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Curin

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2020

Spannender Thriller mit zu viel Gewalt

Der Spiegelmann
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Als das seit Jahren verschwundene Mädchen Jenny Lind mitten in Stockholm tot auf einem Spielplatz aufgefunden wird, beginnt Kommissar Joona Linna zu ermitteln. Doch der einzige Zeuge ist der stark traumatisierte ...

Als das seit Jahren verschwundene Mädchen Jenny Lind mitten in Stockholm tot auf einem Spielplatz aufgefunden wird, beginnt Kommissar Joona Linna zu ermitteln. Doch der einzige Zeuge ist der stark traumatisierte Martin, der sich nur schwer zu den Geschehnissen äußern kann... .
Für mich war dies das erste Buch aus der Reihe rund um Joona Linna, aber dennoch konnte ich mich recht gut in den Thriller einfinden und hatte nur an wenigen Stellen das Gefühl, mir würde Vorwissen fehlen.
Die Geschichte beginnt schon ziemlich heftig mit der Entführung von Jenny und man fiebert mit ihr gleich richtig mit. Wer so wie ich Bücher liebt, die gleich ziemlich stark starten, ist hier genau richtig.
Mir hat auch gefallen, dass alle Protagonisten und ihre persönlichen Geschichten sehr gut beschrieben werden. So lernt man auch den Zeugen Martin und seine Lebensgefährtin Pamela gut kennen, aber bekommt auch gute Einblicke in das Wesen von Joona Linna.
Der Thriller liest sich flüssig und ist eigentlich durchgängig sehr spannend. Besonders am Ende wird das Tempo richtig angezogen und die Ereignisse überschlugen sich förmlich, so dass ich teilweise gar nicht mehr richtig mitkam. Auch die Auflösung zum Schluss hat mich nicht richtig überzeugen können.
Für meinen Geschmack hat der Autor auch viel zu viele Gewaltszenen eingebaut, die dann auch sehr detailreich beschrieben wurden. Das Buch ist zwar lesbar geblieben, aber viele Dinge haben mich sehr schockiert.
Insgesamt ist ,,Der Spiegelmann" ein sehr spannender und unterhaltsamer Thriller, der mich bis auf wenige Dinge überzeugt hat. Gerne empfehle ich ihn hier weiter.

  • Cover
  • Spannung
  • Charaktere
  • Handlung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 19.11.2020

Schönes Buch, aber nicht authentisch

Marigolds Töchter
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Gemeinsam mit ihrer Familie lebt Marigold in einem kleinen, idyllischem Dorf in England. Liebevoll kümmert sie sich um ihre beiden bereits erwachsenen Töchter, ihre Mutter und ihren kleinen Dorfladen. ...

Gemeinsam mit ihrer Familie lebt Marigold in einem kleinen, idyllischem Dorf in England. Liebevoll kümmert sie sich um ihre beiden bereits erwachsenen Töchter, ihre Mutter und ihren kleinen Dorfladen. Doch eines Tages bemerkt sie Veränderungen an sich, die sie lange geheim zu halten versucht... .
Julia Woolf hat hier einen schönen Roman geschrieben, der sich mit einem wichtigen Thema beschäftigt, aber mich nicht hundertprozentig überzeugen könnte.
Marigold ist die Hauptfigur und eine sehr sympathische Frau, die sich immer um andere Menschen sorgt und dabei sich selbst oft vergisst. Leider erkrankt sie nach und nach an Demenz und damit wird im Buch eine Krankheit in den Mittelpunkt gestellt, über die man sonst nicht so viel in Romanen liest.
Ich finde es gut, dass das Thema hier behandelt wird, doch aus meiner Sicht wird ihr Krankheitsverlauf und der Umgang der anderen Leute damit viel zu positiv dargestellt. Im wirklichen Leben sieht das oft ganz anders aus.
Ansonsten ist das Buch wirklich schön geschrieben und man kann sich durch die vielen Details das kleine Dorf und seine Bewohner sehr gut vorstellen.
Insgesamt hat mir ,,Marigolds Töchter" gut gefallen, aber die Krankheit wird aus meiner Sicht nicht authentisch dargestellt. Dennoch kann ich das Buch weiterempfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.10.2020

Eine starke Frau

Sag die Wahrheit, auch wenn deine Stimme zittert
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2017 wird die bekannte Journalistin Daphne Caruana Galizia Opfer eines Mordanschlags. Jahrelang hat sie recherchiert und dabei viele dunkle Geheimnisse mächtiger Leute ans Licht gebracht.
Dieses Buch hat ...

2017 wird die bekannte Journalistin Daphne Caruana Galizia Opfer eines Mordanschlags. Jahrelang hat sie recherchiert und dabei viele dunkle Geheimnisse mächtiger Leute ans Licht gebracht.
Dieses Buch hat sie selbst begonnen, aber vor ihrem Tod nicht beenden können. So haben ihre Söhne die Aufzeichnungen ihrer Mutter vervollständigt und jetzt dieses Buch veröffentlicht.
Mich hat ,,Sag die Wahrheit, auch wenn deine Stimme zittert" sehr beeindruckt. Auch wenn ich vorher noch nie etwas von Daphne gehört habe, kam ich schnell in die Thematik hinein und war schockiert, welche Abgründe sie aufdeckt. Ihr Mut ist einfach sehr beeindruckend und mich macht es sprachlos, mit welcher Klarheit und Deutlichkeit sie Dinge anprangert und an die Öffentlichkeit gebracht hat.
Ihr Schicksal macht mich schon sehr betroffen und ich denke, dieses Buch sollte jeder einmal lesen.
Insgesamt ist das Buch ein wichtiges und aufrüttelndes Werk, welches ich hier gerne weiterempfehle.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.09.2020

Leicht verständlich

Keine Panik, ist nur Technik
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Wie bestimmt künstliche Intelligenz unseren Alltag? Oft sind es nicht mehr Menschen, die unsere Angaben auswerten, sondern Computer, die Profile erstellen, nach denen entschieden wird, wieviel wir bei ...

Wie bestimmt künstliche Intelligenz unseren Alltag? Oft sind es nicht mehr Menschen, die unsere Angaben auswerten, sondern Computer, die Profile erstellen, nach denen entschieden wird, wieviel wir bei einer Versicherung zahlen usw. .
Kenza Ait Si Abbou zeigt in diesem Buch, in welchen Bereichen bereits KIs stark auf dem Vormarsch sind.
Mir hat gleich gefallen, dass sie kein Fachchinesisch schreibt, sondern sich verständlich ausdrückt. Sie gibt auch Einblick in das Thema Programmieren und Algorithmen, der für mich allerdings hätte größer ausfallen können.
Mich hat beim Lesen gleichermaßen fasziniert, aber auch erschreckt, wie Computer Profile erstellen. Natürlich können so Daten besser und schneller ausgewertet werden, aber es fehlt oft einfach ein Mensch, der Dinge manchmal eben ganz anders und menschlicher bewerten würde.
Insgesamt liest sich das Buch gut und die Autorin zeigt einfach und verständlich auf, wo heute schon KIs entscheidend sind. Gerne empfehle ich das Buch hier weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.09.2020

Ein starkes Stück Literatur

Gipskind
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Andrea wird in Österreich mitten in eine Bauersfamilie hinein geboren. Mit ihrer Behinderung hat sie es im Leben oft schwer, aber entwickelt sich dennoch zu einem starken Mädchen und damit auch zu einer ...

Andrea wird in Österreich mitten in eine Bauersfamilie hinein geboren. Mit ihrer Behinderung hat sie es im Leben oft schwer, aber entwickelt sich dennoch zu einem starken Mädchen und damit auch zu einer starken Frau... .
Gabriele Kögl hat hier eine bewegende Geschichte geschrieben, die mich an vielen Stellen sehr berührt und auch aufgewühlt hat.
Im Mittelpunkt steht Andrea, die alleine durch ihre Behinderung schon einen schweren Start ins Leben hat und auch von ihren Eltern keine Zuneigung, sondern nur Strenge und Härte erfährt. Allein die Großmutter liebt sie von ganzem Herzen und unterstützt sie.
Mich hat beim lesen beeindruckt, was für eine Entwicklung Andrea durchmacht. Dass, was sie mit ihren Beinen nicht leisten kann, macht sie mit ihrem ehrlichen und manchmal ziemlich großem Mundwerk wieder wett und konfrontiert damit ihre Umwelt oft mit Dingen, die unangenehm sind und eigentlich nicht ausgesprochen werden sollen.
Die Autorin schreibt gut lesbar und schildert ohne viel Schnickschnack Andreas Schicksal.
Bei mir hat das Buch unterschiedlichste Gefühle ausgelöst. So habe oft Mitleid mit Andrea empfunden, aber manchmal musste ich auch schmunzeln, als zum Beispiel beschrieben wird, wie der Vater auf dem Plumsklo sitzt und sich dabei mit vorübergehenden Leuten unterhält.
Insgesamt ist ,,Gipskind" ein außergewöhnlich geschriebenes Buch, das aufwühlt und mich beeindruckt hat. Gerne empfehle ich es hier weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere