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Veröffentlicht am 04.07.2020

Nette Geschichte, bei der es lange braucht, bis der Funke überspringt

Das kleine Hotel auf Island
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Ich liebe das wunderschöne Cover des Buches. Mir gefallen vor allem die kräftigen Farben und noch mehr die kleinen Details, die auf Island verweisen. Besonders das für die Insel typische Puffin und der ...

Ich liebe das wunderschöne Cover des Buches. Mir gefallen vor allem die kräftigen Farben und noch mehr die kleinen Details, die auf Island verweisen. Besonders das für die Insel typische Puffin und der Papageientaucher sind wunderbar gestalten, ohne dass das Cover dadurch zu überladen wirkt. Zudem passt das Cover so von der Gestaltung her zu den anderen Teilen ohne dass sie sich allzu sehr gleichen.

Die Geschichte an sich klang erst einmal auch recht interessant: Lucy Smarts Leben ist im Moment alles anderes als rosig. Sie hat ihren Job verloren, ihr Ex hat sie schamlos belogen und sie schläft seit Wochen auf der Couch ihrer besten Freundin. Da kommt ihr das Angebot in einer kleinen, eher heruntergekommenen Lodge in Island arbeiten und wohnen zu können, gerade recht. Die Arbeit ist allerdings nicht so einfach wie gedacht. Immer wieder muss Lucy mit allerlei Schwierigkeiten kämpfen, für die die Hotelmitarbeiter das einheimische Elfenvolk verantwortlich machen. Außerdem lässt der attraktive Schotte Alex ihr Herz höherschlagen, obwohl sie eigentlich keinem Mann mehr vertrauen wollte und auch Alex hat ein Geheimnis, das er Lucy auf keinen Fall anvertrauen kann.

Dieser Teil ist der 4. Teil der Romantic Escapes Reihe und obwohl ich die anderen Teile noch nicht gelesen habe, habe ich mich sehr darauf gefreut, gerade mit dem Band über Island zu beginnen. Den Schreibstil fand ich vor allem zu Beginn des Buches ein wenig sperrig und manchmal ein wenig holprig, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das wirklich am Schreibstil oder an der Übersetzung liegt. Für letzteres spricht zumindest, dass die Figuren sich bis zum Ende siezen, das hat mich ehrlich gesagt extrem genervt. Dass man sich an deutsche Gepflogenheiten anpasst, finde ich theoretisch okay, hier aber unglaublich unnötig. Die Charaktere sind nach kürzester Zeit enge Freunde und da siezt sich doch keiner mehr, auch nicht in Deutschland. Zudem befinden sie sich in Island und dort ist das auch eher unüblich, sodass man das einfach zum Anfang hin hätte auflösen können. Das ist natürlich nur eine Kleinigkeit, aber es steht stellvertretend dafür, dass auch viele Gespräche ein wenig gezwungen und unecht wirken. Nach einer Zeit habe ich mich an diesen Schreibstil gewöhnt und dann fiel es mir auch deutlich leichter, in das Buch einzutauchen.

Auch mit den Protagonisten des Buches habe ich mich am Anfang ein wenig schwergetan. Ich hatte zwar nichts gegen Lucy oder gegen Alex, fand ihre Handlungen aber nicht immer so wirklich nachvollziehbar. Beide haben gute Gründe, um sich voneinander fernzuhalten, tun es aber von Anfang gar nicht. Ich habe einfach den Funken zwischen den beiden nicht so richtig gespürt und konnte deswegen die Anziehung nicht wirklich verstehen. Ich hatte es ehrlich gesagt besser gefunden, wenn sie sich wirklich mal eine Zeit bewusst voneinander zurückgezogen hätten, vor allem Alex, weil ihm schließlich klar sein sollte, dass er Lucy echt verletzten könnte. Vielleicht fehlt mir hier auch ein bisschen der Zugang, weil ich die anderen Bücher nicht gelesen habe und Alex dementsprechend erst hier kennenlernen.

Aber es hat wirklich bis zu Mitte des Buches gebraucht bis ich so wirklich in der Geschichte angekommen war. Es waren so viele Menschen, die man erst einmal einsortieren musste und auch die Handlung an sich war nicht so spannend, dass man unbedingt wissen wollte, wie sie ausgeht. Auch Lucys Geheimnis war sehr vorhersehbar, sodass selbst das keinen Reiz für mich ausgemacht hat. Ich habe mich während des Lesens immer wieder geärgert, dass der Funke so gar nicht übergesprungen ist, weil ich das Buch unbedingt mögen wollte und mich eigentlich auf ein Urlaubsbuch gefreut hatte. Letztlich hat es mich dann doch gepackt und ab einem gewissen Punkt gefiel mir auch die Handlung besser, aber der Weg dahin war echt lang und bei jedem anderen Buch hätte ich vielleicht sogar aufgegeben und es zur Seite gelegt.

Alles in allem klingt das alles sehr negativ, aber ich mochte die Figuren des Buches durchaus, auch wenn ich nicht immer alles ganz logisch und nachvollziehbar fand und habe es ab der Mitte auch wirklich genossen, aber es dauerte mir einfach viel zu lange an diesen Punkt zu gelangen, als dass ich das Buch wirklich richtig finden könnte. Auch das Ende und der Umgang mit Lucys Geheimnis haben mir überhaupt nicht gefallen, aber da werde ich aus Spoilergründen nicht weiter eingehen, ich werde dennoch wahrscheinlich auch die anderen Bücher noch lesen wollen, schon um die Vorgeschichte von Alex kennenzulernen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2020

Die Geschichte schafft es leider zu keiner Zeit, mich emotional zu packen

Jeden Tag ein neuer Himmel
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Das Cover gefällt mir wirklich gut. Es ist vielleicht ein wenig kitschig, aber ich mag, wie sehr die Farben miteinander harmonieren und wie stimmig es insgesamt wirkt. Ich finde allerdings, dass es nicht ...

Das Cover gefällt mir wirklich gut. Es ist vielleicht ein wenig kitschig, aber ich mag, wie sehr die Farben miteinander harmonieren und wie stimmig es insgesamt wirkt. Ich finde allerdings, dass es nicht unbedingt zum Inhalt passt, dafür wirkt es zu positiv, zu fröhlich für die Stimmung, die in dem Buch herrscht, allerdings könnte der Titel nicht besser gewählt sein.

Die Geschichte klang erst einmal gut, schafft es aber nicht wirklich mich zu überzeugen: Charlotte Hill hat gerade erst ihre kleine Tochter Daisy verloren, die seit ihrer Geburt krank war und nun an den Folgen einer Operation gestorben ist. Jetzt beginnt sie ihre neue Stelle als Kinderkrankenschwester in einem Hospiz und kümmert sich um den sterbenskranken Hamish. Als sie eines Tages von ihrer Arbeit kommt, hört sie den Straßenmusiker Sam das Lied „Daisy“ singen und fühlt sich direkt an ihre Tochter erinnert. Als Sam ihre Tränen bemerkt, ist er vollkommen fasziniert von ihr und will sie unbedingt näher kennenlernen, doch Charlotte ist noch nicht bereit, sich auf neue Gefühle einzulassen. Doch der Musiker lässt sich nicht so schnell abschrecken, sondern will unbedingt wissen, was hinter ihrer Trauer steckt und mit seinem Charme kommt er ihr Schritt für Schritt näher, auch wenn die Umwelt ihnen immer wieder Steine in den Weg legt…

Ich war wirklich sehr gespannt auf die Geschichte, weil ich fand, dass sie großes emotionales Potenzial gehabt hätte, sie hat mich aber an keinem Punkt gepackt, weder emotional noch durch die Spannung. Der Schreibstil gefiel mir auch nicht wirklich, es war mir vor allem am Anfang zu holprig, teilweise auch zu umständlich und ich habe mich immer wieder erwischt, wie ich Sätze in meinem Kopf umgestellt habe, damit sie besser klingen. Das hat sich mit dem Verlauf des Buches ein wenig gegeben, vielleicht weil ich mich einfach an den Stil gewöhnt hatte und er mir ab einem gewissen Punkt nicht mehr so richtig aufgefallen ist.

Mein größtes Problem mit dem Buch war allerdings, dass es mich so gar nicht emotional berührt hat. Ich kann Charlottes Trauer theoretisch nachvollziehen, praktisch kommen diese Gefühle bei mir aber überhaupt nicht an. Man erlebt Daisy nie als Person, sondern immer nur in der Erzählung und auch dort bekommt man als Leser immer nur Bruchstücke vorgesetzt, sodass ich keine Bindung zu ihr aufbauen konnte. Vielleicht wäre es besser gewesen, im Prolog zumindest eine kurze Szene aus ihrem gemeinsamen Leben zu schildern, damit man Daisy auch als Person kennenlernen kann.
Dadurch, dass Charlottes Charakter zu einem großen Teil aus der Trauer besteht, konnte ich auch mit ihr nicht so richtig warm werden. Es ist nicht so, dass ich nicht verstehen könnte, dass sie trauert, sie hat immerhin ihr Kind verloren, aber ich konnte einfach so gar keine Beziehung zu ihr aufbauen. Ähnlich ging es mir auch mit Sam, der für mich viel zu kindisch und naiv ist. Er will unbedingt als Musiker Karriere machen, verdient aber so wenig eigenes Geld, dass er bei seinem Bruder wohnt und im Prinzip auch nichts zum Unterhalt beitragen kann. Ich kann sogar verstehen, dass er seinen Traum leben will, aber ich habe immer das Gefühl, dass sein Bruder Sam komplett aushält. Ich hätte es absolut in Ordnung gefunden, wenn er sich dann einfach um den Haushalt kümmern würde, aber gefühlt tut er das nie, sondern auch das bleibt an seinem Bruder hängen. Ich mag eigentlich unkomplizierte, fröhliche Protagonisten, die keine Bad Boys, sondern einfach nette Jungs sind, aber Sam wirkt einfach, als wäre er höchstens 20 Jahre alt, vielleicht sogar jünger. Ich finde einfach die Charaktere wirken nicht so ganz rund, sondern bleiben irgendwie oberflächlich. Einzig Hamish ist für mich ein glaubhafter und spannender Charakter, der auch der einzige ist, der mir zum Schluss des Buches ein paar wenige emotionale Regungen entlocken konnte.

Alles in allem konnte mich das Buch emotional an keinem Zeitpunkt so richtig packen, sondern es plätschert für mich vor allem so vor sich hin, ohne dass es besondere Höhen oder Tiefen hatte. Ich hatte zwar nicht so besonders viel erwartet, aber leider haben mich weder die Protagonisten noch der Schreibstil besonders überzeugt hat, sodass ich am Ende dann doch irgendwie enttäuscht war, vor allem weil das Buch durchaus großes (emotionales) Potenzial gehabt hätte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2020

Nette Geschichte für Zwischendurch, nicht mehr, nicht weniger

Lessons from a One-Night-Stand
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Das Cover finde ich ganz okay, es passt schon zum Inhalt, ist aber jetzt auch nichts Besonderes, weil es einfach so aussieht wie hundert andere Liebesromane auch, es gefällt mir allerdings deutlich besser ...

Das Cover finde ich ganz okay, es passt schon zum Inhalt, ist aber jetzt auch nichts Besonderes, weil es einfach so aussieht wie hundert andere Liebesromane auch, es gefällt mir allerdings deutlich besser als die Cover des englischsprachigen Teils, der wirklich eher nach Groschenroman als nach einem ‚normale‘ Liebesroman aussieht.

Die Geschichte gefällt mir da schon etwas besser: Holly Radcliffe ist gerade erst in die kleine Stadt Lake Starlight, Alaska gezogen, um dort die Schwangerschaftsvertretung für die Direktorin der örtlichen Highschool zu übernehmen und schon das Stadtgespräch. Nach einem One-Night-Stand mit dem Baseballcoach Austin Bailey erscheint ihr Bild auf der örtlichen Klatschwebsite. Auch ihre Hoffnung, ihn nie wiedersehen zu müssen, erfüllt sich natürlich nicht, schließlich ist sie seine Chefin. Das Prickeln, das zwischen ihnen herrscht, kann aber keiner von beiden ignorieren und obwohl beide nichts Langfristiges wollen, kommen sie sich näher…

Ich habe schon einige Bücher von Piper Rayne gelesen und wie auch bei den anderen Büchern gefällt mir der leichte, lockere Schreibstil auch in diesem Buch unglaublich gut. Bei der Saving-Chicago-Reihe war er mir teilweise ein wenig schwerfällig und mir fehlte ein bisschen der leichte Humor. Deswegen war ich mir am Anfang sehr unsicher, ob ich das Buch wirklich lesen wollte, bin aber froh, dass ich mich dafür entschieden habe, denn hier ist der Humor wieder pointiert und der Schreibstil so flüssig, dass die Seiten nur so dahinfliegen.

Ich war am Anfang der Geschichte leicht verwirrt, dass man nicht direkt mit dem Kennenlernen und dem One-Night-Stand von Austin und Holly startet, sondern mit dem erneuten Aufeinandertreffen in der Schule. Das war zumindest mal eine andere Herangehensweise und man hat trotzdem ja sehr klar verstanden, was zuvor passiert ist, ich hätte es dennoch anders besser gefunden, weil es zu keinem von beidem so richtig zu passen scheint. Austin ist der älteste von neun Kindern und hat sich seit dem Tod seiner Eltern um seine jüngeren Geschwister gekümmert, während auch Holly nicht wie jemand wirkt, der sich mit jedem x-beliebigen Typen einlässt. Ich will das nicht verurteilen, mich hätte einfach nur interessiert, wie ihr Kennenlernen von statten gegangen ist, weil es später immer nur am Rande angesprochen wird. Ich mochte die beiden an sich durchaus ganz gerne. Austin ist einfach ein guter Typ, der sich um die Menschen kümmert, die er liebt und mal so gar kein Bad Boy, was mir gut gefällt. Zudem kann ich absolut verstehen, dass er nach dem Abschluss seiner jüngsten Schwestern erstmal aus Alaska weg und als Baseballcoach am College arbeiten will. Deswegen hat es mich unglaublich aufgeregt, dass die ganze Stadt ihm einrede will, dass man ihn unbedingt hier bräuchte. Dass es seinen Geschwistern schwerfällt, ihn gehen zu lassen, ist klar, aber alle anderen sollen ihn bitte selbst entscheiden lassen. Auch Holly mag ich durchaus, mit ihr werde ich aber nicht ganz so warm wie mit Austin, den ich ab der ersten Sekunde in mein Herz geschlossen habe. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass für ihn sehr früh klar ist, was genau er will, während sie sich erstmal mit der Stadt und den Umständen anfreunden muss, zumal der Job ja nicht der hauptsächliche Grund ist, warum sie nach Alaska gezogen ist.

Was mich an dem Buch ein bisschen gestört hat, ist, dass ich einfach finde, dass es zu viele Geschwistern sind. Ich meine, klar, es gibt solche Großfamilien, aber neun Kindern sind für ein nicht allzu umfangreiches Buch dann doch echt viel. Man kann den Autorinnen jetzt nicht vorwerfen, dass sie sie nicht so individuell zeichnen, dass man sie sich merken kann, aber es hätte einfach gereicht, wenn es insgesamt fünf oder sechs Kinder gewesen wären, dass würde man auch deutlich besser den Überblick behalten können. Ein weiterer Kritikpunkt, der mich deutlich mehr gestört hat, ist, dass mir zu viele Probleme in der Beziehung aufgeworfen werden, mir hätte gereicht, dass beiden klar ist, dass sie nicht auf Dauer in Alaska bleiben werden. Das reicht locker als größerer Konflikt, weil sie aus diesem Grund beide nichts Festes wollen, aber früh klar ist, dass beide eigentlich nicht der Typ für was Lockeres sind. Zudem mischen sich die Stadt und Austins Familie ja genug in die Beziehung ein, sodass ich diesen einen Konflikt, den ich aus Spoilergründen nicht nennen will, nicht gebraucht. Auch das Ende hat mich nicht vollkommen überzeugt, ich hätte mir das eine andere Lösung gewünscht und nicht die, die letztlich gefunden wurde.

Alles in allem mag ich das Buch, weil es einem perfekt die Zeit vertreibt, man die Figuren mag und nur so durch die Seiten fliegt, es ist mir aber an einigen Stellen zu sehr gewolltes Drama und eben nicht mehr als ein leichtes Buch für Zwischendurch. Dennoch würde ich die anderen Bände der Reihe vielleicht doch lesen, weil ich die Charaktere durchaus mochte und an einigen Geschichte auf jeden Fall interessiert wäre.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.06.2020

Unterhaltsame Geschichte mit kleineren Schwächen

It was always you
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Das Cover ist wirklich wunderschön gestaltet. Ich mag die Kombination aus goldener Schrift und blauem Hintergrund unglaublich gerne. Dabei ist das besondere Highlight die Schrift in Handlettering-Design, ...

Das Cover ist wirklich wunderschön gestaltet. Ich mag die Kombination aus goldener Schrift und blauem Hintergrund unglaublich gerne. Dabei ist das besondere Highlight die Schrift in Handlettering-Design, die perfekt den Inhalt aufgreift und eine wunderbare Verbindung zu Ivy schafft. Auch die Handlettering-Seiten, die immer wieder in dem Buch auftauchen mag ich wirklich gerne, weil sie den Inhalt unterstützen ohne zu dominant sind.

Die Geschichte mochte ich ebenfalls wirklich gerne: Es ist vier Jahre her, seit Ivy das letzte Mal zuhause war, vier Jahre seit ihre Mutter gestorben ist und vier Jahre seit sie ihre Stiefbrüder das letzte Mal gesehen hat. Nun hat ihr Stiefvater sie aufgefordert zurückzukommen und widerwillig folgt sie diesem Befehl, obwohl er sie damals einfach ins Internat abgeschoben hat, weil sie sich immer wieder mit ihrem älteren Stiefbruder Asher gestritten hat. Dieser hat sich leider so gar nicht verändert und ist immer noch so gutaussehend und viel zu sehr von sich selbst überzeugt wie vor vier Jahren. Das Wiedersehen setzt ihr viel mehr zu, als sie gedacht hätte und als sie erfährt, warum sie damals gehen musste, droht ihre Welt, erneut aus den Fugen zu geraten…

Ich habe am Anfang eine ganze Zeit gebraucht, um in das Buch zu finden, auch wenn ich mir nicht so richtig erklären kann, warum das so war. Ich mochte den Schreibstil sehr gerne, er war von Anfang an leicht und locker, sodass man die Geschichte sehr gut in einem Zug durchlesen konnte, aber ich habe vor allem während der ersten Kapitel immer wieder abgesetzt und über die Geschichte nachgedacht. Ab einem gewissen Punkt war ich dann aber in der Story drin und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen.
Das lag auch und vor allem daran, wie liebevoll die Charaktere gestaltet wurden. Ich mochte Ivy ab der ersten Seite und habe richtig mit ihr mitgefühlt. Ich konnte ihre Ängste so gut verstehen und auch ihre Zurückhaltung, damit sie bloß nicht wieder weggeschickt wird. Aber ich fand es auch gut, dass sie dennoch nicht alles einfach so hingenommen hat und alles mit sich hat machen lassen, sondern sowohl Asher als auch ihrem Stiefvater hin und wieder sehr klar ihre Meinung sagt, dass sie absolut kein zurückhaltendes Mäuschen ist. Ein Problem an Ivy ist vielleicht, dass man ihr Leben außerhalb der Insel nicht wirklich kennenlernt, dort studiert sie, arbeitet und lebt größtenteils unabhängig vom Geld ihres Stiefvaters. Das alles ändert sich, als sie auf die Insel zurückkehrt und man hat ein bisschen das Gefühl, dass sie in alte Verhaltensverweisen zurückfällt, die sie deutlich jünger und abhängiger erscheinen lassen. Bei Asher war ich mir am Anfang so überhaupt nicht sicher, was ich von ihm halten sollte. Er hat sich einfach total bescheuert verhalten, nur um eine Reaktion von Ivy zu erhalten oder sich von ihr abzulenken. Diese Verhaltensweise sind aber nicht immer (und manchmal auch so gar nicht) nachvollziehbar, hier hätte ich mir einfach ein bisschen mehr Erklärung oder noch besser die Schilderung aus Ashers Sicht gewünscht, weil ich ihn dann einfach besser hätte verstehen können. Ich war allerdings ein riesiger Fan der Nebencharaktere, sowohl Noah und Aubree, die man ja im nächsten Teil noch kennenlernen wird als auch Harper und Sam fand ich ziemlich unterhaltsam. Ich bin schon jetzt ein ziemlicher Fan von Noah, der sich zwar auch immer super dämlich verhält, aber eigentlich ein netter Kerl ist und auf dessen Geschichte ich mich schon mega freue.

Die Geschichte hatte aber auch mehrere kleine Schwächen, die dafür gesorgt haben, dass ich nicht ganz von ihr überzeugt war. Mir fehlten einfach Rückblicke in die Vergangenheit, weil die essentiell für den Verlauf der Geschichte wären, man bekommt aber immer nur ganz, ganz kleine Einblicke und man hat nie das Gefühl einen ganzen Überblick über die Geschichte zu erhalten. Vor allem die Verhältnisse innerhalb der Familie bleiben so irgendwie ein bisschen unklar und viele Fragen werden nur teilweise oder gar nicht beantwortet. Ich kann zwar verstehen, dass man auch für Noahs Geschichte noch etwas offenlassen will, aber es hat mich hier dann doch genervt. Ein für mich im Nachhinein irgendwie seltsamer Punkt ist der Altersunterschied zwischen Asher und Ivy. Zwar ist der Unterschied von sechs Jahren in der Gegenwart überhaupt kein Problem, allerdings war Ivy zwölf als sie sich kennengelernt haben und das wirft irgendwie einen seltsamen Blick auf ihre Beziehung, vor allem weil sie eben Stiefgeschwister sind.

Alles in allem hat mich das Buch nach anfänglichen Schwierigkeiten gut unterhalten und ich habe die Geschichte wirklich gerne gelesen, allerdings fiel mir vor allem nach dem Ende des Buches mehr und mehr auf, dass mich viele Kleinigkeiten dann doch gestört haben und mir das Ende definitiv ein wenig zu dramatisch und zu leicht gelöst wurde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.06.2020

Leider deutlich schwächer als der erste Teil

Hopelessly in Love
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Achtung Spoiler für alle, die den ersten Teil nicht gelesen haben

Das Cover gefällt mir deutlich besser als das vom ersten Teil, weil es viel edler und weniger kitschig aussieht als das des ersten Teils. ...

Achtung Spoiler für alle, die den ersten Teil nicht gelesen haben

Das Cover gefällt mir deutlich besser als das vom ersten Teil, weil es viel edler und weniger kitschig aussieht als das des ersten Teils. Ich hätte ehrlich gesagt alle Cover der Reihe eher in diesem Stil gehalten, so sehen sie sich natürlich schon ähnlich, die Farben wirken aber vollkommen willkürlich gewählt und passen (zumindest für mich) so gar nicht zu einander.

Die Geschichte schließt genau dort an, wo der erste Band endet: Nachdem Carolin, Bens Ex-Freundin, halbnackt aus seinem Zimmer kommt, kann Sasha nur weglaufen, doch er schafft es, sie zu überzeugen, dass zwischen den beiden nichts gelaufen ist und sie vertraut ihm. Doch immer wieder kommen ihr Zweifel, ob er nicht doch wieder in alte Muster verfällt. Als dann ein schrecklicher Unfall passiert und sich Bens Leben von einem auf den anderen Tag radikal verändert, stehen die beiden erneut vor einer großen Herausforderung, die ihre Beziehung beenden könnte.

Ich habe den ersten Band jetzt nicht unbedingt geliebt, weil er mich zum einen viel zu sehr an die Save-Reihe erinnert hat und zum anderen die Story an sich nicht ganz rund war, es hat mich dennoch vor allem am Anfang durchaus unterhalten, sodass ich doch wissen wollte, wie es weitergeht. Leider hat mich der zweite so überhaupt nicht überzeugt. Auch der Schreibstil, der mir am ersten teil eigentlich recht gut gefallen hat, war hier irgendwie schwerfällig und so überhaupt nicht flüssig. Ich habe immer wieder einfach Seiten übersprungen, weil mir die Dialoge zu gestelzt, zu konstruiert wirkten und teilweise auch einfach langweilig waren.

Auch die Story an sich hat mich so gar nicht mehr gecatcht. Da ertappt Sasha Ben dabei, wie seine Ex halbnackt aus seinem Zimmer kommt, er rennt ihr nach und sie glaubt ihm direkt, dass nichts gelaufen ist. Ich meine, sie sind da noch gerade erst seit wenigen Wochen zusammen und hatte mehr als ein Problem und in der Öffentlichkeit tuen sie noch immer so, als würden sie sich nicht kennen, da würde ich nicht wissen, ob ich ihm direkt wieder vertrauen würde. Ich hätte es ehrlich gesagt besser gefunden, wenn Sasha sich die Sache zumindest mal ein bisschen durch den Kopf gehen lassen würde, einfach um sich sicher zu sein. Vor allem weil sie Ben im gesamten Buch eben nicht vertraut. Dauernd ist sie eifersüchtig und hasst jede Andeutung, dass er in seiner Vergangenheit mit verschiedenen Frauen zusammen war, obwohl sie immer wieder absolute Ehrlichkeit verlangt und Ben ihr nun wirklich keinen Grund gibt, ihm zu misstrauen. Er ist immer der perfekte Freund, ist aufmerksam, tut alles für Sasha und sie flippt immer wieder grundlos aus. Das hat mich wirklich extrem genervt. In der einen Minute ist sie noch glücklich, in der nächsten schreit sie Ben an und dann sagt sie wieder, wie sehr sie ihn liebt. Das passt für mich nicht so wirklich zu der Sasha, die man im ersten Teil kennengelernt hat.

Auch die Sichtweise von June finde ich irgendwie super unnötig, nicht weil ich sie nicht mag oder ihre Story an sich nicht interessant finde, aber ich finde das einfach inkonsequent. Entweder schreibt man halt eine Trilogie, in deren Mittelpunkt ein Paar steht und aus deren Sicht dann auch die Geschichte erzählt wird (was nicht heißt, dass nicht andere Geschichten durchaus eine Rolle spielen dürften) oder man erzählt im zweiten Band der Reihe dann die Geschichte eines anderen Paars aus dem Umfeld des ersten. Letztere Variante hätte ich in dem Fall tatsächlich sinnvoller gefunden, weil im zweiten Teil die Geschichte von Ben und Sasha nicht super viel Stoff bietet und man dann auch einfach die von June und Jess hätte erzählen können.

Ein Punkt, der mich ebenfalls mit Verlauf des Buches zunehmend gestört hat, ist, dass alle Familien total kaputt sind. Ja, Sasha hat ein super Verhältnis zu ihrer Mutter, sie wohnen aber nicht mehr zusammen, aber ansonsten sind alle Familien mehr oder weniger stark kaputt. Sogar Lucy, die ja immer nur indirekt eine Rolle spielt, hat eine schwierige Familiengeschichte, die ja auch nochmal eine Rolle spielen wird. Ich hätte mir einfach bei einer Familie gewünscht, dass die ihre Kinder so liebt und unterstützt wie sie sind.

Alles in allem hat mich das Buch leider so gar nicht überzeugt, weil Sasha mich einfach nur genervt hat und mir Ben fast schon leid tat, weil sie ihn immer wieder aus dem Nichts heraus angefahren hat. Zudem war mir das dauernde Auf und Ab ein bisschen zu viel und zu unglaubwürdig, das hätte man einfach kürzer fassen können. Ob ich den dritten Teil lesen werde, weiß ich noch nicht so genau, weil ich aus irgendwelchen, mir selbst unverständlichen Gründen, doch wissen will, wie die Geschichte ausgeht und ob die Autorin es schafft, alle losen Fäden zusammenzuführen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere