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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2021

Wer bin ich?

Hirngespenster
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Worum geht es? Nachdem Silvie schwer verunglückt, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Wo ist ihre geliebte Schwester, der es vor ihrem Unfall so schlecht ging und weshalb ist ihre langjährige Rivalin ...

Worum geht es? Nachdem Silvie schwer verunglückt, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Wo ist ihre geliebte Schwester, der es vor ihrem Unfall so schlecht ging und weshalb ist ihre langjährige Rivalin nun ständig an ihrer Seite?

Dieses Buch ist absolut emotionsgeladen und ein wahrhaftes Meisterwerk, denn es spricht etliche Gefühlslagen und Stimmungen an, mit denen so ziemlich jeder etwas anfangen kann. Mit diesen, an Chaos grenzenden, Emotionen schafft es die Autorin, eine drückende und belastende Stimmung zu schaffen, die ihrerseits den Spannungsbogen beinahe durchgehend auf einem hohen Level hält.

Es zu lesen macht aus so vielen Gründen Spaß: einerseits begeistert es mit einer tollen Palette an verschiedenen Charakteren, die zwar nicht alle liebevoll sind, dafür aber liebevoll geschaffen worden. Zudem gefällt mir der Schreibstil sehr gut, denn dieser ist sehr flüssig zu lesen und beinhaltet etwas Geheimnisvolles, sodass man einfach weiterlesen muss, da man mit jeder Seite dem großen Geheimnis etwas näher kommt. Geheimnisse gibt es hier übrigens wie Sand an Meer.

Generell ist die gesamte Geschichte so filigran miteinander verwoben und das, obwohl diese aus der Sicht von drei verschiedenen Personen erzählt wird. Umso erstaunlicher ist es zu sehen, wie sich zum Schluss alles zu einem Ganzen entwickelt und seine gesamte Wirkweise entlädt. Einfach toll!

Abschließend lässt sich sagen, dass das Buch am Ende mit einem sehr spannenden Thema schließt, welches ich dort niemals erwartet hätte und dieses Thema hat etwas so schmerzlich Schönes an sich, dass es sich umso mehr lohnt, gelesen zu werden.

Hier wird ganz deutlich gezeigt, dass nicht tonnenweise Blut benötigt wird, um einen Thriller zu schreiben, der gut und gerne auch ein Drama sein könnte.

Von mir gibt es an dieser Stelle eine ganz klare Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2021

Er weiß, was du getan hast

Der Bewohner
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Wie würdest du reagieren, wenn du erführest, dass es sich ein Serienkiller auf deinem Dachboden gemütlich gemacht hat und er von dort aus dein ganzes Leben im Blick hat? Ganz genau so ergeht es Colette ...

Wie würdest du reagieren, wenn du erführest, dass es sich ein Serienkiller auf deinem Dachboden gemütlich gemacht hat und er von dort aus dein ganzes Leben im Blick hat? Ganz genau so ergeht es Colette und ihrem Ehemann Martyn, auf die es besagter Serienkiller, Thomas Brogan, abgesehen hat. Doch es kommt noch schlimmer: Brogan hat aufgrund eines Konstruktionsfehlers die Möglichkeit, gleich mehrere Familien mit seiner Anwesenheit zu beehren. Wird Brogan erneut zuschlagen?

Der Klappentext und auch die Leseprobe des Buches versprechen sehr viel Nervenkitzel und Spannung, denn dem Leser wird sehr schnell klar, dass etwas mit Thomas Brogan nicht stimmt. Er ist nämlich nicht nur ein gewöhnlicher Serienkiller, vielmehr ist er ein Serienkiller mit einer stark schizophrenen Persönlichkeit. Das Buch ist so gestaltet, dass der Leser durchgehend mitbekommt, was in Thomas Brogans Kopf vor sich geht, denn er steht in einem ständigen Dialog mit seinem zweiten ich, welches Brogans Motor und Lebensantrieb zu sein scheint. Dieses zweite Ich stachelt Brogan in allen möglichen Situationen zum Töten an und versucht ständig, Brogan davon abzuhalten emotional zu werden oder gar vernünftig und besonnen zu handeln. Auch, wenn man es nicht vermuten mag, so spielt gerade das Thema Emotionalität in diesem Buch eine große Rolle, denn Brogan entwickelt für zwei verschiedene Bewohnerinnen, u.a. für Colette, eine besondere Form von Emotionen. Im Laufe des Buches wird dem Leser unterbreitet, wie es zu so einer Persönlichkeitsentwicklung Brogans kommen konnte und welch Schicksalsschläge er bereits in jungen Jahren verkraften musste.

Als Fan von guten Thrillern und Krimis hatte ich an dieses Buch natürlich hohe Erwartungen, da das Grundgerüst der Story unglaublich viel Potenzial mit sich bringt. Ich wurde diesbezüglich aber leider sehr enttäuscht, denn bis auf einige spannende Momente am Ende mancher Kapitel, kommt das Buch erst auf den letzten zwanzig Seiten so wirklich in Fahrt und das war für mich ziemlich ernüchternd. Zudem finde ich die beschriebenen Unstimmigkeiten zwischen Brogan und seiner gespaltenen Persönlichkeit recht langatmig, obwohl dadurch gut zur Geltung kommt, wie sehr diese Macht über Brogan hat und er sich von ihr beeinflussen lässt. An einigen Stellen konnte ich sogar regelrecht Mitleid für Brogan empfinden, denn dieser scheint sehr gezeichnet zu sein.

Sehr gut hat mir allerdings das Cover und auch der Schreibstil gefallen. Das Cover vermittelt eine sehr düstere Atmosphäre und ist aufgrund der gewählten Farbe auch ein echter Eyecatcher. Der Schreibstil ist sehr einfach und flüssig gestaltet, sodass das Buch wirklich sehr zügig gelesen werden kann. Für meinen Geschmack waren die Kapitel allerdings viel zu kurz. Diese sind zwar so gestaltet, dass sie bestimmte Uhrzeiten verschiedener Tage repräsentieren, allerdings bin ich der Meinung, dass dies den Lesefluss teilweise stört.

Dieses Buch konnte mich insgesamt leider nicht vollends überzeugen oder fesseln.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2021

Wenn du deinem Kopf nicht mehr trauen kannst

Augenreisser
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Worum geht es? Ryan, ein talentierter Analyst des deutschen Geheimdienstes, ist dazu in der Lage zu sehen, was Menschen zwei Stunden zuvor gemacht haben. Er muss nur einen kurzen Blickkontakt aufbauen ...

Worum geht es? Ryan, ein talentierter Analyst des deutschen Geheimdienstes, ist dazu in der Lage zu sehen, was Menschen zwei Stunden zuvor gemacht haben. Er muss nur einen kurzen Blickkontakt aufbauen und schon beginnt eine Sequenz mit zuvor geschehenen Dingen. Dass diese Dinge nicht nur schön sind, sondern auch absolut abscheulich sein können, das merkt Ryan schnell. Genau so schnell merkt Ryan allerdings auch, dass etwas nicht mit ihm stimmt und so kommt natürlich schnell die Frage auf, woher diese sonderbare Kraft kommt. Ist es wirklich eine seltene Gabe oder steckt viel mehr dahinter?

Dieses Buch behandelt Themen wie Big Data, die gerade in Zeiten von Social Media einen wichtigen Platz innerhalb unserer Gesellschaft einnehmen. Es gibt Denkanstöße und zeigt auf, dass es doch recht einfach ist, an bestimmte Datensätze zu gelangen, sofern man über das nötige Know-how und dem dazugehörigen Equipment verfügt. Auch das Thema künstliche Intelligenz (KI) findet innerhalb des Buches seinen Platz und verdeutlicht zudem auch, wie unglaublich komplex unser eigenes Gehirn doch ist.

An diesem Buch haben mir gleich mehrere Dinge unglaublich gut gefallen: der Autor hat einen wirklich spannenden Erzähl- und Schreibstil. Dies führt dazu, dass der Leser nur so durch die Seiten prescht und immer mehr erfahren will, da das Buch mit einigen Plot Twists gespickt ist. Die Länge der Kapitel ist genau richtig, was bedeutet, dass sie definitiv nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz sind. Besonders gut hat mir zudem gefallen, wie detailliert die jeweiligen Charaktere gezeichnet worden. Jeder Charakter hatte seine ganz individuellen Macken oder Eigenarten, sodass es für mich persönlich sehr angenehm gewesen ist, den verschiedenen Charakteren und den dazugehörigen Handlungssträngen zu folgen. Innerhalb des Buches präsentieren drei verschiedene Kapitel eine Kurzgeschichte, von denen man anfangs nicht so genau weiß, wie man sie einzuordnen hat. Das spielerische Auflösen der Kurzgeschichten am Ende des Buches war für mich großes Kino.

Ein einziges Manko hat das Buch allerdings: die Rechtschreibung und die Interpunktion sind teilweise wirklich sehr häufig mit Fehlern versehen, weshalb ich auch einen Stern abziehe.

Nichtsdestotrotz bekommt das Buch von mir eine klare Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.04.2021

Wenn eine Melodie dein ganzes Leben verändert

Die Kirche des heiligen Prozesses
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Worum geht es? Siem Kallason, ein junger und sehr unzufriedener Mann, wünscht sich nichts sehnlicher als Freiheit, echte Freiheit. In seiner Verzweiflung geht er einen Pakt mit einem Geist ein, der Siem ...

Worum geht es? Siem Kallason, ein junger und sehr unzufriedener Mann, wünscht sich nichts sehnlicher als Freiheit, echte Freiheit. In seiner Verzweiflung geht er einen Pakt mit einem Geist ein, der Siem beauftragt, ihm ein ganzes Jahr Informationen über die Kirche des heiligen Prozesses zu liefern. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, muss sich Siem besagter Kirche anschließen, doch er ahnt nicht, wie sehr diese sein Leben verändern wird. Wird Siem jemals frei sein können?

Nachdem ich den Klappentext des Buches las, habe ich mich direkt für die dazugehörige Leserunde beworben und hatte zudem auch das Glück, bei dieser dabei sein zu dürfen. Ich habe mich im besonderen Maße für das Thema interessiert, da ich von der Thematik, die das Buch behandelt, persönlich tatsächlich betroffen bin. Dementsprechend hoch sind meine Erwartungen natürlich auch gewesen. Sehr angenehm finde ich die Schrift, die ich leider nicht benennen kann. Ich finde, dass diese ein ganz anderes Leseerlebnis kreiert und sich unglaublich gut lesen lässt. Das war für mich ein absolutes Highlight!

Die Story des Buches handelt nicht, wie vielleicht angenommen, von einer klassischen Sekte, die mit Gewalt und Drohungen in das Leben ihrer Anhänger eingreift und dieses somit systematisch verändert. Die Kirche des heiligen Prozesses greift auf eine viel außergewöhnlichere Methode zurück: ihre Anhänger werden von einer bestimmten Melodie geleitet, welche mit eindeutigen Tönen angibt, was jeder Einzelne zu tun oder zu lassen hat. Auch Siem hat mit dieser Melodie schwer zu kämpfen und trifft folgenschwere Entscheidungen.

Besonders gelungen ist die dunkle und düstere Atmosphäre, die Devon Wolters das gesamte Buch über kreiert hat. Durch eben diese ist es dem Leser sehr gut möglich, sich selbst auch mit den jeweiligen Situationen und Entscheidungen auseinander zu setzen, bestimmte Emotionen mitzufühlen und nachvollziehen zu können. Leider muss ich jedoch zugeben, dass mich das Buch bzw. vorrangig das Ende unbefriedigt zurückgelassen hat. Die eigentliche Geschichte bzw. deren Handlung haben mir durchaus gut gefallen, doch fehlte mir das gewisse Extra, um mit dem Buch wirklich warm werden zu können. Aus meiner Sicht hätte man aus dem Buch noch einiges mehr herausholen können.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.04.2021

Eine explosive Mischung

Geiger
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Worum geht es? Agneta, eine ältere Dame, bekommt einen Anruf, welcher ihr gesamtes Leben verändert, denn nachdem sie auflegt, erschießt sie unmittelbar ihren Mann und beginnt zu flüchten. Sara Nowak, eine ...

Worum geht es? Agneta, eine ältere Dame, bekommt einen Anruf, welcher ihr gesamtes Leben verändert, denn nachdem sie auflegt, erschießt sie unmittelbar ihren Mann und beginnt zu flüchten. Sara Nowak, eine ehemalige Kindheitsfreundin von Agnetas Töchtern, welche mittlerweile als Polizistin tätig ist, bekommt Wind von dem Mord an dem alten Mann und begibt sich sofort auf Spurensuche, denn die Familie war in ihrer Kindheit ein wichtiges Element. Sara begibt sich nicht ganz unfreiwillig in eine große Gefahr.

Mehrere Dinge sollten zuerst geklärt werden:

1. Handelt es sich bei diesem Buch um den ersten Teil einer Trilogie,
2. Ist es aus meiner Sicht sehr ratsam, dass man als Leser ein gewisses Interesse an geschichtlichen Thematiken mitbringt, denn diese sind innerhalb des Buches stark vertreten. Dies geht weder aus dem Klappentext, noch aus der Leseprobe hervor.
3. Möchte ich für dieses Buch eine Triggerwarnung aussprechen, denn gerade Themen wie Missbrauch werden hier sehr intensiv behandelt. Auch diese Information geht weder aus der Leseprobe, noch aus dem Klappentext hervor.

Dieses Buch hat mich tatsächlich sehr überrascht! Als ich die Leseprobe las, habe ich mich direkt für eine Leserunde beworben und war mehr als glücklich, als ich erfuhr, dass ich es tatsächlich mitlesen darf. Aufgrund der Leseprobe und des Klappentextes war ich anfangs erst überrascht, welche Thematiken das Buch behandelte, denn das war für mich so gar nicht ersichtlich. Wie bereits erwähnt, nehmen geschichtliche Thematiken einen großen Raum innerhalb des Buches ein. Ich muss allerdings gestehen, dass ich in diesem Felde nicht so sehr bewandert bin, um bewerten zu können, ob der Autor gut recherchiert hat und die Dinge alle so Hand und Fuß haben.

Deklariert wird dieses Buch als klassischer Thriller, doch würde ich es tatsächlich eher als Politthriller einordnen. Für dieses Buch sollte man sich wirklich Zeit nehmen, denn aus meiner Sicht ist es sehr anspruchsvoll und lässt sich keinesfalls einfach so nebenbei lesen. Der Autor lässt viele Handlungsstränge nebeneinander laufen, sodass man als Leser schnell durcheinander kommen könnte. Diese Handlungsstränge sind nichtsdestotrotz unglaublich raffiniert miteinander verwoben, sodass der Spannungsbogen zwar relativ langsam aufgebaut wird, die Story nach und nach aber sehr rasant wird und sich so einiges aufklärt.

Gustaf Skördeman hat ein ganzes Repertoire an sehr interessanten Figuren gezeichnet, welche alle ihre Eigenarten und Probleme haben, die allerdings auch auf erstaunliche Art und Weise miteinander zusammenhängen. Besonders gefallen hat mir persönlich, dass er im Laufe des Buches Kleinigkeiten erwähnt, die dem Leser zuerst unnötig oder albern vorkommen, die letztlich aber einen immens wichtigen Wert haben! Zudem arbeitet Skördeman mit einigen Plot Twists, die mich aus dem Staunen nicht mehr entlassen haben. Ich warte nun sehnsüchtig auf die nächsten beiden Teile.

An einigen Stellen arbeitet der Autor für mich allerdings mit ein wenig zu viel ausufernden Geschehnissen, sodass die Story an einigen Stellen manchmal zu wanken beginnt, weil das Beschriebene doch recht unglaubwürdig klingt.

Zudem muss ich unbedingt anmerken, dass das Cover absolut nicht die Wetterlage des Buches widerspiegelt. Genau deshalb bin ich sehr gespannt, wie die Cover der nächsten beiden Teile aussehen werden, denn vielleicht hängen diese ja zusammen. Es könnte natürlich auch sein, dass das Cover ein Bild aus der beschriebenen geschichtlichen Zeit repräsentiert.

Fazit: Dem Buch sollte unbedingt eine Chance gegeben werden, auch dann, wenn geschichtliche Hintergründe nicht unbedingt das Lieblingsthema sind! Es lohnt sich!



  • Cover
  • Handlung
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere