Profilbild von ChrischiD

ChrischiD

Lesejury Star
offline

ChrischiD ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ChrischiD über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.09.2020

Reim dich ..

Hey Frosch!
0

Die Katze platziert den Frosch auf einem unbequemen Holzklotz. Verständlich, dass ihm das weder behagt noch gefällt, so fängt er an der Katze Vorschläge zu unterbreiten wo er sitzen könne und warum gerade ...

Die Katze platziert den Frosch auf einem unbequemen Holzklotz. Verständlich, dass ihm das weder behagt noch gefällt, so fängt er an der Katze Vorschläge zu unterbreiten wo er sitzen könne und warum gerade dies ein guter Platz sei. Um Antworten ist die Katze nie verlegen, sie schafft es sogar diese stetig in Reimform darzubieten, in etwas hochnäsiger und fast schon gelangweilter Manier.

Ganz klar, dass der Frosch hier eindeutig der Sympathieträger ist und trotz seiner geringen Größe immer wieder die Blicke auf sich zieht. Denn besonders schön zu sehen ist, dass er sich in sämtlichen Illustrationen wiederfinden lässt, mal ein wenig versteckt, dann wieder offensichtlicher, teilweise in witzigen Posen verewigt, manchmal regungslos. Die reine Betrachtung der Bilder wirft derweil durchaus Fragen auf, allerdings weiß auch hier die Katze Rat – ohne dass man selbst explizit gefragt hätte – denn ihrer Meinung nach sollen es die Tiere nicht bequem haben, viel wichtiger ist, dass sich ein Reim mit dem Gegenstand ergibt.

Dadurch werden Beziehungen und Abhängigkeiten geschaffen, auf die sich der Betrachter wohl bisher eher keinen Reim gemacht hätte. Je mehr die Katze jeden, der es hören will, an ihren Gedanken teilhaben lässt, desto eher formen sich auch beim Leser Wortpaare, die mal mehr mal weniger Sinn ergeben, aber zumeist für ein paar amüsante Sekunden sorgen. Natürlich ist es jedem selbst überlassen, ob er die gegebenen Vorlagen weiterspinnt oder sich ausschließlich auf die Vorgaben der Katze und das Zusammensiel mit der Visualisierung konzentriert.

Dieses Bilderbuch ist nicht nur für Kinder im Kindergartenalter spaßig anzuschauen. Zudem bietet es erste Ansätze Sprache spielerisch zu gestalten und somit auch den Wortschatz zu erweitern. Im Original sind bereits weitere Bände vom Frosch und seinen Freunden erschienen. Man darf gespannt sein, ob auch diese eine Übersetzung erhalten.

Veröffentlicht am 20.09.2020

Sonderermittler Leblanc

Kalter Hummer (Leblanc 5)
0

Ein nicht ganz offizieller Spezialauftrag führt Sonderermittler Leblanc nach Guernsey. Eigentlich soll er nur einen französischen Reeder im Auge behalten, der an ihn adressierte Drohbriefe nicht ernst ...

Ein nicht ganz offizieller Spezialauftrag führt Sonderermittler Leblanc nach Guernsey. Eigentlich soll er nur einen französischen Reeder im Auge behalten, der an ihn adressierte Drohbriefe nicht ernst nimmt. Doch kaum dass er sich versieht, schwebt Leblanc selbst in größter Gefahr. Es herrscht eine unangenehme, fast seltsame Atmosphäre auf der Kanalinsel, die sich mit zunehmendem Einblick in die Ermittlungsergebnisse noch verdichtet.

Mit dem Umbruch nach der Auflösung des Kommissariats, Leblancs einstiger Wirkungsstätte, hin zu seinem Status als Sonderermittler, ist der Autorin ein wahrlich guter Schachzug gelungen. Leblanc wirkt zufriedener und gelöster als noch im vorangegangenen Fall. Natürlich mag dies auch daran liegen, dass inzwischen eine gewisse Zeit ins Land gegangen ist und er sich an die neue Situation gewöhnen konnte, nichtsdestotrotz wirkt es auch für den Leser einerseits wie ein Neuanfang, andererseits wie etwas Altbekanntes.

