Profilbild von Darkangelsammy

Darkangelsammy

Lesejury Star
offline

Darkangelsammy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Darkangelsammy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.07.2022

Wir haben nur eine Erde

Genius
0

Antonias Welt steht ohnehin Kopf, denn als 17jährige ist sie bereits Vollwaise, noch nicht lange allerdings.

Sie kann sich nicht erklären, warum sie mysteriösen Angriffen ausgesetzt ist. Tiere verhalten ...

Antonias Welt steht ohnehin Kopf, denn als 17jährige ist sie bereits Vollwaise, noch nicht lange allerdings.

Sie kann sich nicht erklären, warum sie mysteriösen Angriffen ausgesetzt ist. Tiere verhalten sich ihr gegenüber atypisch. Und warum folgt ihr ununterbrochen ein Greifvogel?

Die Wahrheit ist ungeheuerlich wunderbar, aber auch Gefahr ist ihrem Dasein immanent. Und auch Flinn verdreht ihr den Kopf ... Aber es kommt noch mehr ...

Plastisch, von Anfang an packend, poetisch geschrieben bannt das Buch. Die Protagonisten sind differenziert und tiefgründig, ebenso wie die Handlung.

Es gibt weder Klischees noch plumpe Schwarzweiß-Malerei. Dass sich die Protagonisten zudem für Tier- und Umweltschutz engagieren, kommt unaufdringlich elegant angeschwebt, ohne erhobenen Zeigefinger.

Das Buch ist spannend und in sich abgeschlossen, also durchaus für alle geeignet, die Mehrteilern gegenüber eher abgeneigt sind.

Tja, wir haben nun einmal nur eine Erde und je mehr aus echter, innerer Überzeugung handeln, ohne verbissen sowie dogmatisch andere Personen abzuschrecken, desto besser.

Zudem hat dieses Buch eine edle Aufmachung, mit einer verschließenden, äußeren, beschrifteten Klappe. Das Papier ist haptisch hochwertig. Und das Allerbeste: sehr hochwertig edel und dennoch nachhaltig hergestellt. Es geht also! Danke, Heike Grulich!!!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.07.2022

Leid und Freude

Der Strom des Lebens
0

Der siebte und letzte Band der Saga rund um zwei Familien, leider, leider. Das hinterlässt einen gewissen Schmerz und Wehmut, bei mir, der geneigten Leserin.

Jetzt feiern ja demnächst sowohl Indien als ...

Der siebte und letzte Band der Saga rund um zwei Familien, leider, leider. Das hinterlässt einen gewissen Schmerz und Wehmut, bei mir, der geneigten Leserin.

Jetzt feiern ja demnächst sowohl Indien als auch Pakistan 75jähriges Bestehen. Jedoch hat das einstige Empire noch weit andere Wunden hinterlassen. Eines dieser Zankäpfel ist Kashmir. Eine Region mit noch immer ungewissem Status, nicht wirklich zu Indien oder Pakistan gehörend, obwohl beide Länder Anspruch darauf erheben.

Das ändert aber nichts daran, dass trotzdem verschiedene Ethnien und Konfessionen dort größtenteils und immer wieder periodisch in Frieden zusammenleben, obwohl es Terror gibt.

In diesem Spannungsfeld lebt Ex-Agent Vikram Sandeep und seine Frau Sameera. Das Waisenhaus Dar-as-Salam bei Srinagar leitet nun sein Protégé und Sohn Yussuf Sadaq. Der war einst selbst einer der Waisen. Raja Sharma, bester Freund Vikrams ist glücklicherweise ebenfalls dort.

Es könnte alles so schön sein und die drei helfen selbstredend, wann immer nötig, Yussuf und Co.

Jedoch gibt es ja nach wie vor eben Unruhe in Kashmir und alte Antagonisten schlafen nicht ...

Sehr schade, dass nun das Epos zu Ende geht. Das Ende ist durchaus sehr befriedigend. Tragik und Glück liegen, wie so oft im Leben, wieder eng beieinander.

Es gibt unverhoffte Wendungen, packende Emotionen, Tiefe und psychologische Feinzeichnung. Wieder einmal exzellent recheriert. Ein Verzeichnis der Dramatis Personae sowie ein Glossar sind sehr hilfreich.

Den Autorinnen gelingt es sehr gut, den menschlichen Faktor, das allzu Humane im Negativen wie im Positiven spannend wie ergreifend darzustellen.

Man bekommt auch, als schönen Nebeneffekt, auch wieder Lust Kashmir von Led Zeppelin zu hören. Danke, Simone Dorra und Ingrid Zellner!!!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.07.2022

Immerzu Lebensgefahr

Biaoren - Die Klingen der Wächter - Band 6
0

Die in atmosphärischem Schwarzweiß gehaltene epische Reihe des Chinesen Xu Xianzhe, des Künstlers der neunten Kunst, des Comics, geht nahtlos mit Band Sechs weiter.

607 nach Christus, drittes Jahr der ...

Die in atmosphärischem Schwarzweiß gehaltene epische Reihe des Chinesen Xu Xianzhe, des Künstlers der neunten Kunst, des Comics, geht nahtlos mit Band Sechs weiter.

607 nach Christus, drittes Jahr der Daye-Ära.

Daoma, der Hasardeur und Personenschützer sowie seine Kameraden hatten sich von Ayuya verabschieden (müssen). Nun sind sie auf ihrer langen und gefahrvollen Reise unterwegs zum Gebirgspass von Yumenguan. Dabei treffen sie allerdings auf die Häscher des Kaisers Yang Guang, der das Volk knechtet.

Chang'an, weit weg, indes scheint wieder Aktivitäten der Rebellengruppe der bunten Blüten Huayantuan zu erleben ...

Spannend und wendungsreich geht die aufregende Saga weiter. Es ist unabdingbar die vorherigen Bände zu kennen, um dem vielgestaltigen Plot problemlos folgen zu können.

Xu Xianzhe hat jedenfalls ein bemerkenswertes Werk hier geschaffen, mit Tiefe, Aussagekraft und Dramatik. Voller Dynamik und Emotionen. Es lohnt sich sehr, diese Reihe zu lesen, nein, zu verschlingen. Mehr als nur lohnenswert. Danke!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2022

It's getting hot in here ...

Ganz schön heiß hier
0

Es trifft früher oder später jede in den Vierziger oder Fünfziger Jahren ihres Lebens – tadaramm, Schreck laß nach! Die Wechseljahre! (Mich nicht! Oh nein! Die Witzboldin aus der vorletzten Reihe! Stöhn!)

Das ...

Es trifft früher oder später jede in den Vierziger oder Fünfziger Jahren ihres Lebens – tadaramm, Schreck laß nach! Die Wechseljahre! (Mich nicht! Oh nein! Die Witzboldin aus der vorletzten Reihe! Stöhn!)

Das Thema bedarf dringend der Enttabuisierung sowie -stigmatisierung und dazu ist dieser Ratgeber hervorragend geeignet. Multimodal wird der Komplex mit all seinen Facetten sehr ergiebig behandelt.

Aber nicht trocken, oder bierernst, sondern durchaus mit angemessenem Humor und sehr gut verständlich.

Psyche, Stoffwechsel, Hormone, Ernährung, Sport, eventuell auftretende Probleme werden allesamt thematisiert. Ebenso das Antlitz der Wechseljahre an sich und wie das Klimakterium einer jeden in den Allerwertesten beißen könnte.

Ärztliche Hinweise, von PD Dr. Daniela Paepke, deutlich gekennzeichnet, sind eine großartige Hervorhebung. Die Tipps und Tricks sind alltags- wie praxistauglich. Das Leben hört mit den Wechseljahren keinesfalls auf. Erfahrungsberichte von betroffenen Frauen sind eine ebenso klasse Ergänzung.

Es gibt auch noch einen tollen Anhang mit weiterführender Literatur. Und liebe Männer, wenn ihr die seltsamen Frauen begreifen wollt, dann lege ich euch ans Herz dieses Buch hier zu lesen. Dann könnt ihr eure Schwester, Mutter, beste Freundin, Lebensgefährtin, Ehefrau usw. wesentlich besser verstehen und Verständnis generieren, das echt von Herzen kommt. (Denkt daran, Männer, ihr werdet auch nicht jeden Tag jünger, :)

Sehr lesenswert und äußerst empfehlenswert, um ebenso mit Mythen und Vorurteilen wie Panik bei beiden Geschlechtern aufzuräumen. Exzellent! Danke! Anna Cavelius und Dr. Daniela Paepke!!!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2022

No more blue in der symbolischen blauen Umarmung des Meeres

Blaue Ufer
0

Ungewöhnlich. Zuerst war der Film da; auf jenem beruht der Roman der Filmemacherin, Werbetexterin und auch Autorin Marina Jenkner, 1980 geboren, worüber sich Detmold sehr glücklich schätzen durfte, zwecks ...

Ungewöhnlich. Zuerst war der Film da; auf jenem beruht der Roman der Filmemacherin, Werbetexterin und auch Autorin Marina Jenkner, 1980 geboren, worüber sich Detmold sehr glücklich schätzen durfte, zwecks ihrer Niederkunft dort. Und jetzt ist Wuppertal die Glückliche. (Darüber dürfte das nahe Solingen nun neidisch sein, aber hauptsache Bergisches Land. Ha!)

Und nun hat uns die marine Schriftstellerin mit einem wahrhaft beeindruckenden Buch beschenkt.

Undine ist in Therapie wegen eines Traumas ihrer Vergangenheit. Sie ist im Aquarium eines Zoos tätig und gerade "wassersüchtig", was das nasse Element und blau betrifft.

In einem Waschsalon liest sie ein Buch und erregt die Aufmerksamkeit des Studenten Adrian. Zunächst flüchtet sie, aber er gibt nicht so schnell auf, geschweige denn die Flinte ins Korn.

So entwickelt sich eine potentielle Liebesgeschichte? Auf jeden Fall eine behutsame Annäherung ...

Die Autorin hat die Protagonisten differenziert und tiefgründig ausgestaltet. Die Genese beider überzeugt durchaus. Ich kann mich in beide sehr gut einfühlen, besonders in Undine, jene, mit dem mythologischen Namen.

Das Buch ist ergreifend und berührt auf einer profunden Ebene meiner Seele. Sehr gut kann ich Undines Inneres nachvollziehen.

Es gibt eine alterierende Perspektive zwischen den beiden. Das Ende ist ebenfalls nahezu perfekt. Es sind Textauszüge der kleinen Meerjungfrau von Hans Christian Andersen eingebunden sowie expressiv starke Illustrationen von Marlies Blauth.

Die Vergangenheit ist ebenso plausibel mit der Gegenwart verwoben. Bravo! Mersi! Merci! Mulțumesc, Marina Jenkner!!!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere