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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.08.2021

Willkommen zurück in Willow Creek!

A History of Us − Erst auf den zweiten Blick
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4 Sterne | Pluspunkte: Flüssiger Schreibstil; malerisches Setting; liebenswürdige Charaktere | Minuspunkte: Sehr vorhersehbar; Erzähltempo

Himmel, was habe ich mich darauf gefreut, nach Willow Creek zurückzukehren! ...

4 Sterne | Pluspunkte: Flüssiger Schreibstil; malerisches Setting; liebenswürdige Charaktere | Minuspunkte: Sehr vorhersehbar; Erzähltempo

Himmel, was habe ich mich darauf gefreut, nach Willow Creek zurückzukehren! Romance-Bücher sind ja nicht unbedingt meine besten Freunde, aber an den ersten Band dieser Reihe mit seiner süßen Kleinstadt und all den liebevollen, authentischen Charakteren habe ich regelmäßig zurückgedacht. Meine Vorfreude auf „Erst auf den zweiten Blick“ war somit hoch.

Stacey hat das Gefühl, auf der Stelle zu treten. An der Männerfront ist Flaute und ihr Job langweilt sie. Nur dem Mittelalterfestival fiebert sie jedes Jahr aufs Neue entgegen – vor allem, weil damit auch ihre Sommeraffäre wieder in die Stadt kommt. Doch als Stacey Dex nach Abschluss des Festivals eine betrunkene Nachricht schreibt, entwickelt sich eine überraschend tiefgreifendes Gespräch – und plötzlich scheint aus der Affäre weit mehr werden zu können als ursprünglich angenommen. Oder nicht?

„Erst auf den zweiten Blick“ bringt ein ähnliches Wohlfühlfeeling wie sein Vorgänger mit sich. Die authentischen, vertrauten Gesichter sowie die bekannte Kulisse haben mich ohne Probleme zwischen den Seiten verschwinden lassen. Der Schreibstil ist wunderbar liebevoll und leichtgängig, weshalb ich das Buch an einem Stück verschlungen habe. Ich konnte nicht mehr aufhören – es fühlte sich ein wenig an wie nach Hause kommen. 🥰 Was mich etwas gestört hat, war der vorhersehbare Ablauf. Der Klappentext verrät bereits den Bruch der Geschichte und der dramaturgische Aufbau des Buchs gleicht dem seines Vorgängers beinahe bis aufs Haar. So fehlten mir ein paar Überraschungen, um meine Lesefreude permanent voll hochhalten zu können.

Trotzdem: „Erst auf den zweiten Blick“ ist eine Leseempfehlung für alle, die sich mit einem Tee in der Hand und einem Lächeln auf den Lippen einkuscheln wollen, denn dazu passt dieses Buch perfekt. 💛

PS: Man kann das Buch als Standalone lesen, allerdings würde ich das nicht empfehlen, da dann ein Teil des Zaubers verloren geht.

Veröffentlicht am 18.08.2021

Lustig & leichtgängig, perfekte Abendunterhaltung!

The Witch Queen. Entfesselte Magie
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Pluspunkte: Humor, leichtgängiger Schreibstil, Protagonistin | Minuspunkte: Detailmangel, Verlust roter Faden

Ein unglücklicher Zufall sorgt dafür, dass die Hexe Enju für eine grausame Mordserie verantwortlich ...

Pluspunkte: Humor, leichtgängiger Schreibstil, Protagonistin | Minuspunkte: Detailmangel, Verlust roter Faden

Ein unglücklicher Zufall sorgt dafür, dass die Hexe Enju für eine grausame Mordserie verantwortlich gemacht wird, mit der sie eigentlich nichts zu tun hat. Um ihre Unschuld zu beweisen, ist sie dazu gezwungen, den wahren Übeltäter zu finden – und muss dafür Seite an Seite mit dem attraktiven Anführer der Beasts zusammenarbeiten.

Da ich Hexengeschichten liebe, war mir bereits mit dem Lesen des Klappentextes klar, dass ich „The Witch Queen“ dringend in meinem Regal brauche! Es hat dann auch nicht lange gedauert, bis ich zu dem Buch gegriffen habe – und es gemessen an meinem eigentlich straffen Zeitplan wahrlich verschlungen habe. Das liegt vor allem daran, dass dieses Buch schlichtweg Spaß macht. Es bringt einen zum Lachen, wirft mit amüsanten, aber glaubhaften Dialogen um sich und findet einen guten Mittelweg zwischen Humor und Spannung. Verena Bachmann hat mich an der Seite ihrer taffen und ungewöhnlichen Protagonistin in eine Welt geschickt, die viele interessante Aspekte bereithält – zu denen mir dann und wann allerdings ein paar Details fehlten. Ich hätte liebend gern noch mehr über Lapislazuli und die verschiedenen Gruppierungen erfahren, weshalb ich auch etwas traurig bin, dass es sich bei „The Witch Queen“ um einen in sich abgeschlossenen Einzelband handelt. Hier ist definitiv noch Potenzial vorhanden, weitere Bücher zu füllen.
Sowohl im Mittelteil als auch am Ende waren mir ein paar Dinge nicht ausreichend erklärt oder zu schnell abgehakt. Das hat in mir vereinzelt den Gedanken geweckt, dass ein wenig der rote Faden verloren gegangen wäre. Aber ehrlich gesagt tünchte der herrschende Sarkasmus darüber leicht hinweg. Wer eine actiongeladene, witzige Romantasy-Geschichte sucht, kann hier definitiv fündig werden und sich einige tolle Lese-/Hörstunden sichern! Kleiner Disclaimer allerdings: Das Buch hat nicht ohne Grund eine Altersempfehlung ab 16 Jahren, da es doch ein paar explizitere Szenen enthält.

Veröffentlicht am 03.08.2021

Man nehme Magie und ein wenig Piraten-Feeling...

Fluch der sieben Seelen
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4 Sterne | Pluspunkte: Piraten-Atmosphäre, Magiesystem | Minuspunkte: Zwischenzeitlicher Verlust des roten Fadens

Amora hat ihr Leben lang daraufhin gearbeitet, den Platz ihres Vaters als Oberhaupt des ...

4 Sterne | Pluspunkte: Piraten-Atmosphäre, Magiesystem | Minuspunkte: Zwischenzeitlicher Verlust des roten Fadens

Amora hat ihr Leben lang daraufhin gearbeitet, den Platz ihres Vaters als Oberhaupt des Inselkönigreichs Visida zu übernehmen. Doch während der Zeremonie, die alles entscheidet, unterläuft ihr ein schrecklicher Fehler – und fortan ist ihr Leben in Gefahr. Mit dem undurchsichtigen Piraten Bastian begibt sie sich auf die Flucht vor ihren eigenen Leuten, jedoch hat er seine ganz eigenen Bedingungen dafür, sie mitzunehmen…

Wieso gibt es eigentlich so wenig Fantasy-Bücher mit Piraten-Atmosphäre?! „Fluch der Sieben Seelen“ zeigt doch, dass es funktioniert – und vor allem, wie GUT es funktioniert. Ich habe die Zeit auf dem magischen Schiff „Keel Haul“ mit Bastian, Amora und noch einigen anderen spannenden Charakteren von Seite eins an genossen.
Adalyn Grace hat in ihrem Buch eine unheimlich interessante Welt gezaubert, deren Aufbau und Beschreibungen sich genauso sehen lassen können wie das Magiesystem. Um mich an die Seiten zu fesseln, hat schon das abenteuerliche Setting gereicht, die verschiedenen Charaktere waren dann noch das Sahnehäubchen. Kombiniert mit dem gelungenen Schreibstil hatte ich zwischendurch fast das Gefühl, den Meereswind selbst spüren und das Rauschen der Wellen hören zu können. Glaubt mir, ich hätte absolut nichts dagegen gehabt, in diesem Buch zu verschwinden.
Im Mittelteil hatte ich kurzzeitig das Gefühl, dass der rote Faden ein wenig aus den Augen verloren ging, aber selbst dann habe ich noch gern weitergelesen – denn langweilig wird es sowohl auf den verschiedenen Inseln als auch auf der „Keel Haul“ nie. Die Art des Endes hat mich auch wirklich überrascht, ich habe definitiv an anderer Stelle mit dem Cut gerechnet, bin aber nun umso gespannter auf Band 2! 🌊

Veröffentlicht am 25.07.2021

Anders, aber gut!

Young Elites 1. Die Gemeinschaft der Dolche
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„Die Gemeinschaft der Dolche“ ist durchaus etwas Besonderes. Es ist anders. Schon allein, weil Adelina keine perfekt aussehende Protagonistin ist, mit der man als Leser*in außerdem auch noch leichtfertig ...

„Die Gemeinschaft der Dolche“ ist durchaus etwas Besonderes. Es ist anders. Schon allein, weil Adelina keine perfekt aussehende Protagonistin ist, mit der man als Leser*in außerdem auch noch leichtfertig sympathisieren kann. Im Gegenteil, denn sie ist kein so guter Charakter, wie man es sonst von den meisten Protagonistinnen im Fantasy-Genre gewohnt ist. Stattdessen ist ihre gesamte Person durchzogen von Verbitterung, Einsamkeit und Hass – eine unheimlich explosive Mischung, die während des Buchs außerordentlich gut zur Geltung gebracht wurde und auch eine berichtigte Begründung in der dargestellten Vergangenheit gefunden hat. Allein für Adelina und diesen ungewohnten Blickwinkel hat es sich schon gelohnt, das Buch zu lesen – aber auch das Drumherum gefiel mir. Marie Lu hat ein interessantes Magiesystem im Rahmen eines spannenden Settings geschaffen, welches durch unerwartete Wendungen zusätzlich an Reiz gewinnt.
Allerdings gab es auch einen kleinen Nachteil: Durch die vielen „Grauzonen“-Charaktere, deren Taten nicht so einfach in Gut und Böse einzuteilen sind, fiel es mir schwer, mich voll und ganz auf die verschiedenen Personen einzulassen. Einen richtigen Sympathieträger gibt es nicht – stattdessen gibt es vor allem Wut und Angst. Zwei Aspekte, die die Geschichte unheimlich gut getragen haben, derer man sich aber vielleicht bewusst sein sollte. 4 Sternchen von mir!

Veröffentlicht am 17.07.2021

Spannung, Spannung, Spannung - aber auch viele offene Fragen!

Partem. Wie die Liebe so kalt
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4 Sterne | Pluspunkte: durchgehende Spannung, Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven | Minuspunkt: viele Fragen blieben offen

Die Mitglieder des Partems stehlen Gefühle. So auch Jael. Es ist seine ...

4 Sterne | Pluspunkte: durchgehende Spannung, Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven | Minuspunkt: viele Fragen blieben offen

Die Mitglieder des Partems stehlen Gefühle. So auch Jael. Es ist seine Pflicht, seine Aufgabe und das Einzige, was zählt – bis er auf Xenia trifft, welche seiner Gefühlslosigkeit einen Riss verpasst. Xenia selbst findet in Jael etwas, wonach sie sich schon lange sehnt: Stille. Denn normalerweise hört sie Geräusche, sobald sie jemanden berührt. Ein Zusammentreffen, das tödliche Gefahr zur Folge hat.

Ich war zunächst überrascht darüber, dass „Partem – Wie die Liebe so kalt“ aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird – und dann umso beeindruckter, weil es unheimlich gekonnt gemacht wird! Die unterschiedlichen Sichtweisen greifen perfekt ineinander und berichten teilweise sogar von denselben Momenten, nur jeweils mit dem Schwerpunkt auf eine andere Person. So hatte ich das Gefühl, noch tiefer in der Geschichte zu versinken und mehr vom Innenleben der Protagonist:innen zu erfahren, sie besser kennenzulernen. Der Schreibstil trägt ebenfalls dazu bei – er ist flüssig und führt einen zügig durch die spannungsgeladene Geschichte, die mich mit jeder Seite neugieriger gemacht hat. Vielleicht wird man stellenweise sogar etwas zu sehr auf die Folter gespannt, denn zwischendurch waren die vielen fehlenden Antworten etwas demotivierend und verwirrend. Ich hätte mir gewünscht, dass man zumindest ein paar Antworten erhält, um zu wissen, wie man das Geschehen einzuordnen hat. So hingegen hat der Auftakt der Dilogie vor allem einen Schwerpunkt auf die Protagonist:innen gelegt und vorausgesetzt, dass man sich in das restliche Geschehen fallenlässt, ohne für den Moment viel zu hinterfragen. Wenn man das schafft, macht „Partem“ wirklich Spaß und überzeugt mit vielschichtigen Charakteren, gut entwickelten Konflikten und nachvollziehbaren Gefühlen. Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall wahnsinnig gespannt auf das Finale und hoffe, dass ich dann allerhand Antworten bekomme. 😊