Platzhalter für Profilbild

Einhorn4444

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Einhorn4444 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Einhorn4444 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2017

Traurig, aber auch süß wie Marmelade

Das Brombeerzimmer
0

Nora hat ihren geliebten Mann verloren und auch nach einem Jahr vermisst sie ihn schmerzlich. Ihr Hobby - Marmelade, Gelee und Likör anzusetzen - verbindet sie mit vielen Erinnerungen an Julian. Und ein ...

Nora hat ihren geliebten Mann verloren und auch nach einem Jahr vermisst sie ihn schmerzlich. Ihr Hobby - Marmelade, Gelee und Likör anzusetzen - verbindet sie mit vielen Erinnerungen an Julian. Und ein Rezept für Brombeermarmelade bringt sie dazu, sich zu neuen Ufern aufzumachen. Sie besucht Julians Großtante, die - ebenfalls wie sie - gerne in der Küche steht, um Früchte zu erlesenen Köstlichkeiten zu verarbeiten. Die beiden Frauen freunden sich an, und Nora - abgelenkt von einem zu ergründenden Familiengeheimnis, dem Kennenlernen neuer Menschen und Orte - blüht auf und überdenkt ihr Leben neu. Sie ist ein sehr herzlicher und gutmütiger Mensch, offen für die Probleme anderer. Und deshalb ist sie auch immer für ihre Freundin Katja da, die Probleme in ihrer Familie und in der Liebe hat. Aber auch für die neugewonnene Freundin Mandy ist Nora eine Bereicherung - die beiden Frauen ergänzen sich gut und bringen sich gegenseitig auf neue Zukunftsideen. Auch die Männerwelt kommt in dem Buch nicht zu kurz, und obwohl diesbezüglich alle Beziehungsstränge offen bleiben, so ist doch - was das Liebesleben der jungen Frauen betrifft - zumindest ein Anfang gemacht.
Das Ende des Buches lässt zwar viele Fragen offen, und man hofft auf eine Fortsetzung, aber ich habe die Geschichte sehr gerne und zügig gelesen. Man konnte lachen und weinen dabei; manchmal war es sogar ein wenig geheimnisvoll.

Veröffentlicht am 13.11.2016

Mince Pie und Mistelzweig

Schuld war nur der Mistelzweig
0

Ein ganz bezauberndes Buch! Schon das Cover mutet mit seinen roten, grünen und goldenen Farben besinnlich an, und die weihnachtlichen Symbole verweisen auf die Geschichte im Inneren. Sogar der Pudel und ...

Ein ganz bezauberndes Buch! Schon das Cover mutet mit seinen roten, grünen und goldenen Farben besinnlich an, und die weihnachtlichen Symbole verweisen auf die Geschichte im Inneren. Sogar der Pudel und die Filmkamera kommen im Buch vor.
Gleich zu Beginn werden alle Familienmitglieder mit ihren Ecken und Kanten vorgestellt und man kann sich mit vielen Marotten identifizieren, die gerade in der Vorweihnachtszeit zu Tage treten. Die Geschichte ist flüssig geschrieben und springt nicht hin und her. Es gibt lustige Episoden und nachdenkliche Szenen. Der Versuch einer großen Patchwork-Familie - mit den neuen Partnern der Hippie-Eltern - mutet abenteuerlich an und bringt so manches Kopfschütteln hervor. Aber die ursprüngliche Familie mit erwachsenen Kindern und Enkelkindern wächst einem sofort ans Herz, und die Weihnachtstage in Cornwall bringen neue und überraschende Erkenntnisse zum Vorschein.
Eine leichte Lektüre für die Vorweihnachtszeit, die lustig und besinnlich ist.

Veröffentlicht am 26.03.2021

Sich selbst lieben

Ich kann das
0

Bisher habe ich solche Ratgeber als zu trocken oder als zu schwülstig abgetan und meistens noch nicht einmal zu Ende gelesen.
Bei diesem Buch von Bodo Schäfer empfand ich es als angenehm, dass es ein ...

Bisher habe ich solche Ratgeber als zu trocken oder als zu schwülstig abgetan und meistens noch nicht einmal zu Ende gelesen.
Bei diesem Buch von Bodo Schäfer empfand ich es als angenehm, dass es ein Roman ist, d.h. seine vielen Ratschläge wurden in eine Geschichte verpackt. Und mit dem Hauptdarsteller Karl können sich wohl die meisten von uns - manchmal mehr und manchmal weniger - identifizieren.
Dass für Karl am Ende des Buches fast alles "Friede, Freude, Eierkuchen" ist, fand ich etwas realitätsfremd. Mich hätte interessiert, wie die Beziehung zu seinen Eltern weitergegangen ist - schließlich hat er geheiratet und sie sogar zu Großeltern gemacht.
Wie geht er mit Schwierigkeiten in seinem neuen Beruf als Schauspieler um? Denn auch wenn er jetzt mehr Selbstbewusstsein hat, so ist doch bestimmt nicht immer alles ein Zuckerschlecken.
Ich weiß zwar nicht, ob ich dieses Buch noch einmal von vorne bis hinten durchlesen werde, aber die Kernaussagen/Tipps/Ratschläge werde ich mir doch hin und wieder mal ansehen. Glücklicherweise werden sie im Buch farblich hervorgehoben, so dass sie einem ins Auge fallen.

Veröffentlicht am 09.11.2018

Zu 3/4 traurig, aber schönes Ende

Wie man die Zeit anhält
0

Das Buch hat mich interessiert, da ich generell Filme und Bücher mag, die von unsterblichen oder sehr langsam alternden Menschen handeln. Auch "Die Frau des Zeitreisenden" fand ich toll.
In diesem Buch ...

Das Buch hat mich interessiert, da ich generell Filme und Bücher mag, die von unsterblichen oder sehr langsam alternden Menschen handeln. Auch "Die Frau des Zeitreisenden" fand ich toll.
In diesem Buch geht es um Tom, der zwar sterblich, ist aber mit seinen über 400 Jahren aussieht, als wäre er erst 40. Der überwiegende Teil des Buchs ist traurig, weil Tom nach dem Verlust seiner einzigen großen Liebe sehr einsam ist und sich oft verstecken muss. Er wird von der "Albatros-Gesellschaft" angeworben, die Menschen wie ihn schützen und dafür engagieren, weitere Mitglieder zu rekrutieren. Tom weiß nicht immer, was er davon halten soll, denn er will ungestört leben und hat doch Angst vor der Zeit, die er ohne Liebe und tiefere Freundschaften durchleben muss. Sein Mentor Henrich hat ihn gelehrt, dass er alles lieben darf - gutes Essen, Musik, Kunst usw - aber er darf sich an keinen anderen Menschen - an eine "Eintagsfliege" - binden. Das fällt ihm im Laufe der Jahrhunderte immer schwerer, da er zudem vergeblich nach seiner - ebenfalls alterslosen - Tochter sucht. Obwohl das Lesen des Buches manchmal etwas schleppend und melancholisch war, so hat mich das Ende doch mit der Geschichte ausgesöhnt.

Veröffentlicht am 31.07.2018

Der allgegenwärtige Kampf von Gut gegen Böse

Der Duft des Lebens
0

Aviv ist ein sehr empathischer Mensch und kann sich in die Menschen einfühlen. Er wächst behütet bei seiner Adoptivmutter auf und glaubt an das Gute in der Welt.
Der Arzt Kaminski ist zwar intelligent ...

Aviv ist ein sehr empathischer Mensch und kann sich in die Menschen einfühlen. Er wächst behütet bei seiner Adoptivmutter auf und glaubt an das Gute in der Welt.
Der Arzt Kaminski ist zwar intelligent und wohlhabend, aber er kann (und will) nichts Positives empfinden und quält seine Umwelt mit Misstrauen, Neid, Häme und Bosheit. Aber er kann seine Unzulänglichkeit spüren und wünscht sich das, was scheinbar alle Menschen - außer ihm - besitzen: Eine Seele. Kaminski entwickelt ein Verfahren, um sterbenden Menschen den letzten Lebenshauch und somit ihre unsterbliche Seele zu stehlen, um sich selbst damit zu bereichern.
Aviv und Kaminski stellen den Kampf - Gut gegen Böse - dar, und es stellt sich die Frage, ob jeder Mensch mit guten Kernanlagen geboren wird und nur seine Umwelt ihn zu einem bösen Dasein beeinflussen kann. Aviv kommt am Anfang etwas unbedarft und naiv rüber, aber er entwickelt sich zu einem Mann und beginnt die geistigen Gaben, die ihm geschenkt wurden, für sich selbst und seine Liebsten zu nutzen. Kaminski bleibt während des gesamten Buches der böse, schwarze Mann, und doch fragt man sich, wie er dazu geworden ist, und ob sein Schicksal in seinen frühen Kinderjahren hätte gewandelt werden können.
Glücklicherweise hat das Buch ein Happyend, obwohl es verständlicherweise auch Verluste zu betrauern gibt.