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ChrischiD

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2017

Solider Abschluss der Trilogie

Nightmares! Die Stunde der Ungeheuer
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Kaum, dass Charlie und seine Freunde es geschafft haben, ICK in der Anderwelt festzusetzen, taucht plötzlich ihre Zwillingsschwester INK an der Schule auf und gibt sich als neue Schülerin aus. Schlimmer ...

Kaum, dass Charlie und seine Freunde es geschafft haben, ICK in der Anderwelt festzusetzen, taucht plötzlich ihre Zwillingsschwester INK an der Schule auf und gibt sich als neue Schülerin aus. Schlimmer noch, sie versucht ein Vertrauensverhältnis zu Jack aufzubauen. Steht sie wirklich auf der guten Seite, wie sie vorgibt oder gehört dies alles zu einem ausgeklügelten Plan? Währenddessen findet Charlie sich des nächtens auf einer seltsamen Wiese wieder, mitten in ICKs schlimmstem Albtraum. Was hat das alles zu bedeuten? Gemeinsam setzt das eingeschworene Team alle Hebel in Bewegung, um nicht nur die wache Welt zu retten...

Mit „Die Stunde der Ungeheuer“ schließen Jason Segel und Kirsten Miller die Nightmares-Trilogie rund um Nachtmahre, Albträume und böse Zwillinge ab. Es ist zwingend erforderlich die Trilogie in der vorgegebenen Reihenfolge zu lesen, um sämtliche Aspekte nachvollziehen zu können, da sich eine große Rahmenhandlung durch alle Teile zieht.

Bereits am Ende der Vorgängerbandes stellte man sich die Frage, ob die Gefahr wirklich gebannt wäre. Hier zeigt sich schnell, dass die Zwillinge noch lange nicht geschlagen sind. Doch was haben sie vor? Unschlüssig versucht man als Leser herauszufinden, was es nun mit ICK und INK tatsächlich auf sich hat. Hat man sich womöglich geirrt und die Mädchen führen überhaupt nichts Schreckliches im Schilde. Oder halten sie gar alle zum Narren, um am Ende überraschend zuzuschlagen. Immer wieder gerät man ins Wanken, wägt Für und Wider ab, kommt aber zu keiner konkreten Lösung, dafür ist im Vorfeld einfach zu viel passiert.

Ein bisschen schade ist es, dass die Nachtmahre dieses Mal keinen großen Auftritt haben, auch die Angst vor Albträumen im Allgemeinen rückt immer weiter in den Hintergrund. Sicherlich befinden Charlie und seine Freunde sich auf einer wichtigen Mission, die über die Zukunft und das Fortbestehen der Welt entscheiden wird, dennoch hätte man sich ein etwas längeres Wiedersehen mit dem ein oder anderen gewünscht. Auch der Abschluss, so stimmig er auch im Gesamtbild ist, hätte ein wenig mehr zu bieten gehabt. Nichtsdestotrotz wurden am Ende keine relevanten Fragen offen gelassen, außer vielleicht, ob es nicht doch noch einen weiteren Band geben wird...

Alles in allem handelt es sich bei „Nightmares“ um eine gelungene Trilogie, die den Leser erschaudern und in sein Innerstes blicken lässt. Man hofft inständig auf einen guten Ausgang, um (wieder) beruhigt schlafen zu können und sich vielleicht der ein oder anderen Angst zu stellen.

Veröffentlicht am 25.06.2017

Die Invasion

Die Brut - Sie sind da
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Verschiedenste Gegenden werden von etwas heimgesucht, dass weder zu fassen noch zu begreifen ist. Sämtliche Kontinente könnten einem Ausnahmezustand schon bald gegenüber stehen, ohne es zu wissen. Selbst ...

Verschiedenste Gegenden werden von etwas heimgesucht, dass weder zu fassen noch zu begreifen ist. Sämtliche Kontinente könnten einem Ausnahmezustand schon bald gegenüber stehen, ohne es zu wissen. Selbst als Biologin Melanie Guyer mehreren Kreaturen, die für das weltweite Chaos verantwortlich sind, habhaft wird, ist noch keine Erlösung in Sicht. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und eines ist sicher: Dies ist erst der Anfang.

Mit "Sie sind da" beginnt die Trilogie rund um die mysteriöse Brut, die sich dem Leser allerdings schon recht früh offenbart, auch wenn man da noch nicht ahnt, mit welchem Ausmaß des Geschehens zu rechnen ist. Auf Grund diverser Vorkommnisse in verschiedensten Teilen der Erde, wechselt die Perspektive entsprechend häufig, was zunächst für einige Verwirrung sorgt. Denn kaum ist man an einem Ort angekommen und hat die Charaktere halbwegs sortiert, geht die Reise bereits weiter und man findet sich an anderer Stelle wieder. Sicherlich verlaufen einige Geschehnisse parallel, weshalb der Blickwinkel und das Vorgehen gut gewählt ist. Nichtsdestotrotz verlangsamt sich gleichzeitig der Fortgang der Handlung, Stagnation tritt während einiger Passagen ein. Auch kommt man als Leser den Figuren im Verlauf des Geschehens nicht näher, eine gewisse Tiefe fehlt hier leider.

Die Idee hinter dem Ganzen bietet einiges an Potential, das mal mehr mal weniger gut genutzt wurde. Es gibt durchaus Sequenzen, die mehr als nur mitreißend dargestellt sind, von denen man sich einfach ein paar mehr erhofft hat. Denn auch wenn die Ereignisse mit der Zeit nicht mehr allzu schwer vorherzusehen sind, hat man dennoch den Drang zu erfahren wie es nun weiter geht, ob sich bewahrheitet was man sich zuvor zusammengesponnen hat. Die Spannungskurve enthält entsprechend ebenfalls Höhen und Tiefen, je nachdem an welcher Stelle der Geschichte man sich befindet.

Von einem soliden Auftakt zur Trilogie kann man aber dennoch allemal sprechen. Trotz zwiegespaltener Meinung zum Ende des ersten Teils bleibt die Neugierde auf den Fortgang des Geschehens. Die Brut hat sicherlich noch einiges in petto und lässt sich vermutlich nicht so einfach zurückdrängen.

Veröffentlicht am 25.06.2017

Arnold, der Held im Kinderzimmer

Arnold, Retter der Schafheit
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Während alle anderen Schafe auf der Weide stehen und Gras fressen, hält Arnold sich fit. Joggen, Kniebeugen, Liegestütze, alles keine Fremdworte für ein Superschaf. Mit Manni dem Maulwurf an seiner Seite ...

Während alle anderen Schafe auf der Weide stehen und Gras fressen, hält Arnold sich fit. Joggen, Kniebeugen, Liegestütze, alles keine Fremdworte für ein Superschaf. Mit Manni dem Maulwurf an seiner Seite bringt Arnold nichts aus der Ruhe, da können die anderen Schafe sich noch so sehr über ihn lustig machen. Sein großer Tag wird schon noch kommen, da ist Arnold sich ganz sicher. Als plötzlich der böse Wolf im Anmarsch ist, um die Schaffelle zu holen, gibt es nur einen, der mutig genug ist, sich ihm in den Weg zu stellen - Arnold!

Arnold ist nicht wie alle anderen, er ist etwas Besonderes und steht dazu, egal was die anderen Schafe sagen oder tuscheln. Er bleibt stets in Form und zeigt keinerlei Furcht, selbst dann nicht, als der Wolf die Herde bedroht. Ganz im Gegenteil, Arnold ist ganz in seinem Element. Wie es sich für ein Superschaf gehört, hat er ganz eigene Mittel und Methoden, um dem Bösewicht Einhalt zu gebieten. Doch wird dies wirklich gelingen?

Wie der Held in der Geschichte, sollte jeder versuchen seine Wünsche und Träume zu verwirklichen, egal, ob diese zunächst unerreichbar erscheinen oder man von anderen dafür nur belächelt wird. Zu sich selbst, seiner Meinung und seinem Handeln zu stehen ist manches Mal gar nicht so einfach wie es sich anhört. Und doch ist dies ein unheimlich wichtiger und unabdingbarer Aspekt im täglichen Miteinander. Entsprechend wichtig ist es, bereits frühzeitig auf die Thematik einzugehen, hier vollkommen zielgruppengerecht und humorvoll gelungen, ohne albern zu wirken.

Untermalt mit liebevollen Zeichnungen ist Arnolds Abenteuer der absolute Renner im Kinderzimmer (und nicht nur da). Ein rundum gelungenes Bilderbuch mit leicht verständlichem und mengenmäßig ebenfalls passendem Text.

Veröffentlicht am 18.06.2017

Ein Leben auf der Flucht

So, und jetzt kommst du
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Eine ganz normale fünfköpfige Familie, die plötzlich über eine Menge Geld verfügt und nach Frankreich auswandert. Kommt zwar nicht täglich vor, an sich aber dennoch nicht unbedingt ungewöhnlich. Allerdings ...

Eine ganz normale fünfköpfige Familie, die plötzlich über eine Menge Geld verfügt und nach Frankreich auswandert. Kommt zwar nicht täglich vor, an sich aber dennoch nicht unbedingt ungewöhnlich. Allerdings wirkt das recht überstürzte Aufbrechen auffällig, als läge etwas im Verborgenen, das bisher jedoch weder für den Hörer noch für alle Protagonisten greifbar ist. Entsprechend bleibt nur abzuwarten wie sich das Geschehen weiterhin entwickelt, um möglicherweise über Hinweise zu stolpern, die darauf hindeuten womit man es hier zu tun hat.

In seinem autobiographischen Roman erzählt Arno Frank erschreckend authentisch von seiner Kindheit und Jugend, die alles andere als normal verlief. Gemeinsam mit Sprecher Devid Striesow nimmt er den Hörer mit auf eine Reise ins Ungewisse, vielleicht sogar ohne Wiederkehr. Alles kann, nichts muss, überhaupt scheinen Regeln nur Richtlinien und Auslegungssache zu sein. Sich ins Gedächtnis zu rufen, dass es sich um keine fiktive Darstellung hat, ist nicht notwendig, die Realität ist in jedem Wort, in jedem Satz und in jeder Emotion spürbar.

Leider liegt hier jedoch auch die Gefahr, dass Passagen zu langwierig ausfallen, die Handlung dadurch stagniert und der zuvor entstandene Bann gelöst wird. Auch Arno Frank ist davor nicht gefeit. Trotz wirklich grandioser Sprecherleistung und interessantem wie mitreißendem Inhalt, kommt es immer wieder zu Sequenzen, denen eine Kürzung durchaus gutgetan hätte. Sicherlich sollte hier keine Spannungskurve á la Krimi oder Thriller erwartet werden, nichtsdestotrotz sind Schwankungen im Erzählfluss ebenfalls ein Kriterium, wenn es um positive oder negative Hörerlebnisse geht.

"So, und jetzt kommst du" ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, man sollte sich eventuell im Vorfeld über den Inhalt informieren. Hat man die Entscheidung gefällt das Wagnis einzugehen, wird sich ein Gefühlspotpourri entladen, welches man so selten gesehen hat. Es wird definitiv kontroverse Meinungen geben, auf jeden Fall sollte sich jeder sein eigenes Bild machen.

Veröffentlicht am 25.05.2017

Späte Rache?

Morgan & Bailey 6: Auge um Auge
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Als Pfarrer Morgan abgeführt und des Mordes verdächtigt wird, steht die gesamte Gemeinde unter Schock. Natürlich zweifelt niemand an der Unschuld des Geistlichen, und doch sieht Rose Bailey sich sofort ...

Als Pfarrer Morgan abgeführt und des Mordes verdächtigt wird, steht die gesamte Gemeinde unter Schock. Natürlich zweifelt niemand an der Unschuld des Geistlichen, und doch sieht Rose Bailey sich sofort gezwungen in die Bresche zu springen. Gemeinsam mit ihrem Neffen Liam macht sie sich daran die Wahrheit zu ergründen, wobei ziemlich schnell deutlich wird, dass sie jemandem gehörig auf die Füße getreten sind. Glücklicherweise lassen sich weder die Pastorin und ihr Enkel, noch der Rest der Dorfbewohner so schnell einschüchtern, so dass zumindest Hoffnung auf Gerechtigkeit besteht...

Als Hörer, der man die Reihe bis hierher verfolgt hat, hegt man ebenfalls keinen Zweifel daran, dass der Pfarrer unschuldig ist. Und doch gibt es einige Ungereimtheiten, die berechtigterweise darauf schließen lassen könnten, dass Charles Morgan mehr weiß als er zuzugeben bereit ist. Zumindest scheint es eindeutig, dass ihm jemand das ihm vorgeworfene Verbrechen anhängen will. Wer aber sollte so sehr auf Rache sinnen und warum gerade jetzt? Hat die Tat womöglich etwas mit seiner Vergangenheit, über die er kaum bis gar nicht spricht, zu tun?

Gebannt verfolgt der Hörer die Ermittlungen von Rose Bailey und Liam, die sich einmal mehr als Dreamteam herausstellen, wenn sie auch das ein oder andere Mal ein wenig plump agieren. Nichtsdestotrotz wirkt der vermittelte Kampfgeist sich positiv auf die Atmosphäre auf, die gleich um einige Grad wärmer und somit hoffnungsvoller erscheint. Aufgeben ist definitiv keine Option, auch nicht als das Gespann selbst Opfer diverser Angriffe wird.

Auch wenn versucht wird einige Spuren einzustreuen so wird doch relativ schnell klar wer für den Mord verantwortlich ist. Das Motiv scheint ebenso schnell gefunden, obwohl noch die ein oder andere kleine Frage offen bleibt. Die Hobbyermittler lassen sich ebenso wenig wie der Hörer in die Irre führen, so dass nur noch ein Schlupfloch gefunden werden muss, den wahren Verbrecher zur Strecke zu bringen. Hier allerdings ist nicht nur Fingerspitzengefühl, sondern auch Kreativität gefragt.

Trotz einer recht vorhersehbaren Geschichte wieder eine gelungene Folge, die zwar diesmal in der Hauptsache nicht mit Spannung, sondern mehr mit Teamgeist besticht. Außerdem gibt es Einblicke privater Natur in Pfarrer Morgans Vergangenheit, durch die das bisher von ihm entstandene Bild noch um einige Erkenntnisse erweitert wird.