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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.09.2016

Traum oder Alptraum, Paradies oder Hölle?

Das Haus, das in den Wellen verschwand
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Dieses Buch hat mich richtig mitgerissen. Während meines Urlaub habe ich fieberhaft Seiten umgeblättert, Zeilen in mich aufgesogen und Fingernägel gekaut. Denn Lucy Clarke beschreibt den Traum, der sich ...

Dieses Buch hat mich richtig mitgerissen. Während meines Urlaub habe ich fieberhaft Seiten umgeblättert, Zeilen in mich aufgesogen und Fingernägel gekaut. Denn Lucy Clarke beschreibt den Traum, der sich zum Alptraum entwickelt so gut und packend, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann.

Am Anfang ist es noch beschaulich. Lana und Kitty sind beste Freundinnen, die sich eine Auszeit auf den Philippinen genommen haben. Dort treffen sie auf die Crew der Segelyacht „Blue“ – junge Aussteiger, die ihnen ein traumhaftes Leben an Bord zeigen. Lana und Kitty stürzen sich in das Abenteuer Meer und heuern auf der Yacht an. Doch was als Paradies auf Erden beginnt, entwickelt sich bei der Überfahrt nach Palau zur Hölle…

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen: Das „Jetzt“, als Lana in Neuseeland vom Untergang der „Blue“ erfährt und im Seenotrettungszentrum bangt, ob die Crew gerettet werden kann. Und das „Damals“, das die Ereignisse der Überfahrt nach Palau beleuchtet. Diese Überfahrt war dafür verantwortlich, dass Lana die „Blue“ verließ und sich mit Kitty überwarf. In kleinen Abschnitten erfährt der Leser, welche Ereignisse dafür gesorgt haben und welche Geheimnisse die Crew-Mitglieder voreinander verbargen.

Für mich der beste Roman von Lucy Clarke, obwohl ich auch schon von „Die Landkarte der Liebe“ begeistert war. Hier setzt sie in Sachen Dramatik noch einmal ordentlich einen drauf, und die Geschichte um die jungen Segler lässt einen auch nach der Lektüre nicht los.

Fazit: Dramatisch, spannend - atemberaubend!

Veröffentlicht am 20.09.2016

Kompaktes Reisewissen im handlichen Format

MARCO POLO Reiseführer Rügen, Hiddensee, Stralsund
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Die bekannten MarcoPolo-Reiseführer haben mich schon oft in den Urlaub begleitet – diesmal war es der Rügen-Reiseführer, der mich über die schöne Ostseeinsel gelotst hat. Ausgestattet mit einer herausnehmbaren ...


Die bekannten MarcoPolo-Reiseführer haben mich schon oft in den Urlaub begleitet – diesmal war es der Rügen-Reiseführer, der mich über die schöne Ostseeinsel gelotst hat. Ausgestattet mit einer herausnehmbaren Karte der Insel und vielen kompakten Infos zu den Sehenswürdigkeiten half mir das Büchlein beim Entdecken meines Reiseziels.

Eins vorweg: die eine Woche Rügen-Urlaub war viel zu kurz, um alles zu sehen, was sehenswert gewesen wäre. Da muss es wohl irgendwann noch einmal dorthin gehen… Aber schon wenn man das Buch aufschlägt, merkt man, wieviel Rügen zu bieten hat. Um einen Überblick zu gewinnen, ist der MarcoPolo ideal. Er gibt geteilt nach den Regionen der Insel Vorschläge für Sehenswertes, Gastronomie und Übernachtung. Daneben gibt es allgemeine Infos über Flora, Fauna, Geschichte, Land und Leute. Separate Kapitel stellen sportliche Herausforderungen und den Urlaub mit Kindern in den Mittelpunkt – hier wird also sowohl an aktive Individualisten als auch an Familien gedacht.

Die Zusammenstellung der „Erlebnistouren“ – mehrtägige Routenvorschläge für verschiedene Reisegeschmäcker – waren interessant und wir haben uns davon auszugsweise inspirieren lassen. Die Touren insgesamt so zu gestalten wäre mir persönlich aber zu anstrengend gewesen, da sie doch recht straff hintereinander viele Highlights beinhalten und so wenig Zeit bleibt um die Umgebung wirklich in Ruhe zu genießen.

Abgerundet wird das kleine, aber feine Büchlein durch einen Reiseatlas, eine Überblickskarte und (auszugsweise) kleine Innenstadtpläne, z. B. von Stralsund und Binz. Wer allerdings viel mit dem Fahrrad unterwegs sein möchte, dem wird das Kartenmaterial sicherlich nicht ausreichen – hier sollte auf jeden Fall eine zusätzliche Fahrradkarte der Insel gekauft werden.

Insgesamt ist der Reiseführer ein handlicher Begleiter im Rügen-Urlaub, der kompakte Überblicksinformationen zu den beliebtesten Reisezielen der Insel bietet.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Miss Daisys Gespür für Mord

Miss Daisy und der Tote auf dem Eis
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Dieses Buch ist der Auftakt zu einer Krimi-Reihe um die adlige Miss Daisy Dalrymple, eine junge Journalistin in den 1920er Jahren. Das gesamte Buch spielt fast ausschließlich auf dem Adelssitz Wentwater ...

Dieses Buch ist der Auftakt zu einer Krimi-Reihe um die adlige Miss Daisy Dalrymple, eine junge Journalistin in den 1920er Jahren. Das gesamte Buch spielt fast ausschließlich auf dem Adelssitz Wentwater Court und hat daher etwas von einem Kammerspiel. Wenn da nicht die vielen Personen wären, die der Leser in der ersten Hälfte des Buches „zu bewältigen“ hat. Es werden innerhalb kürzester Zeit so viele Charaktere vorgestellt, die in familiären oder freundschaftlichen Beziehungen zu einander stehen, dass ich des öfteren überfordert war, wer nun wessen Onkel, Nichte, Neffe, Bruder oder Freund war.

Auch wenn der Fall durchaus interessant und der Erzählstil sympathisch und leicht zu verfolgen ist, hat das meine Leseeuphorie ein wenig eingebremst. Daisy und der junge Scotland Yard-Ermittler Alec Fletcher geben aber ein schönes Ermittler-Paar ab und man erwärmt sich unweigerlich für die zwei.

Einen großen, für mich etwas zu großen, Raum nahmen die Spekulationen von Daisy und Alec über den Tathergang des Mordfalls ein. Natürlich müssen Polizisten sich Gedanken machen, Zusammenhänge erkennen, ggf. auch mit Ideen spielen und sie weiterspinnen… So kommt man am ehesten darauf, wie der wahrscheinlichste Hergang eines Verbrechens war. Dies wurde im Buch aber auf die Spitze getrieben – was dem Voranschreiten der Handlung natürlich nicht dienlich war. So wurde das Buch in der Mitte ziemlich zäh und man hatte als Leser das Gefühl als würden die gleichen Fakten nur immer wieder hin und her geschoben.

Dieser Auftakt zur Krimireihe ist sympathisch, keine Frage. Aber um ein wirklich mitreißender Krimi zu werden, hätte man ordentlich straffen oder aber mehr Handlung in die ca. 250 Druckseiten bringen müssen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Toughe Lady

Eisenberg
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Etwas anderes kann man kaum behaupten, wenn man diesen Krimi von Andreas Föhr gelesen hat. Das Leben als Mutter einer Teenagertochter ist ohnehin kein leichtes, schon gar nicht, wenn man vom Ehemann getrennt ...

