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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.08.2021

Spannend, wunderschön traurig ohne zu deprimieren

Von hier bis zum Anfang
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Selten gibt es Geschichten, die es fertig bringen, dem Leser Dramatik und Tragik erleben zu lassen, ohne ihn zu deprimieren. Chris Whitaker ist genau dies gelungen. Er zeigt uns seine Figuren mit all ihrer ...

Selten gibt es Geschichten, die es fertig bringen, dem Leser Dramatik und Tragik erleben zu lassen, ohne ihn zu deprimieren. Chris Whitaker ist genau dies gelungen. Er zeigt uns seine Figuren mit all ihrer Liebe, ihren Fehlern und Leidenschaften. Lässt Situationen entstehen, Verknüpfungen und Wendungen unerwartet auftauchen und schafft es dabei die Schönheit der Liebe in einer noch so traurigen Ausgangslage aufzuzeigen.
Die Gesamtdynamik von „Von hier bis zum Anfang“ ist keineswegs locker leicht, eher spannend tragisch, getrübt durch äußere Umstände. Die sympathischen Figuren, von der jungen, starken Duchess über den liebenswerten, pflichtbewussten Polizisten Walk bis hin zu Nebenrollen wie Thomas Noble, einen jungen loyalen Burschen, lassen die Geschichte aufleben und vor dem inneren Auge ein wahres Feuerwerk entzünden.
Ich bin mit dem Handlungsverlauf zufrieden wie er ist und traurig, dass er so ist wie er ist. Mag verwirrend klingen, bringt es aber auf den Punkt. Denn gerade dadurch ist die Geschichte glaubwürdig, authentisch und greifbar.
Die Figuren finden im Lauf der Seiten ihre Entwicklung. Der Leser lebt, hofft und leidet mit ihnen mit. Schreibstil und Lesefluss sind ungebrochen sehr gut. Der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende hoch. Für mich war sogar der Schluss mit einer Überraschung verknüpft. Ob diese schön oder traurig ist, sei dahingestellt. Auf jeden Fall ist sie nachvollziehbar und rundet das Gesamtbild der Geschichte ab.
Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung, da ich wirklich ein paar außergewöhnliche Stunden mit Duchess und ihren Mitstreitern erleben durfte.
Dass es hier nicht immer rosig zugeht, sieht man auch in einer Frage, die sich die 13jährige Duchess stellt und mit der ich diese Rezension abschließen möchte: „…Wenn die Guten untätig zusehen, sind sie dann immer noch gut?“

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.08.2021

Heimliche Fantasien werden anregend und erregend gezeichnet

Sex zu dritt | Erotische Geschichten
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Eine der, sicherlich gängigsten, heimlichen Fantasien wird wohl sein, wie sich „Sex zu dritt“ anfühlt. Dieses Buch beschreibt in 16 hoch erotischen Kurzgeschichten verschiedenste Konstellationen. Ob zwei ...

Eine der, sicherlich gängigsten, heimlichen Fantasien wird wohl sein, wie sich „Sex zu dritt“ anfühlt. Dieses Buch beschreibt in 16 hoch erotischen Kurzgeschichten verschiedenste Konstellationen. Ob zwei Männer und eine Frau, umgekehrt, oder drei Frauen – hier ist (fast) alles möglich. Auch die Auswahl der kurzen Rahmenhandlungen ist interessant, die Figuren sind glaubwürdig dargestellt.
Mir hat der Schreibstil von Hannah Stevens sehr zugesagt. Ihre lockere Erzählung und wechselnde Detailgenauigkeit, vom Umschreiben einer Situation bis hin zu direkter und präziser Beschreibung der sexuellen Handlungen, bringt zusätzlich Leben und Spannung in die Geschichten.
Natürlich kann nicht jede der Geschichten für jeden Leser gleich erotisch sein. Für mich war in diesem Buch eine Kurzgeschichte dabei, der ich nichts Erotisches abgewinnen konnte. Aber von 16 Geschichten nur eine, das ist in meinen Augen verschwindend wenig.
Teilweise verwendet die Autorin eine Sprache, die sehr direkt ist. Leser, die sexuelle Szenen lieber blumig umschrieben haben möchten, könnten dies eher störend empfinden. Für mich war die Wortwahl passend zu den Geschichten.
Das Cover zeigt drei eher junge, sexy Personen. In den Geschichten geht es zwar meistens um attraktive Figuren, oder solche, die sich zumindest selbst als gutaussehend bezeichnen, aber durchaus nicht immer um junge Menschen.
Für mich gibt es für dieses Buch eine volle Leseempfehlung. Ich habe mich sehr gut unterhalten und anregende Stunden mit den Protagonisten verbringen dürfen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2021

Witzige, flotte Handlungen, real oder doch ein Fiebertraum?

Der Tod ist ein Kommunist
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Der Journalist Hofstetter rutscht in eine große und nicht zu glaubende Katastrophe. Er ist verwirrt, wird mit den Ereignissen mitgerissen und erfährt (beinahe nebenbei) wie sich Liebe anfühlt.
„Der Tod ...

Der Journalist Hofstetter rutscht in eine große und nicht zu glaubende Katastrophe. Er ist verwirrt, wird mit den Ereignissen mitgerissen und erfährt (beinahe nebenbei) wie sich Liebe anfühlt.
„Der Tod ist ein Kommunist“ greift die momentane Situation auf. Doch zum Glück macht Giuseppe Gracia daraus eine witzige Actionkomödie mit satirischen Zügen. Der Leser taucht mit Hofstetter in die Geschichte ein und fragt sich kurz darauf, ob das jetzt für den Protagonisten real oder ein Traum, eben ein Fiebertraum, sei.
Neben einem alten Geheimbund, dunkler Magie, Figuren aus der Zukunft, Verschwörungen und irren Ideen kommt aber auch die Liebe nicht zu kurz. In all dem Wahnsinn kommt aber der Humor dahinter nicht zu kurz.
Der Schreibstil des Autors war für mich auf den ersten Seiten leicht gewöhnungsbedürftig. Doch dann passt er perfekt zu Protagonist und Geschehen. Immer wieder werden kurze Anmerkungen (Wörter, Satzteile) in Klammer angeführt oder wiederholt um die Komik zu verdeutlichen.
Das Ende ist für mich gut abgerundet und lässt keine offenen Fäden. Das Cover zeigt als Blickfang ein sich küssendes Paar in bunten Farben. Bei jedem weiteren Blick (nach Beendigung des Buches) finde ich kleinere Details, die auf die Handlung hinweisen. Geschickt gemacht.
Ich habe mich mit Hofstetter gut unterhalten. Die zirka 150 Seiten sind flott gelesen und hinterlassen mich erheitert und zufrieden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.08.2021

Sonne und Schatten des Lebens, sehr gefühlvoll und überzeugend

Alles, was du mir versprichst
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Mit „Alles, was du mir versprichst“ haben wir hier den dritten Band der „Everything-for-you-Reihe“. Als Quereinsteiger kann ich versichern, dass zum Verständnis die beiden anderen Bände nicht notwendigerweise ...

Mit „Alles, was du mir versprichst“ haben wir hier den dritten Band der „Everything-for-you-Reihe“. Als Quereinsteiger kann ich versichern, dass zum Verständnis die beiden anderen Bände nicht notwendigerweise gelesen werden mussten. Aber wenn sie ähnlich geschrieben sind, lohnt es sich allemal dies nachzuholen.
Die Geschichte steigt schon zu Beginn mit Spannung ein. Amelie ist mit Ben auf der Flucht, als ihr Ramon helfend begegnet. Amelie und Ramon sind zwei starke Persönlichkeiten, sympathisch, liebenswert, mit Ecken und Macken. Das macht sie natürlich, menschlich.
Generell geht Nora Welling detailliert auf ihre Protagonisten ein. Gefühle, Gedanken und Stimmungen werden hautnah beschrieben und wiedergegeben. Dennoch wirkt dabei nichts aufgesetzt oder erzwungen. Die Figuren werden dadurch nur greifbar und dreidimensional.
Amelie hütet ihr Geheimnis lange. Als alles Zusammenbricht kann sie sich auf Ramon verlassen, doch schafft sie es, dieses Vertrauen aufzubringen? Hilfe anzunehmen?
Das Buch beinhaltet eine Liebesgeschichte, ein Geheimnis, Familie die zusammenhält, wunderbare Landschaftsbilder. Aber auch die Schattenseiten des Lebens werden nicht ausgeklammert. So zB. die Zeugungsunfähigkeit von Ramon und sein Leiden damit, die schlimmen Erfahrungen hinter Amelies Geheimnis, aber auch das Schicksal der vielen Straßenhunde der Gegend. Ein Mix aus Sonne und Schatten mit der richtigen Dosierung auf beiden Seiten.
Die Geschichte ist so emotional und wunderschön geschrieben, dass sich das Buch in ganz kurzer Zeit lesen lässt. Perfekt um in die komplizierte Welt anderer abzutauchen und zu hoffen, dass am Ende alles gut werden wird. Von mir gibt es eine volle Leseempfehlung hierfür.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 24.07.2021

Unsympathischer Protagonist und viel Füllmaterial

Beautiful Lights
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Laut dem Klappentext war ich auf ein Buch eingestellt, dass ein Paar durch Schwierigkeiten begleitet. Leider fand ich sehr viel Füllmaterial in Form von Forschungen, Experimenten und Fachausdrücke, vor. ...

Laut dem Klappentext war ich auf ein Buch eingestellt, dass ein Paar durch Schwierigkeiten begleitet. Leider fand ich sehr viel Füllmaterial in Form von Forschungen, Experimenten und Fachausdrücke, vor. „Beautiful Lights“ enthält ein paar wenige gute Ansätze. Ich konnte, zu meinem Bedauern, nicht in die Geschichte finden.
Zum einen fand ich es schon auf den ersten Seiten übertrieben, wie oft sich das Paar sagen muss, wie wichtig sie füreinander seien, wie sie sich lieben und, und, und. Furchtbar. Wenn sich ein Paar das ständig versichern muss, dann stimmt schon etwas nicht.
Zum anderen war mit Lars so unsympathisch wie es nur möglich ist. Ein junger Bursche der großzügig seiner Frau die Rückkehr in den Beruf ermöglicht, nur um dann die Erfahrung zu machen, dass es ihm als Hausmann zu langweilig ist. Wie vielen Frauen ergeht es so! Aber das Größe, er entscheidet für sich alleine, ebenfalls wieder ins Berufsleben einzusteigen. Allerdings nicht nebenan, sondern auf einem andern Kontinent. Und weiter ziehen sich seine Alleinentscheidungen. Lisa lässt er mit dem Sohn allein. Da sehe ich weder eine Kommunikation der beiden noch eine tiefe Liebe von seiner Seite. Und dieses Tagebuch ist wie ein unter den Teppich kehren.
Interessanterweise ist Lars auch noch überrascht, dass ihn später seine Frau nicht einfach so mit offenen Armen zurücknimmt.
Für mich war dieses Buch keine Lobesrede auf ein gelungenen Eheleben, mit all seinen Auf und Abs. Rüdiger Marmulla hat mir zeitweise auch zu sehr die berufliche Schiene von Lars in den Vordergrund rücken lassen.
Mein Fazit ist leider gerade einmal Durchschnitt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere