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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2025

Leider mit Längen und vorhersehbarem Plot

Foxglove – Das Begehren des Todes (Belladonna 2)
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Den ersten Band der Reihe fand ich ganz gut, war aber wirklich sehr skeptisch, was dieses Buch angeht. Denn das beworbene Liebesdreieck hat mich anfangs echt zurückgehalten. Das ist ein Trope, den ich ...

Den ersten Band der Reihe fand ich ganz gut, war aber wirklich sehr skeptisch, was dieses Buch angeht. Denn das beworbene Liebesdreieck hat mich anfangs echt zurückgehalten. Das ist ein Trope, den ich wirklich nicht mehr lesen möchte. Aber eine Freundin, die das Buch vor mir beendete, gab mir den Hinweis, dass es sich gar nicht um ein "echtes" Liebesdreieck handeln würde und sie hat Recht behalten. Ich verstehe nicht ganz, warum das Buch mit diesem Trope beworben wird.

Wie schon im ersten Band dreht sich die Handlung wieder um Signa, doch dieses Mal spielt auch Blythe eine größere Rolle. Das Zusammenspiel der beiden fand ich wirklich gut.
Leider ist der Plot wirklich sehr vorhersehbar gewesen und Signa stand echt durchgehend auf dem Schlauch. Das hat mich dann doch etwas verstimmt, weil so nie wirklich Spannung aufgekommen ist. Das Ende war auch nicht wirklich überraschend.
Auch waren an etlichen Stellen Passagen eingeflochten, um die Handlung künstlich in die Länge zu ziehen.
Trotzdem hatte ich wieder eine ganz vergnügliche Lesezeit mit dem Buch, denn Schicksal und Tod als Figuren, Geister und außergewöhnliche Kräfte sind hier schon gut miteinander verwoben. Für mich ein gutes Buch für den Arbeitsweg.
Den letzten Band der Reihe werde ich mir auf jeden Fall auch noch irgendwann einmal vornehmen. Denn gerade Foxglove ist ein wirklich toller Handlungsort, der noch die ein oder andere Geister-Begegnung bereithalten könnte.

Veröffentlicht am 19.06.2025

Leider mit erheblichen Längen

Ever & After, Band 2 - Die dunkle Hochzeit
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Puh, ich bin bei diesem Buch wirklich sehr hin- und hergerissen. Noch mehr als schon beim ersten Band.
Zum einen finde ich es erfrischend, dass es nicht die weichgespülten Disney-Märchenversionen sind, ...

Puh, ich bin bei diesem Buch wirklich sehr hin- und hergerissen. Noch mehr als schon beim ersten Band.
Zum einen finde ich es erfrischend, dass es nicht die weichgespülten Disney-Märchenversionen sind, aber mit ist vieles einfach einen Ticken drüber. Diese unnötige Brutalität gepaart mit dann wieder schnulzigen Schmacht-Szenen ist einfach eine ganz weirde Mischung, die mir nicht gefällt. Da ist so eine Dissonanz aus "alle sterben auf grausamste Weise" und "oh Gott, er ist ja so heiß" mit etwas Highschool-Humor. Nope, das ist nicht so ganz was für mich.
Ich habe wirklich lange gebraucht, um zurück in die Geschichte zu finden. Die Handlung knüpft nahtlos an den ersten Band an und man wird als Leser:in nicht so wirklich gut abgeholt. Das erste Drittel fand ich eher mühsam, weil ich in die Geschichte zurückfinden musste, das zweite Drittel hatte echt enorme Längen und wirkliche Handlung. Außerdem merkt man, dass die Bücher eigentlich eine Dilogie werden sollten. Der Plot ist eigentlich relativ gering für so viele Seiten. Ich fand die Hintergrundgeschichten zu etlichen Figuren wirklich spannend, aber viele andere Szenen waren etwas zu langatmig geschrieben, so dass der Spannungsbogen eher weniger konstant stieg, sondern eher immer wieder kleinere Peaks und Downs hatte. Viele Szenen, die ich als etwas unnötig detailliert empfand, hätten wahrscheinlich dadurch besser gelöst werden können, dass von Beginn an die Geschichte aus unterschiedlichen POVs hätte erzählt werden müssen. Nun wirkte es auf mich so, dass aus zwei nun drei Bücher gemacht werden müssen und deswegen viel Füllmaterial eingebaut wurde. Ob nun von Nebenfigur X oder Avery Hintergrundgeschichte noch mehr an Informationen geteilt werden, die Figuren hätte es lebendiger gemacht, wenn dies aus ihrer Perspektive geschrieben worden wäre. Das ist aber keine Kritik an der Geschichte, lediglich ein Punkt, der mir beim Lesen immer wieder durch den Kopf ging.

Die Charaktere finde ich etwas schwierig beziehungsweise die Darstellung von Gut gegen Böse. Die Nebencharaktere finde ich da noch einen Ticken besser, die weisen relativ viele Grauschattierungen auf. Aber die Hauptcharaktere sind irgendwie entweder super, super böse oder die absolute Perfektion - zwei Seiten einer Medaille sozusagen. Und hier bin ich wirklich gespannt, wie das im dritten Band gelöst wird, weil ich derzeit nicht sehe, wie eine moralische, nachvollziehbare Verbindung geschaffen werden wird.
Ich hätte kein Problem damit gehabt, wenn die Lovestory in diesem Band einfach auf Eis gelegt worden wäre. Es fühlte sich einfach nicht richtig an. Die Aufarbeitung von Band 1 ging mir viel zu schnell und während eigentliche alle Charaktere tiefsten traumatisierten sein müssten, ist es plötzlich die große Liebe - aber ohne nennenswerte Entwicklung. Mir hätte da etwas Zweifel und Rückhaltung besser gefallen.
Und wir haben einfach zu viele Charaktere, die alles überstehen. Klar, manch ein Charakter ist wirklich auch mal gestorben, aber der Großteil ist immer kurz vor dem Ableben und kann dann doch wieder gerettet werden. Aus wirklich den bizarrsten Situationen.

Naja, das Ende fand ich unheimlich vorhersehbar und leider überhaupt nicht überraschend. Und es erinnert einfach viel zu sehr an den Plot aus dem Marvel-Universum, mit dem ich sehr gerechnet habe. Aber ich bin doch angefixt und habe jetzt schon Lust, auch den dritten Band zu lesen.
Eine Bewertung fällt mir für dieses Buch enorm schwer. Viele Stellen fand ich echt nicht gut, dann regten mich andere aber auch zum Nachdenken an. Zum Beispiel inwiefern zwei Versionen einer Person, gespalten in ihre guten und schlechten Eigenschaften, im Kern noch dieselbe Person wären oder eben nicht. Das hat mir gut gefallen! Auch das Verweben der Märchen und Snippets der Gebrüder Grimm fand ich gut. Die Brutalität und Grausamkeit fand ich einfach viel zu übertrieben für die Kuschel-Romantik, die dann an den unpassendsten Stellen eingeschoben wurde.
Wie auch der erste Band bekommt dieser von mir auf Grund des Für und Widers 3 Sterne. Auf Band 3 bin ich auf jeden Fall gespannt.

Veröffentlicht am 04.02.2025

Leider schwächer als erwartet

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Ich hatte mich wirklich sehr auf die Veröffentlichung von "What the River knows" gefreut, weil ich das Setting so unheimlich spannend fand.
Das alte Ägypten und die ägyptische Mythologie habe ich schon ...

Ich hatte mich wirklich sehr auf die Veröffentlichung von "What the River knows" gefreut, weil ich das Setting so unheimlich spannend fand.
Das alte Ägypten und die ägyptische Mythologie habe ich schon immer etwas romantisierend verklärt und auf dem deutschen Jugendbuchmarkt ist das Thema doch noch deutlich unterrepräsentiert.

Leider war das Buch doch nicht ganz so gut wie ich mir erhofft hatte.
Dabei wurde hier wirklich viel echt richtig gemacht. An sich ist die Storyline wirklich spannend, die Elemente von historischer Erzählung und ein wenig Magie sind gekonnt miteinander verflochten und die Informationen über historische Ereignisse/das alte Ägypten wirklich informativ.
Aber ich wurde mit den Charakteren einfach nicht so richtig warm. Inez hatte einen wahnsinnig starken Start und ich freute mich wirklich darauf, sie auf ihrer Reise zu begleiten. Leider verlor sie viel von ihrem anfänglichen Charme und Witz, wurde mehr und mehr zu einer echt flachen Protagonistin, die nur noch Mittel zum Zweck war.
Und ich verstehe nicht, warum einige der Charaktere so widersprüchlich beschrieben wurden. Ja, ich finde es gut, dass Inez nicht ohne Probleme ihr Ding durchziehen kann, sondern auch im Buch immer wieder herausgestellt wurde, wie abhängig Frauen zur damaligen Zeit von Männern waren. Aber mal sind Charaktere liebevoll und umsorgend, dann wieder unnötig abweisend. Dies fühlte sich einfach nicht natürlich an, sondern sehr konstruiert. Je nachdem, was die Autorin gerade von den Nebencharakteren benötigte.
Whit war auch einfach nicht mein Ding. Hier wurde versucht, viel vom Esprit von Indiana Jones oder der Funken von Rick und Evelyn aus der Mumie hervorzurufen. Aber er blieb für mich einfach zu glatt. Die einzige Kante in seinem gebügelten Charakter ist eine ziemliche Alkoholabhängigkeit. Und auch wenn Indy und Rick keine Saubermänner sind, so überzeugen sie einfach auf Grund ihres Charmes, den Whit leider nicht hat.

Es ist wirklich schade, man spürt so viel Passion der Autorin. Ich mochte auch das Framing der Aneignung von kulturellen Gegenständen und der Erläuterung der Kolonialisierung durch die Briten sehr. Leider wird das geschmälert durch die für mich etwas zu vernachlässigte Beziehung der Charaktere zueinander und eher schwachen Haupt- und Nebencharakteren. Auch der Magieaspekt ist irgendwie einfach da, ohne Erläuterung, ohne System. Vielleicht wird im zweiten Band nochmals mehr darauf eingegangen, aber hier reichte mir die (eher fehlende) Erklärung einfach nicht aus.

Das Ende aber hat wirklich vieles für mich noch einmal rausgerissen. Obwohl ich den Plot an sich vollkommen vorhersehbar fand, war doch das letzte Kapitel gerade noch einmal so spannend, dass ich nun doch den zweiten Band lesen möchte.

Veröffentlicht am 05.10.2024

Spannende Prämisse, Umsetzung leider nicht wie erhofft

Verbrannte Gnade
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Ich mochte den Schreibstil und Einstieg in die Geschichte wirklich gerne. Gleich zu Beginn liegt eine Anspannung in der Luft und die atmosphärischen Schilderungen und Beschreibungen der Umgebung ließen ...

Ich mochte den Schreibstil und Einstieg in die Geschichte wirklich gerne. Gleich zu Beginn liegt eine Anspannung in der Luft und die atmosphärischen Schilderungen und Beschreibungen der Umgebung ließen New Orleans sehr gekonnt vor meinem inneren Auge beim Lesen entstehen.

Das Buch ist in der Ich-Perspektive gehalten, was zum einen sehr spannend ist, um einen tieferen Einblick und ein besseres Verständnis für Schwester Holiday zu schaffen, indem immer wieder Rückblicke in ihre Vergangenheit und in ihre Gefühlswelt so möglich sind. Zum anderen aber leidet die Perspektive etwas an Schwester Holidays Wahrnehmung. Die Beschreibung von Nebencharakteren ist mitunter sehr stereotyp, was ich damit erkläre, dass Schwester Holiday als Person diese Figuren so stereotyp wahrnimmt. Übersetzt bedeutet das natürlich auch, dass die Figuren einfach sehr stereotyp geschrieben sind. Ich bin mir nur unsicher, ob dies mit Absicht geschehen ist und es somit als Stilmittel dient oder ob die Figuren einfach nicht gut ausgearbeitet sind.
Auf Grund von Schwester Holidays Vergangenheit kann ich in Grenzen schon verstehen, wenn Personen eher stereotyp wahrgenommen werden von ihr und gleich in Schubladen gesteckt werden. Nachvollziehen kann ich ein solches Vorgehen natürlich nicht und ich fand es auch für die Geschichte nicht von Vorteil.
Die Nebencharaktere finde ich aus dem genannten Grund sehr austauschbar, wirklich in Erinnerung bleiben wird mir kaum eine Figur. Es sorgt auch nicht dafür, dass ich den zweiten Band, der bereits auf Englisch publiziert wurde, eine Chance geben würde.

Ich hatte mit ein wenig mehr Finesse gerechnet, schließlich betitelt sich Schwester Holiday selber als Detektivin. Diese Tätigkeit beschränkt sich leider sehr darauf, einfach nur mit ausgewählten Personen zu sprechen und dann lauter haltlose Verdächtigungen auszusprechen. Im Kern ist das, wenn auch etwas stümperhaft, schon "Detektivarbeit". Aber mit fehlt dabei einfach ein bisschen das Geheime. Als Leser:in kann man schwer miträtseln, da auch hier wieder die Perspektive sehr im Weg steht. Schwester Holiday ist eingeschossen auf einzelne Personen, also muss man als Leser:in mit dieser Wahrnehmung mitgehen und andere Möglichkeiten werden wenig ausgelotet. Für mich persönlich ist dies auch die größte Schwachstelle des Buches, denn ich rätsel gerne mit, wer als Täter:in in Frage kommen könnte.

Neben der gut eingefangenen Atmosphäre mochte ich die queere Repräsentation sehr in diesem Buch. Schwester Holiday ist ein sehr mehrdimensionaler und spannender Charakter, leider wird der Plot dieser wirklich guten Figur nicht ganz gerecht.

Veröffentlicht am 12.07.2024

Für Fans von Rick Riordan

Das Geheimnis des Schlangenkönigs (Kiranmalas Abenteuer 1)
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Ich finde es so schön zu sehen, wie viel diverser der Buchmarkt in Deutschland langsam wird. Und auch wenn ich für immer ein absoluter Fan von Geschichten rund um die griechische Mythologie bleiben werde, ...

Ich finde es so schön zu sehen, wie viel diverser der Buchmarkt in Deutschland langsam wird. Und auch wenn ich für immer ein absoluter Fan von Geschichten rund um die griechische Mythologie bleiben werde, so ist es doch einfach erfrischend, endlich mal andere Mythologien in den Fokus zu rücken.

Ich finde die Einordnung des Buches etwas schwierig. Kiranmala ist zwar 12 Jahre alt und viele Elemente und auch der sprachliche Stil passen häufig in das Genre des Kinderbuchs, in dem das Buch einsortiert wird. Aber Kiranmalas Verhalten hat doch sehr häufig eher etwas von einer pubertierenden 15- oder 16-Jähirgen und auch die Schwärmereien empfand ich nicht immer als altersgerecht. Vielleicht irre ich mich was das betrifft auch gewaltig, ich habe selber keine Kinder und greife deswegen eher auf meine eigenen Erfahrungen und die mit Kindern aus meinem Umfeld zurück.
Leider gefiel mir Kiranmala generell nicht so unglaublich gut als Protagonistin, ich bin irgendwie nicht richtig mit ihr warm geworden.
Außerdem wurden viele ihre Talente und Hobbies, zum Beispiel das Lösen von Rätseln, gefühlt nur immer wieder erwähnt, weil eben diese Fähigkeiten Kiranmala und die Prinzen aus vielen Situationen retten. So wirkte es häufig einfach nur so, dass ihr versucht wurde, eine Persönlichkeit zu geben, damit die Geschichte schlüssig wirkt. Ich meine, natürlich bekommen alle Charaktere immer irgendwelche Fähigkeiten angedichtet, damit diese mehr Dimensionen bekommen. Aber Kiranmala "durfte" nie einfach irgendetwas toll finden, um ihren Charakter greifbarer zu machen, es waren immer Dinge, die sich später als nützlich herausstellten. Als hätte die Autorin eine Szenen geschrieben, wusste nicht, wie sich diese wieder auflösen ließe, um dann Kiranmala Fähigkeiten dazuzuschreiben. Und dann rief sie den vorhergegangenen Text auf und fügte immer wieder in random Passagen Erwähnungen von Kiranmalas Hobbies ein.

Trotz aller Kritik an dem Charakteraufbau fand ich etliche Elemente wirklich gut und die Verflechtung von bengalischer Mythologie. Für Fans von Rick Riordan ein tolles Buch für die Post-Percy-Jackson-Zeit.