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Veröffentlicht am 13.01.2026

Herzerwärmende Kurzgeschichte um Zimmermädchen Molly und ein mysteriöses Rätsel

Das Geheimnis des Mistelzweigs
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Zimmermädchen Molly Gray ist zurück. Mit diesem vorweihnachtlichen Kurzkrimi kehren wir zurück ins elegante Regency Grand Hotel und Mollys Leben. Molly wurde ja zwischenzeitlich Chefzimmermädchen und koordiniert ...

Zimmermädchen Molly Gray ist zurück. Mit diesem vorweihnachtlichen Kurzkrimi kehren wir zurück ins elegante Regency Grand Hotel und Mollys Leben. Molly wurde ja zwischenzeitlich Chefzimmermädchen und koordiniert ihre Kolleginnen und lernt sie auch an.
In der Vorweihnachtszeit ist natürlich im Hotel viel zu tun, denn es ist nahezu voll besetzt und viele Weihnachtsvorbereitungen wollen erledigt werden. Da genießt Molly besonders die Abende mit ihrem Herzensmann Juan Manuel, mit dem sie seit einiger Zeit ja auch zusammenlebt.
Doch dieser verschwindet neuerdings immer wieder mal ohne Erklärung und ist auch sonst ein bisschen wortkarg. Molly, die ja leicht autistisch ist und die Menschen manchmal nicht richtig einschätzen kann, wird misstrauisch. Sie beginnt zu zweifeln und befürchtet, dass sie erneut dem falschen Menschen vertraut hat.

Es war wirklich schön, in diesem Kurzkrimi Molly wieder in Aktion zu erleben.
Getrieben von ihrem bekannten Pflichtbewusstsein kümmert sie sich um die Reinigung der Zimmer, die sie wie üblich „in einen Zustand höchster Perfektion“ versetzen möchte.
Aber daneben gibt es auch viel an Weihnachtsvorbereitungen zu treffen.
Das Hotel, besonders das Treppenhaus, die Halle und der große Saal müssen dekoriert werden. Und dann muss sie auch noch ein Wichtelgeschenk besorgen, für die Weihnachtsfeier des Hotelpersonals. Da gab es beim letzten Mal ein unschönes Erlebnis, das diesmal nicht wieder vorkommen soll.
Trotz all der Arbeit fällt Molly auf, dass sich ihr geliebter Juan Manuel irgendwie merkwürdig verhält. Es hat mir so leid getan, dass Molly schnell auf die falschen Gedanken kam und sehr misstrauisch wurde.
Aber positive Gedanken bekommt sie durch ihren Chef, Barfrau Angela und natürlich auch durch den Portier Mr. Preston, der ihr besonders nahe steht.

Wie man es von dieser Reihe kennt, kommt es zu einigen humorvollen bzw. amüsanten Momenten aber insgesamt ist die Handlung auch spannend, auch wenn ich bald einen Verdacht hatte, was da vor sich gehen könnte.
Durch die Weihnachtsvorbereitungen im Hotel und privat bei Molly kommt auch eine heimelige, weihnachtliche Stimmung auf.

Dieser schöne, herzerwärmende Cosy Kurzkrimi ist eine gute Ergänzung zur Reihe und erzeugt eine wohlige Stimmung.
Ich habe ihn sehr gerne gelesen, wurde gut unterhalten und hoffe, dass es bald weitere Geschichten mit der liebenswerten Molly The Maid gibt!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 03.01.2026

Bewegende Familiengeschichte in der Kultur Neuseelands

Die Magnolientochter (Die Blumentöchter 4)
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Magnolia ist Umwelttechnikerin und verbrachte wie auch ihre Cousinen viele Sommer in der Gärtnerei ihrer Großeltern.
Als diese nun verstorben sind, werden in den Unterlagen ihrer Großmutter Rose ein altes ...

Magnolia ist Umwelttechnikerin und verbrachte wie auch ihre Cousinen viele Sommer in der Gärtnerei ihrer Großeltern.
Als diese nun verstorben sind, werden in den Unterlagen ihrer Großmutter Rose ein altes Flugticket nach Neuseeland, eine alte Quittung sowie ein altes Foto gefunden. Magnolia weiß, dass ihre Mutter Maia ursprünglich aus Neuseeland stammt und dort bei Adoptiveltern aufgewachsen ist. Doch was hat ihre Großmutter damit zu tun und warum war sie im Besitz dieser Dokumente?
Magnolia begibt sich auf Spurensuche und fliegt nach Neuseeland.

Dies ist der vierte Teil der Blumentöchter-Reihe, in dem Magnolia und ihre Mutter im Mittelpunkt stehen.
Mit Magnolia habe ich gleich meinen ersten kleinen Kritikpunkt.
Sie ist Umwelttechnikerin, fast militante Vegetarierin und setzt sich sehr für Umweltschutz, Naturschutz und gegen den Klimawandel ein. Dabei wirkt sie auch als Aktivistin und geht manchmal auch etwas radikal vor, weswegen sie auch schon Kontakt mit der Polizei hatte. Im Verlauf der Handlung werden diese Themen noch öfter in ziemlich eindringlicher Weise angesprochen. Das war mir ehrlich gestanden für eine Unterhaltungslektüre oftmals etwas zu viel. Mit diesem Themen und Problemen wird man nahezu täglich in den Medien konfrontiert, da möchte ich in einem Unterhaltungsroman nicht auch noch den „erhobenen Zeigefinger“ vorgehalten bekommen.
Ansonsten ist Magnolia genau so sympathisch wie ihre Cousinen. Sie ist ein Familienmensch, legt viel Wert auf den Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung in der Familie. Ihre Mutter, die unter Depressionen leidet, liegt ihr naturgemäß besonders am Herzen.
Deshalb beschließt sie nach dem Fund der Dokumente, nach Neuseeland zu reisen, um etwas über die Herkunft und Vergangenheit ihrer Mutter herauszufinden. Sie hat die Hoffnung, dass dies ihrer Mutter helfen kann.
Damit sie keinen unbezahlten Urlaub nehmen muss, beauftragt ihr Chef sie, in Neuseeland mit einem alten Freund Kontakt aufzunehmen, der dort als Winzer arbeitet aber auch für eine Umweltorganisation tätig ist. Magnolia soll sich dort informieren und vernetzen. So bekommt sie weiterhin Gehalt muss lediglich Flug und Unterkunft selbst tragen.

Magnolias Spurensuche in Neuseeland gestaltet sich zunächst schwierig und umständlich aber sie kommt schrittweise voran. Unterstützung erhält sie durch Kyle, den alten Freund ihres Chefs, der sie nicht nur mit den Umweltmaßnahmen in Neuseeland vertraut macht sondern ihr auch bei ihren Recherchen hilft. Dass sich da eine zarte Liebesbeziehung anbahnen würde, habe ich erwartet. Aber diese Liebesgeschichte ist wirklich dezent und drängt sich nicht in den Vordergrund der Handlung.

In einem zweiten Handlungsstrang reisen wir zurück in die 1960er Jahre. Dort erleben wir eine junge Maori namens Amiri, die eine Arbeit auf einer Farm eines weißen Ehepaares erhält und dann auch auf dieser Farm lebt.
Es ereignet sich eine Geschichte, wie sie in dieser Zeit sicherlich nicht so selten war. Hier jedoch geschieht etwas besonders tragisches und ich hatte dann schnell einen Verdacht, wie hier der Bezug zu Magnolias Mutter sein kann. Dieser bestätigt sich dann auch später.
Dennoch war dieser Teil der Geschichte sehr bewegend und emotional.
Auch die spätere Auflösung und Zusammenführung der beiden Handlungsstränge ist sehr berührend und aufwühlend.

Das Setting in Neuseeland ist wunderbar gewählt und auch beschrieben. Auch durch die Umweltschutzthemen erfahre ich viel über die dortige Natur und durch den zweiten Handlungsstrang in der Vergangenheit über die Kultur der indigenen Bewohner.
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt lebendig, mitreißend und bildhaft und lässt mich alles wunderbar miterleben.

„Die Magnolientochter“ ist eine emotionale Geschichte, die zu den Wurzeln von Magnolias Familie führt. Auch in diesem vierten Teil der Reihe gibt es noch keine Auflösung, warum Großmutter Rose all diese Hinweise versteckt und geheim gehalten hat, anstatt sie ihren Enkelinnen auszuhändigen. Hier hoffe ich auf eine Erklärung im fünften und letzten Teil. Aber auch dieser Teil konnte mich wieder gut unterhalten und ist aufgrund seines besonders schönen Settings auch empfehlenswert!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.12.2025

Spannender 13. Fall mit Charme und Humor

Apfelstrudel-Alibi
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Spätestens nach dem letzten Fall für den Dorfpolizisten Franz Eberhofer dachte ich, das sei der endgültig letzte gewesen. Aber anscheinend haben die Fans der Autorin keine Ruhe gelassen und nun ist er ...

Spätestens nach dem letzten Fall für den Dorfpolizisten Franz Eberhofer dachte ich, das sei der endgültig letzte gewesen. Aber anscheinend haben die Fans der Autorin keine Ruhe gelassen und nun ist er da, der 13. Fall.
Und der hat es in sich, denn er führt den Franz bis nach Südtirol.
Richter Moratschek beauftragt den Franz ganz energisch, Ermittlungen aufzunehmen. Letitia, die Patentochter des Richters, ist in Südtirol in den Bergen abgestürzt und tödlich verunglückt.
Doch der Richter glaubt nicht an einen tragischen Unglücksfall sondern denkt, dass da jemand nachgeholfen hat. Die Letitia war frisch verheiratet, mit ihrem Ehemann auf Hochzeitsreise und soll in den Dolomiten vom Berg gestürzt sein. Dabei war sie eigentlich eher unsportlich und wandern gehörte auch nicht unbedingt zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Deshalb soll es vermutlich der Ehemann gewesen sein, der sie nur wegen ihres Erbes geheiratet haben soll. Der Eberhofer soll das bitte schön mal ermitteln und beweisen.
Also muss der Franz zuerst mal an den Ort des Geschehens nach Italien reisen. Das passt ihm eigentlich gerade gar nicht, denn seine Susi ist ja jetzt die frischgebackene Bürgermeisterin von Niederkaltenkirchen und der Franz soll sich nach Susis Meinung mal um den Haushalt und Sohnemann Paul kümmern. Aber der Franz setzt sich durch und holt natürlich wie immer den Rudi Birkenberger zu den Ermittlungen dazu. Während der Franz in den Dolomiten ermittelt soll der Rudi sich undercover auf dem Campingplatz umschauen, den der Ehemann von Letitia betreibt.

Ich habe mich gefreut, dass Rita Falk sich noch mal hat erweichen lassen und einen weiteren Eberhofer-Krimi geschrieben hat.
Denn dieser Fall ist richtig spannend.
Der Franz ist ja eigentlich ein guter Ermittler und er findet in Italien bald einen Hinweis, dass die Letitia nicht einfach so verunglückt sein kann. Die örtliche Polizei hatte das übersehen aber dem Franz entgeht ja bekanntlich nichts, auch wenn er nicht begeistert war, auf den Berg steigen zu müssen. Und dann ist da auch noch die nette Wirtin, die den Franz in Versuchung führt.
Der Franz ermittelt also unbeirrt weiter, sehr zum Leidwesen seiner Susi. Der Birkenberger geht ihm zwischenzeitlich mächtig auf die Nerven, denn er fühlt sich mal wieder vom Franz vernachlässigt und ermittelt auf dem Campingplatz längst nicht so clever, wie er sollte und seine Tarnung fliegt auf.

Wie auch seine Vorgänger lebt auch dieser Fall von den bekannten, schon lieb gewonnen Figuren, die sich hier toll weiterentwickeln. Die Oma Eberhofer wird langsam zu alt, um sich um Haus und Küche zu kümmern, deshalb kocht die Schwiegertochter Panida häufig thailändisch oder Vater Eberhofer bringt was auf den Tisch, wenn er sich gerade mal nicht mit seinen Cannabis-Pflanzen beschäftigt, die er ja jetzt legal anbauen darf.
Die Tochter von Panida ist jetzt ein Teenager und wohnt im Saustall, in dem der Franz so viele schöne Jahre verbracht hat, an die er häufig wehmütig zurückdenkt. Besonders dann, wenn seine Susi mal wieder nervt. Die ist jetzt kaum noch zu Hause, weil sie als Bürgermeisterin alle Hände voll zu tun hat, von einem Termin zum nächsten hetzt und immer mehr Aufgaben an den Franz delegiert.
Da kommt es häufig zu Diskussionen und Wortgefechten, die auch oft sehr witzig anmuten.
Sohn Paul hat sich prächtig entwickelt. Er ist inzwischen 10 Jahre alt, ein cleveres Kerlchen und kümmert sich rührend um die Oma Eberhofer.

Der Kriminalfall ist diesmal wirklich interessant und undurchsichtig. Da haben Franz und Rudi vieles zu ermitteln und zu überprüfen. Das führt sogar so weit, dass der Franz mit dem Paul einen Vater-Sohn-Ausflug auf den Campingplatz macht, wo der Paul einen neuen Freund findet und auch kräftig mitermittelt. Das waren auch schöne Szenen, die mir gut gefallen haben.

Das „Apfelstrudel-Alibi“ hat mich wieder einmal gut unterhalten. Es war schön nach Niederkaltenkirchen und zur chaotischen Familie Eberhofer zurückzukehren und alle wieder in Aktion zu erleben. Viel Humor und ein gut durchdachter, spannender Kriminalfall haben auch diesen 13. Fall für den Eberhofer zu kurzweiliger Unterhaltung gemacht!


Fazit: 4 von 5 Sternen



© fanti2412.blogspot.com

Veröffentlicht am 12.12.2025

Spannende Jagd auf eine rachsüchtige Killerin

Der Kuss der schwarzen Witwe
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Der 49. Fall für Lieutenant Eve Dallas und ihre Partnerin Detective Delia Peabody beschäftigt sich mit einer Killerin, die offenbar auf Rachefeldzug ist und sich Lady Jusitce nennt. Ihr erstes Opfer ist ...

Der 49. Fall für Lieutenant Eve Dallas und ihre Partnerin Detective Delia Peabody beschäftigt sich mit einer Killerin, die offenbar auf Rachefeldzug ist und sich Lady Jusitce nennt. Ihr erstes Opfer ist ein korrupter Medienmogul, der offenbar zahlreiche Frauen benutzt und ausgebeutet hat. Die Täterin hat eine Botschaft bei ihrem Opfer zurückgelassen, nach der man vermuten könnte, das das erste Opfer nicht das letzte sein wird. Doch auf wen hat sie es abgesehen und kann Eve mit ihrem Team weitere Morde verhindern?

Die Autorin widmet sich in diesem Fall dem Thema Selbstjustiz. Man kann die Täterin bei der Ausführung ihrer Taten erleben und weiß genau, wie sie ihre Opfer in die Falle lockt, um sie dann zu kidnappen, zu foltern und schließlich zu töten.
Wer Lady Justice ist, zeigt sich aber nicht. Hier hat man die Möglichkeit, mit den Ermittlerinnen zu rätseln und der Täterin auf die Spur zu kommen.
Das Motiv der Täterin ist dagegen schnell klar. Sie hat es auf Männer abgesehen, die ihre berufliche Stellung oder ihre Position nutzen, um andere zu „beherrschen“, zu demütigen und auszunutzen, also Machtmissbrauch begehen.

Wie in allen Fällen der Reihe hat mich auch diesmal wieder die akribische Polizei- und Ermittlungsarbeit von Eve und ihrem Team begeistert.
Sie gehen allen noch so kleinen Spuren und Hinweisen nach und finden so immer mehr Puzzleteile.
Die Zusammenarbeit zwischen Eve und ihrer Partnerin Peabody wird immer besser, je länger sich die beiden kennen und zusammenarbeiten. Man spürt deutlich, dass sie sich mögen und vertrauen und sich auch emotionale Rückendeckung bieten.

Auch bekannte Nebenfiguren wie Eves Freundin, die Sängerin Mavis, die Psychologin Dr. Mira und weitere Polizisten und elektronische Ermittler der Mordkommission auf dem Revier in New York haben wieder ihre Rollen und Auftritte.
Natürlich ist auch Eves Ehemann Roarke wieder häufig bei den Ermittlungen an ihrer Seite. Er unterstützt seine Frau durch seine Fähigkeiten und auch durch seine Kontakte und Recherchemöglichkeiten.
Immer wieder erlebt man auch etwas aus dem Privatleben der beiden, was auch ein bisschen den Charme der Reihe ausmacht.
Gefehlt haben mir diesmal die immer so witzigen Wortgefechte mit dem Butler Summerset und Eves häufige Verzweiflung, wenn sie sich in der Glamour Welt ihres Ehemannes bewegen soll.

Der Fall war spannend gestaltet und hat zum Miträtseln eingeladen. Die Thematik, dass hier eine Frau für Gerechtigkeit kämpft, weil sie glaubt, dass den geschädigten Frauen durch das Rechtssystem keine zuteil wird, ist sicherlich ein Thema, das in Zeiten der „MeToo-Debatte“ eine gewisse Aktualität hat. Doch Lady Justice überschreitet hier eine Grenze und greift zur brutalen Selbstjustiz.

„Der Kuss der schwarzen Witwe“ ist eine spannende Jagd auf eine Täterin, die im Rahmen von Rache und Selbstjustiz zur Serientäterin wird.
Ich hatte wieder spannende Lesestunden mit Eve Dallas und ihrem Team in New York!


Fazit: 4 von 5 Sternen


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Veröffentlicht am 10.12.2025

Berührender und unterhaltsamer früher Roman der Autorin

Die Frauen von Ballymore
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Die 16-jährige Sorcha O’Donovan lebt als Tochter strenger und konservativer Eltern in den 1960er Jahren in Ballymore in Irland.
Am Strand in einer Hütte lebt der junge Musiker Con Daly, in den sich Sorcha ...

Die 16-jährige Sorcha O’Donovan lebt als Tochter strenger und konservativer Eltern in den 1960er Jahren in Ballymore in Irland.
Am Strand in einer Hütte lebt der junge Musiker Con Daly, in den sich Sorcha verliebt. Es beginnt eine heimliche Beziehung, denn auch Con verliebt sich in Sorcha und die beiden treffen sich häufig heimlich in seiner Hütte. Sie träumen davon, gemeinsam nach London zu gehen, doch die noch so junge Sorcha zögert noch ein bisschen.
Im Dorf lebt Helen McCarthy, eine Vollwaise, die eine reiche Erbschaft gemacht hat und sehr wohlhabend ist. Ihr Vermögen wird treuhänderisch von Sorchas Vater, der Anwalt ist, verwaltet. Helen ist zwar wohlhabend aber einsam und hat nur den Wunsch geliebt und gemocht zu werden.
Zufällig entdeckt sie die heimliche Beziehung zwischen Sorcha und Con und da sie selbst für Con schwärmt, verrät sie missgünstig die beiden an Sorchas Vater. Dieser erwischt die beiden in flagranti und weist seine Tochter daraufhin aus dem Haus. Sorcha und Con gehen nun also früher als geplant nach London. Dort müssen sie sich durchschlagen. Con verdient ein bisschen Geld als Straßenmusiker und Sorcha bekommt einen Job in einem Kaufhaus. Dann wird sie als Model entdeckt und Con schließt sich einer Band an. Als die Band von einem Manager unter Vertrag genommen wird und die Karriere steil nach oben geht, verzichtet Sorcha auf ihren Model-Job um Con zu begleiten und seine Karriere zu unterstützen. Doch dann taucht auch Helen in London auf…

Man muss sich beim Lesen bewusst sein, dass Lucinda Riley dieses Buch bereits Ende der 1990 Jahre noch als Lucinda Edmonds geschrieben hat. Ihr Sohn hat es nun überarbeitet und versucht, es an die heutige Zeit anzupassen. Auch wenn ich finde, dass ihm dies gut gelungen ist, merkt man doch, dass Lucinda Riley sich in Sprache und Schreibstil im Laufe ihrer Karriere als Autorin weiterentwickelt hat.
Dennoch konnte mich die Geschichte von Sorcha, Con und Helen fesseln. Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich und gut ausgearbeitet. Auch ihre Lebenswege und ihre Entwicklungen sind glaubhaft dargestellt, so dass es nicht zu sehr zufällig und konstruiert erschien, dass auch Helen eines Tages in London auftaucht und sich dort ein anderes Leben aufbaut, als es ihr in Ballymore möglich gewesen wäre.

Im Verlauf der Jahre, die die Protagonisten in London leben, ereignet sich sehr viel, so dass die Geschichte durchgängig kurzweilig ist und es auch immer wieder Spannungsbögen gibt. Auch viele unterschiedliche Emotionen berühren die Schicksale der Figuren und haben auch mich berührt. Besonders interessant wird es, als Helen dann in das Leben von Sorcha und Con in London tritt und die drei einige Berührungspunkte miteinander haben.
Ich habe gespannt verfolgt, ob das gut geht oder in einer Katastrophe endet.

Das Setting zunächst in dem kleinen Ort Ballymore an der irischen Südküste und später im London der 1960er Jahre war gut beschrieben und besonders das Leben in London zu dieser Zeit und in der Musikbranche mit interessanten Einblicken dargestellt.

„Die Frauen von Ballymore“ ist ein gelungener, unterhaltsamer früher Roman von Lucinda Riley. Die Geschichte konnte mich fesseln und auch berühren und ich habe den Roman mit viel Freude gelesen!


Fazit: 4 von 5 Sternen


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