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Evy_Heart

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Veröffentlicht am 24.02.2018

Irgendwie.

Die erstaunliche Familie Telemachus
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"Die erstaunliche Welt..." ist für mich ein Buch, das ich schwer greifen kann. Ich hatte ein skuriles Jugendbuch erwartet. Und "skuril" ist es. Aber es verknüpft eine komplexe Mafia-Geschichte mit 5 Familienmitgliedern ...

"Die erstaunliche Welt..." ist für mich ein Buch, das ich schwer greifen kann. Ich hatte ein skuriles Jugendbuch erwartet. Und "skuril" ist es. Aber es verknüpft eine komplexe Mafia-Geschichte mit 5 Familienmitgliedern und ihren Geschichten und der Frage, ob die Fähigkeiten der Familie echt sind oder nur gute Tricks.

Achtung: Rezi enthält Spoiler.

Worum geht es?



Fünf Familienmitglieder, vom Großvater bis zum Enkel, und ihren Umgang mit den "Fähigkeiten". Um Tag "Zap" und was der frühe Tod von Grandma Mo damit zu tun hat.

Charaktere



Das Kollektiv ist bunt gemischt. Während Matty (der Enkel) in der Pubertät steckt und für seine Cousine Malice (Mary Alice) schwärmt und den Familienkult (?) mit Begeisterung betrachtet, hadert seine Mutter Irene damit. Denn sie kann erkennen, ob ihr Gesprächspartner an das glaubt, was er gerade sagt. Da jeder Mensch täglich lügt, belastet sie das, auch ihre glücklosen Beziehungen zu Männern. Onkel Frankie kann Gegenstände bewegen, wird aber von keinem wirklich ernst genommen und ist ein erfolgloser Spieler. Frankie hat ständig neue Geschäftsideen, doch ihm fehlt das Selbstbewusstsein. Buddy wirkt in seiner eigenen Welt, beginnt Projekte, die keiner versteht und beendet sie nach der Hälfte. Er wird als der wohlwollende Sonderling betrachtet. Teddy ist das Familienoberhaupt und ein Charmeur. Er kann Gedanken lesen und sowohl der Leser als auch die anderen Figuren erfahren erst am Ende, worin er tatsächlich verstrickt ist. Grandma Mo ist der Ruhepol. Sie wird, finde ich, mystifiziert, aber sie ist nicht ohne Fehler. Sie starb, als Irene, die Älteste, 13 Jahre alt war. Mich erinnerte das an die Kelly-Family

Es gibt Figuren, die der Geschichte Tragik geben, anderen bringen lustige Elemente hinein. Ich fand Mattys Methoden, seine Fähigkeit zu aktivieren, amüsant und hätte gern mehr über ihn gelesen. Auch Buddy mochte ich. Ich habe mit vielen Figuren mitgelitten, aber ich konnte mich nicht fallen lassen.

Eine Familie, die irgendwie nicht zusammen passt, obwohl sie das Wissen um ihre Fähigkeiten eint, das ist ein zentrales Thema des Buches. Ich habe mich oft gefragt, wer die Verantwortung dafür trägt.

Struktur und Schreibstil



Der Roman wird aus fünf verschiedenen Sichtweisen geschildert und spielt in verschiedenen Zeitebenen. Der Text beginnt in der Jetzt-Zeit, führt den Leser aber in die Irre, in dem er zur Vergangenheit wechselt. Oft weiß man nicht, in welcher Ebene man sich befindet, nur aufmerksamen Lesern fällt der Wechsel der Zeitformen auf. Dadurch entspinnt der Autor ein Netz aus Fragen, die sich erst später klären und für einige Überraschungen sorgen.

Die Frage, was am Zap-Tag passiert und warum Grandma Mo starb, hält die Spannung aufrecht und besonders im letzten Drittel steigt das Tempo.

Die Mafia-Geschichte, die sich durch alle Zeitebenen zieht, bremst das Buch, weil sie ablenkt. Sie bringt als zweiter Schwerpunkt Action in den Text und lockert das Ende auf. Aber da die Figuren mit ihrer Fähigkeit hadern und nur zwei Figuren wirklich involviert sind, baute ich als Leser wenig Bindung auf. Ich glaube, die Figuren im Text trauen sich nicht, ihr Leben in die Hand zu nehmen - daher wirkt auch das Buch lose.

Schwierig fand ich die Erzählperspektive - der personale Stil gibt jeder Figur eine eigene Sprache, wirkt aber distanziert. Denn es ist ein Erzähler. Bei Buddy, der sein eigenes Leben nicht greifen kann, passt das gut. Aber bei anderen Figuren wirkt es nett und gönnerhaft. Aber: distanziert.

Da die Geschichte ca. 1995 spielt, gibt es ein Wiedersehen mit AOL-CDs und analogen Modems - das war toll!

Nicht gefallen hat mir, dass einige Bezüge aus der amerikanischen Kultur nicht übertragen wurden z.B. The Brady Bunch oder der Ziploc-Beutel.

Fazit



Ich hatte nicht erwartet, dass das Buch einfach wird. Aber es funktioniert für mich nicht. Zu sehr kämpfen das Hadern mit dem eigenen Schicksal und die komische Mafia-Geschichte miteinander. Die Figuren sind als Typen gut gestaltet und der Hauptkonflikt funktioniert. Das Thema gefällt mir sehr! Aber der Text ist zuwenig auf den Punkt, zu distanziert.

Ich würde niemandem davon abraten, es zu lesen. Aber es ist kein Buch, das flasht.

  • Cover
  • Charaktere
  • Geschichte
  • Humor
  • Fantasie
Veröffentlicht am 29.01.2018

Kann man mögen.

Beste Freundinnen
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Ich hatte einen schweren Einstieg mit dem Text, dann fand ich es toll und im letzten Drittel hat es mich gelangweilt. "Beste Freundinnen" waren eine Achterbahnfahrt.

Inhalt

Das Buch ist eine Aufbereitung ...

Ich hatte einen schweren Einstieg mit dem Text, dann fand ich es toll und im letzten Drittel hat es mich gelangweilt. "Beste Freundinnen" waren eine Achterbahnfahrt.

Inhalt

Das Buch ist eine Aufbereitung des gleichnamigen Podcastes, der derzeit bei "MitVergnügen" zu hören ist. Das Buch wechselt zwischen Gesprächen und Hitlisten, manchmal sind Texte von Jakob oder Max abgedruckt.

Themen sind u.a. die "Traumfrau", wann aus Affären Beziehungen werden, Pornokonsum, Sex beim ersten Date usw. Mich erinnerte das an Dr. Sommer, aber für Twentysomethings.

Auch wenn es "Männerthemen" sind, habe ich auch als Frau einiges mitgenommen.

Die Hauptfiguren

Jakob ist der Denker, der Sachverhalte gründlich auseinander nimmt und viel Raum einnimmt. Die Themen Frauen und Partnerschaft sind ihm wichtig. Ich fand ihn im Buch sehr sympatisch, im Podcast selbst gefällt mir seine Stimme nicht.

Max ist Familienvater und stellt oft Fragen. Erst im letzten Teil, als das Thema Freundschaft behandelt wird, wird er deutlicher.

Im Podcast ist das Verhälntnis ausgeglichen.

Aufbereitung des Podcasts

Ich habe die orginalen Aufzeichnungen nicht gefunden, aber mir gefällt die Darstellung der Infos im Buch. Während der Podcast einen "typischen" Stil hat (viel, viel Gerede, besonders als Einstieg), konzentriert sich das Buch auf die Diskusion des Themas. Die Texte dazwischen lockern auf und geben dem Leser die Möglichkeit, sich auf EINEN Gedanken zu konzentrieren.

Schreib- und Vortragsstil

Die Dialoge sind sehr tiefgründig, philsophisch. Ein Hörer auf Soundcloud verglich den Podcast sogar mit einem sokratischen Gespräch.

Der Vorteil ist, dass Informationen deutlich und komprimiert präsentiert werden. Aber es gibt nur wenig, an dem man sich festhalten kann. Die beiden schildern nur sehr wenige Anekdoten. Wer Probleme hat, Erörterungen folgen zu können, wird mit dem Buch weniger glücklich.

Verglichen mit dem weiblichen Pendant "SexVergnügen" ist "Beste Freundinnen" weniger vulgär.

Was hat mir gut gefallen?

Die Lockerheit. Jakob redet sehr entspannt und das mochte ich.

Was hat mir nicht gefallen?

Es gibt einige Themen, die ich nicht spannend fand und ich hatte Probleme, den beiden zu folgen.

Fazit

"Beste Freundinnen" funktioniert als Buch genauso, wie es als Podcast funktioniert. Die Tonspuren sind gut komprimiert und das Buch ist unterhaltsam. Außerdem lernt man einiges. Der Stil ist jedoch nicht für jeden Leser etwas.

Veröffentlicht am 14.01.2018

Wenn Filterblasen steigen....

Wenn Funken über Wolken tanzen
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Verglichen mit der Vampirgeschichte "Küssen verboten - beißen erlaubt" ist dieser Roman wesentlich besser. Das Buch ist gut in dem, was es tut und ich finde nur wenige Dinge, die ich kritisieren kann. ...

Verglichen mit der Vampirgeschichte "Küssen verboten - beißen erlaubt" ist dieser Roman wesentlich besser. Das Buch ist gut in dem, was es tut und ich finde nur wenige Dinge, die ich kritisieren kann. Der Reihe nach.

Worum geht es?

Die 33-jährige Autorin Nicolette wurde von ihrem Verlobten unglückilch verlassen und trifft auf den 19-jährigen Kosta. Ein schöner Neuanfang. Aber Nico lässt sich von ihren Freunden und sogar ihrer besten Freundin einreden, dass die Beziehung aufgrund des Alters keine Zukunft hat. Ein steiniger Weg in den Abgrund beginnt.

Spoiler: Es gibt ein Happy End.

Charaktere

Nico ist 33 und schreibt Krimis/Thriller. Ich nehme sie als einen introviertierten Menschen wahr, der unsicher ist und sich stark von anderen beeinflussen lässt. Sie genießt ihre sichere Zone. Ihre Stärke ist ihr Humor. Als sie jünger war, hat die Mutter die Familie verlassen, was sowohl Nico als auch ihren Vater getroffen hat. Nico spricht jedoch nur wenig darüber. Zu ihrem Vater, einem Firmenchef, der in der Rente schauspielert, hat sie ein gutes Verhältnis. Komisch finde ich, dass Nico anfangs selbstbewusst wirkt, dies aber verliert.

Kosta ist 19 und ist Mechantroniker (?). Er wirkt klug und positiv und weiß sich gegen andere durchzusetzen. Seine Mutter ist eine Drama-Queen, ähnlich wie Nico. Kosta hat ein gutes Verhältnis zu seinen Freunden. Mit seiner Zuversicht schafft er gut Einigkeit.

Tina ist Nicos beste Freundin und ihr Gegenstück. Sie hat einen Mann und möchte Haus und Kind. Außerdem kämpft sie für ihre Meinung, manchmal mit unfairen Mitteln.

Die Figuren leben intensiv in der Geschichte und passen gut zusammen. Daher fällt nicht auf, dass sie grob gezeichnet sind und nur wenig Tiefe haben. Sie entsprechen Typen, die man kennt: Nico ist die hilfsbedürftige Frau, die den Glauben an sich und die Liebe verloren hat, Kosta der Mann, der sie aufbaut und die Beziehung vorantreibt. Ich denke, dass der Altersunterschied nicht das Problem ist, sondern dass die beiden unterschiedlich mit Konflikten umgehen. Während Kosta eine Lösung sucht, zieht Nico sicht zurück. Langfristig kann das zum Problem werden.

Konflikte

Altersunterschied: Besonders Tina und Nicos Freunde nutzen dieses Argument. Ich habe nie verstanden, warum Nico das wichtig ist. Ich habe das Gefühl, dass das nur ein Weg ist, die Beziehung nicht eingehen zu müssen, weil sie denkt, dass sie keine neue Beziehung wert ist - denn sie wurde verlassen. Der Text begründet nachvollziehbar, welche Probleme durch den Altersunterschied auftreten können. Das fand ich gut. Trotzdem hoffe ich, dass sich jemand in Nicos Situation zu wehren weiß. Denn wenn sich alle Freunde darüber lustig machen und die Beziehung als Bettgeschichte abtun, ist das verletzend. Auf mich wirkte es, als wollen die Freunde mit dem Lästern ihrem langweiligen Leben entkommen und sich über Nico stellen. Obwohl sie wissen, dass auch sie gern ausbrechen würden. Für mich wäre das ein Grund, eine Freundschaft abkühlen zu lassen und trotz einer Entschuldigung würde das einen Kratzer auslösen, den nur die Zeit heilt. Gibt es solche Situationen in der Realität? Oder will uns das Buch mit diesem Extrem zeigen, dass wir anders handeln sollen?

Das Alter: Das Buch zeigt eine Clique, die sich am Scheideweg befindet. Während Nicos Freunde, allen voran Tina, Anfang 30 eine Familie gründen wollen, ist nicht klar, ob Nico das auch will. Auf mich wirkt sie wie jemand, der sich noch finden will. Das ist ein Prozess, der auch in der Realität schwierig ist und der wahrscheinlich manche Freundschaft zerbrechen lässt: Die Zeit, in der man gemeinsam Spaß hat und das Leben erkundet, ist vorbei. Stattdessen nehmen Kinder mehr Raum ein oder man entscheidet sich, noch einmal zu studieren. Oder weiter Karriere zu machen. Die Präoritäten verändern sich und damit die Beziehungen. Ich finde es schade, dass das Thema nicht tiefer ausgebaut wird.

Dramaturgie und Schreibstil

Die große Stärke des Romans. Er wirkt weder dramaturgisch noch stilistisch verkrampft, alles hat seinen Platz.

Nach der Einleitung entsteht die Beziehung zwischen Nico und Kosta und diese wird, auf dem Weg in die Katastrophe, von vielen Steinen getroffen. Ich habe stetig gehofft, dass irgendetwas den Fall bremst, dass sich Nico wehrt. Das dauert. Diese Hoffnungslosigkeit treibt den Roman voran, was wehtut. Nebenfiguren wie Kostas Freund Pius oder seine Ex-Freundin Clara sowie Nicos Vater ergänzen das Kollektiv, drängen sich jedoch nicht in den Vordergrund. Die Handlung bleibt sehr geradelinig.

Die Argumentationen sind nachvollziehbar, die Dialoge fließend, die Gags logisch. Alles wirkt gut aufeinander abgestimmt und... passend.

Der Schreibstil ist fließend und es gibt einige amüsante Passagen.

Spoiler: Nicht so gut finde ich das Ende. Es ist zu schnell und letzlich hat Nico nur wenig gelernt. Sie traut sich nicht, ihren Freunden die Meinung zu sagen, sie schreibt ein Buch (Klischee!), schickt ihnen das und hofft, dass sie sie verstehen. Nico ist am Ende des Buches ähnlich abhängig von ihren Freunden wie am Anfang.

Fazit

"Wenn Funken..." ist ein sehr gut geschriebenes Buch über ein intressantes Thema. Aber es zeigt ein Extrem. Ich weiß nicht, ob man den Lesern zeigen sollte, wie man es nicht macht, damit sie etwas lernen. Oder ob man dem Leser einen möglichen Ausweg zeigt.

Dennoch: Stilistisch und dramaturgisch toll geworden

Veröffentlicht am 13.12.2017

Kühl und düster.

Das Winterbuch
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Inhalt

Das Buch vereint verschiedene Texte aus Kurzgeschichten-Bänden und Romanen der Mumin-Autorin. Vielfach sind sie auf die Natur und zwischenmenschliche Konflikte fokussiert. Dazwischen gibt es Fotos ...

Inhalt

Das Buch vereint verschiedene Texte aus Kurzgeschichten-Bänden und Romanen der Mumin-Autorin. Vielfach sind sie auf die Natur und zwischenmenschliche Konflikte fokussiert. Dazwischen gibt es Fotos der Autorin und ein Nachwort von Maria Antas.

Wie ging es mir mit dem Buch?

Ich fand die Texte sehr ruhig und entspannend, weil die Sprache gleichmäßig fließt. Oft wird die Natur beschrieben, sie nimmt einen großen Raum ein. Daher ist mir vor allem die kühle, raue Stimmung in Erinnerung geblieben und der Schnee, der die Figuren bedrohlich einhüllt. Typisch für Kurzgeschichten wird auch hier vieles angedeutet und oft hatte ich das Gefühl, dass die Geschichten auf dem Höhepunkt abbrechen.

Ein großes Problem war für mich, dass die Geschichten nicht zu einem Band gehören, sondern zusammengestellt sind und u.a. auch AUSZÜGE aus "Die Tochter das Bildhauers" und "Die ehrliche Betrügerin" enthalten. Ich habe versucht, die Geschichten in Einklang zu bringen, Gemeinsamkeiten zu finden, das Buch als Einheit zu betrachten. Es ist jedoch eher ein Best-of als ein stimmiger Band. Daher fand ich auch die Bilder der Autorin eher störend, obwohl sie zu einem Best-of gut passen.

Fazit

Ich sehe das Buch mit gemischten Gefühlen. Ich mag das Cover und die Ruhe, die das Buch ausstrahlt. Ich mag den düsteren Blick auf Winter und Schnee. Ich mag es, Menschen so konzentriert beim Handeln zuzusehen. Und ich mag das Nachwort, das aufschlussreich und nicht zu kompliziert ist. Die Zusammenstellung finde ich jedoch nicht so gut. Und ich denke, dass man mit den Genre "Kurzgeschichten" vertraut sein sollte.

Veröffentlicht am 30.11.2017

Schöne Stimmung, aber oberflächlich

Kiss. Play. Love.
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Der Klappentext klang interessant und ich wollte wissen, wie das Klischee des Nerds aufgebrochen wird. Zum Schluss war es eine "normale" Liebesgeschichte mit ein paar Besonderheiten.

Worum geht es?

Cassondra ...

Der Klappentext klang interessant und ich wollte wissen, wie das Klischee des Nerds aufgebrochen wird. Zum Schluss war es eine "normale" Liebesgeschichte mit ein paar Besonderheiten.

Worum geht es?

Cassondra ist Bodenforscherin und hat Komplexe, weil sie sich nicht, wie ihre Schwestern, für Schönheit und Geld interessiert, sondern gern auf dem Sofa liegt oder Bodenproben nimmt. Um sich abzugrenzen, hat sie sexuelle Abenteuer erfunden, die sie zu Beginn des Buches auflistet, um den Überblick zu behalten. In diesem Moment kippt ein Weinglas um...

Unternehmer Simon hat Komplexe, weil sich jede Frau nur für sein Geld interessiert, aber seine Schwester nicht akzeptiert. Daher ist er gehemmt im Umgang mit Frauen.

Die beiden treffen aufeinander und es knistert.

Wie fand ich es?

Das Buch hat anfangs einen negativen Eindruck hinterlassen, aus dem es sich herausgearbeitet und Charme entwickelt hat. Denn: Obwohl Simon Frauen nicht aufgeschlossen gegenübersteht und obwohl Cassie ein großes Problem hat, finden sich beide heiß. Attraktivität auf den ersten Blick. Auf mich wirkt es, als musste dies schnell festgestellt werden, weil die restliche Geschichte (das Abarbeiten verschiedener sexueller Abenteuer) nicht funktioniert hätte, wenn sich beide Figuren erst hätten annähern müssen. Mir war das nicht sympatisch. Außerdem nervte es, dass die Schwestern sehr oberflächlich dargestellt werden und erst beim Wendepunkt Tiefe bekommen (Konfetti für die Dramaturgie, bitte!)

Auch die Hauptfiguren waren, trotz interessanter Voraussetzungen, nicht sehr tief.

Gut gefallen hat mir, dass Simons Schwester relativ viel Raum einnimmt und ihr Problem aus einer interessanten Perspektive beleuchtet wird. Das war nett und vielfältig.

Die Akte waren vielseitig gestaltet und weniger auf Erregung als auf Erlebnis ausgerichtet. Die Atmosphäre stand im Vordergrund und ich fand die Szenen unterhaltsam.

Fazit

"Kiss. Play. Love." ist als Roman für eine kurze Zugfahrt gut geeignet. Der Text lässt sich schnell lesen und hat eine positive Grundstimmung. Ich hatte Spaß beim Lesen. Leider zündet die spannende Grundidee nicht, weil die Figuren zu klischeehaft sind und sich der Text auf bekannte Dramen beschränkt. Etwas mehr Mut hätte dem Buch gut getan.