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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.06.2019

Was. Eine. Geniale. Geschichte.

ASH PRINCESS
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Zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass der kalovaxianische Kaiser mit seinen Truppen in Astrea einmarschiert ist und das Land an sich gerissen hat. Zehn Jahre, die Thora von einer Thronanwärterin zu ...

Zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass der kalovaxianische Kaiser mit seinen Truppen in Astrea einmarschiert ist und das Land an sich gerissen hat. Zehn Jahre, die Thora von einer Thronanwärterin zu einer Siegestrophäe und einem Spottsymbol gemacht haben – von Theodosia zur Ascheprinzessin.
Doch schließlich erweckt eine neue, grausame Tat des Kaisers ihren vor Angst gelähmten Geist – und öffnet ihre Augen für die Wahrheit. Sie kann nicht darauf warten, gerettet zu werden. Zumindest nicht nur. Sie muss den Kampf für Astrea selbst austragen... Als Feuerkönigin aus dem Leben der Ascheprinzessin hervorgehen, stark und strahlend wie ein Phönix.

Ich habe verhältnismäßig lang für dieses Buch gebraucht, schlappe zwei Wochen, was aber absolut nicht an der Geschichte gelegen hat. Ganz im Gegenteil. Mein Leben war in den letzten vierzehn Tagen ziemlich stressig und dass ich überhaupt die Muße hatte, mich in den wenigen ruhigen Minuten hinzusetzen und zu lesen, anstatt einfach nur vor dem Fernseher zu hängen, zeigt, wie sehr mich „Ash Princess“ gefangen genommen hat. Dementsprechend gibt es von mir auch satte fünf Sternchen!
Kommen wir zu dem, was mich so überzeugt hat. Angefangen mit dem offensichtlichen: Dem Cover. OH MEIN GOTT! Ehrlich. Wie SCHÖN ist es? Das Buch kommt jetzt erst mal wieder frontal in mein Regal, alles andere wäre Verschwendung.
Das wunderbare Cover wurde dann von der eigentlichen Geschichte aber tatsächlich noch in den Schatten gestellt, auch wenn ich das anfangs nicht für möglich hielt, da es für mich Liebe auf den ersten Blick war. Doch die Welt zwischen diesen Seiten ist so allumfassend aufgebaut, dass man sich selbst darin verliert. Man merkt, wie viele Gedanken sich Laura Sebastian gemacht hat. Von ausgefallenen Namen (kleines Manko war die Tatsache, dass ich die Silben dazu am Anfang manchmal doppelt sortieren musste), über Religionen, Traditionen und Feiertagen bis hin zu Wiegenliedern. Außerdem kratzt man nicht nur an der Oberfläche von den Charakteren, sondern lernt sie wirklich kennen und verstehen. Die Entwicklung, die von der Protagonistin an den Tag gelegt wird, ist atemberaubend – vor allem, weil es dabei so realistisch bleibt. Man merkt den Kampf, den sie mit sich selbst führt. Im Gegensatz zu anderen Filmen und Büchern erfolgt der Wendepunkt von der Ascheprinzessin zur angehenden Königin nicht wie das Umlegen eines Schalters, was es viel interessanter macht und den Leser zum Mitfühlen bewegt. Es gab Stellen, an denen ich das Buch weglegen musste, um mich erst mal sammeln und auf das vorbereiten zu können, was wohl im Anschluss folgen würde. Ich will hier auch ehrlich gesagt nicht viel mehr berichten, weil dieses Buch eine Erfahrung ist, die jeder selbst machen sollte. Fantasy-Herzen, aufgepasst: Suchtgefahr!

Veröffentlicht am 04.06.2019

Hm, nicht ganz mein Fall

Bluttinte
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Es gab eine Zeit, in der Horrorautor Markus Krüger als „Meister des Makaberen“ gefeiert wurde – doch diese Zeit scheint längst vorbei zu sein. Mittlerweile quält er sich förmlich durch seine Werke, versucht ...

Es gab eine Zeit, in der Horrorautor Markus Krüger als „Meister des Makaberen“ gefeiert wurde – doch diese Zeit scheint längst vorbei zu sein. Mittlerweile quält er sich förmlich durch seine Werke, versucht krampfhaft eine Geschichte fertigzustellen, die ihn selbst nicht begeistert. Dass seine Bücher keinen Gewinn mehr einspielen, sticht selbstverständlich auch dem zugehörigen Verleger ins Auge... Im Laufe der Geschichte sogar buchstäblicher, als man es vielleicht beim ersten Lesen dieser Formulierung denken würde. Doch Markus Krüger wittert eine letzte Chance, der Misere seiner fehlenden Kreativität zu entkommen, als eines Tages plötzlich ein Unbekannter in sein Leben tritt. Ihm wird eine Reise voller Inspiration für sein aktuelles Werk angeboten. Wie wortwörtlich dieses Angebot gemeint ist und welche Orte Markus Krüger auf dieser Reise betreten wird, hätte wohl niemand zu Anfang gedacht.

Ich muss zugeben, dass es mir zunächst sehr schwer fiel, in das Buch hereinzukommen. Hagen Thiele nutzt als Autor eine anspruchsvolle und verschachtelte Ausdrucksweise, die es dem Leser nicht ermöglicht, locker-flockig über die Seiten zu fliegen, wie man es ansonsten vielleicht gerne nach einem anstrengenden Tag erlebt. Allerdings glaube ich inzwischen, dass diese Art des Schreibens schlichtweg als allumfassendes Stilmittel gedacht ist, denn zu dem Charakter von Hauptfigur Markus Krüger, aus dessen Feder die Geschichte stammen soll, passt es durchaus. Mir hat es allerdings etwas an Varianz gefehlt, wenn andere Personen gesprochen haben.
Weiterhin hat es dann knapp 100 Seiten gedauert, bis sich für mich der Eindruck entwickelte, wirklich im Buch 'angekommen' zu sein. Bei mir setzte dieses Gefühl erst ein, als die eigentliche Reise losging. Eine Reise an einen Ort, so erschreckend, verwirrend und komplex zugleich, dass ich zwischendurch wirklich innegehalten habe und überlegt habe, wie krass es wäre, wenn die Vorstellung der Wahrheit entspräche (eine bessere Beschreibung als 'krass' fällt mir an dieser Stelle tatsächlich nicht ein, Schande über mich). Allein von dem Konstrukt der Welt, die Hagen Thiele geschaffen hat, war ich gewissermaßen angetan. Auch wenn ich selbst definitiv nicht gern an Markus Krügers Stelle gewesen wäre, uff. So viel sei gesagt, da bleibe ich lieber außerhalb der Seiten und beobachtete im Schutz der der Nachttischlampe. Ist aber wohl auch kein Wunder, bei einem Buch aus dem Bereich Horror-Fantasy.
Abschließend gebe ich dem Buch hiermit drei funkelnde Sternchen. Auch nach den ersten hundert Seiten habe ich mich während des Lesens leider immer wieder dabei erwischt, wie meine Gedanken abgedriftet sind und somit von der Geschichte wohl nicht direkt gefesselt wurden, was ich nach wie vor sehr schade finde. Zudem wurde ich bis zum Ende mit dem Protagonisten nicht gänzlich warm – was aber ja streng genommen auch gar nicht sein muss. Vermutlich ist das eher eine persönliche Einstellungssache meinerseits.
Was mir gut gefallen hat, wie bereits erwähnt, war das Konstrukt der Welt, die Hagen Thiele geschaffen hat, und vor allem die Verbindung von dieser mit der unseren. Zudem finde ich das Cover wirklich gelungen, obwohl ich für gewöhnlich eher ein Fan von farbenfrohen Versionen bin – hier passt die Gestaltung aber schlichtweg wie die Faust aufs Auge.

Veröffentlicht am 04.06.2019

Ein Muss für jeden Fan!

Stranger Things: Suspicious Minds - DIE OFFIZIELLE DEUTSCHE AUSGABE – ein NETFLIX-Original
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„Stranger Things“ ist eine meiner absoluten Lieblingsserien. Als Netflix beschlossen hat, die Vorgeschichte rund um das Hawkins Labor und um Elfis Mutter zu verschriftlichen, war ich sofort hin und weg! ...

„Stranger Things“ ist eine meiner absoluten Lieblingsserien. Als Netflix beschlossen hat, die Vorgeschichte rund um das Hawkins Labor und um Elfis Mutter zu verschriftlichen, war ich sofort hin und weg! Zumal gefühlt alles, was Netflix anfasst, zu Gold wird. Richtig? Na. Nicht ganz. Zumindest nicht abseits von flackernden Bildschirmen.
Vielleicht habe ich etwas zu viel erwartet. Kennt ihr es, wenn man schon vor dem eigentlichen Start gehyped ist und die Realität deshalb nicht an die Vorstellung heranreichen kann? Bei „Suspicious Minds“ erging es mir so. Das Buch war definitiv nicht schlecht. Gwenda Bond weist einen soliden Schreibstil auf, der es schafft, Szenen in Worte zu fassen, für die es sonst selten Beschreibungen gibt. Obwohl ich glaube, dass die Serie dabei geholfen hat. Immerhin kann man sich als Leser bereits denken, welche Bilder erzeugt werden sollen, weil man sie ähnlich schon in den Staffeln beobachten durfte.
Die Geschichte ist durchdacht und ausgereift. Manches ging mir zu schnell, sodass ich mich gefragt habe, ob ein normaler Mensch tatsächlich entsprechend reagieren würde. Andererseits bietet das Buch auch kein Platz für „normale“ Protagonisten.
Die Ausarbeitung von Dr. Brenner und Terry Ives hat mir sehr gut gefallen. Man hat einen tieferen Einblick in die Charaktere bekommen, der mit dem Bild, das man sich in der Serie gemacht hat, zum Glück harmonierte.
In meinen Augen ist das Buch der interessante Auftakt einer Reihe, von der ich noch nicht weiß, wo sie hinführt. Worum wird es in den nächsten Bänden gehen? Das Ende (für mich übrigens der stärkste Part) hält für mein nichts wissendes Blickfeld nur wenige Möglichkeiten offen, die nicht auf Kollisionskurs mit der Serie gehen würden. Gerne lasse ich mich aber überraschen! Gemäß dieser Worte werde ich die Reihe definitiv weiterverfolgen. Vielleicht war das Buch nicht so herausragend, wie ich es mir erhofft habe, und ist auch nur etwas für Anhänger der Serie, nichts für Quereinsteiger, aber das ist in Ordnung. Mir selbst vor Augen führend, dass dieses Buch kein eigenständiges Projekt sein soll, sondern eine Vorgeschichte zur Serie, vergebe ich gerne 4 Sterne.

Veröffentlicht am 04.06.2019

Locker, leicht, gelungen

Fegoria
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Eine Wanderung entpuppt sich für Alice Fields zu einer Reise in eine andere Welt. Eine Welt, wie wir sie aus Märchen und Legenden kennen.. Eine Welt, gefährlich und wunderschön. Als ob Alice nicht bereits ...

Eine Wanderung entpuppt sich für Alice Fields zu einer Reise in eine andere Welt. Eine Welt, wie wir sie aus Märchen und Legenden kennen.. Eine Welt, gefährlich und wunderschön. Als ob Alice nicht bereits damit zu kämpfen hätte, begegnet sie auch noch Crispin, der ihr Leben zusätzlich auf den Kopf stellt.
Ehrlich gesagt bin ich kein großer Freund von dem Cover Mir gefällt die Unnatürlichkeit der roten Haare nicht und wenn ich nun nach dem Lesen auf die anderen Aspekte achte, hätte ich mir auch ein anderes Kleid gewünscht. Das ist aber ja nur zweitrangig.
Der Schreibstil von Annika Kastner ist umgangssprachlich, lädt zum leichten Lesen ein. Ich mochte die Länge der Kapitel, die schöne Pausen ermöglichten. Die Welt, in die uns die Autorin entführt, gleicht einem modernen, aber auch klassischen Märchenland. Der Gegensatz zu unserer Realität, mit dem Alice kämpft, hat mir gut gefallen. Was für mich zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat, war ihre Sehnsucht nach zuhause. Mir erschien es unrealistisch, wie schnell sie den Verlust ihrer Freunde und ihrer Familie verdaut.
Das Buch fokussiert sich auf das Rätsel um Alice' Herkunft, den drohenden Krieg und das Verhältnis zu dem Thronprinzen Crispin. Besonders in den letzten beiden Punkten sehe ich die Stärke der Geschichte. Ich muss zugeben, dass mich das Buch nie sonderlich überrascht oder aus den Socken gehauen hat, was die Handlung anging, doch stattdessen fühlte es sich wie ein Urlaub vom Alltag an. Es war (ent-)spannend und nicht nur einmal wünscht man sich, trotz sämtlicher Gefahren mit der Protagonistin den Platz tauschen zu können. Bei so einem Mann in ihrer Nähe? Puh, kein Wunder!
Ich kann das Buch empfehlen, wenn man sich als Leser gerne fallen und berieseln lassen möchte, ohne gelangweilt zu sein aber auch ohne unter andauerndem Strom zu stehen. Wer sich außerdem nach einem weiteren männlichen Buchcharakter zum Anhimmeln sehnt, wird hier definitiv fündig.

Veröffentlicht am 04.06.2019

Ein wirklich gelungener Auftakt!

Chronika
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Der Tod ihrer besten Freundin entfesselt in der Naturmagierin Helena eine Macht, die nicht nur gefürchtet wird, sondern längst ausgestorben sein sollte. Man verbannt sie, um die vermeintliche Gefahr einzudämmen. ...

Der Tod ihrer besten Freundin entfesselt in der Naturmagierin Helena eine Macht, die nicht nur gefürchtet wird, sondern längst ausgestorben sein sollte. Man verbannt sie, um die vermeintliche Gefahr einzudämmen. Helena arrangiert sich mehr oder minder mit ihrem Schicksal und verliert sich selbst in Trauer und Einsamkeit, bis eines Tages ihre Geschwister spurlos verschwinden. Die Sorge, auch noch die letzten Menschen zu verlieren, die ihr geblieben sind, katapultiert Helena aus ihrer mehrjährigen Starre – direkt zwischen die verhärteten Fronten mehrerer Völker.

Kennt ihr das Gefühl, wenn man ein Buch beginnt und schon nach den ersten Seiten weiß, dass etwas Großes auf einen wartet? So erging es mir bei Chronika. Man merkt von Anfang an, wie viel Arbeit in diesem Werk steckt. Wie viele Stunden der Ausarbeitung. Die komplexe Geschichte und die vielschichtigen Charakteren bringen den Leser zum Staunen und ziehen ihn mit Leichtigkeit in einen Bann, der auch etwas Magisches an sich hat. Wenn ich es mal umgangssprachlich formuliere, steht in meinen Notizen: „Krass durchdacht!!!“ Ein Eindruck, der sich bis zum Ende nur vertieft hat, werden wir Leser doch immer wieder von neuen Wendungen überrascht. Die gut ausgearbeiteten Entwicklungen der Charaktere haben mich mitfühlen lassen und dafür gesorgt, dass ich mir handfeste Meinungen zu jeder einzelnen Person bilden konnte – natürlich nicht nur positive, aber das war wohl auch der Plan. Es kommt einem im Nachhinein vor, als hätte man Helena viel länger begleitet, als 440 Seiten. Man erlebt doch so viel! Allerdings noch immer nicht genug, weshalb ich mich unglaublich auf den zweiten Teil freue.
Ich würde dem Buch gerne 5 Sterne geben, aber einen halben muss ich dann doch abziehen. Ich hätte mir etwas mehr Romantik gewünscht. Zwischendurch hätte ich die Herren der Schöpfung wirklich aus dem nächsten Fenster kicken können! Das war nicht mehr dieses typische Bad-Boy-Spiel. Das war... ARGH! Außerdem fehlten mir am Anfang des Buchs zu lang einige Antworten, dadurch wurde die Begeisterung gehemmt, die in der zweiten Hälfte der Geschichte dann aber umso stärker aufflammte.