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Franzy_liest_und_lebt

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Veröffentlicht am 03.12.2017

Ein Buch für alle Generationen, das zu Tränen rührt

Als unsere Herzen fliegen lernten
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Buchinfo
Er versprach, sie ewig zu lieben. Doch selbst die Ewigkeit kennt manchmal ein Ende...

1943, London: In der Ruine einer zerbombten Kirche trifft der amerikanische Pilot Dan Rosinski die junge ...

Buchinfo
Er versprach, sie ewig zu lieben. Doch selbst die Ewigkeit kennt manchmal ein Ende...

1943, London: In der Ruine einer zerbombten Kirche trifft der amerikanische Pilot Dan Rosinski die junge Engländerin Stella Thorne. Es ist der Beginn einer unaufhaltbaren, aber unmöglichen Liebe, denn Stella ist verheiratet, und Dans Chancen, den Krieg zu überleben, sind mehr als gering. In einer Zeit, in der alles ungewiss ist, schreiben sie sich Briefe, um an dem festzuhalten, woran sie glauben: ihre Liebe. Viele Jahrzehnte später rettet sich eine junge Frau in ein leerstehendes Haus in einem Londoner Vorort. Da erreicht sie ein Brief, der sie in die Geschichte einer Liebe hineinzieht, die ein halbes Jahrhundert überlebt hat… (Quelle: Verlag)

Anfang
Am Morgen erstrahlt das Haus in voller Pracht. Er hat es eigens so entworfen, mit großen, breiten Fenstern, die vom Boden bis zur Decke reichen, um den Sand und das Meer und den endlos weiten Himmel hereinzulassen.

Meine Meinung
Was haben eine junge Frau aus den 40er Jahren und eine aus dem Jahre 2011 gemeinsam? Nicht viel, werdet ihr vermutlich denken und habt gar nicht so Unrecht damit. Auf den ersten Blick verbindet Stella und Jess überhaupt nichts miteinander - und doch können beide froh sein, dass es die jeweils andere gibt.

Jess flüchtet vor ihrem Exfreund und steht plötzlich mittellos auf der Straße. Sie bricht in ein unbewohntes Haus ein, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Durch Zufall findet sie einen Schuhkarton mit Briefen aus einer längst vergangenen Zeit. Es sind Liebesbriefe aus den 40er Jahren. Geschrieben von einem amerikanischen Soldaten, an eine englische Hausfrau. Eine Liebe, die mit Kriegsende ebenfalls vorbei war. Oder nicht?

Stella ist frisch verheiratet und lebt mit ihrem Ehemann in einem kleinen Pfarrhaus. Die Ehe ist sehr unglücklich und Charles scheint ein Geheimnis vor ihr zu haben. Als sie eines Abends aus dem Trott und dem Alltag während des zweiten Weltkrieges ausbricht, lernt sie den amerikanischen Soldaten Dan kennen. Es kommt wie es kommen muss, die beiden verlieben sich ineinander. Eine geheime Liebe ist zu dieser Zeit gar nicht so leicht, denn Stella kann sich nicht so ohne weiteres scheiden lassen. Und dann erreicht sie eines Tages die Nachricht, dass Dans Flieger abgeschossen wurde und sie schwanger ist...

Ich nehme es ihm übel, dass er mich wie ein kleines Kind behandelt und mir rein gar nichts zutraut. Aber vor allem nehme ich es ihm übel, dass er mich von dem Mann fernhält, mit dem ich wirklich zusammen sein will. (Seite 232)

Iona Grey hat es geschafft, zwei Geschichten in zwei Zeitzonen spielen zu lassen, die unmittelbar miteinander verbunden sind und somit zu einer werden. Dabei ist es ihr gelungen beide Protagonisten-Paare wirklich sympathisch zu beschreiben und ihnen allen Tiefe zu geben. Keine Figur wird oberflächlich abgehandelt und es gibt keine schwarz-weiß Beschreibungen. Selbst wenn man Charles für einen Unmenschen hält, tut er einem ein paar Sätze weiter schon wieder leid, weil auch er selbst durch seine ganz persönliche Hölle geht.

Die Geschichte um Stella und Dan fand ich persönlich noch etwas interessanter und emotionaler, als die um Jess und Will. Vielleicht einfach weil man schon von vornherein weiß, dass es für die beiden kein Happy End gab. Und obwohl man das weiß fiebert und hofft man als Leser mit, dass doch noch alles gut wird.

"Manchmal glaube ich, wir hatten einfach nur Pech, weil wir zur falschen Zeit geboren wurden." (Seite 600)

In diesem Buch geht es nicht nur um zwei Liebesgeschichten, sondern auch um die jeweils äußeren Umstände, die die Personen durchleben müssen. So muss Stella eine unglückliche Ehe führen, einen Haushalt zwischen Hunger und Rationierungsbuch bestreiten und sich selbst über all dem nicht vergessen. Jess steht ebenfalls vor dem Problem, dass sie Hunger leiden muss. Allerdings nicht weil die Lebensmittel knapp werden, sondern sie einfach kein Geld hat. Noch dazu ist sie krank und lebt in einem kalten Haus, das nicht ihr eigenes ist. Sie braucht also zwingend Geld und das bekommt man durch einen Job. Doch leider ist es gar nicht so einfach einen Job zu bekommen, wenn man mehr tot als lebendig und ohne ansprechende Kleidung in einem schimmeligen Bett liegt und sich kaum rühren kann.

Auch die Geschichten um Charles, Dan, Will, Stellas Freundin Nancy und generell über Stellas kleines Heimatörtchen kommen nicht zu kurz. Dabei hat man als Leser allerdings nie das Gefühl, dass es in irgendeiner Form unnötig wäre - auch wenn man natürlich lieber wissen will, wie es mit Stella und Dan beziehungsweise Will und Jess weitergeht.

Der Schreibstil ist wirklich ganz wundervoll und die Seiten fliegen nur so dahin. Einmal angefangen will man gar nicht mehr aufhören zu lesen. Ich hoffe, dass noch einiges aus der Feder der Autorin seinen Weg in die Buchhandlungen finden wird. Ich perönlich würde sofort zuschlagen! Außerdem könnte ich mir eine (gute) Buchverfilmung in diesem Fall wirklich gut vorstellen. Es sind Geschichten wie diese, die wir Mädels nicht nur lesen sondern auch sehen wollen!

Fazit
Du suchst ein Geschenk für deine beste Freundin, deine Mutti, Schwiegermutti oder Oma? Dann ist dieses Buch genau richtig! Natürlich kannst du es dir damit aber auch selbst gemütlich machen.

Emotionen zwischen 'Wie wundervoll' und 'Das kann doch nicht wahr sein' geben sich die Klinke in die Hand. Der Leser lacht und leidet mit den Protagonisten. Auf jeden Fall Taschentücher bereithalten!

Veröffentlicht am 01.12.2017

Zu wenig Spannung und blasse Charaktere - leider nicht mein Fall

The Chosen One - Die Ausersehene
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Buchinfo
Die 17-jährige Skadi ist eine Ausersehene – dazu bestimmt, dem Königreich Kinder zu schenken. Eine Seuche löschte vor Jahrhunderten einen Großteil der Bevölkerung aus und machte fast alle überlebenden ...

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Die 17-jährige Skadi ist eine Ausersehene – dazu bestimmt, dem Königreich Kinder zu schenken. Eine Seuche löschte vor Jahrhunderten einen Großteil der Bevölkerung aus und machte fast alle überlebenden Frauen unfruchtbar. Maella, die Regentin, ließ die wenigen fruchtbaren Frauen in eine Burg bringen, wo sie seitdem im Luxus leben und für den Fortbestand des Reichs sorgen. Skadi aber will sich nicht einsperren lassen und flieht.
Verzweifelt irrt sie umher, bis sie zufällig auf den freundlichen Finn trifft. Ihm und seinen Gefährten, darunter der rätselhafte Jaro, schließt sie sich an und erkennt, dass mehr in ihr steckt, als sie bisher überhaupt ahnte ... (Quelle: Verlag)

Anfang
Sie wusste, dass sie hinter ihr her waren, obwohl sie sie nicht sehen konnte. Die Straße hinter ihr war leer, doch sie fühlte, dass die Männer nicht weit entfernt sein konnten.

Meine Meinung
Dieses Buch ist das erste, was ich in einer Leserunde bei Lesejury lesen durfte. Sowohl der Kalppentext, als auch die Leseprobe klangen interessant und so habe ich mich sehr gefreut, dass ich eine der Glücklichen war, die für diese Leserunde ausgewählt wurde. Leider war meine Euphorie nicht von Dauer, denn das Buch hat mir persönlich nicht so gut gefallen, wie ich gehofft hätte.

Ich habe dieses Jahr die Reihe "Das Juwel" von Amy Ewing gelesen, welche ich wirklich fabelhaft fand. Die Beschreibung der Reihe von Isabell May erinnerte mich an diese Geschichte und ich begann mit großem Elan. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, so dass man schnell voran kommt und die Seiten zügig weiterblättert. Allerdings ist der Schreibstil in meinen Augen noch nicht gänzlich ausgereift. Die Dopplungen und Wiederholungen (stellenweise innerhalb eines Satzes), stören mich persönlich beim Lesen einfach. Um ein Beispiel dafür zu geben, habe ich ein Zitat rausgesucht.

Es gib doch auch keinen Grund, warum wir uns für mehr interessieren sollten, nicht wahr? Wir haben hier doch alles, was wir brauchen. Und es hat doch auch einen guten Grund, warum man nicht in ferne Länder reisen darf. Niemand soll Krankheiten aus fernen Ländern einschleppen, damit nie wieder so etwas geschieht wie damals." (Position 463-465)

Zu Beginn mochte ich Skadi. Auch wenn andere Teilnehmer der Leserunde sie sofort als naiv und weltfremd abstempelten, gefiel mir ihre nette, freundliche Art und dafür, dass sie so lange im "goldenen Käfig" gelebt hat, fand ich sie doch recht selbstständig und auch vorausschauend. Dies änderte sich allerdings im Laufe der Geschichte. Für meinen Geschmack hat sie mit der Zeit einige Schritte zurück gemacht. Plötzlich war sie ständig in Gefahren, aus denen sie sich nicht selbst heraushelfen konnte, musste dauernd "gerettet" werden und wurde von Seite zu Seite (dann auch für mich) naiver und unselbstständiger. Ich weiß nicht, warum die Autorin aus einer selbstbestimmenden jungen Frau eine dümmliche, unfähige Trulla machen musste, die ohne "Männer" nicht mehr hätte überleben können.
Damit wäre ich an einem Punkt, der mir ebenfalls nicht so gut gefallen hat. Im Klappentext erfährt man, dass Skadi 17 Jahre alt ist. Ich muss gesetehen, dass ich nicht mehr weiß, ob es nicht gesagt wurde oder ich es übersehen/vergessen habe, wie alt die anderen Charaktere sind. Ganz besonders geht es mir dabei um die "Männer" Finn und Jaro. Während Finn oftmals wirkt wie kurz vor der Pubertät und dem Stimmbruch, hatte ich häufig den Eindruck, dass Jaro um die 30 (oder älter) sein könnte. Da aber beide romantische Gefühle für Skadi entwickeln, finde ich das etwas unpassend.

"Das rote Kleid, die wahnsinnig langen Haare, und...Nimm es mir nicht übel, aber ein wenig weltfremd wirkst du auch. Du bist doch nicht etwa eine Ausersehene?" (Position 995-996)

Nachdem mir Skadi dann nicht mehr so sympathisch war, gab es eigentlich nur einen Charakter, der mich interessierte. Jaro. Wahrscheinlich lag es allerdings daran, dass er um seine Person, seine Vergangenheit und allem was dazugehört ein riesen Geheimnis macht. Er erfüllt dieses typische Klischee von einem einsamen Wolf, der für sein Rudel nur das Beste will, aber sich nichts anderes gönnt als Selbstgeißelung. So etwas macht automatisch interessant und zieht die Frauen an ^^

Viele Charaktere bleiben sehr blass und wirken dadurch schnell uninteressant. Da es sich hierbei um den ersten Teil einer Reihe handelt, hat sich die Autorin einige Informationen vielleicht für die folgenden Bände aufgehoben. Allerdings reicht das nicht um mich zu ködern, weswegen ich weitere Teile vermutlich nicht lesen werde.


Isabell May begleitete die Leserunde und sagte, dass sie (sinngemäß) relativ unsortiert und ungeplant an diese Geschichte rangegangen sei. Meiner Meinung nach merkt man das deutlich. Es gibt einige Stellen, die sicher besser gewesen wären, wenn man sie infach noch ein paar Mal gedanklich durchgespielt und anders geplant hätte.

Insgesamt kam die Spannung leider etwas zu kurz und eher unwichtige Geschichten wurden unnötig künstlich in die Länge gezogen.

Fazit
Der Beginn einer Reihe, der mich leider nicht wirklich überzeugen konnte. Es handelt sich um eine gute Grundstory, die ihr Potential aber leider verschenkt und in der Konsequenz dann unfertig und unausgereift wirkt.
Insgesamt handelt es sich wohl um eine Reihe, die tatsächlich eher auf eine jüngere Leserschaft abzielt, da die etwas jüngeren Teilnehmer der Leserunde begeistert von diesem Auftakt waren.
Eine pauschale Leseempfehlung würde ich somit nicht geben, aber den jüngeren Lesern raten, sich diese Geschichte mal anzuschauen!

Veröffentlicht am 26.11.2017

Eine ganz wundervolle Liebesgeschichte!

Im Hause Longbourn
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Ein Millionenpublikum liebt Jane Austens Stolz und Vorurteil. Doch keiner weiß, was sich in Küche und Stall des Hauses Longbourn abspielt: Hier müht sich die junge Sarah mit Wäsche und Töpfen ...

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Ein Millionenpublikum liebt Jane Austens Stolz und Vorurteil. Doch keiner weiß, was sich in Küche und Stall des Hauses Longbourn abspielt: Hier müht sich die junge Sarah mit Wäsche und Töpfen ab, immer noch hoffend, dass das Leben mehr für sie bereithält. Ist die Ankunft des neuen Butlers James ein Zeichen? Während Elizabeth und Mr. Darcy von einem Missverständnis ins nächste stolpern, nimmt in Longbourn noch ein anderes Liebesdrama seinen Lauf – denn James hütet ein großes Geheimnis. (Quelle: Penguin Verlag - Neuauflage)

Anfang
Ohne Waschatg keine Kleidung, das Verstand sich von selbst, und ohne Kleidung ging es nun einmal nicht, jedenfalls nicht in Hertfordshire, und schon gar nicht im September.

Meine Meinung
Oh ich fand dieses Buch wundervoll ♥
Wer allerdings auf ein großes Wiedersehen mit der Familie Bennet aus "Stolz und Vorurteil" hofft, wird enttäuscht. Dem Leser muss klar sein, dass es hier nicht um die Familie, sondern um ihre Dienerschaft geht. Natürlich kommen die Bennets auch in der Geschichte vor, doch lediglich als Randfiguren.

Protagonistin Sarah ist Hausmädchen und träumt von der großen weiten Welt. Allein das 20 Meilen entfernte London wäre für sie schon die Erfüllung ihrer Träume. Als plötzlich der Hausdiener James auftaucht, der schon viel rumgekommen zu sein scheint, sieht sie ihre Chance, nun endlich doch etwas mehr Luft außerhalb von Longbourn schnuppern zu können. Doch James ist sehr abweisend ihr gegenüber und scheint sie nicht zu beachten. Was Sarah nicht weiß ist, dass er dies nur zu ihrem Schutz macht. Doch als Sarah drauf und dran ist abzuhauen und dem Diener der Nachbarn zu folgen, ist es James, der sie zurückhält.

Die Geschichte um Sarah und James ist so wundervoll und tragisch zugleich. Denn James trägt ein Geheimnis mit sich, dass ihr beider Leben bedroht.