Etwas anderes kann man kaum behaupten, wenn man diesen Krimi von Andreas Föhr gelesen hat. Das Leben als Mutter einer Teenagertochter ist ohnehin kein leichtes, schon gar nicht, wenn man vom Ehemann getrennt lebt, aber gleichzeitig mit ihm noch eine Anwaltskanzlei betreibt. Wie Rachel Eisenberg, die Hauptfigur dieser neuen Reihe aus München, diese Stolpersteine wuppt, ist schon bemerkenswert. Auch ihr abgebrühter Umgang mit halbseidenen Bekannten - meist frühere Mandanten, die sie als Strafverteidigerin vor einer längeren Haftstrafe bewahrt hat, ist erstaunlich. Für mich nicht immer ganz glaubwürdig, aber auf jeden Fall lesenswert und zum Teil sogar sehr amüsant.

Der hier geschilderte Fall um einen obdachlosen ehemaligen Professor, der angeblich eine junge Frau in einem Münchener Park grausam ermordet haben soll, weist eine straffe Erzählweise auf und beeindruckt gegen Ende mit vielen Wendungen. Auch hier denke ich, dass einiges nicht so recht glaubhaft ist, aber der Fall unterhält bestens.

Zudem wird man als Leser mitgenommen in den Gerichtssaal. Die detaillierten Einblicke in die Strategien und Vorgehensweisen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung sind aus meiner Sicht das Highlight des Buches und würden auch einem John Grisham zur Ehre gereichen. Besonders in diesen Passagen merkt man, dass Andreas Föhr bestens vertraut ist mit den anwaltlichen Praktiken und über etwas schreibt, wovon er etwas versteht. Respekt!

Fazit: der Auftakt zu einer neuen Krimireihe, der bestens unterhält und fundiert über den Strafprozess berichtet, aber an einigen Stellen etwas zu dick aufträgt. Trotzdem: man sollte ihn gelesen haben!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ver-Albert

Albert muss nach Hause
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Ja, ein klein wenig veralbert kam ich mir schon vor bei dieser Geschichte rund um Alligator Albert und seine „Eltern“ Homer Hickam und seine Frau Elsie. Es ist zwar ein wirklich amüsanter Roadtrip in den ...

Ja, ein klein wenig veralbert kam ich mir schon vor bei dieser Geschichte rund um Alligator Albert und seine „Eltern“ Homer Hickam und seine Frau Elsie. Es ist zwar ein wirklich amüsanter Roadtrip in den USA der 1930er, aber ich bin mir nicht sicher, wieviel Tonnen Seemannsgarn in diesem gut 500 Seiten starken Schmöker stecken. Außerdem gab es einen leichten Hang zum Hanebüchenen, wobei man in dieser Geschichte eher „Hahn-ebüchen“ schreiben muss. Denn eine der kuriosen (trotzdem liebenswerten) Nebenfiguren ist ein Hahn. Namenlos, aber immer nah am Geschehen. Am liebsten auf dem Kopf von Albert oder auf der Schulter von Homer sitzend. Schon daran merkt man – irgendwas stimmt hier nicht.

Ich kann das Buch irgendwie so gar nicht einordnen. Es las sich wirklich klasse und ich bin förmlich durch die 500 Seiten geflogen. Leicht und amüsant erzählt, ließ es mich oft schmunzeln. Andererseits frage ich mich ein wenig, wo genau der Sinn der Story liegt und was genau denn letztlich die Kernaussage des Buches sein soll. „Nehmen Sie lieber keinen Baby-Alligator auf, wenn er Ihnen per Post in einem Pappkarton mit Luftlöchern zugeschickt wird!“ ??? Nein, ich bleibe dabei – für mich persönlich war die Reise von West Virginia nach Florida eine unterhaltsame Räuberpistole, die ich genossen habe, aber die mich nicht wirklich überzeugen konnte.

PS: Kleinere Nebenrollen haben übrigens auch Ernest Hemingway und John Steinbeck. Nur falls das jemanden überzeugen kann, das Buch deswegen erst recht lesen zu wollen

PPS: Die „nur“ 3 Sterne sind gar nicht negativ gemeint. Sie zeigen nur mein Unvermögen, mich zu diesem Buch wirklich zu positionieren. Deshalb eine „neutrale“ Bewertung in der Mitte…