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Veröffentlicht am 15.09.2016

Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance - Estelle Laure

Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance
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Die 17-jährige Lucille sollte sich eigentlich auf ihr letztes Highschool-Jahr freuen: Sie versteht sich gut mit ihrer kleinen Schwester Wren, ihre beste Freundin Eden steht immer an ihrer Seite und sie ...

Die 17-jährige Lucille sollte sich eigentlich auf ihr letztes Highschool-Jahr freuen: Sie versteht sich gut mit ihrer kleinen Schwester Wren, ihre beste Freundin Eden steht immer an ihrer Seite und sie ist heimlich in Edens Zwillingsbruder Digby verliebt. Er vielleicht auch in sie? Doch am ersten Schultag nach den Sommerferien kommt Lucilles Mutter nicht wie versprochen aus dem Urlaub zurück und die beiden Schwestern sind auf sich allein gestellt. Wie soll Lucille sich und Wren versorgen, ohne dass das Jugendamt etwas merkt? Zum Glück stehen Eden und Digby ihr zur Seite, doch dann ereignet sich ein schrecklicher Unfall und Lucille muss endgültig lernen, auf eigenen Beinen zu stehen.
(Klappentext)


Gleich zu Beginn des Buches lernt der Leser die ernste und auch traurige Situation von Lucille kennen, weil ihre Mutter verschwunden ist und sie sich alleine um den Haushalt und ihre kleinere Schwester Wren kümmern muss. Dadurch entsteht eine traurige und trostlose Atmosphäre, so dass der Leser auch schnell Mitleid für sie empfindet.
Der Schreibstil war angenehm beim Hören und auch die Sprecherin passte mit ihrer Stimme und ihrer Vermittlung der Worte gut zu der Geschichte.
Zitat : "Wie kann ein Mensch, der nie mehr war, als Beiwerk in dem Haus, das dein Leben ist, ein hübscher Tisch vielleicht, plötzlich zum Fundament, zu den Leitungen, zur tragenden Säule werden, ohne die das ganze Gebäude einstürzen würde ? Wie wird aus einem Stern, den du kaum bemerkst, deine eigene ganz persönliche Sonne ?"
Lucille war für mich als Protagonistin leider nur ganz okay. Sie ist während des ganzen Buches geprägt durch die aktuelle Situation und sie muss die sehr viel Verantwortung übernehmen. Man merkt auch, wie sehr sie ihre Schwester liebt und das fand ich echt schön gemacht. Doch insgesamt blieb sie für mich als Charakter leider farblos. Denn ihre sonstigen dargestellten Eigenschaften sind nur ein wenig ihre Schüchternheit und ihre Verliebtheit in Digby. Das fand ich insgesamt ein wenig schade und es wäre schöner gewesen, wenn man sie noch besser kennen gelernt hätte. Zudem kam sie mir manchmal ein wenig naiv vor oder kindlich in Bezug auf manche Situationen vor, z.B. wie sie mit Streits umgeht, wobei ich aber denke, dass das auch durch ihre aktuelle Lebenslage deutlich verstärkt wurde.
Ihr kleine Schwester kann man einfach nur ins Herz schließen, ist ein süßes kleines Mädchen und versucht auch immer noch sich nach außen fröhlich zu zeigen und zieht sich öfters in sich zurück.
Gut gefallen hat mir auch der Aspekt der Freundschaft mit Eden und Lucille. Die beiden unterstützen sich gegenseitig und sind immer füreinander da, und insgesamt werden auch Probleme in einer Freundschaft kurz aufgegriffen.
Auch stark thematisiert war die Verliebtheit von Lucille in Digby. Die beiden kennen sich seit Kindertagen und mittlerweile schwärmt sie total von ihm. Problematisch ist nur, dass Digby eine feste Freundin hat, die er liebt. Trotzdem kommt es, wie es kommen muss und die Umsetzung dessen hat mir gar nicht gefallen. Digby handelt ein wenig egoistisch und wirkt die ganze Zeit nur hin und her gerissen. Aber ich mochte dennoch an Digby, dass er Lucille auch mal schöne Momente "geschenkt" hat und diese Szene von einem besonderen Tag, den sie zusammen erleben, mochte ich ganz gerne.
Schön fand ich auch, dass Lucille und Wren bei Lebensmitteln geholfen wird und dass dabei der Helfer sich nicht zu erkennen gibt.
Zitat : "Irgendwo muss ich ja anfangen. Wenn du am tiefsten Punkt bist, wenn alles den Bach runter ist, musst du ganz unten mit dem Aufräumen beginnen."
Leider habe ich für mich noch einen Kritikpunkt an dem (Hör-)Buch gefunden, der letztendlich hauptsächlich dazu beigetragen hat, dass ich das Buch nicht ganz so gerne mochte, wie ich es eigentlich gewollt hätte.
Denn die Umsetzung der Idee rund um die Mutter, die ihre Kinder im Stich lässt, mit einer großen Tochter, die alles alleine stemmen muss (Nebenjob um den Lebensunterhalt zu verdienen) und auch noch ein Vater, der die Familie wegen psychischer Probleme verlassen hat, war einfach viel zu dramatisch. Die ganze Zeit war nur eine sehr negative Stimmung und es gibt kaum schöne Momente. Immer wieder steht nur die triste Situation und immer weitere Probleme im Vordergrund. Es war insgesamt leider zu viel. Nur Gegen Ende hat das Buch vermittelt das (Hör-)Buch Hoffnung und hat einen Bezug auf den Titel. Wegen dessen hatte ich mir die Hoffnung schon viel früher gewünscht, denn so kam dieser Aspekt leider viel zu kurz und die Autorin hat sich sehr auf den traurigen Alltag von Lucille fokussiert, der den Leser auch zeitweise berühren konnte.

Fazit :
Leider war die Umsetzung der Idee zu dramatisch und zu hoffnungslos. Zudem war die Protagonistin auch ein wenig farblos und war nur geprägt durch ihre aktuelle Situation.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Unrivaled - Gewinnen ist alles - Alyson Noel

Unrivaled - Gewinnen ist alles
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Mach diesen Sommer einen der Unrivaled Clubs zum Hotspot der Stars und sichere dir die Chance auf einen unglaublichen Geldgewinn!
Obwohl sie in ihrem Gossip-Blog über Promis lästert, widersteht Layla nicht ...

Mach diesen Sommer einen der Unrivaled Clubs zum Hotspot der Stars und sichere dir die Chance auf einen unglaublichen Geldgewinn!
Obwohl sie in ihrem Gossip-Blog über Promis lästert, widersteht Layla nicht der Chance, sich ihr Journalismus-Studium zu finanzieren. Doch das kann sie ihre Beziehung kosten, denn ihr Freund ist strikt gegen den Job – er hat schon einmal jemanden an die Welt des schönen Scheins verloren.
Aster will eigentlich Schauspielerin werden. Dafür muss sie erst mal berühmt werden und nimmt die erste Hürde als Promoterin. Auf keinen Fall dürfen ihre Eltern davon erfahren, sie haben für Aster nämlich ganz andere Pläne – fernab von der Glitzerwelt.
Tommy ist nach Hollywood gekommen, um seinen leiblichen Vater kennenzulernen – den Nachtclubbesitzer Ira Redman. Ihm und sich selbst will Tommy sich beweisen, dass er ein Gewinner ist.
Wie weit werden sie gehen, um ihr Ziel zu erreichen?
(Klappentext)


