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Veröffentlicht am 26.04.2021

Cosy-Crime mit einer tierlieben Ermittlerin

Die Katze und die Leiche in der Scheune
2

Bei einer von Clarice Beechs Tierrettungen entdeckt die scharfsinnige Tierschützerin eine Leiche. Die eigene Neugier und Vernetzung bringen Clarice schnell auf die Fährte einer beginnenden Mordserie - ...

Bei einer von Clarice Beechs Tierrettungen entdeckt die scharfsinnige Tierschützerin eine Leiche. Die eigene Neugier und Vernetzung bringen Clarice schnell auf die Fährte einer beginnenden Mordserie - aber und in große Gefahr, selbst zum Opfer zu werden.

Das Netzwerk von Clarice ist groß - so groß, dass der Lesende schnell den Überblick durch die vielen Tier- und Menschennamen verliert. Gleichzeitig verlängert sich dadurch aber auch die Liste der üblichen Verdächtigen, was die Lesefreude vergrößert.
Der Cosy-Crime Faktor ist durch die ländliche Idylle und die Tierchen, die durch die Geschichte streunen, oft gegeben. Atmosphärisch fühlte ich mich gut aufgehoben, sowohl in der Scheune als auch auf dem Adelssitz.

Leider ist die Geschichte oft etwas ernst geblieben und es kam nur ab und dann ein wenig schrulliger Miss-Marple-Humor bei Clarice und anderen Dorfbewohnern zum Vorschein. Exzellent hat mir der schwarze Humor bei der Entdeckung der Leiche gefallen. Die Handlung hat mir am besten gefallen, denn die Hintergrundgeschichte war sehr spannend.
Persönlich hat mich die beiläufige Liebesgeschichte von Clarice eher gestört, da sie häufig von der Handlung abgelenkt hat. Da lobe ich mir alte Jungfern als Ermittlerinnen, die Beziehungen nur beobachten, statt sie zu erleben. Aber Clarice habe ich am Ende trotzdem das Happy End gegönnt, da sie einem doch ans Herz wächst. Etwas mehr zu den Katzen-Charakteren hätte ich mir auch gewünscht, denn das war einer der "Verkaufspunkte" für mich.

Fazit: Erfolgreicher Start mit einer sympatischen Ermittlerin und ich bin für mehr "Cat-Content" im zweiten Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 19.09.2020

Mittelalterliches Abenteuer mit multiplen Erzählsträngen

Das Schicksal der Henkerin
1

Die ehemalige Henkerin Melisande bricht nach Esslingen auf um im Alleingang ihren totgeglaubten Bruder aus dem Kerker zu befreien. Dabei zieht sie jedoch ungewollt, Ehemann und Kinder mit in einen Kampf ...

Die ehemalige Henkerin Melisande bricht nach Esslingen auf um im Alleingang ihren totgeglaubten Bruder aus dem Kerker zu befreien. Dabei zieht sie jedoch ungewollt, Ehemann und Kinder mit in einen Kampf ums Überleben, gegen rachsüchtige Adlige, die Kirche und Kindlerhändler.

Die Geschichte ist mit ihren mittelalterlichen Gefahrenquellen eine Spannungsachterbahn und beinahe jeder Erzählstrang endet mit einem Cliffhänger, sodass man das Buch fast nie aus der Hand legen kann.

Die Handlung ist sehr dicht und spektakulär. Die Abenteuer der Figuren stehen hier im Vordergrund und es passiert eigentlich immer etwas. Daher sind die Figuren und Charakterentwicklungen eher im Hintergrund und schwächer ausgearbeitet.

Das Thema des Buches ist Mittelalter und das merkt man auf jeder Seite: Kerker, Burgen, Adel, Kirche, Henker, Ritter und und und. Auch ernste Themen wie Antisemitismus und Sexismus werden gestreift.

Der Schreibstil ist sehr handlungsbezogen, lange blumige Beschreibungen der Landschaft eher eine Seltenheit. Das Buch ist wenig originell was die Motive angeht, viel erinnert an andere Mittelalter-Erzählungen und Märchen. Aber ich fand den Remix dieser altbekannten Geschichten ganz angenehm, da so alles recht verständlich blieb.

Wer interessante Charakterstudien möchte, liest besser "Das Lied von Eis und Feuer" von George R. R. Martin. Wer dagegen Lust auf ein ein spannendes, unterhaltsames Action-Abenteuer im Mittelalter-Stil hat, der hat auch Spaß an der Geschichte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Figuren
  • Atmosphäre
  • Thema
Veröffentlicht am 16.08.2020

Locker-leichter Sommerkrimi auf hoher See

Lady Arrington und die tödliche Melodie
2

Das Cover hält was es verspricht. Eine betagte Krimiautorin löst den Mord an einem Kreuzfahrt-Pianisten stilvoll und wortgewandt. Die letzte gespielte (tödliche) Melodie des Pianisten ist das zentrale ...

Das Cover hält was es verspricht. Eine betagte Krimiautorin löst den Mord an einem Kreuzfahrt-Pianisten stilvoll und wortgewandt. Die letzte gespielte (tödliche) Melodie des Pianisten ist das zentrale Element des Kriminalfalls.

Der Spannungsbogen ist gemächlich, es braucht fast ein Drittel der Seiten bis zum Mord. Das langsame Tempo, der simple Schreibstil und die einfach gehaltenen Figuren erlauben es dem Leser das Buch auch nebenbei zu lesen. Es ist ein Unterhaltungskrimi - ideal für ablenkungsreiche Leseorte wie in der S-Bahn oder im Strandbad.

Die Leserin muss nicht besonders aufmerksam sein um der Handlung zu folgen. Die Handlung überschlägt sich erst gegen Ende des Buches, davor ist es etwas zäh. Die Beschreibungen des Kreuzfahrtschiffes sind aber auch nett geschrieben. Das Finale fühlte sich eher als ein Remix bekannter Motive, Mörder und Hintergrundgeschichten an. Originell war das Ende also nicht, aber zugegebenerweise auch nicht langweilig, sondern sehr spannend.

Bei den Charakteren war nur die Protagonistin Mary Elizabeth Arrington sympathisch. Der Rest war ein Tick zu klischeehaft - selbst für Cosy Crime. Hier und da eine überraschende Eigenschaft wie beim Verleger, hätte allen Nebencharakteren gut getan.

Fazit: Wer Lust auf einen locker-leichten Sommerkrimi hat, sollte mit Lady Arrington in See stechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 12.07.2020

Technokratische Dystopie oder erschreckende Zukunft?

The Circle
0

Mae sitzt in einem Kleinstadt-Job fest. Heißersehnt bekommt sie über Beziehungen die Möglichkeit bei dem IT-Riesen und Sozialen Netzwerk "The Circle" anzufangen. Euphorisch stolpert sie in eine Unternehmenskultur, ...

Mae sitzt in einem Kleinstadt-Job fest. Heißersehnt bekommt sie über Beziehungen die Möglichkeit bei dem IT-Riesen und Sozialen Netzwerk "The Circle" anzufangen. Euphorisch stolpert sie in eine Unternehmenskultur, welche Verbrechen über permanente Live-Videoüberwachung abzuschaffen versucht und ebenso glaubt, dass es für jedes Problem eine Technologie zu entwickeln gibt. Ist Privatsphäre damit überholt?

Die Gesellschaftskritik ist sehr nah dran an der realen Unternehmenskultur der IT-Riesen der USA, deren Macht mit jeder Minute wäscht. Sehr gut dargestellt wird der soziale Zwang, Technologien zu nutzen, um nicht auf der Strecke zu bleiben. Ebenso hat mich die Beschreibung der Charaktere stark an reale Silicon Valley Lichtgestalten und IT-Begeisterte erinnert, die gewollt unsympatisch blieben. Die leichte englische Sprache und der moderne Schreibstil haben mich zusammen mit der zugänglichen Beschreibung einer möglichen Technokratie bis zur letzten Seite gefesselt.

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Veröffentlicht am 07.07.2020

Nervenkitzel Countdown mit Längen in der Mitte

Der Augensammler
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Der Serienmörder bekannt als "Augensammler" entführt Kinder und lässt deren Vätern 45 Stunden Zeit, um sie aus einem Versteck vor dem Tod zu retten. Der Ex-Polizist und Journalist Alexander Zorbach gerät ...

Der Serienmörder bekannt als "Augensammler" entführt Kinder und lässt deren Vätern 45 Stunden Zeit, um sie aus einem Versteck vor dem Tod zu retten. Der Ex-Polizist und Journalist Alexander Zorbach gerät gemeinsam mit einem blinden Medium Alina Gregoriev in den Fall hinein. Eine Ermittlung gegen die Zeit beginnt.

Die Spannung baut sich im ersten Drittel des Buches gut auf: Zumal die rückwärts laufenden Buchseiten und die Nennung der verbleibenden Zeit stets Spannung und Nervenkitzel erzeugen. Jedoch flacht im Mittelteil die Spannung ab und ich musste mich durchringen dran zu bleiben, bis endlich auf dem letzten Drittel wieder die anfängliche Spannung aufkommt. Das Ende ist großartig zuspitzend, macht die Erzählung rund und zeigt, wie clever die Fäden gestrickt wurden. Die Romanfiguren waren leider mittelmäßig und mir gleichgültig. Jedoch trugen die Personen als Schachfiguren zumindest in der Figurenkonstellation einen prägenden Teil zur Geschichte bei. Thematisch konnte ich der Vater-Sohn Beziehungsproblematik nicht viel Neues abgewinnen. Der Schreibstil ist einfach und lenkt nicht von der Handlung ab. Original fand ich die formale und inhaltliche Gestaltung der ablaufenden Zeit in Form der absteigenden Buchseiten.

Ich wünschte, der Mittelteil wäre nicht so langweilig gewesen, den eigentlich waren die Kapitel immer mit knackigen Cliffhängern beendet. Daher mein Appell an die Lesenden den Mittelteil durchstehen, um den Spaß am Ende nicht zu verpassen.

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