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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2020

Ohne Ziel?

John Sinclair Classics - Folge 28
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Die Biker-Gang „Brothers of Bloodshed“ ist in und um Scalford nicht nur berühmt-berüchtigt, sondern vor allem gefürchtet. Als einige der Gang-Mitglieder in einer Höhle mit jahrhundertealter Geschichte ...

Die Biker-Gang „Brothers of Bloodshed“ ist in und um Scalford nicht nur berühmt-berüchtigt, sondern vor allem gefürchtet. Als einige der Gang-Mitglieder in einer Höhle mit jahrhundertealter Geschichte auf ein sorgsam verstecktes wie gehütetes Geheimnis stoßen, ahnt noch niemand was Scalford und seine Bewohner erwartet. Dagegen war das Treiben der „Brothers“ bisher fast schon lächerlich, Angst, Schrecken und Grauen haben gerade erst begonnen…

Zugegeben, die Biker sind an und für sich schon ganz schön angsteinflößend und mit dem Wissen aus dem Einstieg in das Hörspiel – einige hundert Jahre vor den aktuellen Ereignissen – ergibt sich natürlich ein recht klares Bild was den Hörer noch erwarten wird in dieser Folge. Nichtsdestotrotz lassen die Geschehnisse rund um das uralte Geheimnis sich ein wenig Zeit. Sicherlich entsteht dadurch ein gewisses Maß an Spannung, die gesamte Grausamkeit muss sich ebenfalls erst einmal entfalten, ein bisschen enttäuscht ist man schlussendlich dann aber doch. Das erwartete, fulminante Finale, entpuppt sich als Aufbäumen mit anschließender Verpuffung. Nicht wirklich schlecht, aber eben auch nicht wirklich gut.

Überhaupt scheint in dieser Folge niemand so recht zu wissen wohin die Reise überhaupt gehen soll. Vieles entwickelt sich im luftleeren Raum und ist wenig greifbar. Trotzdem schafft es John Sinclair in gewohnter Manier immer wieder den Hörer für sich einzunehmen, was in weiten Teilen natürlich auch an seinem unnachahmlichen wie unerschütterlichen Sarkasmus liegt. So gesehen ist der Unterhaltungswert durchaus vollumfänglich gegeben. Ein bisschen mutet „Die Geisterhöhle“ wie eine Zwischensequenz an, aber vielleicht tut man ihr auch Unrecht und muss einfach mehrfach und genau(er) hinhören. Trotz aller Kritik alles in allem dann doch eine interessante wie kurzweilige Folge.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.05.2020

Projekt Dury

Gespenster-Krimi 13: Das Erbe der Blutbestie
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Auftritt Nr. 3 für die sogenannte Blutbestie, oder – wie es in Geheimdienstkreisen inzwischen heißt – ‘Projekt Dury’. Wurde etwa ein noch unkontrollierbareres Monster erschaffen? Und wenn ja, welchem Zweck ...

Auftritt Nr. 3 für die sogenannte Blutbestie, oder – wie es in Geheimdienstkreisen inzwischen heißt – ‘Projekt Dury’. Wurde etwa ein noch unkontrollierbareres Monster erschaffen? Und wenn ja, welchem Zweck soll es dienen?

Anders als in den vorherigen beiden Folgen zum Thema, liegt der Fokus diesmal nicht einzig auf dem Geschöpf und seiner uneindämmbaren Zerstörungswut. Nichtsdestotrotz ist es unabdingbar einige Vorkenntnisse zu besitzen, da das Geschehen ansonsten recht undurchsichtig erscheint. Dennoch darf man trotz intensiverer Auseinandersetzung mit Charakteren und Erzählung keine allzu tiefgründige Geschichte erwarten.

Vielmehr bleibt es relativ eintönig und auf einer Linie. Es gibt zwar das ein oder andere Überraschungsmoment, in weiten Teilen allerdings siegt die Vorhersehbarkeit. Sicherlich ist beim direkten Vergleich der Unterschied sofort hörbar, stellt sich aber doch die Frage, ob dies den Gesamteindruck besser macht. Man ist hin- und hergerissen ob der Beurteilung, doch schlussendlich handelt es sich um eine solide Darstellung, die auf das ein oder andere vorherige Element zurückgreift.

Es mag weniger blutrünstig zugehen, die Dialoge werden umfangreicher und auch ansonsten bietet das Geschehen einiges an Potential. Vollkommen ausgeschöpft wird dies jedoch nicht, so dass der Hörer nicht unbedingt zufrieden aus der Geschichte herausgeht.

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.05.2020

Hand in Hand

Mydworth - Mord beim Maskenball
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Sir Harrys Tante, Lady Lavinia, weiß wie eine ordentliche Party auszusehen hat. Kein Wunder, dass ihrem jährlichen Maskenball regelrecht entgegengefiebert wird. Als jedoch einer der Gäste tot aufgefunden ...

Sir Harrys Tante, Lady Lavinia, weiß wie eine ordentliche Party auszusehen hat. Kein Wunder, dass ihrem jährlichen Maskenball regelrecht entgegengefiebert wird. Als jedoch einer der Gäste tot aufgefunden wird, dämpft dies verständlicherweise die Stimmung. Obwohl vieles auf eine natürliche Todesursache hindeutet, keimen vereinzelte Zweifel auf, so dass Lavinia kurzerhand ihren Neffen und dessen Frau Kat bittet, diskrete Nachforschungen anzustellen.

Mydworth Manor – da wo in der ersten Folge alles begann. Jedoch ist die leicht frostige Stimmung, die zu Anfang zwischen Harrys Tante und seiner amerikanischen Ehefrau herrschte, inzwischen glücklicherweise verschwunden. Der Maskenball erscheint wie das klassische ‘Who is Who’, ‘sehen und gesehen werden’ trotz Maskierung, eine Herausforderung, aber nicht unmöglich. Doch wieso sollte einer der Anwesenden einen anderen ermorden? Welche Motivation steckt hinter der Tat oder handelt es sich doch um einen unglücklichen Unfall?

In gewohnter Manier arbeiten Harry und Kat Hand in Hand. Großartige Absprachen sind kaum notwendig, sie sind ein solch eingespieltes Team, da erkennt jeder seinen Einsatz blind. Entsprechend lässig kann der Leser sich zurücklehnen und der Darbietung folgen, schließlich weiß man um die Qualitäten und das Können der beiden Charaktere. Natürlich sind auch sie nicht vor falschen Fährten gefeit und mitunter muss mit reinen Vermutungen und Theorien gearbeitet werden. Schlussendlich kommt es aber immer noch auf das Ergebnis an und dahingehend ist man mehr als sicher, dass dieses sich sehen lassen kann.

Sicherlich versucht der Leser sich hier und da auch an eigenen Theorien, zugegebenermaßen kann es allerdings auch ungemein entspannend sein, das Treiben rein von außen zu betrachten. Gleichwohl gestaltet sich dies nicht weniger spannend oder kurzweilig, es handelt sich ausschließlich einmal um einen anderen Blickwinkel. Natürlich ist die Handhabung dabei jedem selbst überlassen, diverse Möglichkeiten sind gegeben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.05.2020

Durchwachsen

Die Entscheidung
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Charlotte Link bringt in „Die Entscheidung“ wieder einmal die unterschiedlichsten Charaktere zusammen, die mitunter zu polarisieren wissen, sich gleichzeitig aber auch zurückziehen können und weniger Präsenz ...

Charlotte Link bringt in „Die Entscheidung“ wieder einmal die unterschiedlichsten Charaktere zusammen, die mitunter zu polarisieren wissen, sich gleichzeitig aber auch zurückziehen können und weniger Präsenz zeigen. Dennoch ist es für den Hörer nicht unbedingt leicht die Figuren und ihre Eigenschaften in Gänze zu erfassen, da diverse Handlungsstränge in die jeweiligen Entwicklungen einspielen und ein immer größeres Netz spinnen. Mit Sicherheit heißt das Zauberwort Konzentration, denn davon benötigt man einiges, um der Lage Herr zu werden und sämtliche Querverbindungen zu ziehen. Nichtsdestotrotz gelingt dies zuweilen nur mühsam oder leider auch gar nicht. Es scheint als wäre das Geschehen so enorm in sich verstrickt, dass selbst die Autorin nicht immer den Überblick behalten kann.

Sicherlich wird im Zusammenspiel von inhaltlicher Darstellung und brisanter Thematik ein gewisses Maß an Spannung erzeugt, allerdings nicht kontinuierlich, so dass die Kurve entsprechend regelmäßig absackt. Dadurch ergeben sich mitunter langwierige Passagen, trotz dessen, dass es sich um eine gekürzte Lesung handelt, bei der man meinen könnte, ebenjene Sequenzen würden entfallen. Es ergibt sich ein ähnliches Wechselspiel wie bereits beim Erfassen der Protagonisten, denn zeitweilig hält die Autorin Überraschungsmomente bereit, die den Hörer regelrecht umhauen.

Friederike Kempter versucht die vorherrschende Atmosphäre einzufangen und dem Hörer zu vermitteln. Dies klappt auf Grund der zuvor genannten Widrigkeiten nur bedingt, eine gewisse Basis allerdings kann sie erschaffen. Sie bildet gewissermaßen den Ruhepol zum ansonsten scheinbar unstrukturierten und somit unruhigen Geschehen. Man spürt deutlich die eigene Interpretation der Sprecherin, die den Hörer jedoch nicht in eine bestimmte Richtung lenkt, sondern eher eine Möglichkeit aufzeigt, der jedoch eigene Theorien entgegengestellt werden können.

Es sind fast 12 Stunden lauter Höhen und Tiefen, in vielerlei Hinsicht. Positive wie negative Seiten der „Entscheidung“ halten sich inhaltlich und stilistisch in etwa die Waage, so dass man guten Gewissens auf ein solides Werk der Autorin blicken, ihm aber nur eine mittelmäßige Bewertung geben kann.

Veröffentlicht am 10.05.2020

Verwunschener Garten

Eulennacht - In den Bäumen von Redmoor
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Ruby steht kurz vor dem nächsten Umzug, der sie sogar auf einen anderen Kontinent bringen soll. Schon lange ist sie die ständige Veränderung leid, die auf Grund der Arbeit ihrer Eltern unabdingbar scheint. ...

Ruby steht kurz vor dem nächsten Umzug, der sie sogar auf einen anderen Kontinent bringen soll. Schon lange ist sie die ständige Veränderung leid, die auf Grund der Arbeit ihrer Eltern unabdingbar scheint. Umso mehr freut sie sich, wenigstens die Sommerferien bei ihrem Onkel Leo zu verbringen und somit Redmoor Garden ausführlich erkunden zu können. Auch wenn noch vieles verwildert und gerade erst wieder im Aufbau ist, ziehen die geheimnisvollen Orte sie magisch an. Als Ruby eines Tages einen Ästling entdeckt, ist es vollends um sie geschehen. Doch nach und nach verhalten die im Garten heimischen Eulen sich immer aggressiver und greifen sogar Menschen an. Wer oder was ist so tief in ihren Lebensbereich eingedrungen, dass sie diesen mit allen Mitteln verteidigen?

Redmoor Garden macht trotz seiner offensichtlichen Wildheit sofort den Eindruck eines verwunschenen Fleckchens Erde, das es unbedingt wert ist intensiv erkundet und beachtet zu werden. So erfreut sich der Leser an jeder bildhaften Darstellung, die ihm den Eindruck vermittelt inmitten dieses ganz besonderen Ortes zu stehen. Verständlich, dass auch Ruby sofort fasziniert ist und am liebsten jeden noch so kleinen Winkel inspizieren will. Dabei stehen ihr allerdings mitunter andere Personen, aber auch ihre eigenen Ängste im Weg, wodurch sich ein regelrechtes Abenteuer entspinnt, mit emotionalen Höhen und Tiefen und allem was dazu gehört.

Immer wieder muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass Ruby noch ein Teenager ist, obwohl der ein oder andere Gedankengang zumindest darauf schließen lassen könnte, dass sie schon einiges erlebt hat. Auf der anderen Seite zeigt ihr Verhalten eindeutig naive und altersbedingte Züge, die nicht bei jedem gut ankommen, sie auch für den Leser nicht immer unbedingt sympathisch machen. An sich haben natürlich sämtliche Charaktere ihre Eigenheiten, wodurch man sie schnell diversen Lagern zuordnet, die sich zumeist auch bestätigen, vor allem im Hinblick auf den Störenfried, der die Eulen aufscheucht.

Das Geschehen ist recht stringent aufgebaut, bietet aber hier und da trotzdem Platz für kleinere Überraschungen. So kann man mit „Eulennacht“ für ein paar Stunden einem mehr oder minder stressigen Alltag entfliehen, sich ein wenig treiben lassen, gleichzeitig aber auch nervenaufreibende Episoden erleben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere