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Veröffentlicht am 18.12.2022

Komik trifft Ernsthaftigkeit

Du kannst alles lassen, du musst es nur wollen
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Torsten Sträter ist ein genialer Comedian. Mit seinem neuesten Buch zeigt er ein bisschen mehr von seinem Leben und kratzt auch das Thema Depressionen an. Er schreibt von der Zeit während Corona und präsentiert ...

Torsten Sträter ist ein genialer Comedian. Mit seinem neuesten Buch zeigt er ein bisschen mehr von seinem Leben und kratzt auch das Thema Depressionen an. Er schreibt von der Zeit während Corona und präsentiert neue, unbekannte als auch bekannte Bühnenshows.
Und trotz aller Komik und trotz allem Humor kommt die Ernsthaftigkeit nicht zu kurz.

Am Anfang war ich mir nicht so sicher, ob dieses Buch nicht zu viel „das böse C“ thematisiert. Ich finde jedoch, dass es eine gute Mischung von allen Themen, die 2020-2022 brisant waren. Ich liebe Sträters Art und oftmals habe ich mich dabei erwischt wie ich über manche Themen neu überlegt habe, oder schon von vornherein die gleiche Meinung wie er hatte.

Schade fand ich allerdings, dass er über sein Leben und über seine Depressionen nicht so viel geschrieben hat. Aber ich verstehe auch, dass man das für ein breites Publikum nicht öffentlich machen möchte.

Wie in den vorherigen Büchern von Sträter, hatte ich beim Lesen wieder seine Stimme im Kopf. Das hat es für mich zu einem noch größeren Vergnügen gemacht.

Das Cover ist wieder passend und schlicht. Man sieht den Mann mit Mütze. Ich muss da schon lächeln.

Wer Fan ist, kommt hier auf jeden Fall wieder auf seine Kosten.

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Veröffentlicht am 13.10.2022

Facettenreicher Jugendthriller

Erebos
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Nicks bester Freund ist nicht mehr er selbst. Und auch andere Schüler sind komisch, Grund dafür ist wohl diese CD, die irgendwann auch Nick erreicht: Erebos. Ein Computerspiel. Auch Nick wird schnell in ...

Nicks bester Freund ist nicht mehr er selbst. Und auch andere Schüler sind komisch, Grund dafür ist wohl diese CD, die irgendwann auch Nick erreicht: Erebos. Ein Computerspiel. Auch Nick wird schnell in den Sog dieses Spiels gezogen. Als sein Charakter im Spiel stirbt und er nicht mehr spielen kann erkennt er, was mit den anderen Spielern geschieht und wie diese manipuliert werden. Kann er Schlimmeres verhindern?

Mal wieder ein Hörbuch über die Onleihe und -wow- wie schnell sind diese knapp 8 Stunden vergangen?!
Ich konnte gar nicht aufhören zu hören, weil ich wissen möchte wie es weiter geht. Mit diesem Ende habe ich gar nicht gerechnet.

Anfangs habe ich mich noch gefragt, wie man auf den Namen dieses Computerspiels gekommen ist. Die kleinen Informationen über die griechische Mythologie im Hintergrund haben diese Frage beantwortet.

Über die einzelnen Charaktere erfährt man nicht so viel, was aber auch nicht zwingend nötig ist. Nick als Hauptcharakter ist sehr interessant. Ich finde es goldig, wie er versucht die Gefühle zu seiner Klassenkameradin Emily Geheim zu halten. Außerdem finde ich es stark, wie er die Sucht zu dem Computerspiel doch noch besiegt hat, zwar weil sein Spielcharakter verstorben ist, aber eine Sucht zu bekämpfen ist nicht einfach. Emily gefällt mir sehr gut.
Es gab noch viele Personen mehr, aber diese sind mir leider nicht im Kopf geblieben, da es zu viele waren. Vor allem die Spieler und deren Nicknames konnte ich mir nicht merken.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und man konnte der Geschichte gut folgen.

Mir hat es gut gefallen, dass dieser Thriller so facettenreich ist. Neben der Spannung ist auch ein Fantasy-Teil mit eingebaut. Auch die griechische Mythologie spielt eine Rolle, außerdem wird ein wichtiges Thema angesprochen: die Spielsucht. Ganz am Schluss gab es dann auch noch ein Happy End, was mir vor allem für Nick gefallen hat.

Es gab ein paar Kleinigkeiten, die mich an dem Buch gestört haben. Aber das ist wirklich minimal. Wie oben schon erwähnt, habe ich diesen Jugendthriller durchgesuchtet und freue mich schon jetzt auf den zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 09.09.2022

Eine süße Geschichte mit tollen Charakteren und krassen Themen im Hintergrund

Love to share – Liebe ist die halbe Miete
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Tiffy braucht eine Wohnung, die muss schnell weg von ihrem Ex. Leider fehlt ihr das nötige Geld für eine eigene Wohnung. Da kommt die Annonce von Leon genau richtig. Er braucht zusätzlich etwas Geld und ...

Tiffy braucht eine Wohnung, die muss schnell weg von ihrem Ex. Leider fehlt ihr das nötige Geld für eine eigene Wohnung. Da kommt die Annonce von Leon genau richtig. Er braucht zusätzlich etwas Geld und bietet daher seine Wohnung, während seiner Arbeitszeiten an. Da Leon in der Nachtschicht arbeitet, ist das doch die perfekte Lösung. Tiffy bewirbt sich dafür und teilt sich von nun an das Bett mit dem fremden Leon. Sie werden sich ja sowieso nicht sehen, also ist das doch alles super, oder etwa nicht?

Der Klappentext liest sich sehr lustig, dazu das coole Cover. Ich war gespannt, was da auf mich zukommen mag.

Von der ersten Seite ab, war mir Tiffy schon sympathisch. Irgendwie hab ich in ihr mich selbst erkannt. Eigentlich eine große und selbstbewusste Frau, mit einem flippigen Klamotten-Stil. Wäre da diese toxische Beziehung nicht, die immer mal wieder beendet und dann wieder belebt wird. Ich fand es klasse, als sie endlich den Mut gefasst hat und sich endgültig von ihrem Ex getrennt hat.

Leon ist ein sehr interessantes Charakter. Er ist liebevoll, emphatisch und einfach goldig. Meistens ist er kurz angebunden, so auch bei der Post-it-Konversation mit Tiffy.

Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht von Tiffy und Leon geschrieben. Ich finde es sehr passend, dass es aus der Ich-Perspektive verfasst wurde, denn so konnte ich mich richtig gut in die zwei hineinversetzen. Es ist auch sehr gut gelungen, wie passend die einzelnen Kapitel geschrieben sind. Wenn Tiffy an der Reihe ist, dann ist alles etwas ausschweifend und wenn ein Kapitel aus Leons Sicht folgt, ist dieses eher kurz gehalten.

Die Freunde von Tiffy finde ich ganz gut, wobei mich Gertys Verhalten manchmal doch ziemlich gestört hat: ein bisschen besserwisserisch und steif. Mo ist sehr zurückhaltend, von ihm hätte ich mir manchmal mehr gewünscht.

Den Schreibstil der Autorin finde ich gut zu lesen, recht jugendlich.

Ich finde es sehr gut gelungen, wie die Autorin auch auf schwere Themen aufmerksam macht, zum Beispiel toxische Beziehungen mit emotionalem Missbrauch und Manipulation aber auch ein ungerechtes Rechtssystem. Da diese Themen im Hintergrund gehalten sind, ist es eine schöne, leichte Lektüre, die mich oftmals auch zum Schmunzeln und auch zum Nachdenken gebracht hat.

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Veröffentlicht am 08.08.2022

Extrem spannender Auftakt

Das Profil
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In Hamburg wird eine männliche Leiche auf einem Spielplatz entdeckt. Kurz darauf eine Frauenleiche in deren Wohnung. Dies ruft Franka Erdmann und ihr Team von der Polizei Hamburg auf den Plan. Hängen die ...

In Hamburg wird eine männliche Leiche auf einem Spielplatz entdeckt. Kurz darauf eine Frauenleiche in deren Wohnung. Dies ruft Franka Erdmann und ihr Team von der Polizei Hamburg auf den Plan. Hängen die beiden Taten zusammen, es scheint nicht so. Doch kurz darauf wird erneut eine weibliche Leiche gefunden. Beide Frauen haben Gemeinsamkeiten: Sie sind Influencerinnen und haben schöne, lange, blonde Haare. Immer mehr Puzzleteile können die Mitglieder der SOKO zusammen setzen. Aber können Sie den Täter schnappen, bevor der Täter erneut zuschlägt?

Mit diesem Buch ist dem Autor ein genialer Start einer neuen Reihe gelungen. Das schonmal vorab.

Das Cover hat mich schon sehr neugierig gemacht. Der Klappentext dazu ist recht kurz gehalten, enthält aber ein paar Punkte, die sehr interessant waren.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut zu lesen. Außerdem ist viel Spannung eingebaut, was dazu führte, dass ich das Buch nur widerwillig aus der Hand legen konnte. Dies, gespickt mit vielen Wendungen hat mir sehr gut gefallen. Ich hab mich sehr oft gefragt, wann der Täter endlich geschnappt wird und hab extrem mitgefiebert. Die Recherchearbeit von Autor ist sehr gelungen. Leider wurden gegen Ende ein paar Mal Namen von den Protagonisten vertauscht.
Ich finde die Perspektivwechsel zur Sicht des Täters verwirrend, da diese plötzlich innerhalb eines Kapitels kommen. Ich fände ein kürzeres, eigenes Kapitel dafür besser.

Die Protagonisten sind gut beschrieben. Es wird viel auf die Hauptermittlerin, Franka Erdmann eingegangen. Sie ist ein Workaholic. Anfangs wurde ich mit ihr nicht wirklich warm, da sie eher abweisend ihrem neuen Kollegen gegenüber war. Man erfährt auch einiges über ihr Privatleben und ich musste oft den Kopf schütteln, erst recht über ihre ungesunde Lebensweise. Das fand ich etwas klischeehaft. Von Alpay Eloglu, Frankas neuen Kollegen erfährt man leider nicht sehr viel. Er war mir sympathisch, daher hätte ich mir mehr Informationen über ihn gewünscht.
Ich bin sehr gespannt, wie sich das Verhältnis der beiden in den nächsten Ermittlungen entwickelt.

Das Hauptthema dieses Thrillers ist sehr gut gewählt und auch sehr aktiv . Nach dieser Lektüre überlege ich mir vielleicht zweimal, was ich im Internet und explizit in den sozialen Medien preisgebe.

Für diesen Thriller gibt es von mir eine klare Leseempfehlung. Ich bin auch schon sehr gespannt, welche Fälle auf das Team Erdmann und Eloglu noch zukommen.

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Veröffentlicht am 10.02.2022

Emotional und sehr gut recherchiert

Stay away from Gretchen
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Greta Monderath wohnt in Köln-Porz. Eigentlich ist sie eine fitte Rentnerin und freut sich jeden Abend die Nachrichtensendung zu sehen, die Ihr Sohn Tom moderiert. Eines Tages wird bei ihr Demenz diagnostiziert. ...

Greta Monderath wohnt in Köln-Porz. Eigentlich ist sie eine fitte Rentnerin und freut sich jeden Abend die Nachrichtensendung zu sehen, die Ihr Sohn Tom moderiert. Eines Tages wird bei ihr Demenz diagnostiziert. In klaren Momenten erzählt sie Tom einige Geschichten aus Ihrer Kindheit und Jugend, zum Beispiel wie sie auf dem Schwarzmarkt Zigaretten verkauft hat. Nach und nach erfährt Tom auch von Gretas erster Liebe einem schwarzen US-Amerikaner, der in Heidelberg stationiert war.
Später entdeckt Tom in Unterlagen von seiner Mutter ein Bild von einem kleinen schwarzen Mädchen. Nach einiger Recherchearbeit wird ihm klar, was es mit diesem Mädchen auf sich hat und warum seine Mutter in seiner Kindheit oft so traurig war.

Das Buch ist in zwei Zeitebenen aufgebaut: Einmal um das Jahr 2015, als Greta 84 Jahre alt ist und dann zu ihrer Kinder- und Jugendzeit zu Zeiten während und nach des zweiten Weltkriegs. Die Kapitel, um 1945 waren interessant und sehr gut von der Autorin ausgearbeitet und recherchiert. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen.Die Geschichte selbst war sehr berührend, emotional und hat mich teilweise zu Tränen gerührt. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie sich Greta gefühlt hat. Aber auch Bob, der schwarze GI hat mir leid getan. Das Thema Rassentrennung war zu diesen Zeiten höchstbrisant und ich musste oft den Kopf schütteln wie man mit „andersfarbigen“ umgegangen ist. Dieses Thema ist gerade genauso aktuell wie vor knapp 80 Jahren.

Manchmal hätte ich mir mehr Details aus dem früheren Leben von Greta gewünscht, zum Beispiel über ihre Flucht aus Ostpreußen. Natürlich hätte das aber dann das Buch unnötig in die Länge gezogen.

Anfangs hat mir der Charakter von Tom Monderath überhaupt nicht gefallen, er kam mir sehr egoistisch vor. Im Verlauf der Geschichte wurde er mir immer sympathischer und ich fand es schön, dass er die Hilfe von seiner Kollegin Jenny, die er ja eigentlich nicht leiden konnte, angenommen hat. Am besten hat mir das Happy End im Gesamten gefallen.

Mein Lieblingscharakter war jedoch die gutherzige Helga, die Tom schon in seiner Jugendzeit immer herzlich aufgenommen hat.

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