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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2016

Überraschend.. anders.

Unmenschen
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Dieses Buch handelt von drei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten:
Meier, der menschenscheue Hausmeister, welcher an einer Schule sein tägliches Brot verdient.
Die Prostituierte Brigitte, ...

Dieses Buch handelt von drei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten:
Meier, der menschenscheue Hausmeister, welcher an einer Schule sein tägliches Brot verdient.
Die Prostituierte Brigitte, welche ihre besten Jahre bislang hinter sich hat und dennoch noch immer ihre Freier in einem Wohnwagen empfängt.
Und Sven, welcher sich seinen Lebensunterhalt mit kleineren Erpressungen verdient.
Durch Zufall treffen die drei Protagonisten aufeinander und bringen ihr Leben, jeder auf seine Art und Weise durcheinander. Kommt es wirklich zur Katastrophe?

Wenn ich ehrlich sein soll, war ich anfangs etwas skeptisch und hatte auch ein paar Probleme, mich in dem Buch zurecht zu finden.
Das habe ich in letzter Zeit oft gesagt, oder?
Jedenfalls fand ich den Schreibstil wirklich flüssig und auch nachvollziehbar. Die Charaktere sind von Anfang an gut ausgearbeitet und jeden muss man einfach auf seine Art und Weise gern haben.
Sie treffen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft aufeinander und doch haben sie eines gemeinsam: Das Leben grenzt sie quasi aus.
Ich fand es wirklich gut, dass der Autor sehr viel über die Gefühlswelten und die Gedanken seiner Charaktere preisgegeben hat.
Jeder hat sein eigenes Packerl mit sich zu tragen und dennoch hatte ich nie das Gefühl, dass es irgendwie... ich weiß nicht recht, wie ich das beschreiben soll. Es hat eben einfach zu den jeweiligen Personen gepasst, so zu sein, wie Jan Holmes sie beschrieben hat.
Ist das jetzt verständlich?

Überraschenderweise hatte ich das Ende so nicht vor mir. Es konnte mich also wirklich überraschen und gerade das mag ich ja an solchen Büchern.
Wer etwas zum Nachdenken haben möchte, mit einer kleinen Prise Humor, vielleicht sogar einem kleinen Spannungsbogen, der ist hier genau richtig.
Ich hätte vielleicht einen anderen Titel gewählt, aber das ist ja Sache des Autors und nicht meine.

Veröffentlicht am 23.10.2016

Positive Überraschung

Noah
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Ich darf an dieser Stelle erwähnen: Bereits nach den ersten 50 Seiten war ich völlig gefangen in dem Schreibstil den der Autor hier an den Tag legt. Im Gegensatz zu dem Buch, was ich zuvor von ihm gelesen ...

Ich darf an dieser Stelle erwähnen: Bereits nach den ersten 50 Seiten war ich völlig gefangen in dem Schreibstil den der Autor hier an den Tag legt. Im Gegensatz zu dem Buch, was ich zuvor von ihm gelesen hatte, war das genaue Gegenteil der Fall. Ich habe mich bereits mit und vor allem nach dem Prolog an Noahs Seite versetzt gefühlt.
Noah, welcher nicht weiß, wer er ist oder woher er kommt, nicht mal weiß, wie alt er überhaupt ist.
Alles, was er weiß, wer er von seinem "Freund" Oscar, welcher ihm im kalten Berlin das Leben gerettet hat und sich seiner angenommen hat.
Noah, welcher vereinzelt Hinweise in seinem eigenen Kopf findet, versucht mit Oscar herauszufinden, wer er ist und woher er kommt, auch wenn ihn das manchmal nur noch mehr verwirrt, als das er das eh schon ist.
Wem kann er trauen? Wer meint es wirklich gut mit ihm und ist auch Oscar wirklich der, der er vorgibt zu sein.

Bereits im Prolog taucht zudem Alicia auf, welche in den Slums von Manila nicht nur um ihr eigenes Leben kämpft, sondern auch um das ihrer Söhne Noel und Jay.
Gerade diese Passagen fand ich angesichts der momentanen besonderen Flüchtlingssituation passend und wirklich realitätsgetreu geschrieben, auch wenn es zu dem Zeitpunkt, zu dem der Roman entstanden ist, vermutlich noch nicht so präsent war wie jetzt.
Alicia muss, um ihr eigenes Überleben kämpfend und auf der Flucht, eine Entscheidung treffen, die nicht nur ihr eigenes Leben verändern wird und ich hätte ehrlich gesagt - auch wenn ich an dieser Stelle nicht sagen werde, was ich meine - an ihrer Stelle nicht gewußt, wie ich mich richtig hätte entscheiden sollen.

Zwei Charaktere, die gerade für Noah auf eine sehr große Rolle zu spielen scheinen, waren Celine und Altmann.
Celine, eine New Yorker Reporterin ist eher zufällig in die ganze Sache verwickelt, auch wenn sie Noah das eine oder andere Mal wirklich behilflich sein kann - mal ohne sich dessen bewusst zu sein, mal durchaus wissend, was sie tut..
Altmann, ein Auftragskiller, welcher Noah eigentlich die Radieschen von unten zeigen soll, hat mir persönlich ja wirklich gut gefallen. Gerade eine seiner ersten Begegnungen mit Noah, nach dessen Wiederauftauchen, habe mich - trotz, dass es in dieser Situation vielleicht nicht mal angebracht war - wirklich zum Schmunzeln gebracht.
Im Laufe des Buches habe ich ihn wirklich lieb gewonnen, zumal er verschiedene Charakterzüge an den Tag gelegt hat, den man von einem Auftragskiller so eigentlich gar nicht erwartet.
Umso mehr es zum Ende hinging, um so mehr hatte ich das Gefühl, selbst an Noahs Stelle zu sein, selbst Licht in meine wirren Gedanken bringen zu können und das auf eine Art und Weise, welche mich regelrecht ans Buch gefesselt hat.
Natürlich werde ich nicht verraten, worauf alles hinaus läuft, aber ich kann durchaus sagen, dass ich es so in der Hinsicht, nicht wirklich hundertprozentig erwartet hätte und Sebastian Fitzek mich in manchen Momenten sogar hat sprachlos machen können: Und das passiert wirklich sehr, sehr selten.

Sebastian Fitzek spricht in diesem Buch vor allem die Überbewölkerung der Welt an und setzt sie - in meinen Augen - so gut um, dass man selbst beginnt, über die ganze Sache noch weiter nachzudenken, als das man das vielleicht eh schon tut.
Mit einer gehörigen Portion Spannung, zusammen mit etlichen fiesen Cliffhängern und auch einer Menge Persönlichkeit und Gefühl hat der Autor einen Thriller geschaffen, den ich nur schwer aus der Hand legen konnte und welcher mich persönlich wirklich überraschen konnte: Positiv.

Veröffentlicht am 23.10.2016

Enthält alles, was asd Leserherz begehrt

Die Tribute von Panem 1
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Ich muss ehrlich gestehen, dass ich sehr hohe Erwartungen an das Buch hatte, dass ich im Vorfeld aber weder die Bücher noch die Filme kannte.
Auch muss ich gestehen, dass ich anfangs etwas schwerer in ...

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich sehr hohe Erwartungen an das Buch hatte, dass ich im Vorfeld aber weder die Bücher noch die Filme kannte.
Auch muss ich gestehen, dass ich anfangs etwas schwerer in das Buch hineingefunden habe, aber zu meinem eigenen .. Glück, habe ich nicht aufgegeben und das hat sich bei weitem gelohnt.

Katniss ist ein jungen Mädchen, welches im sogenannten Distrikt 12 lebt, einem der ärmsten Distrikte in Panem. Jedes Jahr finden die sogenannten "Spiele von Panem" statt, bei welchem sich die auserwählten Jungen und Mädchen gegenseitig bekämpfen, bis am Ende nur noch einer übrig bleibt.
Als die Wahl auf Katniss' jüngere Schwester Prim fällt, meldet sie sich sofort an ihrer Stelle, auch wenn sie weiss, dass sie ihre Schwester und ihre Familie dafür vielleicht nie wieder sehen könnte.
Zusammen mit Peeta, einem anderen Jungen aus dem Distrikt 12 wird sie auserwählt, an den Spielen teilzunehmen.
Obwohl Peeta zu wissen scheint, dass es nur einen Überlebenen geben darf, rettet er Katniss das Leben, gesteht öffentlich die Gefühle gegenüber der jungen Frau, welche nicht mehr weiss, was und vorallem wem sie überhaupt noch glauben darf.

Wie gesagt hatte ich anfangs ein paar Probleme, in das Buch zu kommen, aber das hat dem Lesegenuss keinen Abriss getan. Suzanne Collins hat einen Schreibstil, welchen man ungern an die Seite legen möchte. Dadurch, dass das gesamte Buch in der Ich - Form und somit aus der Sicht von Katniss geschrieben ist, bekommt man von Anfang an einen Einblick in ihre Gefühlswelt, in ihre Gedankenwelt, welche manchmal durchaus nachvollziehbar ist.

Natürlich ist allgemein bekannt, dass es noch zweei Folgebände gibt und auch, dass der zweite Teil der Reihe bald in den deutschen Kinos anlaufen wird.
Ich werde mir die beiden auf jeden Fall auch noch zum Lesen organisieren, denn irgendwo will man ja doch wissen, wie es mit Katniss und ihrer Familie, ihren Gefühlen zu Peeta und ihrem alten Freund Gale weitergeht. Dieses Buch hat mich auf jeden Fall sehr positiv überrascht.