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Veröffentlicht am 19.08.2025

Verbrechen von Nebenan

True Crime in Nature
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True Crime (Podcasts) erfreuen sich ja schon seit Ahren größter Beliebtheit - und auch ich höre solche Podcasts immer wieder ganz gerne. Was ich aber wirklich liebe sind Geschichten aus dem Tierreich beziehungsweise ...

True Crime (Podcasts) erfreuen sich ja schon seit Ahren größter Beliebtheit - und auch ich höre solche Podcasts immer wieder ganz gerne. Was ich aber wirklich liebe sind Geschichten aus dem Tierreich beziehungsweise Bücher, die mir auf spielerische Art noch mehr Wissenswertes über Flora und Fauna vermitteln können. Und das beides dann zusammengeschmissen? Das klang so verlockend und spannend, ich musste einfach meine Nase in das Buch (wenn auch digital) stecken.

Die Gliederung der Kapitel ist wirklich gut gelungen. So handelt jedes Kapitel von einer anderen Form des Verbrechens, wie zum Beispiel vom Besetzen des Körpers eines anderen. Und in jedem Kapitel werden in wirklich kurzen Unterkapiteln zum Verbrechen passende Tiere oder Pflanzen behandelt. So lernt man als Leser:in viel über Parasiten, die Schnecken übernehmen oder Nester von anderen Lebewesen plündern, Pflanzen und Tiere, die Symbiosen miteinander eingehen um sich zu schützen und auch Täuschungen, um mit dem Leben davonzukommen.
Die kurzen Unterkapitel, manchmal nur 1-3 Seiten lang, lassen sich leicht weg lesen und das Buch dadurch auch gut pausieren. Weiter aufgelockert wird es durch witzige Überschriften und viele Illustrationen, die unheimlich passend waren.
Der Schreibstil ist sehr humorvoll und vermittelt Wissen auf spielerische Art und Weise. Vieles kannte ich leider schon, ich bin aber auch durch ein (zwar abgebrochenes, aber Zoologie und Botanik habe ich mitgenommen) Biologiestudium voreingenommen. Dennoch konnte ich auch das ein oder andere Neue noch mitnehmen.
Farina Graßmann hat gekonnt die Themen True Crime und Natur miteinander verbunden und einmal vor Augen geführt, dass viele Verbrechen tagtäglich vor der eigenen Haustür begangen werden.

Insgesamt ein wirklich tolles Buch, das mir unheimlich viel Spaß gemacht hat!

Veröffentlicht am 13.08.2025

Klug und unheimlich unterhaltsam

Das Geschenk
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Ich liebe die Idee des Buches: Was, wenn die 20.000 Elefanten 2024 wirklich von Botswana nach Deutschland geschickt worden wären nachdem über ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen diskutiert wurde? Das ist ...

Ich liebe die Idee des Buches: Was, wenn die 20.000 Elefanten 2024 wirklich von Botswana nach Deutschland geschickt worden wären nachdem über ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen diskutiert wurde? Das ist wirklich so grandios!
Mit gerade einmal 144 Seiten beziehungsweise 3,5 Stunden Hörbuch ist es ein kurzweiliger Roman, der mich sofort fesseln konnte. Der humorvolle Ton wird geschickt verwebt zu einer politischen Satire, die ich persönlich sehr klug fand.
Als Leser:in folgt man dem fiktiven Bundeskanzler Hans Christian Winkler und seinem Versuch, Herr der Lage zu werden. Kurzerhand wird ein Krisenstab und eine Ministerin für Elefantenangelegenheiten ernannt. Was folgt sind politische Schachzüge, wo jede:r im politischen Spektrum die Situation für sich ausnutzen möchte.
Die Parallelen zum Umgang der Politik in Deutschland mit geflüchteten Personen sind offensichtlich. Spannend fand ich den Aspekt, was für eine Mitschuld und Mitverantwortung Deutschland und Europa an wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen in afrikanischen Ländern haben.
Und dann sind da natürlich noch die Elefanten - und so viele Informationen über diese wundervollen Tiere, die aber auch so viel Probleme bereiten können.
Ja, das Buch funktioniert nur mit einer gewissen Prise Magie, aber ich finde Gaea Schoeters Beobachtungen von Deutschlands Politik unheimlich scharfsinnig und nachvollziehbar.
Johann von Bülow liest das Hörbuch wirklich toll und seine Stimme passt ganz hervorragend zu der Geschichte.
Gaea Schoeters schafft es auf diesen wenigen Seiten so viel unterzubringen und doch wirkt das Buch nie überladen. Für mich war es bisher das erste Buch von ihr, aber ich habe Trophäe hier noch liegen und freue mich jetzt wahnsinnig darauf das Buch zu lesen.

Veröffentlicht am 12.08.2025

Stellenweise überzogen, aber wahnsinnig atmosphärisch

Wo die Wölfe sind
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Ich habe die Bücher von Charlotte McConaghy schon häufiger empfohlen bekommen und gerade "Migrations" beziehungsweise "Zugvögel" dominierte ja wirklich lange Empfehlungslisten und Plattformen.
Doch als ...

Ich habe die Bücher von Charlotte McConaghy schon häufiger empfohlen bekommen und gerade "Migrations" beziehungsweise "Zugvögel" dominierte ja wirklich lange Empfehlungslisten und Plattformen.
Doch als ich dann das Hörbuch zu "Wo die Wölfe sind" begann, sprang der Funke einfach überhaupt nicht über. Ich versuchte es mit mehreren Anläufen, aber es war einfach nicht der richtige Zeitpunkt für dieses Buch in meinem Leben.
Vor etlichen Tagen aber hatte ich das Gefühl, endlich in der richtigen Stimmung zu sein. Und so konnte mich die Geschichte wirklich gleich gefangen nehmen. Manchmal lohnt es sich also doch sehr, Bücher wegzulegen und zu eine späteren Zeitpunkt wieder aufzunehmen.

Anfangs war ich gefangen von den eindrücklichen Beschreibungen der Natur und ein Teil von mir wünscht sich auch, dass es einfach bei einem Buch über die Natur und der Verbindung zur Tierwelt geblieben wäre. Aber dies wäre ein vollkommen anderes Buch gewesen.
So eindrücklich schön der Schreibstil auch ist, so ist die Handlung phasenweise enorm gewalttätig. Als Leserin war ich anfangs echt abgestoßen davon und fand es so disharmonisch zu den Beschreibungen von Intis Umgebung. Erst zum Ende hin konnte ich das Geschick der Autorin sehr viel mehr begreifen. Denn wer in dieser Geschichte das wilde Tier ist, ist nicht gleich klar zu benennen und entwickelt sich erst im Laufe der Handlung.
Für mich persönlich war es einen Ticken zu viel. Zu viel Leid, zu viel Drama, zu viel Gewalt. Nimmt man alle Schicksalsschläge von Inti und ihrer Schwester Aggie ist es einfach zu viel von allem für mich gewesen. Ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern und gehe deswegen nicht im Detail auf Punkte ein, aber für mich ist hier die Grenze hin zum Überzogenen doch überschritten worden. Diese Subplots hätte ich in dieser Fülle nicht gebraucht, auch wenn hier natürlich mit dem wilden Tier gut gespielt wird.

Ich hätte das Buch gerne ein wenig besser gefunden, aber ich hatte auch mit dieser Fülle an Traumata nicht gerechnet. Auf "Zugvögel" bin ich nun aber doch sehr gespannt, das Buch liegt hier auch schon bereit, aber nach Beenden von diesem Buch brauche ich doch erstmal wieder etwas leichtes zwischendurch.

Veröffentlicht am 11.08.2025

Auch für Nicht-Hundehalter spannend

Mein Hundewissen
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Vorab: Ich habe (noch) keinen eigenen Hund, doch möchte ich mir irgendwann diesen Wunsch erfüllen. Bevor es so weit ist, lese ich einfach vieles, was mir dazu in die Hände kommt und da war dieses Buch ...

Vorab: Ich habe (noch) keinen eigenen Hund, doch möchte ich mir irgendwann diesen Wunsch erfüllen. Bevor es so weit ist, lese ich einfach vieles, was mir dazu in die Hände kommt und da war dieses Buch gerade das richtige für mich. Ich habe zwar das große Glück, viele Personen mit Hund (inklusive zweier Hundetrainerinnen in Ausbildung) in meinem Umfeld zu haben, doch ich lese mir immer gerne Dinge selber an, um sie dann noch weiter diskutieren zu können.
Anders als von mir anfangs erwartet ist der Schreibstil eher locker und kommt mit einer größeren Portion Humor daher. Es ist kein Ratgeber, sondern vielmehr eine Beleuchtung von Günther Blocks Leben und seinen Beobachtungen und Ableitungen. Dabei jedoch fundiert und auch informativ.
Selbst als Laie im Hunde-Erziehungs-Kosmos und Konsumentin von Büchern über Hunde konnte ich ihm gut folgen und hatte eine spannende Lesezeit.
Inwiefern Hinweise und Tipps für die reale Erziehung oder das Zusammenleben mit einem Hund so umsetzbar sind, kann ich auf Grund des dafür fehlenden Hundes natürlich nicht sagen. Informativ fand ich das Buch jedoch auch so.

Veröffentlicht am 11.08.2025

Grundidee toll, aber Umsetzung nicht gelungen

Wolke Sieben ganz nah
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Mich konnte das Buch leider nicht ganz überzeugen und das finde ich einfach sehr schade. Denn die Ausgangsidee und Prämisse des Buches fand ich echt toll. Ich kann die Rezension leider nicht vollkommen ...

Mich konnte das Buch leider nicht ganz überzeugen und das finde ich einfach sehr schade. Denn die Ausgangsidee und Prämisse des Buches fand ich echt toll. Ich kann die Rezension leider nicht vollkommen frei von Spoilern schreiben, da ich in einem Punkt etwas näher auf die Beziehung der Charaktere eingehen muss.
Aber ich wurde einfach mit Delphie überhaupt nicht warm. Sie agierten teilweise vollkommen konträr zu dem Bild von ihr, was zu Beginn des Buches gezeichnet wurde. Sie ist unheimlich egozentrisch, grundlos gemein und überzogen zu anderen Charakteren (was ich vor allem nicht nachvollziehen kann, weil sie in ihrer Schulzeit gemobbt wurde und dementsprechend auch die andere Seite kennt) und wirklich sehr selbstmitleidig. Puh, es war wirklich schwer, ihr zu folgen. Ich hätte die Geschichte ganz anders wahrgenommen, wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass Delphie mit Absicht so gezeichnet wurde, damit dann eine große Charakterentwicklung stattfinden könnte. Das gab es auch in Grenzen, aber für mich absolut nicht nachvollziehbar. Wenn jemand mir gegenüber jahrelang grundlos gehässig wäre, wäre ich natürlich immer offen für ein Gespräch, aber ich würde nicht von innerhalb 10 Tagen eine romantische oder freundschaftliche Beziehung zu dieser Person eingehen können.

Ich fand die Charaktere aber generell sehr schwierig. Die männlichen Nebencharaktere sind entweder unglaublich heiß oder ein Nachbar, der schon älter ist. Die weiblichen Nebencharaktere haben fast alle sehr überzogene und negative Charaktermerkmale. Eine egoistische, abwesende Mutter; die Ex-Beste-Freundin, die zur Mobberin wurde; die neue Freundin, die aber vollkommen überdreht und schrill ist; Kolleginnen, die anfangs ja nicht nett sein dürfen, weil sie sich schminken, zur Maniküre gehen und viel Zeit in Äußerlichkeiten stecken.
Den männlichen Nebencharakteren, die viel Raum einnehmen, wird einfach zugestanden heiß zu sein. Weibliche Nebencharakteren wird teilweise erst im weiteren Verlauf der Handlung zugesprochen neben "negativen" Charaktereigenschaften auch positivere zu haben. Zugegeben, das steht jetzt nicht so im Vordergrund, aber mir ist das extrem unangenehm aufgefallen beim Lesen.

Das Ende fand ich deutlich besser als den Mittelteil, das ist aber auch nicht überraschend. Denn es werden hier alle Enden zusammengeführt und etwas sehr überzuckert zum Abschluss gebracht.
Alles in allem aber leider ein Buch von dem ich mir deutlich mehr erhofft hatte.