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Veröffentlicht am 22.11.2025

Roman über eine Internatsschule mit Skandalen und Geheimnissen

The Academy
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Mit diesem Roman wagt sich Elin Hilderbrand, die sonst für ihre sommerlichen Romane auf der Insel Nantucket bekannt ist, auf ein neues Terrain und in ein anderes Genre.
Deshalb hat sie sich Unterstützung ...

Mit diesem Roman wagt sich Elin Hilderbrand, die sonst für ihre sommerlichen Romane auf der Insel Nantucket bekannt ist, auf ein neues Terrain und in ein anderes Genre.
Deshalb hat sie sich Unterstützung durch ihre Tochter Shelby Cunningham geholt, die selbst eine solche Schule besucht hat, und sie haben den Roman gemeinsam verfasst.
Schauplatz des Romans ist die Tiffin-Academy, die seit Jahren um einen guten Rang in den landesweiten Internats-Rankings von Amerika Today kämpft. Nun hat die Schule von einiger Zeit den Sohn eines bekannten Geschäftsmannes aufgenommen, der der Schule eine großzügige Spende zukommen ließ. Seitdem steigt die Schule im Ranking und landet plötzlich völlig überraschend auf dem 2. Platz.
Die Schulleiterin kann es kaum glauben, denn so gut schätzt selbst sie die Schule nicht ein. Während sie noch versucht den Dingen auf den Grund zu gehen, verbreitet sich plötzlich eine App, die überraschend Geheimnisse und Skandale öffentlich macht. Und dann ist da noch der Suizid einer jungen Frau, der sich gegen Ende des letzten Schuljahres ereignete und immer noch alle verstört.
Die Schule hat mehr Probleme, als der Leiterin lieb sein können.

Ich war sehr gespannt, wie Elin Hilderbrand, deren Schreibstil ich eigentlich sehr mag, an dieses Thema heran gegangen ist.
Leider muss ich es gleich vorweg nehmen, dass mich der Roman nicht packen und begeistern konnte. Einerseits ist es vielleicht das Schulthema andererseits war es vielleicht auch einfach nicht der richtige Zeitpunkt für mich.

Es gibt viele Themen, die sicherlich typisch für eine Internatsschule sind. Eine sehr junge Lehrerin versucht Akzeptanz zu finden, indem sie den Schülern eine Art Freundin sein möchte, es gibt eine verbotene Affäre zwischen einer Lehrerin und einem Schüler, verbotene Partys mit Alkohol und vieles mehr. Dazu kommen recht häufige Perspektivwechsel zwischen der Schulleiterin, anderen Lehrkräften, Schülern und Eltern. Das bringt zwar eine gewisse Vielschichtigkeit und beleuchtet die Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln, sorgt aber teilweise auch dafür, dass die Handlung etwas langatmig wirkt.
Die vielen Figuren sorgen manchmal auch für Verwirrung und auch dafür, dass mir keine Person richtig nahe kam. Am nächsten war mir noch die Schulleiterin, die ständig in der Angst lebt, dass die Schule ihren Ruf und ihre Sponsoren verlieren könnte.
Deutlich wird insgesamt, dass nach außen ein Schein gewahrt werden soll aber unter der Oberfläche brodelt so einiges.
Verwundert hat mich auch, dass der Suizid der Schülerin anfangs ein großes Thema ist, dann aber mehr und mehr in den Hintergrund rückt und auch nicht richtig aufgeklärt wird.

„The Academy“ ist ein Roman über das Leben an einer Internatsschule, der ein komplexes Bild dieser Schule und deren Menschen zeichnet. Er thematisiert Moral, Macht, Intrigen und Geheimnisse aber auch Freundschaft. Mir hat jedoch ein bisschen die Tiefe und vor allem die Emotionen gefehlt!


Fazit: 3 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 30.09.2025

Eine Suche nach den Wurzeln, die mich nicht ganz überzeugt hat

Ein ganz besonderer Ort
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Dieser Roman ist bereits aus dem Jahr 2004 und ist 2005 unter dem Titel „Suzannas Coffee-Shop“ erstmals auf Deutsch erschienen.
Die vorliegende Fassung wurde bearbeitet und neu übersetzt.

Protagonistin ...

Dieser Roman ist bereits aus dem Jahr 2004 und ist 2005 unter dem Titel „Suzannas Coffee-Shop“ erstmals auf Deutsch erschienen.
Die vorliegende Fassung wurde bearbeitet und neu übersetzt.

Protagonistin ist Suzanna Peacock, die mit Neil verheiratet ist.
Die beiden sind gerade aus London in ein kleines Städtchen im Umland gezogen und bewohnen dort ein kleines Cottage.
Die meisten der dort lebenden Männer arbeiten in London, so dass die Frauen unter der Woche ihre Zeit alleine dort verbringen.
Suzanna und Neal sind seit einigen Jahren verheiratet und Neal möchte nun endlich ein Kind. Suzanna hat damit noch ein Problem, denn sie fühlt sich irgendwie immer noch verloren, nicht angekommen und nicht so richtig zu Hause.
Dann eröffnet sie ein Ladengeschäft mit Café, das sie das „Peacock Emporium“ nennt. Es soll ein Treffpunkt für Menschen sein, die dort einkaufen und miteinander ins Gespräch kommen können.
Doch bis es soweit ist, musste ich mich durch mehrere Kapitel lesen, die im Jahr 2001 bzw. sogar 1963 spielen und ich konnte nicht erkennen, in welcher Beziehung die Figuren zu Suzanna stehen könnte. Das erschließt sich erst sehr viel später.
Dann lerne ich Suzanna und Neal kennen und erfahre einiges über Suzanna. Sie lernte ihre leibliche Mutter nie kennen, da diese verstarb. Aufgezogen wurde sie von der zweiten Frau ihres Vaters, Stiefmutter Vivi. Rein optisch sieht sie ihren Halbgeschwistern gar nicht ähnlich, daher fühlte sie sich schon immer als Außenseiterin. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum sie noch kein Kind möchte.
Aber Suzanna ist mir insgesamt nicht sehr sympathisch. An Neil hat sie ständig etwas auszusetzen, sie ist oft unzufrieden und wenig aufgeschlossen gegenüber anderen Menschen.
Daher fragte ich mich auch, wie sie ein Geschäft führen will, von dem sie möchte, dass es ein Treffpunkt wird.
Als die fröhliche Jessie häufiger in ihren Laden kommt fühlt Suzanna sich regelrecht überfordert, denn Jessie möchte mit ihr reden und sagt ihr das auch. Sie lässt nicht locker und tatsächlich schafft sie es, Suzanna zu überzeugen und die beiden freunden sich an.
Und dann gibt es da noch den geheimnisvollen Alejandro, der öfter im Café erscheint und Suzannas Interesse weckt.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich dieser Roman häufig sehr verwirrt hat. Es gibt häufige Perspektivwechsel, bei denen man nicht immer sofort erkennen kann, um wen es da gerade geht. Dann gibt es Abschnitte in der Ich-Form, verwirrende Zeitsprünge und auch die Stiefmutter Vivi bekommt viel mehr Raum als gedacht.
Suzanna hat mich anfangs tatsächlich nur genervt mit ihrer Nörgelei und Jammerei und auch die Emotionen kamen nicht bei mir an.
Da merkt man deutlich, dass es ein sehr früher Roman der Autorin ist, denn der Schreibstil ist noch ganz anders als man es aus aktuelleren Romanen von ihr kennt. Gerade ihr Einfühlungsvermögen fehlt mir hier und die Fähigkeit, die ganz großen Gefühle zu beschreiben und zum Leser zu transportieren.
Die Geschichte thematisiert so einiges über Freundschaft, Ehe, Schwangerschaften, Rollenbilder von Frauen und die Suche nach sich selbst und sie verläuft so ganz anders, als ich erwartet hatte.
Mich konnte sie leider nicht so fesseln und mitnehmen, wie ich es mir gewünscht hätte.

Diese Geschichte über einen besonderen Ort ist voller Geheimnisse aber leider auch verwirrend und häufig langatmig, so dass sie mich nicht vollständig überzeugen konnte!


Fazit: 3 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 03.06.2025

Nette Geschichte über eine Hausrenovierung mit Krimi-Elementen

Ein Fundament aus Liebe
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Hattie Kavanaugh ist eine junge Witwe und arbeitet gemeinsam mit ihrem Schwiegervater als Bauunternehmerin. Sie kauft alte Häuser und renoviert diese, um sie dann mit Gewinn wieder zu verkaufen.
Doch ...

Hattie Kavanaugh ist eine junge Witwe und arbeitet gemeinsam mit ihrem Schwiegervater als Bauunternehmerin. Sie kauft alte Häuser und renoviert diese, um sie dann mit Gewinn wieder zu verkaufen.
Doch mit ihrem aktuellen Projekt hat sie sich übernommen und sie braucht dringend Geld.
Der TV-Produzent Mo Lopez lernt sie zufällig auf ihrer aktuellen Baustelle kennen und er entwickelt eine Idee. Er möchte mit Hattie eine Reality-Show machen, in der ein altes Haus renoviert und saniert wird. Zunächst lehnt Hattie ab doch Mo schafft es, sie zu überzeugen. Die Suche nach einem geeigneten Haus beginnt.

Ich mag die Sommerromane von Mary Kay Andrews eigentlich sehr gerne, weil sie immer an einer schönen Location spielen und Spannung und Romantik miteinander verbinden.
Doch diesmal hat sie mich ein bisschen enttäuscht.
Der Anfang ist wirklich nur davon geprägt, Hattie zu dieser Reality-Sendung zu überreden. Man versucht ihr die Vorteile zu vermitteln aber als sie die leitende Mitarbeiterin der Produktionsfirma kennenlernt, ahne ich schon, worauf das hinausläuft. Da diese Firma die Sendung finanzieren wird, bestimmen sie auch so einiges. Besonders die Mitarbeiterin, die sich um Mos und Hatties Projekt kümmern soll, stellt sich als sehr dominant und übergriffig heraus. Mir ist sie nur auf die Nerven gegangen und ich hätte mich nie darauf eingelassen.
Sie schreibt Hattie tatsächlich vor, welche Kleidung sie beim Dreh zu tragen hat, wie sie geschminkt und frisiert wird usw.
Sie drängt ihr eine Moderatorin und einen Innenarchitekten auf, die sich selbst mehr in Szene setzen als der Sendung dienlich zu sein.
Das alles hat mich nach einer Weile ziemlich genervt, vor allem weil so einiges in Hinsicht auf Sicherheit auf einer Baustelle unrealistisch erschien.

Spannung kommt auf, als im zu renovierenden Haus, einem alten Strandhaus der Familie Creedmore, ein Portmonnaie gefunden wird. Es hat Hatties früherer Lieblingslehrerin gehört, die vor einigen Jahren spurlos verschwand. Die Polizei wird eingeschaltet und Detektiv Mak nimmt die Ermittlungen auf. Da kommt dann der Ex-Mann der Lehrerin und ihre Tochter ins Spiel und die Geschichte nimmt Fahrt auf. Auch Hattie hat ein persönliches Interesse an dem Fall, nicht nur weil das Portemonnaie in ihrem Haus gefunden wird. Sie kannte die Lehrerin und ihre Familie recht gut.
Im Renovierungsteam fliegen öfter mal die Fetzen zwischen Hattie und dem Innenarchitekten und auch einigen anderen Team-Mitgliedern. Einzig Hatties beste Freundin Cassie, die auch mitarbeitet, hält fest zu Hattie und ist für sie da.
Mo hat ständig damit zu tun, die Truppe zusammenzuhalten und die Dreharbeiten erfolgreich fortzusetzen, denn die Produktionsfirma setzt einen engen Zeitrahmen und nimmt auf gar nichts Rücksicht, auch nicht auf polizeiliche Ermittlungen.

Den Teil der Ermittlungen um die verschwundene Lehrerin und die Ereignisse die vor Jahren an einem Abend des Super Bowl stattfanden, waren sehr spannend. Dieser Teil hat mir richtig gut gefallen.
Der Teil rund um das Fernsehteam ist die ganze Handlung über etwas nervig geblieben, auch wenn man sicherlich gute Einblicke in gescriptete Realtity-Shows und deren Produktion bekommt.
Ich habe mich gleich wieder daran erinnert, warum ich solche Sendungen im Fernsehen nicht anschaue.

Leider ist mir die Geschichte zwischen Mo und Hattie zu kurz gekommen und romantische Entwicklungen der Lovestory gab es tatsächlich erst gegen Ende.
Das Setting im Städtchen Savannah ist aber gelungen und passt gut zur Handlung. Besonders das alte Strandhaus auf seinem Grundstück am Meer ist liebevoll und charmant beschrieben.

Insgesamt ist „Ein Fundament aus Liebe“ eine nette Geschichte über eine Hausrenovierung im Rahmen einer Reality-Show mit Krimi-Elementen und etwas Romantik. Auch wenn ich nicht vollständig überzeugt bin, wurde ich doch gut unterhalten!


Fazit: 3 von 5 Sternen




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Veröffentlicht am 17.02.2025

Nette Geschichte über einen Neuanfang einer Frau in den besten Jahren

Zwischen Ende und Anfang
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Lila ist Autorin und ihr Beziehungsratgeber zum Thema glückliche Beziehungen ist sehr erfolgreich. Genau zu dieser Zeit verlässt sie ihr Mann wegen einer anderen Frau, die auch noch ein Kind von ihm erwartet. ...

Lila ist Autorin und ihr Beziehungsratgeber zum Thema glückliche Beziehungen ist sehr erfolgreich. Genau zu dieser Zeit verlässt sie ihr Mann wegen einer anderen Frau, die auch noch ein Kind von ihm erwartet. Das stürzt sie nicht nur in eine Krise sondern auch in eine Schreibblockade, denn für das neue Buch ist noch nichts geschrieben und auch ein Konzept gibt es noch nicht.
Dazu kommt, dass seit dem Tod ihrer Mutter der Stiefvater Bill mehr oder weniger bei ihr eingezogen ist und Lila bringt es auch nicht übers Herz, ihn wegzuschicken.
Ihre beiden Töchter leiden ebenfalls sehr. Die ältere Tochter ist in der Pubertät und spricht kaum mit ihr und die jüngere Tochter wird von der Sorge getrieben, noch jemanden zu verlieren.
Dann steht auch noch plötzlich ihr leiblicher Vater Gene vor der Tür und will bei ihr unterschlüpfen. Der frühere Fernsehstar hat sich viele Jahre nicht blicken lassen, kam noch nicht mal zur Beerdigung der Mutter, erwartet aber jetzt Unterstützung und Unterkunft.

Gleich zu Beginn der Geschichte steckt man mitten in Lilas Leben und erlebt ihren aktuellen Alltag. Die Grundstimmung fand ich anfangs sehr depressiv. Lila tut sich selbst leid, da sie ja verlassen wurde und ihr Leben aktuell nicht einfach ist. Vielleicht hat sie auch in gewisser Weise resigniert, denn sie lässt sich etwas gehen und von Bill das Leben organisieren. Dieser kocht und zwingt der Familie gesundes Essen auf, das eigentlich niemand mag, organisiert fast militärisch korrekt den Haushalt, sorgt für Sauberkeit und Ordnung nach bestimmten Regeln.
Das war schon das erste, das mich gestört hat.
Das war sehr nervig beschrieben, die beiden Töchter leiden darunter doch Lila unternimmt nichts. Sie lässt alles geschehen und es gibt keinerlei Widerspruch. Auch wenn der Stiefvater ebenso wie sie selbst um die Mutter trauert, ist es immer noch Lilas Haushalt, in dem sie eigentlich die Regeln bestimmen sollte.

Genau so wird die Situation als der leibliche Vater vor der Tür steht. Auch hier lässt Lila sich überrumpeln und regelrecht von ihm ausnutzen, obwohl ihre finanzielle Situation auch nicht rosig ist. Da sie für ihr neues Buch noch kein Konzept erstellt hat, kann ihre Agentin beim Verlag auch noch keinen Vorschuss verhandeln.
Immerhin schafft es Gene einen guten Kontakt zu seinen Enkeltöchtern herzustellen und hilft den beiden Mädchen, mit den Veränderungen klar zu kommen. Besonders die ältere Tochter, die sich plötzlich mit Mobbing an ihrer Schule auseinandersetzen muss, kann von seinen Ratschlägen profitieren. Das war wirklich schön beschrieben und die Entwicklung der beiden Mädchen im Verlauf der Geschichte hat mir gut gefallen.

Meine größte Kritik bezieht sich auf die Hauptfigur Lila. Die ist der Autorin aus meiner Sicht nicht so gut gelungen.
Lila ist vielfältigen Emotionen ausgesetzt, die durch ihre Situation entstehen. Sie findet zwar Unterstützung durch ihre Freundin, beruflich durch ihre Agentin und sie lernt auch tatsächlich gleich zwei neue Männer kennen. Dazu Vater und Stiefvater und die beiden Töchter. Sie ist eigentlich völlig überfordert aber ihre Gefühle und Sorgen sind nicht richtig bei mir angekommen. Das kann Jojo Moyes wirklich besser, wie sie schon oft in anderen Romanen gezeigt hat. Lila bleibt wirklich blass und hat mich mit ihren manchmal auch falschen Entscheidungen auch etwas genervt.
Dennoch gibt es dann irgendwann positive Entwicklungen und Möglichkeiten zu einem guten Neustart werden erkennbar.

Die Geschichte ist insgesamt ein warmherziger Roman mit manchmal auch klugen Lebensweisheiten und Hoffnung auf einen Neuanfang. Gewürzt mit einer Prise Humor erzählt Jojo Moyes eigentlich eher eine Familiengeschichte, deren Hauptfigur mich nicht ganz überzeugen konnte. Dennoch wurde ich gut unterhalten durch wechselnde Perspektiven, viele Ereignisse und auch nachdenklichen Themen!


Fazit: 3 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 30.01.2025

Dramatischer Roman mit interessantem Plot aber wenig Spannung

Die Besucherin
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Linda Davidson ist Witwe und lebt mit ihrer jüngeren Tochter und deren Ehemann in ihrem Haus. Die Tochter schreibt an ihrer Doktorarbeit und der Ehemann baut gerade ein Unternehmen auf, so dass bei den ...

Linda Davidson ist Witwe und lebt mit ihrer jüngeren Tochter und deren Ehemann in ihrem Haus. Die Tochter schreibt an ihrer Doktorarbeit und der Ehemann baut gerade ein Unternehmen auf, so dass bei den beiden das Geld eher knapp ist. Deshalb gewährt Linda ihnen die Unterkunft in ihrem Haus, um zu helfen.
Lindas beste Freundin Carol leidet an Demenz und wurde von ihrem Ehemann in einer dafür spezialisierten Pflegeeinrichtung untergebracht. Linda besucht Carol jede Woche und ist erschüttert über den ständig wachsenden Verfall. Bei einem ihrer Besuche lernt Linda die Mitpatientin Jenny Cooper kennen, die schon über 90 Jahre alt ist und ebenfalls an Demenz leidet. Die beiden unterhalten sich und Jenny gesteht Linda, dass sie schon mehrere Menschen getötet hat. Lindas Neugier ist geweckt und sie beginnt sich umzuhören und versucht mehr darüber herauszufinden, ob Jenny die Wahrheit sagen könnte. Ein weiterer Mitpatient stirbt plötzlich völlig unerwartet. Hat Jenny ihre Finger im Spiel? Ist auch Carol in Gefahr?

Das Buch wird, sicherlich bewusst, nicht als Krimi oder Thriller bezeichnet sondern als Roman. Aber aufgrund des Klappentextes hatte ich wirklich mehr Spannung erwartet.
Es war interessant zu lesen, wie Linda ihre Besuche in der Pflegeeinrichtung gestaltet und sich dort auch oft mit Jenny unterhält. Nach einer Weile hatte ich den Eindruck, dass sie mehr wegen Jenny dorthin fährt und nicht, um ihre Freundin Carol zu besuchen.
Sie wird regelrecht süchtig nach den Besuchen bei Jenny und den Gesprächen, die die beiden führen.
Die zogen sich dann irgendwann sehr hin, denn sie verlaufen oft gleichartig. Jenny erzählt häufig dieselben Dinge, erinnert sich manchmal an etwas, am nächsten Tag dann wieder nicht. Ob Jenny als typische Demenz-Kranke dargestellt wird oder nicht, kann ich nicht beurteilen.
Aber die Wiederholungen langweilten dann irgendwann doch etwas.
Mit der Zeit findet Linda einiges heraus, warum und wie Jenny die Menschen angeblich getötet hat. Die einzige Spannung war dann tatsächlich, ob sich irgendwann herausstellt, ob Jenny die Wahrheit sagt oder nicht.

Bei Linda zu Hause spitzt sich die Lage dann irgendwann auch zu. Linda sorgt sich natürlich um ihre Tochter und misstraut ihrem Schwiegersohn, der sich mehr mit anderen Dingen und evtl. auch anderen Frauen zu beschäftigen scheint, als mit dem Aufbau seiner Firma. Dann kommt auch noch häusliche Gewalt ins Spiel.

Am Ende gibt es dann aber noch einen Paukenschlag, einen Plottwist, der eigentlich eine logische Folge der ganzen Geschichte ist und den man vielleicht erwarten durfte. Dennoch hat mir diese Ausarbeitung gefallen.

Die Protagonisten hat Joy Fielding gut gezeichnet. Besonders Linda hat mir gefallen, denn ihre „Sucht“ nach Gesprächen mit Jenny ist gut bei mir angekommen. Ob die Demenz-Erkrankung bei Jenny und auch bei Carol realistisch dargestellt ist, kann ich wirklich nicht beurteilen, da ich keine Menschen kenne, die dement sind.
Aber insgesamt hat mich Joy Fielding mit diesem Buch etwas enttäuscht. Mir hat der Kick gefehlt, die unterschwellige, ständig vorhandene psychologische Spannung und auch der letzte Kick oder der „Whow-Effekt“. Das kann die Autorin meiner Meinung nach besser.

„Die Besucherin“ ist ein eher dramatischer Roman mit interessantem Plot aber leider wenig Spannung, der aber dennoch unterhalten kann!


Fazit: 3 von 5 Sternen



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