Profilbild von Die_Chaotin

Die_Chaotin

Lesejury Profi
offline

Die_Chaotin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Die_Chaotin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2020

Anfangs etwas zäh,aber dann doch überraschend

Shadowscent - Die Blume der Finsternis
0


In der Welt von Aramtesch spielen Gerüche eine große Rolle. Es gibt mehrere Herrschaftsgebiete, über denen das Kaiserreich steht. Zudem haben Dufthüter eine besondere Rolle, auch wenn mir diese manchmal ...


In der Welt von Aramtesch spielen Gerüche eine große Rolle. Es gibt mehrere Herrschaftsgebiete, über denen das Kaiserreich steht. Zudem haben Dufthüter eine besondere Rolle, auch wenn mir diese manchmal ein wenig in der Geschichte untergingen.
Rakel als Hauptprotagonistin landet eher durch Zufall bei einer der mächtigsten Dufthüterinnen des Kaiserreiches.
Rakel, die lieber Parfümeurin werden würde, gerät durch seltsame Umstände mitten in ein Abenteuer, dass sie sich nie für sich selbst gewünscht hätte.
Ausgerechnet in der Blütennacht wird der Kronzprinz vergiftet und die Blutwächterin stirbt. Zusammen mit Ash, dem Leibwächter des Kronzprinzen soll ausgerechnet Rakel das Gegenmittel finden, dass den Prinzen retten kann.
Dafür müssen die beiden kryptische Geheimnisse aus uralten Zeiten entschlüsseln, ihre eigenen verborgenen Wahrheiten erkennen und über sich selbst hinaus wachsen.

Der Schreibstil der Autorin war mir völlig unbekannt, hat mir aber gefallen. Ich fand es anfangs allerdings etwas langatmig, denn in den ersten 150 Seiten erfährt man lediglich etwas über Rakel und ihr Leben in der Wüste, sowie über Ash's Leben an seiner Seite des Kronprinzen.
Die Perspektivwechsel, die zwischen Rakel und Ash hin und her geschwungen sind, fand ich allerdings wirklich gut gelungen und P.M. Firestone hat dabei oft den richtigen Moment getroffen, ohne auf direkte Cliffhänger zurückgreifen zu müssen.

Erst ab einem bestimmten Moment hat das Buch dafür gesorgt, dass ich die Nase gar nicht mehr aus ihm nehmen wollte.
Rakel als Protagonisten war mir von Anfang an schon sympatisch. Ihre Aufopferung für ihre Familie beherrscht einen großen Teil ihres Lebens und beschäftigt sie auch dann noch, als sie längst mit Ash unterwegs ist.
Ash ist das Gegenteil von ihr. Oft hat seine kühle Art nicht nur Rakel an den Rand der Verzweiflung gebracht. Sein Pflichtbewusstsein gegenüber dem Kronprinzen ist groß und beherrscht seinen Alltag. Mehr als alles andere.
Das Geheimnis, dass er dabei mit sich rumträgt, darf niemals an die Öffentlichkeit gelangen, denn das könnte ihn seinen Posten kosten.
Als er sich mit Rakel verbündetet, um ein Gegenmittel für die Vergiftung Nisai's zu finden, gilt er plötzlich als Verräter. Immerhin ist das junge Mädchen eine der Hauptverdächtigen, die den Prinzen und auch die Dufthüterinnen auf dem Gewissen haben.
Umso mehr ich die beiden kennenlernt habe, umso mehr mochte ich sie. Auch, wenn ich über Ash anfangs wenig wusste und ihn nicht einschätzen konnte, so wurden seine Beweggründe doch von Seite zu Seite verständlicher.
Der Umstand, dass sich Rakel und Ash auf ihrer Reise irgendwann zueinander hingezogen fühlen, war zwar vorhersehbar, aber es hat trotzdem in den Storyverlauf gepasst.
Langsam und stetig entwickelten sich zwischen beiden Gefühle, die sie anfangs gar nicht eingeplant hatten.
Das Setting ist einfach nur wunderschön. Die Welt, die P.M. Firestone geschaffen hat, konnte ich mir gerne vorstellen und manchmal habe ich mir sogar eingebildet, den einen oder anderen Geruch in der Nase zu haben, den die Autorin gerade beschreibt.

Das Ende des Buches konnte mich zusätzlich begeistern und obwohl ich den Anfang tatsächlich etwas zäh fand, fand ich es in diesem Moment schade, dass das Buch sein Ende gefunden hat.
Und dann auch noch mit einem Cliffhänger.

Alles in allem, zeigt dass Buch, dass man an manchen Tagen nicht aufgeben sollte, wenn es zäh daher kommt, denn oftmals steckt eine echte Überraschung dahinter.
Und das war Shadowscent für mich definitiv.
Mit Charakteren, die über sich hinauswachsen, mit einem Setting, dass zumindest bei mir Kopfkino ausgelöst hat und einem entscheidenden Showdown, der es in sich hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.01.2020

Ein Buch, dass zum Nachdenken anregt, aber auch ein wenig mehr Tiefgang verdient hätte

Auszeit im Café am Rande der Welt
0


Seit Johns letzten Besuch im Cafe am Rande der Welt sind bereits zehn Jahre vergangen. John ist älter geworden und die Unbeschwertheit seiner Jugend ist längst vorbei.
Auf dem Rückweg vom der Beerdigung ...


Seit Johns letzten Besuch im Cafe am Rande der Welt sind bereits zehn Jahre vergangen. John ist älter geworden und die Unbeschwertheit seiner Jugend ist längst vorbei.
Auf dem Rückweg vom der Beerdigung seines Patenonkels begegnet er der 15jährigen Hannah und kehrt gemeinsam mit ihr im Café ein.
Seit seinem letzten Besuch im Café hat sich John seinen Traum vom Reisen erfüllt, steht nun aber erneut an einem Wendepunkt in seinem Leben.
Seine Tochter wird erwachsen und John's eigene Möglichkeit etwas zu erleben, nehmen ab.
Er steht in einer wahren Midlife Crisis.
Wer kann ihm jetzt noch Denkanstöße geben? Wer kann ihm helfen, wieder zu sich selbst zu finden oder die Fragen nach dem "Wer bin ich" beantworten.

Das Buch beginnt mit dem Aufeinandertreffen von Hannah und John. In der Nacht, treffen beide durch schicksalhafte Probleme an Auto und Fahrrad aneinander.
Hannah ist zwar neugierig, aber anfangs so gar nicht von John, geschweige denn vom Cafe angetan.
John trifft im Café auf alte Bekannte und kommt mit ihnen ins Gespräch.
Er stellt sich selbst und seine eigenen Gedanken und Gefühle ein wenig in Frage. Sein Leben, so wie er es sich vorstellt, verläuft nicht so wie es soll. Die Midlife Crisis beschäftigt ihn mehr, als es sollte.
Ich bin zwar echt noch nicht so alt, wie John in diesem Buch dargestellt wird, aber auch ich habe mir ein paar der aufkommenden Fragen schon irgendwo in meinem Inneren gestellt.
Sonderlich viele Weisheiten habe ich nicht erhalten und ich finde auch, dass die Geschichte um Hannah ein wenig zu kurz gekommen ist.
Ich hätte gerne mehr über das Mädchen erfahren, dass eigentlich gar nicht über sich reden will.

Das Buch eignet sich dennoch dafür, um sich daran zu erinnern, was im eigenen Leben wirklich wichtig sein könnte.
Jedem erscheint es anders, aber John Strelecky schafft es, den Gedanken daran im Kopf festzusetzen. Den Gedanken an das "Wer bin ich und wer will ich sein."
Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kenne, konnte ich mich auf das Buch einlassen und auch auf das Cafe am Rande der Welt.
Mit ein wenig mehr Tiefgang hätte ich mich auch komplett wohlgefühlt, da bin ich mir sicher

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.01.2020

Ein Buch, dass Herzen zum Schmelzen bringt. Nicht nur im Winter.

Ein Tannenbaum für Ben
0

Für Niklas ist Weihnachten der blanke Horror. Schon das zweite Jahr in Folge, dass er ohne seinen geliebten Ehemann verbringen muss, aber dafür mit dem wunderbarsten kleinen Menschen an seiner Seite, den ...