Eigentlich wollte ich das Buch mit einem anderen Buchwurm zusammen lesen, allerdings brach sie es nach 100 Seiten ab. Zu Beginn passiert nicht sonderlich viel, außer dass die Hausarbeit wirklich sehr ausführlich über viele Seiten beschrieben wird. Das kann etwas nervig sein, aber wer am Ball bleibt bekommt zum Dank eine ganz ganz wundervolle und spannende Liebesgeschichte.

Ich fand es schön zu lesen, wie aus der kindlich naiven Sarah eine gestandene Frau wurde, die bereit ist alles für James zu tun und jeden Weg zu gehen. Sie wird im Laufe der Geschichte erwachsen und weiß instinktiv wie sie handeln und wann sie etwas riskieren muss.

"Wirst du gehen?", fragte er nach einer Weile. Seine Hand lag immer noch in ihrem Nacken und ihre Haut fühlte sich dort warm an, die Haare kühl.
Ein langer Moment, in dem sie sich weder bewegte noch etwas sagte. Dann spürte er es an seiner Brust: Sie schüttelte den Kopf. (Seite 207)

Die Geschichte läuft in dem Zeitrahmen ab, in dem sich auch "Stolz und Vorurteil" befindet. Auch das Leben der Familie Bennet läuft nebenbei ab (und wer das Buch kennt, weiß auch immer in welchem Teil man sich gerade befindet), wird aber selbstverständlich nicht bis ins Detail beleuchtet.

Das Ende kam recht schnell und ich hätte mir gewünscht, dass James' Zeit in Spanien etwas kürzer gehalten worden wäre, aber dafür das Ende ein paar mehr Seiten bekommen hätte. Ich hätte einige Reaktionen auf das Ende im Buch einfach gerne noch miterleben wollen Dieser Roman hat mein Interesse an ähnlichen historischen Romanen geweckt, so dass dies sicherlich nicht mein letzter dieser Art war.

Fazit
Ein historischer Roman, der mich fesseln und begeistern konnte. Eine wundervolle Liebesgeschichte zu einer Zeit, in der das alltägliche Leben hart und gemein war. Die Geschichte hätte nicht in der Familie Bennet spielen müssen, da diese nur am Rande wichtig sind.

Veröffentlicht am 25.11.2017

Endlich mal wieder ein klasse Verwirrspiel!

Die Gerechte
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Nur sie entscheidet, wer den Tod verdient

Eine Flughafenbar in London. Es ist Abend, und Ted Severson wartet auf seinen Rückflug nach Boston, als eine attraktive Frau sich neben ihn setzt. Kurz ...

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Nur sie entscheidet, wer den Tod verdient

Eine Flughafenbar in London. Es ist Abend, und Ted Severson wartet auf seinen Rückflug nach Boston, als eine attraktive Frau sich neben ihn setzt. Kurz darauf vertraut er der geheimnisvollen Fremden an, dass seine Frau ihn betrogen hat. Mit ihrer Reaktion jedoch hat er nicht gerechnet: Sie bietet ihm Hilfe an – beim Mord an seiner Ehefrau. Ein Trick? Ein morbider Scherz? Oder ein finsteres Rachespiel, das nur ein böses Ende nehmen kann? (Quelle: Verlag)

Anfang
"Ja hallo", sagte sie.
Ich blickte auf die blasse, sommersprossige Hand an der Lehne des freien Barstuhls neben mir in der Business Lounge von Heathrow Airport.

Meine Meinung
Wie der ein oder andere vielleicht weiß, bin ich oft ein Coverkäufer - beziehungsweise eher ein Cover-Interessierer Ein Cover muss auf mich wirken, damit ich mich überhaupt erstmal für ein Buch interessiere. Sollte mich das Buch aber nicht interessieren, würde ich es nur aufgrund des Covers nicht kaufen. Dieses Cover aber hatte mich sofort ♥ Ich liebeliebeliebe rote Haare! Und da das Rot auf dem Cover meinem sehr ähnelt (zumindest frisch nach dem Färben ^^) las ich mir den Klappentext durch und wusste, dass ich es lesen wollen würde.

Eine Frau, die einem völlig Fremden ihre Hilfe an einem Mord anbietet? Was hat sie denn davon? Und was soll der Satz: "Nur sie entscheidet, wer den Tod verdient"? Wer glaubt sie zu sein um solche Entscheidungen treffen zu können?

Karma hat kein Verfallsdatum!

Ich möchte nicht sonderlich - also eigentlich gar nicht - auf den Inhalt eingehen. Jedes gesagte Wort ist eines zu viel. Dieses Buch wirkt nur so richtig, wenn man vorher nicht gespoilert wird. Ich weiß, dass es nicht wenige Menschen gibt, die das Ende eines Buchs lesen, bevor sie überhaupt damit beginnen. Ein Tipp an euch: Lasst es sein! Bei diesem Buch versaut ihr es euch sonst komplett! Diese Geschichte lebt von ihren Wendungen, die immer genau dann kommen, wenn man am wenigsten damit gerechnet hat. Immer wenn man denkt: 'Na das geht jetzt so und so weiter...was soll da denn auf X Seiten noch kommen? Das wird sicher öde!' haut es nochmal komplett rum und entlockt ein "Ach was?!".

Ich bin ein absoluter Fan von Geschichten, die aus unterschiedlichen Sichtweisen geschrieben sind. Nur so bekommt man die volle Ladung Gefühle und unausgesprochene Gedanken. Es gibt viele Leser, die genau so etwas stört. In diesem Buch wäre es aber gar nicht anders möglich. Die Geschichte ist so in sich verstrickt, verknotet und verzwirbelt, dass es nur aus einer Sicht nicht funktionieren würde. Lasst euch also bitte nicht davon abschrecken, wenn es eigentlich nicht so euer Ding ist.

Was mir außerdem wirklich gefallen hat ist, dass ein Großteil dieses Buchs ohne Polizeiarbeit auskommt. Oft ist es in Thrillern ja so, dass man als Leser jeden Schritt eines Ermittlers/Ermittlerteams begleiten muss, was recht zügig langweilig und langatmig werden kann. So weit möglich hat der Autor hierbei darauf verzichtet, wofür ich ihm dankbar bin

Prinzipiell bin ich nicht so der Freund von offenen Enden. Ich würde nicht sagen, dass ich ein Ordnungs- oder Kontrollfreak bin, aber ich mag es lieber, wenn ich ein Ende vorgesetzt bekomme. Das macht es für mich oftmals runder. Selbst wenn das Ende nicht nach meinem Geschmack ist, ist mir das trotzdem meist lieber. Hier gibt es ein offenes Ende - und es gefällt mir! Ich weiß nicht, ob Platz für einen eventuellen zweiten Teil gelassen werden wollte oder es ganz bewusst so abschließen sollte, aber passender hätte es eigentlich kaum sein können.

Textstellen
Warum hielt man es für so furchtbar, ein Leben auszulöschen? [...] Der wahre Grund, warum man Mord als eine solche Grenzüberschreitung ansah, waren die Menschen, die zurückblieben. Die Angehörigen. Aber was, wenn jemand im Grunde nicht geliebt wurde?
(Seite 49, f.)

Töten war ein bisschen wie eine juckende Stelle, an der ich mich seit vielen Jahren nicht gekratzt hatte.
(Seite 197)

Fazit
Ein Buch, bei dem man sich nicht spoilern (lassen) sollte, da die Geschichte von ihren Wendungen lebt und sonst nur noch das halbe Vergnügen bereitet. Der Autor schafft es den Leser immer mal wieder auf eine falsche Fährte zu locken und an der Nase herumzuführen - ganz großes Kino!

Ich spreche eine ganz klare Leseempfehlung für die unter euch aus, die gerne verwirrt da sitzen und nicht fassen können, warum es nun doch nicht so kommt wie man dachte.

Veröffentlicht am 25.11.2017

Gute Erotik...Mir allerdings manchmal zu viel Gefühl ;-)

Gierig & unersättlich | Erotische Geschichten (Besondere Orte, Dirty Talk, Dreier FFM, Nackt, Sexspielzeug, Wild)
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Lass dich verführen und folge fünf Frauen an den Ort, wo ihre heißesten und hemmungslosesten Fantasien wahr werden ...

... ins Wohnzimmer zum wilden Dreier mit den »besten Freunden«,
in den Hinterhof ...

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Lass dich verführen und folge fünf Frauen an den Ort, wo ihre heißesten und hemmungslosesten Fantasien wahr werden ...

... ins Wohnzimmer zum wilden Dreier mit den »besten Freunden«,
in den Hinterhof als Forschungsobjekt eines Lustforschers,
in die Kaffeeküche zu einem Quickie
mit dem sexy Bauarbeiter,
in den Ferienclub als Lust-Opfer des Frauen-Jägers,
an den Badesee zum Sex mit dem Ex — oder seinem besten Freund?

Diese Nächte wirst du nicht vergessen! (Quelle: Verlag)

Anfang
"Oh ja, das ist gut. Mach genau so weiter...Aah!"
"Klingt, als hätten sie uns inzwischen völlig vergessen", meint Jack. Ich werfe ihm einen kurzen Seitenblick zu. Kopfschüttelnd schaut er mich an und grinst in sich hinein. An ihm scheinen die lustvollen Laute aus dem Nebenzimmer abzuprallen, meine Wangen hingegen glühen vor Erregung und vor Scham darüber, dass ich überhaupt erregt bin.

Meine Meinung
Wer meine Rezensionen etwas verfolgt weiß, dass ich gerne erotische Geschichten/Romane lese und auch, dass dieser Verlag mit einigen Büchern in meinem Regal vetreten ist. So musste auch dieses Buch bei mir einziehen - und ich habe es nicht bereut!

Amy Walker entführt den Leser (oder bei solchen Geschichten wohl eher die Leserin ) in Welten und Fantasien, die fast jedem schon auf die ein oder andere Weise durch den Kopf gespukt sind.

Mal realtiv realistisch als schneller Quicky zwischen zwei Fremden, dann wieder etwas mehr Wunschdenken - als flotter Dreier mit den zwei besten Freunden, der die Freundschaft nicht zerstört - findet jeder die Geschichte, die ihm (oder ihr ^^) am besten gefällt. In meinem Fall war es die Nummer mit dem Quicky in der Büroküche. Ich mag es lieber, wenn man in solchen Geschichten schnell zur Sache kommt und sich viel drum rum spart. Das soll nun nicht so verstanden werden, als wenn mich eine generelle Handlung stört - dem ist nicht so - aber ich will keine Liebesgeschichte und Gefühlsduselein, wenn es einfach nur um Sex gehen sollte Das ist auch der Grund, warum mir die längste und die letzte Geschichte nicht ganz so gut gefallen haben und was meine Stimmung beim Dreier etwas "runtergezogen" hat. Da war es mir insgesamt einfach zu lang beziehungsweise zu viel Gefühl und "Gequatsche".

Doch das ist Meckern auf hohem Niveau und einfach eine persönliche Sache. Insgesamt waren nämlich alle fünf Geschichten äußerst prickelnd und hatten die richtige Mischung aus Direktheit und Anzüglichkeit, ohne billig oder vulgär zu wirken.

Was ich absolut positiv erwähnen muss (weil ich das zum ersten Mal so "extrem" in solchen Geschichten gelesen habe) ist, dass sich in allen Geschichten um die Verhütung gekümmert wird. Diese wird so dezent und selbstverständlich eingebunden, dass es weder störend ist noch die Erotik schmälert!

Fazit
Ein Buch mit fünf Geschichten, die zum Hineinfühlen und Träumen einladen. Für meinen Geschmack manchmal etwas zu viel Gefühl und zu viel Handlung, wer aber Kurzgeschichten mit Gefühl, Romantik und Sex sucht, wird hier absolut fündig!
Die Autorin beschreibt sowohl die Handlungen, als auch die sexuellen Aktivitäten sehr gut und lässt Bilder im Kopf entstehen, die gerne einen Moment verweilen dürfen. Auch wenn es recht schlüpfrig und anzüglich wird, wird es nie vulgär oder billig.