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Veröffentlicht am 05.11.2020

Auf den Spuren Josef Mengele

Mengeles Koffer
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„Doch schon seit Oktober 1944 hatte die Lagerleitung- die drohende Niederlag vor Augen – damit begonnen, sämtliche Unterlagen, die über das Lager und die darin verübten Verbrechen Aufschluss geben konnten, ...

„Doch schon seit Oktober 1944 hatte die Lagerleitung- die drohende Niederlag vor Augen – damit begonnen, sämtliche Unterlagen, die über das Lager und die darin verübten Verbrechen Aufschluss geben konnten, entweder auszulagern oder zu verbrennen.“(Seite 15)
Bogdan Musial, in Geschichte, politische Wissenschaften und Soziologie studiert, erhält einen Anruf mit Einladung zu einer Weihnachtsfeier. Dort lernt er die Gräfin Kaiser- Bethany die ihm ein unglaubliches Geheimnis offenbart. Ihr Großvater, ein studierter Arzt, musste damals unter dem berüchtigten KZ Arzt Josef Mengele mitarbeiten. In einem Schließfach in Zürich liegen die ganzen Tagebücher ihres Großvaters und sie möchte sie gerne von Bogdan Musial studieren lassen.
Zusammen mit seinen Assistenten macht sich Bogdan Musial auf und natürlich ist die Spannung bezüglich dieser Entdeckung enorm, denn man weiss dass die meisten Unterlagen aus dem KZ Auschwitz damals verbrannt wurden, wirkliche Aufzeichnungen von Mengele sind selten bzw. nicht vorhanden.
Und nun beschreibt Bogdan Musial wie er zu diesem Fund kam, seine Arbeit die er in die Dokumente steckte um mehr Hintergründe zu erfahren aber vor allem, dies war ihm immer wichtig, es musst zu 100% sicher sein dass dies alles der Wahrheit entspricht und es sich so zugetragen hat bzw. dass der Großvater der Gräfin diese Tagebücher wahrlich verfasst hat.
In einem nüchternen aber unglaublich packenden Schreibstil der leicht verständlich und sehr gut zu verfolgen ist gibt Bogdan Musial nun zum Besten wie aufgeregt er war aber auch Angst hatte einem Betrug aufzuliegen.
Mit Fotos werden die Schriftstücke gezeigt die ihm vorgelegt wurden, wie schwer es zeitweise war diese ganzen Codes, die benutzt wurden, zu entschlüsseln und welche Geheimnisse, oft in schrecklicher Form, dahinter aufwarten.
Gleichzeitig nimmt sie Musial die Zeit um über das KZ, die Menschenversuche durch Mengele und seine Schergen zu berichten. Er reist durch halb Europa um mit Überlebenden und Zwillingen, die es Mengele ja sehr angetan hatten, zu reden, mehr zu erfahren, die ganze Geschichte fassen zu können.
Dies ist oft sehr schwer zu lesen und lässt einen fassungslos zurück, wer sich mit Mengele etwas auseinandersetzt weiß aber was ihn hier warten wird. Das Buch bietet, zu den aktuellen Ereignissen, aber auch einen fundierten Boden über die Machenschaften der SS in den KZ´s.
Doch mit der Zeit kommen Bogdan Musial immer mehr Zweifel ob er hier echte Dokumente auf dem Tisch hat. Denn die Spurensuche und die Meinungen von seinen Experten sprechen plötzlich eine ganz eigene Sprache und so muss Bogdan Musial noch tiefer Graben und kommt einer ungeheuren Tatsache auf die Spur.
Das Buch liest sich wie eine Mischung aus Krimi, Detektivarbeit und Historie und konnte mich komplett mit sich reissen und eine unglaubliche „Fakten“ – Jagd erleben. Wer sich für diese Thematik interessiert sollte dieses Buch gelesen haben.


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.11.2020

Geschichten der Nacht

Wenn alle anderen schlafen
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„Sie fürchtete die Dunkelheit, selbst in vertrauten Zimmern. Für sie war die Nacht etwas, das sie mit hundert schwarzen Augen ansah, nach ihr griff, jeden Moment bereit, sie hinterrücks zu überwältigen.“ ...

„Sie fürchtete die Dunkelheit, selbst in vertrauten Zimmern. Für sie war die Nacht etwas, das sie mit hundert schwarzen Augen ansah, nach ihr griff, jeden Moment bereit, sie hinterrücks zu überwältigen.“ (Seite 21)
In diesem Buch geht es um die Nacht, ihre Mythen, ihre Ängste, Hoffnungen und Wünsche, um die Dunkelheit, um das Schlafen können oder nicht. Und es geht um verschiedene Autor*Innen die sich ihre Gedanken in eine Geschichte zur Nacht gemacht haben.
Die Auswahl ist bunt, vielfältig, mal interessant, mal witzig, mal etwas gruselig und hier und da ergibt sich der Sinn nicht sofort. Und doch ist es angenehm zu lesen und sich selbst diesem Gefühl hinzugeben was die Nacht, der Schlaf, die Dunkelheit für einen bedeuten.
Besonders gut gefallen haben mir die Geschichten von Robert Walser, Slawomir Mrozék, Siegfried Lenz, Ray Bradbury und Robert Walser.
Jeder hat eigene Gedanken und Gefühle bei Nacht, die einen sind gerne in der Nacht unterwegs und fühlen sich frei, die anderen ziehen ein beleuchtetes Zimmer, welches sie kennen, vor. Die einen haben Angst vor Geräuschen die sich in der Nacht noch zig Mal schlimmer anhören, die anderen werden neugierig und wollen mehr erfahren. Und genau hier liegt die Stärke dieses Buches mit seinen Geschichten zu Nacht. Es bedient die Faszination ebenso wie die Urängste die wir bei Nacht verspüren. Und diese sind in verschiedenen Geschichten sehr gut verpackt.
Ein Buch welches mich sehr begeistert hat und gerade wenn man abends keinen Schlaf findet bietet sich die ein oder andere Geschichte als „Einschlafhilfe“ auf jeden Fall an!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 31.10.2020

Der Brand in Hamburg 1842

Außerhalb der Zeit
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Lena ist wieder zurück im Jahr 2017, doch kann sie Henry einfach nicht vergessen und dadurch fällt es ihr sichtlich schwer wieder in ihr altes Leben zurückzufinden. Doch als sie einen Zeitungsbericht über ...

Lena ist wieder zurück im Jahr 2017, doch kann sie Henry einfach nicht vergessen und dadurch fällt es ihr sichtlich schwer wieder in ihr altes Leben zurückzufinden. Doch als sie einen Zeitungsbericht über Hamburg liest, als 1842 ein heftiges Feuer wütet, in der Gegend wo Henry wohnt, beschließt sie, ihm zur Seite zu stehen und springt erneut durch den Spiegel. Doch damit werden Ereignisse in Gang gesetzt die weder Lena noch Henry erwartet hätten.

„PER APSERA AD ASTRA“, über raue Pfade zu den Sternen, so hat Henry ihn mir übersetzt und mir anschließend zu erklären versucht, dass es im Leben darum gehe, sich immer wieder neu auf diese beschwerliche Reise zum Glück zu machen und dass das Vergangene einen auf diesem Weg zwar begleiten, aber nicht zur Last werden sollte.“ (Seite 6)

Mit „Außerhalb der Zeit/Zu den Sternen“ geht die Geschichte um Lena und Henry in die zweite und somit letzte Phase. Fast möchte ich leider sagen, denn eigentlich könnte ich von den beiden in ihren Zeiten ewig weiterlesen, aber die Autorin hat, zu Recht gemeint – nach diesem Band ist die Geschichte von Lena und Henry beendet.

Das Cover springt auch diesmal wieder sofort ins Auge, zum Thema passt das Rot hervorragend. Und auch weiterhin bleibt die Autorin ihrem bildgewaltigen Schreibstil treu, kann einen in das Hamburg 2017 ebenso reisen lassen wie in das Hamburg von 1842. Vor allem kann man hier vor eigenen Augen die Bilder vergleichen und träumen.

Lena und Henry können nicht ohne einander, beide leiden, jeder in seiner Zeit. Doch dann liest Lena diesen Artikel und kann nicht anders als Henry beizustehen. Hier kommt eine Menge Action und Drama auf, beschreibt die Autorin doch sehr lebhaft, gekonnt und gut recherchiert das Feuer welches damals fast 3 Tage in Hamburg wütetet und viele Stadteile zerstörte und ganze Leben oder Geschäfte mit einem Schlag auslöschte. Man merkt hier die gute Recherchearbeit der Autorin und wie sie einen mitreisst.

Dann jedoch muss Henry handeln und als ihm nichts mehr bleibt folgt er Lena, in das Jahr 2017. Die Idee hat mir sehr gut gefallen, denn diesmal muss sich Henry aus dem Jahr 1842 in das Jahr 2017 einfügen und dass dies erstmal mit einigen Stolperfallen und dem ein oder anderen Fettnäpfchen verbunden ist, dürfte klar sein. Und doch hat die Autorin einen guten und vor allem glaubhaften Weg hierzu gefunden.

Durch den Spiegelmacher Tracassin und seine wahre Identität und seine Beweggründe Lena etwas wegnehmen zu wollen erfahren wir hier viel mehr, es ist gut eingesetzt, spannend, natürlich etwas vorhersehbar und doch unterhaltsam und gibt dieser Geschichte den kleinen Hauch von Fantasie. So rundet es das Buch im Allgemeinen auch ab.

Mir haben beide Bände „Außerhalb der Zeit“ sehr gut gefallen. Man kann mit ihnen perfekt in das Hamburg im Jahr 1840 plus reisen und genießt, dank der guten Recherchearbeit der Autorin, eine kleine Reise in den hohen Norden zu anderen Zeiten, Sitten und Bräuchen.

Im Allgemeinen möchte ich die Bücher sehr gerne weiterempfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.10.2020

Mit Juno auf der Suche nach Wundern

Juno und die Reise zu den Wundern
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Seit Juno ein kleines Mädchen ist lebt sie für sich in ihrer Traumwelt, hat auch einen imaginären Freund was gerade bei ihrer Mutter nicht auf Begeisterung stösst. Überhaupt hat Juno eigentlich keine Freunde ...

Seit Juno ein kleines Mädchen ist lebt sie für sich in ihrer Traumwelt, hat auch einen imaginären Freund was gerade bei ihrer Mutter nicht auf Begeisterung stösst. Überhaupt hat Juno eigentlich keine Freunde und auch ihre Eltern streiten sich mehr als dass sie für ihre Tochter da sind. Mit den Jahren wird Juno älter und muss sich fragen was sie in ihrem Leben erreichen bzw. erwartet. Und gibt es auch Wunder für sie?

„Es wird Zeit, Fräulein Juno, dass du deine Zeit lebst. Dass du dein eigenes Ticken hörst und deinen Rhythmus findest. Du kannst dich nicht für immer hier verkriechen. Es ist keine objektive Zeit, die hier verrinnt, oder irgendeine Zeit. Es ist deine Zeit, sie gehört dir. Sie ist endlich. Unser Leben ist endlich.“ (Seite 49)

Ein zauberhaftes Buch über Wunder, die eigenen Träume und Wünsche und seine Verwirklichung. Der Schreibstil ist äusserst angenehm, nimmt einen mit, lässt einen Juno von klein auf begleiten und mit ihr unternimmt man eine Reise auf der nicht nur Juno etwas lernt, sondern auch man selbst. Die Autorin hat einen sehr bildhaften, schönen und bunten Schreibstil der für sich spricht.

Juno konnte ich sofort in mein Herz schließen, gibt es doch, und so wird es vielen Lesern gehen, hier und da Gemeinsamkeiten die einen Juno näher bringen, an die eigene Kindheit und das Erwachsen werden zurückdenken lässt. Juno ist in ihrer eigenen Traumwelt am liebsten, sie träumt und fantasiert, schreibt gerne Dinge auf, scheut sich vor anderen Menschen und möchte doch an die Wunder im Leben glauben.

Erst als sie in das „Land der qualmenden Köpfe“ zieht beginnt sie, durch ihre Freundschaft zu Mr James, klarer zu sehen und wird, ein bisschen, in das kalte Wasser geschupst um vorwärts zu kommen. Und somit beginnt Juno ihre Reise durch die Welt, in verschiedene Länder, die aber alle ganz eigene Namen haben. Jedoch sind am Ende des Buches die Namen der Länder aufgeführt sowie die Karte die aufzeigt, wohin es für Juno ging. Mir persönlich hat es eher Spass gemacht auf Grund der Beschreibungen und Titel des Landes zu raten, wohin es für Juno diesmal ging. Dass auch hier die Fantasie angeregt wird war sehr gelungen und toll umgesetzt.

Das Buch ist kein Wegweiser, kein erhobener Zeigefinger oder ähnliches. Es ist ein Buch für ein bisschen Auszeit im Alltag, zum Träumen und Hoffen, Wünschen und Ausführen. Vielleicht der kleine Schubser der fehlt um ein neues Projekt anzugehen. Wieder ein bisschen zu träumen, an Wunder zu glauben, sie zu suchen, sich selbst ein bisschen hinterfragen und neue Wege eingehen die einen vielleicht eher weiterbringen, beruhigen, wieder froh stimmen.

Mir hat Juno ihre Geschichte und das ganze Bild um sie herum sehr gut gefallen und von daher muss ich es jedem unbedingt ans Herz legen.

  • Cover
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Veröffentlicht am 31.10.2020

Erneut gegen Shalamar

Lucas und der Zaubertrank
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Lucas kann es immer noch nicht glauben dass er nun einen Lehrling von Merlin kennengelernt hat. Dass er mit seinen neuen Freunden dem bösen Zauberer Shalamar ein Schnippchen schlagen konnte. Doch nun versucht ...

Lucas kann es immer noch nicht glauben dass er nun einen Lehrling von Merlin kennengelernt hat. Dass er mit seinen neuen Freunden dem bösen Zauberer Shalamar ein Schnippchen schlagen konnte. Doch nun versucht es Shalamar erneut und Lucas muss mit Ole und Li-Feng nach Camelot reisen und Schlimmeres verhindern…

Das neue Abenteuer von Lucas steht in den Startlöchern und es wird noch fantastischer als Band 1! Um ein solides Grundwissen zu haben, aber auch um die Geschichte genießen zu können empfehle ich allen großen und kleinen Lesern den ersten Band vorab zu lesen.

Natürlich ist der Schreibstil wieder lustig, spannend und äusserst fantastisch. Auch die Illustrationen haben mich wieder schwer begeistert und sind passend umgesetzt.

Durch die grössere Schrift bietet sich das Buch perfekt zum Vorlesen oder Selbst lesen an, für geübte Leser auf jeden Fall ein neues, großes Abenteuer.

Lucas ist wieder mit Ole und Li-Feng unterwegs, zusammen mit den Kracks und Knick und mit Hilfe des Zauberes Nathanael. Camelot und die Ritter der Tafelrunde, sowie König Arthur spielen hier wieder eine Rolle, denn der böse Zauberer Shalamar will weiterhin die Weltherrschaft an sich reissen und hierfür bietet sich die Ritter der Tafelrunde perfekt an.

Nicht nur dass unsere 3 Freunde wieder in der Zeit reisen und aufpassen müssen, Nein, auch neue, fantastische Wesen und Mitstreiter müssen überzeugt werden um Shalamar seinen Plan zu vereiteln.

Besonders die letzten Seiten sind wieder hervor zu heben mit einem kleinen Rätseln welches geschickt von den Lesern gelöst werden möchte und die Geschichte mit ihren Geheimnissen perfekt abrundet.

Wieder ein spannendes und fantastisches Abenteuer aus der Feder von Stefan Gemmel und den Illustrator Timo Grubing – ich bin schwer begeistert!

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