Für Niklas ist Weihnachten der blanke Horror. Schon das zweite Jahr in Folge, dass er ohne seinen geliebten Ehemann verbringen muss, aber dafür mit dem wunderbarsten kleinen Menschen an seiner Seite, den es gibt: Seinen Sohn Ben.
Für ihn möchte Niklas ein schönes Weihnachten feiern, für ihn möchte er einfach ein bisschen glücklich sein.
Der große Tannenbaum, den Ben aussucht, gefällt ihm dann allerdings doch nicht, auch wenn sich Ben absolut nicht von diesem Baum abbringen lässt.
Der Christbaumverkäufer Jakob stellt sich auf Ben's Seite und schlägt sogar vor, ihnen den Baum nach Hause zu bringen.
Obwohl sich Niklas zu Jakob hingezogen fühlt, kann und will er sich nicht richtig auf ihn einlassen. Allein schon deshalb, weil Jakob in ein paar Tagen für mehrere Monate die Stadt verlässt.
Hätte eine neue Liebe unter diesen Umständen überhaupt eine Chance?

Über den Schreibstil will und kann ich nichts schlechtes sagen. Ich habe mich direkt in der Geschichte wiedergefunden. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und fand es fast schon schade, dass die Geschichte nach so kurzer Zeit ein Ende gefunden hat.

Niklas war mir direkt sympatisch. Man merkt, wie sehr er seinen Ehemann vermisst, aber wie sehr er auch versucht, für seinen Sohn dazu sein.
Ben, der unbedingt einen Tannenbaum will, lässt sich nicht davon abbringen, den schönsten und größten haben zu wollen.
In Jakob, einem Christbaumverkäufer findet er schnell einen Verbündeten. Die beiden liegen sofort auf einer Wellenlänge und es scheint, als fühlt sich auch Niklas etwas zu ihm hingezogen.
Wenn gleich er auch abblockt, da es nur Ben für ihn gibt und nach dem Verlust seines Partners einfach kein Platz für weitere Gefühle in seinem Leben ist.
Das Schicksal hat jedoch andere Pläne und so sieht sich Niklas mit der einen oder anderen Situation konfrontriert, die ihn schlichtweg überfordert.
Und der er am liebsten einfach nur entfliehen wollte.

Ben war toll. Wirklich. Ben ist ein aufgewecktes kleines Kerlchen, der spürt, dass es seinem Vater nicht gut geht.
Seine Art und Weise, auch wie er mit seinem Vater geredet hat, hat mich so manches Mal zum Schmunzeln gebraucht und auch an meinen eigenen Sohn in dem Alter erinnert.

Mit Jakob taucht ein Charakter auf, den nicht nur Niklas und Ben direkt mögen. Ich fand ihn auch direkt sympatisch und wollte am liebsten einen Tannenbaum bei ihm kaufen. g
Die beiden haben sich ergänzt, ohne es zu wollen und doch hat Bettine Kiraly nicht gleich auf biegen und brechen versucht, die beiden zusammenzubringen.
Die langsame Entwicklung hat mir sehr gefallen und hat doch gezeigt, dass Gefühle nicht immer einfach so zu kontrollieren sind.
Geschweige denn zu ignorieren.

Bettina Kiraly ist mit diesem Buch ein Gay - Roman gelungen, den ich sehr geliebt habe. Authentische Charaktere, Gefühlschaos und Weihnachtsfeeling, dass sogar für einen Grinch wie mich ein kleines bisschen ansteckend wirkte.
Für mich eine absolte Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.12.2019

Alles, was mein Leserherz sich wünscht. ♥

Vicious - Das Böse in uns
0

Victor Vale und Eli Ever sind Medizinstudenten. Und sie wollen sterben. Immer und immer wieder. Aber nicht, um tot zu bleiben, sondern um ihm immer und immer wieder zu entkommen.
Durch eine gezielt durchgeführte ...

Victor Vale und Eli Ever sind Medizinstudenten. Und sie wollen sterben. Immer und immer wieder. Aber nicht, um tot zu bleiben, sondern um ihm immer und immer wieder zu entkommen.
Durch eine gezielt durchgeführte Nahtoderfahrung wollen sie übernatürliche Kräfte in sich wecken.
Mit Erfolg.
Victor kann den Schmerz kontrollieren und Eli ist quasi unsterblich.
Doch der Preis dafür ist hoch.
Vielleicht sogar zu hoch.

Jahre später fliegt Victor aus dem Gefängnis, um sich an Eli zu rächen. An dem Mann, der einst sein bester Freund war und doch dafür verantwortlich ist, dass er überhaupt im Gefängnis gelandet ist.
Begleitet wird er von Sydney. Einem jungen Mädchen, dass die Toten wieder auferstehen lassen kann.
Aber auch Eli ist nicht allein und hat sich mit Serena eine Frau gesucht, deren Willen man sich einfach nicht entziehen kann.
So unterschiedlicher die vier auch sind, bei einer Sache sind sie sich vollkommen einig: Es soll und wird Blut fliessen.

Der Schreibstil der Autorin war mir gänzlich unbekannt. Ich habe ihren Namen zwar bereits gelesen, aber noch keine Werke von ihr.
Die Geschichte beginnt dort, wo man sie als Leser vielleicht gar nicht erwartet: Auf dem Friedhof. Vom Schreibstil her hat mich die Geschichte direkt gepackt.
Flüssig zu lesen und schon auf den ersten Seiten mit so vielen Spannungsmomentan gesprickt, dass man es gar nicht erst an die Seite legen will.
Ich habe das Buch auf dem Handy gelesen und hätte ich nicht auch ein wenig Schlaf gebraucht, hätte ich es vermutlich innerhalb von einer Nacht durch gehabt.

Die Charaktere waren so, wie V.E. Schwab sie vermutlich haben wollte. Schräg, ein bisschen sadistisch und - wie sie selbst sagt - in moralerischer Hinsicht ziemlich kompliziert.
Es gab Momente, in denen habe ich mich gefragt, wie ich in diesen Situationen handeln würde. Wie wäre es, wenn ich eine dieser übernatürlichen Fähigkeiten hätte und wie würde ich sie nutzen.
Das hat es mir zum einen einfacher gemacht, mich in die Charaktere hineinzuversetzen und mich ihnen gleichzeitig näher gebracht.
Bei Eli muss ich allerdings sagen, dass er mir manchmal schon als zu perfekt erschien. Wobei nein, perfekt passt nicht. Eher zu selbstbewusst und überheblich, auch wenn Selbstbewusstsein an sich ja eigentlich nicht schlecht ist.

Die Story strotzt nur so von Elementen, die an "Flatliners" oder die "X - Men" erinnern. V. E. Schwb hat es dabei geschafft, dass sie sich eigenständig entwickeln und Facetten an den Tag legen, die ich als Leser nicht erwartet habe.
Dadurch, dass V. E. Schwab zwischen mehreren Perspektiven hin und her springt, macht sie es dem Leser leichter, mehrere Seiten kennenzulernen.
Auch die Passagen, die in Victors und Elis Unizeiten spielen und dafür verantwortlich sind, dass es überhaupt erst zum Showdown zwischen den ehemaligen Freunden kommt, hat die Autorin gut umgesetzt.
Mein heimlicher, persönlicher Lieblingscharakter war Mitch. Von Anfang an, als er zum ersten Mal aufgetaucht ist, war er mir direkt sympatisch.
Sydney und Serena, die beide auf unterschiedlichen Seiten stehen, sind zudem Schwester. Beide mit ihren persönlichen Erfahrungen und Gedanken, die sie doch miteinander verbinden.

Ich fand es unglaublich toll und fasziniernd, den Weg zu gehen, den auch die Protagonisten gehen. Obwohl oder nein, gerade weil dieser Roman nur so vor Spannung, Brutalität und auch vor Genialität strotzt, konnte ich ihn nicht an die Seite legen.
Ich kann es euch wirklich ans Herz legen, denn es hat alles, was das Leserherz braucht. Und es macht neugierig auf einen zweiten Teil, bei dem die Neugierde durch eine Leseprobe direkt anwächst.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2019

Leider nicht so überzeugend, wie ich es mir gewünscht hätte

Cassardim 1: Jenseits der Goldenen Brücke
0

Amaia ist gerade erst sechszehn Jahre alt geworden und das nicht zum ersten Mal. Ihre Familie altert nicht so schnell wie andere Familien. Ihren Geschwistern sieht sie nicht ähnlich und doch tun Amaia ...

Amaia ist gerade erst sechszehn Jahre alt geworden und das nicht zum ersten Mal. Ihre Familie altert nicht so schnell wie andere Familien. Ihren Geschwistern sieht sie nicht ähnlich und doch tun Amaia Eltern alles dafür, dieses Geheimnis zu wahren.
Ständige Umzüge, strenge Regeln und Gedankenkontrolle inklusive. Amaia sieht ihre Chance gekommen, als ihre älteren Brüder eines Tages einen Gefangenen mit nach Hause bringen: den geheimnisvollen wie gefährlichen Noár.
Doch dann wird Amaias Familie angegriffen und plötzlich ist Noár ihre letzte Hoffnung: Er verlässt mit ihnen die Menschenwelt und bringt sie nach Cassardim, ins Reich der Toten, wo Amaia zwischen Intrigen, Armeen, lebendig gewordenen Landschaften, unwirklichen Kreaturen und mächtigen Fürstenhäusern endlich ihre Antworten findet – und sich hoffnungslos verliebt.

Ich muss sagen, dass mir der Anfang wirklich gut gefallen hat. Und am Schreibstil Julia Dippels kann ich nicht mal meckern.
Will ich auch gar nicht. Es ist mein erstes Buch der Autorin und ihre Art zu schreiben ist eigentlich wirklich toll.
Aber .. und jetzt kommt ein wirklich großes Aber. Im Laufe der Geschichte konnte mich zwar auch weiterhin der Schreibstil überzeugen, die Handlungen hingegen aber umso weniger.
Es ist nicht alles schlecht gewesen, eher im Gegenteil. Ich fand die Idee hinter der Geschichte wirklich gut. Amaia, die ebenso unmenschlich ist wie ihre Geschwister, begibt sich auf die Suche nach sich selbst, mit allen Höhen und Tiefen.
Amaia mochte ich als Charakterin zwar schon, aber manchmal konnte ich viele ihrer Handlungen nicht nachvollziehen.
Die Charakterzüge, die gezeigt haben, dass sie ebenso für sich selbst einstehen kann, wie für andere, haben mir gefallen. Als Noár auftaucht, hat sie ihm oft die Stirn geboten. Und sich in ihn verliebt.
Natürlich in ihn und in keinen anderen.
Manchmal fand ich sie dann allerdings schon wieder zu sehr auf ihn fixiert. Sie verzeiht ihm Dinge, bei denen ich vermutlich erstmal auf Abstand gegangen wäre.
Sie ist ihm völlig verfallen, was sich an manchen Stellen leider auch auf ihr Verhalten ausgewirkt hat und das fand ich wirklich schade.
Die Beziehung zu ihrer besten Freundin Zoe geht völlig unter und wird am Ende nur noch kurz angeschnitten und das quasi auch nur über Dritte.

Noár war einer dieser Charaktere, die ich von Anfang an am liebsten ignoriert hätte. Was, da er neben Amaia der Hauptcharakter ist, nur schwer möglich war.
Ich bin mir nicht sicher, woran es gelegen hat. Vielleicht seine Art. Vielleicht, dass ein zu großes Geheimnis darum gemacht wurde, wer er wirklich ist.
Wobei ich auf der anderen Seite dann auch wieder sagen muss, dass sein gelüftetes Geheimnis mich dann doch etwas überraschen konnte.

Cassardim selbst, als das Reich der Toten hat mir sehr gefallen. Eine, in mehrere Gebiete, geteilte Welt, wo Amaia und ihre Geschwister jeweils einem Gebiet zugeordnet sind.
Ihre Merkmale machen sich bereits auf dem Weg zum Fürstenpalast bemerkbar und das fand ich wirklich faszinierend.
Die Beschreibungen der einzelnen Merkmale hat Julia Dippel sehr detailgetreu und vorstellbar beschrieben, was mich wiederrum beeindrucken konnte.

Alles in allem muss ich sagen, dass Cassardim bei mir eine Art Hassliebe war. Es gab Passagen, wie die erwähnten Beschreibungen über Cassardim und seine Teilgebiete, die mir sehr gefallen haben. Mit den Charakteren bin ich allerdings nie so richtig warm geworden.
Mein heimlicher Star im gnzen Buch war Amaias kleiner Bruder, der kleine Künstler.
Ich wollte das Buch wirklich mehr mögen, leider ist es mir nicht gelungen. Mit Höhen und Tiefen habe ich ein Buch erlebt, dass - zumindest in meinen Augen - mit der Lüftung mancher Geheimnisse an Spannung verloren hat.
Leider.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere