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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.11.2020

Sehr schöne Sammlung

milk and honey - milch und honig
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Rupi Kaur schreibt Gedichte über Liebe, Enttäuschungen und Verletzungen, aber auch über gesellschaftliche Missstände. Dieser Gedichtband von Rupi Kaur beinhaltet neben ihre ins deutsche übersetzte Texte ...

Rupi Kaur schreibt Gedichte über Liebe, Enttäuschungen und Verletzungen, aber auch über gesellschaftliche Missstände. Dieser Gedichtband von Rupi Kaur beinhaltet neben ihre ins deutsche übersetzte Texte auch kleine, skizzenartige Zeichnungen der Autorin, passend zum jeweiligen Gedicht. Mir hat diese Kombination sehr gefallen, und ich mochte, wie die Autorin ihre Kritik in die Gedichte einfließen lässt, ohne sie dem Leser aufzudrängen. Viele ihrer Texte konnten mich berühren und waren auch für jemanden, der nicht solche Erfahrungen machen musste, sehr gut nachvollziehbar.

Mir hat an dieser Gedichtsammlung lediglich "das Besondere" gefehlt. Vielleicht ist durch die Übersetzung ein wenig der sprachliche Klang verloren gegangen, oder vielleicht hatte ich einfach zu hohe Erwartungen an dieses Buch - es hat mir gefallen, aber es sticht für mich nicht besonders hervor. Daher gibt es von mir gute 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2020

Extrem enttäuschend

Rixton Falls - Secrets
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Er fällt mir sehr, sehr schwer meine Gedanken zu diesem Buch spoilerfrei zusammen zu fassen. Ich bin so unglaublich enttäuscht von dieser Geschichte und zugleich wütend und genervt von den Protagonisten.
Die ...

Er fällt mir sehr, sehr schwer meine Gedanken zu diesem Buch spoilerfrei zusammen zu fassen. Ich bin so unglaublich enttäuscht von dieser Geschichte und zugleich wütend und genervt von den Protagonisten.
Die Geschichte wird abwechseln von Royal und Demi erzählt. Der Prolog spielt in ihrer Kindheit und Jugend; man lernt die beiden und ihre Hintergründe kennen, erlebt wie ihre Beziehung zueinander sich verändert und wie sie schließlich ein Paar werden. Dann verschwindet Royal ohne eine Erklärung von einem Tag auf den Anderen, und Demi ist am Boden zerstört. Anschließend beginnt die Hauptgeschichte 7 Jahre später.

Der Prolog konnte mich begeistern, fesseln und sorgte dafür, dass ich mich in die Charaktere verliebte. Doch als der Prolog zu Ende war hatte ich leider das Gefühl, in einer ganz anderen Geschichte mit fremden Personen zu stecken, die mir allesamt nicht sympathisch waren. Es kamen plötzlich Thematiken hinzu, die ich niemals erwartet hätte, und dies hätte durchaus eine positive Überraschung werden können. Dennoch hat die Geschichte für mich auf ganzer Linie versagt. Ich möchte versuchen, dies spoilerfrei anhand von drei Punkten zu erklären.

1. Ich mochte nicht, wie Royals Handlungen als heroisch und selbstaufopfernd verkauft wurden. Meiner Meinung nach hat er sich machohaft und übergriffig gegenüber Demi verhalten; er hat Entscheidungen für sie getroffen, die sie als eigenständige Persönlichkeit mit Mitte 20 selbst treffen sollte. Er hat ihr die Möglichkeit genommen, selbst über die Gestaltung ihres Lebens zu entscheiden, weil er der Meinung war, zu wissen, was besser für sie ist; obwohl er zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung hatte, was in ihr vorgeht. Dieses Verhalten finde ich absolut unausstehlich und hat ihm sämtliche Sympathiepunkte von meiner Seite gekostet.
2. Ich fand es schrecklich, wie teilnahmslos Demi alles mit sich machen lässt, was andere wollen - nicht (nur) Royal, sondern vor allem Andere. Sie frisst sämtliche Gedanken und Sorgen in sich hinein, lässt ihr Leben fremdbestimmen und ruinieren und sucht dann auch noch verzweifelt nach Entschuldigungen für die Anderen. Selbst ihren engsten Vertrauten erzählt sie nichts. Ich wollte sie so oft schütteln und anschreien, damit sie selbst mal etwas herum schreit, doch sie bleibt ein stummer und fast gleichgültiger Fisch. Ab einem bestimmten Punkt hatte ich für dieses Verhalten absolut kein Verständnis mehr, da dachte ich mir nur noch "selbst schuld".
3. Die Emotionen zwischen Royal und Demi kamen bei mir leider überhaupt nicht an. Vielleicht lag es an meiner Antipathie, aber die Szenen zwischen ihnen konnten mich nicht berühren. Man hat auch keine Zeit, ein Gefühl für ihre Beziehung zueinander zu entwickeln, weil die Momente zwischen ihnen immer nur mit Verlangen und Sehnsucht gefüllt sind; ein richtiges Kennenlernen, daten oder romantische Momente miteinander gab es nicht.

Hinzu kommen noch andere kleine Punkte, die mich störten. Wie Royal es hinauszögert, sein Geheimnis zu lüften, ging mir irgendwann nur noch auf die Nerven; ich hätte ihm schon nach wenigen Kapiteln die Tür vor der Nase zugeschlagen. Demis Familie schwankt so extrem in ihren Loyalitäten, dass das eine ernstzunehmende vererbbare Krankheit zu sein scheint. Das Ende wirkte auf mich extrem erzwungen, all diese unrealistischen Wendung bzgl. Royals Vergangenheit und Demis Problemen, nur damit ein rundum schmalziges Happy End herauskommt. Und oben drauf gab es in der Geschichte noch einige... sagen wir, sehr veraltet wirkende Andeutungen, die ich bedenklich finde und von denen ich nicht so recht weiß, ob sie tatsächlich die Meinung der Autorin widerspiegeln.

Fazit:
Alles in allem hat mich dieses Buch - nach dem hervorragenden Prolog - maßlos enttäuscht und ich bin noch immer zutiefst traurig und wütend, dass ich solch eine Rezension schreiben muss. Ich hoffe sehr, dass die anderen Bücher der Autorin qualitativ besser sind - ich muss aber ehrlich gestehen, dass ich stark bezweifle, ob ich ihr mit einer anderen Geschichte nochmal eine Chance gebe. Für den guten Schreibstil und weil es in der zweiten Hälfte der Geschichte ein paar Szenen gab, die mir gefallen haben, sowie für den tollen Prolog vergebe ich 2 Sterne.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 18.10.2020

Sehr süße Eishockey-Romance

The Brooklyn Years - Was von uns bleibt
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Dieser erste Band der neuen Reihe von Sarina Bowen wird abwechselnd aus den Perspektiven von Georgia und Leo erzählt. Diese beiden Figuren kennt man bereits aus den letzten beiden Bänden der "Ivy Years"-Reihe, ...

Dieser erste Band der neuen Reihe von Sarina Bowen wird abwechselnd aus den Perspektiven von Georgia und Leo erzählt. Diese beiden Figuren kennt man bereits aus den letzten beiden Bänden der "Ivy Years"-Reihe, dennoch kann man diese Geschichte unabhängig davon lesen.

Georgia und Leo waren während der Highschool zusammen, bis Georgia etwas schlimmes passiert ist. Obwohl Leo auch in dieser schweren Zeit für sie da war, hat sie sich zum Ende der Highschool von ihm getrennt, um neu anfangen zu können. Das Buch beginnt, als Leo vom Eishockey-Team in Brooklyn eingekauft wird und plötzlich nicht nur mit Georgias Vater, dem Coach des Teams, konfrontiert wird, sondern auch mit Georgia selbst, die als Pressesprecherin für das Team arbeitet.

Auch wenn das Setting in diesem Band ein komplett anderes ist als in der "Ivy Years"-Reihe, hat es sich für mich ein bisschen nach Zuhause angefühlt. Ich liebe Sarina Bowens angenehmen Schreibstil und Leo hatte ich auch schon in mein Herz geschlossen. Er ist ein absoluter "Good Guy", freundlich und hilfsbereit und ehrlich. Aber er ist auch sehr zielstrebig und gibt selten auf. Auch Georgia hatte es mir sofort angetan, mit ihrer taffen und zugleich verletzlichen Art. Sie hat es nicht leicht, denn als junge Frau in einem Beruf, in dem sie von Männern umgeben ist, muss sie es schaffen, respektiert und geachtet zu werden. Der Eishockey nimmt in diesem Buch eine große Rolle ein, da man viele Szenen auf dem Spielfeld und hinter den Kulissen erlebt und der Alltag des Teams sowohl Leos, als auch Georgias Leben bestimmt.

Mir hat sehr gefallen, dass man als Leser die Anziehung zwischen Leo und Georgia spüren kann und die Geschichte nicht lange vor sich hin plätschert, sondern sehr schnell deutlich macht, wie viel beide noch füreinander empfinden. Leo sieht diese Chance als Wink des Schicksals und setzt alles daran Georgia zu zeigen, dass er noch immer interessiert ist, während Georgia mit den Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen hat. Es gab viele süße Szenen, viele spannende Szenen, aber auch ein oder zwei, bei denen ich mit den Tränen zu kämpfen hatte.

Das, was Georgia passiert ist, wird nicht ausführlich thematisiert, sondern lediglich die Folgen für ihre Beziehung zu Leo aufgezeigt. Da das Ereignis bereits mehrere Jahre her ist und eine angemessene Thematisierung weit mehr als dieses eine Buch benötigt hätte, fand ich diese Herangehensweise sehr passend. Es geht weniger darum, wie Georgia dieses Ereignis verarbeitet hat, sondern eher, wie sie ihre Unsicherheiten besiegt und was das, was ihr passiert ist, mit ihrem Vater und Leo gemacht hat. Dieser Aspekt wurde sehr eindrucksvoll dargestellt. Ein paar mehr Informationen zu dem damaligen Ereignis hätte ich mir dennoch gewünscht.

Das Ende empfand ich als ein wenig schwächer als den Rest der Geschichte. Ein kleines Drama kurz vor Schluss erschien mir ein wenig zu gewollt herbei geführt, und das Finale war mir einen Tick zu kitschig. Dennoch bin ich sehr begeistert von der Geschichte und war mit dem Ende zufrieden.

Fazit:
Eine weitere wunderschöne Geschichte aus der Hand von Sarina Bowen, die süß ist und unterhält und nicht zu viel Herzschmerz und Drama aufwühlt. Ich habe mich insbesondere in Leo verliebt und kann durch die spannende Darstellung nun auch mehr mit Eishockey anfangen. Sehr empfehlenswerte 4,5 Sterne von mir.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 17.10.2020

Interessante, schöne Geschichte, ABER...

What I Like About You
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Diese Geschichte wird aus der Perspektive von Halle / Kels erzählt. Im Buch sind gelegentlich Chatverläufe, Blogpost u.ä. abgebildet.

Aufgrund des Jobs ihrer Eltern musste Halle sehr oft umziehen und ...

Diese Geschichte wird aus der Perspektive von Halle / Kels erzählt. Im Buch sind gelegentlich Chatverläufe, Blogpost u.ä. abgebildet.

Aufgrund des Jobs ihrer Eltern musste Halle sehr oft umziehen und konnte nie an einem Ort Fuß fassen. Nach dem Tod ihrer geliebten Großmutter beschließt sie, ihr letztes Jahr vor dem College bei ihrem Großvater zu verbringen, um diesem Gesellschaft zu leisten und sich besser auf ihren Blog konzentrieren zu können. Auf diesem Blog schreibt sie ihre Meinung zu Büchern und untermalt diese durch selbstgebackene, zum Thema oder Cover des Buches passende Cupcakes. Sie hat eine große Leserschaft, bekommt Anfragen von Verlagen und hat viele Online-Freunde, die sie nur als Kels kennen und nichts über ihre wahre Identität wissen. Ihr bester Freund Nash weiß ebenfalls nicht, wer sie in Wirklichkeit ist - was zu einem Problem wird, als er ihr plötzlich gegenüber steht. Halle ist hin und her gerissen, wie sie ihre Identität vor ihm geheim halten soll, denn wenn er erkennt, wie uncool sie im Reallife ist, wird er sich von ihr abwenden... oder?

Mir (als nicht Blogger) hat sehr gefallen, wie viel man durch Kels über das (stressige) Leben eines Bloggers erfährt. Lesen und die Online-Buchcommunity spielen eine sehr große Rolle in diesem Buch. Die Geschichte war spannend und durch die Chatverläufe, Mails, Blogposts oder andere eingeschobene Unterhaltungen wurde die Geschichte immer wieder angenehm aufgelockert. Ich mochte die Nähe, die Halle und ihren Bruder verbindet, und den Freundeskreis um Nash. Eine zentrale Thematik dieses Buchs ist die Frage, wer wir online im Vergleich zu unserem Auftreten im wahren Leben sind und wie man diese verschiedenen Persönlichkeiten zusammen bringen kann. Mir hat sehr gefallen, dass dieses Thema in einem Jugendbuch aufgegriffen wird und wie Halles Zerrissenheit zwischen ihren zwei Identitäten dargestellt wurde.

Ich mochte die Stimmung, die zu Beginn des Buches herrschte; Halle trauert noch immer um ihre Großmutter, der sie ihre Leidenschaft fürs Lesen und fürs Backen verdankt, und als sie mit ihrem jüngeren Bruder bei ihrem Großvater einzieht wird ihr bewusst, wie sehr auch dieser noch von der Trauer festgehalten wird. Mir hat gefallen, dass Halle und ihre zwei Identitäten zwar im Mittelpunkt der Handlung standen, dass aber am Rande noch so viel mehr Themen aufgegriffen wurden: Trauer und das Weiterleben nach einem Verlust, sexuelle Orientierung, Heimatlosigkeit und das Gefühl, zum ersten Mal anzukommen, aber auch der jüdische Glaube. Auch wenn ich nicht religiös bin fand ich es interessant, hier mal etwas mehr über den jüdischen Glauben, die Rituale und die Feiertage zu erfahren, allerdings hätte ich mir ein paar Erklärungen zu den Begrifflichkeiten gewünscht.

Der einzige, aber leider riesige Kritikpunkt, den ich an dieser Geschichte habe, ist das Verhalten von Halle gegenüber Nash. Für meinen Geschmack hat sich das Versteckspiel viel zu lange hingezogen, so lange, dass es irgendwann einfach nicht mehr zu entschuldigen war. Zu Beginn konnte ich Halles Unsicherheit vollkommen nachvollziehen, aber im weiteren Verlauf der Handlung wurde sie mir immer unsympathischer. Irgendwann kam sie mir nur noch feige und egoistisch vor, und auch nach Beenden des Buches kann ich ihr Verhalten nicht verstehen. Nash tat mir unglaublich leid, und ich bin so wütend auf Halle geworden, dass ich die zweite Hälfe des Buches kaum noch genießen konnte.

Fazit:
Dieses Buch hätte für mich ein Highlight werden können, wenn das Versteckspiel von Halle nicht so unnatürlich lang hinausgezögert worden wäre. Das hat mir die Freude beim Lesen leider etwas genommen. Insgesamt haben mir die vielen Thematiken dieser Geschichte aber sehr gefallen, weshalb ich lesenswerte 3,5 Sterne vergebe.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 14.10.2020

New Orleans hat mich begeistert

Love is Loud – Ich höre nur dich
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Im ersten Band dieser Reihe, die sich um eine Band in New Orleans dreht, wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Franzi und Link geschildert.
Franzi kommt aus Deutschland und hat soeben ...

Im ersten Band dieser Reihe, die sich um eine Band in New Orleans dreht, wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Franzi und Link geschildert.
Franzi kommt aus Deutschland und hat soeben ihr Studium erfolgreich abgeschlossen. Bevor sie den Rest ihres Lebens in einem langweiligen Büro verbringt, möchte sie für ein Jahr "leben". Deshalb verbringt sie ein Jahr in New Orleans, wo sie einem älteren, einsamen Mann Gesellschaft leisten soll. Während sie es genießt, durch die Straßen zu schlendern und diese neue Welt zu entdecken, trifft sie auf den Straßenmusiker Lincoln.
Link ist Mitglied in einer Band, und während er an den Abenden gelegentliche Auftritte hat, verbringt er seine Tage in den Fußgängerzonen New Orleans, um sich das Geld für seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er liebt seine Stadt, die Menschen und die Stimmung dort. Allerdings hat er noch immer mit dem Verlust seiner Schwester zu kämpfen.

Zu Beginn der Geschichte hatte ich starke Probleme dabei, mit Franzi warm zu werden. Sie wirkte sehr viel jünger, als sie eigentlich ist, und ich hatte den Eindruck, sie würde überhaupt keine eigene Persönlichkeit besitzen. Ständig war sie sprachlos, gab keine Widerworte und akzeptierte Situationen einfach so, wie sie waren. Dennoch habe ich die Geschichte weiterverfolgt, und die Gründe dafür waren Link und Hugo.
Link mochte ich von der ersten Sekunde an. Er ist in New Orleans geboren und aufgewachsen und verkörpert das Lebensgefühl dieses Ortes. Er ist jemand - teilweise durch seine persönlichen Erfahrungen - der für den Augenblick lebt und mit dem zufrieden ist, was er hat. Ich mochte sehr, wie er ohne Scheu auf völlig fremde Personen zugeht und wie liebevoll er sich um seine Nichte und seinen Neffen sorgt und kümmert.
Und auch Hugo, der ältere Mann, um den Franzi sich kümmert, hat mir sehr gefallen. Er wirkt auf den ersten Blick etwas griesgrämig, ist jedoch auch wundervoll schlagfertig und "jugendlich". Ich mochte sehr, wie er Franzi herausfordert und auf die Probe stellt, ohne dabei gemein zu sein.


Mir hat an dieser Geschichte sehr gefallen, dass man das Gefühl hatte, gemeinsam mit den Figuren in New Orleans zu sein. Diese Gefühle der Freiheit, der Lebendigkeit und der Schlaflosigkeit, welche die Stadt ausstrahlt, haben mich während der gesamten Lesezeit begleitet und mir sehr viel Spaß gemacht.
Ich mochte die Annäherung zwischen Franzi und Link, die sich sehr natürlich anfühlte und mir weder gehetzt, noch zu schleppend vorkam. Die beiden sind ein tolles Team, weil sie sich durch ihre Gegensätze hervorragend ergänzen. Nach dem ersten Drittel spürte ich eine Veränderung in Franzis Verhalten, die sie auch selbst spürte, und konnte mich von da an gut auf sie einlassen. Insgesamt hat mir sehr gefallen, welche charakterliche Entwicklung Franzi im Verlauf der Handlung nimmt und wie sie durch ihre Erlebnisse und durch die neuen Menschen in ihrem Leben reift.
Die Nebenfiguren wirkten auf mich sehr authentisch und die Spannung, welches Geheimnis Link vor Franzi verbirgt und wie es nach Franzis Auslandsjahr mit ihnen weitergeht, hat mich an den Seiten kleben lassen.

Zum Ende des Buches habe ich zwei kleine Kritikpunkte; so war mir das "Drama" am Ende ein wenig zu gewollt herbeigeführt, und die Verwandtschaft von zwei Figuren erschien mir ein zu großer Zufall zu sein. Dennoch hat mich beides nicht weiter gestört.

Fazit:
Mein Verstand sagt mir, dass ich diesem Buch 4,5 Sterne geben sollte. Es war eine sehr schöne Liebesgeschichte mit tollen Protagonisten, jedoch brauchte ich meine Zeit, um mit Franzi warm zu werden. Mein Herz jedoch hängt noch immer an diesem wundervollen Gefühl, das ich während des Lesens hatte, und an all den wundervollen Figuren, bei denen ich das Gefühl habe, selbst mit ihnen befreundet zu sein. Daher kann ich nicht anders, als hier volle 5 Sterne zu vergeben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere