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Veröffentlicht am 30.08.2019

Heiße Luft

Washington Black
1

INHALT
Washington Black wird als Sklave auf einer Zuckerplantage auf Barbados geboren. Tag ein und Tag aus muss er auf dieser arbeiten. Sein Alltag besteht aus Arbeit, schweiß und viel Leid. Misshandlungen ...

INHALT
Washington Black wird als Sklave auf einer Zuckerplantage auf Barbados geboren. Tag ein und Tag aus muss er auf dieser arbeiten. Sein Alltag besteht aus Arbeit, schweiß und viel Leid. Misshandlungen und Hinrichtungen sieht er jeden Tag. Sein einziger Trost ist die Fürsorge einer anderen Sklavin: Big Kit. Sie ist soetwas wie eine Mutter für ihn. Als der Plantagen Besitzer stirbt geht die Zuckerfarm an seinen Neffen weiter - ein noch grausamer Mann, der Sklaven für minderwertiger als Insekten hält. Mit ihm zieht auch sein Bruder Christopher, genannt Titch, auf die Plantage. Er ist das genaue Gegenteil seines Bruders. Er ist ein Mann der Wissenschaft und arbeitet heimlich gegen das System der Sklaverei. Für seine neueste Erfindung sucht Titch noch einen Helfer und dabei fällt seine Wahl auf den jungen Washington, dessen Leben fortan nicht mehr dasselbe sein wird. Titch erzieht Wash zu einem kleinen Wissenschaftler, bringt ihm das schreiben, lesen und zeichnen bei. Nach einigen dramatischen Ereignissen fliehen die beiden von der Zuckerrohrplantage. Damit wird Washington zum Ziel des hasses von Titch's Bruder. Dieser fühlt sich zu tiefst gedemütigt und ordnet an das man ihm Washington zurück bringt - tot oder lebendig.


MEINE MEINUNG
Mich hat das Cover und der Titel extrem neugierig auf die Geschichte gemacht. Auch der Klappentext klang sehr spannend - wie eine Mischung zwischen 'In 80 Tagen um die Welt' und 'Der Butler' - letzteres handelt ja auch um die wahre Geschichte eines Sklaven einer Baumwollplantage. Ich war echt gespannt welche Abenteuer mich erwarten würde und war auch gleichzeitig auf bedrückende, traurige Eindrücke der Sklaverei vorbereitet.



Leider wurde ich sehr enttäuscht. Die Handlung entwickelt sich nur sehr sehr langsam. Alles wird ganz genau beschrieben, jedes Wort aufs Papier verbannt. Das Buch hat mit seinen 509 Seiten nur eine Zeitspanne von 5 Jahren. Der Schreibstil ist teilweise sehr langwierig, es kommt überhaupt keine Spannung auf. Egal welche Ereignisse sich entwickeln, egal wie dramatisch sie eigentlich sein müssten - man hat nicht das Bedürfniss weiter zu lesen. Einen durchgehenden oder steigenden Spannungsbogen sucht man im Buch vergeblich. Es plätschert alles mehr oder weniger vor sich hin.



Zu den Charakteren konnte ich keine Symphatie aufbauen. Titch war für mich ein etwas verwirrter aber sonst recht emotionsloser Wissenschaftler, der sein Leben einfach so dahin lebt. Ich habe keine Lebensmotivation gespürt, keine Emotionen. Ich konnte oft nicht nachvollziehen warum er etwas tut und etwas nicht tut. Es fehlten mir die Beweggründe.



Ebenso Washington Black - es gab für mich keine Entwicklung bei ihm. Er wächst als Sklave auf und bekommt die Freiheit geschenkt. Aber er macht nichts draus. Man merkt in seinem späteren Leben nicht das er auf so gut wie alles verzichten musste. Es müssen Dinge gegeben haben die er nicht kannte, die er noch nie getan hat. Das alles hätte unglaublich viele Emotionen auslösen müssen, aber für mich blieb Washington Black immer sehr passiv, sehr grau.



Auch die Handlung ist ganz anders als erwartet. Der Wolkenkutter wird am Anfang zusammengebaut und Titch und Wash fliehen mit ihm. Das war es dann aber auch schon. Mehr Erwähnung bekommt er nicht. Dem Klappentext und Cover nach zu urteilen, hätte ich erwartet das es im ganzen Buch mit dem Kutter weitergeht. Generell wird vieles aufgegriffen und irgendwann dann nicht mehr erwähnt. Viele Worte werden verwendet um zu zeigen wie Washington malt, das er ein Talent dafür hat. Und irgendwann kommt es einfach nicht mehr vor. Unvollständig endet das Buch auch. Für mich gefühlt mitten in der Geschichte. Kurz zuvor erfahren wir noch das Wash etwas bestimmtes ändern will und auf einmal ist die Geschichte aus. Als ob die Zeit nicht mehr gereicht hätte ein zufriedenes oder auch nur halbwegs logisches offenes Ende zu schreiben.



Das Buch soll das bestreben nach der Suche nach Freiheit und was sie bedeutet aufgreifen. Davon habe ich nichts bemerkt. Ich habe über einen jungen gelesen der vollkommen auf den Mann fixiert ist der ihm die Freiheit mehr oder minder freiwillig geschenkt hat. Er macht nicht wirklich etwas aus diesem Leben. Er ist nur auf Titch fixiert. Was er macht, was ihn glücklich machen würde, wo er ist. Die versprochene Weltreise ist eher eine Flucht vor der Plantage und später eine Suche nach Titch. Sie hat nichts damit zu tun das ein Sklavenjunge die Freiheit und die Welt entdeckt.



Generell wird die Thematik Sklavenhandel sehr wenig aufgegriffen. Wir befinden uns zwar zu Anfang auf der Plantage und hier und da wird eine gräuel Tat beschrieben, aber ein richtiges hineinfühlen ist es nicht. Es gibt keinen bemerkbaren Unterschied zwischen der Zeit als Sklave und der eines entlaufenden Sklaven. Die Veränderung des Sklavenhandelendes die im Buch kurz erwähnt wird, bekommen wir nicht wirklich zu spüren.


FAZIT
Vielleicht bin ich eher der Typ Buchleser der gerne Pageturner hat. Pures Adrenalin, Geheimnisse, Intrigen. Vielleicht fehlt es mir deshalb an Spannung in diesem Buch. Trotzdem empfand ich das Buch als sehr langwierig und auch langweilig. Ich habe sehr lange zum durchlesen gebraucht und musste mir sehr oft dazu zwingen es weiter zu lesen. Die Geschichte hat mich nicht bereichert, hinterlässt keine Anregung zum Nachdenken. Für mich leider ein Flop den ich nicht weiter empfehlen kann.

Veröffentlicht am 26.10.2018

Verschwendetes Potential

Das falsche Kind
0

Der Klappentext und die Leseprobe klangen für mich sehr vielversprechend und nach einem spannenden Psychothriller, leider wurde ich hierbei bitter enttäuscht. Das ganze Buch liest sich extrem willkürlich ...

Der Klappentext und die Leseprobe klangen für mich sehr vielversprechend und nach einem spannenden Psychothriller, leider wurde ich hierbei bitter enttäuscht. Das ganze Buch liest sich extrem willkürlich und ist sehr verwirrend, aber auf keine positive Weise. Es gibt keinen wirklichen roten Faden, viele wichtigen Geschehnisse passieren durch reinen Zufall oder haben einfach keine logische Erklärung, sondern wirken mit Absicht platziert - es fließt einfach nicht. Es machen 3/4 des Buches einfach keinen Sinn und auch das Ende ist für mich sehr abstrakt gewesen und nicht sehr schlüssig oder glaubhaft.



Die Charaktere sind etwas lieblos und sehr schwammig beschrieben. Die Autorin hat wohl krampfhaft versucht alle düster erscheinen zu lassen, wohl darum bemüht das man als Leser jeden verdächtigt. Das macht im Endeffekt aber wieder alles keinen Sinn und man kann einfach keinen Bezug aufbauen, auch passen dann oft die Verhalten einfach nicht zu den Aktionen und auch nicht zum Buch Ende. Auch gibt es Charaktere im Buch die absolut unnötig für die Handlung gewesen sind und die getrost hätten weggelassen werden können.



Sehr viel mehr kann ich auch gar nicht über das Buch und seine Handlung schreiben. Es war seltsam, verwirrend und wirkte einfach sehr destrukturiert und erzwungen.



Das wohl einzig wirklich postive an dem Buch ist das man durch die Perspektivenwechsel zwischen Sascha und Mark oft sieht was für Missverständnisse entstehen wenn es in der Partnerschaft an kommunikation fehlt und wie unterschiedlich die Wahrnehmung von zwei Menschen sein können. Das hätte man noch viel breiter und intensiver ausführen können.





FAZIT
Das Thema hätte echt viel Potential gehabt, dies wurde aber leider so gar nicht ausgenutzt und wirkte auf mich einfach sehr krampfhaft und nicht durchdacht. Es war kein erkennbarer Schreibfluss zu sehen und weckte auch rein gar keine Emotionen bei mir. Ich war eigentlich die ganze Zeit nur verwirrt und bin sehr froh das es nun ein Ende hat. Sehr schade.

  • Cover
  • Handlung
  • Psychologie
  • Spannung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2018

Für mich leider sehr enttäuschend

Die erstaunliche Familie Telemachus
3

Ich muss sagen das ich schon lange kein Buch mehr gelesen habe das mir nicht so sehr gefallen hat. Leider ist dies so ein Buch. Von dem Klappentext hatte ich mir eine lustige Coming of Age Geschichte vorgestellt. ...

Ich muss sagen das ich schon lange kein Buch mehr gelesen habe das mir nicht so sehr gefallen hat. Leider ist dies so ein Buch. Von dem Klappentext hatte ich mir eine lustige Coming of Age Geschichte vorgestellt. Ich hatte gedacht das es hauptsächlich um Matty geht und darüber herrauszufinden ob seine Familie auch besondere Talente hat.

Im Endeffekt war es dann so das von Anfang an klar war das jeder in der Familie ein solches Talent hat. Es war also kein Geheimnis. Matty hat in dem Roman nur eine kleine Rolle. Er kommt nicht wirklich oft dran. Der Roman wird aus den verschiedenen Perspektiven der Familienmitglieder erzählt. Diese handeln von Geschehnisse aus der Vergangenheit sowie auch aus der Gegenwart.
Im Mittelpunkt steht dann plötzlich eine Mafia Geschichte. Es geht um Tricksereien, um eine Zusammenarbeit bei der Regierung gegen Kriegsangriffe und um Mafiageschäfte. Also das komplette Gegenteil von dem was man sich unter dem Klappentext vorstellt.

Ich bin leider gar nicht in die Geschichte rein gekommen. Ich hab den ganzen Zusammenhang nicht wirklich verstanden. Mir war es auch zu flach geschrieben, es hat mich nicht berührt. Für mich war es weder tragisch, noch komisch oder spannend oder sonst etwas. Ich möchte von einem Buch in den Bann gerissen werden. Ich möchte unbedingt weiter lesen um herraus zu finden was passiert und das war hier leider überhaupt nicht der Fall. Es hat auf mich keinen Sog ausgeübt.

Auch mit den Charakteren kam ich nicht wirklich zurecht. Familienoberhaupt Teddy war mich ein arroganter Trickser, der sich für den größten Held hält. Frankie sticht mit seinem ständigem depressiven Verhalten hervor und seine Meckerei. Irene war für mich mit ihrer passiven Art sehr unsymphatisch. Der Umschwung zur verliebten Frau mit unsicherheiten war für mich unpassend.
Matty war da eher neutral. Er kam mir nett vor, aber man hatte keine Möglichkeiten ihn wirklich kennen zu lernen.
Einzig Buddy war mir etwas symphatischer. Er klang nett und erschien sehr verletzlich, kümmerte sich aber auf seiner eigenen Weise um die Familie. Trotzdem hatte ich eher immer einen 10 Jährigen vor Augen und nicht einen Ende 20igen.

Warum der deutsche Klappentext so verändert wurde verstehe ich nicht ganz. Im Englischen Klappentext erfährt man sofort das die Familie Talente besitzt und für die Regierung arbeitet und dann mit der Mafia Probleme gibt. Da kann man sich eher etwas drunter vorstellen.

Leider war dieses Buch überhaupt nicht mein Fall. Ich konnte mich nicht in die Geschichte fallen lassen. Sie hat mich nicht gefessellt. Ich habe die Zusammenhänge nicht wirklich verstanden und konnte für die Protagonisten keine wirkliche Symphatie aufbringen.

  • Cover
  • Charaktere
  • Geschichte
  • Humor
  • Fantasie
Veröffentlicht am 24.06.2019

Mein Flop des Jahres

Flug und Angst
0

INHALT
Stephen King gilt als der Meister im Erschrecken und Angst machen. Niemand bringt uns heute so sehr zum fürchten als er. Daher scheint es recht banal das genau dieser Autor sich vor nichts mehr ...

INHALT
Stephen King gilt als der Meister im Erschrecken und Angst machen. Niemand bringt uns heute so sehr zum fürchten als er. Daher scheint es recht banal das genau dieser Autor sich vor nichts mehr fürchtet als vor dem Fliegen. Warum diese Angst berechtigt ist möchte er mit diesem Buch in Form von kleineren Geschichten erzählen.


MEINE MEINUNG
Dies war wieder ein Buch das auf der LBM19 vorgestellt wurde und auf das ich mich extrem gefreut habe. Jedoch wurde ich auch hier sehr enttäuscht.



Ich war der Annahme das es sich hierbei um ein Buch von Stephen King selbst handelt, beziehungsweise in Zusammenarbeit mit Bev Vincent. Ich hatte mich schon sehr auf die Geschichten aus der Hand des Gruselmeisters gefreut bei denen es ja um das Fliegen gehen sollte. Beim Blick ins Buch merkte ich dann aber: Stephen King hat nur eine einzige Kurzgeschichte selber geschrieben, alle anderen Geschichten sind von anderen Autoren. Wiedereinmal wurde ein Buch nur mit einem großen Namen vermarktet. Aber wenn man Stephen King auf dem Cover liest, möchte man ja auch Stephen King erhalten, oder?



Nun gut, die erste Geschichte war dann auch gar nicht schlecht. Sie war gut geschrieben und durchaus auch sehr gruselig. Das Thema war sehr bedrückend und ist wahrscheinlich auch noch sehr aktuell.



Ab da ging es dann rapide bergab. Die Restlichen Geschichten waren zumeist von Autoren aus vergangener zeit, als man noch nicht viel über das Fliegen wusste und man sich die absurdesten Dinge vorstellte die einem in der Luft begeneten. Nicht nur war mir dort der Schreibstil einfach viel zu altmodisch, ich bin zudem auch kein Fan von Science Fiction. Fantasy - ja, unbedingt! Aber gruselige Aliens die auf dem Flügel eines Flugzeuges stehen? Das muss nicht sein.



So ging es dann auch weiter und auch die Geschichte vom Meister selbst konnte mich nicht überzeugen. Der Schreibstil war zwar wieder sehr gut, sehr locker und in einem spannenden Tempo gehalten, die Thematik allerdings genauso absurd wie im Rest des Buches. Angst? Fehlanzeige.



Ich finde auch die Übersetzung des Titels nicht gut gelungen. Im Englischen lautet der Titel 'Fight or Flight' - hierbei bedeutet Flight aber nicht FLUG, sondern Flucht. Es ist ein Name den man dem Adrenalin Hormon zuspricht - denn bei Angst laufen wir entweder weg oder wir kämpfen. Im Falle des Buches werde ich lieber die Flucht ergreifen - leider.


FAZIT
Ein Buch das nur mit einem großen Namen wirbt um die Verkaufszahlen zu erhöhen. Meiner Meinung nach ein nicht lesenswertes Buch, ausser vielleicht man mag den altmodischen Schreibstil oder ist Fan von SciFi Geschichten.