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ChrischiD

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.09.2019

Zusammenhalt

Familie Flickenteppich 1
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Für Emma und ihre beiden Geschwister ändert sich gerade so einiges. Plötzlich sind sie mit ihrem Papa allein, ziehen um und gehen auf eine neue Schule. Da ist Aufregung natürlich vorprogrammiert. Aber ...

Für Emma und ihre beiden Geschwister ändert sich gerade so einiges. Plötzlich sind sie mit ihrem Papa allein, ziehen um und gehen auf eine neue Schule. Da ist Aufregung natürlich vorprogrammiert. Aber es wäre doch gelacht, wenn der veränderten Situation nicht irgendwie beizukommen wäre. Wie gut, dass in der Nummer 11 gleichaltrige Kinder wohnen, die nicht nur auf dieselbe Schule gehen, sondern auch ansonsten für jeden Spaß zu haben sind. Denn eine Sache lässt Emma und ihren Freunden keine Ruhe: Wer ist der geheimnisvolle Bewohner im Erdgeschoss, der nur nachts das Haus verlässt?

Seit ihre Mutter ihren großen Traum verwirklicht und der Familie mehr oder weniger den Rücken gekehrt hat, ist für Emma, ihre Geschwister und ihren Vater nichts mehr wie vorher. Und doch – oder gerade deswegen – packen alle gemeinsam an, um ihr enges Band noch weiter zu festigen. Das ist allerdings manches Mal leichter gesagt als getan, was schon in ganz alltäglichen Situationen deutlich wird. Nichtsdestotrotz schafft es die kleine Familie immer wieder, manches Mal mit Unterstützung von außen, schon bald erneut an einem Strang zu ziehen.

Wie im echten Leben treffen auch hier die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander, die allesamt dasselbe Haus bewohnen. Da hat jeder seine Eigenheiten, die mal mehr mal weniger liebenswert, aber doch absolut passend, sind. Man muss nicht jedem dieselben Sympathien entgegenbringen, dennoch hat jeder eine echte Chance verdient, das wissen sogar die Kleinsten. Egal ob der Leser sich im Zielgruppenalter oder (knapp) außerhalb befindet, es macht einfach Freude der Erzählung zu folgen, auch wenn hin und wieder durchaus ernstere Töne angeschlagen werden. Es wird ein realitätsnahes Bild gezeichnet, dass man sich manches Mal häufiger wünschen würde.

Mit einer gelungenen Mischung aus Witz, Charme und Spannung holt Stefanie Taschinski jeden Leser – ob groß oder klein – sofort ab. Man möchte gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören und zum Schluss am liebsten direkt erfahren wie es mit Familie Fleckenteppich weitergeht, denn glücklicherweise ist eine Fortsetzung in Planung.

Veröffentlicht am 01.09.2019

Geheimbotschaft

Sixtinische Verschwörung
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Eine Geheimbotschaft Michelangelos im Gemälde der Sixtinischen Kapelle? Während der Restauration kommt es zu diesem seltsamen Fund, der doch irgendeine Bedeutung haben muss. Welche das ist will Kardinal ...

Eine Geheimbotschaft Michelangelos im Gemälde der Sixtinischen Kapelle? Während der Restauration kommt es zu diesem seltsamen Fund, der doch irgendeine Bedeutung haben muss. Welche das ist will Kardinal Jellinek unbedingt herausfinden und stellt Nachforschungen an. Dass diese Recherchen ihn allerdings an einen Punkt führen würden, der sämtliche Glaubensgrundsätze erschüttert, konnte wohl niemand absehen…

Steuert die Kirche einem handfesten Skandal entgegen oder hat sich jemand einen grotesken Scherz erlaubt? Mysteriöse Schriftzeichen in der Sixtinischen Kapelle geben dem ein oder anderen Anlass zur Sorge. Obwohl von anderer Seite alles kleingeredet und abgewiegelt wird, glaubt Kardinal Jellinek nicht an Zufall. Während er versucht dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, erhält der Hörer Einblicke in ein Konstrukt, das zunächst gar nicht so recht greifbar ist, aber im Laufe der Zeit einen Sog entwickelt und durchaus Missstände offenbart.

Auf Grund des eher ungewohnten, weil sehr malerisch, und manchmal altmodischen Erzählstils – allerdings absolut passend zum Inhalt – gelingt es dem Hörer leider nicht dauerthaft bei der Sache zu bleiben. Man merkt plötzlich wie die Gedanken abschweifen, obwohl die dargestellten Ereignisse gar keine Veranlassung dazu geben. Auch von Sprecherseite gibt es dahingehend keine negative Beeinflussung. Möglicherweise müsste man das Werk noch mindestens ein zweites Mal hören, um ihm tatsächlich gerecht werden zu können. Vermutlich gibt es dann auch noch den ein oder anderen versteckten Hinweis zu entdecken.

Nichtsdestotrotz ist es möglich sich einen recht guten und positiven Eindruck zu verschaffen, auch wenn nicht sämtliche Einzelheiten auf den ersten Blick ersichtlich beziehungsweise verständlich sind. Eventuell müsste man sich auch ein wenig tiefgründiger mit der Materie als solcher befassen. Letztlich aber sind das alles reine Spekulationen, denn vielleicht liegt es auch schlichtweg an der Kürzung im Verhältnis zur Print-/ebook-Ausgabe. Im Großen und Ganzen ein Hörerlebnis der etwas anderen Art, mit allerlei Wissenswertem, interessanten Ansätzen und ausgeklügelten Fragestellungen.

Veröffentlicht am 01.09.2019

Fehlende Erinnerung

Das zweite Gedächtnis
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Als Luke mit pochendem Schädel und ohne Erinnerungen wach wird, ahnt er noch nicht, dass er Teil einer groß angelegten Verschleierung ist. Auf der Suche nach sich selbst und denjenigen, die ihn in diese ...

Als Luke mit pochendem Schädel und ohne Erinnerungen wach wird, ahnt er noch nicht, dass er Teil einer groß angelegten Verschleierung ist. Auf der Suche nach sich selbst und denjenigen, die ihn in diese Lage befördert haben, stößt er auf zahlreiche Hindernisse, aber auch auf Hinweise, die nichts Gutes verheißen. Luke muss abwägen wem er vertrauen kann und wem nicht, denn noch immer steht er unter Beobachtung und soll unter Kontrolle gehalten werden…

Dem Hörer ist auch ohne Kenntnis der Inhaltsangabe schnell klar, dass Luke im Zusammenhang mit Raketenwissenschaft steht und einen eklatanten Fund gemacht haben muss, der ihm augenscheinlich zum Verhängnis wird. Doch worum es sich dabei handelt, bleibt zumindest so lange unergründlich, bis er selbst langsam aber sicher hinter seine Identität kommt. Allerdings häufen sich dann gleich die nächsten Fragen. Zwar bekommt man als Hörer von Anfang an ein wenig mehr mit und besitzt entsprechende Informationen den Täterkreis betreffend, nichtsdestotrotz wird ein Netz gesponnen, das zunächst mehr Verwirrung stiftet als dass es Verbindungen liefert.

Auf Grund diverser Rückblenden ergeben sich interessante Querverweise auf zwischenmenschliche Beziehungen, die durchaus auch für die Handlung als solche relevant sein können. Immer tiefer begibt man sich so in ein Konstrukt, das spannend und informativ zugleich daher kommt. Anfängliches Zögern mag sich mitunter ob der Thematik einstellen, wird aber schnell zerstreut, nicht zuletzt durch die Sprecherleistung Frank Glaubrechts. Man fühlt sich gut aufgehoben, mitgenommen und mit der Zeit immer mehr mit der Materie vertraut, zu der man im Regelfall zuvor keinen großartigen Bezug hatte.

Ken Follett, den man generell eher mit monumentalen historischen Werken in Verbindung bringt, zeigt, dass er auch nicht so weit zurückliegender Geschichte sowie spannender Erzählweisen gewachsen ist.

Veröffentlicht am 01.09.2019

Streifzüge

Secret Keepers 1: Zeit der Späher
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Auf einem seiner Streifzüge durch die Stadt entdeckt Ruben an einem ganz und gar abgelegenen Ort ein alte Taschenuhr. Er sieht darin eine Chance seine Mutter zu unterstützen, indem er das Fundstück verkauft, ...

Auf einem seiner Streifzüge durch die Stadt entdeckt Ruben an einem ganz und gar abgelegenen Ort ein alte Taschenuhr. Er sieht darin eine Chance seine Mutter zu unterstützen, indem er das Fundstück verkauft, doch während des Versuchs wird ihm klar, dass die Uhr ein unheimliches Geheimnis bewahren muss, denn plötzlich wird nach Ruben gesucht. Als er herausfindet was passiert, wenn man die Handhabung beherrscht, rückt zunächst alles andere in den Hintergrund. Doch bald bleibt ihm keine andere Wahl, Ruben muss der Spur der Taschenuhr folgen, um vom Gejagten zum Jäger zu werden…

In “Zeit der Späher” wirft Autor Trenton Lee Stewart den jungen Ruben in ein Abenteuer, das dieser so ganz bestimmt nicht hat kommen sehen. Normalerweise ist er Geheimnissen und sonderbaren Ereignissen alles andere als abgeneigt, doch je tiefer er als Figur selbst in das Geschehen eintaucht, desto deutlicher werden auch die Gefahren. Hin und wieder erscheint sein Verhalten entgegen seinem Denken, wodurch man sich die Frage stellt, ob man als Leser den Hauptcharakter entweder falsch eingeschätzt hat oder er einfach selbst auf der Suche nach dem richtigen Weg ist, selbst wenn dabei manch anderes auf der Strecke bleibt. Denn zwischenzeitlich ist man sich beispielsweise nicht einmal mehr sicher, ob Rubens Antrieb wirklich daher rührt seiner Mutter helfen zu wollen.

Im Verlauf der Geschichte kommt es immer wieder zu Schwankungen im Gefüge, die in erster Linie auf eine nicht unbedingt stringente Erzählweise zurückzuführen sind. Ausladende Beschreibungen und zahlreiche Wiederholungen verwirren den Leser ab und an mehr, als dass sie die Handlung tatsächlich voran treiben. Hinzu kommen Andeutungen, die natürlich Hinweise auf das zu lüftende Geheimnis darstellen, dann aber zunächst wieder in der Versenkung verschwinden, weil die Prioritäten scheinbar anders gesetzt wurden. Das heißt nicht, dass sich hier keine spannenden Passagen verstecken, es ist nur mitunter schwierig ihnen die entsprechende Aufmerksamkeit zu schenken. Versucht man ein wenig Ordnung in die ganze Sache zu bringen, zeigt sich schnell, dass man es mit einer düsteren Geschichte zu tun hat, die im Verborgenen mehr zu bieten hat als es auf den ersten Blick scheint. Leider wird das volle Potential nicht ausgeschöpft, vielleicht wird sich das aber auch für den zweiten Band aufgehoben.

Werden über weite Strecken sämtliche Details ausgeschmückt, so endet dieser erste Band doch sehr abrupt. Ein paar mehr Antworten hätten durchaus nicht geschadet und auch eine gleichmäßigere Erzählweise wäre wünschenswert gewesen. So hat man das Gefühl diverse Stilwechsel zu durchlaufen, weil der Autor (oder der Übersetzer) sich ob der Geradlinigkeit nicht sicher gewesen wäre. Andererseits passt dies natürlich wieder zu der unsteten Art Rubens, was allerdings dann wieder zu unruhig und unrund erscheint. Wie dem auch sei – über die Intention lässt sich nur spekulieren – neugierig auf den nächsten Band ist man allemal.

Veröffentlicht am 11.08.2019

Ermittlungen in die Vergangenheit

Insel-Krimi 7: Norderney Morderney
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Eigentlich soll und muss Kommissar Brekewoldt sich auf Norderney von seinem letzten Fall erholen, bei dem er nicht nur die Bestie von Wangerooge zur Strecke brachte, sondern auch ordentlich einstecken ...

Eigentlich soll und muss Kommissar Brekewoldt sich auf Norderney von seinem letzten Fall erholen, bei dem er nicht nur die Bestie von Wangerooge zur Strecke brachte, sondern auch ordentlich einstecken musste. Als bei Bauarbeiten eine schon vor längerer Zeit vergrabene Leiche gefunden wird, kann er dann aber doch nicht aus seiner Haut. Gemeinsam mit seiner Freundin Nele Röwekamp beginnt Brekewoldt mit Nachforschungen, die sich als nicht unbedingt ungefährlich herausstellen…

Fast schon nahtlos schließt der 7. Insel-Krimi an de vorangegangene Folge an. Daher ist es durchaus nicht verkehrt dahingehend Kenntnisse zu besitzen. Da es allerdings inhaltlich und vor allem speziell falltechnisch keine allzu relevanten Überschneidungen gibt, ist es nicht zwanghaft notwendig. Die Hauptfiguren kennt man inzwischen recht gut, da sie bereits einige Male in Erscheinung treten durften. Natürlich trifft man zudem auf neue Charaktere, die hauptsächlich die aktuellen Vorkommnisse bedienen, nichtsdestotrotz findet man auch hier schnell Zugang, selbstverständlich immer im Hinblick auf mögliche Täterschaften.

Es geht ein wenig zurück in die Vergangenheit, denn die Leiche wurde ja bereits vor geraumer Zeit entsorgt. Dennoch ist ihre Identität relativ schnell klar, auf einer Insel erinnert man sich schließlich an Vermisstenfälle oder sonstige seltsame Ereignisse. Der Hörer gerät in einen Strudel von Schuldzuweisungen und Vertuschungsversuchen, da die damaligen Ermittlungen ohne Opfer kein Ergebnis liefern konnten. Einige Male wird man auch gehörig in die Irre geführt, obwohl die konkreten Hinweise sich eigentlich bereits verdichten. Man darf also gespannt sein wie das Konstrukt sich schlussendlich auflöst.

Alles in allem eine gelungene Episode, die vor allem Neugierde auf die privaten Entwicklungen der Hauptprotagonisten schürt.