Ich war sehr gespannt nach längerer Zeit nochmal ein Buch von Alyson Noel zu lesen und vor allem auch, weil sie hier ihr bisher typischen Genre verlässt und andere Seiten aufzeigt.
Zunächst hat mir sehr gut gefallen, wie sie die Welt des Glamours rund um Los Angeles und somit Hollywood dargestellt hat. Die Reichen und Schönen, Schauspieler und auch Paparazzis spielen im Gesamtbild ein Rolle und insgesamt war durch den Schreibstil der Autorin alles sehr bildlich und man lernte das Setting gut kennen.
Wie gewohnt hatte Alyson Noel einen tollen Schreibtsil, sehr flüssig und unglaublich fesselnd. Als ein kleines Details fand ich auch schön, dass bei jedem Kapitelanfang Songtitel aufgelistet sind, wie z.B. "Shake It Off'' oder "Wake Me Up When September Ends".
Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Layla, Aster und Tommy, die an dem Wettbewerb als Promotor von Ira Redmans Club teilnehmen. Größtenteils wird das Buch auch aus ihren Sichten in der dritten Person erzählt.
Diese drei Hauptcharaktere sind alle total unterschiedlich, facettenreich und interessant mit Ecken und Kanten. Alle kämpfen aus den verschiedensten Gründe um den Sieg, aber alle mit gewissen Ehrgeiz, dabei auch mal gegen die Vernunft, und einem "Hunger" nach Erfolg und Berühmtheit.
Layla ist eher einzelgängerisch und versucht den Wettbewerb auf ihre eigene Art und Weise zu gewinnen. Zudem verachtet sie die Promis, indem sie sich auf ihrem Blog über sie lustig macht. Sie ist klug und denkt immer an ihr Ziel später Journalismus studieren zu können. Problematisch wird in der Geschichte häufig ihre Beziehung zu ihre Freund und was ihr neuer Job darauf Einfluss nimmt.
Aster ist ein komplett anderer Charakter und träumt, gegen den Wunsch ihrer Eltern, Schauspielerin zu werden. Der Leser merkt schnell, dass sie bei ihren Handlungen immer weiß was sie tut, und auch taktisch und raffiniert vorgeht um ihren Club als Promoterin zum besten zu machen. Trotzdem des Wunsches nach Berühmtheit und Ruhm ist sie ein Familienmensch, der manchmal unsicher ist.
Tommy ist der dritte Hauptcharakter und ist eigentlich nach L.A. gekommen, um ein richtiger Musiker zu werden. Dabei steht ihm aber Geld und zu wenig Aufmerksam im Weg, so dass er schließlich auch beginnt einen Club zu promoten. Er kam immer süß rüber, zunächst ein wenig unscheinbar, wirkte nett und ist zudem noch ein wenig auf der Suche nach einer neuen Liebe.
Zitat : "Doch sie war längst verschwunden. Rannte weg aus seinem Leben und zurück in ihre Welt aus Lügen und Geheimnissen."
Im Laufe des Buches verändern sich sie auch durch den Einfluss der Glamour-Welt und begehen dadurch auch Fehler, die sich auf ihr komplettes Leben auswirken. Insgesamt mochte ich sie alle wirklich gerne. Auch wenn sie falsche Entscheidungen treffen, waren sie mir sympathisch.
Weiter waren für die Geschichte auch der Club-Besitzer Ira Redman und die Star-Schauspielerin Madison Brooks von Bedeutung. Ira hat während des gesamten Wettbewerbs die Fäden in der Hand und zeigt öfters deutlich seine Überlegenheit und Macht. Madison ist auch ein interessanter Charakter, vor allem, weil sie in Hollywood eine Seite von sich präsentiert, die nicht unbedingt mit ihrem Charakter übereinstimmt. Noch mehr im Fokus des Buches steht sie, als sie auf einmal verschwindet. Dadurch kommt auch ein weiterer Aspekt in der Thematik von "Unrivaled" dazu, weil sich jeder fragt, was mit ihr passiert ist und schließlich auch manche Personen, von der Polizei verdächtigt werden.
Insgesamt hat mir die Thematik mit dem Club promoten und allgemein der Glamour-Welt richtig gut gefallen. Die Geschichte war fesselnd und spannend und dann kommt noch der Aspekt mit Madison dazu, der das nochmal steigert.
Zitat : "Würde Madison sie verfolgen ? [...] Das Einzige, was sie sicher wusste, war, dass sie aus ihrem Kopf herauskommen und die Wirklichkeit zurückkehren musste."
Total interessant fand ich auch, wie Charakter insgesamt reagieren und welche Personen insgesamt im Buch eher schauspielern. Auch Lügen und Macht spielen eine große Rolle, aber vor allem der Drang nach Berühmtheit, Erfolg und Ruhm.

Fazit :
Spannend und fesselnd in der Welt des Glamour mit drei unterschiedlichen und facettenreichen Charakteren und einer tollen Handlung. Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Zorn und Morgenröte - Reneé Ahdieh

Zorn und Morgenröte
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Jeden Tag erwählt Chalid, der grausame Herrscher von Chorasan, ein Mädchen. Jeden Abend nimmt er sie zur Frau. Jeden Morgen lässt er sie hinrichten. Bis Shahrzad auftaucht, die eine, die um jeden Preis ...

Jeden Tag erwählt Chalid, der grausame Herrscher von Chorasan, ein Mädchen. Jeden Abend nimmt er sie zur Frau. Jeden Morgen lässt er sie hinrichten. Bis Shahrzad auftaucht, die eine, die um jeden Preis überleben will. Sie stehen auf verschiedenen Seiten und könnten unterschiedlicher nicht sein ... Und doch werden sie magisch voneinander angezogen ...
(Klappentext)


Die Geschichte rund um eine Neuerzählung von 1001 Nacht und somit ihrer orientalischen Welt wollte ich unbedingt lesen und entdecken.
Zunächst muss sich der Leser ein wenig in dieser orientalischen Welt zurechtfinden, da verschiedene Begriffe verwendet werden, die man so wahrscheinlich nicht kennt. Zur Hilfe gibt es übrigens auch einen Glossar. Auch die Beziehungen udn Verhältnisse zwischen den einzelnen Personen werden es später klarer, aber das hat das Buch auch noch ein klein wenig spannender gemacht, weil man nicht sofort alles durchblicken konnte.
Gleich von Beginn an der ersten Seite hat mich das Buch vollends überzeugen können. Ich war fasziniert von der Atmosphäre, der Welt des Orients und der Kultur. Auch der Schreibstil der Autorin passt perfekt dazu. Sehr bildlich, wunderschön und flüssig.
Zitat : "Manche Dinge gibt es nur einen kurzen Augenblick lang in unserem Leben. Dann müssen wir sie loslassen, damit sie fortgehen und einen anderen Himmel erleuchten können."
Auch gut gefallen hat mir, dass die Geschichte aus verschiedenen Sichten in der dritten Perspektive erzählt wird. Hauptsächlich aus der Sicht von der Hauptprotagonistin Sharzad, aber auch aus der Sicht von Tarik, Chalid oder ihrem Vater.
Sharzad konnte mich als Protagonistin sofort von sich überzeugen. Sie ist stark, klug, wählt Entscheidungen mit Bedacht und ist aufmerksam in Bezug auf Dinge in ihrer Umgebung und bemerkt die kleinsten Details. Von Anfang an hat sie ihr Ziel, den Kalifen umzubringen, klar vor Augen und wirkt nach außen unglaublich selbstsicher. Schließlich entwickelt sie auch Gefühle für Chalid und wirkte dabei immer total authentisch. Denn sie lernt den wirklichen Menschen kennen, der sich hinter dem ''Monster'', das alle in ihm sehen, verbirgt. Gut fand ich auch dabei, dass sie trotzdem innerlich mit sich kämpft und unbedingt darauf beharrt, mehr über den Kalifen zu erfahren.
Den Kalifen Chalid mochte ich auch sofort. Zwar hält der Leser ihn zunächst für grausam und kalt, weil er jeden Tag eine Frau heiratet und sie am nächsten Morgen umbringen lässt. Trotzdem vermutet man schnell, dass mehr dahinter stecken muss. Zudem merkt man auch, dass Chalid seine eigenen Handlungen verachtet und darunter leidet. Von der charakterlichen Seite ist er ein ruhiger Mensch, beobachtend und kämpferisch. Schön fand ich auch, wie er im Laufe des Buches immer entschlossener um Sharzad kämpft und versucht auch sie zu beschützen.
Zitat : "Mit welchem Recht entschied er, wessen Leben wertvoller war ? Wer war er schon ? Ein jugendlicher König von achtzehn Jahren. Ein kalter, gefühlsloser Mistkerl. Ein Ungeheuer."
Bei den Nebencharakteren mochte ich auch Tarik ganz gerne, er wirkte zwar ein wenig verbissen und stur, aber seine Absicht bei Rettung eines geliebten Menschen fand ich echt schön. In welcher Beziehung er zu Sharzad steht, hat mich nicht sonderlich gestört. Auch Despina war ein gelungener Nebencharakter. Sie hat ihre eigene Geschichte und ich fand es auch sehr amüsant, wie hochmütig sie sich nach außen verhält.
Für mich war die Handlung spannend, mitreißend und abwechslungsreich, und ich habe es einfach nur genossen, mich in das Buch fallen zu lassen. Die Geschichten, die Sharzad Chalid, erzählt, fand ich auch einfach nur wundervoll und ein kleines super i-Tüpfelchen im ganzen Buch.

Fazit :
Wunderschöne orientalische Welt mit spannender und mitreißender Handlung. Auch die starke Protagonistin konnte mich überzeugen. Neues Lieblingsbuch.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Spiegelschatten - Monika Feth

Spiegelschatten
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Er kennt seine Opfer, doch wer kennt ihn?
Ein Mörder geht um im Raum Köln/Bonn. Seine Opfer sind allesamt junge Männer. Als Romy Berner, Volontärin beim KölnJournal, mit der Recherche beauftragt wird, ...

Er kennt seine Opfer, doch wer kennt ihn?
Ein Mörder geht um im Raum Köln/Bonn. Seine Opfer sind allesamt junge Männer. Als Romy Berner, Volontärin beim KölnJournal, mit der Recherche beauftragt wird, muss sie feststellen, dass alle Toten dem Freundeskreis ihres Zwillingsbruders Björn angehörten – und dass der Mörder ihr näher ist, als sie ahnt …
(Klappentext)
Ich weiß eigentlich gar nicht so genau, wieso ich dieses Buch nicht schon früher gelesen habe, der Vorgänger hat mir schließlich auch gut gefallen.
Nach den ersten paar Seiten war ich komplett wieder in der Welt von Romy, Komissar und allen anderen Figuren.
Jedes Kapitel beginnt (wie auch im vorherigen Band mit einem Schmuddelbucheintrag), und diese Einträge liebe ich, weil man so viel über Romys Gedanken und Gefühle sehr direkt erfährt.
Generell finde ich aber auch, dass Monika Feth eine schöne Art zu erzählen hat. Sie beschreibt so passend und detailvoll.
Zitat :
'' Wie auch im Vorgarten, dominierten Efeu und andere Bodendecker. Sie hatten bereits damit begonnen, sich auch die Rasenfläche zu erobern, die längst kein Rasen mehr war, sondern ein struppiger Teppich aus Unkraut und Moos.''
Interessant finde ich die Vorgehensweise daran einen Mordfall / Mordfälle zu lösen, man versteht es aus der Sicht der Ermittler, ihre Verzweiflung und ihre Unsicherheiten. Auch zum Beispiel wie viele Eigenschaften man aus einer Handschrift erkennen kann :
Zitat :
'' Die hastig und unregelmäßigen niedergeschriebenen Buchstaben, (...) zeugen nicht von Eile, sondern von immenser Wut.''
Faszinierend wie immer sind vor allem die verschiedenen Sichten, aus denen der Roman erzählt wird : einmal die Hauptprotagonistin Romy, der Komissar, einige Nebenfiguren.
Und andererseits die noch interessanteren : der Mörder und die Opfer kurz vor ihrem Tod.
Man erfährt zwar die Gedanken des Mörders und lernt seine Psychologie kennen, aber man weiß trotzdem nie wer der Mörder ist, weil es im größten Teil des Buches überhaupt nicht ersichtlich ist.
Auch bei den Opfern ist es interessant, wie sich sie vorher fühlen und den Moment wirklich erleben.
Die Aspekte, die zu der Geschichte noch angesprochen werden, finde ich auch sehr interessant. Zum Beispiel wie schlau Tiere sind und wie viel wir von ihnen lernen können, allein schon durch ihr Verhalten und Körperhaltung. Einige Tiere merken, wenn jemand böse ist und reagieren auch voller Angst und oder Agressivität auf die Person.
Zitat :
'' Katzen haben sieben Leben. Und sieben Sinne.
Irgendwo hatte Maxim das gelesen.
Und dass sie Dinge spüren, die sonst niemand wahrnimmt.''
In Bezug auf den wirklichen Mörder habe ich eine Widersprüche wahrgenommen, dass der Leser den Mörder schon erahnt, aber so viele Dinge doch nicht passen. Hier erklärt sich das aber, durch große innerliche Identitäts - und Ansichtsprobleme.
Aufgefallen ist mir auch, dass Beziehungsprobleme bei den unterschiedlichsten Personen gibt. Oder Beziehungen, die sich erst entwickeln. Von letzterem war ich überhaupt nicht begeistert.
( Am Ende bleiben leider auch noch fragen offen : Was ist mit Minette passiert ? Ist aber kein Minuspunkt, weil es eher unwichtig ist. )

Fazit :
Gruselig, spannend, unheimlich und interessant. Eigentlich so gut wie immer, aber ein paar kleine Dinge haben mich dann doch gestört, die ich im Gesamtbild nicht so passend fand.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wolke 7 ist auch nur Nebel : Moyas Liebesexperiment - Mara Andeck

Wolke 7 ist auch nur Nebel
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Moya, 18, ist gerade mit der Schule fertig geworden - und an die große Liebe glaubt sie ganz bestimmt nicht. Als ihre beste Freundin Lena sie für ein wissenschaftliches Liebesexperiment anmeldet, macht ...

Moya, 18, ist gerade mit der Schule fertig geworden - und an die große Liebe glaubt sie ganz bestimmt nicht. Als ihre beste Freundin Lena sie für ein wissenschaftliches Liebesexperiment anmeldet, macht sie trotzdem mit. Als Versuchskaninchen kann ihr bei diesem Thema schließlich nichts passieren. Oder etwa doch? Plötzlich soll sie sich für einen von drei Jungs entscheiden. Und das auch noch vor laufender Kamera ...
(Klappentext)


Der Einstieg in das Buch war sehr angenehm, man lernt gleich die sympathische Protagonistin Moya und ihre etwas andere Sichtweise auf wahre Liebe kennen.
Zitat : ''Wenn man nur fest genug glaubt, dass es wahre Liebe gibt, dann wird man sich irgendwann wirklich in eine Typen so sehr verlieben, dass man vor Kummer fast den Verstand verliert, wenn er einen verlässt.'' - Moya
Dass Moya nicht an die wahre Liebe glaubt und es eher als Angst vor dem Alleinsein und auf sexuelle Dinge beschränkt, war mal erfrischend anders und wissenschaftlich. Im Gegensatz dazu steht ihre beste Freundin Lena, die gerade Liebeskummer erlebt und eigentlich noch daran glaubt, dass sie ihren Exfreund wirklich geliebt hat. Auch Lena war mir mit ihrer Art sympathisch und der Leser hat gleich gemerkt, wie gut sich die beiden Freundinnen verstehen.
Flüssig und locker war der Schreibstil der Autorin, und auch oft humorvoll. Er hat insgesamt gut zu der Geschichte gepasst. Bei mir flogen die Buchseiten nur so dahin und ich hab das Buch ziemlich schnell verschlungen. Es wird auch aus mehreren Sichten erzählt, wobei hauptsächlich die Sicht von Moya und auch öfters ihrer Freundin Lena. Zusätzlich gab es ab und zu auch wissenschaftliche Berichte, Interviews oder Briefe was ich ein sehr schöne Ergänzung fand. Mit Berlin und England hat die Autorin auch sehr schöne Kulissen gewählt.
Der Fokus der Geschichte liegt in dem Experiment ''Love Test'', wo Moya teilnimmt. Zunächst erschient es noch als alltägliches wissenschaftliches Experiment, aber durch den späteren zusätzlichen Effekt der Tv-Show nimmt das Ganze andere Dimensionen an. Währenddessen gewinnt der Leser auch einen anderen Blick auf das Experiment, desse Ziel und die Manipulation der Mitarbeiter. Dieser Unterschied zwischen einem anfänglichen noch authentischen wissenschaftlichen Experiment und später ganz davon ab laufenden Sache, hat mir sehr gut gefallen. Ich fand es gut, dass dieser Gegensatz so gut deutlich wurde. Insgesamt fand ich den Aspekt mit dem ''Love Test'' gut gemacht und es war interessant und witzig es zu verfolgen.
Wie schon mal leicht angeschnitten, ist Moya durch ihre Sichtweise auf die Liebe, eine etwas andere und sehr angenehme Protagonistin. Zusätzlich ist sie direkt und auch schon mal dickköpfig und träumt von ihrem Ziel einer Neuseelandreise, für dessen Erfüllung sie auch nie aus den Augen verliert. Insgesamt mochte ich sie einfach und auch ihre Handlungen und Entscheidungen konnte man gut nachvollziehen.
Zitat : ''Ich sagte immer noch nichts. Ich konnte nicht. In mir stürzte gerade alles zusammen und baute sich neu auf.''
Bei den männlichen Charakteren gibt es zunächst die drei Kandidaten für den weiteren Verlauf der Show, die alle als Charakter ganz gut fand. Man erfährt zwar nicht sonderlich viel über sie, aber es hat gepasst.
Lynn und Mrs Tippelton mochte ich auch gerne als schöne Nebencharaktere. Am meisten mochte ich aber Luke. Er war sympathisch, interessant und auch die Begegnungen mit Moya (als Kamermann) haben mir sehr gut gefallen. Auch die Szene im Wald war schön.
Für mich hat das Ende letztendlich sehr gut gepasst, die Szene mit der Finalshow war amüsant und insgesamt hat es einfach gepasst. Vorhersehbar fand ich das Buch übirgens nicht besonders. Der Leser konnte zwar ein wenig erahnen, ob und in wem sich Moya verliebt, aber es hat in Bezug auf das Buch und dessen Genre gut gepasst. Ein Pluspunkt waren für mich auch die Anmerkungen der Autorin am Ende. So bleiben keine Fragen offen.
Schön fand ich auch, dass das Buch auch ein wenig tiefgründig war in Bezug darauf, ob es wahre Liebe gibt oder nicht.

Fazit :
Das Buch konnte mich sehr gut unterhalten und es hat Spaß gemacht Moya während dem Experiment zu begleiten. Auch die wissenschaftliche Thematik in Bezug auf wahre Liebe hat gut gepasst.