So begibt man sich bereitwillig mit ihm nach Guernsey, obwohl die Bedrohung unterschwellig bereits spürbar ist. Auch Marie, Leblancs Lebensgefährtin, ist besorgt, hat eine Vorahnung und bittet ihn zumindest äußerste Vorsicht walten zu lassen. Zwangsläufig kommt es dennoch zu gefährlichen Ereignissen, die sich teilweise über einen längeren Zeitraum ankündigen, teilweise aber auch vollkommen überraschend auftauchen. Obwohl die Handlung zeitweilig ins Stocken gerät, nicht zuletzt auf Grund der mitunter stagnierenden Ermittlungen, bleibt die Spannungskurve weitestgehend erhalten, so dass zumindest die Langeweile keine Chance hat vom Leser Besitz zu ergreifen.

Immer wieder bastelt der Leser an den unterschiedlichsten Theorien den Fall beziehungsweise seine Lösung betreffend. Und immer wieder müssen zumindest Teile davon verworfen und neu zusammengesetzt werden. Dennoch will es nicht so recht passen. Schlussendlich ist man nicht sicher was man von dem entscheidenden Aspekt nun wirklich halten soll – genialer Kniff oder zu weit hergeholt?

Veröffentlicht am 20.09.2020

Umdenken

Nachhaltig verliebt
0

Ein bisschen anders hatte Zoe sich ihren Sommer wohl schon vorgestellt. Zwar ist es eine ganz schöne Herausforderung plötzlich zu 50% verantwortlich zu sein für den familieneigenen Zero-Waste-Laden, andererseits ...

Ein bisschen anders hatte Zoe sich ihren Sommer wohl schon vorgestellt. Zwar ist es eine ganz schöne Herausforderung plötzlich zu 50% verantwortlich zu sein für den familieneigenen Zero-Waste-Laden, andererseits aber lenkt die Arbeit von diversen Sorgen ab – vor allem Liebeskummer. Gemeinsam mit ihrem Bruder Jack gibt Zoe täglich Vollgas, um auch wirklich alle Kunden zufriedenzustellen. Dabei werden ihnen jedoch durchaus Knüppel zwischen die Beine geworfen, die es gekonnt zu umgehen gilt. Und wer weiß, vielleicht wird der Sommer ja doch noch ein ganz besonderer..

Unverpackt einkaufen, dazu noch rein pflanzlich, heutzutage glücklicherweise gar nicht mehr so außergewöhnlich, auch wenn das Bewusstsein der Menschen weiterhin geschärft werden muss. Wer nun allerdings meint die Autorin oder ihre Protagonisten würden versuchen zu missionieren, der liegt grundlegend falsch. Zwangsläufig wird die vegane Lebensweise thematisiert und faktisch erläutert, niemand soll und muss sich daraufhin jedoch schlecht oder unter Druck gesetzt fühlen. Auch geht es bei dem Zero-Waste-Konzept bestimmt nicht darum irgendjemanden an den Pranger zu stellen, vielmehr sollen Leser wie Charaktere sensibilisiert werden, vielleicht auch einmal genauer hinzuschauen.

Nicht vergessen darf man nämlich, dass es in erster Linie um Zoe und ihre gescheiterte Beziehung, sowie ihr, daraus resultierendes, mangelndes Selbstwertgefühl geht. Hier wird sich wohl jeder in irgendeiner Weise wiederfinden, sei es ob des Erlebnisses ähnlicher Situationen oder einfach nur auf Grund gleicher Gedankenspiele. So oder so kann man sich als Leser gut in die Hauptfigur hineinversetzen, auch wenn womöglich nicht jede einzelne Handlung zu hundert Prozent nachvollziehbar ist. Dafür aber ist auch Zoe ein Individuum und kein 08/15-Stereotyp.

Sicherlich ist der Verlauf des Geschehens in weiten Teilen geradlinig und vorhersehbar, selten gibt es tatsächlich überraschende Ausreißer. Nichtsdestotrotz verfolgt man die Ereignisse mit einer gewissen Neugierde und ist emotional sowieso immer ganz nah dran. So wird nicht nur die eigentliche Zielgruppe gut unterhalten, sondern auch Leser, die dem zumindest rein rechnerisch bereits entwachsen sind. Andererseits gibt es tolle Anregungen und wichtige Aussagen, über die nachzudenken sich für jeden lohnen wird. Und: Schon mit dem Kauf des Buchs tut jeder etwas Gutes.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.08.2020

Undercover im Dirndl

Der halbe Russ
0

Als ein russischer Straßenmusiker tot aufgefunden wird, gehen die Ermittler schnell von einem Raubmord aus. Doch irgendwas passt an der Geschichte vorne und hinten nicht. Just verstirbt ein weiterer russischer ...

Als ein russischer Straßenmusiker tot aufgefunden wird, gehen die Ermittler schnell von einem Raubmord aus. Doch irgendwas passt an der Geschichte vorne und hinten nicht. Just verstirbt ein weiterer russischer Straßenmusiker. Auch hier scheint der Täter schnell gefunden, ein Zusammenhang allerdings wird ausgeschlossen. Daisy Dollinger, die selbst nicht so recht an einen Zufall glaubt, wird mehr oder minder inoffiziell gebeten sich einmal unauffällig in der Szene umzuhören. So kommt die Sekretärin der Münchner Staatsanwaltschaft an ihren ersten Undercover-Einsatz, der weit mehr Überraschungen bereit hält, als dem ein oder anderen lieb ist…

Dass innerhalb einer Ermittlung nicht unbedingt alles geradlinig vonstatten geht, ist durchaus nachvollziehbar, doch hier scheint nahezu jeder zu machen was er will. Der Fokus liegt in diesem Fall natürlich nicht auf dem Vorgehen der hiesigen Polizei, nichtsdestotrotz stellt sich die Frage nach organisatorischer Struktur ein ums andere Mal. Gerade im Beruf der Hauptfigur ist ein planvolles Vorgehen unumgänglich, was sie zumindest dienstlich auch beherrscht. Außerhalb der regulären Wirkungsstätte allerdings scheint sich einiges davon zu verlieren.

Somit ist es für den Leser zunächst schwierig überhaupt einen Zugang zum Geschehen zu finden. Immer wieder stellt sich die Frage, ob man auf den Arm genommen werden soll oder es sich um rein humoristische Elemente handelt, die ein wenig übers Ziel hinausschießen. Die Grundidee wie auch der gewünscht Mix aus Spaß und Spannung ist an sich gut, aber entweder leider nicht komplett zu Ende gedacht oder schlichtweg an der Umsetzung gescheitert.

Zwar hat die Erzählung einen gewissen Unterhaltungswert, sollte aber nicht unbedingt mit der Erwartungshaltung an einen Krimi gelesen werden. Dafür mangelt es leider zunehmend an Spannung und Überraschungsmomenten. Besser unvoreingenommen an die Lektüre herangehen.

Veröffentlicht am 23.08.2020

Zunehmend unstrukturiert

Taxi, Tod und Teufel - Folge 01
0

Der Fahrgast, auf den Sarah Teufel am Anleger wartet, ist bereits tot, als die Fähre von Baltrum anlegt. Der vorschnell attestierte Herzinfarkt scheint immer unglaubwürdiger oder wieso sollte ansonsten ...

Der Fahrgast, auf den Sarah Teufel am Anleger wartet, ist bereits tot, als die Fähre von Baltrum anlegt. Der vorschnell attestierte Herzinfarkt scheint immer unglaubwürdiger oder wieso sollte ansonsten Gepäck samt Handy des Toten verschwinden. Bei genauerer Betrachtung kommen immer mehr Ungereimtheiten ans Tageslicht, so dass Sarah sich fast schon gezwungen fühlt den Vorkommnissen auf den Grund zu gehen. Gemeinsam mit ihren Freunden macht sie sich daran den Fall zu lösen…

Obwohl es sich um den ersten Teil einer Reihe handelt, wird man angenehmerweise nicht zuerst mit sämtlichen Figuren und ihrer Herkunft vertraut gemacht. Vielmehr startet man direkt mitten im Geschehen und erst nach und nach werden diverse Zusammenhänge deutlich, teils durch kurze Erinnerungen oder auch erklärende Einschübe. So bleibt die Handlung im Fluss und verliert sich nicht in beschreibenden Details.

Zunächst steigt auch der Spannungspegel stetig, schließlich lässt der mysteriöse Tod des Fährgastes auch dem Hörer keine Ruhe. Allerdings scheint es mehr und mehr als würden die Protagonisten im Trüben fischen. Natürlich handelt es sich hier nicht um ausgebildete Ermittler, ein wenig strukturierter dürfte es hin und wieder dann aber doch zur Sache gehen. Entsprechend umständlich gestaltet sich die Lösungsfindung oder zumindest der Weg zur nächsten Theorie..

Nordseeflair ist zur Genüge vorhanden, was auch von der Sprecherin übernommen und auf den Hörer übertragen wird. So kann man sich auf alle Fälle angenehm unterhalten lassen, ein bisschen mehr Schwung an der ein oder anderen Stelle würde der Geschichte aber in jedem Fall gut tun. Nichtsdestotrotz ist man durchaus neugierig mit wem oder was Sarah es in weiteren Fällen zu tun bekommt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere