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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.11.2019

Ein grandioser Abschluss für eine grandiose Reihe

Ophelia Scale - Die Sterne werden fallen
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Nochmal kurz zur Vollständigkeit: Lenas Schreibstil ist der Hammer! Ich habe ihn ja schon bei den ersten Teilen gelobt, aber ich muss es nochmal machen! Die Welt wurde so klar vor meinen Augen, genau wie ...

Nochmal kurz zur Vollständigkeit: Lenas Schreibstil ist der Hammer! Ich habe ihn ja schon bei den ersten Teilen gelobt, aber ich muss es nochmal machen! Die Welt wurde so klar vor meinen Augen, genau wie die Charaktere! Das habe ich wirklich selten. Ich versinke nicht häufig so komplett in Büchern, dass ich das Gefühl habe, eine Karte oder Bilder der Welt und der Personen anfertigen zu können!
Ophelia hat sich während der drei Teile wirklich entwickelt. War sie am Anfang noch nicht 100% sicher, wo ihr Platz in der Welt ist, hat sie ihn am Ende gefunden. Sie hat aber auch Macken, die sie nicht ablegen konnte, was ich wirklich sympathisch und authentisch finde! Lucien ist mir unglaublich ans Herz gewachsen. Er hat ebenfalls einen so vielfältigen und tiefgründigen Charakter. Grundsätzlich hat es Lena geschafft, sehr nahbare und vielseitige Charaktere zu schaffen. Sie sind nicht nur schwarz und weiß, Gut und Böse, sie alle haben ihre eigene Geschichte und Motivation.

Der Verlauf der Geschichte ist auch einfach großartig. Für mich hatte der dritte Teil, wie auch die anderen, keine Längen. Er war durchweg spannend und ich konnte und wollte nicht aufhören zu lesen. Neben der eigentlichen Handlung, gab es genug Platz für Gefühle. Und die Wendungen! Wie oft saß ich mit offenem Mund vor dem Buch, weil ich nicht vorhergesehen habe, was passieren wird!

Auch die Welt und ihre Geschichte finde ich fruchtbar interessant. Die ganzen Hintergründe der Omni, der Lebensweise Davor & Danach, die Politik, die Geschichten der Charaktere, des Wandels finde ich sehr spannend. Auch wenn die Reihe einen schönen runden Abschluss hat, würde ich mir wünschen noch viel mehr erfahren zu können.

Ich habe keinerlei Kritik und kann nur sagen „LEST ALLE OPHELIA SCALE!“, denn die drei Bücher gehören zu meinen Jahreshighlights und werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. 5+/5

Veröffentlicht am 07.11.2019

Ein toller Auftakt, der Lust auf mehr macht

Ashes and Souls - Schwingen aus Rauch und Gold
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Mila hat eine besondere Gabe: Sie kann den Tod von Menschen vorhersehen. Menschen die bald sterben verlieren ihre Farbe und werden Grau. Als ihre Mutter eine Graue wird und schließlich stirbt, bricht für ...

Mila hat eine besondere Gabe: Sie kann den Tod von Menschen vorhersehen. Menschen die bald sterben verlieren ihre Farbe und werden Grau. Als ihre Mutter eine Graue wird und schließlich stirbt, bricht für Mila eine Welt zusammen. Um ein bisschen mehr über ihre Gabe und ihre Familie herauszufinden reist sie nach Prag. Dort angekommen lernt sie Tariel kennen und ahnt nicht, wie sich dadurch ihr Leben komplett verändern wird.

Das Cover mag ich sehr gerne. Die Farben spielen gut zusammen und es vermittelt schön die Atmosphäre des Buchs. In den Schreibstil musste ich mich erstmal reinfinden. Ich kann gar nicht ganz genau beschreiben, woran es lag, aber ich war nicht sofort warm mit ihm. Als ich einmal drin war, empfand ich ihn aber als sehr malerisch und emotional. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Mila, Asher und Tariel erzählt. Mila ist ein starkes und schlagfertiges Mädchen. Was mir gut gefallen hat, war wie Mila mit ihr unbekannten Dingen umgeht. Oft akzeptieren mir die Protagonisten so etwas zu schnell, doch bei Mila fand ich den Prozess sehr schön. Tariel und Asher haben zu Anfang des Buchs mit meiner Sympathie gespielt, näher möchte ich darauf nicht eingehen, damit ihr es auch noch erleben könnt! Der Plot hat mich nicht vollkommen überrascht, aber es gab doch kleinere Situationen, mit denen ich nicht 100% gerechnet habe. Wirklich toll sind die Beschreibungen von Prag und wenn ich vorher noch nicht in die Stadt gewollt hätte, wäre sie spätestens jetzt auf meiner Reiseliste gelandet. Meine heimlichen Helden der Geschichte sind die beiden „Haustiere“ von Asher: Mim und Pan. Sie sind zum dahinschmelzen und geben der Geschichte nochmal ein tolles Extra mit.

Bewertung: 4,5/5

Veröffentlicht am 07.11.2019

Leider nicht meine Art eine Geschichte zu erleben

Der Report der Magd
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Von einem auf den anderen Tag wird die Verfassung außer Kraft gesetzt und eine neue tritt in Kraft. Von nun an haben Frauen keine Rechte mehr: Sie dürfen nicht mehr arbeiten, haben kein eigenes Geld mehr, ...

Von einem auf den anderen Tag wird die Verfassung außer Kraft gesetzt und eine neue tritt in Kraft. Von nun an haben Frauen keine Rechte mehr: Sie dürfen nicht mehr arbeiten, haben kein eigenes Geld mehr, dürfen nicht lesen und schreiben. Sie dürfen nur noch ihrer zugewiesenen Bestimmung nachkommen und ihrem Kommandanten gehorchen. Desfred ist eine Magd und somit dafür zuständig, dass ihr Kommandant und dessen Ehefrau ein Kind bekommen. Doch der neue totalitäre Staat hat sie noch nicht ganz gebrochen…

Ich habe das Buch vor einigen Jahren schon gelesen, kenne also den Inhalt der geschriebenen Geschichte und beurteile die graphic novel daher natürlich auch anders. Die Zeichnungen sind wirklich gut und geben der Geschichte noch mehr an Ausdruckskraft. Ich fand es schön, mal zu sehen, wie Gilead und der Rest der Welt dargestellt wird. Der Rest hat mich leider nicht so überzeugt. Vielleicht liegt das auch an meinem Vorwissen zur Geschichte, aber ich finde, man bekommt sehr wenig durch die graphic novel mitgegeben. Gezeichnet und mit Texten versehen sind im Prinzip nur die Hauptwendungen. Natürlich sollen die Bilder das drum herum vermitteln, aber ich finde, dass gerade eine Geschichte wie „Report der Magd“ auch von den Beschreibungen der Welt, der Gefühle und des Tagesablaufs lebt. Das bekommt man hier (logischerrweise) nicht. Auf der einen Seite weiß ich, dass die Umsetzung einer solchen Geschichte als graphic novel anders nicht möglich ist, auf der anderen Seite hat es mir trotzdem leider nicht so gut gefallen. Wen meine Kritikpunkte nicht stören, der bekommt hier aber eine tolle Dystopie, denn meine Kritik bezieht sich keineswegs auf die Geschichte selbst, die ist nämlich großartig!

Bewertung: 2/5

Veröffentlicht am 07.11.2019

Eine großartige Fortsetzung

Die Zeuginnen
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Eine Zusammenfassung zu schreiben ist hier besonders schwer, denn viel des Plots hängt davon ab, dass man es langsam herausfindet. Daher nur so viel: Die Geschichte wird aus der Sicht von drei Frauen beschrieben, ...

Eine Zusammenfassung zu schreiben ist hier besonders schwer, denn viel des Plots hängt davon ab, dass man es langsam herausfindet. Daher nur so viel: Die Geschichte wird aus der Sicht von drei Frauen beschrieben, von denen jede ihre ganz eigene Erfahrung mit dem totalitären Staat Gilead gemacht hat. Aufgebaut sind die Perspektiven als Zeugenaussagen oder Tagebucheinträge. Die Geschichte spielt nach der Flucht von Desfred aus dem ersten Teil und erzählt uns, wie es mit Gilead weitergeht.

Das Cover finde ich sehr schön. Es hat zwei verschiedene Seiten, die alles einnehmen. Ein Klappentext ist nicht wirklich vorhanden, was mich auch noch zusätzlich neugierig gemacht hat. Der Schreibstil von Atwood ist wie auch schon beim ersten Teil einfach flüssig. „Die Zeuginnen“ ist trotz des anspruchsvollen Themas ein richtiger Pageturner und ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Anfangs kam mir alles etwas geheimnisvoll vor. Es wurde bis spät ins Buch nie eindeutig gesagt, von wem die drei Perspektiven sind und auch viel Hintergrund der Geschichte kommt erst mit der Zeit raus. Aber dennoch nicht so, dass sich der Leser hingehalten fühlt und die Geschichte nicht versteht. Zum Inhalt kann und möchte ich nicht so viel sagen, da ich schnell spoilern würde und ich möchte ja, dass ihr diese beiden Meisterwerke noch selbst erleben könnt! Es sei so viel gesagt, dass die Geschichte mich zu jedem Zeitpunkt gefesselt hat und ich einige Male vom Verlauf und den Wendungen überrascht wurde.

Bewertung: 5/5

Veröffentlicht am 07.11.2019

Eine tolle Trilogie mit ausgereifter Welt

Die Grisha-Trilogie
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Alina ist Kartografin in der Armee des Zaren. Sie steht vor ihrem ersten Einsatz in die Ödsee. Ein Ort voller Gefahren und Finsternis, die sich auf unerklärliche Weise vor vielen Jahren im Land verbreitet ...

Alina ist Kartografin in der Armee des Zaren. Sie steht vor ihrem ersten Einsatz in die Ödsee. Ein Ort voller Gefahren und Finsternis, die sich auf unerklärliche Weise vor vielen Jahren im Land verbreitet hat. Während der Durchquerung werden sie und ihr Team von Volkra angegriffen. Alina versucht ihren Freund Mal vor einem Angriff zu retten und entdeckt dabei, dass sie die Kräfte einer Grisha hat und das wirft ihr Leben gehörig durcheinander...

Die Cover passen gut zur Geschichte, sie stellen jeweils symbolisch einen Handlungsstrang der Geschichte dar. Solche Zusammenhänge freuen mich immer sehr. An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, aber nach gut 50 Seiten war ich drin und der Rest hat sich einfach gelesen. Leigh Bardugo schafft hier eine Welt, die an ein Zarenreich angelehnt ist. Sie hat ganz eigene Begriffe, Magie und gesellschaftliche Zusammenhänge, in die ich mich zwar erst mal rein finden musste, die dann aber eine absolut einmalige und tolle Welt ergeben. Schiffe, werden hier zum Beispiel „Skiff“ genannt. Alina ist durch ihre Vergangenheit geprägt zwar grundsätzlich ein starker Charakter, jedoch ist sie auch relativ naiv und ein bisschen wankelmütig. Das fand ich im ersten Teil noch sehr anstrengend, aber sie entwickelt sich weiter und ich mochte sie in Teil zwei und drei schon mehr. Mit Mal konnte ich nie warm werden. Ich finde seine Sicht auf die Geschehnisse sehr eingeschränkt. Er sieht nur sich und seine Vorteile und kann das Ganze überhaupt nicht differenziert betrachten. Das wird ganz zum Schluss auch noch anders, aber da war es für mich zu spät. Den Dunklen hingegen mochte ich sehr gerne. Vielleicht sollte man das Böse nicht mögen, aber ich fand sein Charakter hatte so viel Tiefe und ich habe mich immer gefreut mehr über ihn zu erfahren. Auch Stormhond fand ich als Charakter sehr interessant und habe mich über Szenen mit ihm gefreut. Viele der Nebencharaktere mochte ich auch gerne oder eben nicht, aber sie haben der Geschichte ihre eigene Note verliehen. Die Handlung war für mich jetzt nicht vollkommen unvorhersehbar, doch hatte sie trotzdem ein paar Stellen, die mich überrascht haben und sie hatte mich dauerhaft in ihrem Bann! Daher habe ich auch alle Teile an einem Stück gelesen und muss jetzt unbedingt noch mehr aus dem Grishaverse lesen!

Bewertung: 4,5/5