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Veröffentlicht am 15.05.2023

Benachteiligt und totgeschwiegen?

Eine Geschichte der Menschen mit Behinderung
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Der Autor hat akribisch recheriert und hat hier eine eminente Lücke der Historie gefüllt.

Es gibt bekanntlich alle möglichen Sachbücher, auch zu teils sogenannten "abseitigen" Themen, jenseits des Mainstreams. ...

Der Autor hat akribisch recheriert und hat hier eine eminente Lücke der Historie gefüllt.

Es gibt bekanntlich alle möglichen Sachbücher, auch zu teils sogenannten "abseitigen" Themen, jenseits des Mainstreams. Was ich sehr zu schätzen weiß, denn nicht jede und jeder will immerzu mit den selben Schlagworten sowie Thematiken "geprügelt" werden.

Er deckt den Zeitraum von 750 vor Christus bis 500 nach Christus ab. Also die Antike.

Man erfährt viel Faszinierendes und Interessantes, unter anderem auch über Kaiser Claudius.

Behinderungen unterschiedlicher Genese gab und gibt es natürlich schon immer, seit es eben den Sapiens gibt.

Schlachten und Unfälle reichen schon, um Körperteile zu verlieren, oder gehunfähig zu sein.

Blind und/oder taub zu sein, war in den Äonen vor Braille und Gebärdensprache garantiert mehr als diffizil, wenn auch nicht unmöglich.

Selbst heute noch gibt es Vorurteile und Schwierigkeiten für Menschen, die irgendwie "beeinträchtigt" sind. Warum sonst gibt es an vielen Orten nach wie vor keine Barrierefreiheit?

Sokrates, Seneca und Platon gelten heute als die Meilensteiner (ja, habe ich mit Absicht so geschrieben :)) unter den Philosophen, waren aber nicht frei von Vorurteilen, auch gegenüber Behinderten..

Das Buch ist sehr gut verständlich und ein äußerst wertvolles Nachschlagewerk bzw. Handbuch.

Wer an Historie interessiert, kann ohne Bedenken zugreifen und wer sich zudem noch damit befassen möchte, wie "Behinderte" damals lebten, ist hier goldrichtig.

Andere Epochen, Mittelalter, Neuzeit, usw. wären für eine potentielle Fortsetzung sehr interessant. Oder wie mit Behinderungen in den Regimen des 20. Jahrhunderts umgegangen wurde, mal jenseits des zu Recht kolportierten Dritten Reiches.

Danke, Robert Ralf Keintzel!

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Veröffentlicht am 15.05.2023

Langeweile, destruktiv, politisch oder ...?

Langeweile ist politisch. Was ein verkanntes Gefühl über unsere Gesellschaft verrät
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Silke Ohlmeier ist Soziologin und erforscht als einen ihrer Schwerpunkte das unterschätzte Phänomen der Langeweile.

Ausgerechnet Langeweile? Wie langweilig! Nein. Irrtum! Von wegen! Langeweile ist ein ...

Silke Ohlmeier ist Soziologin und erforscht als einen ihrer Schwerpunkte das unterschätzte Phänomen der Langeweile.

Ausgerechnet Langeweile? Wie langweilig! Nein. Irrtum! Von wegen! Langeweile ist ein Zustand, der auch politische Sprengkraft besitzt.

Die Autorin räumt mit Klischees auf und erläutert die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlich marginalisierten Gruppen und warum die Langeweile für diese sogar erwünscht ist.

Multiperspektivisch beleuchtet sie auf gut verständliche Weise die diversen Ebenen. So kann man sich fasziniert von diesem Thema mitreißen lassen und lernt viel dazu.

Es ist spritzig, aber nicht flapsig und vermeidet, dass es nicht allzu akademisch langweilig wird. :)

Diese Emotion ist verkannt — in der Tat. Die Autorin bewegt sich vom Persönlichen konzentrisch in immer weitere Ebenen. So wird das Große und Ganze exzellent erkennbar.

Auch wird thematisiert, wie die Sprache selbst falsifizieren kann.

Zudem gibt es noch einen Anhang mit Nachweisen und Anmerkungen. Durchaus wertvolle Tipps, die Lektüre zu erweitern..

Danke, Silke Ohlmeier!

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Veröffentlicht am 15.05.2023

Sehnsucht ist stärker als alles andere

Das letzte Rätsel
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Der lange, kalte Schatten diverser Regime des 20. Jahrhunderts wirken bis heute nach. Auch via Epigenetik generationenübergreifend.

Seien es das Dritte Reich, oder Idi Amin, die Securitate oder Tito. ...

Der lange, kalte Schatten diverser Regime des 20. Jahrhunderts wirken bis heute nach. Auch via Epigenetik generationenübergreifend.

Seien es das Dritte Reich, oder Idi Amin, die Securitate oder Tito. Mussolini oder Franco. Usw.

Auch heute haben wir Autokratie und Diktaturen. Leider. Nicht nur Nordkorea. Auch die Demokratie, die so vermeintlich stabil scheint, ist durchaus gefährdet.

Vitali (28) ist jemand, der in einem Regime lebt. Sie nennt sich zynisch Neue Freie Demokratie.

Diverse Worte sind verboten und Vitali verwahrt solch ein kostbares in einer Schatulle. Er gebe was dafür, wenn er es aussprechen könne und dessen Bedeutung kennen würde.

Er lernt Andrej und Tatjana kennen. Könnte da Hoffnung des Widerstands aufkeimen?

Denn der Staat und seine Sicherheitsorgane sind unbarmherzig ...

Das Buch ist mit 105 Seiten eine Novelle, aber derart poetisch verdichtet, sowie von einer Tiefgründigkeit, welche man in drei Mal so dicken Büchern manchmal vergeblich sucht.

Zutiefst human, bewegend und berührend, ergeben sich unerwartete Ebenen. Auch auf der, die man unter Meta subsumiert.

Durchaus überraschend, und dadurch umso nachdrücklicher. Melancholisch und äußerst lesenswert.

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Veröffentlicht am 15.05.2023

Der Anbruch der Morgenröte einer Vampirjägerin

Seelen der Dunkelheit / Schwarz wie dein Herz
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Aurora arbeitet in einer Apotheke. (die Theke der außerparlamentarischen Opposition! Har! Har! Aah! Gleich kommt der Vampir für eine kleine Blutspende! Du Witzbold aus der vorletzten Reihe!!!)

Unter ...

Aurora arbeitet in einer Apotheke. (die Theke der außerparlamentarischen Opposition! Har! Har! Aah! Gleich kommt der Vampir für eine kleine Blutspende! Du Witzbold aus der vorletzten Reihe!!!)

Unter ungewöhnlichen Umständen erfährt sie, dass sie einer Dynastie von Jägern angehört, die Vampire zur Strecke bringen sollen. (Zu welcher? Und fährt der Zug? Kann man das Leben in vollen Zügen genießen? Grrr! Die Fänge kommen dich holen, Witzbold!)

Eric ist ihr durchaus attraktiver Nachbar mit einer dunklen Aura. Kein Wunder! Er ist Vampir.

Eine Amour fou bahnt sich an, die eigentlich nicht sein soll.

Es wird gefährlich, weil Vampire ihr Unwesen treiben. Wird Aurora ihren Weg finden? Womöglich zusammen mit der verbotenen Frucht (Blutorange) namens Eric?

Der Auftakt hat mir zugesagt. Die Protagonisten und ihre Genese überzeugen. Die Handlung ist spannend und schlägt unerwartete Haken.

Längen werden vermieden und im Nachhinein klärt sich auch scheinbar Widersprüchliches.

Keine Sorge. Das ist keine Kopie von Buffy, sondern charmant, eigenständig und originell sowie kreativ. Und Humor kommt auch vor.

Danke, Julie Craner!

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Veröffentlicht am 15.05.2023

Ein kleines Licht in endloser Dunkelheit

Eichen müssen her!
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Dies ist der mehr als gelungene Abschluss der Trilogie.

Es sieht nicht gut aus für unsere alle schwerkranke Terra Mater.

Die, die es können, unter anderem die Elben, leben zurückgezogen auf Platana.

Lia ...

Dies ist der mehr als gelungene Abschluss der Trilogie.

Es sieht nicht gut aus für unsere alle schwerkranke Terra Mater.

Die, die es können, unter anderem die Elben, leben zurückgezogen auf Platana.

Lia und ihre Freunde drohen noch die letzte Hoffnung zu verlieren.

Wenn es nicht in diesem endlosen See der Dunkelheit nicht jene kleine Kerze gebe. In Form von Guido, dem ersten der zwölf Vogelmenschen.

Er will und wird nicht aufgeben, aber die Menschen müssen, wenn sie nicht endgültig ihren Untergang besiegeln wollen, mitwirken.

Ist Guido jenes Licht, das die ganze Armada von anderen Kerzen entzünden wird, sodass das gleißende Leuchten endlich die Zukunft rettet?

Fesselnd, poetisch, profunde, philosophisch, mit überzeugenden Protagonisten bewegt das Buch, das eine kluge Antwort auf die Klimakrise ist.

Es ist viel Wahrheit in diesem Werk enthalten und ein mehr als würdiger Abschluss. Trotzdem schade, dass es schon vorbei ist. Ein großartiges Buch. Unbedingt empfehlenswert.

Voller kreativer Energie und realistischer Zuversicht.

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