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Franci

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Veröffentlicht am 28.08.2020

Twitter & ein Song, der alles verändert...

Das war die schönste Zeit
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Der Originaltitel, des am 27. Juli im Goldmann Verlag erschienen Romans von Jane Sanderson, lautet "Mix Tape" - Warum?
Das solltet ihr unbedingt herausfinden!

Twitter & ein Song, der alles verändert...

Jane ...

Der Originaltitel, des am 27. Juli im Goldmann Verlag erschienen Romans von Jane Sanderson, lautet "Mix Tape" - Warum?
Das solltet ihr unbedingt herausfinden!

Twitter & ein Song, der alles verändert...

Jane Sanderson sog mich mit ihrem einnehmenden, authentischen Schreibstil in eine beeindruckende Liebesgeschichte.
Eine halbe Weltreise trennt Alison & Dan.
Über dreißig Jahre, in denen es keine Verbindung zwischen der Bestsellerautorin & dem Musikjournalisten gab.
Doch der Zufall, Twitter & ein Song beleben all die verdrängten, sorgsam weggeschlossenen Erinnerungen an eine einmalige, unvergessene Jugendliebe...
entflammen lebhaft Sehnsüchte & reißen Wunden auf, die sich nie ganz verschließen konnten.
Aber gibt es wirklich eine zweite Chance für die erste Liebe, die auf verheerende Weise ein Ende fand?

Im ersten Teil wird diese umwerfende Geschichte aus der gegenwärtigen Sicht von Alison & Dan erzählt, von einschneidenden Rückblicken in das Jahr 1979 unterbrochen. Dan hat das plötzliche Verschwinden von Alison nie überwunden, hörte nie auf sich zu fragen "Warum?" ; schleichend geben Alisons Rückblicke zumindest dem Leser, stückchenweise eine Ahnung & letztendlich eine erschütternde Antwort. Doch bis Dan endlich den wahren Grund erfährt vergehen Jahrzehnte & eine Menge ausdrucksstarke Songs...

Ich mochte beide Protagonisten augenblicklich: sie waren real, beide waren intelligent, lebten ein gutsituiertes Leben inmitten ihrer Familien & legten doch keinen Wert auf Prunk & Protz. Im Gegensatz zu ihren Partnern: weder der steife Ehemann von Alison noch Dans hysterische Freundin konnte ich mir an den Seiten dieser beiden wunderbaren Menschen vorstellen. Trotz, dass es sich vordergründig nicht um eine klischeehafte Teenie-Lovestory handelt, empfand ich beide als unglaublich "junggeblieben". Aber es gab noch mehr präsente Charaktere, die allesamt greifbar, realistisch & jeder auf seine Weise besonders war. Ja, auf den 512 Seiten begegnet dem Leser unter anderem ein exzentrisches homosexuelles Pärchen & ein buntes Paar, dass auf dem Kanal stoned Rauchwolken gen Himmel bläst. Selbst die besten Freunde, Kinder & Familienangehörige: in meinen Augen dürfte keiner von ihnen & ihren eigenen Geschichten fehlen. Dieser Roman lebt von kleinen Verstrickungen abseits des Hauptgeschehens: Vergewaltigung, Alkoholismus, Abtreibung & Homosexualität wurden stimmig neben Armut, Pflichtgefühl & einer intensiven Begeisterung für Musik integriert.
Neben den Charakteren schaffte es Jane, all die verschiedenen Handlungsorte bildlich einzufangen; egal bei wem, wann & wo ich mich grade befand, die passende Atmosphäre umnebelte mich. Sämtliche Szenen konnte ich mir vor Augen führen, konnte mich hineinversetzen & die Gedanken, Entscheidungen, Reaktionen nachvollziehen. "Das war die schönste Zeit" glänzt vor Details, kleinen Feinheiten & strotzt vor Gefühl. Mehrfach wurde meine Sicht verschleiert, als ich über den Schmerz & diese eindringliche Liebe, voller Poesie, las. Emotionen, ob Enttäuschung, Wut, Eifersucht oder tief gehende Sehnsucht, waren authentisch, manchmal triefend vor Sarkasmus oder Humor, manchmal zerreißend geschildert. Nichts in diesem musikalischen Roman wirkte übertrieben oder aufgesetzt.
Jane Sanderson fing mich von der ersten Seite an ein & gewann mein Lächeln am Ende, die Autorin überraschte, berührte & entsetzte mich.
Ein Liebesroman, der mich mitleiden, lächeln & schwer schlucken ließ, zum Nachdenken, träumen & hoffen anregt.
Eine facettenreiche Geschichte, die mich durch einen unvorhersehbaren Verlauf, liebenswürdige Charaktere & einen großartigen Schreibstil fesselte.

"Das war die schönste Zeit" – ein Buch, von dem man nicht will, dass es jemals endet während man gleichzeitig von Neugier & Hoffnung getrieben wird, jede freie Sekunde bei Alison & Dan zu verbringen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2019

Brandaktuell, packend & spannend bis zum Schluss.

Die Akte Rosenrot
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"Die Akte Rosenrot" von Astrid Korten

Zu Anfang möchte ich sagen, dass dies mein erstes Buch der Autorin war, welches ich und wenige andere buchbegeisterte Menschen vorab lesen durften - dafür ein großes ...

"Die Akte Rosenrot" von Astrid Korten

Zu Anfang möchte ich sagen, dass dies mein erstes Buch der Autorin war, welches ich und wenige andere buchbegeisterte Menschen vorab lesen durften - dafür ein großes Danke!
Aber war dieser erste Kontakt mit der Autorin mein letzter?
Lest selbst:

Worum geht es in diesem Politthriller, auf dessen blauen Cover eine Rose prangt?
Der Hauptprotagonist, ein ehemaliger erfolgreicher Profiler beim BKA Berlin, Ibsen Bach, wird nach einem schweren Unfall, von dem er neben einem großen Verlust auch Schmerzen und ungewöhnliche Eigenarten zurückbehalten hat, in den Innendienst versetzt. Nach einigen Jahren bekommt er, wenn auch nicht aufgrund erfreulicher Nachrichten, wie z.B. seiner vollständigen Genesung der Unfallschäden, die Möglichkeit aktiv an einem Fall mitzuarbeiten:
An einem Tatort in Moskau wurde eine Nachricht hinterlegt - speziell adressiert an Ibsen.
Eine Reihe symbolischer Mordfälle beginnt - oder ist es möglich das sie weitergeht und nie beendet war? Wieso kommt die Art der Tötung Ibsen so bekannt vor?
Und wieso ist der ehemalige Profiler persönlich involviert?
Welche Verbindung besteht zwischen dem Täter & ihm?

"Die Akte Rosenrot" behandelt ungeschönt jedoch realistisch ein gewagtes, aktuelles Thema.
Von Beginn an hat mich das Buch gefesselt, tatsächlich nahm ich sogar den einen oder anderen Termin verspätet wahr, weil ich nicht aufhören wollte zu lesen. Und auch beim pausieren blieb dieser Thriller in meinem Kopf. Oft habe ich darüber nachgedacht, gekniffelt und zittrig gewartet, bis ich endlich weiter lesen konnte.
Trotz wirr wirkender Vernetzungen hatte ich keine Probleme an der Geschichte dranzubleiben. Obwohl der Einstieg in dieses spannungsgeladene Leseabenteuer mit einigen Namen und scheinbar unzusammenhängender Teilabschnitte beginnt, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten mich in die Geschichte einzufinden. Mein Interesse wurde dadurch nur weiter angeregt, denn diese gestreuten Puzzleteile müssen sich doch irgendwo auf den nächsten Seiten, zum richtigen Zeitpunkt schlüssig in die Geschichte einfügen können!?
Weder die russischen Namen noch die einzelnen Fachbegriffe stoppten meinen Lesefluss, da der gesamte Schreibstil unkompliziert gehalten wurde. Die einzelnen Kapitel sind zum Teil kurz, vielleicht um dem Leser so die Möglichkeit zu geben, das Buch bedenkenlos zur Seite legen zu können, um durchzuatmen? Zudem sind sie mit knappen Überschriften sowie Ort und Datum betitelt, was ein unkompliziertes zurechtfinden ermöglicht, da die Handlung in diesem intensiven Politthriller sowohl in Moskau als auch in Deutschland stattfindet und die Protagonisten oftmals pendeln. Sehr positiv ist mir aufgefallen das kein Kapitel den Zweck erfüllt lediglich als eine Art "Füllmaterial" zu fungieren, jedes ist - früher oder später - relevant um zu verstehen, dadurch kommt es beim lesen zu keiner Langatmigkeit oder dem aufnehmen unwichtiger Zeilen.
Die Nebendarsteller sind gut ausgearbeitet, sodass ich sie mir vor Augen führen konnte. Oftmals rücken andere Charaktere zu sehr in den Hintergrund, werden nur kurz angeschnitten, oberflächlich beschrieben, was zu meiner Freude in "Die Akte Rosenrot" nicht der Fall war. Durch äußerliche Beschreibungen, die Wahrnehmung von Ibsen oder das Betrachten einer Situation aus der Sicht eines anderen Protagonisten, zum Beispiel aus dem Blickwinkel von Dimitri oder Leo, wurde auf andere Figuren großartig eingegangen, was meiner Ansicht nach dem Leser intensiver die Möglichkeit bietet in eine Geschichte einzutauchen sowie mitzufühlen, - zu leiden und zu - fiebern.
Die detaillierten Schilderungen von unvorstellbar grausamen Szenarien wurden nicht klischeehaft oder altbacken übernommen. Durch den mysteriösen Täter, der jeder sein könnte, bleibt die Geschichte bis zum Ende, oft nervenzerreißend, spannend. Aufgrund der vielen Fährten, der Andeutungen & Verknüpfungen lässt Astrid Korten es nicht zu, dass dem Leser Neugier und Interesse abhandenkommen, die Fragen nach dem Täter und den Zusammenhängen verfrüht beantwortet werden oder auch nur ein Funken Langeweile aufkeimen könnte.

Beeindruckt hat mich auch das Nachwort, welches deutlich zeigt das Frau Korten für dieses aufklärende Werk engagiert recherchierte. Für diesen brisanten Einblick, welcher unter Anderem mit hoher Wahrscheinlichkeit Leidenschaft & Mut benötigte sowie schlaflose Nächte forderte, in ein Thema, das sich kaum jemand derart ungeschönt öffentlich anzusprechen traut, erhält die Autorin meinen größten Respekt - ebenso wie ehrliche Begeisterung für das entstandene Buch.

Nach dem Beenden dieses mitreißenden Thrillers blieben - neben einem mulmigen Gefühl - für mich fast so viele Fragen offen, wie jahrelang für den Hauptprotagonist Ibsen Bach:
War oder ist das selbst heute noch die grausame Realität, die hinter den verschwiegenen Mauern der stets lächelnden Politik herrscht?
Was ist letztendlich die Wahrheit um Lara und was hat es mit dem Kind, welches Ibsen auf dem Foto nicht wahrnimmt, auf sich?
Wird es eine Fortsetzung des Grauens geben?

Und wird Astrid Korten meine Neugier befriedigen?

Falls sie es wagt die übrigen Protagonisten noch einmal mit diesem Gräuel zu konfrontieren, sie noch einmal in die Abgründe des Systems tauchen zu lassen werde ich definitiv eine der ersten sein, die dafür Schlange stehen!

Fazit:
Ein erschreckender Politthriller, der aufgrund seines eigentlichen Themas zum nachdenken anregt. Lektüre, welche man nach Beendigung augenblicklich vergisst, kann kein allzu bereicherndes Buch gewesen sein - ich kann euch sagen, dass dies hier definitiv nicht der Fall ist. Dieses packende Werk beschäftigt mich auch jetzt noch und ist meine persönliche Leseempfehlung!

Das erste Buch von Astrid Korten, ja - definitiv aber nicht das Letzte!

Veröffentlicht am 28.08.2020

Ich. Will. Mehr.

Gawain: Lichtfalke
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"Gawain: Lichtfalke" von Jessica Bernett erschien am 17. April im Sternensand Verlag.

"Gawain, der Lichtfalke von Lothian, hat genau zwei Regeln, wenn es darum geht, eine Geliebte zu finden: keine Jungfrauen ...

"Gawain: Lichtfalke" von Jessica Bernett erschien am 17. April im Sternensand Verlag.

"Gawain, der Lichtfalke von Lothian, hat genau zwei Regeln, wenn es darum geht, eine Geliebte zu finden: keine Jungfrauen & keine Ehefrauen. Der Held der Tafelrunde wird auf eine harte Probe gestellt, als er auf der Insel Erínn die wunderschöne Gemahlin des Clanführers trifft … Seine Liebschaften rücken allerdings in den Hintergrund, nachdem ihn eine traurige Nachricht erreicht hat, die ihn zurück in den Norden Britanniens ruft. Eine Reise, die Gawain für immer verändert, denn sein Weg führt ihn durch einen Wald, der nicht nur gefährlich, sondern auch verzaubert ist."



"Gawain: Lichtfalke" war mein erstes Buch von Jessica Bernett, & das ich bisher noch nichts von der jungen Autorin gelesen habe ärgert mich!

Ich wusste ehrlich gesagt nicht genau, welche Welt mich in dem historischen Fantasyroman aus dem Sternensand Verlag erwartet. Umso überraschter war ich, als ich mich doch tatsächlich an der Seite eines Ritters der Tafelrunde einfand.
Während der ersten Kapitel musste ich mich erstmal einfinden, in meinen Augen beginnt die Geschichte etwas schleppend, regelrecht unspektakulär, in dem man Gawain kennenlernt. Doch je weiter ich las, umso schneller flogen die 236 Seiten dahin. Was anfangs wie eine neutral geschilderte Verhandlungsmission mit einem humorvollen, unglaublich sympathischen Protagonisten aussieht, entwickelt sich zu einer lebhaften, unerwarteten & fesselnden Story. Jessicas Art, das Geschehen zu schildern, ist klar, flüssig & mit den jeweiligen Ereignissen & Situationen absolut stimmig. Bildhaft tauchten Orte & Landschaften auf, ich spürte den Nebel im Zauberwald, hörte, wie sich die Wurzeln an die Oberfläche drückten. Auch die Charaktere & Wesen, denen man begegnet, waren vorstellbar gezeichnet. Raffiniert wird Gawains trockene, lockere Art selbst in brenzligen Situationen eingebracht, sodass ich mehr als einmal Lachen musste, & dennoch ging sein Verstand, sein Ehr - & Pflichtgefühl ebenso wenig unter, wie seine kämpferischen Züge. Ich habe mich in diesen charmanten "Dummling" definitiv verliebt.
Verwirrt wurde ich durch all die, zum Teil ähnlichen, Namen & Beziehungskonstellationen. Dennoch gingen die Hauptakteure sowie der vordergründige Verlauf nie unter. Es machte mir wirklich großen Spaß, den lockeren Ritter & sein treues Pferd "Wurzel" zu begleiten; es wurde nicht langweilig, Prioritäten & Ziele änderten sich, die Ortschaften & Charaktere variierten – "Gawain" steht nie still, ist interessant & vielfältig. Der Verlauf führt stetig in neues & anderes, wirkt aber nicht überladen. Jessica machte mich neugierig, überfiel mich regelrecht
mit überraschenden Wendungen & Ereignissen. Ich wurde in eine zum Teil rasante & aufregende Fantasygeschichte um eine der berühmtesten Sagen überhaupt gezogen, in der sich Magie & Wunder, mit Spannung & viel Gefühl vereinen - ja, auch der berüchtigte Lichtfalke kommt nicht um eine Liebe herum.


Dass das Thema der Selbstbestimmung & Freiheit von Frauen einfließt, & die Botschaft mitschwingt, dass das Äußere keinen Einfluss darauf nimmt, wie wohl man sich mit / bei einem Menschen fühlt, machen die fünf Sterne, trotz anfänglicher Längen, voll.


Mein Fazit: Ich will mehr. Ich muss die Trilogie "Elayne" unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 30.08.2021

Einfallsreich, kreativ & amüsant.

Götterkuss - Im Bann der Schlange (Band 1)
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Ich durfte den neuen Urban-Fantasy Roman 🐍Götterkuss – Im Bann der Schlange 🐍 von Johanna T. Hellmich bereits lesen und möchte diesem facettenreichen Buch aus dem Heartcraft Verlag eine Leseempfehlung ...

Ich durfte den neuen Urban-Fantasy Roman 🐍Götterkuss – Im Bann der Schlange 🐍 von Johanna T. Hellmich bereits lesen und möchte diesem facettenreichen Buch aus dem Heartcraft Verlag eine Leseempfehlung aussprechen.


Die Idee ist wirklich kreativ und der lockere, recht einfache Schreibstil reißt den Leser mit in eine lebendige Geschichte voll von übernatürlichen Wesen, Agenten & Intrigen. Neben den gegenwärtigen Gefahren gibt es immer wieder intensive Einblicke in die Hauptcharaktere, ihre Gedanken und den Zwiespalt, manchmal sogar ein Stückchen Vergangenheit.


Temp und Nayumi wurden genau und vorstellbar dargestellt, der Kontrast zwischen den beiden kam, genau wie die Intensität, zur Geltung und versprach neben Anspannung und Konflikten ein prickelndes Knistern. Jedoch lag der Fokus nicht auf dem Romance Anteil, dieser blitze zwar angenehm auf, erweckte Ahnungen überschattete aber nicht die interessante Handlung, die kaum Zeit zum Luft holen ließ. Obwohl Hintergründe, die SLEA, magische Gegebenheiten, zahlreiche Wesen und Verstrickungen zu der aktuellen Situation auf den 300 Seiten zu finden sind, ist es dank der modernen, teils saloppen Ausdrucksweise und einer gewissen Leichtigkeit unkompliziert dem Verlauf zu folgen.


Dass ich auf Götter stoßen werde, war mir bewusst – doch die Bandbreite an Kreaturen und magischen Gegebenheiten überraschte mich genauso sehr, wie die Besonderheit von Nayumi. Da die Uhr tickt, Verfolger überall lauern und das Misstrauen zwischen Göttin und Sterblicher nie ganz verschwindet, ist der Verlauf voller Wendungen, sodass es selbst dann, als der Hohe Rat sein Urteil fällt, nicht vorhersehbar und letztendlich erschütternd ist.


„Götterkuss – Im Bann der Schlange“ ist interessant und facettenreich, voller Geheimnisse, Mysterien und Unglaublichkeiten. Neben Charme und Humor bringt Johanna T. Hellmich gekonnt tiefere Themen in ihre göttliche Urban-Fantasy Story sowie Wehmut und Romantik.


Ich stolperte zwei, dreimal über unlogische, nicht ganz ausgearbeitete Ereignisse, dies tat dem Spaß an der Geschichte jedoch ebenso wenig einen Abbruch, wie manch ausschweifende Gedanken & Beschreibungen. Ein paar Seiten weniger hätten dem Spannungsbogen definitiv gutgetan und relevantes wäre mit ein paar gestrichenen Abschnitten nicht verloren gegangen. Am Ende wartet kein Cliffhanger, doch der Epilog weckt die Freude auf Band zwei der Dilogie: Es ist noch nicht vorbei, denn die wichtigsten Tugenden scheinen fanatisch in die Dunkelheit zu rauschen … 

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Veröffentlicht am 30.08.2021

Ein Roman, der sensible Themen ruhig umsetzt.

Just the Way You Are
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Ich durfte „Just the Way You Are“ test -& vorab lesen; Austausch mit anderen & der Autorin inklusive. Vielen Dank an dieser Stelle.


Obgleich einige schwierige Themen in dem neuen Roman von Aaliyah Abendroth ...

Ich durfte „Just the Way You Are“ test -& vorab lesen; Austausch mit anderen & der Autorin inklusive. Vielen Dank an dieser Stelle.


Obgleich einige schwierige Themen in dem neuen Roman von Aaliyah Abendroth auftauchen, wurde die Grundstimmung nie länger bedrückend, die Probleme lasteten zu keiner Zeit auf dem Leser.

Zu Beginn wusste ich nicht, in welchem Verhältnis Fiona & Josh früher zueinander standen, geschweige denn, mit welchen Dämonen die locker wirkende junge Frau zu kämpfen hat. Erst im weiteren Verlauf gibt es Informationen, die sich schlüssig zusammen setzen lassen. Da es von Beginn an so wirkt, als würde Fiona das Wort auf lockere Weise direkt an uns richten, ist es leicht sich in die Geschichte einzufinden.


Gerade Gefühle wie Sehnsucht & Liebe zu beschreiben liegt der Autorin – denn das waren die Stellen, die mir wirklich unter die Haut gingen & mich berührten. Zudem sei gesagt, dass für diesen Roman eigens ein Lied komponiert wurde. Vor allem die Geständnisse, die Wahrheiten zwischen dem zu perfekten Josh & der unsicheren Fiona gingen mir nahe, waren ergreifend & die Songzeilen sind einfach wunderschön.


„Ich meine … versuche mal, jemanden zu vergessen, dem jeder einzelne Song gewidmet ist, den du je geschrieben hast.“


Als Thüringerin war ich begeistert von dem Handlungsort: Jena. Denn im Verlauf streifte ich durch altbekannte Straßen, lächelte bei Erinnerungen an die Natur oder Cafés. Sämtliche Personen waren vorstellbar beschrieben, ebenso deren Reaktionen. In viele Szenen konnte ich mich einfühlen – doch einige wirkten in meinen Augen zu konstruiert & alles andere als authentisch. Naivität, ein zu glatter Ablauf, der gerade im Mittelteil langatmig wirkt, Charaktere, die es nicht gebraucht hätte & Omas Zitate machten es mir öfter schwer, wirklich fokussiert zu bleiben.

In einem Fort treffen wir auf „Schmetterlinge“ & werden nie vergessen, dass die Hauptprotagonisten Veganer sind, & Josh an etwas leidet, dass für einen Musiker schwer zu ertragen ist.


Neben dem Geplänkel unter einander trägt Zoro auf ungewöhnliche Weise dazu bei, dass man öfter lachen muss. Ihr solltet ihn kennenlernen.

Fiona ist ein gutmütiger Mensch, was Aaliyah in „Just the Way You Are“ sehr deutlich herausarbeitet, aber trotz der rosaroten Brille wirkt sie reflektierend. Die Beziehung zwischen ihr & ihrem großen Bruder Liam strotzt vor Zusammenhalt & Intensität. Abwechslung brachte das Miteinander mit anderen Charakteren. Wie sich die Protagonisten entwickeln, mit ihren Problemen umgehen ist einerseits interessant, jedoch ereignislos. Was Fiona hingegen verbirgt, welches Traumata, ist … traurig, leider keine Seltenheit & rückt die Furcht vor Menschenmengen in ein anderes Licht.


Trotz Kritik, sollte man „Just the Way You Are" allein wegen der Emotionen & Liedzeilen lesen, wegen der Hoffnung auf Zufälle & zweite Chancen.


„So fühlt es sich also an zu verlieren. Und ich frage mich, ob es das wirklich wert war – ob die honigsüßen glücklichen Momente, die wir zusammen in dieser schillernden Seifenblase hatten, jemals den Schmerz aufwiegen können …“

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