leser womöglich auch nicht positiv auswirken und sie verlieren die Lust an der Geschichte.

Von der Thematik her ein sehr wichtiges und doch gut umgesetztes Buch, aber mit der Gesamtumsetzung ist es dann doch etwas schwieriger zum genießen geworden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere