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ChrischiD

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2020

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Mordflüstern
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Schon während der Arbeit an einem neuen Krimi, hört Lars Faber es immer wieder: das Flüstern seiner verstorbenen Mutter. Es verstärkt sich zunehmend, je tiefer er eintaucht in das Wirken eines Serienmörders, ...

Schon während der Arbeit an einem neuen Krimi, hört Lars Faber es immer wieder: das Flüstern seiner verstorbenen Mutter. Es verstärkt sich zunehmend, je tiefer er eintaucht in das Wirken eines Serienmörders, der sich diverser Männer annimmt, um sie mit einem Rasiermesser zum Schweigen zu bringen. Als es plötzlich in seinem Umfeld zu ähnlich gearteten Todesfällen kommt, sieht nicht nur Faber schnell die Verbindung zu seinem Werk. Mittels professioneller Unterstützung wie auch anhand einfacher Aspekte versucht er zugleich alle, die ihm lieb sind, zu schützen und den Täter zu überführen..

Ähnlich schwer wie seine Meinung zu dem vorliegenden Titel überhaupt in Worte zu fassen, gestaltet sich bereits der Einstieg in ebenjenen. J. J. Preyer lässt seinen Hauptprotagonisten schnell und präzise agieren und genau das spiegelt sich auch stilistisch wider. Kurze, prägnante Sätze, die zwar nicht immer zielführend, aber dennoch auf den Punkt sind, wirken wie Peitschenhiebe, denen der Leser instinktiv ausweichen möchte. Sprunghafte Gedankengänge, Abschweifungen und wilde Theorien lassen das Geschehen unruhig erscheinen und eine klare Linie vermissen, mithilfe derer man die vorherrschende Distanz womöglich ein wenig hätte überwinden können. Sicherlich ergibt sich im Nachhinein ein klareres Bild, das durchaus seinen Reiz und absolut gelungene Ansätze bietet, auf den ersten Blick jedoch erscheint vieles einfach nur verwirrend. Natürlich sollte ein Krimi niemals ruhig und leise sein, eine gewisse Substanz aber ist immer notwendig.

Konzentriert man sich auf die Charaktere, werden früh gewisse Unstimmigkeiten deutlich, die jedoch schnell und eindeutig auf eine Art Verschleierungstaktik zurückzuführen sind. Schließlich sollte niemand zu vorschnell verurteilt oder gar entlarvt werden. Dennoch stellt sich die Frage, ob es nicht eine elegantere Lösung gegeben hätte, um den Leser näher mit einzubeziehen, vielleicht sogar Identifikationen herzustellen. So ist man ewig misstrauisch und gibt nur wenigen Figuren die Chance sich zu behaupten.

Preyer entwickelt und konstruiert einen soliden Krimi, der mit mehr Potential ausgestattet ist als die Umsetzung zunächst vermuten lässt. Nichtsdestotrotz wird man leider bis zum Schluss nicht so recht warm mit der Geschichte, von der man sich mehr Ecken und Kanten wie auch Überraschungsmomente erhofft hatte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2020

Sozial- und zeitkritisch

Wie durch ein dunkles Glas
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Rund um Brunetti scheint zur Zeit alles ruhig. Zu ruhig? Wie sonst lässt sich erklären, dass er sich zu privaten Ermittlungen hinreißen lässt.. Nächstenliebe, Freundschaft, Neugierde? Als jedoch ein Toter ...

Rund um Brunetti scheint zur Zeit alles ruhig. Zu ruhig? Wie sonst lässt sich erklären, dass er sich zu privaten Ermittlungen hinreißen lässt.. Nächstenliebe, Freundschaft, Neugierde? Als jedoch ein Toter vor dem Brennofen einer Glasbläserei gefunden wird, ist es mit der Idylle schnell vorbei. Schnell wird das tragische Ereignis als unglücklicher Unfall deklariert, doch gibt es Menschen, die sich absolut sicher sind, dass hier ein Verbrechen vorliegt..

Die Kriminalfälle mit und um Commissario Brunetti zeichnen sich seit jeher durch eine gewisse Ruhe und Gewissenhaftigkeit aus. Keine rasanten Verfolgungsjagden oder brutalen Serienkiller, vielmehr ist es die Verknüpfung sozial- und zeitkritischer Themen, die Spannung und im besten Fall eine Sogwirkung erzeugt. Auch im fünfzehnten Band werden Zusammenhänge entwickelt und wird auf Missstände aufmerksam gemacht, eine Nähe zu den Charakteren ergibt sich dadurch allerdings leider nicht. Es bleibt eine gewisse Distanz, fast schon Kälte, die man nicht so recht erfassen und somit auch nicht einfach ausblenden kann.

Jochen Striebeck gibt als Sprecher alles, doch kann auch er nicht über langwierige Passagen und zu detaillierte Beschreibungen hinweglesen. Von Zeit zu Zeit stagniert die Handlung, die Erzählung verliert sich mitunter in sich selbst und schafft es nur mit Mühe wieder in Gang zu kommen. Somit ist die Gefahr groß, dass ebenjene Elemente, die ganz wunderbar – inhaltlich wie stilistisch – gelungen sind, einfach untergehen. Das gilt es zu vermeiden, indem man die Konzentration möglichst nicht abreißen lässt. Denn nur dann werden auch die filigransten Hinweise erst offensichtlich.

Durchwachsen ist wohl das richtige Wort für „Wie durch ein dunkles Glas“, schließlich ist man hin- und hergerissen ob einer konkreten Beurteilung des Gehörten. Solide allemal, aber leider auch nicht mehr, glücklicherweise ebenso nicht weniger.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2020

Feuerteufel

Insel-Krimi 10: Helgoland ist abgebrannt
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Hauptkommissar Arne Brekewoldt und Ärztin Nele Röwekamp, die gerade erst so richtig zueinander gefunden haben, wollen den Jahreswechsel romantisch begehen. Auf Helgoland, so ihre Hoffnung, sind sie weit ...

Hauptkommissar Arne Brekewoldt und Ärztin Nele Röwekamp, die gerade erst so richtig zueinander gefunden haben, wollen den Jahreswechsel romantisch begehen. Auf Helgoland, so ihre Hoffnung, sind sie weit ab vom Schuss und allen Widrigkeiten. Doch weit gefehlt. Schon seit geraumer Zeit gibt es Fälle von Brandstiftung, der Übeltäter konnte jedoch bisher nicht ermittelt werden. Spätestens der Anschlag auf sie selbst ist Grund genug, dass sich das Pärchen ebenfalls einschaltet, um den Feuerteufel zu stoppen.

Egal zu welcher Jahreszeit, egal an welchem Ort, nicht nur dem Hörer ist schon im Vorfeld klar, dass es für Arne Brekewoldt und Nele Röwekamp mal wieder brandgefährlich wird. Ihr Ruf eilt ihnen inzwischen weit voraus und scheint auf jeder noch so kleinen Insel angekommen zu sein. Entsprechend ungeduldig wartet man quasi auf das Verbrechen, dass sich dieses Mal in Gestalt eines Attentats auf das frisch verliebte Pärchen zeigt. Hat der Täter es nun auf sie persönlich abgesehen oder sind sie doch nur Statisten in einem anders gelagerten Fall?

In jedem Fall geht es ordentlich zur Sache, der Zündler lässt Protagonisten wie Hörern kaum Zeit zum Verschnaufen. Früh zeichnet sich eine erste Spur ab, die jedoch bekanntermaßen nicht vorschnell als die einzig wahre Lösung angesehen werden sollte. Vielmehr ist Besonnenheit und tiefgründigere Betrachtung gefragt, um wirklich sämtliche Aspekte erfassen zu können. Denn nur so ergibt sich ein klares Bild, das – im Nachhinein betrachtet – im Grunde von Anfang an zu sehen gewesen ist.

Eine in sich runde und durchdachte Geschichte, die den Hörer zum Miträtseln und Nachdenken anregt. Die ein oder andere Besonderheit oder überraschende Wendung mehr hätte dem Geschehen noch ein wenig mehr Pep verliehen, nichtsdestotrotz ist man durchaus zufrieden, inhaltlich wie auch mit der Umsetzung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2020

Louisa lässt nicht locker

Die Schwestern von Mitford Manor – Gefährliches Spiel
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Für Louisa war die Anstellung als Anstandsdame ein wahrer Glücksfall. Auch wenn sie bereits spürt, dass ihre Zeit im Hause Mitford nicht mehr ewig andauern wird, so genießt sie es doch sehr sich um die ...

Für Louisa war die Anstellung als Anstandsdame ein wahrer Glücksfall. Auch wenn sie bereits spürt, dass ihre Zeit im Hause Mitford nicht mehr ewig andauern wird, so genießt sie es doch sehr sich um die Kleinen zu kümmern und mit den Größeren Ausflüge nach London zu unternehmen. Das beschauliche Landleben gerät aus den Fugen, als es zu einem perfiden Mord kommt. Schnell scheint die Schuldige gefunden, doch für Louisa passt einiges an der Geschichte nicht zusammen, weshalb sie Guy Sullivan einschaltet…

Obwohl inhaltlich eine gewisse Zeitspanne zwischen dem ersten und dem zweiten Band liegt, so hat man sich als Leser recht schnell erneut eingefunden in der damaligen Zeit, wie auch auf dem Anwesen der Familie Mitford. Dass es ausgerechnet bei einer sorgfältig geplanten Party zu einem solchen Unglück kommen würde, hätte wohl niemand geahnt.

Ähnlich wie Louisa glaubt auch der Leser nicht an die – zugegebenermaßen offensichtliche – Lösung, die ziemlich schnell präsentiert wird. Doch auch ohne zunächst allzu tiefgründige Betrachtungen scheint es durchaus Unstimmigkeiten zu geben, denen auf den Grund zu gehen sich mit Sicherheit lohnt. Man hat zwar mitunter das Gefühl als würde die Handlung stagnieren, im weiteren Verlauf ergeben sich dann aber doch wieder überraschende Wendungen, die auf neuerliche Hinweise deuten. Somit darf man sich nicht irreführen lassen, muss äußeren wie inneren Einflüssen die Stirn bieten und möglichst analytisch denken. Denn ansonsten gelangt man in einen emotionalen Sog, der den ein oder anderen Fakt auszublenden versucht.

Passagenweise zu langwierig gestaltet, von der Idee her aber absolut gelungen. Ob es für Louisa noch weitere Fälle zu lösen geben wird?

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2020

Vielschichtig

Die Duftapotheke (3). Das falsche Spiel der Meisterin
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Luzie findet sich mit ihrer besonderen Begabung immer besser zurecht, doch natürlich gibt es noch einiges zu lernen. Das Sentifleur-Gen zu besitzen reicht eben nicht aus, wie bei allen Fähigkeiten gilt ...

Luzie findet sich mit ihrer besonderen Begabung immer besser zurecht, doch natürlich gibt es noch einiges zu lernen. Das Sentifleur-Gen zu besitzen reicht eben nicht aus, wie bei allen Fähigkeiten gilt auch hier, dass nur Übung den Meister macht. Als Luzie und ihrem Freund Mats allerdings zu Ohren kommt, dass die Ewigen mal wieder einen perfiden Plan schmieden, machen sie sich kurzerhand auf den Weg. Doch werden sie es schaffen sich gegen diese gemeingefährliche Gruppierung durchzusetzen oder laufen sie geradewegs in ihr Verderben?

Das neueste Abenteuer führt Luzie und Mats nach Paris. Aber nicht nur, dass sie wieder einmal sämtliche Vorsicht über Bord werfen, auch ihre Freundschaft wird auf eine ziemlich harte Probe gestellt. Denn sie begegnen Personen, die ihnen überlegen sind, und sei es einzig auf Grund ihres Wissensvorsprungs. Bleibt zu hoffen, dass die Kinder sich nicht einschüchtern lassen, sondern stärker denn je ihren Widersachern trotzen. Ob es dazu allerdings kommen wird, kann nur der weitere Verlauf zeigen. Auf alle Fälle wartet mehr als nur ein hartes Stück Arbeit auf Luzie und Mats.

Als Hörer ahnt man natürlich schon, dass einige Charaktere nicht von Beginn an mit offenen Karten spielen. Wie gerne würde man die Freunde warnen und ihnen zur Seite stehen. Da dies jedoch nicht möglich ist, bleibt einem nichts anderes übrig als dem Geschehen mit all seinen Höhen und Tiefen zu folgen und die Hoffnung nicht zu verlieren. Die mitunter recht düstere Atmosphäre drückt jedoch zunehmend auf die Stimmung und lässt schon bald kaum mehr Platz für positive Gedanken. Sollte es das also tatsächlich gewesen sein? Oder wird es Protagonisten wie Hörern doch noch gelingen sämtliche Energien zu bündeln, um dem Teufelskreis zu entgehen?

Tipp 1: Findet es heraus!
Tipp 2: Unbedingt vielschichtig denken und nicht von glänzenden Fassaden blenden lassen.

  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere