Profilbild von Cati11

Cati11

Lesejury Profi
offline

Cati11 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Cati11 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2019

Wichtige Themen, Umsetzung jedoch nicht so gut gelungen

Elite
3

Jules und James gehen in der USA auf eine Eliteschule. Jules ist seit Anfang an dabei, James jedoch noch ganz frisch. Für James ist es seine Chance, sein Schulabschluss nachzuholen und doch noch auf einen ...

Jules und James gehen in der USA auf eine Eliteschule. Jules ist seit Anfang an dabei, James jedoch noch ganz frisch. Für James ist es seine Chance, sein Schulabschluss nachzuholen und doch noch auf einen College zu gehen. Für Jules ist es eine Familientradition, die sie weiter führt, denn ihre Mutter war eine der ersten Mädchen auf der Schule. Was die beiden gemeinsam haben? Sie passen beide nicht rein. James ist kommt aus keiner reichen Familie, sondern er hat einen Stipendium bekommen. Jules hat sich entschieden in ihren letzten High School Jahr endlich etwas verändern zu wollen und ist die Feministin in dieser Schule. Hier erfahren wir die Geschichte von diesen beiden Charakteren.

Es werde wichtige Themen angesprochen wie Homosexualität, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung und Frauen als Sexobjekte. Auch Alltagsthemen werden angesprochen, die eher in der USA als hier in Deutschland ein Problem sind wie Verhütung oder Tampons. Das sind alles wichtige Themen, womit sich nicht nur Jungs/Männer schwer tun, sondern auch Mädchen/Frauen. Darüber sollte jeder mal nachdenken.

Das Buch ist aus der Sicht der beiden Protagonisten geschrieben. Das ist an sich ganz gut, denn erfährt der Leser mehr über beide. Jedoch habe ich persönlich ein großes Problem mit dem Schreibstil. Ich weiß jedoch nicht, ob das ggf. nicht an der Übersetzung liegt. Ich finde, der Schreibstil ist zu Teil verwirrend. Manchmal habe ich gar nicht richtig verstanden, was los war. Auch war mir an einigen Stellen gar nicht richtig klar, wer am sprechen ist, wenn der Name der Person nicht gerade dabei stand. Auch hatte ich bei den Dialigen oft das Gefühl, jeder sagt einfach das, was er sagen will, aber keiner geht richtig auf den anderen ein. Auch die Wortwahl fand ich an einigen Stellen unpassend, weil sie eher veraltet ist, was nicht passend für einen Jugendbuch ist. Das fand ich alles sehr schade, denn ich glaube, sonst hätte mir das Buch mehr Spaß gemacht.

Auch die Charaktere haben ihre Schwächen. Jules gehört vorher zu den beliebtesten Mädchen der Schulen, was mit einen der beliebsten Jungs zusammen, aber jetzt schmeißt sie das alles weg. Aber warum? Das erfährt man nicht. Das finde ich schade, denn auch wenn ich Jules gut finde und es richtig finde, dass sie sich für so viele wichtigen Sachen einsetzt, werden ihre Beweggründe nicht richtig klar. James ist an sich auch ein toller Chrakter. Er ist nett, hilfsbereit und ein guter Zuhörer. Ihm ist im vorherigen Jahr etwas richtiges schlimmes passiert, was er auch seinen neuen Freunde anvertraut, aber daraus wird nicht wirklich was gemacht. Niemand geht richtig drauf ein, was ich sehr schade finden. Auch die Nebencharaktere wie Javi und Aileen werden hier nicht gut behandelt. Mal tauchen sie die ganze Zeit auf, mal sind sie spurlos verschwunden. Das finde ich sehr schade und leider auch unpassend.

Das Buch hat ein recht offenes Ende, was ich aber in diesen Fall passend finde.

Insgesamt würde ich dieses Buch jeden ans Herz legen, einfach damit über verschiedene Themen mal nachgedacht wird. Damit es aber für mich ein richtig tolles Buch ist, müssten die vorherigen genannten Punkte jedoch bearbeitet werden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Geschichte
  • Figuren
  • Spannung
Veröffentlicht am 21.05.2019

Schöne Sommerromanze

Sommerzauber auf der kleinen Insel
2

Da der Klappentext bereits recht viel zum Inhalt sagt, füge ich diesen hier hin:
"Britta, 30, Single, hat ihr Leben im Griff. Sie arbeitet erfolgreich in der Tourismusbranche. Ihr neuestes Projekt: Sie ...

Da der Klappentext bereits recht viel zum Inhalt sagt, füge ich diesen hier hin:
"Britta, 30, Single, hat ihr Leben im Griff. Sie arbeitet erfolgreich in der Tourismusbranche. Ihr neuestes Projekt: Sie soll zusammen mit einem Kollegen nach Dänemark auf die Insel Læsø fahren, um dort ein Feriendorf zu planen. Die Insel ist für Britta ein besonderes Ziel, stammt doch ihr bereits verstorbener Vater von dort, den sie nie kennengelernt hat. Doch sie muss feststellen, dass ihre Mutter sie die ganzen Jahre über belogen hat. Auf Læsø trifft Britta nämlich plötzlich ihre Halbschwester und andere Verwandte. Sehr bald stellt sich sogar heraus, dass auch ihr totgeglaubter Vater noch dort lebt. Auf einmal ist die ordentliche und strukturierte Britta Teil einer liebenswert chaotischen dänischen Familie. Und damit nicht genug: Auch der sympathische Schreiner Jan Ole stellt Brittas bisheriges Leben ganz schön auf den Kopf."

Die Geschichte ist gut geschrieben, mit vielen schönen Sprichwörtern und Lebensweisheiten, die man auch für seinen eigenen Leben gebrauchen kann. "Auf den Boder der Tatsachen liegt zu wenig Glitze" finde ich wunderbar. Es gibt eine gute Abwechslung zwischen der Romanze von Britta mit Jan Ole und ihre Arbeitswelt. So wird es spannend und das Interesse an dem Buch bleibt bestehen.
Als Leser lernen wir Britta gut kennen, auch wenn das Buch erstmal mit Brittas Mutter Charlotte startet. Wenn es nötig ist, haben die Autoren einfach Zeitsprünge gemacht, damit es nicht langweilig wird. Dadurch wirken die Handlungen auch nicht gehetzt, was eher der Realität entspricht. Das finde ich sehr gut.

Britta weiß, was sie von ihren Leben will oder zumindest denkt sie, dass sie das weiß. Sie ist erfolgreichen in ihren Job und dort geht ihr ganzes Herzblut, denn wenn Britta etwas angeht, dann richtig. Das führt zu Streiterein mit der Mutter, die eher der Einstellung ist "Leb dein Leben, als ob es dein lezter Tag wäre". Gegensätzlicher konnten die beiden nicht sein. Britta hat es bisher an einer Großfamilie gefehlt, die sie in Dänemark findet. Das tut ihr gut, dadurch wird sie offener und herzlicher.
Auch die anderen Charaktere haben ihre Stärke. Sehr gut hat mir die Oma Anne gefallen. Sie ist eine ältere Dame, die nicht auf dem Kopf gefallen ist, gerne Ratschläge gibt und sowieso eine noch sehr moderne Oma ist. Sie kann sogar mit Computer umgehen. Sie hat diesen Roman definitiv berreichert.
Ich finde es auch sehr schön, dass die Beziehung zu Jan Ole auch recht realistisch scheint. Es geht schnell, natürlich, bei einer Sommerromanze war es nicht anders zu erwarten, aber es ist nicht sofort Friede Freude Eierkuchen. Letztendlich steht die Romanze auch gar nicht so extrem im Vordergrund, was aber die Geschichte definitv nicht schlechter macht.

Mein einen Sternabzug hat den Grund, dass ich das Zusammentreffen und Annahme der neuen dänischen Familie sehr unrealitisch fand. Sie haben sich fast sofort so verhalten, als ob das überhaupt keine große Überraschung ist, dass da plötzliche jemand neues ist. Auch dass Britta ihren Vater sofort "Papa" nennt, ohne ihn zu kennen, finde ich unrealistisch. Auch wurde in diesen Buch kein Raum dafür geschaffen, dass die beiden sich überhaupt kennenlernen können. Das fand ich schon schade. Da mich das an einigen Kapitel sehr gestört, muss ich dafür einfach ein Stern abziehen. Vielleicht stört sich ein anderer Leser im Gegensatz zu mir gar nicht dran.

Insgesamt kann ich dieses Roman gut an allen empfehlen, die auf der Suche nach einen neuen Urlaublektüre sind oder sich darauf einstimmen wollen. Nach dem Lesen habe ich richtig Lust bekommen, auch mal in Dänemark Urlaub zu machen.

Vielen Dank, dass ich bei dieser Leserunde dabei sein durfte.

  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Gefühl
Veröffentlicht am 03.07.2020

Schwächerer Folgeband

Das Buch der gelöschten Wörter - Zwischen den Seiten
1

Band 2 der Reihe "Das Buch der gelöschten Wörter"

Zum Inhalt (Klappentext):

Die Welt der Londonerin Hope Turner steht Kopf, seit sie mit Hilfe des grimmigen Rufus Walker in die Welt ihrer Lieblingsbücher ...

Band 2 der Reihe "Das Buch der gelöschten Wörter"

Zum Inhalt (Klappentext):

Die Welt der Londonerin Hope Turner steht Kopf, seit sie mit Hilfe des grimmigen Rufus Walker in die Welt ihrer Lieblingsbücher reisen kann! Doch auch Hope besitzt ein rares Talent: Sie kann das Buch der gelöschten Wörter, in dem sich alle jemals gelöschten hasserfüllten Textfragmente sammeln, von den negativen Energien bereinigen. Geschieht dies nicht und quillt das Buch über, können die Wörter reale Katastrophen auslösen. Doch eine finstere Macht hat es auf das Buch abgesehen ...


Meine Meinung:

Nachdem Band 1 in einem solchen Cliffhanger geendet hat, wollte ich natürlich schnell wissen, wie es weiter geht. Gut, dass die gesamte Trilogie sehr schnell nacheinander veröffentlicht wird. So schnell wie die Veröffentlichung auch ist, so kurzlebig ist auch dieses Buch.

Der Schreibstil hat mir schon in Band 1 sehr gut gefallen. Das hat sich für mich in Band 2 nicht geändert. Es wird weiterhin aus Hopes Sicht erzählt und ich fliege quasi durch die Seiten, weil es sich so leicht lesen lässt. Die Kapiteln haben weiterhin eine sehr angenehme Länge.

Hier wird nun Hopes Geschichte und das Mysterium um die Absorbierer weitererzählt. Auch das Geheimnis um das Buch wird versucht auf den Grund zu gehen. Die Geschichte setzt wirklich nahtlos dort an, wo Band 1 zu Ende gegangen ist. Wer sich also nach der Auflösung des Cliffhangers gesehnt hat, wird schnell fündig werden. Vielleicht war das auch zu schnell, denn auf diese Weise hat es dem Buch einiges an Spannung gefehlt.

Richtig zur Sache ging es erst in der Mitte des Buches und dann nochmal am Ende. Bis dahin passiert gar nicht so viel. Zumindest ist mir davon wenig im Gedächtnis geblieben. Vor allem in ersten Drittel wird viel aus Band 1 wiederholt, Regeln werden wieder erklärt und auch Charaktere werden wieder ein bisschen vorgestellt. Grundsätzlich ist das als Einstieg in einem zweiten Band nicht schlecht, aber nicht, wenn der zweite Band so kurz nach dem ersten erscheint. Da ist es in meinen Augen eher überflüssig und führt dazu, dass ich als Leserin anfange, bestimmte Stellen eher zu überlesen, weil es mich sonst langweilt.

Was mich aber vor allem an diesem Buch gestört hat, ist, dass keine große Überraschungs- oder Aha-Effekte zu finden sind. Es gibt zwar einige Auflösungen zu den Fragen, die man sich in Band 1 gestellt hat, aber die Auflösungen werden nicht durch vorherige Hinweise angedeutet oder Ähnliches. Als Leser konnte ich überhaupt nicht mitraten, was ich schade finde. Das ist ein bisschen unzufriedenstellend, da man quasi nicht mitfiebern kann. Alle coole Ideen, die ich als Leser so hatte, die wirklich die Geschichte hätte einzigartig machen können, werden nicht mal ansatzweise umgesetzt. Das ist sehr schade, denn das Buch gibt wirklich an Grundlage sehr viel her. Schade, dass dieses Potential von der Autorin nicht ausgeschöpft wird. Zusätzlich wird vieles eher durch Zufall aufgelöst oder mit viel Glück oder Ähnliches. Nichts, wo richtige Aufdeckungsarbeit dahinter steckt. Das fand ich auch schade.

Die Dreiecksbeziehung, die bereits in Band 1 eingeführt wurde, also zwischen Hope, Rufus und Kenan, findet auch hier ihre Fortsetzung. Ich habe nichts gegen Liebesgeschichten, ganz im Gegenteil, ich lese sie gerne. Ich hätte mir aber doch gewünscht, dass ein größere Fokus auf die Fantasyelemente gelegt wird. Das war mir ein bisschen zu viel.

Es ist auch weiterhin so, dass ich keinen der Charaktere das "höhere" Alter abnehme. Sowohl Hope wie auch Rufus und Kenan sind über 40 Jahre, sie führen sich aber eher wie Teenager auf. Wenn man verdrängt, dass es sich eigentlich um 40-jährige Charaktere sind, kann man durchaus damit gut leben, aber richtig zufriedenstellend ist das trotzdem nicht.

Wer Band 1 aus der Reihe so gerne mochte, sollte Band 2 nochmals überdenken. Ich weiß nicht, ob dass denjenigen so viel Spaß machen wird. Band 2 ist in meinen Augen schwächer als Band 1. Wer natürlich wissen will, wie es weitergeht, wird hiermit auf jeden Fall weiterkommen.

Auch wenn ich nicht vollends von Band 2 begeistert bin, konnte mich das gut unterhalten. Für Zwischendurch ist es echt in Ordnung und es lässt sich, wie gesagt, sehr leicht und flüssig lesen. Ich werde auch Band 3 noch lesen wollen, da ich die gesamte Auflösung gerne erfahren möchte.

  • Cover
  • Handlung
  • Fantasie
  • Erzähltstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 02.05.2020

Meinen Erwartungen konnte es leider nicht erfüllen

Finding Back to Us
1

Zum Inhalt (Klappentext):

Als Callie nach langer Zeit in ihre Heimatstadt zurückkehrt, ist der Erste, dem sie dort begegnet, ausgerechnet Keith. Keith, der den Autounfall verursachte, bei dem ihr Vater ...

Zum Inhalt (Klappentext):

Als Callie nach langer Zeit in ihre Heimatstadt zurückkehrt, ist der Erste, dem sie dort begegnet, ausgerechnet Keith. Keith, der den Autounfall verursachte, bei dem ihr Vater starb. Keith, den sie nie mehr wiedersehen wollte. Sofort flammen der Schmerz und die Wut von damals wieder auf. Aber auch ein gefährliches Prickeln, das Callie völlig verwirrt. Denn Keith ist nicht nur die Person, die sie am meisten hasst. Er ist auch ihr Stiefbruder ...


Meine Meinung:

Dieses Buch war mein drittes Buch der Autorin. Als erstes habe ich Falling Fast und Flying High gehört und nun Finding Back to Us. Die ersten beiden Büchern haben mir ganz okay gefallen, sodass ich einfach gehofft habe, dass mich nun die Autorin mit diesem Buch von sich überzeugen konnte, da sie eine recht treue Fangemeinde hat.

Vorweg, den Schreibstil der Autorin finde ich soweit ganz angenehm, zumindest soweit ich das aus durch das Hörbuch beurteilen kann. Es lässt sich gut folgen und es passt einfach gut zum Genre. Ein paar Wiederholungen sind da immer mal wieder drin, aber das ist recht typisch für das Genre. Erzählt wird nur aus Callies Sicht in der 1. Person, was ich ein bisschen schade fand. Keiths Sicht hätte ich mir an bestimmten Stellen schon gewünscht.

Ich denke, ab dieser Stelle kann ich nicht beeinflussen, dass ich komplett spoilerfrei meine Rezension schreiben kann, deswegen an dieser Stelle die entsprechende Warnung.

Meine Erwartungen an diesen Buch waren folgende: Es gibt drei große Themen, die hier im Vordergrund stehen, die ich durch den Klappentext und nach dem hören der ersten paar Minuten behandelt haben wollte: Trauerbewältigung und das Loslassen der Schuldzuweisungen an Keith für den Tod des Vaters sowie der Umgang der Beziehung zwischen Stiefgeschwister. Beim Umgang all dieser Themen wurde ich leider enttäuscht, was sich eben in meine Bewertung wiederspiegelt.

Am Anfang war das Buch noch vollkommen in Ordung. Es fängt recht entspannt an, aber es wird auch schnell klar, was als nächstes passieren wird. Also nicht da spanndeste Buch, da es recht vorhersehbar ist, aber doch vollkommen okay. Man lernt Callie ein bisschen näher kennen, sowie ihre Familie und Freunde. Schade fand ich, dass die kleine Schwester doch eine eher kleinere Rolle gespielt hat. Immerhin ist Callie wegen ihr nach Hause gefahren. Schade finde ich auch, dass Parker, Callies bester Freund und der in dem nächsten Buch der Reihe der männliche Part des Pärchen einnimmt, auch kaum auftaucht.

Insgesamt ist aber nicht viel passiert. Es war immer viel hin und her. Callie findet Keith atraktiv, beide kommen sich näher, aber nein, das geht nicht, Callie hasst Keith doch und wieder von vorne. Eine solche Art Geschichte ist nicht mein Lieblinsgverlauf, aber es ist okay. Es macht einfach nur den gesamten Verlauf vorhersehbar, zumal jeden bei New Adult klar ist, dass die beiden am Ende sowieso zusammen kommen werden.

Ich finde Callie als Protagonistin recht problematisch. Sie hat keine Trauerbewältigung bisher durchgeführt. Ihr Vater ist zwar seit 7 Jahre tot, aber ihre Gefühle haben sich seitdem nicht verändert. Ein bisschen Trauerbewältigung macht sie im Verlauf der Geschichte, aber auch nur halbherzig. Sie setzt sich einfach mit nichts auseinander. Die Klausur hat nicht gut funktioniert? Egal, es wird verdrängt. Das Studium ist überhaupt nicht das Richtige? Auch egal, das wird auch verdrängt. Letztendlich geht Callie eigentlich allen Problemen aus den Weg oder wählt den komplett falschen Weg. Bspw. schläft sie mit Keith, damit die beiden die sexuelle Anspannung ablegen können. Ja klar, wann hat das jemals funktioniert?

Problematisch wird es dann gegen Ende, weil es sich dann immer noch nichts tut. Trauerbewältigung ist, wie gesagt, bis dahin nur bis zu einem gewissen Grad geschehen. Das Problem ist da vor allem, da es keine Perspektive bietet, dass sich Callie sich wirklich mal damit auseinandersetzen will.

Am schlimmsten fand ich aber den Umgang mit dem Hass gegenüber Keith und dessen Bewältigung, also dass Callie Keith verzieht. Das wurde letztendlich gar nicht thematisiert. Die Autorin hat einen einfacheren Weg gewählt, damit das Thema einfach nicht weiter thematisiert werden muss. Das fand ich wirklich sehr blöd, da in meinen Augen der spanndeste Teil sich quasi in nichts aufgelöst hat. Wie cool wäre es denn bitte, wenn Callie wirklich sich soweit entwickelt hätte, dass sie erkennt, dass Keith zwar Schuld an den Unfall trifft, aber es nun mal ein Unfall war? Sie dadurch die Trauer und den Hass bewältigen kann und sie sich so vollkommen Keith hingeben kann und ihn als neuen Mensch kennenlernen kann? Das ist aber leider nicht passiert.

Das Thema um die Beziehung zwischen Stiefgeschwister wurde immer mal wieder kurz angerissen, vor allem spricht es die Mutter an einer Stelle explizit an, was ich gut finde. Nicht so gut finde ich, dass die Konsequenzen daraus den Lesern nicht präsentiert werden. Werden Freunde und Nachbarn damit klar kommen? Werden sie mit Verachtung kämpfen müssen? Das weiß ich als Leserin leider alles nicht, obwohl das gerade Stoff für eine spannende Geschichte bieten würde.

Letztendlich ist es eine recht typische New Adult Geschichte, die einen schlechten Umgang mit brenzligen Themen zeigt. Das ist genau das, was ich NICHT lesen will. Positiv ist wirklich der lockere Schreibstil anzumerken, wodurch sich das Buch schnell lesen bzw. hören lässt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2020

Schwache Fortsetzung der Green Valley Reihe

New Promises
1

Zum Inhalt (Klappentext):



Was tun, wenn man auf einmal entdeckt, dass man seine große Liebe schon fast ein ganzes Leben lang kennt? Und was, wenn da aber auf einmal noch jemand anderes ist: ein anderer ...

Zum Inhalt (Klappentext):



Was tun, wenn man auf einmal entdeckt, dass man seine große Liebe schon fast ein ganzes Leben lang kennt? Und was, wenn da aber auf einmal noch jemand anderes ist: ein anderer Kerl, der auch irgendwie verdammt anziehend wirkt?

Izzy, die als Snowboard-Lehrerin in der Kleinstadt Green Valley in den Rocky Mountains arbeitet, hat sich damit abgefunden, dass sie für Will nie mehr sein wird als seine beste Freundin. Denn Will, beliebter Sheriff und Draufgänger, wird einfach niemals kapieren, was mit ihr los ist. Daran ändert auch dieser eine romantische Kuss an Silvester nichts. Eines Tages taucht Netflix-Star Cole Jacobs in Green Valley auf und bittet Izzy, ihm für eine Filmrolle das Ski-Fahren beizubringen. Je mehr Zeit Izzy mit ihm verbringt, desto mehr fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Und je näher sich Izzy und Cole kommen, desto mehr wird Will bewusst, dass die Gefühle für seine beste Freundin tiefer gehen, als er sich bisher eingestehen wollte. Doch was soll er nun tun? Mit „Liebe und so einem Kram“ kennt er sich doch gar nicht so gut aus. Und was will Izzys Herz?



Meine Meinung:



Ich habe das Hörbuch bei BookBeat gehört und wie es scheint, ist es die ungekürzte Version, zu 100 % sicher bin ich mir aber nicht.

Wie bei allen andere gehörten Hörbücher auch, habe ich immer Schwierigkeiten den Schreibstil einzuschätzen, da ich es nur höre und nicht lese. Soweit ich es beurteilen kann, gefällt mir der Schreibstil. Es ist eher einfach gehalten, was jedoch zum Genre passt. Die Geschichte wird aus Izzys Sicht in der 1. Person erzählt. Wie auch schon bei Band 1 der Reihe, hätte ich mir hier auch gewünscht, dass einige Kapiteln aus der Sicht des männlichen Protagonisten, hier Will, erzählt wird.

Zu Anfang der Geschichte weiß man aus Band 1 bereits, dass Izzy schon seit Jahren in Will verliebt ist. Über Wills Gefühle tappt man als Leser aber genauso im Dunkel wie Izzy. Es gab vor nicht allzu langer Zeit sogar einen Kuss zwischen den beiden, der aber einfach totgeschwiegen wird. Das ist der Hauptpunkt, der mich an dieser Geschichte genervt hat: Das ganze Buch wäre nicht notwendig, wenn die beiden einfach nach Silvester, wo besagter Kuss stattfand, einfach mit einander geredet hätten. Es gab also die Möglichkeit für ein klärendes Gespräch, aber die Chance wurde nicht genutzt. So was nervt mich.

Die Handlung ist sonst eher seicht und nicht besonders spannend. Es gibt keine große Überraschungen und das Ende ist sowieso klar. Tatsächlich mochte ich das Ende überhaupt nicht. Der Ausgang ist okay, auch wenn ich mit einem andere Ausgang auch zufrieden gewesen wäre. Meiner Meinung nach hat die Autorin eine Abkürzung genommen, damit am Ende alles so schön aufgeht, wie es sich alle Leser wünschen. Das fand ich schade.

Da die Geschichte nun komplett im Winter spielt, konnte ich die Landschaftsbeschreibungen nicht ganz so genießen, einfach weil ich kein Winter- und Schneemensch bin. Das hat mir in Band 1 besser gefallen. Es war trotzdem alles sehr schön beschrieben.

Izzy mochte ich in Band 1 echt gerne. Ich hab sie als tough und nicht auf den Mund gefallen in Erinnerung. So ist sie in Band 2 auch. Vor allem gegenüber Cole zeigt sie, aus welchen Holz sie geschnitzt ist und das gefällt mir richtig gut. Gegenüber Will verhält sich Izzy aber komplett anders. Ich kann verstehen, dass ihre Gefühle ihr im Weg stehen, aber trotzdem fand ich bestimmte Sachen nervig, allen voran dass sie einfach ganze viele Sachen bezüglich Will einfach annimmt, ohne mit ihm zu sprechen. Die beiden kennen sich schon seit Ewigkeiten, Izzy ist ja auch nicht erst seit gestern in Will verliebt, also warum kann sie ihn simple Sachen, die zum Teil nicht mal was mit ihnen beide zu tun hatte, einfach fragen?

Will kann ich nach diesen Buch immer noch nicht einschätzen. So viel mehr Neues habe ich über ihn nicht erfahren, was ich wirklich schade finde. Immerhin ist er sowas wie ein Protagonist in der Geschichte. Außerdem finde ich es blöd, dass Will mit allen möglichen Frauen ins Bett steigt, sich bei Izzy aber aufregt, dass sie Zeit mit Cole verbringt und er auch klar sagt, dass er Izzys Ex-Freund nie mochte. Dann soll er bitte den Mut haben, Izzy zu sagen, wie seine Gefühle sind, wenn er eifersüchtig ist. Aber bitte nicht ein solchen Verhalten.

Cole hat mir gut gefallen. Ich fand ihn sympathisch und er hat sich wegen Izzy echt Mühe gegeben. Die Interaktionen zwischen Izzy und Cole haben mir wirklich gut gefallen.

Ich fand es auch schön zu wissen, wie es mit Lena und Ryan weitergeht. Tatsächlich hat mir Lenas Geschichte schon fast mehr interessiert als Izzys. Das war einfach spannender.

Schade fand ich auch, dass bei mir nicht wirklich viel Emotionen angekommen sind. Das mag daran liegen, dass die Verliebtheitsphase schon zu einem früheren Zeitpunkt stattgefunden hat, die im Buch nicht gezeigt wird.

Da mich das Buch aber letztendlich ganz gut unterhalten konnte und es für zwischendurch ganz nett war, vergebe ich 3 Sterne. Ich würde es eher an Fans der Reihe empfehlen, denn Band 1 hat mir deutlich besser gefallen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere