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Veröffentlicht am 06.09.2018

Land im Sturm

Land im Sturm
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Ein guter Einstieg in die deutsche Geschichte beginnt mit Arnulf dem Schmied, der mit seiner überstürzter Flucht einige Hindernisse überwinden muss. Dies ist der erste Teil der Geschichte, einer der wichtigsten ...

Ein guter Einstieg in die deutsche Geschichte beginnt mit Arnulf dem Schmied, der mit seiner überstürzter Flucht einige Hindernisse überwinden muss. Dies ist der erste Teil der Geschichte, einer der wichtigsten Stationen deutscher Geschichte.
Der Roman ist gut gegliedert in 5 Teile, die jeweils in Kapitel gegliedert sind. Teil Zwei befasst sich mit den Wenden, dem Seehandel, den Kreuzzug Heinrich des Löwen, Markgraf Albrecht der Bär, die gemeinsam gegen die Wenden ziehen und spielt im Jahre 1146. Wieder gibt es Protagonisten, die einem ans Herz wachsen.
Der dritte Teil spielt 1647, kurz vor Ende des dreißigjährigen Krieges – eine Verwüstung und Schrecken gehen durch Europa. Vertriebene Menschen, die viel Leid erlebt haben, marodierende Soldaten auf der Suche nach Essen und wieder Protagonisten die sich durch diese Epoche durchkämpfen. Teil Vier handelt von Napoleon und Preußen, und spielt im Jahre 1813.
Der letzte und fünfte Teil des Romans spielt im Februar 1848. Die beiden letzten Teile sind mit den Charakteren verknüpft, was dem Roman guttut.
In allen Teilen wird das Leben der einfachen Menschen unter den Bedingungen und Wirrungen der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse beschrieben.
Historisches ist gut recherchiert und verknüpft mit den Charakteren.
Der Autor hat versucht den Protagonisten weitgehend die gleichen Namen zu geben. z.Bsp.: ist „Eberhard“ der Charakter des Intriganten, des Bösewichts. Arnulf, Gero gehören zu den Handwerkerzunft, den Schmieden.
Der Roman hat Unterhaltungswert und lässt sich flüssig lesen. Wenn man sich auf eine Geschichte mit neuen Charakteren einlässt, dann hat man einen sehr guten Lesespaß.
Einen Stammbaum, der die 1000jährige Geschichte durch die Epochen begleitet gibt es nicht. Das hat mir persönlich nicht gefallen. Deshalb hätte ich mir ein Personenregister gewünscht und Karten, die hätten die Epochen mehr veranschaulicht. So wurde der Lesefluß unterbrochen, da ich hin und wieder nachschlagen musste, wie das Deutschland vor 1000 Jahren aussah, welche Stämme und Völker wo gelebt haben. Welche Schlacht wo geführt wurde.
Rundum ein lesenswerter Roman mit wenigen Längen und guter Recherche.

  • Cover
  • Abenteuer
  • Geschichte
  • Spannungsbogen
  • Thema
Veröffentlicht am 30.06.2018

Leere Herzen und ein Buch voller Spannung und Brisanz

Leere Herzen
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1.Auflage 2017
Luchterhand Literaturverlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Deutschland in naher Zukunft, Frexit, die Besorgte-Bürger-Bewegung (BBB), Rücktritt von Frau Merkel, die Demokratie ...

1.Auflage 2017
Luchterhand Literaturverlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Deutschland in naher Zukunft, Frexit, die Besorgte-Bürger-Bewegung (BBB), Rücktritt von Frau Merkel, die Demokratie wurde abgeschafft, Politikverdrossenheit, eine Gesellschaft, die wegschaut, Menschen mit sich selbst beschäftigt, leben in den Alltag ein und aus „Ganz offensichtlich hat Knut nicht verstanden, dass Politik wie das Wetter ist: Sie findet statt, ganz egal, ob man zusieht oder nicht, und nur Idioten beschweren sich darüber.“ Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak Hamwi führen ein kleines Unternehmen namens „Die Brücke“ - was harmlos klingt, als Heilpraxis für Selbstmordprävention getarnt — doch ihr Geschäft ist der Tod. Britta und Babak bedienen eine Grauzone. So vermitteln Sie einige ihrer Patienten an diverse Gruppen, die dann die Personen einsetzen, um sie dann für Ihre „ Zwecke“ zu nutzen.
„Die Brücke ist keine terroristische Vereinigung. Planung und Durchführung der Aktionen obliegen den ausführenden Organisationen. Britta und Babak beachten die Gesetze der Vernunft, halten sich bedeckt, sorgen für digitale Hygiene, beschränken die Kontakte mit Endkunden auf ein Minimum, achten darauf, keine Verhaltensmuster zu entwickeln, die einen Profiler nervös machen könnten“
Als das lukrative Geschäft der beiden Konkurrenz bekommt, das Leben von Britta und auch auch ihrer Familie auf dem Spiel steht, müssen sie handeln.Dann kommt auch noch Jannina in die“ Brücke“. Britta steht einem unsichtbaren Feind gegenüber, alles wird sich ändern. Nach „Nullzeit“ und „Unterleuten“ habe ich von Juli Zeh diesen spannenden Politthriller gelesen, der vor allem zum Nachdenken anregt. Es gibt viele Parallelen zu der jetzigen Zeit, dem Leser fällt es kaum merklich auf, das dieser Roman im Jahr 2025 spielt. Dieses Buch hat mich gefesselt, der Stil ist gewohnt Juli Zeh, intelligent, sarkastisch, aufrüttelnd und voller Ironie. Der Titel des Buches findet sich auf vielfältige Weise im Buch. Auch die Pünktchen und Kleckse bekommen durch das Lesen eine Bedeutung während des Lesens. Mir hat das Buch so gefallen, das ich am ,liebsten wieder von vorne anfangen wollte. Ein Lesegenuß sprachlich und inhaltlich 5 Sterne. Hochaktuell und von hohem Unterhaltungswert.

Veröffentlicht am 28.06.2018

Nicht das, was ich erwartet hatte

Die Toten von Paris
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Fazit eine durchaus gute Idee mit mit Rafael Bild und die Verknüpfung mit der Zeit während der Besatzung und Kriegszeiten. Doch die Autorin hat meiner Meinung nach viel mehr aus dem Roman herausholen können. ...

Fazit eine durchaus gute Idee mit mit Rafael Bild und die Verknüpfung mit der Zeit während der Besatzung und Kriegszeiten. Doch die Autorin hat meiner Meinung nach viel mehr aus dem Roman herausholen können. Sprachlich sowie inhaltlich.
Es häuften sich Wiederholungen
...und draußen lief ein Mörder frei herum... wenige Zeilen später: ein Mörder lief frei herum, ja und?“
Die Autorin bedient sich französischer Floskeln, auch ein Mix an deutscher Umgangssprache die auf mich nicht die Wirkung hatten, wie Sie vielleicht beabsichtigte. „Hinz und Kunz“ ; geschasst, das gab es auch, ( eindeutig nicht französisch); „D’accord“, „Merde“
„Der Clochard ist abgehauen“ ...
Des weiteren haben wir hier genug französische Straßen zu lesen, die Personen, die, natürlich französisch sind- wenn nicht gerade boche, wieder so ein Wort, das abwertend für Deutsche genommen wird, taucht ständig auf.
„Jeder boche wollte gern nach Paris, früher jedenfalls. Paul war erst sechs Wochen beim ERR –dem Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg –,“
»Willkommen bei der Sûreté, Inspektor Ricolet.»Bonjour, Monsieur le commissaire.
„Sie waren in der Morgue, wie ich hörte. Was hatten Sie dort zu suchen?“
Auch wenn ich die französische Sprache lesen und sprechen kann, hat mich dieser Mix sehr verwirrt und nicht gefallen.
Eine detaillierte Vergangenheit, die der Pauline und des Inspectors Ricolet sowie den anderen Personen hätten mehr zur Spannung beigetragen, die historischen Ereignisse besser ins Geschehen gebracht und die Protagonisten glaubwürdiger erscheinen lassen.
So wirkt der Roman eher durchschnittlich auf mich, was ich schade finde, denn an dem einem oder anderem Satz habe ich durchaus Freude beim Lesen gehabt.
„Ein wirklich schöner Satz: „Ein gehäkelter Lampenschirm bewegte sich im Luftzug des geöffneten Fensters, wie ein Galgen baumelte er hin und her und warf skurrile Schatten an die weiß gestrichene Zimmerdecke.“
Dieser Satz beschreibt sehr schön, wie Ricolet seine momentane Umgebung wahrnimmt.

Das Kapitel 9 war furchtbar— die Liebes Geschichte verwässert die Szenen
davor.
Mit einer Schussverletzung haben sie Sex, die Autorin schreibt hier eine der vielen Räuberpistolen.
Oft überschlugen sich die Ereignisse derart, wurden zu schnell aufgelöst, das zur abflachenden Spannung beitrug.

Leseempfehlung kann ich denjenigen geben, die eine, als getarnten Krimi, Schmonzette lesen möchten mit Unterhaltungswert ohne tiefgreifende Erwartungen an Charaktere und Handlung zu haben.
2,5 Sterne für diesen Roman.Der Roman kommt dem Klappentext nicht nach.Schade.

  • Cover
  • Spannung
  • Figuren
  • Geschichte
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 27.05.2018

Am Fuße der Weltenesche weben die drei Spinnerinnen Uthreds Schicksal

Die Herren des Nordens
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Band 3 Der Uhtred- Saga

Uhtred hat in der Schlacht von Ethandun das letzte englische Königreich gerettet. Ohne ihn wäre Alfred jetzt nicht König von Wessex. Er wurde von Alfred mit wenig Land belohnt ...

Band 3 Der Uhtred- Saga

Uhtred hat in der Schlacht von Ethandun das letzte englische Königreich gerettet. Ohne ihn wäre Alfred jetzt nicht König von Wessex. Er wurde von Alfred mit wenig Land belohnt – Fifhanden -Fünf Felder. Er kehrt zurück in seine vom Krieg erschütterte Heimat.

Dort tritt er ein in den Dienst König Guthreds von Northumbrien, den er selbst aus dänischer Sklaverei befreit hat. Doch dieser hat andere Pläne, um sich die Macht zu sichern. Uthred wird verraten und verschleppt, fern von der englischen Heimat muss er überleben, um Gisela, Guthreds Schwester wieder zu sehen, und sich an Kjartan, genannt den Grausamen, zu rächen. Kjartan hat einst Ragnars Familie getötet, Uthred wurde von Ragnar aufgezogen, wie ein Sohn, er ist ihm verpflichtet. Ragnar ist jedoch die Geisel von Alfred. Uthreds Ziel Wieder Herr von Bebbanburg (heute Bamburgh Castle) zu werden rückt in weite Ferne.

Wieder ist es Cornwell gelungen, die Figur des Kriegers Uthred mit der englischen Geschichte und der dänischen Invasion zu verknüpfen. Die christlichen Mönche haben immer mehr Einfluss auf die Herrscher und auch auf die Dänen. Es kommt immer wieder zu Spannungen und gegenseitiger Verachtung zwischen Heiden und Christen, die durch einige Mönche erst geschürt werden.

Spannend auf hohem Niveau, guter Recherche, vielen Schlachten und Kämpfen gewinnt der Roman an Fahrt, bis fast zum Schluss. Leider ist das Kapitel 8 und 9 sehr langgezogen, das dem Roman in den entscheidenden Moment die Spannung nimmt. Ich hatte mich zeitweilig wirklich gefragt, warum die Belagerung ins kleinste Detail beschrieben werden mochte.

Gefallen hat mir nicht, wie die Stelle, als die Hunde von Kjartan plötzlich andere Wege gingen, dies wurde schon zuvor angedeutet, dass es nicht überraschend war, beschrieben wird. Ich fand das sehr unglaubwürdig. Für dieses Ende ziehe ich 1 Stern ab. Ansonsten hat der Roman mich gut unterhalten.

Veröffentlicht am 09.06.2017

Ein Haus im Wandel der Zeit- Band 1

Ein Haus in Berlin - 1890 - Luise, Hinterhof Nord
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Waltraut Lewin, Schriftstellerin, Regisseurin und Dramaturgin, hinterlässt mehr als 70 Bücher, darunter Jugendbücher, Hörspiele und Publikationen. Sie verstarb erst Ende Mai diesen Jahres.
Vorweg: Ich ...

Waltraut Lewin, Schriftstellerin, Regisseurin und Dramaturgin, hinterlässt mehr als 70 Bücher, darunter Jugendbücher, Hörspiele und Publikationen. Sie verstarb erst Ende Mai diesen Jahres.
Vorweg: Ich konnte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Berlin 1890, geprägt von sozialen Konflikten, den aufkeimenden deutschen Antisemitismus, und die Folgen der Weltwirtschaftskrise steht die junge, kluge und ehrgeizige Luise Sander im Mittelpunkt des Buches. Sie bewohnt mit ihrer Familie den Hinterhof. Der Vater ein Säufer und Taugenichts, Seine Frau Anna, eine Wäscherin und Quartalssäuferin, die Kinder Luise, die ältere, Agnes, Lina und Hedwig - der Vater nennt sie Pissnelken! Nur seine Luise, die er" Luis das feine Kerlchen" nennt, bekommt niemals Schläge, darf die Schule besuchen und nimmt sogar Tanzstunden. Ihr Tanzpartner Bertram, Sohn der Glückmanns, aus der Beletage des Vorderhauses.Getaufte Juden, Vater Unternehmer, Börsenspekulant und leider auch ein Spieler.. Sie geben Soiree, jedoch ist die Familie gesellschaftlich nicht gleichgestellt mit den anderen. Denn Bertrams Vater hat unter Stand geheiratet. Das soll seiner Tochter Bernadette und Bertram nicht passieren. Doch Bertram und Luise lieben sich, treffen sich heimlich. Luise möchte dem Dasein im Hinterhof entkommen, sie verdient sich Geld dazu. Als Bertram davon erfährt, wird es für die beiden schwierig. Luise, eine starke Persönlichkeit mit klaren Zielen, Bertram, der sich sehr zu ihr hingezogen fühlt, aber weiß, das es in der derzeitigen Situation unmöglich ist zusammenzukommen. Doch Luise gibt nicht auf an eine andere Zukunft zu glauben. Der Roman erzählt uns anhand der Protagonisten und ihrer gesellschaftlichen Herkunft eine Liebesgeschichte die geprägt ist von sozialen Veränderungen, Industrialisierung! Börsenspekulationen und dem aufstrebenden Bürgertum. Was mich fasziniert hat, sind die Dialoge zwischen den stark geprägten Dialekt der Arbeiterklasse - hier am Beispiel das Berlinerische. "Und ick bin zwar ’n armet Luder und schinder wie ’ne Kaputte, aber ick bin ’ne anständije Frau. Und eh ick zulasse, dass meine älteste Tochter den Hurensohn heiratet, da jag ick se aus ’m Haus." Der Roman liest sich flüssig, ohne Schnörkel und realistisch. Die Charaktere sind authentisch und fügen sich mit dem politischem und wirtschaftlichen Bild des zu Ende gehenden 19 Jahrhundert ein. Nicht kitschig, nicht klischeehaft, bildlich hatte ich Zeichnungen von Zille vor mir, so gut verstand es die Schriftstellerin das Berlin der Jahrhundertwende in Szene zu setzen. Die Idee die 3 Bände mit einem Haus zu verknüpfen finde ich sehr gelungen. Dies war der erste Teil einer Trilogie" Ein Haus in Berlin" 1890 - Luise, Hinterhof Nord, im Wandel der Zeit. Band 2 handelt im Jahr 1935 und Band 3 " Paulas Katze "1989 " Mauersegler". Klare Leseempfehlung.