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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2021

Große Liebe für dieses geniale Werk!

Die Clans von Tokito – Lotus und Tiger
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384 Seiten. Und darin? Eine ganze Welt.
Welches Fantasybuch hat euch zuletzt positiv überraschen können? Meine Antwort lautet ohne jede Frage: „Die Clans von Tokito“. Klappentext und Aufmachung des Buchs ...

384 Seiten. Und darin? Eine ganze Welt.
Welches Fantasybuch hat euch zuletzt positiv überraschen können? Meine Antwort lautet ohne jede Frage: „Die Clans von Tokito“. Klappentext und Aufmachung des Buchs hatten meine Erwartungen bereits hochgeschraubt – und ich frage mich bis jetzt, wie das Buch sie sogar übertreffen konnte.
Wer in Tokito keine Arbeit hat, gehört auch zu keinem der sechs Clans, die über die Stadt herrschen. Und wer zu keinem Clan gehört, ist Freiwild. So wie Erin. Als sie in die Hände von Organhändlern fällt, lässt sie sich auf einen Dämon ein, um am Leben zu bleiben. Nur Dank seinen Kräften schafft sie es, zu fliehen. Doch das Unglück nimmt seinen Lauf, als kurz darauf eine Mordserie die Stadt erschüttert und Erin vor die Frage stellt, wie weit sie zu gehen bereit ist, um sich und ihre Liebsten zu beschützen.
Drei verschiedene Sichtweisen lassen Leser*innen den Plot von mehreren Seiten aus verfolgen. Etwas, von dem ich dachte, dass es mir den Einstieg erschweren würde, brachte stattdessen noch mehr Spannung und Nervenkitzel sowie ungeahnte Einblicke in verschiedenste Charaktere mit sich, die allesamt unheimlich gut ausgearbeitet waren.
Tokito hat mich binnen kürzester Zeit mit Haut und Haar verschlungen und mir an der Seite von Erin, Kiran und Ryanne eine Geschichte erzählt, die ich absolut nicht erwartet hatte. Brutal, actionreich, mystisch und magisch. Selbst wenn ich es gewollt hätte, hätte ich es wohl ab dem zweiten Drittel nicht mehr geschafft, dieses Buch aus der Hand zu legen. Der zwischenzeitlich doch recht düsteren Storyline wird durch den ein oder anderen (genialen) Charakter immer wieder ein Hauch Bedrohlichkeit genommen, was den Leserausch für mich nur noch förderte. Außerdem hat mich das Setting auch absolut begeistert – ich weiß nicht, wann ich mir eine neu erdachte Welt zuletzt so gut vorstellen konnte. Japanische Akzente gepaart mit einem Hauch Sci-Fi, huiuiui!
Wenn ich etwas zu kritisieren habe, dann nur, dass es so schnell vorbei war. Himmel, ich brauche mehr! Mehr, mehr, mehr! Unbedingt!

Veröffentlicht am 05.03.2021

Süße Geschichte für jüngere Fantasyfans!

Booklove
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Stell dir vor, du steckst die Nase zwischen die Seiten deines Lieblingsbuchs und lässt dir den verheißungsvollen Duft nach Abenteuern bei geschlossenen Augen um die Nase wehen. Die Realität scheint den ...

Stell dir vor, du steckst die Nase zwischen die Seiten deines Lieblingsbuchs und lässt dir den verheißungsvollen Duft nach Abenteuern bei geschlossenen Augen um die Nase wehen. Die Realität scheint den Atem anzuhalten und du bist dir sicher, wenn du die Augen jetzt wieder öffnest, bist du nicht mehr in unserer Welt, sondern zwischen den Seiten. Doch dann kommt alles ganz anders: Denn statt dass du in deinem Lieblingsbuch verschwunden bist, ist eine Person daraus entkommen und steht jetzt an deiner Seite. Von wem würdest du dir das wünschen?
In „Booklove – Aus Versehen buchverliebt“ passiert Emma genau das. Obwohl, eigentlich nicht GENAU das. Denn für die Teenagerin ist es weniger die Erfüllung eines Herzenswunsches als der absolute Alptraum, plötzlich einer Romanfigur gegenüberzustehen. Da kann diese Romanfigur noch so gut aussehen. Emma hält nämlich nicht viel von Büchern. Und dann ist es auch noch ausgerechnet der Antagonist, mit dem sie sich ab jetzt herumschlagen muss…
Ich glaube, wenn es „Booklove“ etwas früher gegeben und ich es vor ein paar Jahren gelesen hätte, hätte ich es wirklich geliebt. Daphne Mahr erzählt mit ihrem durchweg leichtgängigen Schreibstil eine schnelllebige und witzige Geschichte, die mich dann und wann ein wenig an die Jugendbücher von Kerstin Gier erinnert hat. Emma wurde mir dabei schnell sympathisch und auch die restlichen Charaktere sind mir ans Herz gewachsen, weshalb ich nach ein paar Startschwierigkeiten im ersten regelrecht an den Seiten gehangen habe. Die Startschwierigkeiten rührten für mich größtenteils daher, dass ich nicht genau wusste, wie ich an den Plot herangehen sollte – man merkt eben doch, dass das Buch eher eine jüngere Zielgruppe ansprechen soll. Es ist keine allzu komplexe, unvorhersehbare Geschichte, die einen mit groß ausgearbeiteten Wendungen überzeugt. Trotzdem hat sie mich aber unterhalten. Vielleicht sind ich und mein Lesegeschmack inzwischen schon etwas zu alt für so „junge“ Fantasy, aber wer genau danach sucht oder selbst vielleicht noch in seinen Teenagerjahren ist, bekommt hier definitiv eine süße Geschichte geboten! 4 Sternchen unter Berücksichtigung der eigentlichen Zielgruppe!

Veröffentlicht am 01.03.2021

Interessante Welt, aber leider recht langatmig erzählt

Shadowscent - Die Krone des Lichts
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In der Welt der Shadowscent-Dilogie haben Düfte eine große Macht. P.M. Freestone hat schon im ersten Band bewiesen, dass sie es schafft, Worte für etwas zu finden, das eigentlich zu flüchtig ist, um es ...

In der Welt der Shadowscent-Dilogie haben Düfte eine große Macht. P.M. Freestone hat schon im ersten Band bewiesen, dass sie es schafft, Worte für etwas zu finden, das eigentlich zu flüchtig ist, um es zu beschreiben. Nun macht die Autorin von diesem Talent erneut Gebrauch – und auch abseits davon erinnerten mich die Stärken und Schwächen von „Die Krone des Lichts“ stark an „Die Blume der Finsternis“.
Es ist nicht von der Hand zu weisen, wie imposant und außergewöhnlich das Setting ist, das Freestone geschaffen hat. Leider wurde es aber wie schon in Band 1 für mich nie gänzlich greifbar. Erneut gab es für meinen Geschmack zu wenig Erklärungen. Ich liebe es, wenn Autor*innen ihre Welten detailreich aufbauen, doch verliert das für mich den Reiz, wenn das Gefühl einsetzt, es würden eher vordergründige Eindrücke, als die Aspekte dahinter erklärt werden. Gerade bei Fantasy ist die Balance zwischen Beschreibung und Handlung meiner Meinung nach oft ein Drahtseilakt und bei „Die Krone des Lichts“ mein großer Kritikpunkt.
Die Spannung hat sich zunächst nur sehr langsam aufgebaut und wurde zusätzlich von den Beschreibungen ausgebremst, die sich in meinem Kopf zu keinem Bild formen wollten. Wie ein Puzzle, zu dem mir entscheidende Verbindungsstücke fehlten. Es gab einen Rahmen und viele Teile, die allesamt wunderschön waren, aber nicht zusammengefügt werden konnten. Ich weiß, eine kryptische Beschreibung. So hat sich das Buch für mich zwischenzeitlich selbst ein Bein gestellt – und meine Aufmerksamkeitsspanne wirklich auf die Probe gestellt. Schade, denn an sich war das Setting, wie schon oben erwähnt, wahrlich beeindruckend, und auch die Charaktere sowie ihre Entwicklungen und der eigentliche Plot haben mir gut gefallen. Es gibt vieles, wofür sich das Buch lohnt… Aber eben auch das Wissen, dass ich zwischenzeitlich wirklich Probleme damit hatte, mich zum Lesen zu motivieren.
Abschließend glaube ich, dass Band 2 allen gefallen könnte, die schon an dem Vorgänger Freude hatten. Wer allerdings dabei unsicher war, wird vermutlich auch mit dem Finale der Dilogie nicht gänzlich zufrieden sein. 3 Sterne.

Veröffentlicht am 24.02.2021

Wer Avatar mag, wird dieses Buch lieben

Avatar – Der Herr der Elemente: Der Schatten von Kyoshi
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Bei mir ist es definitiv „Avatar – Der Herr der Elemente“. Ich schaue nicht nur die Originalserie bis heute in regelmäßigen Abständen immer wieder, sondern verliere mich auch regelmäßig in den ergänzenden ...

Bei mir ist es definitiv „Avatar – Der Herr der Elemente“. Ich schaue nicht nur die Originalserie bis heute in regelmäßigen Abständen immer wieder, sondern verliere mich auch regelmäßig in den ergänzenden Geschichten, die dazu rauskommen – egal ob es Comics sind, die Spin-Off-Serie rund um Korra oder nun der erste richtige Roman, der zu dem Universum erschienen ist.
Ich muss zugeben, dass ich am Anfang sehr skeptisch war und mir nur schwer vorstellen konnte, dass es möglich ist, die Welt aus Avatar und die darin existierenden Kräfte wirklich greifbar auf Papier zu bringen, ohne es durch Bilder zu unterstützen. „Der Aufstieg von Kyoshi“ hat mich allerdings eines Besseren belehrt. F. C. Yee hat es nicht nur geschafft, eine phänomenale Geschichte als Prequel zur Originalserie aufzubauen, indem er Kyoshi einen äußerst emotionalen, spannenden und fast schon herzzerreißenden Lebensweg gezimmert hat, sondern bringt all das seinen Lesern und Leserinnen auch noch ungemein wortgewandt nahe. Ich brauchte keine Bilder, wie ich sie aus den Comics oder den Animes gewöhnt bin – mein Kopf schuf sie sich ganz von selbst. Und während ich mich einerseits fühlte, als würde ich nach Hause kommen, da ich so viele mehr oder minder liebenswerte Details aus der Avatar-Serie wiedererkannte, war ich gleichzeitig fasziniert davon, dass Yee auch neue Aspekte so fließend einbaute, dass man meinen könnte, sie hätten schon immer zu dieser Welt gehört.
Eins möchte ich dennoch ansprechen: In meinen Augen ist das Buch nicht für so ein junges Publikum geeignet, wie die Originalserie. Zwar hatte auch die damals erschreckende Szenen, doch in „Der Aufstieg von Kyoshi“ wird dieser Schreck direkter und ungnädiger kommuniziert, weder durch bunte Farben noch Abwenden des Fokus‘ verdrängt. Es ist ein Buch, das für die älteren Fans geschrieben wurde, ist meiner Meinung nach um einiges erwachsener und noch komplexer – was aber zu den Stärken gezählt werden kann. 4,5 Sterne gibt’s, weil ich hin und wieder über kleinere Längen gestolpert bin, von denen ich hoffe, dass sie in Band 2 wegfallen.

Veröffentlicht am 11.02.2021

Romantasy vom Feinsten!

Chroniken der Dämmerung, Band 2: Midnight Soul
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Wie habe ich dem zweiten und somit leider schon finalen Band zu „Chroniken der Dämmerung“ entgegengefiebert! Der Auftakt der Dilogie hat mich 2020 im Sturm erobert und sehnsüchtig wartend zurückgelassen. ...

Wie habe ich dem zweiten und somit leider schon finalen Band zu „Chroniken der Dämmerung“ entgegengefiebert! Der Auftakt der Dilogie hat mich 2020 im Sturm erobert und sehnsüchtig wartend zurückgelassen. Jetzt war es dann endlich so weit: „Midnight Soul“ erschien, verbrachte eine kaum nennenswerte Zeit auf meinem SuB und wurde dann auch schon verschlungen. Jennifer Alice Jager schaffte es, meine Gefühle und Eindrücke aus dem ersten Teil mit Leichtigkeit wieder aufleben zu lassen und hatte mich binnen ein paar Zeilen wieder vollkommen in den Bann ihrer Geschichte gezogen. Neben der angenehmen Verbindung aus temporeicher und trotzdem bildhafter Erzählweise, hat mir an Band zwei vor allem gefallen, dass die Themen Freundschaft und Vorurteile noch einmal in einen spannenden Fokus gerückt wurden.
Nicht nur dieses Buch, sondern die ganze Dilogie ist meiner Meinung nach ein Paradebeispiel für gelungene Romantasy: Es gibt einen funktionierenden, ehrlichen und emotionalen Romantik-Teil, der sich perfekt in den gut ausgearbeiteten und interessanten Plot integriert. Während manch ein Romantasy-Buch mich in den letzten Monaten durch vorhersehbare Entwicklungen, seichte Inhalte und einen zu starken Fokus auf die Liebesbeziehung eher enttäuscht hat, spielen in „Chroniken der Dämmerung“ Romantik und Fantasy wirklich Hand in Hand und machten auch „Midnight Soul“ zu einem Pageturner. Zugegeben, an einzelnen Stellen war mir das Drama etwas zu konstruiert und ich hätte mir gewünscht, dass man dort vielleicht ein wenig auf die Bremse getreten hätte, aber trotzdem ist der zweite Teil und auch die gesamte Dilogie eine klare Empfehlung.
Wer Lust darauf hat, die magische Welt der Alben näher kennenzulernen und ein waghalsiges Abenteuer voller Intrigen, Gefahren und großen Gefühlen erleben möchte, ist hier genau richtig. 4,5 Sterne für diesen schönen Abschluss.