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Veröffentlicht am 12.11.2020

Feinde schafft man sich offenbar schnell!

FREUNDE, DIE KEINE SIND
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Suwarna aus der Mittelschicht ist eine junge Inderin, die ein relativ normales Leben auf dem Subkontinent führt.

Nachdem etwas vorgefallen ist, zieht sie neunzehnjährig zu ihrer Mutter nach Deutschland. ...

Suwarna aus der Mittelschicht ist eine junge Inderin, die ein relativ normales Leben auf dem Subkontinent führt.

Nachdem etwas vorgefallen ist, zieht sie neunzehnjährig zu ihrer Mutter nach Deutschland. Dort kann sie sich unbeschwert entfalten.

Nachdem sie nach Österreich übersiedelt, lernt sie Max kennen und sie heiraten. Suwarna hat Erfolg in ihrem Beruf und die Familie zieht für einige Jahre aus beruflichen Gründen nach Jakarta.

Eine Gruppe von Frauen möchte ihr aus unterschiedlichen Motiven heraus schaden. Was bietet sich da unter anderem idealer an als Social Media und das heute so wichtige Networking? Und sie scheinen damit Erfolg zu haben - zunächst? Kann sich Suwarna überhaupt wehren?

Das Buch hat einige kleinere Schwächen, die aber für eine spätere Auflage überarbeitet werden können. Also bitte nicht von den negativsten Rezensionen zu diesem Buch sich zu sehr beeinflussen lassen.

Das Buch ist für mich eine interessante Mischung aus Psychogramm und Gesellschaftskritik. Es ist autobiographisch. Dadurch ist die Handlung natürlich subjektiv. Erst einmal partizipiert man als Leser intensiv an Suwarnas ( Innen ) Leben, so daß man einen guten Einblick erhält.

Wir, als in uns abgeschlossene Kohlenstoffeinheiten, können nicht die Emotionen anderer in Echtzeit und authentisch nachfühlen und nur ahnen, was der oder die andere denkt, mit hoher Fehleranfälligkeit. Deswegen ist das das Besondere an autobiographischen Romanen. Sie sind natürlich radikal subjektiv, aber logischerweise kann die Person, die das Buch verfasst hat, nur für sich selber sprechen.

Man erfährt hier viel über die indische Kultur und über die dunkle Seite der sozialen Medien, was äußerst erschreckend ist, denn die können zum modernen Pranger werden und effektiv digital Rufmord begehen. Denn das Internet vergißt nie! Wie sich soziale Medien feindselig gegen einen wenden können, vor allem, wenn man beruflich auf sie angewiesen ist, offenbart noch weiterhin zu eruierende Abgründe.

Manche könnten die Zeitsprünge als anstrengend und / oder verwirrend empfinden, aber nach einigen Anlaufschwierigkeiten bin ich mit diesem assoziativen Erzählstil auf Betriebstemperatur gekommen. Wer aber chronologische Erzählweisen bevorzugt oder viel Orientierung, wird mit diesem Buch eher nicht warm werden. Das nur zur Warnung. Das ist aber kein Grund, das Buch von vornherein abzulehnen. Wer so etwas in der Art nicht kennt, wie wäre es mal mit Ausprobieren?

Suwarna ist eine starke Frau, die interkulturell geprägt ist. Durch das Autobiographische ist das Negative umso erschreckender, als wenn es ein Werk der Fiktion wäre.

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Veröffentlicht am 12.11.2020

Das geht runter wie Öl!

Ausgebrannt
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Dieses Buch habe ich schon vor längerer Zeit gelesen, komme jetzt aber erst zur Rezension.

Droht tatsächlich das Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen, nur weil das Schwarze Gold zur Neige geht?

Saudi-Arabien ...

Dieses Buch habe ich schon vor längerer Zeit gelesen, komme jetzt aber erst zur Rezension.

Droht tatsächlich das Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen, nur weil das Schwarze Gold zur Neige geht?

Saudi-Arabien liegt quasi wie ein Fisch auf dem Trockenen, als das gewaltigste Ölfeld der Erde frecherweise nichts mehr hergibt. Unruhen entbrennen wie das abgefackelte Erdgas.

Markus Westermann indes könnte eine Methode in petto haben wie man noch viel Öl finden könnte. Ein Trugschluß ...

Andreas Eschbach flechtet Themen, sehr gut recheriert, in dieses Buch ein, die uns allen unter den Nägeln brennt ( brennen sollte ).

Er versteht es wichtige Informationen und Umweltproblematiken aufzuschlüsseln und näherzubringen, so daß auch Leser ohne Vorkenntnisse gut in die komplexe Materie hineinkommen.

Verschiedene Perspektiven und Zeitebenen bereichern die Handlung, auch wenn manche das anstrengend finden mögen.

Es wird eindrücklich aufgezeigt, was passiert, wenn man sich zu sehr von einer Ressource abhängig macht und welche Folgen das zeitigen kann.

Ein reflektierendes Buch - kritisch, ohne moralinsauer zu sein. Wenn nur alle Menschen endlich konsequent und nachhaltig handeln würden. Nur, wo sollen wir all den Ökostrom für E - Autos hernehmen? Die deutsche Autoindustrie hat jedenfalls den idealen Startzeitpunkt für eigene innovative E - Autos erst einmal verpaßt. Und dann gibt es nicht genügend Ladesäulen. Die Aufladerei dauert obendrein noch ewig und wenn das E - Auto brennt, kann es oft zur Todesfalle für den jeweiligen Fahrer werden, weil das so schnell geht. Die Feuerwehr ist vielerortens auch noch nicht ausreichend darauf eingestellt. Was ist also mit Wasserstoff? Und wie soll das Erdöl in der sonstigen Industrie als Grundstoff ersetzt werden? Wichtige Fragen, die uns alle tangieren, vor allem, wenn man bedenkt, daß Rohölprodukte sogar in der Pharmazie verwendet werden.



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Veröffentlicht am 11.11.2020

Eine Frau, die unter die schillernden Räuber fällt

Die Gabe der Sattlerin
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Gut zum Abschalten und Entspannen mit einigen Mängeln

Charlotte ist die Tochter eines Sattlers und selbst nicht unbegabt in diesem Metier.

Aber sie soll einen Mann heiraten für den sie keinerlei Zuneigung ...

Gut zum Abschalten und Entspannen mit einigen Mängeln

Charlotte ist die Tochter eines Sattlers und selbst nicht unbegabt in diesem Metier.

Aber sie soll einen Mann heiraten für den sie keinerlei Zuneigung hegt.

Dann wird sie zur Braut die abbaut und fällt unter die Räuber, denen sie mutig Paroli bietet.

Sie soll im Hofgestüt Marbach des württembergischen Herzogs Carl Eugen gewiße Dinge für die Bande auszuspionieren. Da kommt ihr die Gabe der Sattlerin gelegen, um sich so einzuschleichen.

Sie lernt sogar Friedrich Schiller kennen, der von seinem Posten als Regimentsarzt zum Pferdedoktor degradiert wurde. Endlich kann er sich seiner wahren Berufung widmen: der Dichtkunst. Er ist bezüglich Charlottes Vergangenheit argwöhnisch.

Obendrein zeigen Männer Interesse an Charlotte und die Räuber setzen ihr zunehmend im übertragenen Sinne die Pistole auf die Brust. Wie kann sie sich nur aus all diesen Verwicklungen lösen?

Ich gebe dem Buch 3,5 Sterne, weil es leider einige Mängel aufweist. Erst einmal vorneweg, die Handlung ist plastisch, das Buch hervorragend recheriert und die Geschichte streckenweise spannend. Aber ich hatte eigentlich erwartet, daß Charlotte als DIE weibliche Hauptprotagonistin mehr Gewichtung bekäme. Das heißt jedoch nicht, daß der Erzählstrang mit Schiller uninteressant wäre, au contraire! Originelle Dialoge und Wortwitz sind ebenfalls positiv hervorzuheben.

Charlotte ist eine starke Frau. Jedoch wurde dieses Pfunde, mit dem gewuchert hätte werden können, nicht pointierter herausgearbeitet.

Es werden einige Klischees bemüht, vor allem, daß soviele Verehrer eine einzige Blume umflattern. Außerdem ist Charlotte seltsam inkonsequent und das Ende löst sich ein wenig zu sehr sowie etwas überhastet in Wohlgefallen auf. Der Abschluß ist zu rund und glatt.

Zum Entspannen und Abschalten ist das Buch jedoch hervorragend geeignet, denn kurzweilig ist es und als Gesamtwerk bereitet es durchaus Lesefreude.


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Veröffentlicht am 02.07.2022

Dick oder nicht dick – keine Frage

Dicke Mädchen
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Das Buch ist eher eine Novelle als ein Roman. Das Werk ist durchaus lesenswert, wenn es auch kleine Schwächen hat. Später dazu mehr.

Kann ein Endzwanziger schon eine Sinnkrise haben? Durchaus. Ich denke ...

Das Buch ist eher eine Novelle als ein Roman. Das Werk ist durchaus lesenswert, wenn es auch kleine Schwächen hat. Später dazu mehr.

Kann ein Endzwanziger schon eine Sinnkrise haben? Durchaus. Ich denke nicht, dass das von einem bestimmten Alter abhängt. Von wegen Midlife Crisis ...

Der Ich-Erzähler löst sich aus seiner Beziehung und macht sich unabhängig von Besitz wie Anforderungen als auch Erwartungen anderer.

Er stürzt sich quasi hedonistisch und experimentell in serielle One Night-Stands mit curvy ladies.

Was verspricht er sich davon? Selbstbestätigung, sich selbst beweisen, wie männlich man noch ist oder erfolgt das alles aus einem tief empfundenen Minderwertigkeitskomplex heraus, weil widerstreitende Strömungen vor allem ja Männer stark verunsichern sollen?

Für mich ist das Buch kein Porno. Es ist atemlos geschrieben und leider etwas kurz. Mehr Umfang hätten dem Buch gut getan. Es gibt zwar selbstreflexive Phasen, aber zu wenige und nicht lang genug.

Selbstverständlich muss mehr nicht immer besser sein, aber weniger ist auch nicht immer optimal.

Eine gewisse Tiefe ist zwar vorhanden, aber die noch nicht vollkommen ausgeschöpft worden ist. Die Unschärferelation könnte auf noch mehr Scharfsinn justiert werden. Alles in allem aber durchaus nicht schlecht. Danke, Kirill Kisch!!!

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Veröffentlicht am 05.10.2021

Der verkommenste Ort der USA?

Leichenwald
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Der verkommenste Ort der USA?
Dies Buch las ich bereits vor geraumer Zeit, komme aber jetzt erst dazu, die Rezension zu schreiben.

Edward Lee ist berühmt- berüchtigt. Er schreibt wahrlich beinharte Kost, ...

Der verkommenste Ort der USA?
Dies Buch las ich bereits vor geraumer Zeit, komme aber jetzt erst dazu, die Rezension zu schreiben.

Edward Lee ist berühmt- berüchtigt. Er schreibt wahrlich beinharte Kost, die nicht jedem munden wird. Deswegen hier erst einmal ausdrückliche Triggerwarnung! Sexuelle Gewalt, Perversionen, ausufernde Brutalität! Nicht für schwache Nerven geeignet.

Was ist eigentlich in Agan' s Point/ Virginia los? Eine schier seuchenhafte Gewalt scheint hier zu walten.

Nicht nur, daß eine schwerverletzte Prostituierte lebendig begraben wird, spielende Kinder spurlos verschwinden, Frauen sexuelle Gewalt angetan und sie dann umgebracht werden, Männer brutal ermordet und auch noch ausgegrabene Leichenteile all überall.

Patricia White, eine starke Frau und Anwältin, wollte eigentlich nie nie nie dorthin zurückkehren. Denn damals war sie in diesem Ort vergewaltigt worden.

Der Ehegatte ihrer Schwester Judy, der dumpfe und gemeine Dwayne ist aber einen Kopf kürzer gemacht worden. Sein Haupt ist spurlos perdu.

Wer oder was ist für die Epidemie des Todes verantwortlich, die dort enthemmt unnatürlich wütet? Angst regiert.

Sind die Squatter dafür verantwortlich, merkwürdige Typen? Bedienen die sich womöglich schwarzer Magie?

Oder will ein gieriger Baumogul Panik schüren? Für seine habgierigen Zwecke? Oder steckt jemand oder etwas ganz anderes dahinter?

Wer Edward Lee kennt, weiß, daß er nichts und niemanden schont. Er schreckt vor sehr expliziten Beschreibungen jeglicher Natur nicht zurück. Das ist durchaus sexistisch und ekelhaft, aber diese Szenen überflog ich, weil ich die Thrillerelemente lesen wollte.

Zeitweise ist es schon richtig spannend und sorgt für einen dicken Kloß im Hals. An Atmosphäre fehlt es jedenfalls nicht. Jedoch gibt es Längen und der Autor verliert sich etwas zu sehr in Perversitäten nur um der Perversitäten willen. Das verkommt zum reinen Selbstzweck, was er in dieser Frequenz eigentlich gar nicht nötig hätte.

Die Geschichte ist zwar nicht ganz rund, aber er schafft es dennoch, daß der Geist dieser "Backwooder" und "Rednecks" beklemmend und bedrohlich geschildert wird. So gibt es von mir 3½ Sterne.

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